<div type="chapter" id="chapter_1_2">
  <head><pb edRef="#a" n="157"/>
    <pb edRef="#b" n="187"/>
    <pb edRef="#c" n="168"/>
    <choice>
      <orig><app>
          <lem>Zweyter</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Zweiter</rdg>
        </app> Abschnitt. <lb/><index indexName="subjects-index">
          <term>Philosophie</term>
        </index>Philosophie.</orig>
      <supplied reason="toc-title">Zweyter Abschnitt.
                                            <hi>Philosophie</hi></supplied>
      <supplied reason="column-title">I.2. Philosophie</supplied>
    </choice></head>
  <div type="section-group" id="section_1_166-177">
    <div n="166" type="section" id="section_1_166">
      <head>166.</head>
      <p>Man <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app> über <app>
          <lem>alles</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
        </app>
        <hi>philosophiren</hi>, wovon sich erkennen läßt, wie es mit etwas <app>
          <lem>anderm</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Anderm</rdg>
        </app> zusammenhängt (§. <ref target="#section_1_2">2.</ref>), es mag die
						Frage das <app>
          <lem><hi>woher?</hi></lem>
          <rdg wit="#a" type="v"><hi>woher</hi></rdg>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>Woher?</hi></rdg>
        </app> oder <app>
          <lem><hi>wozu?</hi></lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Wozu?</hi> mag</rdg>
        </app> Ursachen oder Mittel, Wirkungen oder Absichten, <app>
          <lem>betreffen; und in so fern</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">betreffen. Insofern</rdg>
        </app> eine Disciplin innerlich zusammenhängt, findet Philosophie <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> derselben <app>
          <lem>statt; es <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg type="v" wit="#a">kann</rdg>
            </app></lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">statt. Es kann</rdg>
        </app> eine Philosophie der Sprachen, der Geschichte, der Theologie und
						anderer Wissenschaften geben. Wenn aber <hi>Philosophie</hi> eine besondere
						Wissenschaft seyn <app>
          <lem>soll:</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">soll,</rdg>
        </app> so muß sie einen gewissen bestimmten <index indexName="subjects-index">
          <term>Gegenstand</term>
        </index>Gegenstand haben, wodurch sie sich von andern Wissenschaften
						unterscheidet; und eben darüber, oder vielmehr über die Gränzen, die man ihr
						stecken soll, <app>
          <lem>sind</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">waren</rdg>
        </app> die Meinungen <app>
          <lem>so sehr</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">von jeher</rdg>
        </app> getheilt.</p>
      <note place="end"><app type="structural-variance">
          <lem><list>
              <item><app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt"><seg id="var_1_166_note"><choice>
                        <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                        <expan>Anmerkung</expan>
                      </choice> Man <choice>
                        <abbr>vergl.</abbr>
                        <expan>vergleiche</expan>
                      </choice></seg></rdg>
                </app>
                <seg id="var_1_166_item1"><milestone type="structure" edRef="#c" unit="line"/><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_166_1"/><index indexName="classics-index">
                    <term><persName>Sextus Empiricus</persName></term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:25drr">Sextus
												Empiricus</persName></hi> im 7ten Buch wider die <app>
                    <lem>Logiker,</lem>
                    <rdg type="v" wit="#a">Logiker</rdg>
                  </app> oder im ersten Buch <foreign lang="grc">περι
												φιλοσοφιας</foreign>, gleich im Anfang.</seg></item>
              <app>
                <lem><seg type="item"><index indexName="persons-index">
                      <term>Baumgarten, Alexander Gottlieb</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253rx">Alex.
												Gottl. Baumgarten</persName></hi> Philosophia
												generalis, Halae 1770.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253s0"/> 8.</seg></lem>
                <rdg wit="#c" type="om"/>
              </app>
              <item><seg id="var_1_166_item2"><index indexName="persons-index">
                    <term>Eberhard, Johann August</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2sgtf">J. A.
												Eberhard</persName></hi> von dem Begriffe der
											Philosophie und ihren Theilen, Berlin 1778.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253rw"/>
                  <choice>
                    <abbr>gr.</abbr>
                    <expan>groß</expan>
                  </choice> 8.</seg></item>
              <app>
                <lem/>
                <rdg wit="#c" type="ptl"><seg type="item"><seg id="var_1_166_item3"><milestone edRef="#c" unit="line" type="structure"/><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_166_2"/><index indexName="persons-index">
                        <term>Parow, Johann Ernst</term>
                      </index><hi><persName ref="textgrid:253s2">J. F.
												Parrol</persName></hi> Untersuchung über den
												Begriff der Philosophie. Greifswalde 1795.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253s4"/></seg></seg></rdg>
              </app>
            </list></lem>
          <rdg type="varying-structure" wit="#c"><seg copyOf="#var_1_166_note"/>
            <list>
              <item copyOf="#var_1_166_item1"/>
              <item copyOf="#var_1_166_item2"/>
              <item copyOf="#var_1_166_item3"/>
            </list></rdg>
        </app></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_166_1">
        <label>Sextus Empiricus im 7ten Buch wider die Logiker, oder im ersten Buch
								<foreign lang="grc">περι ϕιλοσοϕιας</foreign>, gleich im
							Anfang</label>
        <p>Mit <hi>Wider die Logiker</hi> ist das Werk <hi>Adversus
								Mathematicos</hi> bzw. <foreign lang="grc">Πρὸς
								μαθηματικούς</foreign> des skeptischen (pyrrhonischen) Philosophen
							und Arztes Sextus Empiricus (2. Jh.) gemeint, dessen letzte Bücher
							(7–11) unter dem Titel <hi>Gegen die Dogmatiker</hi> (<foreign lang="grc">Πρὸς δογματικούς</foreign>) auch als eigenständiges
							Werk behandelt werden. In den nachweislich (vgl. Bibl. Nöss. 389 [Nr.
							34]) von Nösselt besessenen, von Johann Albert Fabricius (1668–1736)
							besorgten zweisprachigen <hi>Opera</hi> (1718) des Sextus Empiricus
							tragen die Bücher 7 und 8 den Titel <foreign lang="grc">Περι
								φιλοσοφιας</foreign> (<hi>De philosophia</hi>) (vgl. aaO 370 bzw.
							458; dazu 213), so dass es sich an dieser Stelle in beiden Fällen um
							denselben Verweis handelt. Dargestellt und kritisiert werden
							unterschiedliche philosophische Schulen.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_166_2">
        <label>J. F. Parrol Untersuchung über den Begriff der Philosophie.
							Greifswalde 1795</label>
        <p>Der Name des Autors lautet Johann Ernst Parow (1771–1836).</p></note>
    </div>
    <div n="167" type="section" id="section_1_167">
      <head><pb edRef="#a" n="158"/>
        <pb edRef="#b" n="188"/> 167.</head>
      <p><app>
          <lem>Natürlich. Denn man</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Dieß darf nicht befremden. Man</rdg>
        </app> hatte längst und viel <app>
          <lem>philosophirt,</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">philosophirt</rdg>
        </app> ehe man an eine besondere Wissenschaft dieses Namens dachte. Man
						hatte <app>
          <lem>allmählich</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">allmählig</rdg>
        </app> durch <index indexName="subjects-index">
          <term>Beobachtung</term>
        </index>Beobachtung und <index indexName="subjects-index">
          <term>Nachdenken</term>
        </index>Nachdenken über <app>
          <lem>das menschliche</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">menschliches</rdg>
        </app> Leben und <app>
          <lem>Handlungen <ref type="note" target="#noe_2_1_167_note1">*)</ref>,
								bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">menschliche Handlungen, <ref type="note" target="#noe_2_1_167_note1"><hi rend="superscript">1</hi>)</ref>
								bei</rdg>
        </app> den sich stets aufdringenden Fragen: <pb edRef="#c" n="169"/>
        <hi>woher</hi> und <hi>wozu?</hi> das <hi>Allgemeine</hi> und
							<hi>Beständige</hi>, was sich <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> mehreren <app>
          <lem>einzelnen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">einzlen</rdg>
        </app> Dingen und ihren steten Veränderungen wahrnehmen läßt, <app>
          <lem>bemerkt,</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">bemerkt</rdg>
        </app> und von andern Kenntnissen abgesondert, und war, nach dieser
						Absonderung, auf die <index indexName="subjects-index">
          <term>Natur</term>
        </index><hi>Natur</hi> der Dinge gekommen, aus der sich allein Rechenschaft
						geben ließ, wie eines mit dem andern zusammenhänge. So entstand nach und
						nach eine besondere Wissenschaft, die nur allgemeine und nothwendige
						Wahrheiten zum Gegenstand hatte, welche man hauptsächlich in Rücksicht auf
						den <index indexName="subjects-index">
          <term>Mensch</term>
        </index><hi>Menschen</hi> und auf <app>
          <lem>alles</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
        </app> betrachtete, was in seine Beschaffenheit und Veränderungen einen
						Einfluß hatte, so wie diese ganze Wissenschaft aus der Betrachtung des
						Menschen und der gedachten Dinge geschöpft worden war. Wie sich indessen die
						Menge der gemachten Entdeckungen über die Natur der Dinge vervielfältigte,
						und man also für nöthig fand, selbst allgemeine und nothwendige Wahrheiten
						verschiedener Art von einander <app>
          <lem>abzusondern,</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">abzusondern</rdg>
        </app> und sie in besondere Wissenschaften zu vertheilen; wie man bemerkte,
						daß es unter diesen allgemeinen und nothwendigen <index indexName="subjects-index">
          <term>Wahrheiten</term>
        </index>Wahrheiten einige gäbe, welche die Beschaffenheit, andere, welche
						das <index indexName="subjects-index">
          <term>Maaß</term>
        </index>Maaß oder <pb edRef="#b" n="189"/> die Quantität der <pb edRef="#a" n="159"/> Dinge <app>
          <lem>beträfen:</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">beträfen,</rdg>
        </app> so sonderte man, nach diesem Unterschied, diese <app>
          <lem>allgemeine</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">allgemeinen</rdg>
        </app> Wahrheiten von einander ab, überließ das, was die Quantität anging,
						der <hi>Mathematik</hi>, <app>
          <lem>und</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> behielt <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">dagegen</rdg>
        </app> der <hi>Philosophie</hi> bloß die allgemeine <hi>Beschaffenheit</hi>
						der Dinge vor. <app>
          <lem><ref type="note" target="#noe_2_1_167_note2">**)</ref></lem>
          <rdg wit="#a" type="om"/>
          <rdg wit="#c" type="v"><ref type="note" target="#noe_2_1_167_note2"><hi rend="superscript">2</hi>)</ref></rdg>
        </app></p>
      <note n="1" id="noe_2_1_167_note1" place="end"><app>
          <lem>*)</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><choice>
              <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 1.</rdg>
        </app>
        <choice>
          <abbr>S.</abbr>
          <expan>Siehe</expan>
        </choice> die schöne Stelle vom <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_167_1"/>Ursprung des Namens der Philosophie <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app>
        <index indexName="classics-index">
          <term><persName>Cicero</persName>
            <title>Tusc.</title>
            <measure>V, 3</measure></term>
        </index><hi><persName ref="textgrid:24gxq">Cicero</persName></hi> Tuscul.
						Quaest. V, 3.</note>
      <app>
        <lem><note n="2" id="noe_2_1_167_note2" place="end"><app>
              <lem>**) Freylich</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp"><choice>
                  <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice> 2. Freilich</rdg>
            </app> ist der <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kantische</persName></hi>
								Begriff (in der Kritik der reinen Vernunft <choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Seite</expan>
            </choice> 724 <choice>
              <abbr>f.</abbr>
              <expan>folgend</expan>
            </choice> nach der <app>
              <lem>zweyten</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">zweiten</rdg>
            </app>
            <choice>
              <abbr>Aufl.</abbr>
              <expan>Auflage</expan>
            </choice><ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2538v"/>)
								noch genauer, wonach, wegen der ganz verschiedenen <hi>Art</hi>, <pb edRef="#c" n="170"/> wie <app>
              <lem>beyde</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">beide</rdg>
            </app> Wissenschaften ihre Gegenstände behandeln, die
									<hi>Philosophie</hi> eine <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunftwissenschaft</term>
            </index>Vernunftwissenschaft aus <index indexName="subjects-index">
              <term>Begriffe</term>
            </index><hi>Begriffen</hi>, und die <hi>Mathematik</hi> eine
								Vernunftwissenschaft aus <hi>Construction der Begriffe</hi> ist,
								oder die den Begriff entsprechende Anschauung a priori, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> so darstellt, daß diese allgemeingültig für alle mögliche
								Anschauungen ist, die unter denselben Begriff gehören. Aber, weil
								sich doch <hi>nur</hi> der Begriff von <hi>Größen</hi> construiren,
								oder a priori in der Anschauung darstellen <app>
              <lem>läßt;</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">läßt,</rdg>
            </app> so <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
            </app> auch <hi>nur die Quantität</hi> ein Gegenstand der Mathematik
								seyn; und so fern <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
            </app> gar wohl Philosophie und <app>
              <lem>Mathematik</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Mathematik,</rdg>
            </app> auch nach Verschiedenheit der <hi>Gegenstände</hi>, die sie <app>
              <lem>behalten</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">behandeln</rdg>
            </app>, unterschieden werden.</note></lem>
        <rdg wit="#a" type="om"/>
      </app>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_167_1">
        <label>Ursprung des Namens der Philosophie bey Cicero Tuscul. Quaest. V,
							3</label>
        <p>Hier handelt es sich um die berühmte und bereits in der Antike weit
							verbreitete Anekdote in Ciceros <hi>Tusculanae disputationes</hi>. In
							Cic. Tusc. V 8–9 wird Herakleides von Pontos referiert, nach dessen
							Bericht sich Pythagoras gegenüber dem Tyrannen Leon von Phleius als
							erster Denker überhaupt als Philosoph bezeichnet habe. Auf die
							Rückfrage, was unter einem Philosophen zu verstehen sei, habe Pythagoras
							dem Tyrannen geantwortet, es gebe Menschen, die nicht an Ruhm oder
							Reichtum interessiert seien, sondern „die Natur der Dinge aufmerksam
							betrachteten. Diese nennten sich Liebhaber der Weisheit, eben
							Philosophen“ (<hi>rerum naturam studiose intuerentur; hos se appellare
								sapientiae studiosos [id est enim philosophos]</hi>) (Text und
							Übers. nach Tusculum [Ed. Gigon], München/Zürich <hi rend="superscript">6</hi>1992, 322.323). Die Angabe <hi>Tusculanae disputationes</hi>
							V, 3 lässt sich anhand der Zählung der von Jakob Gronov (1645–1716)
							besorgten und nachweislich in Nösselts Besitz (vgl. Bibl. Nöss. 392 [Nr.
							92]) befindlichen <hi>Opera omnia</hi> (1692) ebenfalls verifizieren
							(vgl. aaO VIII, 3570f.).</p></note>
    </div>
    <div n="168" type="section" id="section_1_168">
      <head>168.</head>
      <p>Und auch so schien noch immer der Umfang der Philosophie zu <app>
          <lem>groß;</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">groß,</rdg>
        </app> so wie man auf einer andern Seite fand, daß er sich noch mehr
							erwei<pb edRef="#b" n="190"/>terte, je nachdem man den Menschen, der
						doch eigentlich zu aller Philosophie Gelegenheit gegeben hatte, in
						verschiedenem Zusammenhange und <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">in</rdg>
        </app> allgemeinern Beziehungen betrachtete. Man bemerkte, daß er <app>
          <lem>seinem</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> einem Theil <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">seines Wesens</rdg>
        </app> nach, in die <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>Classe</term>
            </index>Classe</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Klasse</rdg>
        </app> der Körper, dem andern nach aber, in die <app>
          <lem>Classe</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Klasse</rdg>
        </app> der <app>
          <lem>vorstellungsfähigen und verständigen</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> Wesen <app>
          <lem>gehörte</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">gehörte, die verständig, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> fähig sind, Vorstellungen zu bilden</rdg>
        </app>; daß <app>
          <lem>beyde</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">beide</rdg>
        </app> Arten der Dinge, Körper und <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>vorstellungsfähig</term>
            </index>vorstellungsfähige Wesen oder</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> Geister, <app>
          <lem>zu eingeschränkten</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">in die Klasse endlicher oder
									<hi>eingeschränkter</hi></rdg>
        </app> Wesen gehörten, die man zusammen <index indexName="subjects-index">
          <term>Welt</term>
        </index><hi>Welt</hi>
        <app>
          <lem>nennte</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">nannte</rdg>
        </app>; daß es auch ein <app>
          <lem>uneingeschränktes</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>uneingeschränktes</hi></rdg>
        </app> Wesen, eine <index indexName="subjects-index">
          <term>Gottheit</term>
        </index><hi>Gottheit</hi>, geben <app>
          <lem>könnte,</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">könte</rdg>
        </app> und sich ohne <app>
          <lem>dieses</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">diese</rdg>
        </app> das Daseyn der <app>
          <lem>eingeschränkten</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">endlichen</rdg>
        </app> und zufälligen Wesen nicht begreifen ließe; daß man <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> der <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele des Menschen Vorstellungen und Neigungen unterscheiden <app>
          <lem>könnte</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">könte</rdg>
        </app>, wovon jene das <hi>Wahre</hi> oder <hi>Falsche</hi>, diese das
							<hi>Gute</hi> oder <hi>Böse</hi> zum Gegenstand hätten; daß man eben
						sowohl die <pb edRef="#c" n="171"/>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Natur</term>
        </index><hi>Natur</hi> von <app>
          <lem>beyden</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">beiden</rdg>
        </app> untersuchen, als darnach <index indexName="subjects-index">
          <term>Regeln</term>
        </index><hi>Regeln</hi>
        <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">zu</rdg>
        </app> be<pb edRef="#a" n="160"/>stimmen <app>
          <lem>könnte</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">könte</rdg>
          <rdg wit="#c" type="v">vermöchte</rdg>
        </app>, das Wahre und Gute <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">theils</rdg>
        </app> zu finden und auszuüben; daß <app>
          <lem>man den Menschen vor sich und</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">sich endlich der Mensch theils für sich,
								theils</rdg>
        </app> in natürlicher Verbindung mit <app>
          <lem>verschiednen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
        </app> Arten von Gesellschaften betrachten <app>
          <lem>könnte.</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">könte.</rdg>
          <rdg wit="#c" type="v">lasse. –</rdg>
        </app> Je nachdem man dieses alles von einander unterschied, und jeder Art
						solcher allgemeinen Wahrheiten eine <app>
          <lem>besondre Wissenschaft</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><hi>besondere Wissenschaft</hi></rdg>
        </app> widmete: je nachdem mußten <app>
          <lem>verschiedne Theile der Philosophie, und es mußte, weil</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">verschiedene <hi>Theile der Philosophie</hi>
								entstehen. Und da</rdg>
        </app> man <app>
          <lem>schon</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> einmal gewisse Arten von allgemeinen Wahrheiten von eigentlicher
						Philosophie ausgeschlossen hatte, <app>
          <lem>die Frage entstehen</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">konnte ferner gefragt werden</rdg>
        </app>, ob <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">sich</rdg>
        </app> nicht noch mehrere dergleichen Wahrheiten ganz von der Philosophie <app>
          <lem><app>
              <lem>könnten <pb edRef="#b" n="191"/> abgesondert,</lem>
              <rdg wit="#a" type="pp">könten abgesondert</rdg>
            </app> und</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">absondern ließen,</rdg>
        </app> der Name der <index indexName="subjects-index">
          <term>Philosophie</term>
        </index><hi>Philosophie</hi>
        <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">aber</rdg>
        </app> nur auf <app>
          <lem>einige Arten</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><hi>einige Arten</hi></rdg>
        </app>, und auf <app>
          <lem>welche? eingeschränkt</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">welche, beschränkt</rdg>
        </app> werden <app>
          <lem/>
          <rdg type="pt" wit="#c">müsse</rdg>
        </app>?</p>
    </div>
    <div n="169" type="section" id="section_1_169">
      <head>169.</head>
      <p>Diese Verschiedenheit der <index indexName="subjects-index">
          <term>Meinungen</term>
        </index>Meinungen über den <app>
          <lem>Begriff der Philosophie</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Begriff der Philosophie</hi>,</rdg>
        </app> wird dadurch noch mehr befördert, daß einige nichts darin aufgenommen
						wissen wollen, als sogenannte reine <index indexName="subjects-index">
          <term>Vernunfterkenntniß</term>
        </index>Vernunfterkenntniß, oder nur diejenigen allgemeinen Begriffe, <app>
          <lem>die</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">welche</rdg>
        </app> die menschliche <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele aus sich selbst, aus der Betrachtung ihrer Eigenschaften und
						Veränderungen schöpfen <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">kann</rdg>
        </app>, und was sich nach diesen Begriffen streng beweisen läßt. <app>
          <lem>Hiedurch</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">Hierdurch</rdg>
        </app> würde das Gebiet der Philosophie sehr beschränkt werden, und man
						müßte alsdann, – weil man doch Ursach hat, überall, wo sich nur <index indexName="subjects-index">
          <term>Zusammenhang</term>
        </index>Zusammenhang denken läßt, zu philosophiren, und weil die meisten so <app>
          <lem>nützlichen</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">nützliche</rdg>
        </app> Kenntnisse der Natur keine solche <index indexName="subjects-index">
          <term>Evidenz</term>
        </index>Evidenz <pb edRef="#a" n="161"/> und strenge Herleitung allgemeiner
						Wahrheiten <app>
          <lem>zulaßen</lem>
          <rdg type="v" wit="#a #c">zulassen</rdg>
        </app> – wieder neue besondere Wissenschaften einführen, die <app>
          <lem>dann</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">denn</rdg>
        </app> doch größtentheils nur in der <index indexName="subjects-index">
          <term>Methode</term>
        </index>Methode von der eigentlichen Philosophie unterschieden <app>
          <lem>wären</lem>
          <rdg type="pp" wit="#a">wären; so wie noch immer die Frage ist, ob nicht
								zuletzt, wo nicht fast alles, doch das meiste, was man zur reinen
								Vernunftskenntniß rechnet, sich in bloß moralische Gewißheit
								auflöse</rdg>
        </app>.</p>
    </div>
    <div n="170" type="section" id="section_1_170">
      <head><pb edRef="#c" n="172"/> 170.</head>
      <p>Da nun der Sprachgebrauch über den Begriff der Philosophie nicht entscheidend
						ist, <app>
          <lem>und in dem gegenwärtigen Buche</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c">hier aber am zweckmäßigsten ist,</rdg>
        </app> die meiste Rücksicht auf die Gestalt der Wissenschaften <app>
          <lem>genommen werden muß</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c">zu nehmen</rdg>
        </app>, wie sie unter uns und <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
        </app>
        <app>
          <lem>den</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">dem</rdg>
        </app> akademischen <pb edRef="#b" n="192"/> Studien genommen <app>
          <lem>werden:</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">werden;</rdg>
        </app> so scheint es das <app>
          <lem>sicherste</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">Sicherste</rdg>
        </app>, die Philosophie nach dem Umfang und <app>
          <lem/>
          <rdg type="pt" wit="#c">den</rdg>
        </app> Gränzen zu <app>
          <lem>nehmen, die</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c">betrachten, welche</rdg>
        </app> man ihr seit dem Ursprung der <index indexName="persons-index">
          <term>Wolff, Christian von</term>
        </index><persName ref="textgrid:2505j"><app>
            <lem>wolfischen</lem>
            <rdg type="v" wit="#c"><hi>Wolfischen</hi></rdg>
          </app></persName> Philosophie angewiesen hat; und sonach möchte die <app>
          <lem>Erklärung,</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">Erklärung</rdg>
        </app> oder, wenn man will, Beschreibung der <hi>Philosophie</hi>
        <app>
          <lem>durch – die</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c">als der</rdg>
        </app> Wissenschaft der <index indexName="subjects-index">
          <term>Natur</term>
        </index>Natur oder der allgemeinen Eigenschaften der <index indexName="subjects-index">
          <term>Dinge</term>
        </index>Dinge überhaupt, und der geistigen, hauptsächlich der menschlichen, <app>
          <lem>insbesondere,</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">insbesondere</rdg>
        </app> – alle dazu <app>
          <lem>gerechneten</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">gehörigen</rdg>
        </app> Theile und ihre allgemeine Absicht am bestimmtesten in sich
						fassen.</p>
      <note place="end"><app>
          <lem>Hiedurch</lem>
          <rdg type="pp" wit="#c"><choice>
              <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> Hierdurch</rdg>
        </app> würde zugleich die sogenannte <index indexName="subjects-index">
          <term>Naturwissenschaft</term>
        </index><hi>Naturwissenschaft</hi> oder Physik im engern Verstande, welche
						sich bloß mit Körpern beschäftigt, von der Philosophie, wie jetzt <app>
          <lem>noch</lem>
          <rdg type="om" wit="#a"/>
        </app> gemeiniglich geschieht, ausgeschlossen; obgleich die allgemeinsten
						Eigenschaften der Körper, oder was an ihnen <pb edRef="#a" n="162"/>
						unveränderlich ist, immer noch zur Philosophie gehören, und die
						Naturwissenschaft im weitern Verstande ausmachen. <app>
          <lem/>
          <rdg type="ptl" wit="#c">{Daß sich die Ansicht hiervon in den neuern
								Zeiten sehr geändert hat, ist bekannt. Aber etwas Festes ist selbst
								für die Schulsprache noch nicht daraus hervorgegangen. <hi rend="right-aligned"><choice>
                <abbr>A. d. H.</abbr>
                <expan>Anmerkung des Herausgebers</expan>
              </choice>}</hi></rdg>
        </app></note>
    </div>
    <div n="171" type="section" id="section_1_171">
      <head>171.</head>
      <p>Der <index indexName="subjects-index">
          <term>Nutzen</term>
        </index>Nutzen <app>
          <lem/>
          <rdg type="pt" wit="#c">des Studiums</rdg>
        </app> der Philosophie ist augenscheinlich. Denn da sie uns über die Natur
						aller Dinge <app>
          <lem>belehrt;</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">belehrt,</rdg>
        </app> da sie den rechten Gebrauch aller <app>
          <lem>unsrer</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
        </app> Kräfte <app>
          <lem>zeigt;</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">zeigt,</rdg>
        </app> da sich endlich alle Fragen, über die sich etwas <app>
          <lem>Entscheidendes</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">entscheidendes</rdg>
        </app> sagen läßt, in die allgemeinen Begriffe und <pb edRef="#c" n="173"/>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Grundsätze</term>
        </index>Grundsätze auflösen, die sie enthält: so ist sie der Grund aller
						andern Wissenschaften, in welchen ohne sie keine deutliche <index indexName="subjects-index">
          <term>Gewißheit</term>
        </index>Gewißheit<app>
          <lem>, so wie in Gesinnungen und Handlungen, <pb edRef="#b" n="193"/>
								die ja von Erkenntniß abhängen, keine rechte <index indexName="subjects-index">
              <term>Vollkommenheit</term>
            </index>Vollkommenheit,</lem>
          <rdg type="om" wit="#a"/>
        </app> statt findet. Mit Recht heißt sie daher die <index indexName="subjects-index">
          <term>Königin</term>
        </index>Königin aller Wissenschaften; und sie verachten, heißt, alle
						Vernunft und Sicherheit im Denken und Handeln verachten. Ihr vielfältiger
						Nutzen wird sich noch mehr <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
        </app> ihren <app>
          <lem>einzelnen</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">einzlen</rdg>
        </app> Theilen angeben <app>
          <lem>laßen</lem>
          <rdg type="v" wit="#a #c">lassen</rdg>
        </app>.</p>
    </div>
    <app>
      <lem><div n="172" type="section" id="section_1_172">
          <head>172.</head>
          <p>Schon der ungemein große <index indexName="subjects-index">
              <term>Umfang</term>
            </index><hi>Umfang</hi> der Philosophie macht es nothwendig, die
								verschiedenen <index indexName="subjects-index">
              <term>Hauptarten</term>
            </index>Hauptarten der Gegenstände, die sie untersuchen soll, von
								einander abzusondern, und nach Verschiedenheit solcher Hauptarten
								ihr verschiedene Theile zu geben, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> sie in <app>
              <lem>besondre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">besondere</rdg>
            </app> Wissenschaften einzutheilen. Fast noch mehr sollte die
								verschiedene <hi>Art</hi>, wie wir zur Kenntniß dieser Gegenstände
								gelangen können, mit zu einer solchen Absonderung bewegen. Denn je
								nachdem diese Kenntniß entweder aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunft</term>
            </index>Vernunft (im engsten Verstande) oder aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrung</term>
            </index>Erfahrung geschöpft werden kann: je nachdem <app>
              <lem>kan unsre</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">kann unsere</rdg>
            </app> Erkenntniß von der <index indexName="subjects-index">
              <term>Natur</term>
            </index>Natur der Dinge allgemeiner und <app>
              <lem>zuverläßiger</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">zuverlässiger</rdg>
            </app> werden oder nicht. Soll nun vollends die Philosophie der
								Grund zu allen andern Arten von Kenntnissen und Wissenschaften
								werden (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_171">171</ref>):</lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><ref target="#section_1_171">171.</ref>),</rdg>
            </app> so ist es noch nothwendiger, das <index indexName="subjects-index">
              <term>Allgemeines</term>
            </index>Allgemeine von dem, was dergleichen nicht ist, und das
								Gewisse oder Nothwendige von dem minder <app>
              <lem>Zuverläßigen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Zuverlässigen</rdg>
            </app> zu trennen, damit nicht das Letztere, darum, weil man es
								willkührlich mit dem Erstern verbunden <pb edRef="#b" n="194"/> hat,
								für eben so gewiß und allgemein gehalten werde, als jenes, oder das <app>
              <lem>Ansehn</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Ansehen</rdg>
            </app> jener vollkommnern <pb edRef="#c" n="174"/> Erkenntniß
								darunter leide, wenn man einsieht, daß die angebliche Allgemeinheit
								und Gewißheit <app>
              <lem>andrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">anderer</rdg>
            </app> damit in Verbindung <app>
              <lem>gesetzten</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">gesetzter</rdg>
            </app> Behauptungen ungegründet <app>
              <lem>sey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">sei</rdg>
            </app>.</p>
        </div>
        <div n="173" type="section" id="section_1_173">
          <head>173.</head>
          <p>Es läßt sich also alle Erkenntniß, und folglich auch alle, welche die
								Philosophie ausmacht, 1) nach den <app>
              <lem>verschiednen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">verschiedenen</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Quellen</term>
            </index><hi>Quellen</hi> abtheilen, aus welchen sie geschöpft werden <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">kann</rdg>
            </app>; und <app>
              <lem>hiedurch</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">hierdurch</rdg>
            </app> ensteht der Unterschied zwischen <hi>Erkenntniß</hi>
            <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>a priori</term>
                </index><hi>a priori</hi></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">a priori</rdg>
            </app>, oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunfterkenntniß</term>
            </index><hi>Vernunfterkenntniß,</hi>
            <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Rationalkenntniß</term>
                </index><hi>Rationalkenntniß</hi></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>Rationalerkenntniß</hi></rdg>
            </app>, und zwischen der <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>a posteriori</term>
                </index><hi>a posteriori</hi></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">a posteriori</rdg>
            </app>, aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrung</term>
            </index><hi>Erfahrung</hi>, oder <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>empirisch</term>
                </index><hi>empirischen Erkenntniß</hi>;</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><hi>empirische Erkenntniß</hi>:</rdg>
            </app> ein Unterschied, <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> dem so viel Mißverstand herrscht, mit dem so schwankende
								Begriffe verknüpft werden, der selbst eine Quelle so mancher
								Irrthümer und <app>
              <lem>falschen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">falscher</rdg>
            </app> Voraussetzungen <app>
              <lem>worden</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">geworden</rdg>
            </app> ist, daß er <app>
              <lem>wohl,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">wohl</rdg>
            </app> auch <app>
              <lem>hier</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">hier,</rdg>
            </app> wegen des Folgenden, genauer angegeben zu werden
								verdient.</p>
        </div>
        <div n="174" type="section" id="section_1_174">
          <head>174.</head>
          <p>Wenn wir auf die Geschichte <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app> Vorstellungen und Erkenntnisse, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> darauf Acht geben, wie wir sie erlangt haben: so ists
								immer die <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrung</term>
            </index>Erfahrung, <app>
              <lem>unsre eigne</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">unsere eigene</rdg>
            </app> oder fremde, aber uns mitgetheilte, <app>
              <lem>Erfahrung,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Erfahrung</rdg>
            </app> (Wahrnehmung), die uns den Stoff, oder das, was wir erkennen,
								gegeben hat; und selbst alsdann, wenn man an<pb edRef="#b" n="195"/>nimmt, daß gewisse <index indexName="subjects-index">
              <term>Vorstellungen</term>
            </index><hi>Vorstellungen</hi> schon in <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app> Seele liegen, die uns nicht erst brauchen durch die Erfahrung
								zugeführt <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c">zu</rdg>
            </app> werden: so können doch diese nie <index indexName="subjects-index">
              <term>Erkenntnisse</term>
            </index><hi>Erkenntnisse</hi> werden, nie zu unserm Bewußtseyn
								kommen, nie können sie klar seyn, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> nie können wir das, <hi>was</hi> wir uns vorstellen (die
								bestimmten Gegenstände <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app> Vorstellung) von der <hi>Vorstellung</hi> selbst
								unterscheiden, die wir uns davon machen, wenn nichts <pb edRef="#c" n="175"/> vorhanden ist, das auf <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app> Seele einen Eindruck gemacht (sie afficirt, Veränderungen in
								ihr hervorgebracht) hat. Alle <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Erkenntniß</term>
            </index>Erkenntniß fängt also mit der Erfahrung an, und <hi>in so
									fern</hi> könnte man <app>
              <lem>sagen:</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">sagen,</rdg>
            </app> daß alle <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app> Erkenntniß <index indexName="subjects-index">
              <term>empirisch</term>
            </index><hi>empirisch</hi> (oder a posteriori erlangt) wäre. Aber
								dieses berechtigt uns so <app>
              <lem>wenig</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">wenig,</rdg>
            </app> sie so zu nennen, als wenn man alle Erkenntniß darum
								Erfahrungserkenntniß nennen wollte, weil wir sie als Handlung oder
								Veränderung in <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app> Seele wahrnehmen. Allgemein wird doch ein Unterschied
								zwischen Erfahrungs- und Vernunftkenntniß, zwischen der a posteriori
								und <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c">a</rdg>
            </app> priori, anerkannt; es ist nur genau zu bestimmen, worin er
								bestehe.</p>
        </div>
        <div n="175" type="section" id="section_1_175">
          <head>175.</head>
          <p>Der Deutlichkeit wegen setzen wir hier <app>
              <lem>voraus:</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">voraus,</rdg>
            </app> daß alle <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app> Vorstellungen <hi>entweder</hi> aus und durch einen <index indexName="subjects-index">
              <term>Gegenstand</term>
            </index>Gegenstand <hi>unmittelbar</hi> erzeugt werden, der sich <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Seele</term>
            </index>Seele (unserm innern Sinn oder den <app>
              <lem>äussern</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">äußeren</rdg>
            </app> Sinnen) darstellt, <app>
              <lem><hi>oder</hi> nicht unmittelbar</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">oder daß es <hi>nicht unmittelbar</hi>
										geschieht</rdg>
            </app>. <hi>Jene</hi>, die sich unmittelbar auf den <pb edRef="#b" n="196"/> Gegenstand beziehen, der <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> uns die Vorstellung hervorbringt, nennen wir <index indexName="subjects-index">
              <term>Eindrücke</term>
            </index><hi>Eindrücke</hi> (Impressionen), oder, wie Andere lieber
								wollen, <index indexName="subjects-index">
              <term>Anschauungen</term>
            </index><hi>Anschauungen</hi>, welche <hi>innere</hi> oder <app>
              <lem><hi>äussere</hi></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>äußere</hi></rdg>
            </app> sind, je nachdem sie vermittelst des innern Sinnes oder der <app>
              <lem>äussern</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">äußern</rdg>
            </app> Sinne <app>
              <lem>entstehen,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">entstehen;</rdg>
            </app> und das Vermögen, dergleichen Anschauungen zu empfangen, <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c">heißt</rdg>
            </app> die <index indexName="subjects-index">
              <term>Sinnlichkeit</term>
            </index><hi>Sinnlichkeit</hi>. Die andern, welche nicht unmittelbar
								durch <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app> Sinne hervorgebracht werden, <app>
              <lem>heissen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">heißen</rdg>
            </app>
            <hi>mittelbare Erkenntisse</hi> oder <hi>Begriffe</hi>, die anders
								nichts sind, als <index indexName="subjects-index">
              <term>Vorstellungen</term>
            </index>Vorstellungen von Merkmalen der durch die Sinne erkannten <app>
              <lem>Gegenstände:</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Gegenstände,</rdg>
            </app> sie mögen nun bloße Wiederholungen oder Nachbildungen der
								gehabten Anschauungen, also <app>
              <lem>Werke</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Erzeug<pb edRef="#c" n="176"/>nisse</rdg>
            </app> der <index indexName="subjects-index">
              <term>Einbildungskraft</term>
            </index><hi>Einbildungskraft</hi>, <app>
              <lem>oder</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">und der</rdg>
            </app> Vorstellungen von solchen Merkmalen seyn, die wir <app>
              <lem>bey mehrern</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">bei mehreren</rdg>
            </app> Gegenständen erkannt, von ihnen abgezogen, und in Einen
								Begriff vereinigt haben, also <hi>allgemeine Begriffe</hi>, die ein
								Werk des <index indexName="subjects-index">
              <term>Verstand</term>
            </index><hi>Verstandes</hi> sind; von dem auch alle Urtheile, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> die Einsicht des Verhältnisses mehrerer Begriffe gegen
								einander, abhängen. – Ob nun gleich alle diese Erkenntnisse – sie
								mögen einzelne, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice>
            <app>
              <lem>Anschauungen,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Anschauungen</rdg>
            </app> oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Begriffe</term>
            </index>Begriffe, oder <app>
              <lem>verbundne</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">verbundene</rdg>
            </app>, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Urtheile</term>
            </index>Urtheile, seyn – Wahrnehmungen oder Erfahrungen
								voraussetzen, <app>
              <lem>wobey vorhandne</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">wobei vorhandene</rdg>
            </app> Gegenstände uns zu den Vorstellungen geleitet haben: so sind
								doch diese <index indexName="subjects-index">
              <term>Erkenntnisse</term>
            </index>Erkenntnisse keinesweges alle <hi>aus</hi> solchen
								Gegenständen, sondern aus dem ursprünglichen Vermögen der Seele
								selbst entstanden, so daß <app>
              <lem>diese Erkenntnisse</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">dieselben</rdg>
            </app> nicht <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c">sowohl</rdg>
            </app> durch <app>
              <lem>vorhandne</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">vorhandene</rdg>
            </app> Gegenstände in die Seele hineingekommen, sondern <pb edRef="#b" n="197"/> von der Seele <app>
              <lem>mit ihrem eignen</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">durch ihr eigenes</rdg>
            </app> Vermögen entwickelt sind. Es giebt 1) Erkenntnisse, zu deren
								Erzeugung in uns schlechterdings erfordert wird, daß wir uns ein
								wirklich <app>
              <lem>vorhandnes</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">vorhandenes</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Object</term>
            </index>Object vorstellen, <choice>
              <abbr>z. B.</abbr>
              <expan>zum Beispiel</expan>
            </choice> einen Baum, ein Thier, ein Metall, Schmerz oder Lust, ja
								selbst ganze Sätze, als: daß die Bäume vom Frühling an grün sind,
								das Gold gelb und glänzend ist, daß alle Menschen sterben <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>u. d. gl.</abbr>
                  <expan>und dergleichen</expan>
                </choice></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><choice>
                  <abbr>u. dergl.</abbr>
                  <expan>und dergleichen</expan>
                </choice>,</rdg>
            </app> und, weil alsdann die Erkenntniß später ist als der <app>
              <lem>Gegenstand:</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Gegenstand,</rdg>
            </app> so nennt man <app>
              <lem>dieses,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">dieses</rdg>
            </app>
            <hi>Erkenntniß</hi>
            <app>
              <lem><hi>a posteriori</hi></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">a posteriori</rdg>
            </app><hi>, <index indexName="subjects-index">
                <term>empirisch</term>
              </index>empirische</hi> oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrungserkenntniß</term>
            </index><hi>Erfahrungserkenntniß</hi>. Es giebt aber auch 2)
								Erkenntnisse, wozu eine Vorstellung von einem wirklich <app>
              <lem>vorhandnen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">vorhandenen</rdg>
            </app> Object, auf das sich <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsere</rdg>
            </app> Vorstellung bezieht, nicht erfordert wird, die also von aller
								Erfahrung schlechterdings unabhängig ist, <choice>
              <abbr>z. B.</abbr>
              <expan>zum Beispiel</expan>
            </choice> der Begriff von Ursache, <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Nothwendigkeit</term>
                </index>Nothwendigkeit,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Nothwendigkeit</rdg>
            </app> und allen nicht sinnlichen Gegenständen, als Gott, Geist <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>u. d. gl.</abbr>
                  <expan>und dergleichen</expan>
                </choice></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><choice>
                  <abbr>u. dergl.</abbr>
                  <expan>und dergleichen</expan>
                </choice>,</rdg>
            </app> oder das <app>
              <lem>Urtheil:</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Urtheil,</rdg>
            </app> daß jede Wir<pb edRef="#c" n="177"/>kung oder jede <app>
              <lem>Verändrung</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Veränderung</rdg>
            </app> eine <app>
              <lem>Ursach</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Ursache</rdg>
            </app> hat. Weil nun hier die Erkenntniß da seyn <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">kann</rdg>
            </app>, ohne daß man sich ein wirklich <app>
              <lem>vorhandnes</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">vorhandenes</rdg>
            </app> Object <app>
              <lem>gedenkt</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">denkt</rdg>
            </app>, und ehe man noch weiß, ob ein solches Object auch wirklich
								ist: so nennt man diese, <hi>Erkenntnisse</hi>
            <app>
              <lem><hi>a priori</hi></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">a priori</rdg>
            </app>, oder auch <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunfterkenntnisse</term>
            </index><hi>Vernunfterkenntnisse</hi>, weil <hi>Vernunft</hi> das
								Vermögen ist, etwas aus Principien, <app>
              <lem>d. i.</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">das ist,</rdg>
            </app> das Besondere aus dem <app>
              <lem>Allgemeinen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Allgemeinen,</rdg>
            </app> zu erkennen, und eben diese Erkenntnisse a priori Gesetze
								oder Bedingungen sind, die aus der Natur <app>
              <lem>unsers</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unsres</rdg>
            </app> Erkenntnißvermögens <app>
              <lem>fliessen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">fließen</rdg>
            </app>, ohne welche keine Erkenntniß der Objecte möglich ist.</p>
          <note place="end"><pb edRef="#b" n="198"/>
            <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c"><choice>
                  <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></rdg>
            </app> Da uns Erfahrung nur lehrt, daß Etwas so und so beschaffen <app>
              <lem>sey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">sei</rdg>
            </app>, aber nicht, daß es nicht anders seyn könnte, und sie uns nur
								einzelne Fälle vorstellt: so sieht man, daß sie weder zu allgemeinen
								noch zu nothwendigen Sätzen <app>
              <lem>(beyden</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">(beiden</rdg>
            </app> im strengsten Verstande) führe. Nothwendigkeit und
								Allgemeinheit eines Begriffs oder Urtheils ist also ein <app>
              <lem>sichres</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">sicheres</rdg>
            </app> Kennzeichen einer Kenntniß a priori.</note>
        </div>
        <div n="176" type="section" id="section_1_176">
          <head>176.</head>
          <p>Diese Erkenntniß a priori enthält <hi>entweder</hi> ganz und gar
								nichts <app>
              <lem>Wahrgenommnes</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Wahrgenommenes</rdg>
            </app>; es ist darin ganz von allen sinnlichen Merkmalen <app>
              <lem>abgesehn</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">abgesehen</rdg>
            </app>, <choice>
              <abbr>z. B.</abbr>
              <expan>zum Beispiel</expan>
            </choice>
            <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> dem Begriff von <index indexName="subjects-index">
              <term>Zahlen</term>
            </index>Zahlen an sich (nicht den Tönen oder Zeichen, wodurch sie <app>
              <lem>ausgedruckt</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">ausgedrückt</rdg>
            </app> werden), von Möglichkeit, von Gott <choice>
              <abbr>etc.</abbr>
              <expan>et cetera</expan>
            </choice> oder <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> dem Satz: jeder Körper ist ausgedehnt; <hi>oder</hi> es ist
								in ihr doch etwas <app>
              <lem>Wahrgenommnes (empirisches)</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">Wahrgenommenes (Empirisches)</rdg>
            </app> enthalten, wovon wir ohne <index indexName="subjects-index">
              <term>Empfindung</term>
            </index>Empfindung keinen Begriff haben. In jenem Fall nennt man sie
									<hi>reine</hi>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunfterkenntniß</term>
            </index>Vernunfterkenntniß <app>
              <lem>(Erk.</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">(Erkenntniß,</rdg>
            </app> die schlechterdings a priori <app>
              <lem>ist)</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">ist<supplied>)</supplied></rdg>
            </app>; in diesem Fall aber <hi>vergleichungsweise</hi> oder
									<hi>vermischte</hi> Erkenntniß a priori. – Ist die Philosophie,
								oder ein Theil derselben, durchaus <pb edRef="#c" n="178"/> aus
								reinen Anschauungen oder Begriffen geschöpft, enthält sie lauter
								reine Vernunftsätze: so verdient sie den Namen einer eigentlichen
									<hi>Wissenschaft</hi> im <hi>strengsten Verstande</hi>. Stützt
								sie sich aber zugleich auf empirische Begriffe, wenn sie gleich nach
								reinen <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunftgesetze</term>
            </index>Vernunftgesetzen verknüpft sind: so ist sie eine
									<hi>empirische</hi> oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrungsphilosophie</term>
            </index><hi>Erfahrungsphilosophie</hi>.</p>
          <app type="structural-variance">
            <lem><note n="1" place="end"><seg id="var_1_176_c_note1_p1"><pb edRef="#b" n="199"/>
                  <app>
                    <lem>Bey</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c"><choice>
                        <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                        <expan>Anmerkung</expan>
                      </choice> 1. Bei</rdg>
                  </app> allen bisher erwähnten Erklärungen sind die
												<index indexName="persons-index">
                    <term>Kant, Immanuel</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kantischen</persName></hi> Bestimmungen in der
												<hi>Kritik der reinen Vernunft</hi>, <app>
                    <lem>zweyte</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">zweite</rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>Aufl.</abbr>
                    <expan>Auflage</expan>
                  </choice> Riga <app>
                    <lem>1787<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2538v"/> in</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">1787.</rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>gr.</abbr>
                    <expan>groß</expan>
                  </choice> 8. zum Grunde gelegt, woraus man weitere
											Aufklärung derselben schöpfen <app>
                    <lem>kan</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">kann</rdg>
                  </app>.</seg></note>
              <note n="2" place="end"><milestone type="structure" edRef="#c" unit="p"/><seg id="var_1_176_c_note1_p2">Die reine
											Philosophie, oder die philosophische <app>
                    <lem>Wissenschaft</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Wissenschaft,</rdg>
                  </app> beschäftigt sich also bloß mit dem, was gar kein
											Gegenstand der Sinne ist, es mögen <hi>nicht sinnliche
												Objecte</hi> oder dergleichen <hi>Eigenschaften</hi>
											sinnlicher Objecte seyn. Es sollte daher <app>
                    <lem>bey</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
                  </app> allen Theilen der Philosophie das, was wirklich
											reine Erkenntniß ist, ganz von allem Empirischen
											geschieden werden, wenn man auch dieses Letztere, wegen
											der oben §. <app>
                    <lem><ref target="#section_1_169">169</ref>
												angegebnen</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c"><ref target="#section_1_169">169.</ref> angegebenen</rdg>
                  </app> Ursach, mit in eine philosophische Wissenschaft
											aufnehmen wollte. Indessen giebt es Theile der
											Philosophie, die ganz reine Erkenntnisse enthalten, oder
											wenigstens ganz rein seyn können. Welche Theile <app>
                    <lem>dies</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">dieß</rdg>
                  </app> sind oder nicht, wird im Folgenden bemerkt
											werden.</seg></note></lem>
            <rdg type="varying-structure" wit="#c"><note place="end"><p copyOf="#var_1_176_c_note1_p1"/>
                <p copyOf="#var_1_176_c_note1_p2"/></note></rdg>
          </app>
          <app>
            <lem/>
            <rdg type="ptl" wit="#c"><note place="end"><p><choice>
                    <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                    <expan>Anmerkung</expan>
                  </choice> 2. Folgende <hi>Eintheilung des ganzen Gebiets
												der Philosophie</hi> dürfte zur verständigen
											Uebersicht ihrer einzelnen Theile nicht undienlich seyn.
											In der <hi>Hauptsache</hi> trifft sie mit den Ansichten
											des Verfassers des Werks zusammen. <list>
                    <head><hi>Philosophie.</hi></head>
                    <item>I. <hi>Reine Philosophie.</hi>
                      <list>
                        <item>A. <hi>Formale:</hi>
                          <list>
                            <item>1. reine allgemeine <hi>Logik</hi>.</item>
                            <item>2. reine allgemeine
												<hi>Aesthetik</hi>.</item>
                          </list></item>
                        <item><pb edRef="#c" n="179"/> B.
												<hi>Materielle:</hi>
                          <list>
                            <item>A. Vorbereitende. – <hi>Kritik</hi>, <list>
                                <item>a. des Erkenntnißvermögens,</item>
                                <item>b. des Gefühlsvermögens,</item>
                                <item>c. des Anschauungsvermögens.</item>
                              </list></item>
                            <item>B. Abhandelnde. <list>
                                <item>a. Gegenstände des Erkennens: <list>
                                    <item><foreign lang="grc">α</foreign>.
												allgemeine, trascendentale Philosophie,</item>
                                    <item><foreign lang="grc">β</foreign>.
												besondere, Metaphysik. <list>
                                        <item>aa. <hi>Metaphysik</hi> der Natur als <list>
                                            <item>rationale Körperlehre,</item>
                                            <item>rationale Seelenlehre.</item>
                                          </list></item>
                                        <item>bb. <hi>Metaphysik der Sitten</hi>, <list>
                                            <item>allgemeine,</item>
                                            <item>besondere, <list>
                                                <item>Tugendlehre,</item>
                                                <item>Naturrecht,</item>
                                              </list></item>
                                          </list></item>
                                      </list></item>
                                  </list></item>
                                <item>b. Gegenstände des <hi>Vernunftglaubens,
												Religionslehre</hi>.</item>
                              </list></item>
                          </list>
                        </item>
                      </list></item>
                    <item>II. <hi>Angewandte Philosophie.</hi>
                      <list>
                        <item>A. Formale: <list>
                            <item>1. angewandte <hi>allgemeine
												Logik</hi>.</item>
                            <item>2. angewandte <hi>allgemeine
												Aesthetik</hi>.</item>
                          </list></item>
                        <item>B. Materiale:<list>
                            <item>1. Angewandte <hi>Metaphysik der Natur</hi>.<list>
                                <item>a. Körperlehre. <hi>Physik.</hi></item>
                                <item>b. Seelenlehre. <hi>Empirische
												Psychologie.</hi></item>
                              </list></item>
                            <item>2. Angewandte <hi>Metaphysik der Sitten</hi>.<list>
                                <item>a. Angewandtes Naturrecht,<list>
                                    <item><foreign lang="grc">α</foreign>.
												Privatrecht,</item>
                                    <item><foreign lang="grc">β</foreign>.
												Staatsrecht,</item>
                                    <item><foreign lang="grc">γ</foreign>.
												Völkerrecht.</item>
                                  </list></item>
                                <item>b. Angewandte Tugendlehre. <list>
                                    <item><pb edRef="#c" n="180"/>
                                      <foreign lang="grc">α</foreign>. entwickelnd
												die Kräfte des heranwachsenden Menschen zum Ziele
												der Sittlichkeit. <hi>Pädagogik.</hi></item>
                                    <item><foreign lang="grc">β</foreign>. fördernd
												die fortschreitende Bildung des Erwachsenen.
												<hi>Ethik.</hi></item>
                                  </list></item>
                              </list></item>
                          </list></item>
                      </list></item>
                  </list></p>
                <p>Uebrigens stellt fast jede Schule eine andere
											Classification auf. Der akademische Unterricht bleibt
											jedoch in der Regel bei den, besonders seit <index indexName="persons-index">
                    <term>Wolff, Christian von</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2505j">Wolf's</persName></hi> Zeiten, beliebten
											Abtheilungen, und bringt das Ganze unter die Haupttitel:
											Logik, empirische Psychologie, Metaphysik, Naturrecht,
											Ethik oder Moral, Aesthetik. <hi rend="right-aligned"><choice>
                      <abbr>A. d. H.</abbr>
                      <expan>Anmerkung des Herausgebers</expan>
                    </choice></hi></p></note></rdg>
          </app>
        </div></lem>
      <rdg wit="#a" type="om"/>
    </app>
    <app>
      <lem/>
      <rdg wit="#a" type="ptl"><div n="172_a" type="section" id="section_a_1_172">
          <head>172.</head>
          <p>Man kann die Philosophie <hi>entweder</hi> nach den verschiedenen
								Gegenständen betrachten, mit welchen sie sich beschäftigt,
									<hi>oder</hi> nach der Art, wie darinn die Untersuchung
								derselben geschieht. – In jener (objectiven) Rücksicht theilt man
								sie in die <index indexName="subjects-index">
              <term>theoretisch</term>
            </index><hi>theoretische</hi> oder, wie andere sagen, <index indexName="subjects-index">
              <term>speculativ</term>
            </index><hi>speculative</hi>, und in die <index indexName="subjects-index">
              <term>praktisch</term>
            </index><hi>praktische</hi> Philosophie. Denn, weil unsre Absicht
								bey aller Untersuchung und bey allem Gebrauche der Vernunft,
								Beförderung der menschlichen <index indexName="subjects-index">
              <term>Glückseligkeit</term>
            </index>Glückseligkeit seyn muß, und die Philosophie eigentlich nur
								auf geistige Glückseligkeit abzielt, <pb edRef="#a" n="163"/> wozu
								die Kenntniß der Natur und besonders des Menschen gebraucht werden
								soll: so muß sie sowohl die Entdeckungen über die allgemeine
								natürliche Beschaffenheit der Dinge enthalten, als auch die
								Anwendung zur geistigen Glückseligkeit der Menschen zeigen; sie muß
								uns die Natur der Dinge kennen lehren und uns anweisen, wie wir der
									<index indexName="subjects-index">
              <term>Natur</term>
            </index>Natur folgen müssen.</p>
          <note n="1" place="end"><choice>
              <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 1. Die Zweydeutigkeit, die in den Worten <hi>geistige
									Glückseligkeit</hi> und <hi>Befolgung der Natur</hi> liegt, läßt
								es unentschieden, ob man diejenigen philosophischen Wissenschaften,
								die den Gebrauch unsrer Erkenntnißkräfte betreffen, zur
								theoretischen oder praktischen Philosophie rechnen solle. Eigentlich
								gehören sie zu der letztern, weil sie die rechte <hi>Anwendung</hi>
								der Erkenntnißkräfte zeigen, so wie die <hi>moralischen</hi>
								Wissenschaften die rechte Leitung unsers Willens. Weil man aber
								gewöhnlich nur die moralischen Wissenschaften zur praktischen
								Philosophie rechnet: so müßte man, wenn man sich an diesen
								Sprachgebrauch halten wollte, die <index indexName="subjects-index">
              <term>Dialektik</term>
            </index>Dialektik mehr mit den Alten für das <hi>Organon</hi> der
								Philosophie annehmen, und sie noch von beyden Arten der Philosophie
								unterscheiden.</note>
          <note n="2" place="end"><choice>
              <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 2. Nimmt man das was <hi>gut</hi> oder <hi>recht</hi> ist,
								als den Gegenstand des Willens an: so könnte man die <hi>moralischen
									Wissenschaften</hi>, wenn man auf sie die <hi>praktische
									Philosophie</hi> einschränken wollte, diejenigen nennen, welche
								sich mit dem, was nach der Natur <hi>gut</hi> oder <hi>recht</hi>
								ist, so wie die <hi>theoretischen</hi> die, welche sich mit dem, was
								nach der Natur <hi>wahr</hi> ist, beschäftigen.</note>
        </div>
        <div n="173" id="section_a_1_173" type="section">
          <head><pb edRef="#a" n="164"/> 173.</head>
          <p>Beyderley Philosophie muß unzertrennlich verbunden werden. Die
								praktische Philosophie ist ohne die theoretische unsicher und
								ungründlich; die theoretische ohne jene, kein Mittel zur
								menschlichen Glückseligkeit, und befriedigt bloß die Wißbegierde,
								die nicht einmal genugsamen Reitz hat, wenn sie nicht durch den zu
								hoffenden Einfluß des Gefundenen auf unsre <index indexName="subjects-index">
              <term>Glückseligkeit</term>
            </index>Glückseligkeit immer zur Untersuchung ermuntert wird.</p>
        </div></rdg>
    </app>
    <app>
      <lem>
        <div n="177" type="section" id="section_1_177">
          <head>177.</head>
          <p>Wenn man aber 2) (§. <app>
              <lem><choice corresp="#noe_corr_10">
                  <sic>273</sic>
                  <corr type="authorial"><ref target="#section_1_173">173</ref></corr>
                </choice></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><choice>
                  <sic>273.</sic>
                  <corr type="editorial"><ref target="#section_1_173">173.</ref></corr>
                </choice></rdg>
            </app>) die Philosophie nach der Verschiedenheit der <index indexName="subjects-index">
              <term>Gegenstände</term>
            </index><hi>Gegenstände</hi>, oder vielmehr der Begriffe von diesen
								Gegenständen, abtheilen will, welche sie untersucht: so beschäftigt
								sie sich <hi>entweder</hi> mit der <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Materie</term>
                </index><hi>Materie</hi></lem>
              <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
                  <sic><hi>Maderie</hi></sic>
                  <corr type="editorial"><hi>Materie</hi></corr>
                </choice></rdg>
            </app>
            <hi>oder</hi> mit der <index indexName="subjects-index">
              <term>Form</term>
            </index><hi>Form</hi> des Verstandes, <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>d. i.</abbr>
                  <expan>das ist</expan>
                </choice></lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">d. i.,</rdg>
            </app> sie betrachtet <hi>entweder</hi> die Objecte des Denkens,
									<hi>oder</hi> sie sieht von allen diesen ab, und untersucht bloß
									<hi>die Art und Weise</hi>, wie sich Objecte denken <app>
              <lem>laßen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">lassen</rdg>
            </app>, die nothwendigen und allgemeinen Regeln des Denkens
								überhaupt. <pb edRef="#b" n="200"/>
            <hi>Jenen</hi> Theil der Philosophie <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">kann</rdg>
            </app> man daher den <hi>materiellen</hi>, <hi>diesen</hi> den
									<hi>formellen</hi> nennen, oder von jenem den Namen der <index indexName="subjects-index">
              <term>Metaphysik</term>
            </index><hi>Metaphysik</hi> (mit <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName>, im engern
								Sinn) <app>
              <lem>brauchen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">gebrauchen</rdg>
            </app>, so wie <hi>dieser</hi> Theil die <index indexName="subjects-index">
              <term>Logik</term>
            </index><hi>Logik</hi> oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunftlehre</term>
            </index><hi>Vernunftlehre</hi> ist, die auch <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> den Alten <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Dialektik</term>
                </index><hi>Dialektik</hi> genennt</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Dialekt</hi> genannt</rdg>
            </app> wurde.</p>
          <note n="1" place="end"><app>
              <lem><choice>
                  <abbr>Anm.</abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>Anm.</hi></rdg>
            </app> 1. <hi>Metaphysik</hi> nennt <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName></hi>
            <app>
              <lem>(<ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_177_1"/>Kritik</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">(<hi>Kritik</hi></rdg>
            </app> der reinen Vernunft <choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Seite</expan>
            </choice>
            <app>
              <lem>869</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">869.</rdg>
            </app>) im weitesten Verstande die ganze reine Philosophie, selbst
								die <app>
              <lem>Propädevtik</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Propädeutik</rdg>
            </app> dazu, oder die Kritik der reinen Vernunft, mit <app>
              <lem>einbegriffen;</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">einbegriffen</rdg>
            </app> im engern Sinn aber, und noch unterschieden von der Kritik
								der reinen <pb edRef="#c" n="181"/> Vernunft, das <hi>System</hi>
								der reinen Vernunft, oder die ganze, wahre sowohl als scheinbare,
								philosophische Erkenntniß aus <app>
              <lem>R. V. im systematischen</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">reiner Vernunft in systematischem</rdg>
            </app> Zusammenhange. Bekanntlich wird Metaphysik auch, sofern sie
								von Logik unterschieden ist, von der theoretischen Philosophie im
								Unterschiede von der praktischen genommen, wie man unten (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_182">182</ref></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><ref target="#section_1_182">182.</ref></rdg>
            </app>) sehen <app>
              <lem>wird; dies</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">wird. Dieß</rdg>
            </app> wäre denn die dritte und engste Bedeutung des Worts.</note>
          <note n="2" place="end"><app type="structural-variance">
              <lem><seg id="var_1_177_note2_p1"><app>
                    <lem><choice>
                        <abbr>Anm.</abbr>
                        <expan>Anmerkung</expan>
                      </choice></lem>
                    <rdg type="v" wit="#c"><hi>Anm.</hi></rdg>
                  </app> 2. Die Logik heißt auch die <index indexName="subjects-index">
                    <term>Instrumentalphilosophie</term>
                  </index><hi>Instrumentalphilosophie</hi>
                  <app>
                    <lem/>
                    <rdg type="pt" wit="#c">(Organon)</rdg>
                  </app>; aber dieser <app>
                    <lem>letztre</lem>
                    <rdg type="om" wit="#c"/>
                  </app> Name begreift mehr in sich. Denn wir haben eben
											sowohl ein Vermögen, gewisse Eindrücke von Gegenständen
											zu empfangen, als ein Vermögen, das <app>
                    <lem>Mannichfaltige</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Mannigfaltige</rdg>
                  </app>, also gewisse Merkmale eines Gegenstandes, in
											Eine Vorstellung, mehrere Eindrücke in Einen Begriff,
											mehrere Begriffe zu Einem höhern oder allgemeinern
											Begriff, oder in Ein Urtheil, und mehrere Urtheile in <app>
                    <lem>Einem</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Einen</rdg>
                  </app> Schluß, zu verbinden, mit <app>
                    <lem>einen</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Einem</rdg>
                  </app> Wort, zu <hi>denken</hi>. Jenes Vermögen ist die
												<index indexName="subjects-index">
                    <term>Sinnlichkeit</term>
                  </index><hi>Sinnlichkeit</hi>
                  <pb edRef="#b" n="201"/>
                  <app>
                    <lem>(<hi>untern</hi></lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">(<hi>untere</hi></rdg>
                  </app> Kräfte der menschlichen Seele), dieses der <index indexName="subjects-index">
                    <term>Verstand</term>
                  </index><hi>Verstand</hi>
                  <app>
                    <lem>(<hi>obern</hi></lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">(<hi>obere</hi></rdg>
                  </app> Kräfte), und wir bedürfen eben sowohl einer
											Wissenschaft der Regeln für jene, als für <app>
                    <lem>diesen</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">diese</rdg>
                  </app>. Aber die <index indexName="subjects-index">
                    <term>Logik</term>
                  </index><hi>Logik</hi> ist nur eine Wissenschaft der <app>
                    <lem>letztern</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">letzteren</rdg>
                  </app>; hingegen die erstere müßte die <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_177_2"/><index indexName="subjects-index">
                    <term>Aesthetik</term>
                  </index><hi>Aesthetik</hi> enthalten, <app>
                    <lem>in so fern</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">insofern</rdg>
                  </app> sie <app>
                    <lem/>
                    <rdg type="pt" wit="#c">sich</rdg>
                  </app> nicht, wie man sie seit <index indexName="persons-index">
                    <term>Baumgarten, Alexander Gottlieb</term>
                  </index><persName ref="textgrid:253rx"><app>
                      <lem><hi>Alex. Gottl. Baumgarten</hi></lem>
                      <rdg type="pp" wit="#c">Alex. Gottl.
												Baumgarten</rdg>
                    </app></persName> nimmt, <app>
                    <lem>sich</lem>
                    <rdg type="om" wit="#c"/>
                  </app> auf <app>
                    <lem><hi>Schönheit</hi></lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">die Theorie des
												<hi>Schönen</hi></rdg>
                  </app> einschränkt, oder Philosophie <app>
                    <lem>für die</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">der</rdg>
                  </app> schönen Wissenschaften ist, die doch nur
											empirische Regeln begreifen würde, sondern <app>
                    <lem>eine <hi>transcendentale</hi></lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">zu einer
												<hi>transcendentalen</hi></rdg>
                  </app>
                  <hi>Aesthetik</hi>
                  <app>
                    <lem>genennt</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">erhöht</rdg>
                  </app> werden könnte. – Selbst die <app>
                    <lem><hi>allgemeine</hi></lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">allgemeine</rdg>
                  </app>
                  <hi>Grammatik</hi> gehört mit Recht zur
											Instrumentalphilosophie, da wir ohne Zeichen und Wörter
											nicht denken können, und Mängel oder Fehler der <app>
                    <lem>Sprache</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Sprache,</rdg>
                  </app> selbst <app>
                    <lem>dergleichen</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Fehler</rdg>
                  </app> im Denken nach sich ziehen. Allein noch erwartet
											diese eine möglichst systematische Bearbeitung, wozu
											wir, seitdem <index indexName="persons-index">
                    <term>Harris, James</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2538w">Harris</persName></hi>
                  <app>
                    <lem>(1751</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">(1751.</rdg>
                  </app>) mit seinem <app>
                    <lem>vortreflichen <hi>Hermes</hi></lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">vortrefflichen Hermes</rdg>
                  </app> vorgegangen ist (<hi>Hermes</hi>, <app>
                    <lem><hi>oder</hi></lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">oder</rdg>
                  </app>
                  <hi>philosophische Un</hi><pb edRef="#c" n="182"/><hi>tersuchung über die allgemeine Grammatik,
												von</hi>
                  <index indexName="persons-index">
                    <term>Harris, James</term>
                  </index><persName ref="textgrid:2538w"><app>
                      <lem><hi>Jakob</hi></lem>
                      <rdg type="v" wit="#c"><hi>Jacob</hi></rdg>
                    </app>
                    <hi>Harris</hi></persName>, übersetzt von <index indexName="persons-index">
                    <term>Ewerbeck, Christian Gottfried</term>
                  </index><persName ref="textgrid:25390">C. G.
												Ewerbeck</persName>, Halle <app>
                    <lem>1788<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2538z"/> in</lem>
                    <rdg type="pp" wit="#c">1788.</rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>gr.</abbr>
                    <expan>groß</expan>
                  </choice> 8.) <app>
                    <lem>nur</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">noch</rdg>
                  </app> manche <app>
                    <lem>Beyträge</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">Beiträge</rdg>
                  </app> erhalten haben.</seg>
                <app>
                  <lem/>
                  <rdg type="ptl" wit="#c"><milestone unit="p" type="structure" edRef="#c"/><seg id="var_1_177_note2_p2">Diese Beiträge sind
												nicht unwichtig, namentlich: <list>
                        <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_177_3"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Meiner, Johann Werner</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:25391">J. M.
												Meiner's</persName></hi> Versuch einer an die
												Sprache angebildeten Vernunftlehre, oder <choice>
                            <sic>philosophischen</sic>
                            <corr type="editorial">philosophische</corr>
                          </choice> allgemeine Sprachlehre, Leipzig
												1781.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:25393"/></item>
                        <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_177_4"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Bernhardi, August Ferdinand</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:25394">A. Ed.
												Bernhard</persName></hi> allgemeine Sprachlehre, 2
												Theile. Berlin 1800–1803.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:25396"/>, und desselben
												Anfangsgründe der Sprachwissenschaft. <choice>
                            <abbr>Ebend.</abbr>
                            <expan>Ebendaselbst</expan>
                          </choice> 1805.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:25398"/></item>
                        <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_177_5"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Vater, Johann Severin</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:25399">J. S.
												Vater's</persName></hi> Versuch einer allgemeinen
												Sprachlehre, Halle 1801.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2539c"/>, nebst dem Auszug:
												Lehrbuch der allgemeinen Grammatik für Schulen
												Halle 1806.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2539f"/></item>
                        <item><index indexName="persons-index">
                            <term>Sacy, Antoine Isaac Silvestre de</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:2539g">A. J.
												Sylvester de Sacy</persName></hi> Grundsätze der
												allgemeinen Sprachlehre, bearbeitet von <index indexName="persons-index">
                            <term>Vater, Johann Severin</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:25399">Vater</persName></hi>. Halle 1804.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:2539j"/></item>
                      </list></seg></rdg>
                </app></lem>
              <rdg type="varying-structure" wit="#c"><p copyOf="#var_1_177_note2_p1"/>
                <p copyOf="#var_1_177_note2_p2"/></rdg>
            </app></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_177_1">
            <label>Kritik der reinen Vernunft</label>
            <p>Gemeint ist die zweite Auflage aus dem Jahr 1787 (vgl. I § 167; I
									§ 176).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_177_2">
            <label>Aesthetik […] wie man sie seit Alex. Gottl. Baumgarten
									nimmt</label>
            <p>Als Zögling des Franckeschen Waisenhauses zu Halle studierte
									Alexander Gottlieb Baumgarten (1714–1762) ebenda Theologie,
									Philosophie und Schöne Wissenschaften und war nach dem
									Magisterexamen zunächst als Dozent am Waisenhaus tätig. Ab 1737
									lehrte er in Halle Philosophie und wurde 1740 Professor der
									Weltweisheit und Schönen Wissenschaften in Frankfurt/Oder. Die
									von Baumgarten hier gehaltenen Vorlesungen zur Ästhetik sind die
									ersten ihrer Art. Bereits mit seiner Magisterarbeit
										<hi>Meditationes philosophicae de nonnullis ad poema
										pertinentibus</hi> (1735), v.a. aber durch die aus seinen
									Vorlesungen hervorgegangene, jedoch unvollendet gebliebene
									zweibändige <hi>Aesthetica</hi> (1750/1758) ist Baumgarten zum
									Begründer der Ästhetik als eigenständiger philosophischer
									Disziplin geworden (vgl. I § 263) und wirkte, indem er das
									untere Erkenntnisvermögen der Sinne gegenüber Wolff aufwertete
									und Dichtung als wahre und sinnlich vollkommene Rede verstand,
									etwa auf Herder oder Schiller.</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_177_3">
            <label>J. M. Meiner's Versuch einer an die Sprache angebildeten
									Vernunftlehre, oder philosophische allgemeine Sprachlehre,
									Leipzig 1781</label>
            <p>Der Autor des <hi>Versuch[s] einer an der menschlichen Sprache
										abgebildeten Vernunftlehre</hi> (1781) ist Johann Werner
									Meiner (1723–1789).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_177_4">
            <label>A. Ed. Bernhard allgemeine Sprachlehre, 2 Theile. Berlin
									1800–1803</label>
            <p>Gemeint ist die zweibändige <hi>Sprachlehre</hi> (1801/1803) von
									August Ferdinand Bernhardi (1769–1820).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_177_5">
            <label>J. S. Vater's Versuch einer allgemeinen Sprachlehre, Halle
									1801., nebst dem Auszug: Lehrbuch der allgemeinen Grammatik für
									Schulen Halle 1806</label>
            <p>Gemeint ist Johann Severin Vaters (1771–1826) <hi>Lehrbuch der
										allgemeinen Grammatik besonders für höhere Schul-Classen,
										mit Vergleichung älterer und neuerer Sprachen</hi> (1805),
									das laut Vorrede gerade kein Auszug aus dem <hi>Versuch einer
										allgemeinen Sprachlehre</hi> (1801) sein will, sondern eine
									Neubearbeitung eines bestimmten Teils desselben als Lehrbuch für
									Gymnasien.</p></note>
        </div></lem>
      <rdg wit="#a" type="ppl"><div n="174_a" type="section" id="section_a_1_174">
          <head>174.</head>
          <p>Gemeiniglich pflegt man jetzt zu der <hi>theoretischen</hi>
								Philosophie die <index indexName="subjects-index">
              <term>Logik</term>
            </index><hi>Logik</hi>, (<hi>Vernunftlehre</hi>, Philosophiam
								rationalem) und die unter dem unbequemen Namen der <index indexName="subjects-index">
              <term>Metaphysik</term>
            </index><hi>Metaphysik</hi> zusammengefaßten Wissenschaften zu
								rechnen, auch beyderley Wissenschaften mit dem Namen der
								Philosophiae primae zu belegen, weil sie bey den praktischen
								Wissenschaften zum Grunde liegen. Die erstre heißt auch, aus dem §.
									<ref target="#section_a_1_172">172.</ref>
            <choice>
              <abbr>Anm.</abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 1. angegebnen Grunde, die <index indexName="subjects-index">
              <term>Instrumentalphilosophie</term>
            </index><hi>Instrumentalphilosophie</hi>.</p>
          <note place="end">Zwar sollte diese Instrumentalphilosophie nicht bloß
								auf die Logik eingeschränkt werden. Denn, weil diese sich eigentlich
								nur mit Leitung des Verstandes oder der obern Kräfte der Seele
								beschäftigt, die untern Kräfte aber eben sowohl einer richtigen
								Leitung bedürfen, und der rechte Gebrauch von beyderley
								Seelenkräften nebst der Mittheilung unsrer Gedanken sehr vom
								richtigen Gebrauch der Sprache abhängt: so gehörte die <index indexName="subjects-index">
              <term>Aesthetik</term>
            </index><hi>Aesthetik</hi> und die <hi>allgemeine Grammatik</hi> mit
								eben so vielem Recht zur Instrumental<pb edRef="#a" n="165"/>philosophie. Aber die letzte ist noch nicht so bekannt, wie sie es
								verdiente, sie ist daher auch noch nicht zu den Rang einer besondern
								Wissenschaft erhoben worden. Und was man unter dem Namen der
									<hi>Aesthetik</hi> hat, schränkt sich auf <index indexName="subjects-index">
              <term>Schönheit</term>
            </index><hi>Schönheit</hi> ein, ist Philosophie für die schönen
								Wissenschaften; nach dem Sprachgebrauch aber zählt man die strengern
								Wissenschaften zur eigentlichen Philosophie, und was die Leitung der
								untern Seelenkräfte zur Beförderung der <index indexName="subjects-index">
              <term>Wahrheit</term>
            </index><hi>Wahrheit</hi> angeht, wird, wie das wenige Allgemeine
								von Sprache, so weit beydes wissenschaftlich behandelt ist, in der
								Logik erwehnt, weil es bey rechten Gebrauch des Verstandes zur
								Grundlage dient.</note>
        </div></rdg>
    </app>
  </div>
  <div type="section-group" id="section_1_178-193">
    <app>
      <lem>
        <div n="178" type="section" id="section_1_178">
          <head>178.</head>
          <p>Da die <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Logik</term>
                </index>Logik 1)</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Logik</hi></rdg>
            </app> die <app>
              <lem>allgemeinen</lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>allgemeinen</hi></rdg>
            </app> Regeln, und zwar <app>
              <lem>2)</lem>
              <rdg type="om" wit="#c"/>
            </app> des <app>
              <lem>Denkens überhaupt</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c"><hi>Denkens überhaupt</hi></rdg>
            </app>, enthalten soll (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_177">177</ref>):</lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><ref target="#section_1_177">177.</ref>),</rdg>
            </app> so muß man darin 1) von allen besondern Arten der Gegenstände
								absehen, auf die das Denken gerichtet ist, und bloß die Form des
								Denkens in Anschlag nehmen; sie muß eine <hi>allgemeine</hi>
            <pb edRef="#b" n="202"/> oder <hi>Elementar-Logik</hi> seyn, die den
								allgemeinen Gebrauch des Verstandes <app>
              <lem>lehre</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">lehrt</rdg>
            </app>; 2) <app>
              <lem>müßte</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">muß</rdg>
            </app> sie, ohne Rücksicht auf diesen und jenen <index indexName="subjects-index">
              <term>Verstand</term>
            </index>Verstand, nur die schlechthin nothwendigen Gesetze des
								Denkens in sich fassen, ohne die gar kein Gebrauch des Verstandes
								möglich <app>
              <lem>ist,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">ist;</rdg>
            </app> sie <app>
              <lem>müßte</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">darf</rdg>
            </app> also gar nicht auf Gründen <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">unserer</rdg>
            </app> Erfahrung, sondern auf lauter Grundsätzen a priori beruhen, <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>d. i.</abbr>
                  <expan>das ist</expan>
                </choice>
              </lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">d. i.,</rdg>
            </app> eine <hi>reine Logik</hi> seyn. Indessen soll sie doch
								eigentlich den <hi>menschlichen</hi> Verstand in Erkenntniß der
								Wahrheit leiten, und daher <app>
              <lem><hi>unsern</hi></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>unseren</hi></rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Bedürfnisse</term>
            </index>Bedürfnissen angemessen seyn. Zu diesem Zweck muß sie also
								Vieles aufnehmen, was wir von unsern <pb edRef="#c" n="183"/>
								Kräften und den Regeln, wodurch diese geleitet werden, von deren
								Einschränkungen, von den in uns und <app>
              <lem><hi>unsern</hi></lem>
              <rdg type="v" wit="#c"><hi>unseren</hi></rdg>
            </app> Umständen liegenden Hindernissen der Erkenntniß der Wahrheit,
								von den uns möglichen Mitteln, Wahrheit zu finden und Irrthum zu
								vermeiden, nur aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrung</term>
            </index>Erfahrung wissen, und daher Manches aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Psychologie</term>
            </index>Psychologie, und überhaupt aus der <index indexName="subjects-index">
              <term>Anthropologie</term>
            </index>Anthropologie, entlehnen. Weil nun alsdann die allgemeinen
								reinen Verstandesgesetze auf den menschlichen Verstand, nach dessen
								Einschränkungen und Hindernissen, angewendet werden, dergestalt, daß
								gezeigt werden soll, wie unser Verstand auch <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">bei</rdg>
            </app> diesen Einschränkungen richtig denken solle: so nennen
								Manche, nach <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName></hi>
									(<ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_178_1"/>Kritik
								der reinen Vernunft <choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Seite</expan>
            </choice> 77) diese Anweisung, die sich auch mit auf empirische
								Grundsätze gründet, <app>
              <lem>im</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">zum</rdg>
            </app> Unterschiede von der <hi>reinen Logik</hi>, die allein nur
								eine Wissenschaft im strengsten Verstande ist, <app>
              <lem>die</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>die</hi></rdg>
            </app>
            <hi>angewandte Logik</hi>, welche alsdann noch <pb edRef="#b" n="203"/> immer eine <hi>allgemeine Logik</hi> ist, <app>
              <lem>so fern</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">sofern</rdg>
            </app> sie den rechten Gebrauch des Verstandes, ohne Rücksicht auf <app>
              <lem><hi>besondre</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>besondere</hi></rdg>
            </app>
            <hi>Gegenstände</hi>, lehrt, ob sie gleich, <app>
              <lem>ausser</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">außer</rdg>
            </app> den allgemeinen Gesetzen des Denkens, auch die besondern für
								den menschlichen Verstand in sich faßt. – Der <hi>reinen</hi> und
									<hi>angewandten</hi> Logik <app>
              <lem>zusammen genommen (beyde</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">zusammengenommen (beide</rdg>
            </app> mögen übrigens besonders vorgetragen oder vermischt werden),
								könnte man den Namen der <hi>Logik im</hi>
            <app>
              <lem><hi>weitern</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>weiteren</hi></rdg>
            </app>
            <hi>Verstande</hi> geben.</p>
          <note n="1" place="end"><app>
              <lem><choice>
                  <abbr>Anm.</abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Anm.</hi></rdg>
            </app> 1. Billig sollte indeß <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
            </app> dem <app>
              <lem>Vortrag</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Vortrage</rdg>
            </app> der Logik die reine von dieser angewandten geschieden, und
								erst jene besonders, alsdann diese vorgetragen, <app>
              <lem><choice>
                  <abbr>d. i.</abbr>
                  <expan>das ist</expan>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">d. i.,</rdg>
            </app> es sollten erst <app>
              <lem>hinterdrein</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">nachher</rdg>
            </app> die allgemeinen Gesetze des Denkens auf den Gebrauch des
								menschlichen Verstandes angewendet werden. Einen Versuch findet man
								davon gemacht in dem <hi>Grundriß der allgemeinen Logik und
									kritischen Anfangsgründe der allgemeinen Metaphysik,</hi>
            <pb edRef="#c" n="184"/>
            <hi>von</hi>
            <index indexName="persons-index">
              <term>Jakob, Ludwig Heinrich von</term>
            </index><persName ref="textgrid:253m8"><app>
                <lem><hi>Ludw. Heinr.</hi></lem>
                <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Ludwig Heinrich</hi></rdg>
              </app>
              <hi>Jakob</hi></persName>, <app>
              <lem>zweyte</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">zweite</rdg>
            </app> umgearbeitete Auflage, Halle <app>
              <lem>1791<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253mb"/> in</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">1791.</rdg>
            </app> 8.</note>
          <note n="2" place="end"><app>
              <lem><choice>
                  <abbr>Anm.</abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Anm.</hi></rdg>
            </app> 2. Mit dem Namen der <hi>angewandten Logik</hi> belegen auch
								Manche das, was sie, im Unterschiede von der allgemeinen Logik, die
									<hi>besondere</hi> Logik nennen, oder die <index indexName="subjects-index">
              <term>Methodenlehre</term>
            </index><hi>Methodenlehre</hi>
            <app>
              <lem>(nehmlich</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">(nämlich</rdg>
            </app> die <app>
              <lem>besondre</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">besondere</rdg>
            </app>, nicht <app>
              <lem>transcendentelle</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>transcendentelle</hi></rdg>
            </app>, welche <app>
              <lem>letztre</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">letztere</rdg>
            </app> einen Haupttheil der Kritik der reinen Vernunft ausmacht),
								worin Regeln zum rechten Gebrauch des Verstandes, in Rücksicht auf <app>
              <lem><hi>besondre</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>besondere</hi></rdg>
            </app>
            <hi>Arten</hi> von <hi>Gegenständen</hi>, vorgetragen werden. Diese
								bleibt eben hierdurch von der <hi>allgemeinen angewandten</hi>
            <pb edRef="#b" n="204"/> Logik, die in dem §. beschrieben ist,
								verschieden. Das <app>
              <lem>meiste</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Meiste</rdg>
            </app>, was zu dieser <app>
              <lem>letztern</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">letzteren</rdg>
            </app> allgemeinen gehört, macht den Inhalt desjenigen aus, was man
								gemeiniglich <hi>praktische Logik</hi> nennt, und darunter gewisse
								Uebungen nach den Regeln der Logik, <choice>
              <abbr>z. B.</abbr>
              <expan>zum Beispiel</expan>
            </choice> im Bücherlesen, Disputiren, <app>
              <lem>Vortrag</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Vortrage</rdg>
            </app> überhaupt <choice>
              <abbr>u. s. f.</abbr>
              <expan>und so ferner</expan>
            </choice> begreift.</note>
          <note n="3" place="end"><app>
              <lem><choice>
                  <abbr>Anm.</abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Anm.</hi></rdg>
            </app> 3. Die Logik soll also eben sowohl den rechten <index indexName="subjects-index">
              <term>Gebrauch</term>
            </index>Gebrauch des Verstandes lehren, als den unrechten
								verhindern, folglich auch in dieser letztern Absicht verhüten, daß
								man nicht das für wahr halte, was nur wahr <app>
              <lem><hi>scheint</hi>,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>scheint</hi></rdg>
            </app> (das heißt nicht: was wahrscheinlich <app>
              <lem>ist,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">ist;</rdg>
            </app> denn dies <app>
              <lem>letztre ist wahr, und nur eine mangelhafte Erkenntniß</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">Letztere kann wahr seyn</rdg>
            </app>, sondern: was trüglich ist). Da nun die <index indexName="subjects-index">
              <term>Dialektik</term>
            </index><hi>Dialektik</hi> der Alten auch lehrte, scheinbar etwas
								darzustellen, oder Blendwerken den Anstrich der Wahrheit zu geben, <app>
              <lem>dies</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">dieß</rdg>
            </app> aber unanständig ist; da es sich hingegen sehr der Mühe
								verlohnt, zu zeigen, wie man Schein von Wahrheit unterscheiden
								solle: so nennt <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName></hi>
									(<ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_178_2"/><app>
              <lem>K. d. R. V.</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">Krit. d. reinen Vern.,</rdg>
            </app>
            <choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Seite</expan>
            </choice> 85 <choice>
              <abbr>f.</abbr>
              <expan>folgend</expan>
            </choice> 249 <choice>
              <abbr>f.</abbr>
              <expan>folgend</expan>
            </choice>) den Theil der Logik, der eine Kritik des Scheins der
								Wahrheit enthält, die <hi>Dialektik</hi> (im engern Verstande also; <choice>
              <abbr>vergl.</abbr>
              <expan>vergleiche</expan>
              <expan>verglichen</expan>
            </choice> §. <app>
              <lem><ref target="#section_1_177">177</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_177">177.</ref></rdg>
            </app>) oder die <hi>Logik des Scheins</hi>, und den Theil
								derselben, welcher den rechten Gebrauch der Vernunft zeigt, die
									<index indexName="subjects-index">
              <term>Analytik</term>
            </index><hi>Analytik (Logik der Wahrheit)</hi>, weil sie das formale <app>
              <lem>Geschäfte</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Geschäft</rdg>
            </app> des Verstandes in seine Elemente <app>
              <lem>auflöst. –</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">auflößt.</rdg>
            </app></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_178_1">
            <label>Kritik der reinen Vernunft</label>
            <p>Gemeint ist die zweite Auflage (vgl. I § 167; I §
								176).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_178_2">
            <label>K. d. R. V.</label>
            <p>D.i. <hi>Kritik der reinen Vernunft</hi> (vgl. I § 183; I § 199),
									gemeint ist die zweite Auflage aus dem Jahr 1787 (vgl. I § 167;
									I § 176).</p></note>
        </div>
        <div n="179" type="section" id="section_1_179">
          <head><pb edRef="#c" n="185"/> 179.</head>
          <p>Wenn uns die <app>
              <lem>Logik</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Logik</hi></rdg>
            </app> die allgemeinen und nothwendigen <index indexName="subjects-index">
              <term>Regeln</term>
            </index>Regeln des Denkens <app>
              <lem>überhaupt</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">überhaupt,</rdg>
            </app> und <pb edRef="#b" n="205"/> ihre Anwendung auf den
								menschlichen Verstand lehren soll (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_178">178</ref>):</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_178">178.</ref>),</rdg>
            </app> so muß sie <hi>erstlich</hi> jene <hi>Regeln</hi>
            <app>
              <lem><hi>selbst</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v">selbst</rdg>
            </app> vortragen. Sie muß daher 1) zeigen, wie und nach welchen
								Gesetzen der <index indexName="subjects-index">
              <term>Verstand</term>
            </index>Verstand verfährt (<hi>Logische Elementarlehre</hi>), und zu
								dem Ende <hi>theils</hi> den Unterschied des Verstandes von der
								Sinnlichkeit (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_177">177</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_177">177.</ref></rdg>
            </app>
            <choice>
              <abbr>Anm.</abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 2.), die <app>
              <lem>verschiednen</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
            </app> Arten der Vorstellungen, und der Erkenntnisse <app>
              <lem>insbesondre,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">insbersondere</rdg>
            </app> mit ihren <app>
              <lem>verschiednen</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
            </app> Vollkommenheiten darstellen, <hi>theils</hi> die besondern
								Wirkungen des <app>
              <lem>Verstandes</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Verstandes,</rdg>
            </app> und dessen Wirkungen in Bildung und Beurtheilung der
								Begriffe, Urtheile und Schlüsse, mit den Regeln, wonach er <app>
              <lem>dabey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">dabei</rdg>
            </app> richtig verfährt, darstellen; und 2) lehren, wie diese
								einzelnen Wirkungen, Begriffe <choice>
              <abbr>u. s. w.</abbr>
              <expan>und so weiter</expan>
            </choice> aufs deutlichste gemacht, und in eine solche Vereinigung
								gebracht werden, daß daraus ein möglichst <app>
              <lem>vollkommnes</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">vollkommenes</rdg>
            </app> Ganze oder System der Erkenntniß entstehe (<hi>Logische</hi>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Methodenlehre</term>
            </index>Methodenlehre). – <hi>Hernach</hi> muß sie diese Regeln in
								Hinsicht auf die mannigfaltigen Einschränkungen des menschlichen
								Verstandes vorlegen, <app>
              <lem>so</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">was</rdg>
            </app> in der angewandten Logik oder in dem Theile derselben
								geschieht, worin sie, neben jenen allgemeinen Regeln, <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrungssätze</term>
            </index>Erfahrungssätze zu Hülfe nehmen muß. Sie muß diese
								Einschränkungen selbst erklären, sie mögen von der Sinnlichkeit,
								welche die Gegenstände dem Verstande zuführt, oder von den Mängeln
								und Fehlern <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
            </app> Einbildungskraft und unsers Gedächtnisses, oder von der
								Unvollkommenheit <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
            </app> Aufmerksamkeit, <pb edRef="#c" n="186"/> oder den Mängeln und
								Fehlern der Sprache, und überhaupt der Zeichen, ohne die <pb edRef="#b" n="206"/> wir nicht denken können, oder von <app>
              <lem>äusserlichen</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">äußerlichen</rdg>
            </app> Umständen herrühren. Sie muß die <app>
              <lem>verschiednen</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
            </app> Arten und Quellen des bloßen Scheins der <index indexName="subjects-index">
              <term>Wahrheit</term>
            </index>Wahrheit, der Irrthümer und des Mangels der Ueberzeugung,
								aufdecken, und zeigen, wie diese Fehler zu entdecken, oder wie ihnen
								abzuhelfen <app>
              <lem>sey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">sei</rdg>
            </app>. Sie muß zugleich die Mittel angeben, wie man die Erkenntniß
								der Wahrheit <app>
              <lem>erweitere;</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">erweitern,</rdg>
            </app> was für Eigenschaften man selbst dazu mitbringen, und wie man
								einen richtigen Gebrauch von den <index indexName="subjects-index">
              <term>Quellen</term>
            </index>Quellen der Wahrheit, sowohl der <app>
              <lem>eignen</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">eigenen</rdg>
            </app> und fremden Erfahrung, als auch der Vernunft, machen müsse.
								Endlich muß sie auch lehren, wie man <app>
              <lem>bey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
            </app> Mittheilung der erkannten Wahrheit an Andere, zu verfahren
								habe.</p>
        </div></lem>
      <rdg wit="#a" type="ppl"><div n="175_a" type="section" id="section_a_1_175">
          <head>175.</head>
          <p>Die <index indexName="subjects-index">
              <term>Logik</term>
            </index><hi>Logik</hi> ist eine Wissenschaft von dem rechten
								Gebrauch der Vernunft. Weil dieser aber richtige Empfindungen und
								deren rechten Gebrauch voraussetzt, und er sich, eben sowohl in
								Ueberzeugung Andrer von erkannter Wahrheit, als in Auffindung der
								Wahrheit selbst, äussert: so bekommt sie dadurch einen weitern
								Umfang, als es nach jenem Begriff scheinen möchte. Sie sollte
								demnach zeigen: wie wir zu verschiednen Arten von Begriffen
								gelangen, daraus Urtheile bilden, und daraus Schlüsse herleiten; wie
								wir Wahrheit finden, und sie von dem, was falsch ist, oder nur wahr
								scheint, unterscheiden; wie wir überhaupt das Erkannte richtig
								ausdrücken, und auch Andern die erkannte Wahrheit so mittheilen
								sollten, daß sie davon überzeugt, und von falschen oder blendenden
									<index indexName="subjects-index">
              <term>Vorstellungen</term>
            </index>Vorstellungen zurückgebracht würden. Sie sollte also auch
								die <pb edRef="#a" n="166"/> verschiednen Arten der menschlichen
								Erkenntniß, ihre guten Eigenschaften und Fehler vorstellen, die
								Ursachen von beyden entdecken und die Mittel angeben, wie jene
								erhalten und befördert, diese verhütet, gehoben, oder doch
								vermindert werden können.</p>
        </div>
      </rdg>
    </app>
    <app type="structural-variance">
      <lem><div n="180" type="section" id="section_1_180">
          <head><seg id="var_1_176_a_head"><app>
                <lem>180</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">176</rdg>
              </app>.</seg></head>
          <p><seg id="var_1_176_a_p1"><app>
                <lem>Der</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">Ihr</rdg>
              </app>
              <index indexName="subjects-index">
                <term>Nutzen</term>
              </index>Nutzen <app>
                <lem>dieser Wissenschaft</lem>
                <rdg wit="#a" type="om"/>
              </app> ist <app>
                <lem>gar nicht zu verkennen, <app>
                    <lem>so bald</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">sobald</rdg>
                  </app> man nur weiß, was sie <app>
                    <lem>ist</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">ist,</rdg>
                  </app> und leisten <app>
                    <lem>kan</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
                  </app>, und den Werth dessen, was sie leistet, zu
											schätzen <app>
                    <lem>weiß</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">versteht</rdg>
                  </app></lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">sonach augenscheinlich, und man kan
											sie zu keiner Art gründlicher Kenntnisse in den
											Wissenschaften entbehren</rdg>
              </app>.</seg>
            <app>
              <lem>– Was ist der Mensch, der keinen Verstand hat, oder,
										welches ohngefähr <app>
                  <lem>einerley</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">einerlei</rdg>
                </app> ist, <app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt">der</rdg>
                </app> ihn nicht recht zu <app>
                  <lem>brauchen weiß?</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">gebrauchen weiß!</rdg>
                </app> Wie unendlich vielen Verirrungen im Denken, und, da
										hievon auch die Verderbnisse des Herzens oder Willens nebst
										allen Ausschweifungen abhängen, die aus Fehlern in
										Begriffen, Urtheilen und Schlüssen <app>
                  <lem>entstehen,</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">entstehen:</rdg>
                </app> wie sehr der Macht böser Neigungen und Eindrücke ist
										er <app>
                  <lem>ausgesetzt?</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">ausgesetzt,</rdg>
                </app> oft und alsdann unvermeidlich ausgesetzt, wenn er den
										Schein falscher Vorstellungen nicht von <index indexName="subjects-index">
                  <term>Wahrheit</term>
                </index>Wahrheit zu unterscheiden <app>
                  <lem>weiß.</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">weiß!</rdg>
                </app> Die <index indexName="subjects-index">
                  <term>Ursachen</term>
                </index>Ursachen dieser <pb edRef="#b" n="207"/> Mängel,
										Verirrungen und Blendwerke kennen, und wissen, wie man sie
										entdecken und vermeiden soll, ist denn doch <app>
                  <lem>schon</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">selbst</rdg>
                </app> der halbe Weg zur <app>
                  <lem/>
                  <rdg type="pt" wit="#c">wahren</rdg>
                </app>
                <index indexName="subjects-index">
                  <term>Glückseligkeit</term>
                </index>Glückseligkeit, auf <app>
                  <lem>den</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">dem</rdg>
                </app> man wenigstens nie sicher fortschreiten <app>
                  <lem>kan</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
                </app>, ohne von richtigen Regeln des Verstandes geleitet zu
										werden. – <pb edRef="#c" n="187"/> Und sind diese Regeln der
											<index indexName="subjects-index">
                  <term>Probierstein</term>
                </index>Probierstein aller Wahrheit; giebts keine
										Wissenschaft, wo sie nicht müßten zum Grunde liegen, um <app>
                  <lem>alles</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
                </app> danach zu <app>
                  <lem>prüfen,</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">prüfen</rdg>
                </app> und richtig zu verbinden; so bleibt die Logik zu
										jeder Wissenschaft, wozu sie die Vorbereitung enthält, wie
										zu aller <app>
                  <lem>Untersuchung</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">Untersuchung,</rdg>
                </app> unentbehrlich. – Man hat es auch mit Recht als
										merkwürdig anerkannt, daß sie – wenn man allenfalls die
										Wegräumung einiger <app>
                  <lem>entbehrlichen</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">entbehrlicher</rdg>
                </app> Subtilitäten, oder die Verbannung dessen, was <app>
                  <lem>andern</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">anderen</rdg>
                </app> Wissenschaften angehört, oder einige genauere
										Bestimmungen und mehrere Regelmäßigkeit im <app>
                  <lem>Vortrag,</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">Vortrag</rdg>
                </app> abrechnet – seit <index indexName="classics-index">
                  <term><persName>Aristoteles</persName></term>
                </index><persName ref="textgrid:24h0d"><app>
                    <lem>Aristoteles</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v"><hi>Aristoteles</hi></rdg>
                  </app></persName> Zeit keinen Schritt weder <app>
                  <lem>habe</lem>
                  <rdg wit="#c" type="om"/>
                </app> vor- noch rückwärts <app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt">habe</rdg>
                </app> thun dürfen, <app>
                  <lem>und</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">sie</rdg>
                </app> also eine fast vollendete Wissenschaft zu seyn <app>
                  <lem>schiene</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">scheine</rdg>
                </app>. – Nur muß man nicht mehr von ihr fordern, oder ihr
										mehr zuschreiben, als sie ihrer Natur nach <app>
                  <lem>liefern kan</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">leisten kann</rdg>
                </app>. Denn sie <app>
                  <lem>betrift</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">betrifft</rdg>
                </app> doch nur die <index indexName="subjects-index">
                  <term>Form</term>
                </index><hi>Form</hi> der Erkenntniß (§. <app>
                  <lem><ref target="#section_1_177">177</ref></lem>
                  <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_177">177.</ref></rdg>
                </app>), und in ihr kommt die <index indexName="subjects-index">
                  <term>Materie</term>
                </index>Materie oder <app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt">der</rdg>
                </app> Stoff zur Erkenntniß gar nicht in Anschlag (§. <app>
                  <lem><ref target="#section_1_178">178</ref></lem>
                  <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_178">178.</ref></rdg>
                </app>); dieser muß ihr also erst anderwärtsher gegeben
										werden, und sie prüft und verbindet ihn nur; auch gehört zur
										richtigen Erkenntniß eben sowohl Untersuchung ihres Inhalts,
										als ihrer Form. <hi>Ohne</hi> Kenntniß und Beobachtung der
											<index indexName="subjects-index">
                  <term>Regeln</term>
                </index>Regeln des <app>
                  <lem>Verstandes kan</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">Verstandes, kann</rdg>
                </app> also zwar <pb edRef="#b" n="208"/> keine <app>
                  <lem>sichre</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">sichere</rdg>
                </app> Erkenntniß je erhalten werden; aber allein führt
										diese Kenntniß zur Wahrheit nicht; und wer es darauf anlegen
										wollte, ohne anderweitige Erkundigung nach den Gegenständen
										selbst, bloß mit der Logik die Gegenstände zu beurtheilen,
										oder gar neue Wahrheit zu erfinden, der würde sich und <app>
                  <lem>Andre</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">Andere</rdg>
                </app> sehr betrügen, und höchstens die armselige Kunst zur
										Ausbeute bekommen, was er wollte, mit einigen Schein zu
										behaupten oder zu bestreiten.</lem>
              <rdg wit="#a" type="om"/>
            </app></p>
        </div>
        <div n="181" type="section" id="section_1_181">
          <head><pb edRef="#c" n="188"/>
            <app>
              <lem>181.</lem>
              <rdg wit="#a" type="om"/>
            </app></head>
          <p><seg id="var_1_176_a_p2"><app>
                <lem>Legt</lem>
                <rdg wit="#a" type="v"><milestone type="structure" edRef="#a" unit="no-p"/>Wirft</rdg>
              </app> man <app>
                <lem>hingegen dieser Wissenschaft nicht mehr <app>
                    <lem>bey</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
                  </app>, als bisher gesagt worden <app>
                    <lem>ist:</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">ist,</rdg>
                  </app> so wird man ihr auch nicht mit Recht die Vorwürfe
											machen <app>
                    <lem>können: –</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">können,</rdg>
                  </app></lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">ihr dagegen vor: –</rdg>
              </app> daß sie, wenigstens so wie wir sie in den gewöhnlichen
									Lehrbüchern haben, das nicht <app>
                <lem>leiste,</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">leiste</rdg>
              </app> was sie sollte; <app>
                <lem></lem>
                <rdg wit="#c" type="om"/>
              </app> daß sie hingegen mit vielen <app>
                <lem>Spitzfündigkeiten</lem>
                <rdg wit="#a #c" type="v">Spitzfindigkeiten</rdg>
              </app> und unnützen Dingen angefüllt <app>
                <lem>sey; –</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">sei;</rdg>
              </app> daß sie nur Gelegenheit gebe, Armuth an Kenntnissen durch
									den <index indexName="subjects-index">
                <term>Schein</term>
              </index>Schein tieferer Einsichten zu bedecken; <app>
                <lem>und – daß</lem>
                <rdg wit="#c" type="om"/>
              </app> eine natürliche Logik <app>
                <lem/>
                <rdg wit="#c" type="pt">uns</rdg>
              </app> weit mehr werth <app>
                <lem>sey</lem>
                <rdg type="v" wit="#a">sey,</rdg>
                <rdg wit="#c" type="pp">seyn müsse,</rdg>
              </app> als <app>
                <lem>eine kunstmäßige. <app>
                    <lem></lem>
                    <rdg type="om" wit="#c"/>
                  </app> Der dritte Vorwurf <app>
                    <lem>trift</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">trifft</rdg>
                  </app> doch diese Wissenschaft selbst so wenig, als
											diejenigen, welche ihren vorhin bestimmten
											eingeschränkten Zweck und Werth erkennen; er <app>
                    <lem>trift</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">trifft</rdg>
                  </app> nur die, welche sich von ihr überspannte Begriffe
											machen, oder, anstatt die <index indexName="subjects-index">
                    <term>Regeln</term>
                  </index>Regeln dieser Wissenschaften zu nutzen, um
												<index indexName="subjects-index">
                    <term>Wahrheit</term>
                  </index>Wahrheit von Schein sorgfältig zu unterscheiden,
											geflissentlich darauf <app>
                    <lem>ausgehn</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">ausgehen</rdg>
                  </app>, <index indexName="subjects-index">
                    <term>Blendwerke</term>
                  </index>Blendwerke statt gegründeter Wahrheit
											unterzuschieben. – Aus <pb edRef="#b" n="209"/> den
											Lehrbüchern, <app>
                    <lem>die</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">welche</rdg>
                  </app> diese Wissenschaften vortragen, ist doch schon
											vieles Entbehrliche und Fremde verbannt, in sie mehr
											Bestimmtheit und Ordnung gebracht, selbst reine und <app>
                    <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
                        <sic>empyrische</sic>
                        <corr type="authorial">empirische</corr>
                      </choice></lem>
                    <rdg type="typo-correction" wit="#c">empirische</rdg>
                  </app> Logik mehr von einander gesondert worden; und man
											hätte wohl Ursach, erst genau zu untersuchen, ob das,
											was noch von leerer <app>
                    <lem>Spitzfündigkeit soll</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">Spitzfindigkeit</rdg>
                  </app> zurück geblieben seyn <app>
                    <lem/>
                    <rdg wit="#c" type="pt">soll</rdg>
                  </app>, diesen Namen auch wirklich verdiene, ehe man
											etwas für unnütz oder für leeres Spielwerk erklärt. –
											Endlich, eine <hi>natürliche</hi> Logik, die von einer
												<hi>künstlichen</hi> unterschieden seyn soll, <app>
                    <lem>kan</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
                  </app> doch anders nichts <app>
                    <lem>seyn</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">seyn,</rdg>
                  </app> als eine Sammlung von richtigen Gesetzen des
											Denkens, die man sich nur nicht deutlich, oder nicht als
											Theile eines wohl zusammenhängenden Ganzen, denkt; so
											wie die kunstmäßige, wenn man sie nicht, aus
											Unwissenheit, oder um <pb edRef="#c" n="189"/> sie nur
											verächtlich zu machen, anders sich oder Andern
											vorstellt, als wie sie wirklich ist, nichts anders seyn <app>
                    <lem>kan</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
                  </app>, als ein wirkliches <index indexName="subjects-index">
                    <term>System</term>
                  </index>System der Regeln des Verstandes. Und alsdann <app>
                    <lem>übertrift</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">übertrifft</rdg>
                  </app> letztere die <app>
                    <lem>erstre</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">erstere</rdg>
                  </app> eben so sehr, als deutliche und zusammenhängende
											Erkenntniß die undeutliche und fragmentarische. Eine
											solche Logik macht uns nicht nur auf Vieles aufmerksam,
											was wir sonst wohl übersehen hätten, sondern sie sichert
											uns auch <app>
                    <lem>für</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">vor</rdg>
                  </app> der Gefahr, Schein für Wirklichkeit zu nehmen;
											sie führt zu allgemeinen Sätzen, die <app>
                    <lem>bey</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
                  </app> jeder Art von <app>
                    <lem>Erkenntniß</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Erkenntniß,</rdg>
                  </app> und in allen Fällen, wo wir denken und
											untersuchen, unentbehrlich sind; sie erspart uns also
											auch Umwege, und macht <app>
                    <lem>unsre</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
                  </app> Tritte sicherer.</lem>
                <rdg wit="#a" type="ppl">die kunstmäßige: so sollte man 1)
											so gerecht seyn und ihr das nicht zum Vorwurf machen,
											was man gegen alle menschliche Kenntniß und
											Wissenschaften sagen kan, daß sie eines steten <index indexName="subjects-index">
                    <term>Wachsthum</term>
                  </index><choice>
                    <sic>Wachsthum</sic>
                    <corr type="editorial">Wachsthums</corr>
                  </choice> fähig sind, und nach und nach erst sich der
												<index indexName="subjects-index">
                    <term>Vollkommenheit</term>
                  </index>Vollkommenheit nähern; sich eben diese Mängel
											dazu ermuntern lassen, ihre Gränzen und deren <index indexName="subjects-index">
                    <term>Cultur</term>
                  </index>Cultur, wenn man es vermöchte, nach den
											weitaussehenden Begriffen zu erweitern, die man sich mit
											Recht von dem macht, was sie leisten sollte; und, könnte
											man dieses nicht selbst, wenigstens das dankbar
											brauchen, worin sie unsern Bedürfnissen zu Hülfe
											kommt.</rdg>
              </app></seg></p>
          <app>
            <lem/>
            <rdg wit="#c" type="ptl"><note place="end"><choice>
                  <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice> Unter einer Menge Lehrbüchern der <hi>Logik</hi>,
										welche wir in neueren Zeiten erhalten haben, zeichnen sich
										aus: <list>
                  <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_181_1"/><index indexName="persons-index">
                      <term>Kant, Immanuel</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">I.
												Kant's</persName></hi> Logik. Königsberg 1806.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253np"/></item>
                  <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_181_2"/><index indexName="persons-index">
                      <term>Kiesewetter, Johann Gottfried Carl
												Christian</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253nr">J. G. E.
												F. Kiesewetter's</persName></hi> Grundriß einer
												allgemeinen Logik, 2 Bände. Berlin 1802.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253nt"/></item>
                  <item><index indexName="persons-index">
                      <term>Fries, Jakob Friedrich</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253nv">J. F.
												Frieß</persName></hi> System der Logik. Heidelberg
												1811.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253nx"/></item>
                  <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_181_3"/><index indexName="persons-index">
                      <term>Maaß, Johann Gebhard Ehrenreich</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253nz">F. E.
												Maaß</persName></hi> Logik. Halle 1800.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253p3"/></item>
                </list></note></rdg>
          </app>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_181_1">
            <label>I. Kant's Logik. Königsberg 1806</label>
            <p>Hier dürfte es sich um Immanuel Kants <hi>Logik. Ein Handbuch zu
										Vorlesungen</hi> (1800) handeln, das Gottlob Benjamin Jäsche
									(1762–1842) im Auftrage Kants zum Druck befördert und
									herausgegeben hat und das daher nicht selten auch als
									„Jäsche-Logik“ bezeichnet wird.</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_181_2">
            <label>J. G. E. F. Kiesewetter's Grundriß einer allgemeinen Logik, 2
									Bände. Berlin 1802</label>
            <p>Der erste Band von Johann Gottfried Carl Christian Kiesewetters
									(1766–1819) <hi>Grundriß einer allgemeinen Logik nach Kantischen
										Grundsätzen</hi> ist 1802 in dritter, der zweite Band 1806
									in zweiter Auflage erschienen.</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_181_3">
            <label>F. E. Maaß Logik. Halle 1800</label>
            <p>Gemeint ist Johann Gebhard Ehrenreich Maaß' (1766–1823)
										<hi>Grundriß der Logik. Zum Gebrauche bei Vorlesungen</hi>
									(1793; <hi rend="superscript">2</hi>1802; <hi rend="superscript">3</hi>1806). August Hermann Niemeyer hielt die
									Leichenpredigt auf Maaß.</p></note>
        </div></lem>
      <rdg type="varying-structure" wit="#a"><div type="section" id="section_a_1_176">
          <head><seg copyOf="#var_1_176_a_head"/></head>
          <join result="p" scope="branches" target="#var_1_176_a_p1 #var_1_176_a_p2"/>
        </div></rdg>
    </app>
    <app>
      <lem>
        <div n="182" type="section" id="section_1_182">
          <head><pb edRef="#b" n="210"/> 182.</head>
          <p>Indessen <app>
              <lem>ist</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">bleibt</rdg>
            </app> die <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Logik</term>
                </index>Logik</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Logik</hi></rdg>
            </app> doch nur eigentlich der <app>
              <lem>Vorhof</lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Vorhof</hi></rdg>
            </app> zur Philosophie, oder sie rüstet den Verstand, <app>
              <lem>der die Natur der</lem>
              <rdg wit="#c" type="typo-correction"><choice>
                  <sic>der die der</sic>
                  <corr type="editorial">der die Natur der</corr>
                </choice></rdg>
            </app> Dinge untersuchen will, nur mit den Regeln aus, ohne welche
								er nicht richtig und sicher verfahren <app>
              <lem>kan</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
            </app>. Die eigentliche Philosophie hingegen enthält die Kenntniß
								der Natur selbst, oder beschäftigt sich mit Begriffen, die nicht auf
								die Form des Verstandes, sondern auf die Dinge oder <index indexName="subjects-index">
              <term>Objecte</term>
            </index>Objecte selbst <app>
              <lem>gehn</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">gehen</rdg>
            </app>. Diese <hi>materielle Philosophie</hi> (§. <ref target="#section_1_177">177.</ref>) nennen <app>
              <lem>einige:</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Einige</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Metaphysik</term>
            </index><hi>Metaphysik im engern Verstande</hi>, weil sie
								ebendenselben Namen im weitern Verstande, aller <pb edRef="#c" n="190"/> reinen Philosophie, die Logik also mit einbegriffen,
								geben; und sie würde dann eben sowohl das in sich fassen, was man
								zur praktischen, als was man zur theoretischen <app>
              <lem>Philosophie,</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Philosophie</rdg>
            </app> zu rechnen pflegt. Gemeiniglich aber nimmt man
									<hi>Metaphysik</hi> so, daß man sie noch eben sowohl von der
								praktischen Philosophie, als von der <app>
              <lem>Logik,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Logik</rdg>
            </app> unterscheidet. <app>
              <lem>Dies</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">Dieß</rdg>
            </app> wäre also der <hi>engste</hi> Sinn des Worts (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_177">177</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_177">177.</ref></rdg>
            </app>
            <choice>
              <abbr>Anm.</abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 1.), der noch eine weitere Erläuterung verdient.</p>
        </div>
        <div n="183" type="section" id="section_1_183">
          <head>183.</head>
          <p>Alle vernünftige Wesen haben, als solche, das Vermögen, sich in ihren
								Handlungen unmittelbar nach der Vernunft zu <app>
              <lem>bestimmen,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">bestimmen;</rdg>
            </app> und darin besteht eben, was man <hi>praktische</hi>
            <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Freyheit</term>
                </index><hi>Freyheit</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Freiheit</hi></rdg>
            </app> oder <app>
              <lem><hi>Freyheit</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Freiheit</hi></rdg>
            </app>
            <hi>des Willens</hi> nennt, so wie <hi>sittlich, moralisch,
									praktisch</hi>, <app>
              <lem>alles</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
            </app> was sich auf <pb edRef="#b" n="211"/> diese <app>
              <lem>Freyheit</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Freiheit</rdg>
            </app> bezieht. <app>
              <lem>So fern</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">Sofern</rdg>
            </app> sich die Philosophie mit diesem <index indexName="subjects-index">
              <term>Sittliches</term>
            </index>Sittlichen beschäftigt, oder mit dem, was nach der Vernunft
								seyn und geschehen <hi>soll</hi>, heißt sie <app>
              <lem>die</lem>
              <rdg wit="#c" type="om"/>
            </app>
            <hi>praktische</hi>
            <app>
              <lem><hi>Philosophie</hi>, so fern</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Philosophie</hi>; sofern</rdg>
            </app> sie aber davon absieht, und das untersucht, was <hi>ist</hi>
								oder seyn <app>
              <lem><hi>kan</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>kann</hi></rdg>
            </app>, heißt sie die <hi>theoretische</hi> oder
									<hi>speculative</hi>. Soll <app>
              <lem>beyderley</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">beiderlei</rdg>
            </app> Philosophie eine eigentliche Wissenschaft im strengsten <app>
              <lem>Sinn seyn:</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">Sinne seyn,</rdg>
            </app> so muß sie sich nur auf Begriffe des <hi>reinen</hi>
								Verstandes stützen, und nur <hi>reine</hi>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunftsätze</term>
            </index>Vernunftsätze enthalten (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_176">176</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_176">176.</ref></rdg>
            </app>). <hi>Dergleichen</hi> theoretische Philosophie heißt, <app>
              <lem>bey <index indexName="persons-index">
                  <term>Kant, Immanuel</term>
                </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName></hi>
                <ref type="note" target="#noe_2_1_183_note1">*)</ref>,</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">bei <hi><persName>Kant</persName></hi>,
											<ref type="note" target="#noe_2_1_183_note1_c">*)</ref></rdg>
            </app>
            <hi>Metaphysik der Natur</hi>, und <hi>dergleichen</hi> praktische,
									<hi>Metaphysik der Sitten</hi>.</p>
          <app type="structural-variance">
            <lem><note n="1" id="noe_2_1_183_note1" place="end"><seg id="var_1_183_p1"><app>
                    <lem>*)</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp"><choice>
                        <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                        <expan>Anmerkung</expan>
                      </choice>
                      <choice>
                        <abbr>S.</abbr>
                        <expan>Siehe</expan>
                      </choice></rdg>
                  </app>
                  <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_183_1"/>Kritik <app>
                    <lem>der R. V.</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">d. rein. Vern.</rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>S.</abbr>
                    <expan>Seite</expan>
                  </choice> 868 <app>
                    <lem><choice>
                        <abbr>f.</abbr>
                        <expan>folgend</expan>
                      </choice></lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">f.,</rdg>
                  </app> und in der Vorrede zur <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_183_2"/><hi>Grundlegung der Metaphysik der Sitten</hi>,
											Riga 1785.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253p5"/>
                  <app>
                    <lem>in</lem>
                    <rdg wit="#c" type="om"/>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>gr.</abbr>
                    <expan>groß</expan>
                  </choice>
                  <app>
                    <lem>8.</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">8. –</rdg>
                  </app></seg></note>
              <note n="2" place="end"><app>
                  <lem><choice>
                      <abbr>Anm.</abbr>
                      <expan>Anmerkung</expan>
                    </choice> 1.</lem>
                  <rdg wit="#c" type="om"/>
                </app>
                <milestone edRef="#c" type="structure" unit="no-p"/><seg id="var_1_183_p2">Die gedachte <hi>Metaphysik der
												Natur</hi> ist eben das, was sonst gewöhnlich
												<hi>Metaphysik</hi>
                  <pb edRef="#c" n="191"/> oder <app>
                    <lem>Metaph.</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Metaphysik</rdg>
                  </app>
                  <hi>im engsten Verstande</hi> heißt (§. <ref target="#section_1_182">182</ref>); nur daß <index indexName="persons-index">
                    <term>Kant, Immanuel</term>
                  </index><persName ref="textgrid:2505p"><app>
                      <lem>Kant</lem>
                      <rdg wit="#c" type="v"><hi>Kant</hi></rdg>
                    </app></persName> der Metaphysik, wie sie in den
											gewöhnlichen Lehrbüchern erscheint, <app>
                    <lem>diese</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">die</rdg>
                  </app> Eigenschaft abspricht, daß sie durchaus
												<hi>reine</hi> Vernunft enthalte. Ein Versuch, die
											reinen Begriffe darin von den <app>
                    <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
                        <sic>empyrischen</sic>
                        <corr type="authorial">empirischen</corr>
                      </choice></lem>
                    <rdg wit="#c" type="typo-correction">empirischen</rdg>
                  </app> ganz abzusondern, ist schon §. <app>
                    <lem><ref target="#section_1_178">178</ref></lem>
                    <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_178">178.</ref></rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>Anm.</abbr>
                    <expan>Anmerkung</expan>
                  </choice> 1. angeführt worden. Uebrigens können manche
											Theile der Philosophie, der Erfahrungsgrundsätze gar
											nicht entbehren, und nie Wissenschaften im strengsten
											Verstande werden. Was dieses für Theile der Philosophie <app>
                    <lem>seyn</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">seyen</rdg>
                  </app>, wird sich in der Folge zeigen.</seg></note>
              <note n="3" place="end"><pb edRef="#b" n="212"/>
                <app>
                  <lem><choice>
                      <abbr>Anm.</abbr>
                      <expan>Anmerkung</expan>
                    </choice> 2.</lem>
                  <rdg wit="#c" type="om"/>
                </app>
                <milestone edRef="#c" type="structure" unit="p"/><seg id="var_1_183_p3">Diejenigen, welche theoretische
											und praktische Philosophie von einander scheiden, und
											die Logik zu jener rechnen, begreifen unter dem Namen
											der <hi>theoretischen</hi>, Logik und Metaphysik
											zugleich; sie nennen auch <app>
                    <lem>beyde</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">beide</rdg>
                  </app> Wissenschaften <app>
                    <lem>zusammen,</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">zusammen</rdg>
                  </app> die Philosophiam primam, weil <app>
                    <lem>beyde</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">beide</rdg>
                  </app> vor der praktischen Philosophie vorhergehen, und <app>
                    <lem>bey</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
                  </app> ihr zum Grunde liegen.</seg></note></lem>
            <rdg type="varying-structure" wit="#c"><note place="end" id="noe_2_1_183_note1_c"><join scope="branches" result="p" target="#var_1_183_p1 #var_1_183_p2"/>
                <p copyOf="#var_1_183_p3"/></note></rdg>
          </app>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_183_1">
            <label>Kritik der R. V.</label>
            <p>D.i. die <hi>Kritik der reinen Vernunft</hi> (vgl. I § 178; I §
									199), gemeint ist die zweite Auflage (vgl. I § 167; I §
									176).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_183_2">
            <label>Grundlegung der Metaphysik der Sitten, Riga 1785</label>
            <p>Der Titel lautet <hi>Grundlegung zur Metaphysik der
									Sitten</hi>.</p></note>
        </div></lem>
      <rdg wit="#a" type="om"/>
    </app>
    <app>
      <lem/>
      <rdg type="ptl" wit="#a"><div n="177_a" type="section" id="section_a_1_177">
          <head><pb edRef="#a" n="167"/> 177.</head>
          <p>Man sollte 2), zumal wenn man noch kaum selbst zu denken angefangen
								hat, sich sehr hüten, nichts als unnütz oder als leere <index indexName="subjects-index">
              <term>Spitzfindigkeit</term>
            </index>Spitzfindigkeit zu verachten, ehe man nicht, durch lange
								Uebung und Aufmerksamkeit in genauer Untersuchung, den rechten Werth
								aller Bestimmungen und Regeln, die diese Wissenschaft giebt,
								schätzen gelernt hätte. Man würde ohnehin, bey mehrerer
								Bekanntschaft mit verschiedenen Schriftstellern, welche diese
								Wissenschaft bearbeitet haben, bald finden, daß manches nur durch
								die Bedürfnisse gewisser Zeiten nothwendig gemacht würde, und daß
								Vorwürfe überflüßiger Spitzfindigkeiten jene Schriftsteller nicht so
								treffen, wie andre sonst grosse Köpfe, die in der ersten Dämmerung
								dieser Wissenschaft eben bey zu angestrengten Blicken manchen Dunst
								für etwas Wirkliches ansahen, den ihre Nachfolger hätten für das
								ausgeben sollen, was es war, und es zum Theil auch wirklich gethan
								haben.</p>
        </div>
        <div n="178_a" type="section" id="section_a_1_178">
          <head>178.</head>
          <p>Zur Decke armseliger Kenntnisse wird 3) niemand diese Wissenschaft
								brauchen, wer sie nur für das nimmt, wofür sie jeder Vernünftiger
								ausgiebt, für <index indexName="subjects-index">
              <term>Werkzeug</term>
            </index><hi>Werkzeug</hi> oder vielmehr für eine Wegweiserin auf dem
								dornichten Wege gründlicher Untersuchungen. Je mehr man seine
								Kenntnisse zu <hi>erweitern</hi> sucht, und je mehr man dadurch
								überzeugt wird, daß sich kein Werkzeug brauchen läßt, wo es an
								genugsamen Stoff fehlt, den man be<pb edRef="#a" n="168"/>arbeiten
								kan, und daß selbst eine lange achtsame <index indexName="subjects-index">
              <term>Uebung</term>
            </index>Uebung dazu gehöre, um zu lernen, wo man gewisse Werkzeuge
								anwenden kan oder nicht: je weniger wird man in Versuchung seyn,
								diese schätzbare Wissenschaft am unrechten Orte oder gar als Spiel
								der <index indexName="subjects-index">
              <term>Eitelkeit</term>
            </index>Eitelkeit zu gebrauchen.</p>
        </div>
        <div n="179_a" type="section" id="section_a_1_179">
          <head>179.</head>
          <p>Und wenn es gleich wahr ist, daß <index indexName="subjects-index">
              <term>Kunst</term>
            </index>Kunst ohne <index indexName="subjects-index">
              <term>Natur</term>
            </index>Natur nichts vermag: so ist es doch 4) eben so wahr, daß
								Natur durch Kunst unterstützt, weiter kommen und sichrer gehen kan,
								als wenn sie dieser Unterstützung entbehren muß. Die Vernunftlehre
								als Kunst betrachtet, folgt keinen andern Regeln als die natürliche
								Logik. Aber diese verhält sich zu jener fast wie blosse Empfindung
								zu bedächtigem Nachdenken. Das letztere macht uns erst auf vieles
								aufmerksam, was wir sonst übersehen hätten; es berichtigt die <index indexName="subjects-index">
              <term>Empfindung</term>
            </index>Empfindung, die zu leicht in Gefahr ist Schein für
								Wirklichkeit zu nehmen; es führt mehr zu allgemeinen Sätzen, die
								untentbehrlich sind, wo man in ähnlichen Fällen ähnlich verfahren
								soll; es erspart uns also auch Umwege, und macht unsre Tritte
								sicherer.</p>
        </div>
      </rdg>
    </app>
    <div n="184" type="section" id="section_1_184">
      <head><app>
          <lem>184</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">180</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Unter dem <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#a" type="pt"><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_184_1"/>sehr zufälligen</rdg>
        </app> Namen der <app>
          <lem>eigentlich sogenannten <index indexName="subjects-index">
              <term>Metaphysik</term>
            </index>Metaphysik (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_183">183</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_183">183.</ref></rdg>
            </app>
            <choice>
              <abbr>Anmerk.</abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice>
            <app>
              <lem>1</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">1.</rdg>
            </app>)</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp"><hi>Metaphysik</hi></rdg>
        </app> begreift <app>
          <lem>man,</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp">man nach dem jetzigen Zustand dieser
								Wissenschaft</rdg>
        </app> seitdem <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#a" type="pt">sie</rdg>
        </app>
        <index indexName="persons-index">
          <term>Wolff, Christian von</term>
        </index><hi><persName ref="textgrid:2505j">Wolf</persName></hi>
        <app>
          <lem>sie</lem>
          <rdg wit="#a" type="om"/>
        </app> bearbeitet hat, die <hi>Ontologie, Kosmologie, Psychologie</hi> und <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#a" type="pt">die</rdg>
        </app>
        <hi>natürliche</hi>
        <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>Theologie</term>
            </index><hi>Theologie</hi>; und wie diese Wissenschaften
								zusammenkommen, desgleichen wie sie von einander verschieden sind,
								läßt sich auf folgende Art fassen. Die Metaphysik beschäftigt sich
									<hi>entweder</hi> mit Begriffen von Dingen <hi>überhaupt</hi>,
									<hi>oder</hi> mit Begriffen von <hi>besondern</hi> Dingen.
									<hi>Jenem</hi>
            <app>
              <lem>Theil</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Theile</rdg>
            </app> oder Wissenschaft hat man deswegen den Namen der <index indexName="subjects-index">
              <term>Ontologie</term>
            </index><hi>Ontologie</hi>, auch der
									<hi>Transscendentalphilosophie</hi>, zugeeignet; hingegen
									<hi>diesen</hi> Theil, der die <app>
              <lem>drey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">drei</rdg>
            </app> letztgenannten Wissenschaften unter einem gemeinschaftlichen
								Namen zusammenfassen könnte, nennt <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kant</persName> rationale
									Physiologie</hi>.</lem>
          <rdg wit="#a" type="ppl"><hi>Theologie</hi>. Warum man diese so <pb edRef="#a" n="169"/> verschiedne Wissenschaften in Eine gezogen
								habe, läßt sich aus dem abnehmen, was oben §. <ref target="#section_a_1_172">172</ref> gesagt worden ist. Wird die
								Logik von der theoretischen Philosophie getrennt (§. <ref target="#section_a_1_172">172</ref>
            <choice>
              <abbr>Anm.</abbr>
              <expan>Anmerkung</expan>
            </choice> 1): so ist die Metaphysik eben das, was vorhin
								theoretische Philosophie hieß. Schwerlich wird man eine bestimmtere
								Erklärung von dieser Wissenschaft geben können; es sey denn, daß man
								die Philosophie in so enge Gränzen <choice>
              <sic>einschldsse</sic>
              <corr type="editorial">einschlösse</corr>
            </choice>, als §. <ref target="#section_1_169">169</ref> erwähnt
								worden ist, oder nur das angeben wollte, worin sich alle Theile der
								Metaphysik vereinigen, nicht aber, wodurch sie sich zusammen von
								allen andern Wissenschaften unterscheiden. Um so nöthiger ist es,
								von jedem ihrer Theile besonders zu reden.</rdg>
        </app></p>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_184_1">
        <label>sehr zufälligen Namen der Metaphysik</label>
        <p>Obgleich die Metaphysik passenderweise nach den hinter den Dingen
							liegenden, allgemeinsten Seinsprinzipien fragt, geht der Begriff sehr
							wahrscheinlich auf den Umstand zurück, dass der Aristoteles-Herausgeber
							Andronikos von Rhodos (1. Jh. v. Chr.) die 14 heute als
								<hi>Metaphysik</hi> bekannten Bücher <hi>hinter</hi> (<foreign lang="grc">μετά</foreign>) die acht Bücher der <hi>Physik</hi>
							eingliederte. Aristoteles selbst kennt den Begriff nicht.</p></note>
    </div>
    <app type="structural-variance">
      <lem><div n="185" type="section" id="section_1_185">
          <head><pb edRef="#c" n="192"/>
            <seg id="var_1_181_a_head"><app>
                <lem>185</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">181</rdg>
              </app>.</seg></head>
          <p><seg id="var_1_181_a_p1">Alles was ist, oder alle Dinge, haben <app>
                <lem>Manches</lem>
                <rdg type="pp" wit="#a">manches, haben gewisse
											Eigenschaften,</rdg>
              </app> mit einander gemein. Wenn man</seg>
            <app>
              <lem><app>
                  <lem>dieses</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">nun das, was</rdg>
                </app> allen Dingen <app>
                  <lem>Gemeine absonderte</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">gemein ist, absondert</rdg>
                </app>, und die <pb edRef="#b" n="213"/> allgemeinsten
										Begriffe und Gesetze in Eine Wissenschaft <app>
                  <lem>vereinigte</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">vereinigt</rdg>
                </app>: so <app>
                  <lem>würde</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">entsteht</rdg>
                </app> daraus die <app>
                  <lem><index indexName="subjects-index">
                      <term>Ontologie</term>
                    </index><hi>Ontologie</hi> entstehen, und sie
												würde</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Ontologie</hi>. Sie
												wird</rdg>
                </app> mit Recht die <index indexName="subjects-index">
                  <term>Grundwissenschaft</term>
                </index><hi>Grundwissenschaft</hi> und Mutter aller
										Wissenschaften <app>
                  <lem>heissen</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">genannt</rdg>
                </app>, weil dieses Allgemeine <app>
                  <lem>bey</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
                </app> allem Besondern zum Grunde liegen muß, ohne sie also
										eine eigentliche Wissenschaft nicht einmal <app>
                  <lem>nöthig</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">möglich</rdg>
                </app> ist.</lem>
              <rdg wit="#a" type="ppl"><seg id="var_1_181_a_p2">diese von
											dem absondert, wordurch sich verschiedne Dinge von
											einander unterscheiden, und diese allgemeinen
											Eigenschaften sowohl, als die daraus fliessende
											allgemeine Sätze, in <hi>Eine</hi> Wissenschaft
											verbindet: so entsteht die <hi>Ontologie</hi>,
											(Philosophia prima) die daher, durch die Wissenschaft
											der allgemeinen Eigenschaften der Dinge und der daraus
											abzunehmenden allgemeinen Sätze, erklärt werden
											könnte.</seg>
                <milestone type="structure" edRef="#a" unit="p"/><seg id="var_1_181_a_note">So bald man Dinge vergleicht,
											um zu sehen was sie gemein haben, so setzt man voraus,
											daß sie verschieden sind, und aus ihrer Verschiedenheit
											entstehen <index indexName="subjects-index">
                    <term>Verhältnisse</term>
                  </index>Verhältnisse gegen einander. Da<pb edRef="#a" n="170"/>her gehört der Begriff der
												<hi>Verschiedenheit</hi> und des
												<hi>Verhältnisses</hi>, in so fern beydes allen
											Dingen zukommt, mit unter die allgemeinen Eigenschaften
											der Dinge, und die Ontologie muß daher von der
											allgemeinen Verschiedenheit der Dinge und den
											allgemeinen Verhältnissen derselben, die keinen andern
											Begriff als den von einem Dinge voraussetzen, eben
											sowohl als von dem handeln, was ganz eigentlich allen
											Dingen gemein ist.</seg>
                <milestone type="structure" edRef="#a" unit="p"/><seg id="var_1_182_a_head">182.</seg>
                <milestone type="structure" edRef="#a" unit="line"/><seg id="var_1_182_a_p1">Weil also die Ontologie die
											allgemeinen Begriffe und Grundsätze enthält, die bey
											aller menschlichen Kenntniß zum Grunde liegen, daher sie
											auch die <hi>Grundwissenschaft</hi> heißt: so verdient
											sie mit Recht die Mutter aller Wissenschaften genannt zu
											werden.</seg></rdg>
            </app>
            <seg id="var_1_182_a_p2"><app>
                <lem>Bey</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">Bei</rdg>
              </app> jeder recht <app>
                <lem>sichern</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">sicheren</rdg>
              </app> Erkenntniß müssen die Begriffe und Sätze so weit wieder
									in <app>
                <lem>andre</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">andere</rdg>
              </app> aufgelöset werden, bis man auf solche stößt, die keiner
									weitern Auflösung fähig oder bedürftig sind; <app>
                <lem/>
                <rdg type="pt" wit="#a">sonst ist man in Gefahr durch Schein
											hintergangen zu werden;</rdg>
              </app> und es ist daher leicht zu begreifen, wie die Ontologie, <app>
                <lem>welche</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">wenn sie</rdg>
              </app> dergleichen unauflösbare Begriffe und Sätze <app>
                <lem>enthalten <app>
                    <lem>müßte</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">sollte</rdg>
                  </app></lem>
                <rdg type="pp" wit="#a">enthält</rdg>
              </app>, die Sicherheit der Erkenntniß <app>
                <lem>begründen würde. – Eben so: je</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">begründe. – Je</rdg>
              </app> weiter Zweifel getrieben <app>
                <lem><app>
                    <lem>werden:</lem>
                    <rdg type="v" wit="#a">werden,</rdg>
                  </app> je</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">werden, desto</rdg>
              </app> nöthiger wird es, um ihren Grund oder Ungrund zu
									entdecken, bis auf die einfachsten <index indexName="subjects-index">
                <term>Begriffe</term>
              </index>Begriffe und solche Sätze zurück zu gehen, die keines
									weitern Beweises bedürfen, und die eben den Inhalt der Ontologie
									ausmachen <app>
                <lem>sollten</lem>
                <rdg type="om" wit="#a"/>
              </app>. <app>
                <lem></lem>
                <rdg wit="#c" type="om"/>
              </app> Und kommt es auf die Frage von <index indexName="subjects-index">
                <term>Allgemeinheit</term>
              </index><hi>Allgemeinheit</hi> eines Satzes <app>
                <lem>an:</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">an,</rdg>
              </app> so läßt <app>
                <lem>sich die</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">sie sich</rdg>
              </app> weder aus der <pb edRef="#a" n="171"/>
              <app>
                <lem><index indexName="subjects-index">
                    <term>Induction</term>
                  </index>Induction</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">Induction,</rdg>
              </app> noch aus der <index indexName="subjects-index">
                <term>Analogie</term>
              </index>Analogie, sondern bloß aus allgemeinen Begriffen
									darthun, dergleichen die Ontologie entweder enthält oder
									unterstützt. <app>
                <lem></lem>
                <rdg wit="#c" type="om"/>
              </app> Gewiß ists auch kein geringer Vortheil, den man von <app>
                <lem>dem Studium</lem>
                <rdg wit="#a" type="om"/>
              </app> dieser Wissenschaft hat, daß <app>
                <lem><app>
                    <lem>man,</lem>
                    <rdg type="v" wit="#a">man</rdg>
                  </app></lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">man</rdg>
              </app> ohne ihre Kenntniß nicht nur <app>
                <lem>Vieles</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">vieles</rdg>
              </app> nicht verstehen noch beurtheilen <app>
                <lem>kan</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
              </app>, was aus ihr in andre Wissenschaften, namentlich in die
										<index indexName="subjects-index">
                <term>Theologie</term>
              </index>Theologie, übergetragen worden <app>
                <lem>ist –</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">ist;</rdg>
              </app> sondern daß man auch eine Menge <pb edRef="#b" n="214"/>
									sehr be<pb edRef="#c" n="193"/>stimmter Begriffe, Sätze und
									Ausdrücke kennen lernt, die, eben wegen <app>
                <lem>der</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">ihrer</rdg>
              </app> Allgemeinheit, einen <app>
                <lem>großen</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">grossen</rdg>
              </app> Einfluß auf alle wissenschaftliche Kenntniß
								haben.</seg></p>
        </div></lem>
      <rdg type="varying-structure" wit="#a"><div n="181_a" type="section" id="section_a_1_181">
          <head><seg copyOf="#var_1_181_a_head"/></head>
          <join scope="branches" result="p" target="#var_1_181_a_p1 #var_1_181_a_p2"/>
          <note place="end"><seg copyOf="#var_1_181_a_note"/></note>
        </div>
        <div n="182_a" type="section" id="section_a_1_182">
          <head><seg copyOf="#var_1_182_a_head"/></head>
          <join result="p" scope="branches" target="#var_1_182_a_p1 #var_1_182_a_p2"/>
        </div></rdg>
    </app>
    <app type="structural-variance">
      <lem><div n="186" type="section" id="section_1_186">
          <head><seg id="var_1_183_a_head"><app>
                <lem>186</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">183</rdg>
              </app>.</seg></head>
          <p><seg id="var_1_183_a_p1">Zu verwundern ists indessen nicht, daß
									diese Wissenschaft so viele ungerechte Verachtung erfahren <app>
                <lem>hat. Denn</lem>
                <rdg type="pp" wit="#a">hat; da</rdg>
                <rdg wit="#c" type="pp">hat; denn</rdg>
              </app> keine Wissenschaft <app>
                <lem>liegt</lem>
                <rdg wit="#a" type="om"/>
              </app> von den gemeinnützigen Kenntnissen so weit entfernt <app>
                <lem/>
                <rdg wit="#a" type="pt">liegt</rdg>
              </app>, und <app>
                <lem>zieht</lem>
                <rdg wit="#a" type="om"/>
              </app> sich so weit auf die einfachsten Begriffe und Sätze
									zurück <app>
                <lem/>
                <rdg wit="#a" type="pt">zieht</rdg>
              </app>, als <app>
                <lem>diese. Die wenigsten Menschen besitzen Fähigkeit oder
											Geduld genug,</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">diese; da die Wenigsten</rdg>
              </app> sich bis zu diesen feinsten und ganz unsinnlichen
									Vorstellungen zu <app>
                <lem>erheben. <app>
                    <lem>Und manche</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">Manche</rdg>
                  </app> Verehrer der <index indexName="subjects-index">
                    <term>Ontologie</term>
                  </index>Ontologie <app>
                    <lem/>
                    <rdg wit="#c" type="pt">aber</rdg>
                  </app> haben</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">erheben, Fähigkeit oder Geduld
											haben; und da manche ihrer Verehrer</rdg>
              </app> sich so sehr von anschauenden Vorstellungen <app>
                <lem><app>
                    <lem>entwöhnt;</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">entwöhnt,</rdg>
                  </app> haben sich</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">entwöhnt, und, ohne sich um die
											Zwischenursachen zwischen diesen abgezogensten Sätzen
											und den sinnlichsten Erscheinungen, oder</rdg>
              </app> um <app>
                <lem>andre</lem>
                <rdg type="v" wit="#c">andere</rdg>
              </app> Gegenstände der menschlichen Erkenntniß <app>
                <lem>so wenig bekümmert;</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">zu bekümmern, die grosse Lücke
											zwischen beyderley Gegenständen übersprungen,</rdg>
              </app> oder gar sich im Stande zu seyn eingebildet <app>
                <lem/>
                <rdg wit="#a" type="pt">haben</rdg>
              </app>, über <app>
                <lem>Alles</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">alles</rdg>
              </app> zu entscheiden, weil sie sich im Besitz einer <index indexName="subjects-index">
                <term>Erkenntniß</term>
              </index>Erkenntniß der allgemeinen <pb edRef="#a" n="172"/>
									Beschaffenheit aller Dinge zu seyn</seg>
            <app>
              <lem>glaubten; oder sie haben in dieser Wissenschaft so <app>
                  <lem>Vieles</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">vieles</rdg>
                </app> zu leisten übernommen, was sie weder wirklich
										leisteten, noch zu leisten vermochten, daß hinterher <app>
                  <lem>diese</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">die</rdg>
                </app> Wissenschaft selbst das entgelten mußte, was <app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt">nur</rdg>
                </app> ihre Verehrer verschuldet <app>
                  <lem>hatten <ref type="note" target="#noe_2_1_186_note1">*)</ref>.</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">hatten. <ref type="note" target="#noe_2_1_186_note1">*)</ref></rdg>
                </app> So wahr es indessen ist, daß man sich nirgends
										leichter, als <app>
                  <lem>bey dieser Wissenschaft</lem>
                  <rdg wit="#c" type="pp">auf diesem Gebiet</rdg>
                </app>,</lem>
              <rdg wit="#a" type="ppl"><seg id="var_1_183_a_p2">glaubten.
											Die Verachtung dieser Thoren berechtigt uns zu keiner
											Ungerechtigkeit gegen die Wissenschaft selbst.</seg>
                <milestone type="structure" edRef="#a" unit="p"/><seg id="var_1_184_a_head">184.</seg>
                <milestone type="structure" edRef="#a" unit="line"/><seg id="var_1_184_a_p1">Wahr ists, man kan sich
											leicht</seg></rdg>
            </app>
            <seg id="var_1_184_a_p2">in unfruchtbare Untersuchungen
									verlieren <app>
                <lem>kan</lem>
                <rdg type="om" wit="#a"/>
                <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
              </app>, wenn man <hi>entweder</hi> zu wenig Sachen <app>
                <lem>kennt,</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">kennt</rdg>
              </app> und zu wenig Stoff hat, aus welchen sich das <app>
                <lem>Allgemeine</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">Geistige</rdg>
              </app> abziehen läßt, <hi>oder</hi>
              <pb edRef="#b" n="215"/> nicht die Gränzen wahrnimmt, wo der
									menschliche Verstand <app>
                <lem>stille</lem>
                <rdg type="v" wit="#c">still</rdg>
              </app> stehen <app>
                <lem><app>
                    <lem>muß:</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">muß;</rdg>
                  </app> so hängt doch</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">muß. Aber, wenn</rdg>
              </app> von der fortgesetzten <index indexName="subjects-index">
                <term>Zergliederung</term>
              </index>Zergliederung gewisser Begriffe oder Sätze unsre <app>
                <lem>Gemüthsruhe</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">Gemüthsruhe,</rdg>
              </app> oder die <app>
                <lem>weitre</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">weitere</rdg>
              </app> Entdeckung der Wahrheit <app>
                <lem>so sehr ab, und der rastlose <index indexName="subjects-index">
                    <term>Trieb</term>
                  </index>Trieb denkender <app>
                    <lem>Menschen</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Menschen,</rdg>
                  </app> über die <pb edRef="#c" n="194"/>
                  <app>
                    <lem>Gräntzen</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Gränzen</rdg>
                  </app> des Sinnlichen hinaus zu <app>
                    <lem>gehn</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">gehen</rdg>
                  </app>, ist ihnen so wenig umsonst gegeben, daß selbst
											die Befriedigung dieses Triebes ihnen die <index indexName="subjects-index">
                    <term>Pflicht</term>
                  </index>Pflicht auferlegt, wenigstens zu versuchen, wie
											weit der menschliche Geist in das Gebiet übersinnlicher
											Dinge eindringen könne, ohne die ihm von der Natur
											gesetzten Gränzen zu überschreiten.</lem>
                <rdg wit="#a" type="ppl">abhängt; und wenn wir sowohl
											Fähigkeit als Data genug zur Untersuchung haben; wenn
											man zugleich immer die Regeln befolgt, die weiter unten
											über das vorsichtige und bescheidene Studium der
											Philosophie gegeben werden sollen: warum soll es unnütz
											und nicht sogar Pflicht seyn, auch die Begriffe und
											Sätze bey unsern Untersuchungen bis zu den ersten
											Grundstoffe, wohin wir dringen können, zu
											verfolgen?</rdg>
              </app></seg></p>
          <app>
            <lem><note n="1" id="noe_2_1_186_note1" place="end"><app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="pt"><choice>
                      <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                      <expan>Anmerkung</expan>
                    </choice></rdg>
                </app> *) <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_186_1"/>Ob die Vorwürfe, welche <index indexName="persons-index">
                  <term>Kant, Immanuel</term>
                </index><persName ref="textgrid:2505p"><app>
                    <lem><hi>Kants</hi></lem>
                    <rdg wit="#c" type="v"><hi>Kant's</hi></rdg>
                  </app></persName> Kritik der reinen Vernunft den
										bisherigen Versuchen der Ontologen und Metaphysiker gemacht
										hat, gegründet sind, und ob ihm sein Versuch in einer so
										höchst nöthigen Wissenschaft, wie diese Kritik, als <app>
                  <lem>Propädevtik</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">Propädeutik</rdg>
                </app> der Philosophie, seyn soll, besser gelungen <app>
                  <lem>sey</lem>
                  <rdg wit="#c" type="v">sei</rdg>
                </app>, darüber hier urtheilen zu wollen, würde ganz und gar
										dem <app>
                  <lem>Zweck</lem>
                  <rdg type="v" wit="#c">Zwecke</rdg>
                </app> des gegenwärtigen Buchs nicht angemessen seyn, wo
										alles dieses nur <app>
                  <lem>braucht</lem>
                  <rdg wit="#c" type="om"/>
                </app> historisch angegeben <app>
                  <lem>zu werden.</lem>
                  <rdg wit="#c" type="ppl">werden kann. {Daß der
												unstreitig viel zu sichere Glaube der Vorzeit an die
												Lehrsätze der Ontologie, und überhaupt die
												Metaphysik, durch die <index indexName="persons-index">
                      <term>Kant, Immanuel</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">Kantsche</persName></hi> Kritik sehr gemäßigt
												ist, ist unläugbar, und die Zweifel daran gehen
												wenigstens nicht bei Allen von Verachtung oder
												Unbekanntschaft mit ihrem Inhalt aus. <hi rend="right-aligned"><choice>
                        <abbr>A. d. H.</abbr>
                        <expan>Anmerkung des Herausgebers</expan>
                      </choice>}</hi></rdg>
                </app></note></lem>
            <rdg wit="#a" type="om"/>
          </app>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_186_1">
            <label>Ob die Vorwürfe, welche Kants Kritik der reinen Vernunft […]
									würde ganz und gar dem Zweck des gegenwärtigen Buchs nicht
									angemessen seyn</label>
            <p>Vgl. Vorrede b [XIVf.].</p></note>
        </div></lem>
      <rdg type="varying-structure" wit="#a"><div n="183_a" type="section" id="section_a_1_183">
          <head><seg copyOf="#var_1_183_a_head"/></head>
          <join result="p" scope="branches" target="#var_1_183_a_p1 #var_1_183_a_p2"/>
        </div>
        <div n="184_a" type="section" id="section_a_1_184">
          <head><seg copyOf="#var_1_184_a_head"/></head>
          <join scope="branches" result="p" target="#var_1_184_a_p1 #var_1_184_a_p2"/>
        </div></rdg>
    </app>
    <app>
      <lem><div n="187" type="section" id="section_1_187">
          <head>187.</head>
          <p>Die übrigen <app>
              <lem>drey</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">drei</rdg>
            </app> Wissenschaften, welche §. <app>
              <lem><ref target="#section_1_184">184</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_184">184.</ref></rdg>
            </app> zur theoretischen Philosophie gerechnet wurden, und darin mit
								einander übereinkommen, daß sie sich nicht mit Begriffen von Dingen
								überhaupt, sondern mit Begriffen von <hi>besondern</hi> Dingen
								beschäftigen, bekommen eine ganz andere Gestalt, <pb edRef="#b" n="216"/> je nachdem man diese Theile der Philosophie
									<hi>entweder</hi> zu strengen Wissenschaften erheben, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> nur <hi>reine</hi>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Anschauungen</term>
            </index>Anschauungen, <index indexName="subjects-index">
              <term>Begriffe</term>
            </index>Begriffe und Sätze darin aufnehmen, <app>
              <lem><hi>oder</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v">oder</rdg>
            </app> auch mit auf <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrungen</term>
            </index>Erfahrungen und Erfahrungssätze bauen will (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_176">176</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_176">176.</ref></rdg>
            </app>). – In <app>
              <lem><hi>jenem</hi></lem>
              <rdg type="v" wit="#c">jenem</rdg>
            </app> Fall laßen sich <app>
              <lem>vier</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">hier</rdg>
            </app> verschiedene Wissenschaften denken. Denn <hi>entweder</hi>
								sind die Gegenstände dieser Wissenschaften Dinge, welche <app>
              <lem>können</lem>
              <rdg wit="#c" type="om"/>
            </app>
            <pb edRef="#c" n="195"/> wahrgenommen oder erfahren <app>
              <lem>werden,</lem>
              <rdg wit="#c" type="pp">werden können</rdg>
            </app> (sie sind uns, um mit <index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><persName ref="textgrid:2505p"><app>
                <lem>Kant</lem>
                <rdg wit="#c" type="v"><hi>Kant</hi></rdg>
              </app></persName> zu reden, immanent, und gleichsam
								einheimisch), <hi>oder</hi> sie können dies gar nicht, sondern gehen
								über alle uns mögliche Erfahrung <app>
              <lem>hinaus,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">hinaus</rdg>
            </app> (sie sind transscendent). – Im <hi>erstern</hi> Fall
									<hi>bauet</hi> man nicht etwa auf <app>
              <lem>Erfahrung,</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Erfahrung</rdg>
            </app> (denn so wären es ja nicht <hi>reine</hi> Begriffe), man
								nimmt nur aus dieser Erfahrung einen Gegenstand des <app>
              <lem>äussern</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">äußeren</rdg>
            </app> oder <app>
              <lem>innern</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">inneren</rdg>
            </app> Sinnes, mit dessen Untersuchung sich die Wissenschaft
								beschäftigt, ohne noch etwas <hi>Mehreres</hi>
            <app>
              <lem>ausser</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">außer</rdg>
            </app> den bloßen <hi>Begriff</hi>, aus der Erfahrung zu entlehnen.
								Und da <app>
              <lem>alles</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
            </app>, was wir durch Erfahrung kennen, entweder <hi>Materie</hi>,
								etwas Ausgedehntes, oder <hi>Geist</hi>, etwas Denkendes, ist, und
								jenes, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> die <hi>körperliche Natur</hi>, durch die <app>
              <lem>äussern</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">äußeren</rdg>
            </app> Sinne erkannt wird, dieses aber, <app>
              <lem>nemlich</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">nämlich</rdg>
            </app> die <hi>denkende Natur</hi>, durch innern Sinn: so entsteht
								eine Wissenschaft der körperlichen Natur, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice> die <index indexName="subjects-index">
              <term>Physik</term>
            </index><hi>Physik</hi>, oder vielmehr <hi>rationale Physik</hi>,
								oder <hi>metaphysische Naturwissenschaft</hi>, und eine
									<hi>andere</hi> Wissenschaft der denkenden Natur, <choice>
              <abbr>d. i.</abbr>
              <expan>das ist</expan>
            </choice>
            <hi>rationale</hi>
            <app>
              <lem><hi>Pnevmatologie</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>Pneumatologie</hi></rdg>
            </app>, worunter die Wissenschaft <app>
              <lem><hi>unsrer</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>unserer</hi></rdg>
            </app> denkenden Natur, oder <app>
              <lem>unsrer</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Seele</term>
            </index>Seele, unter dem Namen <app>
              <lem>der <pb edRef="#b" n="217"/>
                <hi>rationalen</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="pp"><hi>rationale</hi></rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Psychologie</term>
            </index><hi>Psychologie</hi>, mit begriffen ist. – Wenn hingegen, in
								dem vorhinerwähnten <app>
              <lem><hi>zweyten</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>zweiten</hi></rdg>
            </app> Fall, der <app>
              <lem>besondre</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">besondere</rdg>
            </app> Gegenstand, der in der Metaphysik untersucht werden soll, <app>
              <lem>ausser</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">außer</rdg>
            </app> den Gränzen aller Erfahrung <app>
              <lem>liegt:</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">liegt,</rdg>
            </app> so begreift dieser zum Grunde liegende Begriff
									<hi>entweder</hi> Alles, was sich als existirend denken läßt,
								als ein Ganzes betrachtet, das man daher das Universum oder die Welt
								nennt, <hi>oder</hi> das Wesen, welches man sich als den absoluten
								Grund der Welt denkt. Jene Wissenschaft würde die <index indexName="subjects-index">
              <term>Kosmologie</term>
            </index><hi>Kosmologie</hi> oder <app>
              <lem><hi>transscendentale</hi></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><hi>transcendentale</hi></rdg>
            </app>
            <hi>Welterkenntniß</hi>; <pb edRef="#c" n="196"/> diese, die
									<hi>rationale Theologie</hi>, oder <index indexName="subjects-index">
              <term>transscendental</term>
            </index><hi>transscendentale <index indexName="subjects-index">
                <term>Gotteserkenntniß</term>
              </index>Gotteserkenntniß</hi> seyn.</p>
          <note n="1" place="end"><app>
              <lem/>
              <rdg wit="#c" type="pt"><choice>
                  <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice></rdg>
            </app> So findet man überhaupt die Begriffe von dieser Wissenschaft
								in <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_187_1"/><index indexName="persons-index">
              <term>Kant, Immanuel</term>
            </index><persName ref="textgrid:2505p"><app>
                <lem><hi>Kants</hi></lem>
                <rdg wit="#c" type="v"><hi>Kant's</hi></rdg>
              </app></persName> Kritik der reinen Vernunft geordnet <choice>
              <abbr>S.</abbr>
              <expan>Seite</expan>
            </choice> 873 <choice>
              <abbr>f.</abbr>
              <expan>folgend</expan>
            </choice>, womit noch seine Vorrede zu den <hi>metaphysischen
									Anfangsgründen</hi> der <hi>Naturwissenschaft</hi>, Riga
									1786.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253pd"/>
            <choice>
              <abbr>gr.</abbr>
              <expan>groß</expan>
            </choice> 8. zu vergleichen ist; in welchem Buche selbst er einen
								Versuch gemacht hat, eine metaphysische Naturwissenschaft zu
								liefern, die keinesweges mit dem zu verwechseln ist, was man
								gewöhnlich <hi>Physik</hi> nennt, als welche
									<hi>Erfahrungsbegriffe</hi> und dergleichen Gesetze aufnimmt. –
								Uebrigens zeigt §. <app>
              <lem><ref target="#section_1_170">170</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_170">170.</ref></rdg>
            </app>, warum wir in dem Folgenden auch die <hi>metaphysische</hi>
								Naturwissenschaft übergehen. <app>
              <lem/>
              <rdg wit="#c" type="ptl">{Auch sehe man <list>
                  <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_187_2"/><index indexName="persons-index">
                      <term>Bendavid, Lazarus</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253pf">L.
												Bendavids</persName></hi>
                    <choice>
                      <sic>Vorlesungenüber</sic>
                      <corr type="editorial">Vorlesungen über</corr>
                    </choice> die metaphysischen Anfangsgründe der
												Naturwissenschaft. Wien 1789.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253ph"/></item>
                  <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_187_3"/><index indexName="persons-index">
                      <term>Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph
												von</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253pj">F. M. J.
												Schelling's</persName></hi> Ideen zu einer
												Philosophie der Natur, 2 Theile. Leipzig 1797.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253pm"/></item>
                  <item><index indexName="persons-index">
                      <term>Bouterwek, Friedrich</term>
                    </index><hi><persName ref="textgrid:253pn">F.
												Bouterweck</persName></hi> Anleitung zur
												Philosophie der Naturwissenschaft. Göttingen
												1803.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253pq"/>}</item>
                </list></rdg>
            </app></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_187_1">
            <label>Kants Kritik der reinen Vernunft</label>
            <p>Gemeint ist die zweite Auflage aus dem Jahr 1787 (vgl. I § 167; I
									§ 176).</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_187_2">
            <label>L. Bendavids Vorlesungen über die metaphysischen
									Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Wien 1789</label>
            <p>Die <hi>Vorlesungen</hi> des jüdischen Philosophen und
									Mathematikers Lazarus Bendavid (1762–1832) sind 1798
									erschienen.</p></note>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_187_3">
            <label>F. M. J. Schelling's Ideen zu einer Philosophie der Natur, 2
									Theile. Leipzig 1797</label>
            <p>Dieses Werk stammt von Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling
									(1775–1854).</p></note>
        </div>
        <div n="188" type="section" id="section_1_188">
          <head>188.</head>
          <p>So wahr es indessen ist, daß nur reine Philosophie eine eigentliche
								strenge Wissenschaft giebt, <pb edRef="#b" n="218"/> und so nützlich
								es daher bleibt, wenn man Wissenschaften in einem weitern Verstande
								so abhandelt, daß der bloß reine Theil derselben von dem Theile
								abgesondert werde, der <app>
              <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
                  <sic>empyrische</sic>
                  <corr type="authorial">empirische</corr>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="typo-correction">empirische</rdg>
            </app> Kenntnisse zu Hülfe nehmen muß: so würde doch der Inhalt der
								Philosophie alsdann, wenn man ihn nur auf reine Kenntnisse
								einschränken wollte, gar zu dürftig seyn, und für das menschliche
									<index indexName="subjects-index">
              <term>Leben</term>
            </index>Leben zu wenig brauchbar werden (§. <app>
              <lem><ref target="#section_1_169">169</ref></lem>
              <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_169">169.</ref></rdg>
            </app>); und wohin anders sollte man den reichen Schatz von
								Kenntnissen, den uns die <index indexName="subjects-index">
              <term>Erfahrung</term>
            </index>Erfahrung über die Natur darbietet, schlagen, <pb edRef="#c" n="197"/> als zur Philosophie? Wir werden also im Folgenden auch
								immer dieses <app>
              <lem><index indexName="subjects-index">
                  <term>Empirisches</term>
                </index><choice corresp="#noe_corr_11">
                  <sic>Empyrische</sic>
                  <corr type="authorial">Empirische</corr>
                </choice></lem>
              <rdg wit="#c" type="typo-correction">Empirische</rdg>
            </app> mit zu den einzelnen Theilen der Philosophie rechnen.</p>
          <app>
            <lem/>
            <rdg wit="#c" type="ptl"><note place="end"><choice>
                  <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                  <expan>Anmerkung</expan>
                </choice>
                <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_188_1"/>Ich
										gestehe, daß ich in dem, was §. <ref target="#section_1_183">183</ref><ref target="#section_1_188">188.</ref> über
										den Inhalt der Philosophie und der Beziehung ihrer Theile
										enthalten ist, dem Ideengange des Verfassers nicht überall
										habe folgen können. Um so weniger aber möchte ich mir
										erlauben, hierin etwas abzuändern. <hi rend="right-aligned"><choice>
                    <abbr>A. d. H.</abbr>
                    <expan>Anmerkung des Herausgebers</expan>
                  </choice></hi></note></rdg>
          </app>
          <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_188_1">
            <label>Ich gestehe, daß ich in dem, was §. 183–188. […] hierin etwas
									abzuändern. A. d. H.</label>
            <p>Vgl. I Vorrede c Hg. [IVf.].</p></note>
        </div></lem>
      <rdg wit="#a" type="ppl"><div n="185_a" type="section" id="section_a_1_185">
          <head>185.</head>
          <p>Auch muß man wenig mit dieser Wissenschaft und den Werth bestimmter
								Begriffe und Ausdrücke bekannt seyn, wenn man sie für nicht viel
								mehr als ein <index indexName="subjects-index">
              <term>Wörterbuch</term>
            </index>Wörterbuch hält und deswegen geringschätzt. Dies ist sie
								nicht, denn sie enthält auch die allgemeinsten Grundsätze der
								menschlichen <index indexName="subjects-index">
              <term>Erkenntniß</term>
            </index>Erkenntniß. <pb edRef="#a" n="173"/> Und, da sie eben die
								Begriffe <index indexName="subjects-index">
              <term>aufklären</term>
            </index>aufklären muß, worin sich endlich alle andre auflösen
								lassen, hierauf aber die Deutlichkeit und Sicherheit der
								menschlichen Erkenntniß beruht: so ist ihr Verdienst um diese, eben
								durch diese sorgfältige Erklärung der Begriffe, unstreitig, und sie
								deswegen so wenig verächtlich, als diese Haupttugenden der
								Erkenntniß selbst; behagt aber denenjenigen nicht, die weder diese
								wichtigern Eigenschaften schätzen, noch sich über das Sinnliche
								erheben können. Wie wohl würde es um die menschliche Erkenntniß
								stehen, wenn sie sich immer auf so bestimmte <index indexName="subjects-index">
              <term>Begriffe</term>
            </index>Begriffe gründete, und man der Ontologie die Genauigkeit
								auch in dem Gebrauch der Wörter ablernte!</p>
        </div></rdg>
    </app>
    <div n="189" type="section" id="section_1_189">
      <head><app>
          <lem>189</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">186</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Weil in der <app>
          <lem>Philosophie über <app>
              <lem>unsre</lem>
              <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
            </app>
            <index indexName="subjects-index">
              <term>Seele</term>
            </index>Seele und über <index indexName="subjects-index">
              <term>Gott</term>
            </index>Gott Vieles</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp">Psychologie und natürlichen Theologie
								vieles</rdg>
        </app> nicht recht deutlich erklärt werden <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>, wenn nicht der Begriff von der <index indexName="subjects-index">
          <term>Welt</term>
        </index><hi>Welt</hi>, <choice>
          <abbr>d. i.</abbr>
          <expan>das ist</expan>
        </choice>
        <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">von</rdg>
        </app> dem <app>
          <lem>Inbegriff</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Inbegrif</rdg>
        </app> aller zu einem Ganzen vereinigten endlichen Dinge, die wirklich sind
						oder seyn <app>
          <lem>könten</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">könnten</rdg>
        </app>, vorher entwickelt ist, und ihre Eigenschaften und Gesetze bestimmt
						sind: so fand <index indexName="persons-index">
          <term>Wolff, Christian von</term>
        </index><hi><persName ref="textgrid:2505j">Wolf</persName></hi> für gut,
						dieses in eine besondere Wissenschaft zu ziehen, die daher den <app>
          <lem>Namen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Nahmen</rdg>
        </app> der <hi>allgemeinen <index indexName="subjects-index">
            <term>Kosmologie</term>
          </index>Kosmologie</hi> bekam, weil sie das, was allen Welten gemein
						seyn muß, und <app>
          <lem>nicht</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">nicht,</rdg>
        </app> wie die besondere Kosmologie, nur das, was wir aus Beobachtung der
							<hi>wirklichen</hi> Welt erkennen, enthalten sollte. Ihr Nutzen ergiebt
						sich aus ihrem Verhältniß gegen die eben genannten <app>
          <lem>beyden</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">beiden</rdg>
        </app> Theile <pb id="noe_2_1_219_page" edRef="#b" n="219"/> der <app>
          <lem>Metaphysik von Gott</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Metaphysik von Gott</hi></rdg>
        </app> und der <app>
          <lem>Seele des Menschen</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp"><hi>Seele des Menschen</hi></rdg>
        </app>.</p>
    </div>
    <div n="190" type="section" id="section_1_190">
      <head><pb edRef="#a" n="174"/>
        <app>
          <lem>190</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">187</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Einen viel <app>
          <lem>weit reichendern</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">weiter reichenden</rdg>
        </app> Nutzen würde die <hi>Seelenlehre</hi>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Psychologie</term>
        </index>(Psychologie) selbst haben, da <app>
          <lem>sich</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> kein Theil der theoretischen Philosophie <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">mit</rdg>
        </app> unsern Bedürfnissen näher <app>
          <lem>andringt</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> als sie <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">zusammenhängt</rdg>
        </app>. Zu ihrer Kenntniß <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app> man auf <app>
          <lem>zwey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">zwei</rdg>
        </app> Wegen gelangen. Man <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>
        <hi>zuerst</hi> die verschiedenen Veränderungen in der <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele beobachten, diese Beobachtungen <app>
          <lem>sammlen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">sammeln</rdg>
        </app>, mit <pb edRef="#c" n="198"/> einander vergleichen, dadurch deutliche
						Begriffe davon gewinnen, ihre Kräfte, oder vielmehr die <app>
          <lem>verschiednen</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">verschiedenen</rdg>
        </app> Arten, <app>
          <lem>wie</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>wie</hi></rdg>
        </app> sich die einzige Kraft der Seele <app>
          <lem>äussert</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">äußert</rdg>
        </app>, und die allgemeinen Gesetze zu entdecken suchen, nach welchen <app>
          <lem>unsre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
        </app> Seele <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> jeder Art ihrer Wirkungen verfährt. So entstünde eine Naturgeschichte
						der Seele, welche man die <app>
          <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
              <sic><hi>empyrische</hi></sic>
              <corr type="authorial"><hi>empirische</hi></corr>
            </choice></lem>
          <rdg wit="#a" type="typo-correction"><choice>
              <sic><hi>empyrische</hi></sic>
              <corr type="editorial"><hi>empirische</hi></corr>
            </choice></rdg>
          <rdg wit="#c" type="typo-correction"><hi>empirische</hi></rdg>
        </app>
        <hi>Seelenlehre</hi> nennt, weil sie aus der <index indexName="subjects-index">
          <term>Erfahrung</term>
        </index>Erfahrung <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">(<foreign lang="grc">ἐμπειρία</foreign>)</rdg>
        </app> geschöpft worden ist. Hätte man jene Kräfte und Gesetze entdeckt, und
						gefunden, daß sich alle wahrgenommene verschiedene Kräfte derselben auf die
						einzige <index indexName="subjects-index">
          <term>Vorstellungskraft</term>
        </index><hi>Vorstellungskraft</hi> zurückbringen <app>
          <lem>laßen</lem>
          <rdg wit="#a #c" type="v">lassen</rdg>
        </app>: so könnte man <hi>hernach</hi> wieder aus diesem Begriff und den
						entdeckten Gesetzen, nach welchen sie verfährt, neue Entdeckungen über die
						Seele <app>
          <lem>herleiten,</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">herleiten</rdg>
        </app> und daraus eine Wissenschaft bilden, welche den <app>
          <lem>Namen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Nahmen</rdg>
        </app> der <hi>wissenschaftlichen</hi> oder <hi>erklärenden Seelenlehre</hi>
        <app>
          <lem>(Psychologiae</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">(Psychologia</rdg>
        </app> rationalis) bekommt.</p>
      <app>
        <lem><app type="structural-variance">
            <lem><note n="1" place="end"><seg id="var_1_190_c_p1"><app>
                    <lem>Unsre</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp"><choice>
                        <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                        <expan>Anmerkung</expan>
                      </choice> Unsere</rdg>
                  </app> Seele, die Vollkommenheit ihrer <app>
                    <lem>Kräfte,</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Kräfte</rdg>
                  </app> und ihre Veränderungen hängen, nach allen unsern
												<pb edRef="#b" n="220"/> Wahrnehmungen, so sehr von
											unserm Körper ab, daß ohne Kenntniß dieses Letztern
											keine rechte und <app>
                    <lem>zuverläßige</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">zuverlässige</rdg>
                  </app> Erklärung dessen, was in <app>
                    <lem>unsrer</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
                  </app> Seele vorgeht, möglich ist. Verbände man daher
											diese Kenntniß des Körpers, so weit sie zur Aufklärung
											der Erscheinungen in <app>
                    <lem>unsrer</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
                  </app> Seele dient, mit der Psychologie, so würde daraus
											eine Wissenschaft entstehen können, die den Namen einer
												<hi>philosophischen</hi> (theoretischen)
												<hi>Anthropologie</hi> eher verdiente, als die <app>
                    <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
                        <sic><hi>empyrische</hi></sic>
                        <corr type="authorial"><hi>empirische</hi></corr>
                      </choice></lem>
                    <rdg wit="#c" type="typo-correction"><hi>empirische</hi></rdg>
                  </app>
                  <hi>Psychologie</hi>, welche <app>
                    <lem>einige</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Einige</rdg>
                  </app> mit diesem Namen belegen.</seg>
                <milestone type="structure" unit="p" edRef="#c"/><seg id="var_1_190_c_p2">Ein <app>
                    <lem>treflicher</lem>
                    <rdg type="v" wit="#c">trefflicher</rdg>
                  </app> Versuch davon ist <index indexName="persons-index">
                    <term>Platner, Ernst</term>
                  </index><persName ref="textgrid:253px"><hi>Ernst</hi>
                    <app>
                      <lem><hi>Platners</hi></lem>
                      <rdg wit="#c" type="v"><hi>Platner's</hi></rdg>
                    </app></persName> Neue Anthropologie für Aerzte und
											Weltweise, wovon <app>
                    <lem/>
                    <rdg wit="#c" type="pt">leider nur</rdg>
                  </app> der <hi>erste</hi>
                  <app>
                    <lem>Band</lem>
                    <rdg wit="#c" type="v">Band,</rdg>
                  </app> Leipzig <app>
                    <lem>1790<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253q0"/> in</lem>
                    <rdg wit="#c" type="pp">1790.</rdg>
                  </app>
                  <choice>
                    <abbr>gr.</abbr>
                    <expan>groß</expan>
                  </choice> 8. erschienen ist.</seg>
                <app>
                  <lem/>
                  <rdg wit="#c" type="ptl"><milestone type="structure" unit="p" edRef="#c"/><seg id="var_1_190_c_p3">{Außerdem verdienen verglichen zu werden: <list>
                        <item><pb edRef="#c" n="199"/>
                          <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_190_1"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Ith, Johannes Samuel</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:253q1">J.
												Ith's</persName></hi> Versuch einer Anthropologie
												oder Philosophie des Menschen nach seinen
												körperlichen Anlagen, 2 Theile. Bern 1794.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253q3"/></item>
                        <item><index indexName="persons-index">
                            <term>Kant, Immanuel</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:2505p">I.
												Kant's</persName></hi> Anthropologie in
												pragmatischer Hinsicht. Königsberg 1800.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253q5"/></item>
                        <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_190_2"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Bernoulli, Christoph</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:253q6">Bernoulli</persName></hi> Grundriß der Naturlehre
												des erwachsenen Menschen, nach den neuern
												Ansichten, 2 Theile. Halle 1804.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253q8"/></item>
                        <item><index indexName="persons-index">
                            <term>Wezel, Johann Carl</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:253q9">J. K.
												Wetzel</persName></hi> Versuch über die Kenntniß
												des Menschen, 2 Theile. Leipzig 1784–1785.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253qc"/></item>
                        <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_190_3"/><index indexName="persons-index">
                            <term>Cabanis, Pierre Jean Georges</term>
                          </index><hi><persName ref="textgrid:253qd">J. G.
												Cabanis</persName></hi> über die Verbindung des
												Physischen und Moralischen im Menschen. Aus dem
												Französischen von <index indexName="persons-index">
                            <term>Jakob, Ludwig Heinrich von</term>
                          </index><persName ref="textgrid:253m8">Jakob</persName>, 2 Theile. Halle 1804.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253qg"/>}</item>
                      </list></seg></rdg>
                </app></note></lem>
            <rdg type="varying-structure" wit="#c"><note place="end"><p copyOf="#var_1_190_c_p1"/>
                <p copyOf="#var_1_190_c_p2"/>
                <p copyOf="#var_1_190_c_p3"/></note></rdg>
          </app></lem>
        <rdg wit="#a" type="om"/>
      </app>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_190_1">
        <label>J. Ith's Versuch einer Anthropologie oder Philosophie des Menschen
							nach seinen körperlichen Anlagen, 2 Theile. Bern 1794</label>
        <p>Der zweite Teil stammt aus dem Jahr 1795, der erste Teil ist 1803 in
							Winterthur in zweiter Auflage erschienen.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_190_2">
        <label>Bernoulli Grundriß der Naturlehre des erwachsenen Menschen, nach den
							neuern Ansichten, 2 Theile. Halle 1804</label>
        <p>Gemeint ist Christoph Bernoullis (1782–1863) zweiteiliges Werk
								<hi>Versuch einer physischen Anthropologie oder Darstellung des
								physischen Menschen nach den neuern Ansichten</hi> (1804). Der erste
							Teil trägt den Untertitel <hi>Physiologie oder Naturlehre des
								erwachsenen Menschen</hi>, der zweite <hi>Entwickelungsgeschichte
								und Naturgeschichte des Menschen</hi>.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_190_3">
        <label>J. G. Cabanis über die Verbindung des Physischen und Moralischen im
							Menschen. Aus dem Französischen von Jakob, 2 Theile. Halle 1804</label>
        <p>Dieses Werk stammt von Pierre Jean Georges Cabanis (1757–1808) und wurde
							von Ludwig Heinrich von Jakob (1759–1827) übersetzt.</p></note>
    </div>
    <div n="191" type="section" id="section_1_191">
      <head><app>
          <lem>191</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">188</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Die <index indexName="subjects-index">
          <term>Glückseligkeit</term>
        </index>Glückseligkeit des Menschen beruht auf der Kenntniß seiner selbst,
						seiner Kräfte, des Verhält<pb edRef="#a" n="175"/>nisses <app>
          <lem>andrer</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">anderer</rdg>
        </app> Dinge gegen ihn, und der nützlichen oder schädlichen Wirkungen,
						welche aus dem <app>
          <lem>verschiednen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
        </app> Gebrauch seiner Kräfte und dem Einfluß <app>
          <lem>andrer</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">anderer</rdg>
        </app> Dinge <app>
          <lem>auf ihn</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp">in ihm</rdg>
        </app> entstehen. Diese Kenntniß belehrt ihn über das, was er zu seinem
						Besten vermag oder nicht; über seine Mängel und Fehler; über seine
						Fähigkeiten und Vorzüge; <app>
          <lem>und</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">über</rdg>
        </app> die Mittel jenen vorzubauen, sie zu heben, zu vermindern oder ihnen
						doch die unschädlichste und vortheilhafteste Richtung zu geben, seine
						Fähigkeiten hingegen zu verstärken, wirksamer zu machen, und sie zur
						Erreichung seiner höchst möglichsten <index indexName="subjects-index">
          <term>Vollkommenheit</term>
        </index>Vollkommenheit zu lenken; über den <pb edRef="#b" n="221"/>
        <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>Werth</term>
            </index>Werth</lem>
          <rdg type="typo-correction" wit="#c"><choice>
              <sic>Werrh</sic>
              <corr type="editorial">Werth</corr>
            </choice></rdg>
        </app> aller Dinge für ihn, der anders nicht als nach ihrem mehrern oder
						mindern Einfluß auf seine Glückseligkeit bestimmt werden <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>; endlich über die Mittel, <app>
          <lem>alles ausser</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Alles außer</rdg>
        </app> sich zu seinem Besten zu verwenden. <app>
          <lem></lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> Alle <app>
          <lem>unsre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
        </app> Kenntniß der Wahrheit und der wirklichen Beschaffenheit der Dinge
						sowohl, als die Verschiedenheit des <pb edRef="#c" n="200"/> Grades von
						Deutlichkeit, Gewißheit und Wirksamkeit gewisser Begriffe und Sätze, gründet
						sich auf die <app>
          <lem>besondre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">besondere</rdg>
        </app> Beschaffenheit <app>
          <lem>unsrer</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
        </app> Seele, auf die <index indexName="subjects-index">
          <term>Gesetze</term>
        </index>Gesetze <app>
          <lem>unsers</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unsres</rdg>
        </app> Denkens und Wollens, und auf die <app>
          <lem>größere</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">grössere</rdg>
        </app> oder geringere Fähigkeit, nach <app>
          <lem>demselben</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">denselben</rdg>
        </app>
        <app>
          <lem>unsre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
        </app>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Seelenkräfte</term>
        </index>Seelenkräfte zu gebrauchen. <app>
          <lem>In so fern</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Insofern</rdg>
        </app> hängen alle theoretische und praktische Wissenschaften von nichts so
						sehr ab, als von der rechten Bekanntschaft mit <app>
          <lem>unsrer</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">unser</rdg>
          <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
        </app> Seele; diejenigen am meisten, die sich mit dem Menschen und dessen
						Regierung, mit Beförderung seiner Gemüthsruhe und seiner Besserung
						beschäftigen. <app>
          <lem></lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> Für den Lehrer der Religion <app>
          <lem>insbesondre</lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app>, der eben durch die Religion <app>
          <lem>Andre</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">andre</rdg>
          <rdg wit="#c" type="v">Andere</rdg>
        </app>, <pb edRef="#a" n="176"/> ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen nach,
						aufs weiseste leiten soll, ist sie ganz vorzüglich nöthig, wenn er diese
						wohlthätige Absicht, wozu er arbeiten muß, erreichen will.</p>
    </div>
    <div n="192" type="section" id="section_1_192">
      <head><app>
          <lem>192</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">189</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Um so mehr muß man stets darnach trachten, die Schwierigkeiten zu überwinden,
						die sich <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> Erforschung der menschlichen <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele in den Weg legen, und eben deswegen sie auch kennen zu lernen
						suchen; <app>
          <lem>zumal</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">zumahl</rdg>
        </app>
        <app>
          <lem></lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> da der Mensch gemeiniglich in dem Wahn steht, nichts besser als sich
						selbst zu <pb edRef="#b" n="222"/>
        <app>
          <lem>kennen, –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">kennen;</rdg>
        </app> da die Einbildung, ein Menschenkenner zu seyn, immer <app>
          <lem>weiter,</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">weiter</rdg>
        </app> und am meisten <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> denen um sich greift, die sichs bewußt <app>
          <lem>sind,</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">sind</rdg>
        </app> daß sie wenig Kenntniß der Dinge <app>
          <lem>ausser</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">außer</rdg>
        </app> den Menschen <app>
          <lem>besitzen, –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">besitzen;</rdg>
        </app> und <app>
          <lem>da</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">endlich</rdg>
        </app> die, welche am ersten Gelegenheit und Aufforderung hätten, Menschen
						kennen zu lernen, <choice>
          <abbr>d. i.</abbr>
          <expan>das ist</expan>
        </choice> die, welche sich mit dem praktischen Leben und mit gleich
						anwendbaren Untersuchungen beschäftigen, mehrentheils nicht die <index indexName="subjects-index">
          <term>Geduld</term>
        </index>Geduld haben, erst die <index indexName="subjects-index">
          <term>Erfahrungen</term>
        </index>Erfahrungen zu zergliedern oder zu läutern, und zu sehr gewohnt <app>
          <lem>sind, Alles</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp">sind alles</rdg>
        </app>, was sie beobachtet haben, gleich anzuwenden, als daß sie <pb edRef="#c" n="201"/> sich nicht mit oben abgeschöpften, einseitigen und
						halbwahren Beobachtungen begnügen sollten.</p>
    </div>
    <div n="193" type="section" id="section_1_193">
      <head><app>
          <lem>193</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">190</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Diese Schwierigkeiten zeigen sich <hi>entweder</hi>
        <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> der <index indexName="subjects-index">
          <term>Beobachtung</term>
        </index>Beobachtung selbst, <hi>oder</hi>
        <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> ihrer Ent<pb edRef="#a" n="177"/>wickelung und <index indexName="subjects-index">
          <term>Anwendung</term>
        </index>Anwendung. Zu jener Art gehört unter <app>
          <lem>andern: –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">andern: 1)</rdg>
        </app> daß <hi>entweder</hi> gewisse Veränderungen <app>
          <lem>unsrer</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
        </app>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele zu selten und zu unerwartet sind, als daß man sie anhaltend
						und wiederholt beobachten könnte, zumal da sie eben wegen des <app>
          <lem>Ausserordentlichen</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">Außerordentlichen</rdg>
        </app> mehr betäuben, als ein stilles und bedächtiges Anschauen erlauben,
							<hi>oder</hi> zu gewöhnlich, als daß sie <app>
          <lem>unsre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unsere</rdg>
        </app> Aufmerksamkeit genug <app>
          <lem>reitzten; –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">reitzten; 2)</rdg>
        </app> daß viele Veränderungen und Zustände <app>
          <lem>unsrer</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unserer</rdg>
        </app> Seele sich kaum beobachten <app>
          <lem>laßen</lem>
          <rdg wit="#a #c" type="v">lassen</rdg>
        </app>, weil es uns <hi>entweder</hi> zu der Zeit, wo sie vorgehen und da
						sind, am Bewußtseyn, wenigstens am deutlichen Bewußtseyn, <app>
          <lem>fehlt,</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">fehlt;</rdg>
        </app>
        <hi>oder</hi> weil sie so <pb edRef="#b" n="223"/> schnell auf einander
						folgen, <app>
          <lem>vorübergehn</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">vorübergehen</rdg>
        </app>, und unter einander abwechseln, daß man sie nicht genug festfassen <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>, <hi>oder</hi> weil selbst durch die angestrengte Aufmerksamkeit ihr
						Zusammenhang oder doch die Bemerkung desselben unterbrochen <app>
          <lem>wird; –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">wird; 3)</rdg>
        </app> daß <app>
          <lem>insbesondre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">insbesondere</rdg>
        </app> die dunkeln Vorstellungen der Seele, und alle dadurch bestimmte
						Neigungen und Abweichungen, sowohl als ihr Zusammenhang mit dem <index indexName="subjects-index">
          <term>Körper</term>
        </index>Körper, so ganz oder zum Theil im Dunkeln liegen, und eine so
						unsichtbare Gewalt über andere Vorstellungen ausüben, daß sich weder sie
						selbst, noch ihr Zusammenfluß, noch ihre wechselseitig mitgetheilte Stärke,
						noch die Gesetze, wonach die Seele <app>
          <lem>dabey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">dabei</rdg>
        </app> wirkt, entdecken <app>
          <lem><app>
              <lem>laßen</lem>
              <rdg wit="#a" type="v">lassen</rdg>
            </app>; –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">lassen;</rdg>
        </app> daß endlich <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">4) bei</rdg>
        </app> den Veränderungen der Seele so viele und oft ganz kleine und
						unmerkbare Ursachen zusammen kommen und in einander <app>
          <lem>fließen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">fliessen</rdg>
        </app>, die sich unserm Blick entziehen, und die keine Scheidungskunst
						völlig sondern <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>.</p>
    </div>
  </div>
  <div type="section-group" id="section_1_194-215">
    <div n="194" type="section" id="section_1_194">
      <head><pb edRef="#a" n="178"/>
        <pb edRef="#c" n="202"/>
        <app>
          <lem>194</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">191</rdg>
        </app>.</head>
      <p><app>
          <lem>Ließe</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Liesse</rdg>
        </app> sich aber auch dieses aufs Reine bringen, und man hätte allen Stoff
						von <index indexName="subjects-index">
          <term>Wahrnehmungen</term>
        </index>Wahrnehmungen <app>
          <lem>beysammen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">beisammen</rdg>
        </app>, der nur noch verarbeitet, und <app>
          <lem>denn</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">dann</rdg>
        </app> gebraucht werden dürfte: so würden wieder <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> dieser Behandlung des <app>
          <lem>Gesammleten</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Gesammelten</rdg>
        </app> neue Schwierigkeiten entstehen. <app>
          <lem></lem>
          <rdg type="om" wit="#c"/>
        </app> Sind uns <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">1)</rdg>
        </app> alle <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> einer Veränderung der <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele zusammenstoßende Umstände, wenn wir sie auch kennen gelernt
						hätten, <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> der <app>
          <lem>einzelnen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">einzeln</rdg>
        </app> Betrachtung und <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> der nachmaligen <app>
          <lem>Wiederzusammensetzung gleich gegenwärtig?</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Wiederzusammensetzung,</rdg>
        </app> selbst nach ihrem Unterschied, nach ih<pb edRef="#b" n="224"/>rem
						wechselseitigen Einfluß, nach ihrem eingeschränkten <app>
          <lem>Beytrag</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">Beitrag</rdg>
        </app> zur Hervorbringung einer bestimmten <app>
          <lem>Wirkung? und <app>
              <lem>laßen</lem>
              <rdg wit="#a" type="v">lassen</rdg>
            </app></lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Wirkung gleich gegenwärtig? Lassen</rdg>
        </app> sich die <app>
          <lem>einzelnen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">einzlen</rdg>
        </app> verschlungenen Fäden so aus einander wickeln, daß nicht dadurch das
						Ganze zerrissen, oder die Einsicht in die <index indexName="subjects-index">
          <term>Totalwirkung</term>
        </index>Totalwirkung vertilgt wird? <app>
          <lem></lem>
          <rdg wit="#c" type="om"/>
        </app> Läßt sich <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">2)</rdg>
        </app> da, wo <app>
          <lem>alles</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Alles</rdg>
        </app> nach mechanischen Gesetzen zu erfolgen scheint, und nichts von der <app>
          <lem>eignen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">eigenen</rdg>
        </app> Mitwirkung der Seele bemerkt wird, auch die Thätigkeit der Seele <app>
          <lem>dabey leugnen? –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">dabei läugnen?</rdg>
        </app> Läßt sich <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">3)</rdg>
        </app> auch <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> einer Menge von gleichscheinenden Fällen abnehmen, was <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> den Ursachen und Wirkungen einer Veränderung wesentlich, und was bloß
						zufällig <app>
          <lem>sey? –</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">sei, und</rdg>
        </app> wie weit man <app>
          <lem>allgemeine</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>allgemeine</hi></rdg>
        </app> Schlüsse daraus ziehen könne?</p>
    </div>
    <div n="195" type="section" id="section_1_195">
      <head><app>
          <lem>195</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">192</rdg>
        </app>.</head>
      <p><app>
          <lem>Mit alle dem müssen uns</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">Doch alle</rdg>
        </app> diese Schwierigkeiten <app>
          <lem/>
          <rdg wit="#c" type="pt">dürfen uns</rdg>
        </app> nicht muthlos machen; es ist doch ein <app>
          <lem>großer</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">grosser</rdg>
        </app>
        <app>
          <lem>Gewinnst</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Gewinn</rdg>
        </app>, wonach wir ringen, und schon der bisherige, <pb edRef="#a" n="179"/>
						selbst die Erwartung <app>
          <lem>bey</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
        </app> so <app>
          <lem>großen</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">grossen</rdg>
        </app> Schwierigkeiten <app>
          <lem>übersteigende,</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">übersteigende</rdg>
        </app> glückliche Fortgang solcher <app>
          <lem>Untersuchungen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Untersuchungen,</rdg>
        </app> muß uns ermuntern. Je mehr man <app>
          <lem>der</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">die</rdg>
        </app>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Natur</term>
        </index>Natur <app>
          <lem>auflauren</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">gleichsam beschleichen</rdg>
        </app>, und ihr <app>
          <lem>bey verschiednen</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">bei verschiedenen</rdg>
        </app> Menschen, in sehr <app>
          <lem>verschiednen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">verschiedenen</rdg>
        </app> Lagen, besonders in noch <pb edRef="#c" n="203"/> ungebildeten <index indexName="subjects-index">
          <term>Kinderseelen</term>
        </index>Kinderseelen, nachspüren wird; je mehr der Reichthum, die
						Bestimmtheit und die wirklich philosophische Behandlung der Wissenschaften
						überhaupt, besonders der <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>Physiologie</term>
            </index>Physiologie</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>Physiologie</hi></rdg>
        </app>, der <app>
          <lem><index indexName="subjects-index">
              <term>Vernunftlehre</term>
            </index>Vernunftlehre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>Vernunftlehre</hi></rdg>
        </app>, und, was hier am meisten übersehen wird, der <app>
          <lem>Sprachen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v"><hi>Sprachen</hi></rdg>
        </app> und ihrer allmähligen Bildung, zunehmen wird; je <pb edRef="#b" n="225"/> mehr die, welche sich mit <index indexName="subjects-index">
          <term>Menschenkenntniß</term>
        </index>Menschenkenntniß abgeben wollen, sich zur anhaltenden
						Aufmerksamkeit, zur langsamen, bedächtigen und geduldigen Untersuchung
						sowohl, als zur <app>
          <lem>Vorsichtigkeit</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Fürsichtigkeit</rdg>
        </app> und Bescheidenheit gewöhnen; und je <app>
          <lem>mehrere</lem>
          <rdg type="v" wit="#c">Mehrere</rdg>
        </app> auf diese Art an der Erweiterung der Seelenlehre arbeiten: <app>
          <lem>je ein</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">ein desto</rdg>
        </app> weiteres Feld wird sie gewinnen, <app>
          <lem>und je</lem>
          <rdg wit="#c" type="pp">desto</rdg>
        </app> sicherer ihr Eigenthum werden.</p>
    </div>
    <div n="196" type="section" id="section_1_196">
      <head><app>
          <lem>196</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">193</rdg>
        </app>.</head>
      <p>Ein guter Theil der Mängel und Schwierigkeiten in der Seelenlehre <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app> durch die Art der Behandlung gehoben werden, die in der
							<hi>erklärenden <index indexName="subjects-index">
            <term>Psychologie</term>
          </index>Psychologie</hi> (§. <app>
          <lem><ref target="#section_1_190">190</ref></lem>
          <rdg wit="#a" type="v"><ref target="#section_1_190">187.</ref></rdg>
          <rdg wit="#c" type="v"><ref target="#section_1_190">190.</ref></rdg>
        </app>) herrscht, und diese dadurch von der <app>
          <lem><choice corresp="#noe_corr_11">
              <sic>empyrischen</sic>
              <corr type="authorial">empirischen</corr>
            </choice></lem>
          <rdg wit="#a" type="typo-correction"><choice>
              <sic>empyrischen</sic>
              <corr type="editorial">empirischen</corr>
            </choice></rdg>
          <rdg wit="#c" type="typo-correction">empirischen</rdg>
        </app> unterscheidet. Denn da sie die Veränderungen der Seele aus dem mit
						Hülfe ontologischer Grundsätze entdeckten <app>
          <lem>Begriff</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Begrif</rdg>
        </app> der <index indexName="subjects-index">
          <term>Seele</term>
        </index>Seele und den Gesetzen der Vorstellungskraft <app>
          <lem>erklärt:</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">erklärt,</rdg>
        </app> so ersetzt sie nicht nur die Kenntnisse, die sich nicht aus der
							<index indexName="subjects-index">
          <term>Erfahrung</term>
        </index>Erfahrung ableiten <app>
          <lem>laßen,</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">lassen</rdg>
          <rdg wit="#c" type="v">lassen,</rdg>
        </app>
        <choice>
          <abbr>z. B.</abbr>
          <expan>zum Beispiel</expan>
        </choice>
        <pb edRef="#a" n="180"/> die, welche ihr künftiges Schicksal betreffen:
						sondern sie setzt auch das, was die Beobachtung entdeckt, mehr <app>
          <lem>ausser</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">außer</rdg>
        </app> Zweifel, bestimmt die Allgemeinheit desselben, und <app>
          <lem>bringt</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">verwandelt</rdg>
        </app> dadurch die Seelenlehre <app>
          <lem>einer eigentlichen</lem>
          <rdg wit="#a" type="pp">in eine eigentliche</rdg>
        </app> Wissenschaft <app>
          <lem>näher</lem>
          <rdg wit="#a" type="om"/>
        </app>. <app>
          <lem>Freylich</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">Freilich</rdg>
        </app> ist selbst der <app>
          <lem>Begriff</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">Begrif</rdg>
        </app> der Seele erst aus Beobachtungen abgeleitet, und es läßt sich nichts
						bearbeiten, wo kein Stoff dazu vorhanden ist, den die Beobachtung giebt; es
						läßt sich auch nicht <app>
          <lem>leugnen</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">läugnen</rdg>
        </app>, daß man diese <app>
          <lem>letztre</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">letztere</rdg>
        </app>, zumal ehedem, zu wenig <pb edRef="#c" n="204"/> brauchte, und daß
						man leicht in Versuchung kommen <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app>, das, was an bewährten <pb edRef="#b" n="226"/>
        <index indexName="subjects-index">
          <term>Grundsätze</term>
        </index>Grundsätzen abgeht, durch <index indexName="subjects-index">
          <term>Hypothesen</term>
        </index>Hypothesen zu ersetzen, oder die <app>
          <lem>große</lem>
          <rdg type="v" wit="#a">grosse</rdg>
        </app> Kluft zwischen den höhern Grundsätzen und <app>
          <lem>einzelnen</lem>
          <rdg wit="#a" type="v">einzeln</rdg>
        </app> Veränderungen der Seele zu überspringen. Aber diese Fehler sind doch
						vermeidlich, die wohlthätige Einschränkung und Leitung der <index indexName="subjects-index">
          <term>Phantasie</term>
        </index>Phantasie durch jene höhere Grundsätze doch <app>
          <lem>unleugbar</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">unläugbar</rdg>
        </app>, und die Verbindung der Beobachtung mit deren Läuterung durch
						allgemeine Grundsätze <app>
          <lem>kan</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">kann</rdg>
        </app> nicht anders als <app>
          <lem>beyden</lem>
          <rdg wit="#c" type="v">beiden</rdg>
        </app> sehr vortheilhaft seyn.</p>
      <note n="1" place="end"><app type="structural-variance">
          <lem><seg id="var_1_196_p1"><app>
                <lem/>
                <rdg wit="#c" type="pt"><choice>
                    <abbr><hi>Anm.</hi></abbr>
                    <expan>Anmerkung</expan>
                  </choice></rdg>
              </app> Einer besondern Wissenschaft unter <app>
                <lem>dem</lem>
                <rdg type="v" wit="#a">den</rdg>
              </app> Namen der <index indexName="subjects-index">
                <term>Geisterlehre</term>
              </index><hi>Geisterlehre</hi> (<app>
                <lem>Pnevmatica, Pnevmatologia,</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">Pneumatica, Pneumatologia</rdg>
              </app>) bedarf es nicht; es wäre auch sehr unzeitig, daran zu
									denken. Nur von Gott und unsrer Seele können wir <app>
                <lem>einiges zuverläßig</lem>
                <rdg wit="#c" type="pp">Einiges zuverlässig</rdg>
              </app> wissen; von andern läßt sich weder aus dem <app>
                <lem>Begriff</lem>
                <rdg wit="#a" type="v">Begrif</rdg>
              </app> eines Geistes, noch aus ihren Wirkungen, noch <app>
                <lem>anderwärts her</lem>
                <rdg wit="#a" type="pp">anderwärtsher</rdg>
              </app> etwas Bestimmtes oder <app>
                <lem>Zuverläßiges</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">Zuverlässiges</rdg>
              </app> erkennen, und wir haben <app>
                <lem>bey</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">bei</rdg>
              </app> den Lücken und Dunkelheiten der Seelenlehre hohe Ursach,
									sie nicht durch <app>
                <lem>Schwärmerey</lem>
                <rdg wit="#c" type="v">Schwärmerei</rdg>
              </app> noch mehr verdunkeln zu <app>
                <lem>laßen</lem>
                <rdg wit="#a #c" type="v">lassen</rdg>
              </app>.</seg>
            <app>
              <lem/>
              <rdg wit="#c" type="ptl"><milestone type="structure" edRef="#c" unit="p"/><seg id="var_1_196_p2">{Das <hi>eigene
												Studium des <index indexName="subjects-index">
                      <term>Menschen</term>
                    </index>Menschen</hi>, wobei man mit der Beobachtung
											unstreitig immer am sichersten von sich selbst ausgeht,
											ist zwar mehr werth, als was man aus bloßen Lehrbüchern
											der Psychologie schöpft. Ja, diese selbst sind oft nicht
											so reich als andere Schriften, in welchen der Mensch und
											das menschliche Herz in allen seinen Gestaltungen
											geschildert wird. Selbst die Dichter, besonders die
											dramatischen, enthalten einen Schatz von Beobachtungen.
												<ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_1"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Fielding, Henry</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2771r">Fielding</persName>,</hi>
                  <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_2"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Richardson, Samuel</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2771t">Richardson</persName></hi> und <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_3"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Shakespeare, William</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:27715">Shakespeare</persName>,</hi>
                  <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_4"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Goethe, Johann Wolfgang von</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:27710">Göthe</persName>,</hi>
                  <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_5"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Schiller, Friedrich</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:255kd">Schiller</persName>,</hi>
                  <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_6"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Jean Paul, s. Richter, Johann Paul
												Friedrich</term>
                    <term>Richter, Johann Paul Friedrich</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2771k">J. P.
												Richter</persName></hi>
                  <choice>
                    <abbr>u. A.</abbr>
                    <expan>und Andere</expan>
                  </choice> haben unfehlbar tiefer in den Menschen
											geblickt, als viele <hi>Psychologen</hi>, die ihn bloß
											aus Büchern kannten, oder die Seelenvermögen
											registrirten und classificirten. Aber selbst um seine
											Beobachtungen besser auffassen, gebrauchen und ordnen zu
											können, und um zu wissen, worauf vorzüglich zu ach<pb edRef="#c" n="205"/>ten, auch worüber man hinsichts
											der Gesetze geistiger Veränderungen schon im Reinen sei,
											ist es doch sehr zu empfehlen, die <hi>empirische
												Psychologie</hi> bald im Anfange seines akademischen
											Cursus zu hören, und die besten Lehrbücher zu studieren.
											Zu diesen gehören, außer den Werken von <index indexName="persons-index">
                    <term>Wolff, Christian von</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:2505j">Wolf</persName></hi> und andern ältern
											metaphysischen Schriftstellern, desgleichen den oben
											angeführten Anthropologieen: <list>
                    <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_7"/><index indexName="persons-index">
                        <term>Schmid, Carl Christian Erhard</term>
                      </index><hi><persName ref="textgrid:251gz">K. C.
												F. Schmidt's</persName></hi> empirische
												Psychologie. Jena 1796.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253qs"/></item>
                    <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_8"/><index indexName="persons-index">
                        <term>Jakob, Ludwig Heinrich von</term>
                      </index><hi><persName ref="textgrid:253m8">C. H.
												Jacob's</persName></hi> Grundriß der
												Erfahrungsseelenlehre. Halle 1810.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253qv"/></item>
                    <item><index indexName="persons-index">
                        <term>Hoffbauer, Johann Christoph</term>
                      </index><hi><persName ref="textgrid:253rd">J. C.
												Hoffbauer's</persName></hi> Naturlehre der Seele,
												in Briefen. Halle 1796.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253rg"/></item>
                    <item><ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_9"/><index indexName="persons-index">
                        <term>Carus, Friedrich August</term>
                      </index><hi><persName ref="textgrid:253rh">F. A.
												Carus</persName></hi> Psychologie in den
												nachgelassenen Werken, 1ster, 2ter und 3ter Band.
												Leipzig 1808.<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253rk"/></item>
                  </list></seg>
                <milestone type="structure" edRef="#c" unit="p"/><seg id="var_1_196_p3">Nicht minder und fast noch
											lehrreicher, sind die Abhandlungen über einzelne
											Materien der Psychologie, welche zum Theil in
												<hi>Journalen</hi> und <hi>Magazinen</hi> für die
											Seelenkunde zerstreut liegen. Man findet davon
											vollständige Nachweisungen in <ptr type="editorial-commentary" target="#erl_1_196_10"/><index indexName="persons-index">
                    <term>Ersch, Johann Samuel</term>
                  </index><hi><persName ref="textgrid:253rn">Ersch</persName></hi> Handbuch der deutschen
												Literatur<ptr type="bibliographic-object" target="textgrid:253rq"/>, <choice>
                    <abbr>Bd.</abbr>
                    <expan>Band</expan>
                  </choice> 1. <choice>
                    <abbr>Abth.</abbr>
                    <expan>Abtheilung</expan>
                  </choice> 1. <choice>
                    <abbr>S.</abbr>
                    <expan>Seite</expan>
                  </choice> 207–219. <hi rend="right-aligned"><choice>
                      <abbr>A. d. H.</abbr>
                      <expan>Anmerkung des Herausgebers</expan>
                    </choice><supplied>}</supplied></hi></seg></rdg>
            </app></lem>
          <rdg type="varying-structure" wit="#c"><p copyOf="#var_1_196_p1"/>
            <p copyOf="#var_1_196_p2"/>
            <p copyOf="#var_1_196_p3"/></rdg>
        </app></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_1">
        <label>Fielding</label>
        <p>Der studierte Jurist Henry Fielding (1707–1754) zählt zu den berühmtesten
							englischsprachigen Autoren seiner Zeit. Als langjähriger Theaterdirektor
							hat er zahlreiche Bühnenstücke verfasst, ehe er sich dem Roman zuwandte
							und die Entwicklung dieses Genres entscheidend mitprägte. Zudem war
							Fielding zeitweise auch journalistisch tätig. Sein mit Abstand
							bekanntestes Werk ist <hi>The History of Tom Jones, a Foundling</hi> aus
							dem Jahre 1749, das noch heute zu den bedeutendsten britischen Romanen
							gezählt wird und gleich mehrfach verfilmt wurde, daneben hat Fielding
							etwa mit <hi>Shamela</hi> (1741) auch Parodien auf Werke seines in der
								<hi>Anweisung</hi> nächstgenannten Antipoden Samuel Richardson
							verfasst.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_2">
        <label>Richardson</label>
        <p>Mit seinen drei Briefromanen, dem immer wieder überarbeiteten Werk
								<hi>Pamela or, Virtue Rewarded</hi> (1740), dem später von Johann
							David Michaelis ins Deutsche übersetzten Werk <hi>Clarissa or, The
								History of a Young Lady</hi> (1748) und <hi>The History of Sir
								Charles Grandison</hi> (1753/1754), gilt der englische
							Schriftsteller und gelernte Drucker Samuel Richardson (1689–1761) als
							Erfinder des empfindsamen Romans und war in dieser Eigenschaft
							literaturgeschichtlich von enormem Einfluss (Goethes <hi>Werther</hi>,
							Lessings <hi>Miss Sara Sampson</hi>, Rousseaus <hi>Julie ou la Nouvelle
								Héloïse</hi> u.a.) und europaweit hoch geschätzt (Diderot u.a.). Die
							seinen Romanen eigene Art der Empfindsamkeit und Moralität zog jedoch
							immer wieder auch Hohn und Spott – v.a. durch den zuvor genannten Henry
							Fielding – auf sich.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_3">
        <label>Shakespeare</label>
        <p>William Shakespeare (1564–1616) darf zu den hervorragendsten Gestalten
							der Literaturgeschichte gerechnet werden und ist v.a. für seine
							dramatischen Werke bekannt, die sich in Historiendramen, Komödien und
							Tragödien unterscheiden.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_4">
        <label>Göthe</label>
        <p>Mit seinem umfangreichen und überaus vielfältigen Werk zählt Johann
							Wolfgang von Goethe (1749–1832) bis heute zu den mit Abstand
							bedeutendsten deutschsprachigen Autoren. Er ist der Verfasser von mehr
							als zwanzig Dramen. Daneben lässt bekanntermaßen auch der Briefroman
								<hi>Die Leiden des jungen Werthers</hi> (vgl. I § 283) tief in, wie
							es an dieser Stelle in der <hi>Anweisung</hi> heißt, „das menschliche
							Herz in allen seinen Gestaltungen“ blicken.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_5">
        <label>Schiller</label>
        <p>Der wenige Jahre vor seinem Tod geadelte Dichter, Philosoph und
							Historiker (vgl. I § 229) Friedrich Schiller (1759–1805) gehört mit
							seinem umfangreichen, breit angelegten Werk und nicht zuletzt durch die
							Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants zu den einflussreichsten
							Denkern der deutschen Aufklärung. Literaturhistorisch zunächst ein
							bedeutender Vertreter des <hi>Sturm und Drang</hi> verkörperte er später
							gemeinsam mit Goethe, Herder und Wieland die sog. <hi>Weimarer
								Klassik</hi>.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_6">
        <label>J. P. Richter</label>
        <p>Hier handelt es sich um den besser unter dem Namen <hi>Jean Paul</hi>
							bekannten Schriftsteller Johann Paul Friedrich Richter (1763–1825). Die
							literarische Qualität seines zwischen der Klassik und der Romantik
							stehenden Werkes war zu Lebzeiten nicht unumstritten, doch war der in
							vielerlei Hinsicht als Sonderling geltende Jean Paul mit <hi>Hesperus
								oder 45 Hundsposttage. Eine Biographie</hi> aus dem Jahr 1795
							ähnlich erfolgreich wie Goethe und sein <hi>Werther</hi>. Die nach 1800
							erschienenen Romane <hi>Titan</hi> und <hi>Flegeljahre</hi> können als
							bekannteste Werke gelten. Seine zerfasert und bisweilen skurril
							wirkenden Texte offenbaren eine ganz eigene, nicht selten biographisch
							begründete Weltsicht, die nicht ohne Humor und Witz bleibt.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_7">
        <label>K. C. F. Schmidt's empirische Psychologie. Jena 1796</label>
        <p>Der Name des Autors lautet Carl (Karl) Christian Erhard Schmid
							(1761–1812), verwiesen wird hier auf die zweite Auflage.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_8">
        <label>C. H. Jacob's Grundriß der Erfahrungsseelenlehre. Halle 1810</label>
        <p>Der <hi>Grundriß der Erfahrungs-Seelenlehre</hi> stammt von Ludwig
							Heinrich von Jakob (1759–1827), angeführt wird hier die vierte
							Auflage.</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_9">
        <label>F. A. Carus Psychologie in den nachgelassenen Werken, 1ster, 2ter und
							3ter Band. Leipzig 1808</label>
        <p>Die <hi>Nachgelassene[n] Werke</hi> des Leipziger Philosophen und
							Psychologen Friedrich August Carus (1770–1807) wurden zwischen 1808 und
							1810 von Ferdinand Gotthelf Hand (1786–1851), einem klassischen
							Philologen und Schüler Carus', in sieben Teilen herausgegeben. Die
							ersten beiden Teile (1808) umfassen laut Nebentitel die
								<hi>Psychologie</hi>, der dritte Teil beinhaltet die <hi>Geschichte
								der Psychologie</hi> (1808).</p></note>
      <note type="editorial-commentary" place="end" id="erl_1_196_10">
        <label>Ersch Handbuch der deutschen Literatur, Bd. 1. Abth. 1. S.
							207–219</label>
        <p>Das <hi>Handbuch der deutschen Literatur seit der Mitte des achtzehnten
								Jahrhunderts bis auf die neueste Zeit</hi>, durch das Johann Samuel
							Ersch (1766–1828) u.a. zum Begründer der neueren deutschen Bibliographie
							geworden ist, ist in erster Auflage in acht Bänden (1,1–2,4) erschienen
							(1812–1814). Innerhalb der ersten Abteilung des ersten Bandes umfasst
							der zweite Abschnitt die Philosophie (aaO 179–262), auf den hier
							angegebenen Seiten findet sich Literatur zur empirischen Psychologie und
							Anthropologie (aaO 207–219).</p></note>
    </div>
    <app>
      <lem>
        <div n="197" type="section" id="section_1_197">
          <head>197.</head>
          <p>Unter allen <index indexName="subjects-index">
              <term>Geister</term>
            </index>Geistern oder denkenden Wesen ist doch <app>
              <lem>keines, ausser</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">keines {außer</rdg>
            </app> uns <app>
              <lem>selbst</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">selbst}</rdg>
            </app>, dessen Erkenntniß so viel Anziehendes hätte, und zu dessen
								Untersuchung, ob und was es <app>
              <lem>sey?</lem>
              <rdg type="v" wit="#c">sei,</rdg>
            </app> vornehmlich ob und in welcher Verbindung es mit uns <app>
              <lem>stehe? unsre</lem>
              <rdg type="pp" wit="#c">stehe, unsere</rdg>
            </app> Vernunft <app>
              <lem/>
              <rdg type="pt" wit="#c">von jeher</rdg>
            </app> ein so dringendes <app>
              <lem>Bedürfniß fühlte</lem>
              <rdg