<div type="section-group" id="less_15_SonTr">
  <app>
    <lem><div type="section" id="less_section_15">
        <head type="main"><pb edRef="#a" n="205" type="sp" id="less_205"/>
          <pb edRef="#b" n="195"/>
          <pb edRef="#c" n="210"/>
          <choice>
            <orig>Evangelium am 15 Sontage nach Trinitatis.</orig>
            <supplied reason="toc-title">Evangelium am 15. Sonntag nach
                                        Trinitatis (Mt 6,19–34)</supplied>
            <supplied reason="column-title">15. Sonntag nach Trinitatis (Mt
                                        6,19–34)</supplied>
          </choice></head>
        <head type="sub"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:19" to="Mt:6:34"><hi>Matthäi</hi> 6, <app>
                <lem/>
                <rdg type="pt" wit="#c"><choice>
                    <abbr>v.</abbr>
                    <expan>Vers</expan>
                  </choice></rdg>
              </app> 19–<hi>Ende</hi>.</citedRange></bibl></head>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Gottes</hi></hi> Gnade und die Tugend für
                                sein einziges Glück <app>
            <lem>achten. Vor</lem>
            <rdg type="pp" wit="#b #c">achten; vor</rdg>
          </app> allen Dingen mit der <hi>Wahrheit</hi>
          <app>
            <lem>des</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>der</sic>
                <corr type="editorial">des</corr>
              </choice></rdg>
          </app> Christenthums seinen Verstand, und mit der <hi>Tugend</hi>
                                desselben sein Herz <app>
            <lem>zieren. Und</lem>
            <rdg type="pp" wit="#b #c">zieren; und</rdg>
          </app> sodenn alles Irrdische, mit ganz uneingeschränkter Zuversicht
                                dem <app>
            <lem>Allmächtigen überlassen:</lem>
            <rdg type="pp" wit="#b">allmächtigen überlassen;</rdg>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Allmachtigen</hi> überlassen;</rdg>
          </app> belehret durch das Christenthum und versichert durch die
                                Früchte des Glaubens, daß <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> ein <hi>Vater</hi>, ein Allwissender, Allmächtiger und <app>
            <lem>Unendlich</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">unendlich</rdg>
          </app> Gütiger Vater jedes <app>
            <lem>Tugendhaften</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>Tugenhaften</sic>
                <corr type="editorial">Tugendhaften</corr>
              </choice></rdg>
          </app>
          <app>
            <lem>ist. – Dies</lem>
            <rdg type="pp" wit="#b #c">ist: – dies</rdg>
          </app> ist das einzige Mittel, uns von allen den <app>
            <lem><hi>sclavischen</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>sklavischen</hi></rdg>
          </app>
          <hi>Sorgen</hi>
          <app>
            <lem><hi>für</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c">für</rdg>
          </app> das Zeitliche, die uns so sehr beschimpfen und quälen, zu
                                befreien. Das Mittel, <hi>alle</hi> Unruhe und Schwermuth zu
                                verbannen, und an deren Stelle, Ruhe, Heiterkeit, Freude in die
                                Seele zu leiten. Dies ist wahre Philosophie! Die ächte Kunst stets
                                froh zu seyn!</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Was</hi></hi> ist das <hi>höchste Gut</hi>,
                                das einzige wahre Glück des Menschen? Eine Frage, von der das ganze
                                Glück unsers Lebens abhängt, welche die sich selbst überlassene
                                Vernunft verwirret und noch im<pb n="206" edRef="#a"/>merfort das
                                menschliche Leben vergället: wie einleuchtend, richtig und kräftig
                                beantwortet sie unser <app>
            <lem>Heiland</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Heiland</hi></rdg>
          </app> in wenigen <app>
            <lem>Zeilen?</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Zeilen!</rdg>
          </app><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:19"><app>
                  <lem>vers 19</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 19.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi>Ihr sollt euch nicht</hi>
          <app>
            <lem><hi>Schäze</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b"><hi>Schätze</hi></rdg>
          </app>
          <hi>sammlen auf Erden</hi>; <app>
            <lem>genauer „Samlet</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">genauer, „Sammlet</rdg>
          </app> nicht eure Schäze, auf der Erde.“ <pb n="196" edRef="#b"/>
          <pb n="211" edRef="#c"/>
          <app>
            <lem>Haltet</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">„Haltet</rdg>
            <!-- SF: Anführungsstriche in #c? -->
          </app> nicht die Güter der Erde für euer höchstes Gut, euren Schaz,
                                euer <app>
            <lem>Kleinod. Samlen</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">Kleinod.“ Sammlen</rdg>
          </app> kan und mag der Christ auch irrdische Schäze. Aber nur keinen
                                derselben, auch die Schäze der ganzen Welt nicht, für <hi>seinen
                                    Schaz</hi>, sein Glück achten. Denn, – sie alle sind
                                    <hi>nichtig,</hi>
          <app>
            <lem><hi>vergänglich</hi>.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>vergänglich</hi></rdg>
          </app><hi>wo die Motten und der Rost sie fressen, und die Diebe
                                    einbrechen und sie stehlen</hi>. – <index indexName="subjects-index">
            <term>unsterblich</term>
          </index><hi>Unsterbliche</hi>
          <app>
            <lem>Seelen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seelen</hi></rdg>
          </app>! Welch ein dürftiges, jämmerliches Glück für euch, was
                                niemahls, keinen einzigen <app>
            <lem>Augenblick</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>Angenblick</sic>
                <corr type="editorial">Augenblick</corr>
              </choice></rdg>
          </app>, in eurer Gewalt stehet! Was tausend und aber tausend Zufälle
                                euch wider euren Willen rauben können! – Menschen, <hi>Herren</hi>
                                der Welt! Welch ein <hi>schimpfliches</hi> Glück für euch, was euch
                                zu <index indexName="subjects-index">
            <term>Sklaven</term>
          </index><app>
            <lem>Sclaven</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Sklaven</rdg>
          </app> der <index indexName="subjects-index">
            <term>Sterblicher</term>
          </index>Sterblichen, der <app>
            <lem>Würmer,</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Würmer</rdg>
          </app> und des Staubes macht! Ein Glück, das euch die Würmer
                                zernagen, der Rost zerfressen, und die Diebe stehlen können!</p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:20"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app>
                <app>
                  <lem>20.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">20</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Samlet</hi> aber eure Schäze</hi>
          <app>
            <lem><hi><hi rend="spaced-out">im</hi></hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>im</hi></rdg>
          </app>
          <app>
            <lem><hi><hi rend="spaced-out">Himmel</hi>,</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b"><hi><hi rend="spaced-out">Himmel</hi></hi></rdg>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi><hi rend="spaced-out">Himmel</hi></hi><choice>
                <abbr>d. h.</abbr>
                <expan>das heißt</expan>
              </choice></rdg>
          </app> Schäze die im Himmel aufbewahret <app>
            <lem>werden; –</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">werden;“ – <hi>die</hi></rdg>
          </app>
          <pb n="207" edRef="#a"/>
          <hi>Thaten ächter Tugend;</hi> und <app>
            <lem/>
            <rdg type="pt" wit="#c">den</rdg>
          </app> damit <app>
            <lem>verbundener</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">verbundenen</rdg>
          </app>
          <hi>Beifall Gottes</hi>
          <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:33"><hi>vers</hi> 33.</citedRange></bibl>
          <bibl type="biblical-reference"><citedRange from="1Tim:6:17" to="1Tim:6:19">1 <hi>Timoth.</hi> 6,
                                    17–19</citedRange></bibl>. – <hi>Wo sie weder Motten noch Rost
                                    verzehren, und wo die Diebe nicht einbrechen und sie
                                    stehlen.</hi>
          <app>
            <lem>Schäze,</lem>
            <rdg type="v" wit="#b">Schäze</rdg>
            <rdg type="v" wit="#c">„Schäze</rdg>
          </app> die keiner endlichen Macht unterworfen sind; die euch kein
                                Feuer verbrennen, kein Ocean wegschwemmen, kein Erdbeben
                                verschlingen, kein <app>
            <lem>Orcan</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Orkan</rdg>
          </app> entreissen, kein Wetterstrahl zerschmettern, keine Zeit
                                zernichten, kein König und <app>
            <lem>Kaiser,</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">Kaiser</rdg>
          </app> und alle Monarchen zusammen, und alle <app>
            <lem>Kräfte</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>Krafte</sic>
                <!-- oder nur Variante für #b? -->
                <corr type="editorial">Kräfte</corr>
              </choice></rdg>
          </app> der Erde; die euch die ganze vereinigte Macht und List der
                                Welt nicht neh<pb n="197" edRef="#b"/><pb n="212" edRef="#c"/>men
                                kan! Schäze, die unter <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> Schuz immer in eurer Gewalt bleiben! Die euch selbst der
                                    <index indexName="subjects-index">
            <term>Tod</term>
          </index>Todt nicht raubet! Die euch in die Ewigkeit folgen, und
                                durch alle Ewigkeiten begleiten und <app>
            <lem>beglücken!</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">beglücken!“</rdg>
          </app><app>
            <lem>Mensch, Herr der Welt! <index indexName="subjects-index">
                <term>Geist, unsterblicher</term>
              </index>Unsterblicher Geist!</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Mensch, Herr der Welt! Unsterblicher
                                            Geist!</hi></rdg>
          </app> Siehe da die einzigen Schäze die deiner werth sind! Die
                                Lehre, o grabe sie mit Flammen-Schrift in die Seele, wovon es
                                abhängt, ob du – ein Weiser oder ein Thor, Glücklich oder Elend
                                bist! – <hi>Denn</hi>,</p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:21" to="Mt:6:23"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app> 21–23.</citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Wo</hi> euer Schaz ist, da ist auch euer
                                    Herz.</hi><hi><hi rend="spaced-out">Was</hi></hi> ihr für
                                    <hi>euren Schaz</hi>, euer Glück achtet, dahin werden auch eure
                                vornehmsten Wünsche und <pb n="208" edRef="#a"/> Bestrebungen
                                gehen.“ Was das <hi>Auge</hi> für den <hi>Leib</hi> ist, das sind
                                die <hi>Urtheile über unser</hi>
          <app>
            <lem><hi>Glück</hi>,</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c"><hi>Glück</hi></rdg>
          </app> für die <hi>Seele</hi>. <hi>Das Auge ist des Leibes Licht.
                                    Wenn nun dein Auge einfältig</hi>, (richtiger übersezt, Gesund)
                                    <hi>ist, so wird dein ganzer Leib helle</hi>
          <app>
            <lem><hi>seyn</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>sein</hi></rdg>
          </app><hi>. Ist aber dein Auge ein Schalk,</hi> (krank) <hi>so wird
                                    dein ganzer Leib finster</hi>
          <app>
            <lem><hi>seyn</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>sein</hi></rdg>
          </app><hi>. Wenn demnach das Licht in dir</hi>, (deine Vernunft)
                                    <hi>Finsterniß ist;</hi> (mit Unwissenheit und Irrtümern
                                angefüllt ist) <hi>wie groß wird denn deine Finsterniß seyn?</hi>
          <app>
            <lem>(so</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">(„so</rdg>
          </app> werden alle deine Urtheile und Handlungen, verkehrt und
                                verderblich <app>
            <lem>seyn.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">seyn.“</rdg>
          </app>) Welch ein schreckliches Elend, – blind <app>
            <lem>seyn.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">seyn!</rdg>
          </app> Aber noch weit, weit schrecklicher ist das Elend, Unwissend
                                oder Irrend in Absicht des höchsten Guts seyn!</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Also</hi></hi>, nicht die Irrdischen Güter,
                                sondern lediglich die Himmlischen, <hi>Gottes Gnade und</hi>
          <pb n="198" edRef="#b"/>
          <pb n="213" edRef="#c"/>
          <hi>Seeligkeit im Himmel</hi>, und den an allen Tugenden reichen
                                Glauben welcher uns dazu füret, für unser <hi>höchstes Gut</hi>,
                                unser ganzes und allerhöchstes Glück achten; hierauf unsre
                                    <hi>vornehmsten</hi> Wünsche und <hi>eifrigsten</hi>
                                Bestrebungen richten: dies ist der <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Kol:3:1" to="Kol:3:2"><app>
                  <lem>Colosser</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">Colos.</rdg>
                  <rdg type="v" wit="#c">Kolos.</rdg>
                </app> 3, 1–2.</citedRange></bibl></seg>
          <hi>himmlische Sinn</hi> des Christen: Die Güter der Erde für
                                    <hi>ganz und gar</hi> nichts achten, sie schüchtern wegwerfen,
                                sie als Sünde fliehen: das ist nicht himmlischer-, sondern
                                    <hi>Mönchs-Sinn</hi>! Sie für <hi>Alles</hi>, für
                                    <hi>unentbehrlich</hi> zu seinem Glück, für sein <hi>wahres</hi>
          <app>
            <lem>Glück,</lem>
            <rdg type="v" wit="#b">Glück</rdg>
          </app> sein höchstes Gut achten: das ist <index indexName="subjects-index">
            <term>Sklavensinn</term>
          </index><app>
            <lem><hi>Sclaven-Sinn</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Sklaven-Sinn</hi></rdg>
          </app>! <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:19 Mt:6:20"><app>
                  <lem>vers <app>
                      <lem>19. 20</lem>
                      <rdg type="pp" wit="#b">19–20.</rdg>
                    </app></lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 19–20.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Die <hi>Irrdischen
                                    Güter</hi> bleiben uns keinen Augenblick sicher: die
                                    <hi>himmlischen</hi> dagegen kan uns <pb n="209" edRef="#a" id="less_209"/> keine Zeit, kein Zufall und Gewalt, kan uns <app>
            <lem>Erde</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">Erde,</rdg>
          </app> und <index indexName="subjects-index">
            <term>Hölle</term>
          </index>Hölle nicht rauben. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:21" to="Mt:6:23"><app>
                  <lem>vers <app>
                      <lem>21–23</lem>
                      <rdg type="v" wit="#b">21–23.</rdg>
                    </app></lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 21–23.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Die Anhänglichkeit an
                                den Irrdischen Gütern stürzet uns in viele schimpfliche und <app>
            <lem>allerunseeligste</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">allerunseligste</rdg>
          </app> Irrtümer und Sünden; denn es ist keine einzige Sünde die
                                nicht aus jener unvernünftigen Sinnlichkeit fliesset. Aber der <app>
            <lem>ächte himmlische Sinn</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>ächte Himmelsche-Sinn</hi></rdg>
          </app> leitet zu lauter – Grossen, Edlen,
                                ewig-ersprieslichen<!-- Trennung Fahne! --> Gesinnungen und
                                Handlungen.</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Auch</hi></hi> die Irrdischen Güter haben
                                ihren Werth. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="1Tim:4:1" to="1Tim:4:6">1 <app>
                  <lem>Timoth.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Tim.</rdg>
                </app> 4, <app>
                  <lem>1–6</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">1–6.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Sie sind Geschöpfe, und
                                Geschenke <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app>. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Lk:16:9"><app>
                  <lem>Luca<!-- SF oder vielleicht Ablativ?--></lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">Lucä</rdg>
                </app> 16, 9.</citedRange></bibl></seg> Sie sind <app>
            <lem>Mittel</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Mittel,</rdg>
          </app> uns die Freundschaft <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg wit="#c" type="v"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> und <app>
            <lem>seine</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seine</hi></rdg>
          </app> Seeligkeit zu verschaffen. Man <hi>kan</hi>; man
                                    <hi>soll</hi> daher auch diese begehren, suchen, besizen,
                                geniessen. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="1Tim:6:17" to="1Tim:6:19">1 <app>
                  <lem>Timoth.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Tim.</rdg>
                </app> 6, <app>
                  <lem>17–19.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">17–19</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Sie aber als
                                    <hi>Unentbehrlich</hi> zu unserm Glück, oder gar als unser Glück
                                selbst suchen, das kan mit dem Dienste <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> nicht bestehen. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:24"><app>
                  <lem>vers 24</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 24.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi>Niemand kan zweien</hi>
          <app>
            <lem><hi>Herren</hi></lem>
            <rdg wit="#c" type="typo-correction"><choice>
                <sic>Heeren</sic>
                <corr type="editorial">Herren</corr>
              </choice></rdg>
          </app><!-- SF? -->
          <hi>dienen</hi>, eigentlich, <pb n="199" edRef="#b"/>
          <pb n="214" edRef="#c"/>
          <app>
            <lem>als</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">„als</rdg>
          </app>
          <hi>Leibeigener</hi>, aus allen Kräften <app>
            <lem>dienen.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">dienen.“</rdg>
          </app> Denn die Leibeigenen gehören ihren Herren <app>
            <lem>ganz,</lem>
            <rdg wit="#b #c" type="v">ganz</rdg>
          </app> mit allem was sie sind und haben. <hi>Immer wird er den einen
                                    weniger, und den andern mehr lieben; dem einen anhängen und den
                                    andern</hi>
          <app>
            <lem><hi>vernachlässigen</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>vernachläßigen</hi></rdg>
          </app><hi>. Ihr könnet nicht Gott, und auch dem Reichthum, aus allen
                                    Kräften dienen.</hi>
          <app>
            <lem>Eines</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">„Eines</rdg>
          </app> Herren Dienst muß schlechterdings aufgegeben werden. Wollet
                                ihr dem Reichthum<!-- Trennung Fahne! -->, als <hi>Leibeigene</hi>,
                                aus allen euren Kräften dienen, so müsset ihr den Dienst <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> fahren lassen. – <hi>Darum</hi> ermahne ich euch, entsaget
                                jener <app>
            <lem>sclavischen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">sklavischen</rdg>
          </app> Anhänglichkeit an die Güter der Erde. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:25"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app>
                <app>
                  <lem>25.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">25</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <app>
            <lem><hi><hi rend="spaced-out">Darum</hi>,</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Darum,</hi></rdg>
          </app></p>
        <p><pb n="210" edRef="#a"/>
          <hi><hi rend="spaced-out">ermahne</hi> ich euch, Sorget nicht,</hi>
          <app>
            <lem>eigentlich</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">(eigentlich</rdg>
          </app>, sorget nicht <app>
            <lem><hi>ängstlich</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>ängstlich</hi>)</rdg>
          </app><hi>, für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet: auch
                                    nicht für euren</hi>
          <app>
            <lem><hi>Leib,</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Leib</hi></rdg>
          </app>
          <hi>womit ihr euch bekleiden werdet. Ist nicht das Leben mehr, als
                                    die Speise? Und der Leib mehr, als die Kleidung?</hi>
          <app>
            <lem>Der Gott</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">„Der <hi>Gott</hi></rdg>
          </app>, welcher uns diesen <hi>Leib</hi> und dieses Leben, ungleich
                                wichtigere Güter als Essen, Trinken und Kleidung, geschenket, der
                                müste ja nicht <hi>Weise</hi>; <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> müste auch nicht <hi>Gütig</hi>
          <app>
            <lem>seyn,</lem>
            <rdg wit="#c" type="v">seyn;</rdg>
          </app> sondern uns Leib und Leben zur Plage gegeben haben; wenn <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> uns bei treuem Gebrauch der Mittel, bei treuer Vollziehung
                                    <hi>aller</hi> unsrer Pflichten, die Mittel zu ihrer Erhaltung
                                versagen <app>
            <lem>wolte.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">wolte.“</rdg>
          </app></p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:26"><app>
                  <lem>vers 26</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 26.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Sehet</hi></hi> dort <hi>die Vögel, die in
                                    der</hi>
          <app>
            <lem><choice>
                <sic><hi>Luft.</hi></sic>
                <corr type="editorial"><hi>Luft</hi></corr>
              </choice></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b #c"><hi>Luft</hi></rdg>
          </app>
          <hi>umherfliegen! Sie säen nicht, sie ernten nicht und</hi>
          <app>
            <lem><hi>samlen</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>sammlen</hi></rdg>
          </app>
          <hi>nicht in Scheuren. Gleich</hi><pb n="200" edRef="#b"/><pb n="215" edRef="#c"/><hi>wohl ernäret sie euer Allmächtiger
                                    Vater. Seyd ihr denn nicht weit besser als sie?</hi>
          <app>
            <lem>Näret Gott</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">„Näret <hi>Gott</hi></rdg>
          </app> die <hi>unvernünftigen Thiere</hi>, deren <hi>Schöpfer</hi>
                                er nur ist: wie vielmehr wird <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> uns, Menschen, deren <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Hebr:12:9"><app>
                  <lem>Hebräer</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Hebr.</rdg>
                </app> 12, 9.</citedRange></bibl></seg>
          <hi>Vater</hi>
          <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> auch ist und zwar ein <hi>Allmächtiger</hi> Vater, bei
                                redlicher Ausübung aller unsrer Pflichten alles <app>
            <lem>geben</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">geben,</rdg>
          </app> was von irrdischen Gütern uns nötig <app>
            <lem>ist?</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">ist?“</rdg>
          </app></p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:27"><app>
                  <lem>vers 27</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 27.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Und</hi> wer unter euch kan durch alle
                                    seine ängstliche Sorgen seinem Lebens-Alter nur</hi>
          <app>
            <lem><hi>eine</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b"><hi>ein</hi></rdg>
          </app>
          <hi>Elle</hi>
          <app>
            <lem><hi>hinzusezen</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b"><hi>hinzusetzen</hi></rdg>
          </app><hi>?</hi> „Kein Mensch kan durch alle Sorgen, sein Leben auch
                                nur um das Geringste verlängern. <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> hat die Zahl unsrer <app>
            <lem>Lebens Tage <app>
                <lem>bestimt,</lem>
                <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                    <sic>bestimt“</sic>
                    <corr type="editorial">bestimt,</corr>
                  </choice></rdg>
              </app></lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">Lebens-Tage bestimmt,</rdg>
          </app> die wir zwar auf vielerlei Art <app>
            <lem>ver<pb n="211" edRef="#a"/>kürzen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">verkürzen,</rdg>
          </app> aber auf keine Weise verlängern können. Und eben dieser
                                Rathschluß seiner ewigen Macht und Weisheit hat auch schon die
                                zulängliche Nahrung für jeden Tag bestimt den wir in der Welt leben
                                sollen.“</p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:28" to="Mt:6:30"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app> 28–30.</citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Und</hi> warum sorget ihr ängstlich für
                                    die Kleidung?</hi>
          <app>
            <lem><hi>Betrachtet</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c"><hi>betrachtet</hi></rdg>
          </app>
          <hi>dort die Blumen im Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht,
                                    und spinnen nicht.</hi>
          <app>
            <lem><hi>Und</hi></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic><hi>Unch</hi></sic>
                <corr type="editorial"><hi>Und</hi></corr>
              </choice></rdg>
          </app>
          <hi>ich versichere euch; Selbst</hi>
          <index indexName="persons-index">
            <term>Salomo</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:3rp6m"><hi>Salomo</hi></persName><hi>,</hi>
                                (unter seiner Regierung blühete das Israelitische Reich am
                                stärksten; und die Juden, zu denen hier <index indexName="persons-index">
            <term>Christus, s. Jesus Christus</term>
            <term>Jesus Christus</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:255cd"><hi>Jesus</hi></persName> redet,
                                kanten keinen <app>
            <lem>glänzendern</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">glänzenderen</rdg>
          </app> Hoff-Staat.) <hi>selbst</hi>
          <index indexName="persons-index">
            <term>Salomo</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:3rp6m"><app>
              <lem><hi>Salomo</hi></lem>
              <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                  <sic><hi>Salamo</hi></sic>
                  <corr type="editorial"><hi>Salomo</hi></corr>
                </choice></rdg>
            </app></persName>
          <hi>in aller seiner Pracht war nicht bekleidet, wie eine einzige
                                    derselben.</hi> „Der <app>
            <lem>glänzendste</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">glänzendeste</rdg>
          </app> Hoff-Staat ist nicht so prächtig als ein Blumenbette.“ Keine
                                Kunst kan die Schönheit der Natur errei<pb n="201" edRef="#b"/><pb n="216" edRef="#c"/>chen. Ein Weiser des Alterthums hatte den
                                reichsten Monarchen in allem seinem Glanz auf dem Thron gesehen. Die
                                Hofleute fragten <app>
            <lem>ihn,</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">ihn:</rdg>
          </app> ob er je etwas <app>
            <lem> Schöneres <app>
                <lem>gesehen?</lem>
                <rdg type="v" wit="#b">gesehen;</rdg>
              </app></lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">schöneres gesehen habe?</rdg>
          </app> „Ja! antwortete er, die Häne, Pfauen, und Fasanen!“ – <hi>Da
                                    nun Gott das</hi>
          <app>
            <lem><hi>Graß</hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c"><hi>Gras</hi></rdg>
          </app>
          <hi>auf dem Felde, welches heute stehet und morgen schon in den
                                    Ofen</hi>
          <app>
            <lem><hi>geworfen</hi></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                <sic><hi>ge. worfen</hi></sic>
                <corr type="editorial"><hi>geworfen</hi></corr>
              </choice></rdg>
          </app>
          <hi>wird, so prächtig bekleidet, wie vielmehr euch, ihr
                                    Kleingläubige?</hi></p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:31"><app>
                  <lem>vers 31</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 31.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Nie</hi> sorget demnach ängstlich, was
                                    werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir</hi>
          <app>
            <lem><hi>uns</hi></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic><hi>urs</hi></sic>
                <corr type="editorial"><hi>uns</hi></corr>
              </choice></rdg>
          </app>
          <hi>bekleiden? Denn so ängstlich sorgen die Heiden.</hi>
          <app>
            <lem>Diese</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">„Diese</rdg>
          </app> kennen kein <index indexName="subjects-index">
            <term>Leben nach dem Tode</term>
          </index><hi>Leben nach dem Tode</hi>. Kein Wunder <pb n="212" edRef="#a"/> also, wenn sie ihr ganzes Glück im Ueberfluß der
                                Speisen, Getränke und andrer irrdischen Güter suchen. Sie wissen
                                nichts von der <hi>Vorsehung</hi>. Es ist also natürlich, daß jede
                                Noth und Bedrängniß im Zeitlichen, sie in <hi>ängstliche</hi>
                                Sorgen, <app>
            <lem>Verzweifelung</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Verzweifelung,</rdg>
          </app> und <app>
            <lem>sclavische</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">sklavische</rdg>
          </app> Schrecken stürzet. Für die irrdischen Güter so
                                    <hi>ängstlich</hi> sorgen, nach ihnen mit allen seinen Wünschen
                                und Kräften Rastlos streben, das ist – <app>
            <lem><hi>heidnisch</hi>.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>heidnisch</hi>.“</rdg>
          </app></p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:32" to="Mt:6:34"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app> 32–34.</citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Denn</hi>, euer Allmächtiger Vater weiß,
                                    daß ihr das alles bedürfet. Trachtet aber vor allen Dingen nach
                                    der Tugend die euch das Christenthum lehret.</hi> (Die
                                christliche Religion heisset in der Bibel, <hi>das Reich
                                Gottes</hi>, die Herrschaft <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> über die Seelen der Menschen durch Wahrheit und Tugend <bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Joh:18:36" to="Joh:18:38"><hi>Johannis</hi> 18,
                                    36–38</citedRange></bibl>. Das Wort, welches hier durch
                                    <hi>Ge</hi><pb n="202" edRef="#b"/><pb n="217" edRef="#c"/><hi>rechtigkeit</hi> übersezt worden, bedeutet auch den
                                Gehorsam gegen alle Gebothe <app>
            <lem>Gottes,</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Gottes</hi>, oder</rdg>
          </app> die <hi>Tugend</hi>, <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:5:20"><hi>Kapitel</hi> 5,
                                    20</citedRange></bibl>.) <hi>So wird das alles</hi>, was vom
                                Irrdischen zu eurem Wohl <app>
            <lem>nötig</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>nötig,</sic>
                <corr type="editorial">nötig</corr>
              </choice></rdg>
          </app><!-- Oder einfache Variante? --> ist, <hi>euch zufallen</hi>,
                                als eine Zugabe ertheilet werden. – <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> ist nach Belehrung des Christenthums, <hi>der Vater der
                                    Menschen</hi>. Nicht bloß <hi>Schöpfer und Erhalter</hi> wie bei
                                den Thieren. Sondern auch <hi>Vater</hi>, indem <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> uns mit einem unsterblichen, und durch <app>
            <lem>seinen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seinen</hi></rdg>
          </app> Sohn zu einer seeligen Ewigkeit erlöseten Geiste begabet. Ein
                                    <hi>Allmächtiger</hi>
          <app>
            <lem>Vater,</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Vater</rdg>
          </app> der alles beherrschet. Ein <hi>Allwissender</hi> Vater, der
                                sogar <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:10:30"><app>
                  <lem>Matth.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">Math.</rdg>
                </app> 10, <app>
                  <lem>30</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">30.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> jedes Haar auf unserm
                                Haupte gezälet. Ein <hi>Liebreicher</hi> Vater, der uns bei einem
                                durch Tugend wirksamen Glau<pb n="213" edRef="#a"/>ben alles
                                Irrdische das uns wirklich heilsam ist, als eine <hi>Zugabe</hi>
                                schenket. „Trachtet vor allen Dingen nach <hi>der Tugend</hi> die
                                euch das Christenthum lehret.“ <hi>Glaube an</hi>
          <index indexName="persons-index">
            <term>Christus, s. Jesus Christus</term>
            <term>Jesus Christus</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:255cd"><hi>Jesum</hi></persName> und
                                    <hi>Tugend</hi> sind so <app>
            <lem>unzertrenlich</lem>
            <rdg wit="#c" type="v">unzertrennlich</rdg>
          </app> verbunden, <seg type="margin"><choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Siehe</expan>
            </choice>
            <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>z. E.</abbr>
                  <expan>zum Exempel</expan>
                </choice>
                <app>
                  <lem>Johannis</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">Joh.</rdg>
                </app></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">z. E<supplied>.</supplied>
                                            Joh.</rdg>
            </app>
            <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Joh:3:16">3, <app>
                  <lem>16</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">16.</rdg>
                </app></citedRange></bibl> verglichen mit <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Röm:2:7">Römer 2,
                                            7.</citedRange></bibl></seg> daß die Bibel beides als
                                Einerlei ansiehet, und Glaube an statt Tugend, so wie Tugend an
                                statt Glaube sezet. – „<hi><hi rend="spaced-out">Sodenn</hi></hi>
                                wird euch das Irrdische, als eine Zugabe von <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> geschenket werden!“</p>
        <p><seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:34"><app>
                  <lem>vers 34</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 34.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">So</hi> sorget denn, nie ängstlich für den
                                    morgenden Tag. Denn der morgende Tag wird schon für sich selbst
                                    sorgen.</hi>
          <app>
            <lem>(wird</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">(„wird</rdg>
          </app> euch, ihr redlichen Freunde christlicher Tugend, das
                                mitbringen was euch nötig <app>
            <lem>ist</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">ist“</rdg>
          </app>) <hi>Ein jeder Tag hat Beschwerde genug.</hi> Warum wollet
                                ihr sie noch durch ängstliche Sorgen vermehren?</p>
        <p><pb n="203" edRef="#b"/>
          <pb n="218" edRef="#c"/>
          <hi><hi rend="spaced-out">Alles</hi> irrdische das zu eurem
                                    Glück</hi>
          <app>
            <lem><hi>gehöret</hi></lem>
            <rdg wit="#c" type="v"><hi>gehöret,</hi></rdg>
          </app>
          <hi>wird euch als eine Zugabe, von Gott geschenket werden. Der
                                    morgende Tag wird euch mitbringen was ihr bedürft.</hi> Diese
                                Zusagen gehören <app>
            <lem>bloß</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">blos</rdg>
          </app> für die <hi>redlich tugendhaften</hi>, für die welche vor
                                allen Dingen nach der Tugend streben die <app>
            <lem><choice>
                <sic>nns</sic>
                <corr type="editorial">uns</corr>
              </choice></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b #c">uns</rdg>
          </app> das Christenthum vorschreibt. <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:33"><app>
                <lem><hi>vers</hi></lem>
                <rdg type="v" wit="#c"><hi>Vers</hi></rdg>
              </app> 33.</citedRange></bibl> Nur diejenigen welche <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Röm:8:12" to="Röm:8:15">Römer 8, <app>
                  <lem>12–15</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">12–15.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi>ein göttlicher Geist treibet, welche nicht nach den sündlichen
                                    Begierden leben sondern nach den Vorschriften der Religion</hi>,
                                nur diese <hi>sind Gottes Kinder</hi>, haben Theil an <app>
            <lem>Seinen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seinen</hi></rdg>
          </app> Zusagen, <app>
            <lem>Seiner</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seiner</hi></rdg>
          </app> Vaterliebe. Kein <hi>ungebesserter, kein sicherer Sünder kan,
                                    und darf also Gott vertrauen</hi>. Was <app>
            <lem>kan</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">kann</rdg>
          </app> elender, entsezlicher seyn! <pb n="214" edRef="#a"/> Von
                                seinem <app>
            <lem>Schöpfer</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Schöpfer</hi></rdg>
          </app> darf er kein Glück hoffen! Geräth er in Verlegenheit; er darf
                                keinen Rath von seinem <app>
            <lem>Schöpfer</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Schöpfer</hi></rdg>
          </app> erwarten. Wird ihm Ueberfluß irrdischer Güter zu Theil; er
                                darf sie nicht als Beweise der Gunst seines <app>
            <lem>Schöpfers</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Schöpfers</hi></rdg>
          </app> ansehen. Ueberfällt ihn ein Leiden; kein Trost, keine Hülfe
                                für ihn <app>
            <lem>bei</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">bey</rdg>
          </app> seinem <app>
            <lem>Schöpfer</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Schöpfer</hi></rdg>
          </app>! Und der Todt – O daß er keinen von uns in solchem unseeligen
                                Zustande treffe!</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Ihr</hi> Freunde der Tugend</hi> aber,
                                sehet hier das <hi>Fundament</hi> eurer Ruhe und Freude. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:25"><app>
                  <lem>vers 25</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 25.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Gott</hi></hi>, euer Freund und Vater ist
                                es, der euch täglich an jedem Morgen euren Leib und Leben giebt.
                                Güter die weit wichtiger, als <app>
            <lem>Nahrung</lem>
            <rdg type="v" wit="#b">Narung</rdg>
          </app> und Kleidung; die für euch das Unterpfand sind daß er euch,
                                auch diese weit geringere geben wird! – <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:26"><app>
                  <lem>vers 26</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 26.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <app>
            <lem><hi><hi rend="spaced-out">Er</hi></hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> näret und beglücket so gar die unvernünftigen Thiere. – <pb n="204" edRef="#b"/>
          <pb n="219" edRef="#c"/>
          <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:6:27"><app>
                  <lem>vers 27</lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 27.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <app>
            <lem><hi><hi rend="spaced-out">Er</hi></hi></lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> hat jeden Tag, jeden <app>
            <lem>Augenblick</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                <sic>Angenblick</sic>
                <corr type="editorial">Augenblick</corr>
              </choice></rdg>
          </app> eures Lebens berechnet. Schon von Ewigkeit her hat <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> das Ziel eures Lebens bestimt; und eben dadurch auch die
                                Mittel es zu erhalten verordnet. – <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:28" to="Mt:6:30"><app>
                  <lem>vers</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">v.</rdg>
                </app> 28–30.</citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Selbst</hi></hi> die leblosen Dinge
                                kleidet <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> mit mehr als königlicher Pracht. Wozu anders; als für euch
                                die ihr diese Pracht bemerken, und darin <app>
            <lem>Ihn</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Ihn</hi></rdg>
          </app> den Schöpfer anbeten könnet? – <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Mt:6:31" to="Mt:6:33"><app>
                  <lem>vers <app>
                      <lem>31–33</lem>
                      <rdg wit="#b" type="v">31–33.</rdg>
                    </app></lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">v. 31–33.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <hi><hi rend="spaced-out">Er</hi></hi>, der Schöpfer und Regent
                                unsrer Welt, und der Millionen, Millionen <app>
            <lem>andern</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">anderer</rdg>
          </app> Welten, Er ist euer <hi>Vater</hi>. Ein
                                <hi>Allmächtiger</hi>! Ein <hi>Allweiser und Allwissender</hi>! Ein
                                    <hi>Allgütiger</hi>
          <app>
            <lem>Vater.</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Vater!</rdg>
          </app> – – Auf dieses <hi>Fundament</hi> lässet sich ein
                                    <hi>Vertrauen</hi>, eine Ruhe, Zufriedenheit, vernünftige
                                Sicherheit, und Heiterkeit bauen, welche nichts, die ganze Welt <pb n="215" edRef="#a"/> nicht, erschüttern kan. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Ps:46:2" to="Ps:46:4">Psalm 46, 2–4</citedRange></bibl></seg>
          <hi>Gott ist unsre Zuflucht. Darum fürchten wir uns nicht, wenn
                                    gleich – die Erde bebet, und der Ocean brauset, und die Berge
                                    ins Meer stürzen, und die Welt zertrümmert.</hi></p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">So</hi></hi> sey denn euer Vertrauen auf
                                Gott, unwandelbar, unbeweglich feste. Aber es sey auch ein
                                    <hi>ächtes</hi>, ein wirklich tugendhaftes, christliches
                                    <hi>Vertrauen</hi>. 1) <hi>Erleuchtet</hi> muß das Vertrauen
                                eines Christen seyn. Gebauet auf jenes Fundament; die vernünftige
                                Kentniß und Ueberzeugung von <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> Eigenschaften und Vorsehung. Sonst ist es Fül- und
                                Gedankenlosigkeit. 2) Ein <hi>Wohlgeordnetes</hi> Vertrauen. Nichts
                                mehr von <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> erwarten als <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> uns versprochen; und dieses nur unter der von <app>
            <lem>Ihm</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Ihm</hi></rdg>
          </app> gesezten Bedingung erwarten. Sonst ist es Hofnung des Thoren,
                                    <pb n="205" edRef="#b"/>
          <pb n="220" edRef="#c"/> nicht aber Vertrauen des Christen. 3) Ein
                                    <hi>Geschäftiges</hi> Vertrauen. Geschäftig in Ausrichtung
                                    <hi>jeder</hi> Pflicht, und im Gebrauch <hi>jedes</hi>
                                natürlichen oder geistlichen Mittels unser Unglück zu hindern und
                                unser Glück zu befördern. Denn diese Mittel kommen auch von <app>
            <lem>Gott. Alle</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Gott</hi>. <hi>Alle</hi></rdg>
          </app>
          <hi>unsre Sorgen auf Gott legen; aber dabei auch vorsichtig seyn und
                                    wachsam.</hi>
          <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="1Petr:5:7 1Petr:5:8">1 <hi>Petri</hi> 5, 7. 8.</citedRange></bibl>
          <hi>Vorsichtig handeln, als die Weisen, sich in die Zeit
                                    schicken</hi>, <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Eph:5:15 Eph:5:16"><hi>Epheser</hi> 5, 15.
                                        16</citedRange></bibl>; dies unterscheidet das ächte
                                christliche Vertrauen, von der Unbesonnenheit, Tollkünheit, und
                                Versuchung Gottes. Gleich <index indexName="persons-index">
            <term>Paulus</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:251kf"><hi>Paulo</hi></persName>. <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Apg:23:11" to="Apg:23:17"><app>
                  <lem>Apostelgeschichte</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Apost. Gesch.</rdg>
                </app> 23, <app>
                  <lem>11–17.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">11–17</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Als er zu
                                    <hi>Jerusalem</hi> gefangen sas, brachte man ihm die <app>
            <lem>Nachricht</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>Rachricht</sic>
                <corr type="editorial">Nachricht</corr>
              </choice></rdg>
          </app> daß die Juden eine Verschwörung gegen sein Leben ge<pb n="216" edRef="#a"/>macht. Selbst durch eine Offenbarung hatte
                                ihm <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> versprochen, sein Leben <app>
            <lem>zu</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>zn</sic>
                <corr type="editorial">zu</corr>
              </choice></rdg>
          </app> schüzen. Gleichwohl wartet er nicht <hi>träge</hi> auf diese
                                Hülfe; sondern braucht die Mittel der Klugheit welche ihm <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> anweiset. Er läßt dem <index indexName="subjects-index">
            <term>römischer Chiliarch</term>
          </index>römischen Chiliarchen jene Nachricht sagen. Und nun wird er
                                der Gefahr entrissen, die ihm sonst wahrscheinlich das Leben
                                gekostet hätte. – <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Apg:27:21" to="Apg:27:44"><app>
                  <lem>Apostelgesch.</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Apost. Gesch.</rdg>
                </app> 27, <app>
                  <lem>21–Ende</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b">21–Ende.</rdg>
                  <rdg type="pp" wit="#c">21. Ende.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> Auf seiner gefärlichen
                                See-Reise nach <hi>Rom</hi> erhielt er gleichfals eine Offenbarung <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app>, daß er mit allen die auf dem Schiff <app>
            <lem>waren</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">waren,</rdg>
          </app> solte erhalten werden. Dennoch ermahnet er seine Gefärten,
                                Speise zu sich zu nehmen; und dringet darauf daß sie alle auf dem
                                Schiffe bleiben und <hi>arbeiten</hi> musten. Ohne Zweifel war es <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> eben so leicht, sie auch ohne Speise, und ohne Arbeit zu
                                erhalten. Aber <app>
            <lem>Seine</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seine</hi></rdg>
          </app> Macht wird nie, wie die Macht der Sterblichen, von Einfällen,
                                Herrschsucht, Unverstand, oder <app>
            <lem>Kurzsich<pb n="206" edRef="#b"/><pb n="221" edRef="#c"/>tigkeit</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                <sic>Kurzsich<pb n="221" edRef="#c"/>ttigkeit</sic>
                <corr type="editorial">Kurzsich<pb n="221" edRef="#c"/>tigkeit</corr>
              </choice></rdg>
          </app>, sondern von der höchsten Weisheit geleitet. 4) Ein
                                    <hi>Demütiges</hi> Vertrauen. <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> nicht <hi>Zeit</hi> und <hi>Art</hi> vorschreiben, <app>
            <lem>wenn</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">wann</rdg>
          </app>? und wie? <app>
            <lem>er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> unser Glück befördern soll. In jeder frohen Begebenheit die <app>
            <lem>wohltätige</lem>
            <rdg type="v" wit="#b #c">wohlthätige</rdg>
          </app> Hand <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> erkennen und anbeten; stets eingedenk daß <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Jak:1:16 Jak:1:17"><app>
                  <lem>Jacobi <app>
                      <lem>1.</lem>
                      <rdg type="v" wit="#b">1,</rdg>
                    </app></lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">Jakobi 1,</rdg>
                </app> 16. 17.</citedRange></bibl></seg>
          <!-- Abweichende Lesart im Kommentar geklärt; richtige Lesart ausgezeichnet! -->
          <app>
            <lem>Er</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Er</hi></rdg>
          </app> der Vater <hi>alles</hi> Glücks, der Geber <hi>jedes</hi>
                                Guten ist. Und selbst die dunkelsten und bittersten Fürungen als
                                    <hi>gut</hi> und <app>
            <lem><hi>heilsam</hi></lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                <sic><hi>geilsam</hi></sic>
                <!-- SF? -->
                <corr type="editorial"><hi>heilsam</hi></corr>
              </choice></rdg>
          </app> verehren. Wie <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Hebr:11:8"><app>
                  <lem>Hebräer</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Hebr.</rdg>
                </app> 11, <app>
                  <lem>8</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">8.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg>
          <index indexName="persons-index">
            <term>Abraham</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:2z6sz"><hi>Abraham</hi></persName>, so bald <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> winkt, Eltern und Kinder und Ehegatten und Freunde verlassen,
                                und ausgehen, ohne zu wissen wohin? Versichert daß alle Weisheit der
                                Menschen und erhabensten Geister gegen <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> Weisheit, nur Thorheit ist. <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="1Kor:3:19 1Kor:3:20">1 <app>
                <lem><hi>Corinther</hi></lem>
                <rdg type="v" wit="#c"><hi>Korinther</hi></rdg>
              </app> 3, 19. 20.</citedRange></bibl> 5) Ein
                                    <hi>Unwandelbar-Festes</hi> Vertrauen. Kei<pb n="217" edRef="#a"/>ne Gefahr, keine anscheinende Unwahrscheinlichkeit oder
                                Unmöglichkeit, keinen noch so langen Verzug der Hülfe uns schrecken
                                lassen. Ihm vertrauen, <hi>als Gott</hi>: folglich auch bei dem
                                allerschmerzlichsten Leiden, da wo wir nichts als Finsterniß und
                                Abgründe vor uns sehen, dennoch feste versichert bleiben daß Er
                                alles mit uns wohl mache. So war das Vertrauen <index indexName="persons-index">
            <term>Abraham</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:2z6sz"><hi>Abrahams</hi></persName>
          <app>
            <lem>beschaffen,</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">beschaffen;</rdg>
          </app> und dies, merkt es wohl <hi>Christen</hi>! zu einer Zeit wo
                                die Kentnisse von <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> und Religion, nur Kinderkentnisse gegen die unsrigen waren.
                                In welche schreckliche Verwirrung stürzte ihn der Befehl <app>
            <lem>Gottes</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gottes</hi></rdg>
          </app> seinen Sohn, den geliebtesten, den einzigen zu <app>
            <lem>opfern,</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c">opfern; und</rdg>
          </app> mit eigener Hand zu opfern! Dies war ja gerade der Sohn durch
                                welchen ihm <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app> eine zahlreiche Nachkommenschaft versprochen! Muste ihn nicht
                                Welt und Nachwelt für einen Barbaren halten! Die Vorwürfe seines
                                    <index indexName="subjects-index">
            <term>sterbend</term>
          </index>sterbenden Sohnes, <pb n="207" edRef="#b"/>
          <pb n="222" edRef="#c"/> wie musten sie nicht sein Vater-Herz
                                zerreissen? Und der <index indexName="subjects-index">
            <term>Todeskummer</term>
          </index>Todeskummer seiner Freundin! Und das Beben, das Bluten
                                seines Vater-Herzens! War es möglich, daß ein Sterblicher auch hier
                                nicht wankte, auch hier <app>
            <lem>vertrauete</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                <sic>vertauete</sic>
                <!-- SF? -->
                <corr type="editorial">vertrauete</corr>
              </choice></rdg>
          </app>? Ja! <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange from="Hebr:11:17" to="Hebr:11:19"><app>
                  <lem>Hebräer</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">Hebr.</rdg>
                </app> 11, 17–19</citedRange></bibl>
            <choice>
              <abbr>vergl.</abbr>
              <expan>vergleiche</expan>
              <expan>verglichen</expan>
            </choice>
            <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Gen:22">1 <app>
                  <lem>Buch</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">B.</rdg>
                </app> Mose <app>
                  <lem>22</lem>
                  <rdg type="v" wit="#b #c">22.</rdg>
                </app></citedRange></bibl></seg> du siegtest Vater der
                                Gläubigen! O wir Männer in der Kentniß, wie sind wir gegen dich,
                                Kinder im <app>
            <lem>Heldenmuth</lem>
            <rdg type="typo-correction" wit="#b"><choice>
                <sic>Heldenmmuth</sic>
                <corr type="editorial">Heldenmuth</corr>
              </choice></rdg>
          </app>! im Vertrauen!</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Wären</hi></hi> wir stärker in dieser
                                Tugend: <hi>wie</hi> würden da, alle jene Aengstliche, Rastlose, <app>
            <lem>Sclavische</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Sklavische</rdg>
          </app> Sorgen für das Irrdische von uns weichen? Diese Sorgen die
                                unsern <app>
            <lem>Character</lem>
            <rdg type="v" wit="#c">Charakter</rdg>
          </app> so sehr verschlimmern; und unser Herz so sehr peinigen!
                                    <hi>Welche</hi> Ruhe und Heiterkeit würde da, aus dieser <pb n="218" edRef="#a"/> Tugend in unsre Seele, und hieraus in unser
                                ganzes Leben fliessen? <hi>Wie</hi> würden wir da, <hi>Herren</hi>
                                der Zukunft, der Welt, und der Ewigkeit seyn? Mit <index indexName="persons-index">
            <term>Paulus</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:251kf"><hi>Paulo</hi></persName> stets sagen
                                können, <seg type="margin"><bibl type="biblical-reference"><citedRange n="1Kor:3:22">1 <app>
                  <lem>Corinther <app>
                      <lem>1</lem>
                      <rdg type="v" wit="#b">3</rdg>
                    </app></lem>
                  <rdg type="pp" wit="#c">Kor. 3</rdg>
                </app>, 22.</citedRange></bibl></seg>
          <!-- Abweichende Lesart im Kommentar geklärt; richtige Lesart ausgezeichnet! -->
          <hi>Alles ist mein. Leben und Todt. Das Gegenwärtige und die
                                    Zukunft, alles ist Mein.</hi> Wie Groß, wie Glücklich ist die
                                Seele, die so denkt und handelt! Sehet hier die <hi>Früchte</hi> des
                                christlichen Vertrauens auf <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app>!</p>
        <p><hi><hi rend="spaced-out">Bemerkt</hi></hi> endlich, hier und im
                                    <bibl type="biblical-reference"><citedRange n="Mt:10"><hi>zehnten</hi> Kapitel Matthäi</citedRange></bibl>,
                                die <hi>Allerhabenste Lehre</hi>
          <index indexName="persons-index">
            <term>Christus, s. Jesus Christus</term>
            <term>Jesus Christus</term>
          </index>
          <persName ref="textgrid:255cd"><hi>Jesu</hi></persName>
          <hi>von der Vorsehung Gottes</hi>! Auch für das Essen, Trinken, und <app>
            <lem/>
            <rdg type="pt" wit="#c">die</rdg>
          </app> Kleidung jedes Menschen sorget <app>
            <lem>Gott</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Gott</hi></rdg>
          </app>. Auch für die Nahrung der Vögel. Auch für den Flor der
                                Blumen. Auch für jedes gemeinste Gräschen. Kein Sperling fällt ohne <app>
            <lem>Seinen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Seinen</hi></rdg>
          </app> Willen <index indexName="subjects-index">
            <term>tot</term>
          </index>todt zur Erde nieder. Jedes Haar <pb n="208" edRef="#b"/>
          <pb n="223" edRef="#c"/> auf der Menschen Haupt ist von <app>
            <lem>Ihm</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Ihm</hi></rdg>
          </app> gezälet. – Wie groß, <hi>Unendlich</hi> muß der
                                    <hi>Verstand</hi> seyn, der das Kleinste so wie das Gröste mit <app>
            <lem>Einem</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Einem</hi></rdg>
          </app> Blick übersiehet, bei dem so wenig etwas Ueber, als Unter
                                seiner Kentniß ist! Wie <hi>Unermeslich</hi> die <hi>Güte</hi>, aus
                                welcher so viele Millionen, Millionen Ströhme von Freude und Glück
                                jeden Augenblick fliessen! – Welch ein <hi>Herr</hi>, der mit
                                gleichem Auge alle Sonnen und die Haare auf der Menschen Häuptern
                                zälet, den Held sterben und den Sperling fallen, eine Blase des
                                spielenden Kindes bersten und eine Welt zertrümmern siehet! O
                                einziger würdiger Gegenstand unsrer Anbetung! <hi>Ewiger</hi> hilf
                                uns Schwachen, <app>
            <lem>dir</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Dir</hi></rdg>
          </app> so zu gehorchen als es <app>
            <lem>deine Majestät</lem>
            <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Deine Majestät</hi></rdg>
          </app> verdienet!</p>
      </div></lem>
    <rdg type="om" wit="#z"/>
  </app>
</div>