|c418| Evangelium am Neujahrs-Tage.
Lucä 2, 21.
V e r b u n d e n mit Philipper 2, 5–11. und 1 Buch Mose 22, 1–19.
A m achten Tage (nach seiner Geburt) da man ihn beschneiden muste; (nach dem Gesez 1 Buch Mos. 17, 12. 3 Buch Mose 12, 3) ward ihm der Nahme, JESUS, beigelegt; welcher ihm von dem Engel, noch vor seiner Empfängniß gegeben worden. Lucä 1, 30. 31. vergl. Matthäi 1, 20. 21.A m achten Tage (nach seiner Geburt) da man ihn beschneiden muste; (nach dem Gesez 1 Buch Mos. 17, 12. 3 Buch Mose 12, 3) ward ihm der Nahme, JESUS, beigelegt; welcher ihm von dem Engel, noch vor seiner Empfängniß gegeben worden. Lucä 1, 30. 31. vergl. Matthäi 1, 20. 21.
D i e s ist der Nahme, der schon seit Jahrtausendten, so vielen Millionen Menschen, über alles in der Welt theuer gewesen! So viel sichere Sünder sind durch ihn gebessert, und aus Geisseln der Welt die sie waren, zu Wohlthätern des Menschen-Geschlechts gemacht worden! So viel von dem aufwachenden Gewissen Gepeinigte, beruhiget! So viele auf den Weg der Tugend gebracht und darauf erhalten! So viele Leidende, sind durch ihn getröstet; so viel Unwissende belehret; so viel Irrende zu rechte gefüret; so viel Schwache gestärkt; so viel Sterbende unterstüzet und aufgeheitert. – Millionen Menschen sind durch Ihn zu Gott, und dem Glück gefüret, und dadurch Millionen Denkmahle in der Welt aufgestellet worden; daß Er der ist wofür ihn der Text erkläret: – JESUS, der Erretter, der Beglücker der Welt!D i e s ist der Nahme, der schon seit Jahrtausendten, so vielen Millionen Menschen, über alles in der Welt theuer gewesen! So viel sichere Sünder sind durch ihn gebessert, und aus Geisseln der Welt die sie waren, zu Wohlthätern des Menschen-Geschlechts gemacht worden! So viel von dem aufwachenden Gewissen Gepeinigte, beruhiget! So viele auf den Weg der Tugend gebracht und darauf erhalten! So viele Leidende, sind durch ihn getröstet; so viel Unwissende belehret; so viel Irrende zu rechte gefüret; so viel Schwache gestärkt; so viel Sterbende unterstüzet und aufgeheitert. – Millionen Menschen sind durch Ihn zu Gott, und dem Glück gefüret, und dadurch Millionen Denkmahle in der Welt aufgestellet worden; daß Er der ist wofür ihn der Text erkläret: – JESUS, der Erretter, der Beglücker der Welt!
|c419| {Lucä 1, 26–33.} E i n Engel ward vom Himmel gesandt, der Jungfrau Maria anzukündigen, daß Gottes Allmacht, einen Menschen, durch ein Wunderwerk bilden werde, welchen sie als Mutter tragen, und zur gewönlichen Zeit zur Welt gebären solle. Diese Menschen-Natur verband der Sohn G o t t e s mit sich aufs genaueste zu Einer Person; um zum Glück der Menschen, als Mensch zu leben, zu lehren, zu leiden, und zu sterben. Und darum ward dieser Sohn Mariä, J E S U S genant; {Matthäi 1, 20. 21.} der Heiland, der Erretter, der Beglücker, weil er sein Volk, das ihm anvertraute Geschlecht der Menschen, Hebräer 2, 10–Ende, von ihren Sünden erretten, von den Straffen und der Herrschaft der Sünde befreien; von Irrthum und Laster zur Wahrheit und Tugend füren; dadurch in die verlohrne Gunst und Vaterliebe Gottes sezen; hier mit Ruhe und Freude beseeligen; und durch den Todt in ein Glück ohne Maaß und Ende leiten solte. – Unser Verstand erstaunt und schwindelt bei diesen Abgründen der Weisheit. Unbegreiflich, Geheimnis, ist ihm das. Ihm, dem schwachen Verstande, dem jezo noch in seinen Kinder-Jahren, Alles, von dem U n e n d l i c h e n an, bis herunter auf das kleinste Gräschen, Unbegreiflich, Geheimnis ist! Wie der Geist der in uns denkt auf unsern Leib, und dieser hinwiederum auf jenen wirkt; wie es möglich ist daß aus einem kleinen durchsichtigen Bläschen, ein menschlicher Leib mit allen diesen, vielen, mannigfaltigen, harmonischen Gliedern wird; wie es zugeht daß Brodt, Wasser, und was wir sonst von täglicher Nahrung zu uns nehmen, sich in Blut, Milch, |c420| Knochen, Fleisch verwandelt; die Laufbahn der Sonne und das Brennen des Lichts das unsre Zimmer erleuchtet; der Bau der zahllosen Welten die am Himmel glänzen, und der Gräser welche unsre Wiesen zieren: alles was an, und in, und um uns ist, alles das ist uns eben so sehr Unbegreiflich, eben so sehr Geheimnis, als die Menschwerdung des Sohnes Gottes. – Hier ehrfurchtsvoll glauben, ist Vernunft: und kün verwerfen bloß darum weil wir es nicht begreifen können, ist Unverstand! |c419| {Lucä 1, 26–33.} E i n Engel ward vom Himmel gesandt, der Jungfrau Maria anzukündigen, daß Gottes Allmacht, einen Menschen, durch ein Wunderwerk bilden werde, welchen sie als Mutter tragen, und zur gewönlichen Zeit zur Welt gebären solle. Diese Menschen-Natur verband der Sohn G o t t e s mit sich aufs genaueste zu Einer Person; um zum Glück der Menschen, als Mensch zu leben, zu lehren, zu leiden, und zu sterben. Und darum ward dieser Sohn Mariä, J E S U S genant; {Matthäi 1, 20. 21.} der Heiland, der Erretter, der Beglücker, weil er sein Volk, das ihm anvertraute Geschlecht der Menschen, Hebräer 2, 10–Ende, von ihren Sünden erretten, von den Straffen und der Herrschaft der Sünde befreien; von Irrthum und Laster zur Wahrheit und Tugend füren; dadurch in die verlohrne Gunst und Vaterliebe Gottes sezen; hier mit Ruhe und Freude beseeligen; und durch den Todt in ein Glück ohne Maaß und Ende leiten solte. – Unser Verstand erstaunt und schwindelt bei diesen Abgründen der Weisheit. Unbegreiflich, Geheimnis, ist ihm das. Ihm, dem schwachen Verstande, dem jezo noch in seinen Kinder-Jahren, Alles, von dem U n e n d l i c h e n an, bis herunter auf das kleinste Gräschen, Unbegreiflich, Geheimnis ist! Wie der Geist der in uns denkt auf unsern Leib, und dieser hinwiederum auf jenen wirkt; wie es möglich ist daß aus einem kleinen durchsichtigen Bläschen, ein menschlicher Leib mit allen diesen, vielen, mannigfaltigen, harmonischen Gliedern wird; wie es zugeht daß Brodt, Wasser, und was wir sonst von täglicher Nahrung zu uns nehmen, sich in Blut, Milch, |c420| Knochen, Fleisch verwandelt; die Laufbahn der Sonne und das Brennen des Lichts das unsre Zimmer erleuchtet; der Bau der zahllosen Welten die am Himmel glänzen, und der Gräser welche unsre Wiesen zieren: alles was an, und in, und um uns ist, alles das ist uns eben so sehr Unbegreiflich, eben so sehr Geheimnis, als die Menschwerdung des Sohnes Gottes. – Hier ehrfurchtsvoll glauben, ist Vernunft: und kün verwerfen bloß darum weil wir es nicht begreifen können, ist Unverstand!
A b e r noch mehr schwindelt der Verstand, bei diesen Abgründen – der Liebe! So viel Anstalten; so viel Wunder, um eine Welt zu retten, deren Untergang in dem Unermeslichen Staat des UNENDLICHEN gar nicht bemerkt würde; wie wenn eine schimmernde Lampe unter Millionen flammender Fackeln verlöscht! Für uns Menschen, die wir als die nächsten Nachbahren der Thiere, nur auf der untersten Stufe der vernünftigen Geschöpfe stehen. Tief unter den Engeln, Erzengeln, und Millionen anderer Klassen von Geistern; die immer höher und höher an Vollkommenheit, sich dem Throne des EWIGEN nähern! – Ewige, Unermesliche Liebe! So soll denn Alles, was Du geschaffen, Glücklich seyn! Von dem nächsten Geist an Deinem Thron bis zum Menschen, und von diesen bis zum Wurm im Staube herab, sättigest Du alles mit Freude! Deine Allmacht schaffet, Deine Weisheit sorget, nur damit Deine Liebe beglücken könne. Wie wohl ist uns, daß wir, Ganz von Dir abhängen; daß alle unsre Schicksahle in Deinen Händen stehen!A b e r noch mehr schwindelt der Verstand, bei diesen Abgründen – der Liebe! So viel Anstalten; so viel Wunder, um eine Welt zu retten, deren Untergang in dem Unermeslichen Staat des UNENDLICHEN gar nicht bemerkt würde; wie wenn eine schimmernde Lampe unter Millionen flammender Fackeln verlöscht! Für uns Menschen, die wir als die nächsten Nachbahren der Thiere, nur auf der untersten Stufe der vernünftigen Geschöpfe stehen. Tief unter den Engeln, Erzengeln, und Millionen anderer Klassen von Geistern; die immer höher und höher an Vollkommenheit, sich dem Throne des EWIGEN nähern! – Ewige, Unermesliche Liebe! So soll denn Alles, was Du geschaffen, Glücklich seyn! Von dem nächsten Geist an Deinem Thron bis zum Menschen, und von diesen bis zum Wurm im Staube herab, sättigest Du alles mit Freude! Deine Allmacht schaffet, Deine Weisheit sorget, nur damit Deine Liebe beglücken könne. Wie wohl ist uns, daß wir, Ganz von Dir abhängen; daß alle unsre Schicksahle in Deinen Händen stehen!
|c421| D a m a h l s als Jesus gebohren ward, galt noch das Gesez Mosis, welches erst mit der Zerstörung des jüdischen Staats solte abgeschaffet werden. Daniel 9, 24–27. Er ward also, von einer jüdischen Mutter gebohren, gleich andern Juden am achten Tage beschnitten. Wie der allerniedrigste von ihnen unterwarf er sich allen menschlichen und göttlichen Anordnungen, die in ihrem Lande galten. Aber dies alles war nur das Geringste – des Gehorsams gegen Gott, wovon Er ein Beispiel gab, dergleichen Welt und Nachwelt nie gesehen, noch sehen werden.|c421| D a m a h l s als Jesus gebohren ward, galt noch das Gesez Mosis, welches erst mit der Zerstörung des jüdischen Staats solte abgeschaffet werden. Daniel 9, 24–27. Er ward also, von einer jüdischen Mutter gebohren, gleich andern Juden am achten Tage beschnitten. Wie der allerniedrigste von ihnen unterwarf er sich allen menschlichen und göttlichen Anordnungen, die in ihrem Lande galten. Aber dies alles war nur das Geringste – des Gehorsams gegen Gott, wovon Er ein Beispiel gab, dergleichen Welt und Nachwelt nie gesehen, noch sehen werden.
{Philipper 2, 5–8.} J e s u s Christus, ob er gleich in göttlicher Gestalt war, prahlte dennoch nicht mit dieser Gleichheit Gottes als mit einer Beute. Nie brauchte Er seine göttlichen Vorzüge, damit bloß zu glänzen; den Weihrauch der Anbetungen anderer anzunehmen; die Welt seine Hoheit schwer fülen zu lassen; oder gar andre, nach dem aus der Hölle unter die Menschen eingefürten Recht des Stärkeren, zu unterdrüken und zu quälen. Vielmehr erniedrigte er sich, nahm die Gestalt eines Sklaven an; ward wie der allerniedrigste Mensch gebohren; und fürete sein ganzes Leben als der Niedrigste, Verachteste, unter den Menschen. Er erniedrigte sich und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. „Aus Liebe zu den Menschen, um diese zu retten und zu beglücken, legte er allen Glanz seiner göttlichen Herrlichkeit ab! Ward in so niedrigen, so armseeligen Umständen gebohren, wie ein Sklave! Uebernahm ein Leben, das aus lauter Niedrig |c422|keit, Verachtung, Müseeligkeit, und Elend zusammengesezt war! Starb gar für die Welt! Starb für sie, als der verächtlichste und gröbste Missetäter, am Kreuz!“{Philipper 2, 5–8.} J e s u s Christus, ob er gleich in göttlicher Gestalt war, prahlte dennoch nicht mit dieser Gleichheit Gottes als mit einer Beute. Nie brauchte Er seine göttlichen Vorzüge, damit bloß zu glänzen; den Weihrauch der Anbetungen anderer anzunehmen; die Welt seine Hoheit schwer fülen zu lassen; oder gar andre, nach dem aus der Hölle unter die Menschen eingefürten Recht des Stärkeren, zu unterdrüken und zu quälen. Vielmehr erniedrigte er sich, nahm die Gestalt eines Sklaven an; ward wie der allerniedrigste Mensch gebohren; und fürete sein ganzes Leben als der Niedrigste, Verachteste, unter den Menschen. Er erniedrigte sich und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. „Aus Liebe zu den Menschen, um diese zu retten und zu beglücken, legte er allen Glanz seiner göttlichen Herrlichkeit ab! Ward in so niedrigen, so armseeligen Umständen gebohren, wie ein Sklave! Uebernahm ein Leben, das aus lauter Niedrig |c422|keit, Verachtung, Müseeligkeit, und Elend zusammengesezt war! Starb gar für die Welt! Starb für sie, als der verächtlichste und gröbste Missetäter, am Kreuz!“
{vers 9–11 } D a r u m hat ihn auch Gott unaussprechlich erhöhet. Er hat ihm eine über alles erhabene Würde gegeben. Denn vor Jesu sollen sich alle Knie beugen, der im Himmel und auf Erden Lebenden, und der Verstorbenen. (welche Er dereinst auferwecken und richten wird) Und jede Zunge soll die Herrschaft Jesu Christi bekennen, zur Ehre Gottes des Vaters. – Sein Glück also, und die Ehre Gottes; das war der Ausgang, der Lohn seines Gehorsams. Ein Gehorsam, den die Willigkeit der Uebernehmung, die Grösse der Selbst-Aufopferung; die Vollkommenheit der Leistung; und die Beständigkeit der Vollziehung, über alles weit hinaussezen, was man sich je von Vollkommenheit im Gehorsam gegen Gott gedenken kan!{vers 9–11 } D a r u m hat ihn auch Gott unaussprechlich erhöhet. Er hat ihm eine über alles erhabene Würde gegeben. Denn vor Jesu sollen sich alle Knie beugen, der im Himmel und auf Erden Lebenden, und der Verstorbenen. (welche Er dereinst auferwecken und richten wird) Und jede Zunge soll die Herrschaft Jesu Christi bekennen, zur Ehre Gottes des Vaters. – Sein Glück also, und die Ehre Gottes; das war der Ausgang, der Lohn seines Gehorsams. Ein Gehorsam, den die Willigkeit der Uebernehmung, die Grösse der Selbst-Aufopferung; die Vollkommenheit der Leistung; und die Beständigkeit der Vollziehung, über alles weit hinaussezen, was man sich je von Vollkommenheit im Gehorsam gegen Gott gedenken kan!
S a g t nicht, „dies sey auch nicht der Gehorsam eines blossen Menschen. So könne nur der Sohn Gottes Gehorsam seyn!“ Freilich können wir diesen Gipfel der Vollkommenheit nicht erreichen. Aber diejenigen, die nach dem h ö c h s t e n streben, kommen doch immer höher: da hingegen die Verzagten sich nie aus dem Staube erheben. Abraham war ein blosser Mensch wie wir: von allen den Verblendungen getäuscht, durch alle die Unwissenheit in die Irre geleitet, und von allen den Schwachheiten unterdrükt, wie wir. Ja! er war in Absicht der Kentnisse von der Religion weit unter uns. Lasset uns das Beispiel seines Ge |c423|horsams gegen Gott, jenem Muster des Sohnes Gottes an die Seite stellen. In der That komt es ihm auch am nächsten. Und diese beiden grossen Muster lasset uns denn anschauen, abermahls und abermahls anschauen. Das Beispiel unsers schwachen Neben-Menschen wird unsern Gehorsam anfeuren: und das Muster des Sohnes Gottes wird ihn unterstüzen und adeln.S a g t nicht, „dies sey auch nicht der Gehorsam eines blossen Menschen. So könne nur der Sohn Gottes Gehorsam seyn!“ Freilich können wir diesen Gipfel der Vollkommenheit nicht erreichen. Aber diejenigen, die nach dem h ö c h s t e n streben, kommen doch immer höher: da hingegen die Verzagten sich nie aus dem Staube erheben. Abraham war ein blosser Mensch wie wir: von allen den Verblendungen getäuscht, durch alle die Unwissenheit in die Irre geleitet, und von allen den Schwachheiten unterdrükt, wie wir. Ja! er war in Absicht der Kentnisse von der Religion weit unter uns. Lasset uns das Beispiel seines Ge |c423|horsams gegen Gott, jenem Muster des Sohnes Gottes an die Seite stellen. In der That komt es ihm auch am nächsten. Und diese beiden grossen Muster lasset uns denn anschauen, abermahls und abermahls anschauen. Das Beispiel unsers schwachen Neben-Menschen wird unsern Gehorsam anfeuren: und das Muster des Sohnes Gottes wird ihn unterstüzen und adeln.
{1 B. Mos. 22, 1. 2.} H i e r a u f – dies ist die Erzälung Mosis, welche durch jeden Zusaz und Veränderung, von ihrer Kraft und Leben verliehren würde. – Hierauf übte Gott den Abraham, und sprach zu ihm, Abraham: Er antwortete, hier bin ich. Nim, sprach Gott, deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, deinen zärtlich geliebten, den Isaak, und gehe in das Land Moriah, und opfere ihn dort als Brandopfer, auf einem der Berge, den ich dir anzeigen werde.{1 B. Mos. 22, 1. 2.} H i e r a u f – dies ist die Erzälung Mosis, welche durch jeden Zusaz und Veränderung, von ihrer Kraft und Leben verliehren würde. – Hierauf übte Gott den Abraham, und sprach zu ihm, Abraham: Er antwortete, hier bin ich. Nim, sprach Gott, deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, deinen zärtlich geliebten, den Isaak, und gehe in das Land Moriah, und opfere ihn dort als Brandopfer, auf einem der Berge, den ich dir anzeigen werde.
{vers 3 } Und Abraham stand frühe auf, sattelte seinen Esel, nahm zwei Bediente mit sich, nebst Isaak seinem Sohn, und spaltete Holz zum Brandopfer, und gieng an den Ort den ihm Gott angegeben.{vers 3 } Und Abraham stand frühe auf, sattelte seinen Esel, nahm zwei Bediente mit sich, nebst Isaak seinem Sohn, und spaltete Holz zum Brandopfer, und gieng an den Ort den ihm Gott angegeben.
{vers 4} A m dritten Tage hub er seine Augen auf, und sahe den Ort von Ferne. Da sprach er zu seinen Bedienten, bleibet hier mit dem Esel. Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, und opfern, und alsdenn zu euch zurück kommen. Abraham nahm also das Holz zum Brandopfer und legte es auf Isaak seinen Sohn. Er selbst aber trug das Feuer nebst dem Opfermesser in seiner Hand. So giengen sie beide mit einander. – Unterwe |c424|gens rief Isaak seinen Vater Abraham, Mein Vater! Er antwortete, hier bin ich mein Sohn! Siehe, sprach Isaak, da ist das Feuer und Holz, wo aber ist das Lamm zum Brandopfer? Abraham antwortete, Gott wird für das Lamm zum Brandopfer sorgen, mein Sohn! Nun sezten sie beide ihren Weg fort. Als sie an den Ort kamen den ihm Gott angewiesen hatte, bauete Abraham einen Altar, und legte das Holz zurechte, und band den Isaak seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar auf das Holz. Da streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Opfermesser seinen Sohn zu opfern. Alsbald rief ihn ein Engel vom Himmel, Abraham! Abraham! – hier bin ich, sprach er. – Und der Engel sprach, lege deine Hand nicht an den Knaben, und thue ihm kein Leid. Denn jezt habe ich bekant gemacht, daß du Gott gehorchest; indem du deinen Sohn, deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert. Da sahe Abraham einen Widder, der sich in der Hecke mit seinen Hörnern verwickelt, den nahm er und opferte ihn zum Brandopfer, anstatt seines Sohnes; und den Ort nante er: J e h o v a h J i r e h (Gott sorget) weswegen man noch heute sagt, auf dem Berge Jehovah Jireh. Der Engel aber rief dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel; und redete also zu ihm. Bei mir schwöre ich, spricht Gott. Weil du dieses gethan, und deinen Sohn, deinen einzigen |c425| Sohn nicht verweigert hast: so will ich dich sehr seegnen. Deine Nachkommenschaft will ich sehr zahlreich machen, wie die Sterne am Himmel, und den Sand am Ufer des Meers; und sie sollen das Reich ihrer Feinde besizen. Und durch deine Nachkommenschaft (oder deinen Nachkommen Siehe Galater 3, 16.) sollen alle Völker der Erde beglücket werden. Dies alles darum, weil du – mir gehorchet. Hierauf kehrete Abraham wiederum zurück.{vers 4} A m dritten Tage hub er seine Augen auf, und sahe den Ort von Ferne. Da sprach er zu seinen Bedienten, bleibet hier mit dem Esel. Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, und opfern, und alsdenn zu euch zurück kommen. Abraham nahm also das Holz zum Brandopfer und legte es auf Isaak seinen Sohn. Er selbst aber trug das Feuer nebst dem Opfermesser in seiner Hand. So giengen sie beide mit einander. – Unterwe |c424|gens rief Isaak seinen Vater Abraham, Mein Vater! Er antwortete, hier bin ich mein Sohn! Siehe, sprach Isaak, da ist das Feuer und Holz, wo aber ist das Lamm zum Brandopfer? Abraham antwortete, Gott wird für das Lamm zum Brandopfer sorgen, mein Sohn! Nun sezten sie beide ihren Weg fort. Als sie an den Ort kamen den ihm Gott angewiesen hatte, bauete Abraham einen Altar, und legte das Holz zurechte, und band den Isaak seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar auf das Holz. Da streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Opfermesser seinen Sohn zu opfern. Alsbald rief ihn ein Engel vom Himmel, Abraham! Abraham! – hier bin ich, sprach er. – Und der Engel sprach, lege deine Hand nicht an den Knaben, und thue ihm kein Leid. Denn jezt habe ich bekant gemacht, daß du Gott gehorchest; indem du deinen Sohn, deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert. Da sahe Abraham einen Widder, der sich in der Hecke mit seinen Hörnern verwickelt, den nahm er und opferte ihn zum Brandopfer, anstatt seines Sohnes; und den Ort nante er: J e h o v a h J i r e h (Gott sorget) weswegen man noch heute sagt, auf dem Berge Jehovah Jireh. Der Engel aber rief dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel; und redete also zu ihm. Bei mir schwöre ich, spricht Gott. Weil du dieses gethan, und deinen Sohn, deinen einzigen |c425| Sohn nicht verweigert hast: so will ich dich sehr seegnen. Deine Nachkommenschaft will ich sehr zahlreich machen, wie die Sterne am Himmel, und den Sand am Ufer des Meers; und sie sollen das Reich ihrer Feinde besizen. Und durch deine Nachkommenschaft (oder deinen Nachkommen Siehe Galater 3, 16.) sollen alle Völker der Erde beglücket werden. Dies alles darum, weil du – mir gehorchet. Hierauf kehrete Abraham wiederum zurück.
O h n e Zweifel blutet dein Herz, Leser! Die besten, die edelsten, die zärtlichsten und stärksten Triebe unsrer Natur kommen hier in Bewegung. Und eben diese machen uns geneigt, jenen Befehl an einen Vater, wo nicht für ungerecht zu erklären, so doch für hart zu halten. Lasset uns daher, auf einige Zeit diesen süssen Empfindungen unsres Herzens ein Stillschweigen auferlegen, um die Aussprüche der külen, ruhig überlegenden Vernunft zu hören!O h n e Zweifel blutet dein Herz, Leser! Die besten, die edelsten, die zärtlichsten und stärksten Triebe unsrer Natur kommen hier in Bewegung. Und eben diese machen uns geneigt, jenen Befehl an einen Vater, wo nicht für ungerecht zu erklären, so doch für hart zu halten. Lasset uns daher, auf einige Zeit diesen süssen Empfindungen unsres Herzens ein Stillschweigen auferlegen, um die Aussprüche der külen, ruhig überlegenden Vernunft zu hören!
D a ß der B e f e h l G e r e c h t sey, läßt sich gar nicht vernünftig bezweifeln. Wer zweifelt, daß Gott das Recht hat, einem Menschen das Leben abzufordern? In jeder Minute sterben ja Menschen. Auch die nüzlichsten und besten Menschen! Auch der Arzt den eine lange Erfahrung die er andern nicht einflössen kan, zum Trost der Menschheit gemacht! Und endlich, was heißt das, Gott fordert einem Menschen das Leben ab? Nichts anders als, Er versezet ihn aus Einer Gegend Seines Gebiets in eine Andere. Wie wenn, um in einem menschlichen, schwachen Bei |c426|spiel zu reden, ein König von England seinen Unterthan, aus Hannover nach London abruft. – Daß Er es ihm, durch die Hand eines Menschen, mit Recht nehmen kan, ist eben so einleuchtend. Darf ein Soldat im Kriege, auf Befehl seines Generals der ein Mensch ist wie er, Menschen zu hunderten ums Leben bringen, ohne sich zu versündigen: so wird ja die {Römer 13, 1.} Gottheit, durch die allein die Könige und Regenten herrschen, einen solchen Befehl geben können. – Aber! durch die Hand des V a t e r s? Wenn der General, seinen Sohn auf Kanonen kommandiren; wenn ein Vater gegen seinen eignen Sohn, der in dem Heere des Feindes ist, fechten ; wenn B r u t u s oder sonst ein Regent seinen Söhnen das Todesurtheil sprechen und es vor seinen Augen vollziehen lassen muß: das macht zwar unser Herz bluten. Aber welcher Vernünftige wird sich einen Augenblick weigern, zu bekennen, obgleich mit Thränen in den Augen, das ist gerecht! – Keine Zunge kan es aussprechen was Abrahams Vaterherz bei diesem Befehl gelitten. Aber Leiden sind das Loos Sterblicher! Auch sehr, sehr peinliche Leiden! Die Leiden des Vaters, der Mutter, denen Gott ihr einziges, hofnungsvolles, geliebtestes Kind nimt; es ihnen in der Blüthe des Lebens; es ihnen gar durch eine äusserst peinliche und langwierige Krankheit nimmt. Kan Gott dieses thun, kan Er zulassen, daß ein Vater durch einen unglücklichen Schuß sein liebstes Kind ums Leben bringt; ohne im geringsten Seine Gerechtigkeit, Heiligkeit und Güte zu verlezen; so kan er auch dem Abraham diesen Befehl geben. |c427| Und wie? Wenn Gott den zärtlich geliebten Isaak um eben diese Zeit sterben ließ? Wenn Er ihn gar durch eine schmerzhafte Krankheit, wobei jeder Augenblick das Herz der Sara und des Abraham aufs neue verwundet, aus der Welt gefordert? Oder wenn Er zugelassen, daß sein Vater oder Mutter, durch eine unvorsichtige That, Schuld an seinem Tode geworden?D a ß der B e f e h l G e r e c h t sey, läßt sich gar nicht vernünftig bezweifeln. Wer zweifelt, daß Gott das Recht hat, einem Menschen das Leben abzufordern? In jeder Minute sterben ja Menschen. Auch die nüzlichsten und besten Menschen! Auch der Arzt den eine lange Erfahrung die er andern nicht einflössen kan, zum Trost der Menschheit gemacht! Und endlich, was heißt das, Gott fordert einem Menschen das Leben ab? Nichts anders als, Er versezet ihn aus Einer Gegend Seines Gebiets in eine Andere. Wie wenn, um in einem menschlichen, schwachen Bei |c426|spiel zu reden, ein König von England seinen Unterthan, aus Hannover nach London abruft. – Daß Er es ihm, durch die Hand eines Menschen, mit Recht nehmen kan, ist eben so einleuchtend. Darf ein Soldat im Kriege, auf Befehl seines Generals der ein Mensch ist wie er, Menschen zu hunderten ums Leben bringen, ohne sich zu versündigen: so wird ja die {Römer 13, 1.} Gottheit, durch die allein die Könige und Regenten herrschen, einen solchen Befehl geben können. – Aber! durch die Hand des V a t e r s? Wenn der General, seinen Sohn auf Kanonen kommandiren; wenn ein Vater gegen seinen eignen Sohn, der in dem Heere des Feindes ist, fechten ; wenn B r u t u s oder sonst ein Regent seinen Söhnen das Todesurtheil sprechen und es vor seinen Augen vollziehen lassen muß: das macht zwar unser Herz bluten. Aber welcher Vernünftige wird sich einen Augenblick weigern, zu bekennen, obgleich mit Thränen in den Augen, das ist gerecht! – Keine Zunge kan es aussprechen was Abrahams Vaterherz bei diesem Befehl gelitten. Aber Leiden sind das Loos Sterblicher! Auch sehr, sehr peinliche Leiden! Die Leiden des Vaters, der Mutter, denen Gott ihr einziges, hofnungsvolles, geliebtestes Kind nimt; es ihnen in der Blüthe des Lebens; es ihnen gar durch eine äusserst peinliche und langwierige Krankheit nimmt. Kan Gott dieses thun, kan Er zulassen, daß ein Vater durch einen unglücklichen Schuß sein liebstes Kind ums Leben bringt; ohne im geringsten Seine Gerechtigkeit, Heiligkeit und Güte zu verlezen; so kan er auch dem Abraham diesen Befehl geben. |c427| Und wie? Wenn Gott den zärtlich geliebten Isaak um eben diese Zeit sterben ließ? Wenn Er ihn gar durch eine schmerzhafte Krankheit, wobei jeder Augenblick das Herz der Sara und des Abraham aufs neue verwundet, aus der Welt gefordert? Oder wenn Er zugelassen, daß sein Vater oder Mutter, durch eine unvorsichtige That, Schuld an seinem Tode geworden?
A l s o, gerecht war dieser Befehl ohne Zweifel. Auch hatte Gott, nicht einmahl die Absicht, ihn würklich vollziehen zu lassen. Nicht, als wenn das Unrecht gewesen. Aber hier würde das Vaterherz Abrahams seyn zerrissen worden. Darum ward die Vollziehung gehindert. Den Abraham {vers 1} zu üben, in seiner Tugend, besonders in seinem Vertrauen auf Gott zu stärken: und die {vers 12} Grösse seiner Tugend der Welt zu zeigen; und beides ihr und der Nachwelt zum Muster aufzustellen, dies war G o t t e s Absicht; – Seine väterliche Absicht!A l s o, gerecht war dieser Befehl ohne Zweifel. Auch hatte Gott, nicht einmahl die Absicht, ihn würklich vollziehen zu lassen. Nicht, als wenn das Unrecht gewesen. Aber hier würde das Vaterherz Abrahams seyn zerrissen worden. Darum ward die Vollziehung gehindert. Den Abraham {vers 1} zu üben, in seiner Tugend, besonders in seinem Vertrauen auf Gott zu stärken: und die {vers 12} Grösse seiner Tugend der Welt zu zeigen; und beides ihr und der Nachwelt zum Muster aufzustellen, dies war G o t t e s Absicht; – Seine väterliche Absicht!
A b r a h a m wuste gewiß, daß dieser Befehl von Gott komme. {1 Buch Mosis 12 f.} Schon seit funfzig Jahren war er an den Umgang Gottes gewönt: mehr als einmahl hatte er schon, Offenbahrungen von Ihm empfangen. {Siehe 1 Buch Mosis 18, 23–Ende.} Seine richtigen Begriffe von Gottes Heiligkeit, Gerechtigkeit und Güte sezten ihn in den Stand; und seine zärtlichste Liebe zum Isaak trieb ihn an, diesen Befehl mit aller Strenge zu untersuchen. Zeit genug hatte er auch dazu, in den {vers 4} drey Tagen, welche die Reise an den schrecklichen Ort forderte. {vers 4 vergl. vers 2.} Und selbst dieser Ort, war ihm durch ein in die Augen fallendes Zeichen, von Gott angewiesen.A b r a h a m wuste gewiß, daß dieser Befehl von Gott komme. {1 Buch Mosis 12 f.} Schon seit funfzig Jahren war er an den Umgang Gottes gewönt: mehr als einmahl hatte er schon, Offenbahrungen von Ihm empfangen. {Siehe 1 Buch Mosis 18, 23–Ende.} Seine richtigen Begriffe von Gottes Heiligkeit, Gerechtigkeit und Güte sezten ihn in den Stand; und seine zärtlichste Liebe zum Isaak trieb ihn an, diesen Befehl mit aller Strenge zu untersuchen. Zeit genug hatte er auch dazu, in den {vers 4} drey Tagen, welche die Reise an den schrecklichen Ort forderte. {vers 4 vergl. vers 2.} Und selbst dieser Ort, war ihm durch ein in die Augen fallendes Zeichen, von Gott angewiesen.
|c428| N o c h mehr Er war versichert, daß der Befehl, der seinem Vaterherzen alles kostete, dem Isaak nicht anders als heilsam seyn werde. Belehret, daß Gott auch Todte auferweckt, und dem das nicht ist befiehlt zu seyn, sahe er schon im Geist, seinen Sohn auf eben dem Altar wiederum aufleben der ihm das Leben gekostet. Siehe Röm. 4, 17. Hebr. 11, 17–19. |c428| N o c h mehr Er war versichert, daß der Befehl, der seinem Vaterherzen alles kostete, dem Isaak nicht anders als heilsam seyn werde. Belehret, daß Gott auch Todte auferweckt, und dem das nicht ist befiehlt zu seyn, sahe er schon im Geist, seinen Sohn auf eben dem Altar wiederum aufleben der ihm das Leben gekostet. Siehe Röm. 4, 17. Hebr. 11, 17–19.
U e b l e Folgen konte auch, ein solcher Befehl nicht haben. Könten etwa Schwärmer, dadurch veranlasset werden, ihre Kinder zu ermorden, in der Einbildung Gott zu gefallen? Dies könten sie aber eben sowohl, wenn auch ein solcher Befehl nie gegeben worden. Es ist hier nicht die Frage, was Unverstand und Unsinn für Misbrauch davon machen kan. Denn auch Wahrheit und Tugend können misverstanden und gemisbraucht werden. Sondern, ob vernünftiger weise ein solcher Misbrauch zu besorgen sey? Und wie wäre das möglich? Abraham war keine Privat-Person, sondern ein souveräner Fürst, folglich keinem Gesetz, als dem göttlichen unterworfen. Schon so ofte hatte er einen unmittelbahren Umgang mit Gott gehabt. Und endlich, ward die Vollziehung ausdrücklich untersagt, und der ganze Befehl für eine blosse Uebung erklärt. – Die Menschen-Opfer aber sind viel älter als Abraham. Nie sind sie unter seinen Nachkommen gebräuchlich gewesen. Vielmehr war gerade diese Geschichte die allerkräftigste Verabscheuung der Menschen-Opfer. Hier wo der Befehl schon ertheilt war, wo wie es scheint die wirkliche Vollziehung, der Tugend Abrahams einen noch grösseren Glanz |c429| würde gegeben haben; hier ward dennoch die Vollstreckung gehindert. Durch ein Wunder gehindert. Und ein Thier zum Opfer angewiesen.U e b l e Folgen konte auch, ein solcher Befehl nicht haben. Könten etwa Schwärmer, dadurch veranlasset werden, ihre Kinder zu ermorden, in der Einbildung Gott zu gefallen? Dies könten sie aber eben sowohl, wenn auch ein solcher Befehl nie gegeben worden. Es ist hier nicht die Frage, was Unverstand und Unsinn für Misbrauch davon machen kan. Denn auch Wahrheit und Tugend können misverstanden und gemisbraucht werden. Sondern, ob vernünftiger weise ein solcher Misbrauch zu besorgen sey? Und wie wäre das möglich? Abraham war keine Privat-Person, sondern ein souveräner Fürst, folglich keinem Gesetz, als dem göttlichen unterworfen. Schon so ofte hatte er einen unmittelbahren Umgang mit Gott gehabt. Und endlich, ward die Vollziehung ausdrücklich untersagt, und der ganze Befehl für eine blosse Uebung erklärt. – Die Menschen-Opfer aber sind viel älter als Abraham. Nie sind sie unter seinen Nachkommen gebräuchlich gewesen. Vielmehr war gerade diese Geschichte die allerkräftigste Verabscheuung der Menschen-Opfer. Hier wo der Befehl schon ertheilt war, wo wie es scheint die wirkliche Vollziehung, der Tugend Abrahams einen noch grösseren Glanz |c429| würde gegeben haben; hier ward dennoch die Vollstreckung gehindert. Durch ein Wunder gehindert. Und ein Thier zum Opfer angewiesen.
W o h l aber hatte dieser Befehl die heilsamsten Folgen. Er veranlaßte einen der traurigsten Auftritte, der den allerfrölichsten Ausgang hatte; beides für den Abraham und die Welt. – Für den Abraham war dies die gröste Stärkung seines Vertrauens auf Gott. Nun, nach diesem allerfürchterlichsten Fall, konte keine Verlegenheit, kein Leiden mehr, ihn in seiner Ueberzeugung, daß Gott alles wohl macht, schwächen. Und wie groß muß die innere Freude über diese edle so unaussprechlich edle That bei ihm gewesen seyn? Die Bezwingung einer sündlichen Begierde, die Vergebung einer groben Beleidigung, unternommen aus dankbahrer Liebe zu Gott, erquicket uns mehr als alle die besten Freuden der Welt. Urtheilet nun, mit welchem Vergnügen das Bewustseyn einer solchen That, die edle Seele Abrahams erfüllet! Er hatte dabei, auch in Absicht seiner Ehre vieles gewagt. Und nun ward er {Römer 4,} der Vater der Gläubigen, und seine grosse That, ein Ehren-Denkmahl für ihn, bei der Welt, und der Nachwelt.W o h l aber hatte dieser Befehl die heilsamsten Folgen. Er veranlaßte einen der traurigsten Auftritte, der den allerfrölichsten Ausgang hatte; beides für den Abraham und die Welt. – Für den Abraham war dies die gröste Stärkung seines Vertrauens auf Gott. Nun, nach diesem allerfürchterlichsten Fall, konte keine Verlegenheit, kein Leiden mehr, ihn in seiner Ueberzeugung, daß Gott alles wohl macht, schwächen. Und wie groß muß die innere Freude über diese edle so unaussprechlich edle That bei ihm gewesen seyn? Die Bezwingung einer sündlichen Begierde, die Vergebung einer groben Beleidigung, unternommen aus dankbahrer Liebe zu Gott, erquicket uns mehr als alle die besten Freuden der Welt. Urtheilet nun, mit welchem Vergnügen das Bewustseyn einer solchen That, die edle Seele Abrahams erfüllet! Er hatte dabei, auch in Absicht seiner Ehre vieles gewagt. Und nun ward er {Römer 4,} der Vater der Gläubigen, und seine grosse That, ein Ehren-Denkmahl für ihn, bei der Welt, und der Nachwelt.
D e n n diese hat dadurch ein sehr rürendes und glänzendes, das gröste Beispiel des Gehorsams gegen Gott erhalten; das sich von einem Sterblichen denken läßt. – Der Befehl füret dem zärtlichen Vater, gerade alle die peinliche Ueberwindung zu Gemüt die er sich anthun soll. {vers 9.} Nimm deinen Sohn! Deinen Einzigen Sohn! Deinen Liebling! Den Isaak! Und opfre ihn als |c430|Brandopfer! Darum schweigt auch Moses von dem, was Abraham dabei empfunden, weil dies für alle Beschreibung zu stark war. – Der Befehl sezet ihn in die Nothwendigkeit, seine zwei liebsten Dinge auf der Welt, {vers 2 verglichen v. 3–8.} seinen Sohn, und seinen Guten Nahmen mit einem Streiche aufzuopfern. Von seinen Bekandten, von seinen Freunden, von der Vertrauten seines Herzens so gar, hatte er die herbesten Vorwürfe zu erwarten. – Diesem Befehl gehorchet Abraham ohne Ausflucht, ohne Widerrede, ohne Verzug. „Aber dies ist ja der Isaak, durch den ich die zahlreiche Nachkommenschaft erhalten soll, wie kan damit Gottes Zusage bestehen? Ihn meinen einzigen Sohn, sollen die Hände des Vaters umbringen? Die ganze Welt, meine eigenen Freunde, meine beste Freundin, wird mich immer mit Abscheu als einen Barbaren betrachten!“ Mit solchen Einwendungen konte er sich dem Gehorsam entziehen. Aber Gott hatte geredet. Dies wuste Abraham. Und so bald er dies sicher wuste, so war Wissen und Gehorchen augenblicklich verbunden. {vers 2. 3.} Nimm deinen Sohn, den Einzigen, deinen Liebling, den Isaak und gehe hin, opfere ihn zum Brand-Opfer. Und Abraham – stand frühe auf und zog hin. – Er gehorcht, ohne vorher sein Herz, gegen irgend einen Freund hierüber ausschütten zu dürfen. Gerade seinen Vertrauten, denen, die seinem Herzen die wichtigsten waren, deren Zuspruch bei ihm das meiste galt, dem Isaak und der Sara, muste er die Sache am meisten verbergen. – Die Vollziehung ward drei ganze Tage verschoben. Wä|c431|rend dieser Zeit hatte er, verlassen von allen Freunden, gleichsam verwaiset, den geliebten Gegenstand immer vor Augen. Gott! Was muß da in dieser fürchterlichen Zeit, bei Tag, und bei Nacht das Vaterherz gelitten haben! Welche herzzerreissende Anblicke! Welche peinliche Kämpfe! Sein Sohn. Sein Einziger. Sein Liebling. Sein Isaak. Der Altar. Das Holz. Das Opfermesser. Die aufgehabene Vaterhand um – – Und dann, jener Gang, desgleichen nie ein Mensch gegangen! Zweimahl sagt Moses, v. 6. und 8. So giengen sie beide mit einander! Isaak folgt so willig, so zuversichtlich an den schrecklichen Ort. Der Vater geht voran mit dem Opfermesser. Isaak folgt, das Holz auf dem Rükken das ihn verbrennen soll. Mein Vater! ruft er. Wo ist denn, das Lamm zum Opfer! – Nach diesem allen was muß es den Abraham gekostet haben, den Sohn zu – Denn was kostet es uns nicht, dieses nur zu lesen!D e n n diese hat dadurch ein sehr rürendes und glänzendes, das gröste Beispiel des Gehorsams gegen Gott erhalten; das sich von einem Sterblichen denken läßt. – Der Befehl füret dem zärtlichen Vater, gerade alle die peinliche Ueberwindung zu Gemüt die er sich anthun soll. {vers 9.} Nimm deinen Sohn! Deinen Einzigen Sohn! Deinen Liebling! Den Isaak! Und opfre ihn als |c430|Brandopfer! Darum schweigt auch Moses von dem, was Abraham dabei empfunden, weil dies für alle Beschreibung zu stark war. – Der Befehl sezet ihn in die Nothwendigkeit, seine zwei liebsten Dinge auf der Welt, {vers 2 verglichen v. 3–8.} seinen Sohn, und seinen Guten Nahmen mit einem Streiche aufzuopfern. Von seinen Bekandten, von seinen Freunden, von der Vertrauten seines Herzens so gar, hatte er die herbesten Vorwürfe zu erwarten. – Diesem Befehl gehorchet Abraham ohne Ausflucht, ohne Widerrede, ohne Verzug. „Aber dies ist ja der Isaak, durch den ich die zahlreiche Nachkommenschaft erhalten soll, wie kan damit Gottes Zusage bestehen? Ihn meinen einzigen Sohn, sollen die Hände des Vaters umbringen? Die ganze Welt, meine eigenen Freunde, meine beste Freundin, wird mich immer mit Abscheu als einen Barbaren betrachten!“ Mit solchen Einwendungen konte er sich dem Gehorsam entziehen. Aber Gott hatte geredet. Dies wuste Abraham. Und so bald er dies sicher wuste, so war Wissen und Gehorchen augenblicklich verbunden. {vers 2. 3.} Nimm deinen Sohn, den Einzigen, deinen Liebling, den Isaak und gehe hin, opfere ihn zum Brand-Opfer. Und Abraham – stand frühe auf und zog hin. – Er gehorcht, ohne vorher sein Herz, gegen irgend einen Freund hierüber ausschütten zu dürfen. Gerade seinen Vertrauten, denen, die seinem Herzen die wichtigsten waren, deren Zuspruch bei ihm das meiste galt, dem Isaak und der Sara, muste er die Sache am meisten verbergen. – Die Vollziehung ward drei ganze Tage verschoben. Wä|c431|rend dieser Zeit hatte er, verlassen von allen Freunden, gleichsam verwaiset, den geliebten Gegenstand immer vor Augen. Gott! Was muß da in dieser fürchterlichen Zeit, bei Tag, und bei Nacht das Vaterherz gelitten haben! Welche herzzerreissende Anblicke! Welche peinliche Kämpfe! Sein Sohn. Sein Einziger. Sein Liebling. Sein Isaak. Der Altar. Das Holz. Das Opfermesser. Die aufgehabene Vaterhand um – – Und dann, jener Gang, desgleichen nie ein Mensch gegangen! Zweimahl sagt Moses, v. 6. und 8. So giengen sie beide mit einander! Isaak folgt so willig, so zuversichtlich an den schrecklichen Ort. Der Vater geht voran mit dem Opfermesser. Isaak folgt, das Holz auf dem Rükken das ihn verbrennen soll. Mein Vater! ruft er. Wo ist denn, das Lamm zum Opfer! – Nach diesem allen was muß es den Abraham gekostet haben, den Sohn zu – Denn was kostet es uns nicht, dieses nur zu lesen!
A b e r unser Schmerz wird reichlich belohnt; durch die wichtigen Lehren und grossen Kräfte, welche schon so viele tausend Menschen, daraus geschöpfet, und wir noch immer schöpfen; und bis ans Ende der Welt, Menschen schöpfen werden. – Nicht nach Trieben, wenn gleich den unschuldigsten, den besten, müssen wir handeln; sondern immer nach Grundsäzen. Und diese Grundsäze sind die Lehren und Gebote Gottes. – Ehrfurchtsvolle, dankbahre Liebe zu Gott, erleuchtet und geleitet durch jene Grundsäze, das muß die Quelle und Regel aller unsrer Begierden und Handlungen seyn. – Insbesondere aber, wie deutlich |c432| belehret, und wie kräftig erwecket uns dieses Beispiel; Gott auch da zu gehorchen, wo es uns die peinlichsten Ueberwindungen kostet. Gott fordert vielleicht in diesem angefangenen Jahre, das beste von uns das wir auf der Welt haben. Unser Amt. Unser Ansehen. Unser Kind. Unsern Ehegatten der mit uns Ein Herz und Eine Seele ist. Wie wird da unser Herz bluten! Wie wird da ein herznagender Graam uns abzehren! Wie viele tausend heisse Thränen wird uns das kosten. – Aber was ist das alles gegen jenes Opfer? Und doch gehorcht Abraham. Gott will es: die Ewige, die Allweise, die Unermesliche Liebe! Das ist ihm genug. Ihm, der bei weitem nicht so viel von Gottes Eigenschaften, Seiner Vorsehung, dem Leben nach dem Tode, Seinem Eingebohrnen Sohn den Er für die Welt gab, wuste! – So reize, so stärke uns das Beispiel Abrahams zu der Seelen-Grösse, wo wir schlechterdings keinen andern Willen haben als den Willen Gottes! Es lehre uns denn auch, daß Gott, selbst in den äussersten, ganz unabsehlichen Verlegenheiten und Verwickelungen, alles wohl endiget. Wir seufzen unter einer langwierigen Krankheit. Die menschliche Hülfe ist aus. Entblößt von zeitlichem Vermögen und ungeschickt zu unsren Geschäften fangen wir schon an Mangel zu leiden. Und in der Zukunft, da sehen wir, Uns auf dem Krankenlager Jahrelang seufzen, in die äusserste Dürftigkeit versezt, für alle Geschäfte unvermögend, unsre zahlreiche Familie schlecht bekleidet und von Noth abgezehrt. Gott! Wo hier Ausgang in diesem La|c433|byrinth! Wo hier nur ein Strahl von Licht, in dieser Finsterniß! Getrost, Getrost Brüder! Schon war die Vaterhand Abrahams aufgehaben. Hier sahe ein menschliches Auge nichts, schlechterdings nichts als den lezten Streich, der Sohn und Vater hingerichtet hätte. Und nun gerade, war auch schon die Vaterhand im Himmel aufgehaben, um Sohn und Vater zu retten. Ihr, unsre leidende Mitbrüder! Macht nur Gott euch zum Freunde! Sodenn seyd versichert. D a s Auge, {Psalm 139, 11. 12.} dem auch die Finsterniß der Mitternacht Glanz des Mittages ist, wacht für euch. D i e Hand, welche das Ruder der Welt lenkt, ist stets Ueber euch aufgehaben, um euch zu retten, euch zu beglücken! A b e r unser Schmerz wird reichlich belohnt; durch die wichtigen Lehren und grossen Kräfte, welche schon so viele tausend Menschen, daraus geschöpfet, und wir noch immer schöpfen; und bis ans Ende der Welt, Menschen schöpfen werden. – Nicht nach Trieben, wenn gleich den unschuldigsten, den besten, müssen wir handeln; sondern immer nach Grundsäzen. Und diese Grundsäze sind die Lehren und Gebote Gottes. – Ehrfurchtsvolle, dankbahre Liebe zu Gott, erleuchtet und geleitet durch jene Grundsäze, das muß die Quelle und Regel aller unsrer Begierden und Handlungen seyn. – Insbesondere aber, wie deutlich |c432| belehret, und wie kräftig erwecket uns dieses Beispiel; Gott auch da zu gehorchen, wo es uns die peinlichsten Ueberwindungen kostet. Gott fordert vielleicht in diesem angefangenen Jahre, das beste von uns das wir auf der Welt haben. Unser Amt. Unser Ansehen. Unser Kind. Unsern Ehegatten der mit uns Ein Herz und Eine Seele ist. Wie wird da unser Herz bluten! Wie wird da ein herznagender Graam uns abzehren! Wie viele tausend heisse Thränen wird uns das kosten. – Aber was ist das alles gegen jenes Opfer? Und doch gehorcht Abraham. Gott will es: die Ewige, die Allweise, die Unermesliche Liebe! Das ist ihm genug. Ihm, der bei weitem nicht so viel von Gottes Eigenschaften, Seiner Vorsehung, dem Leben nach dem Tode, Seinem Eingebohrnen Sohn den Er für die Welt gab, wuste! – So reize, so stärke uns das Beispiel Abrahams zu der Seelen-Grösse, wo wir schlechterdings keinen andern Willen haben als den Willen Gottes! Es lehre uns denn auch, daß Gott, selbst in den äussersten, ganz unabsehlichen Verlegenheiten und Verwickelungen, alles wohl endiget. Wir seufzen unter einer langwierigen Krankheit. Die menschliche Hülfe ist aus. Entblößt von zeitlichem Vermögen und ungeschickt zu unsren Geschäften fangen wir schon an Mangel zu leiden. Und in der Zukunft, da sehen wir, Uns auf dem Krankenlager Jahrelang seufzen, in die äusserste Dürftigkeit versezt, für alle Geschäfte unvermögend, unsre zahlreiche Familie schlecht bekleidet und von Noth abgezehrt. Gott! Wo hier Ausgang in diesem La|c433|byrinth! Wo hier nur ein Strahl von Licht, in dieser Finsterniß! Getrost, Getrost Brüder! Schon war die Vaterhand Abrahams aufgehaben. Hier sahe ein menschliches Auge nichts, schlechterdings nichts als den lezten Streich, der Sohn und Vater hingerichtet hätte. Und nun gerade, war auch schon die Vaterhand im Himmel aufgehaben, um Sohn und Vater zu retten. Ihr, unsre leidende Mitbrüder! Macht nur Gott euch zum Freunde! Sodenn seyd versichert. D a s Auge, {Psalm 139, 11. 12.} dem auch die Finsterniß der Mitternacht Glanz des Mittages ist, wacht für euch. D i e Hand, welche das Ruder der Welt lenkt, ist stets Ueber euch aufgehaben, um euch zu retten, euch zu beglücken!
D e n Abraham rettete Gott durch ein Wunder: und Wunder thut E r freilich jezt nicht mehr. Aber Wunder sind es auch gerade nicht; sondern die kleinsten, geringsten Begebenheiten, die unansehnlichsten Werkzeuge sind es gemeiniglich, wodurch E r, der A l l g e w a l t i g e die grösten Errettungen stiftet, die erstaunlichsten Dinge ausrichtet. E r , der dem N i c h t s gebeut, daß es sey! Römer 4, 17. – Archimedes sagte, „Gieb mir einen Plaz, wo ich stehen kan, so will ich die ganze Erdkugel bewegen!“ Und der Sache Kundige wissen, daß dieses durch die simpelste Maschine geschehen kan. So verrichtet Gott in der Körper-Welt, durch die kleinsten Dinge die grösten Wirkungen. Sehet da Seine Art zu verfahren! Was wir Sterbliche in unsrer Sprache, Ohngefär, und Kleinigkeit nennen: das ist in der Himmels-Sprache, Ewiger |c434| Plan, und das Triebrad der grösten Begebenheiten!D e n Abraham rettete Gott durch ein Wunder: und Wunder thut E r freilich jezt nicht mehr. Aber Wunder sind es auch gerade nicht; sondern die kleinsten, geringsten Begebenheiten, die unansehnlichsten Werkzeuge sind es gemeiniglich, wodurch E r, der A l l g e w a l t i g e die grösten Errettungen stiftet, die erstaunlichsten Dinge ausrichtet. E r , der dem N i c h t s gebeut, daß es sey! Römer 4, 17. – Archimedes sagte, „Gieb mir einen Plaz, wo ich stehen kan, so will ich die ganze Erdkugel bewegen!“ Und der Sache Kundige wissen, daß dieses durch die simpelste Maschine geschehen kan. So verrichtet Gott in der Körper-Welt, durch die kleinsten Dinge die grösten Wirkungen. Sehet da Seine Art zu verfahren! Was wir Sterbliche in unsrer Sprache, Ohngefär, und Kleinigkeit nennen: das ist in der Himmels-Sprache, Ewiger |c434| Plan, und das Triebrad der grösten Begebenheiten!
A n dieser Geschichte lernen wir auch, was ein E i n z i g e s Gutes Beispiel kan! Schon seit mehr als dreitausend Jahren, lehret, tröstet, erquicket, stärket dieses Beispiel die Menschen. So viele Millionen Menschen! Und ganz unzälich sind die Vortheile welche sie davon erlanget. Und eben das wird nun noch bis ans Ende der Welt geschehen. Es ist, als wenn Abraham, von Jahr zu Jahr, von Jahrhundert zu Jahrhundert unter den Menschen wandelte, sie zu lehren, zu trösten, auf alle Weise zu beglükken! Sehet das vermag ein Einziges Gutes Beispiel! Schweigt gleich die Geschichte von unsrer That: darum ist sie nicht verlohren. Wir helfen mit einem Herzen voll von Gottes- und Menschen-Liebe, einem Armen zu Brod, und zu besserer Religions-Kentniß, und füren ihn auf den Weg der Tugend. Er wird Ehemann; und Vater einer Familie von sechs Kindern. Auf diese pflanzt er, oder vielmehr wir durch ihn, Kentniß der Religion, Tugend und Glück fort. Jedes von diesen Sechs, übergiebt das alles wiederum seiner Familie. Diese eben also der ihrigen. Und so – verewiget sich unsre gute That. Noch nach Jahrhunderten leben wir auf der Erde, und {Hebr. 11, 4.} reden, und beglücken durch sie unsre Nachkommen.A n dieser Geschichte lernen wir auch, was ein E i n z i g e s Gutes Beispiel kan! Schon seit mehr als dreitausend Jahren, lehret, tröstet, erquicket, stärket dieses Beispiel die Menschen. So viele Millionen Menschen! Und ganz unzälich sind die Vortheile welche sie davon erlanget. Und eben das wird nun noch bis ans Ende der Welt geschehen. Es ist, als wenn Abraham, von Jahr zu Jahr, von Jahrhundert zu Jahrhundert unter den Menschen wandelte, sie zu lehren, zu trösten, auf alle Weise zu beglükken! Sehet das vermag ein Einziges Gutes Beispiel! Schweigt gleich die Geschichte von unsrer That: darum ist sie nicht verlohren. Wir helfen mit einem Herzen voll von Gottes- und Menschen-Liebe, einem Armen zu Brod, und zu besserer Religions-Kentniß, und füren ihn auf den Weg der Tugend. Er wird Ehemann; und Vater einer Familie von sechs Kindern. Auf diese pflanzt er, oder vielmehr wir durch ihn, Kentniß der Religion, Tugend und Glück fort. Jedes von diesen Sechs, übergiebt das alles wiederum seiner Familie. Diese eben also der ihrigen. Und so – verewiget sich unsre gute That. Noch nach Jahrhunderten leben wir auf der Erde, und {Hebr. 11, 4.} reden, und beglücken durch sie unsre Nachkommen.
A u f diese zwei allergrösten Beispiele des Gehorsams gegen Gott, lasset uns gleich am |c435| Anfange des jezigen Jahres unsre Augen heften. Mit den grossen Lehren und Entschliessungen, die sie uns einflössen, bewaffnet, lasset uns das Jahr anfangen, und so lange fortsezen, als es D e r will durch den wir leben und sterben. – So werden auch wir in jedem Augenblick desselben, jene Stimme Gottes hören, {1 Buch Mose 22, 16. 17.} weil du das gethan, so will ich dich sehr seegnen! – So wird es am Ende unsrer Laufbahn, wenn wir also wie unser Herr und Heiland Jesus Christus, dessen göttlichem Verdienst wir alles zu danken haben, wenn wir wie Er, bis zum Tode gehorsam gewesen, so wird es auch von uns, wie von Ihm heissen, – darum hat ihn auch Gott erhöhet. Und hier schlägt mein Herz für euch alle, Zuhörer und meine Leser! Tausend inbrünstige Wünsche steigen aus demselben gen Himmel, daß doch jenes alles an Euch, und mir erfüllet; reichlich erfüllet; überschwenglich erfüllet werde! Amen! Amen!A u f diese zwei allergrösten Beispiele des Gehorsams gegen Gott, lasset uns gleich am |c435| Anfange des jezigen Jahres unsre Augen heften. Mit den grossen Lehren und Entschliessungen, die sie uns einflössen, bewaffnet, lasset uns das Jahr anfangen, und so lange fortsezen, als es D e r will durch den wir leben und sterben. – So werden auch wir in jedem Augenblick desselben, jene Stimme Gottes hören, {1 Buch Mose 22, 16. 17.} weil du das gethan, so will ich dich sehr seegnen! – So wird es am Ende unsrer Laufbahn, wenn wir also wie unser Herr und Heiland Jesus Christus, dessen göttlichem Verdienst wir alles zu danken haben, wenn wir wie Er, bis zum Tode gehorsam gewesen, so wird es auch von uns, wie von Ihm heissen, – darum hat ihn auch Gott erhöhet. Und hier schlägt mein Herz für euch alle, Zuhörer und meine Leser! Tausend inbrünstige Wünsche steigen aus demselben gen Himmel, daß doch jenes alles an Euch, und mir erfüllet; reichlich erfüllet; überschwenglich erfüllet werde! Amen! Amen!