Johann Gottlieb Toellner
Katechetischer Text, oder Unterricht vom christlichen Lehrbegriff für Unstudirte
11765–21772

Johann Gottlieb Toellner (1724–1774) war neben seinem Meisterschüler Steinbart der wichtigste Vertreter der Aufklärungstheologie in Frankfurt/Oder. Als einer der ersten Hochschullehrer wandte er sich konsequent der Neologie zu. Sein früher Tod beendete vorzeitig das Schaffen dieses bereits zu Lebzeiten als besonders progressiv angesehenen Theologen, dessen gelungene Verbindung von theologischen und pädagogischen Interessen weithin geschätzt wurde. Neben dem Studium der Theologie und Philosophie hatte sich Toellner auch eine lebenslang nachwirkende, solide akademische Bildung in den Fächern Mathematik und Physik erworben.

Toellners „Katechetischer Text“ sollte seine theologischen Überzeugungen in popularwissenschaftlicher Form an nichtakademische Leser vermitteln. Statt der bis dahin auch in Unterrichtsbüchern vielfach verwendeten fachwissenschaftlichen Terminologie gebrauchte Toellner konsequent eine allgemeinverständliche Ausdrucksweise. Die Schrift bietet ein Panorama der zentralen neologischen Auffassungen. So unterstreicht und erläutert Toellner beispielsweise die förderliche Funktion der Religion für die menschliche Glückseligkeit. Didaktisch reflektiert werden die jeweiligen Grundgedanken in übersichtlich gehaltenen Paragraphen entwickelt, die einen jeweils zu lernenden Haupttext sowie darauf aufbauendes Spezialwissen präsentieren. Toellners Schrift wurde in vielen preußischen Schulen als Unterrichtslehrbuch eingeführt.