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|a49||b57||c52| Erster Abschnitt. Philologie.
55.
Philologiebegreift – in dem Sinn, wie man das Wort jetzt nimmt – alle Kenntniß der Sprachen und der dabey erforderlichen Hülfsmittel. Sie lehrt also den Ausdruck in einer Sprache verstehen und anwenden; lehrt den Gebrauch des Ausdrucks, c√ in Absicht sowohl auf die damit verbundenen Begriffe, oder den sogenannten Sprachgebrauch, als auch in Absicht auf die Veränderungen der Wörter und ihre Verbindung, oder die Sprachregeln. In so fern sie das letztere thut, nennt man sie auch Grammatik im engsten Verstande.
Man weiß, daß Philologie und Grammatikbey den Alten für Litteratur galt, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
alle Sprach- und historische, selbst philosophische Kenntnisse in sich faßte, die man zur Erklärung alter Schriftsteller bauchte; daß man sie nachher auf Kenntniß und Gebrauch der Sprachen einschränkte; daß endlich Philosophie und Rhetorik, oder, wenn man will, auch die
Aesthetik der Neuern, mit ihr theilte. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
unter Andern
Quinctilianus de instit. oratoria im ersten und zweyten Buch. Nach der neuern Absonderung dieser Wissenenschaften hat man der |b58|Philosophie, die Untersuchung der allgemeinen Natur der Sprache, und des, wenigstens deutlichen, Vortrags; der Rhetorik, und noch mehr der Aesthetik, den Unterricht über den sinnlichen Vortrag, und, sofern es dabey auf Sprache ankommt, über den edlern oder auserlesenern Ausdruck, vorbehalten; der Philologie aber besondre Sprachen, und mehr das Mechani|a50|sche derselben, überlaßen. So weit also jene Wissenschaften mit Sprache zu thun haben, theilt ihnen die Philologie ihre |c53|Produkte mit, und erhält hinwiederum nicht nur an den Sachen, die in jenen Wissenschaften erfunden werden, neuen Stoff zum Ausdruck, sondern auch die Kunst, ihre eigneProdukte zu veredlen, und von dem Mechanischen der Sprachen Rechenschaft zu geben, oder es in vernünftige und allgemeine Principien aufzulösen.
56.
Es würde kaum nöthig seyn, zu sagen, wie unumgänglich nothwendig die gründliche Bekanntschaft mit Sprachensey, wenn der Ueberzeugung davon nicht weit mehr, als vielleicht irgend einer andern Wissenschaft, sehr gangbare und herrschende Vorurtheile entgegen stünden. *) – Weil der Anfang des Unterrichts bey der Erziehung gemeiniglich mit Sprachen gemacht wird, so mag dies die Ursach seyn, warum vielen dieses Studium bloß für Anfänger zu gehören scheint; so gar anders auch die Art ist, mit der der Verständigere und der Anfänger die nemliche Sache |b59| behandeln kan, und so sehr auch in jener gewöhnlichen Ordnung bey dem Unterricht, das sehr richtige Geständniß liegt, daß Kenntniß der Sprachen die Grundage von allen andern Kenntnissen sey.
*) Man weiß, wie sehr über die Nothwendigkeit des Studiums der Sprachen, namentlich der alten, und der ganzen alten Literatur, wenigstens der frühzeitigen und allgemeinen Beschäftigung damit auf Schulen, noch
neuerlich, seit den lebhaften Versuchen, eine gänzliche pädagogische Revolution hervor zu bringen, gestritten worden ist. Das, theils Scheinbarste, theils Wichtigste, wider diese Nothwendigkeit ist in den
beydenTrappischen Aufsätzen: über das Studium der alten classischen Schriftsteller und ihre Sprachen, und: über den Unterricht in Sprachen, zusammengefaßt, wovon jene in der Allgemeinen Revi|c54|sion des gesammten Schul- und Erziehungswesens, von einer Gesellschaft praktischer Erzieher, herausgegeben von J. H. Campe , im 7ten Theil S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
309 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
steht, und diese den 11ten Theil des gedachten Werks einnimmt. So sehr der Streit hiedurch und durch die der erstern Abhandlung beygefügten Anmerkungen einiger gelehrten Männer sowohl, als durch die treflichen
Rehbergschen Aufsätze in der Berlinischen Monatsschrift, im Februar 1788S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
105 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
, im März S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
253 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
und im Januar 1789S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
20 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
der unpartheyischen Entscheidung näher gebracht ist; so sehr ich auch von dem Nutzen und der Nothwendigkeit einer Läuterung oder wenigstens Darlegung beyderseitiger Urtheile und ihrer Gründe überzeugt bin: so erlauben doch die Grän|b60|zen dieses Buchs schlechterdings diese nicht. Ich hoffe, daß durch die folgenden kurzen Bemerkungen, und durch die, welche weiter unten §. 106 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
vorkommen, vielen Mißverständnissen und Einwürfen schon ehedem vorgebaut und mancher Gesichtspunct angewiesen sey, der bey Beurtheilung dieses Streits nicht sollte übersehen werden; auch scheinen sie mir mit den erst in dieser Ausgabe hinzugefügten hinreichend, nachtheilige Eindrücke zu verhüten oder zu schwächen, die durch jene Bestreitung könnten veranlaßt werden, wenn anders ein Leser unbefangen urtheilen kan, und sich Mühe geben will, den oft bloß gegebnen Winken weiter nachzudenken. Ganz habe ich mich indessen auf jene Abhandlungen weder einlassen können noch dürfen, da sie in pädagogischer Hinsicht geschrieben sind, dieses Buch hingegen nur die Bildung angehender Theologenbetrift. Nur über die Streitfrage, so fern sie hieher gehört, sey folgendes, vornemlich in Rücksicht auf jene Aufsätze, hinzugefügt. Wer die Nothwendigkeit des Studiums der Sprachen behauptet, redet ja 1) nicht bloß oder hauptsächlich von Sprachregeln oder überhaupt vom Bau der Sprachen; noch weniger giebt er das Studium dieses Sprachenbaues für wichti|c55|ger aus als den Sprachgebrauch. 2) Eben so wenig sondert er bey dem Sprachgebrauch Worte und ihren Sinn, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
die mit den Worten verknüpften Begriffe, oder, wie es Andre ausdrucken, den Körper und den Geist der Sprache, so, daß er die bloße Beschäftigung mit Worten empfehlen wollte, und die Kenntniß der bloßen Worte für wichtiger ausge|b61|ben, als die Kenntniß der damit verbundenen Ideen. 3) Er schließt nicht einmal die Kenntniß der Sachen aus, so ferne ohne sie kein Begrif statt findet, und so ferne eine Schrift, durch deren Lesung er hauptsächlich die Sprache gelernt wissen will, ohne sie gar nicht verstanden werden kan. Er billigt 4) indem er das Sprachenstudium vertheidigt, keinesweges verkehrte Methoden, sie zu studieren, deren üble Folgen ohne Ungerechtigkeit nicht dem Sprachenstudium selbst können zur Last gelegt werden c√. Wer ihm also irgend etwas von dem bisher erwähnten Schuld giebt, läßt ihm nicht Gerechtigkeit wiederfahren, und ficht entweder mit einem bloßen Schatten, oder glaubt fälschlich
Editorische Korrektur von: fäschlich (c)
den Werth des Studiums der Sprachen vernichtet zu haben, indem er bloß Mißbräuche bey diesem Studium gerügt hat. Endlich 5) wer dieses Studium empfiehlt, will damit nicht gleich das Studieren der Sprachen, oder gar das Studieren der Alten, allgemein, in alle, selbst die niedrigsten, Schulen eingeführt, oder in Schulen vollendet, oder eigentliche Kinder mit den feinern Theilen und Veränderungen der Sprachen beschäftigt wissen. Sondern 6) darin stimmen wohl alle wahre Kenner des wahren Werthes der Sprachen überein: daß 1) die fleißige und frühzeitige Beschäftigung mit Sprachen, in dem Umfang, wie sie §. 55 erklärt wurde, 2) allen, die nach einer feinern Geistesbildung streben, oder dazu bereitet werden sollen, sehr nützlich, und besonders denen, die sich den Wissenschaften, namentlich der Theologie, widmen wollen, unentbehrlich sey. – Wenn damit anzu|b62|fangen sey? wie weit? und wie sie zu |c56| diesem Zweck zu treiben sey? läßt sich nicht im Allgemeinen beantworten. Das Nöthige, in Absicht auf die, welchen dieses Buch bestimmt ist, wird unten in diesem Abschnitt angegeben werden. c√
57.
Wer es der Beschäftigung mit Sprachen zum Vorwurf macht, daß sie so sehr bey Kleinigkeiten verweile; der überlegt nicht, daß man anders nie zur Vollkommenheit aufsteige, als durch den Fortschritt vom Kleinern zum Größern, und daß |a51| die Vollkommenheit jeder Erkenntniß, wie jeder Kunst, von dem Fleiß abhänge, mit der man selbst die kleinsten Theile bearbeitet. – Wer sie für unfruchtbare, von allem Vergnügenentblößte Beschäftigung hält, beurtheilt die Sache zu sehr nach seinem besondern Geschmack, und verräth eine gewisse Kurzsicht, die es ihm unmöglich macht, mehr zu sehen, als was gleich vor seinen Augen liegt. Jede Beschäftigung, wäre sie auch nur Uebung unserer Kräfte, führt ihr eigenes Vergnügen mit sich; wer würde sie denn sonst verfolgen, wenn sie nicht ihren besondern Reitz hätte? Der große Nutzen der gründlichen Sprachkenntniß zeigt sich freylich erst späterhin; aber eben der später erkannte Nutzen und die Erinnerung an die Mühe, die es uns, bis dahin zu kommen, gekostet, gewährt ein c√ so größeres Vergnügen, je unerwarteter der Nutzen, und je mühsamer er errungen worden ist.
|b63| 58.
Und gerade deswegen, weil diese Beschäftigung viele, selbst ins Kleine gehende, Mühe und Fleiß erfordert, an der sich dieser, wie an einem Wetzstein, schärfen kan; ge|c57|rade darum, weil man da, auf Hoffnung erst mit der Zeit zu erreichender Vortheile, arbeiten lernen muß; und Anfänger nicht genug zum unverdroßnen Fleiß in Ueberwindung vieler Schwierigkeiten, zur ausharrenden Geduld, und zur Hinsicht auf das gewöhnt werden können, was nicht gleich vor Augen ist: sollte man bey diesen Lust zu dieser Beschäftigung zu erwecken suchen, eben um sie an Schwierigkeiten, Zweifel und Verlegenheit, die sich ihnen künftig in ihrem Leben überall darstellen werden, zu gewöhnen, und ihnen dadurch eben sowohl guten Muth zu machen, um sich von dergleichen nie schrecken zu laßen, als sie durch Uebungen zum voraus schon in den Stand zu setzen, alles solche Abschreckende glücklicher zu überwinden. Und sie selbst c√ sollten mehr |a52| dem Rath derer folgen, die der Sache kundig sind, als ihrer eigenen Scheu für alles, was mühsam ist, oder nicht unmittelbaren Nutzen oder Vergnügungen verspricht, und den Vorspiegelungen dererjenigen, die weder Geschmack daran, noch Kenntniß davon haben; zumal weil nichts mehr hinreißt, als herrschende Vorurtheile, und diese Beschäftigung um so schwerer und abschreckender wird, je länger man sie aufgeschoben hat.
|b64| 59.
Wie groß der Einfluß der Sprache auf die Bildung der menschlichen Seele, sowohl auf Verstand, als Herz, sowohl für sich, als durch gegenseitige Mittheilung der Gedanken und Gesinnungen,sey, muß einem jeden einleuchten, der selbst zu denken gewohnt ist, und der es darauf anlegt, sich Andern auf eine wirksame Art mitzutheilen. Und noch einleuchtender macht es der auffallende Unterschied zwischen sprachfähigen Menschen und sprachlosen Thieren, zwischen |c58| taub- oder stummgebornen und hörenden oder redenden Menschen, zwischen der Cultur solcher Nationen, die eine reiche, und solcher, die eine arme Sprache haben, nebst dem gleichmäßigen Fortschritt der Geistesbildung bey Kindern, mit dem schnellern oder langsamern Fortgang in der Sprache. Wer also eine Sprache genau und gründlich kennt, und sie in seiner Gewalt hat, kan in dem nemlichen Grade ein vernünftigerer und besserer Mensch seyn, andre mehr aufklären und bessern, und mehr Nutzen von Andrer Unterricht ziehen, als wem es c√ daran fehlt; |a53| und die verabsäumte genaue Kenntniß und Fertigkeit einer Sprache ist eine Hauptursache, warum man theils selbst zurückbleibt, und auf unrichtige Begriffe und Irrthümer fällt, theils andern nicht fort- oder ihren falschen Vorstellungen und üblen Gesinnungen nicht abhelfen kan.
60.
Schon erstlich in Rücksicht auf unserneignen Vortheil – können wir durch Hülfe der Sprache a√|b65| die Begriffe festhalten, welche wir durch den Eindruck der Dinge empfangen haben, und uns dadurch nicht nur ihrer wieder erinnern, sondern auch allgemeine Begriffe bilden, verworrene aus einander setzen, und eine stete Verbindung unsrer Vorstellungen bewirken. – Die Sprachen leiten sogar auf neue Begriffe und Entdeckungen, legen wenigstens den Grund zu allgemeinen Begriffen und Sätzen, die zu weitern Betrachtungen ermuntern, und eine fruchtbare
Autorschaftliche Korrektur von: sichtbare (a)
Quelle neuer Entdeckungen werden können. – Sie befördern den leichtern Uebergang von einem Begriff zum andern, und stellen ihren Zusammenhang besser dar *) . – Und wer der Sprache mächtig ist, mehrere Begriffe in Ein Wort, oder mehrere Gedanken in wenige Worte zusammen zu drängen versteht, kan nicht nur schneller im Denken |c59| fortrücken, und mehr in der Geschwindigkeit übersehen, sondern auch selbst seine Begriffe anschauender, und ihre Wahrheit einleuchtender machen **) .
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Zur Ueberzeugung von der Wahrheit des Meisten, was hier und im Folgenden gesagt ist, auch von andern Vortheilen der Sprache, dienen vorzüglich:
|a54|
De l'influence des opinions sur le langage et du langage sur les opinions, par Mr.Michaelis , à Breme 1762
in 8.
Neues Organon durch J. H. Lambert , Leipzig 1764
in 2 Bänden ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. Band 2. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
8 fgg.
Abkürzungsauflösung von "fgg.": folgende
|b66|
Joh. George Sulzers vermischte philosophische Schriften, Leipzig 1773
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. Theil 1. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
166 fgg.
Abkürzungsauflösung von "fgg.": folgende
Gedanken von dem Nutzen richtig getriebner Philologie, von G. B. Funk , wieder abgedruckt in dem Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste, Berlin 1784
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. Band 2. Stück 1. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
113 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
Jerusalem, oder über religiöse Macht und Judenthum, von Moses Mendelssohn , Berlin 1783.
8. Abschnitt 2. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
64 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2 *). Ein Beyspiel zur Erläuterung der dritten Bemerkung in diesem §. kan die Herleitung der sämtlichen moralischen Eigenschaften Gottes aus dem Begriff seiner Güte, vermittelst der Begriffe des boni physici und moralis abgeben; so wie von der letzten Bemerkung **), die auch in der Theologie eingeführte Schulsprache, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
in der Lehre von dem Willen Gottes und der Mitwirkung Gottes bey der Sünde. Die Schriften des
Thukydides,
Cicero ,
Tacitus , des
Apostels Paulus , – der mehrere vielkörnige (prägnante) Wörter und Redensarten hat, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Phil. 1, 7. χάρις (für Leiden, die eine Wohlthat sind, verglichen mit V.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
29. und Kap.
Abkürzungsauflösung von "Kap.": Kapitel
4, 14); ἄδικοι 1 Kor. 6, 1 (Richter, die keine Christen, und daher gegen diese gewöhnlich ungerecht sind); ἑτεροζυγεῖν ἀπίστοις 2 Kor. 6, 14 (sich Unchristen gleichstellen, aber mit Anspielung auf 3 Mos. 19, 19. und Einschluß des |c60| darin liegenden Grundes der ganz verschiedenen Denkart oder Gesinnung |b67| eines Christen und eines Profanen); wie dergleichen Redensarten Phil. 1, 21: „wenn ich leben bleibe, so fällt der Gewinn für Christi Lehre. sterbe ich, so fällt er für mich aus,“ verglichen mit V.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
22 bis 24; auch 2 Kor. 3, 6 fgg.
Abkürzungsauflösung von "fgg.": folgende
Kap.
Abkürzungsauflösung von "Kap.": Kapitel
4, 12.u. a.
Abkürzungsauflösung von "u. a.": und andere
– bieten mehr dergleichen Exempel dar.
61.
Auf der andern Seite sind c√ die Sprachen, durch die wir unsere Begriffe bekommen, und sie uns geläufig machen, eine ergiebige Quelle von mangelhaften
Editorische Korrektur von: mangelhasten (b)
, verworrenen, irrigen Begriffen und Urtheilen. Denn
Autorschaftliche Korrektur von: Urtheilen: denn (a)
wir müssen eine jede Sprache nehmen, wie sie ist, und, weil diese sich nach den Begriffen dererjenigen gebildet hat, welche sie nach und nach erfanden, ihre mangelhaften, ungeläuterten, unentwickelten, und oft ganz falschen Begriffe in Wörter einkleideten, wenig von der Kunst |a55| verstanden, die Sachen durch angemessene Ausdrücke zu bezeichnen, und, um nicht die Wörter zu sehr zu vervielfältigen, sehr oft Einen Ausdruck zur Bezeichnung mehrerer Begriffe brauchten, oft auch, um gewisse Sachen mehr verständlich und anschauend, als bestimmt darzustellen, neuerfundne Ausdrücke den rohern Begriffen des großen Haufens anschmiegen mußten: so theilten sich alle dabey zum Grunde liegende Fehler oder Unbequemlichkeiten der Sprache mit, und wurden durch sie so gangbar, daß es eben so viel Mühe kostet, diese Fehler zu entdecken, als sie durch allerley Gegenanstalten zu heben.
|b68| Daher unter andern 1) die Ausdrücke, welche die Sachen, nicht nach Untersuchung ihrer wahren Natur und Ursachen, sondern nach den Vorstellungen der Sinne und der Einbildungskraft bezeichnen, wie die, welche natürliche Dinge, Eigenschaften und Handlungen Gottes, Geister und der|c61|gleichen betreffen. 2) Die, welche so gar leicht falsche Nebenbegriffe erregen, wohin sonderlich bildliche Ausdrücke gehören, vornemlich solche, die Gott und göttliche Dinge durch ähnliche bezeichnen sollen, als der Mißverstand in den Ausdrücken:
Beleidigung und Versöhnung Gottes; Gott hatalleszu seiner Ehre erschaffen, Gottesdienst, Furcht Gottesu. a.
Abkürzungsauflösung von "u. a.": und andere
3) Die vieldeutigen Ausdrücke, als νόμος, πνεῦμα, ὑιοὶ Θεοῦ, ἄγγελοιu. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
62.
Die Schwierigkeiten vermehren sich zuvörderst durch die Menge sehr verschiednerSprachen; und weil bey den Ausdrücken der einen Sprache nicht gerade die Vorstellungen zum Grunde liegen, |a56| welche zu den Ausdrücken in der andern Gelegenheit gaben: so ist es oft unmöglich, oft wenigstens schwer, den Ausdrücken in der einen, vollkommen angemessene Ausdrücke in der andern unterzulegen, oder zu verhüten, daß sich der Mißverstand aus einer nicht in die andere fortpflanze.
Beyspiele, wie viel Mißverstand hieraus entstehe, können 1) schon die unrichtigen, meist nach der Etymologie eingerichteten, Uebersetzungen der Wörter ἐκλέξασθαι und ἐκλεκτοὶ Röm. 9 und an|b69|derwärts, ἀναξίως 1 Kor. 11, 27 (welches mit μὴ διακρίνων τὸ σῶμα
τ. ΚυρίουV.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
29 und mit Matth. 3, 8 hätte verglichen, und nicht unwürdig, sondern unanständig oder ungebürlich sollen gegeben werden a√), σκανδαλίζειν 1 Kor. 8. Röm. 14(nicht:jemand ärgern, welches ein Mißfallen, sondern: ihm Gelegenheit zur Versündigung geben, welches ein Wohlgefallen des andern an unserm Betragen und eine Nachahmung desselben, anzeigt), und der Redensarten der heil.
Abkürzungsauflösung von "heil.": heilig
Schrift seyn, die Gott zum Urheber des Bösen|c62| zu machen scheinen, welche durch die ähnlichen Ausdrücke Apostelgesch. 13, 29 und K.
Abkürzungsauflösung von "K.": Kapitel
1, 18 mehr Licht erhalten. Noch mehr 2) die unbestimmten,d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
solche Ausdrücke, deren Umfang nicht einleuchtend oder nicht angegeben ist, und welche daher in einer Sprache oft weiter oder eingeschränkter genommen werden, als sie in der andern gebraucht sind. Zum Beyspieldienen die Wörter θεοδίδακτοι Joh. 6, 45 und θεόπνευστος 2 Tim. 3, 16, die nur zu oft auf unmittelbare Offenbarung und Einfluß eingeschränkt werden; und ἀπιστία, welches, ganz wider den Sprachgebrauch der heil.Schrift, auch auf die ausgedehnt wird, welche keine Kenntniß von den geoffenbarten Lehren erlangt haben.
|a57| 63.
Ausser dem giebts in mehrern Sprachen wieder besondere Gattungen, die entweder durch besondere Gegenstände der Erkenntniß, welche in der gemeinen Sprache nicht bezeichnet waren, oder |b70| dadurch nothwendig worden sind, daß man das Mangel- und c√ Fehlerhafte der gemeinen Sprache verbessern wollte. Solche Gattungen sind die Kirchen- und Gelehrten-Sprache; ja gewissermaßen hat jeder in seiner Art originelle Schriftsteller seine eigene Sprache. Hiedurch wird eine Sprache noch weitläuftiger, folglich noch schwerer, und selbst der Mißverstand kan dadurch zunehmen. Denn, weil dadurch die Bedeutungen Eines Ausdrucks vervielfältigt, und die Begriffe in der besondern Sprache von denen in der gemeinen Sprache verschieden werden: so wird auch die Verwechselung leichter. Ja selbst die Bestimmung, welche man in der besondern Sprache einem Ausdruck gegeben hat, ist oft dem Sprachgebrauch in der gemeinen, oder in einer andern besondern Sprache |c63| nicht gemäß, und bringt dadurch Mißverstand aus jener in diese.
So drückt Person, als Suppositum intelligens erklärt, in der c√ Lehre von der Trinität, und Natur, dem Erlöser der Menschen beygelegt, einen ganz andern Begriff aus, als Person im gemeinen Leben und Natur in der Metaphysik. – So schließt Zurechnung, wie es Paulus Röm. 5 braucht, weder den Begriff vom Urheber einer freyenHandlung, noch einmal den Begriff von Strafe in sich, welches beydes sonst an dem Worte hängt; und φυσις Ephes. 2, 3 hat einen ganz andern Sinn, als wenn man in der Theologie Natur und Gnade|a58| einander entgegengesetzt. – Selbst diese zwey Beyspiele und die bekannten
Arianischen, Nestorianischen und Monophysitischen Streitigkeiten über |b71| die Wörter ὁμοoύσιος, Θεοτόκος und φῦσις können eine Erläuterung der zweyten Hälfte des §. abgeben.
64.
Wenn nun die Bildung unseres eigenen Verstandes, und die Lücken, Vorurtheile und falschen Wendungen unserer Erkenntniß so sehr von unserer Sprache abhängen: so muß ungemein viel daran liegen, – daß man die Sprache, worin man zu denken gewohnt ist, sorgfältig studiert habe, um dem Mißverstand, der daraus entstehen kan, auf die Spur zu kommen, und alle Vortheile zu geniessen, die eine Sprache giebt; – daß man selbst, wenn man es kan, mehrere Sprachen so studiere, nicht nur um das brauchen zu können, was in solchen gesagt oder geschrieben wird, sondern auch um durch die eine die andre mehr aufzuklären, und durch Hülfe der einen das Fehlerhafte oder Unvollständige der andern zu entdecken, und daraus möglichst zu verbessern *) ; – daß man endlich den Fehlern sei|c64|ner eigenthümlichen Sprache so viel abhelfe, als es ihre Natur und Verständlichkeit für die, welche sie ebenfalls brauchen, erlaubt. a√
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
1. Es ergiebt sich zugleich aus allem bisher gesagten: 1) daß das Studium der Sprachen schon an sich, als Sprachenstudium, auch abgesehen (nicht von den damit verknüpften Begriffen, sondern) von den Sachen, die man durch Hülfe der Sprachen, als Zeichen von Vorstellungen, lernt, einen unglaublichen Nutzen habe. 2) Daß – vorausgesetzt: man treibt es mit jungen Leuten zu |b72| den vorhin angegebnen Absichten, und lenkt immer darauf ihre Aufmerksamkeit – es die beste Vorbereitung zur Bildung des Geistes für künftige Gelehrte, und überhaupt für solche sey, die sich einmal vorzüglich mit Geistesarbeiten beschäftigen sollen. (Vergl.
Abkürzungsauflösung von "Vergl.": Vergleiche
Rehberg in der Berlinischen Monatsschrift 1788, Februar, S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
125 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
und 1789, Januar, S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
53 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
c√) Dadurch wird das Gedächtniß geübt, gerade zu der Zeit, wo es die meiste Empfänglichkeit für aufgefaßte Eindrücke hat, und wo diese Gedächtnißübungen noch nicht durch die reitzendern Uebungen des bloßen Verstandes verdrängt oder verleidet sind. Es wird zugleich frühzeitig auf unsinnliche Dinge und solche Zeichen gerichtet, welche die Dinge nicht sinnlich darstellen, wodurch verhindert wird, daß man sich in frühern Jahren nicht zu sehr an das gewöhne, was bloß vor die Sinne gebracht werden kan. Durch die Bereicherung des Gedächtnisses bekommt man früh einen ansehnlichen Reichthum von Ideen, ohne welchem Stoff zum Denken, Genie und Verstand nichts vermag, und eben der Reichthum von Wörtern befestigt die Ideen und setzt den jungen Geist in den Stand, die dadurch ausgedruckten Begriffe zu behalten, sie sich geläufig zu machen, und Andern wieder mitzutheilen. Seiner natürlichen Flüchtigkeit wird dadurch gesteuret, daß bey dem Sprachstudium die Aufmerksamkeit auch mit auf Kleinig|c65|keiten gelenkt, und die Seele gewöhnet wird, diese überall mit in Anschlag nehmen zu lernen, und sich nicht bloß mit dem Auffallenden oder sich leicht Darstellenden zu begnügen. Ich wiederhole |b73| hier die übrigen Vortheile nicht, die das Sprachenstudium gewähren kan, welche sich bey einer noch unverstimmten und feinerer Eindrücke empfänglichern
Editorische Korrektur von: empfängchern (c)
jugendlichen Seele wohl eher, als bey andern möchten erreichen laßen.
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
2. *) Wer jene Vortheile von dem Studium der Sprachen recht beziehen will, muß wenigstens zwey oder drey Sprachen eigentlich studieren, und mit einander vergleichen lernen, solche Sprachen, die, wegen ihres gemeinschaftlichen Ursprungs oder Abstammung von einander, kurz, wegen ihrer Verwandtschaft, viel Eigenes gemein haben, wie die griechische und lateinische, und wieder andre, die ganz in ihrer Bildungsart verschieden sind, wie jene und die morgenländischen Sprachen. Mag es seyn, daß Dinge, die sich überall auf einerley Art den Sinnen zeigen, oder daß reine Verstandesbegriffe, von allen Menschen und Nationen überhaupt auf einerley Art empfunden oder gedacht, also auch durch Wörter, die dem Ton oder der Schrift nach ganz verschieden sind, doch so ausgedruckt werden, daß alle, die das Wort verstehen, sich eben dieselbe Sache dabey vorstellen: so gerathen doch manche Nationen oder einzelne aufmerksame, schnell oder fein empfindende oder denkende Köpfe unter ihnen, auf Vieles, woran andere gar nicht denken. Seltenere, oder unter verschiedenen Gestalten an verschiednen Orten oder in verschiednen Köpfen erschienene oder gedachte Gegenstände, erwecken bey Verschiedenen auch sehr verschiedene Begriffe. Und selbst gemeine oder all|b74|tägliche Gegenstände bekommen in veschiednen Köpfen durch die verschiednen Umstände, unter welchen sie sich ihnen darstellen, und durch die verschiedene besondere Vorstellungskraft oder Art, Dinge zu bezeichnen, gleichsam eine ganz eigenthümliche Farbe, werden mit mehrern oder |c66|wenigern Nebenbegriffen, mit feinern Bestimmungen, sinnlicher oder unsinnlicher gedacht, zumal je nachdem sich die Einbildungskraft mehr oder weniger einmischt, und der Reichthum von Begriffen größer oder geringer ist. Hieraus ist offenbar, daß durch das Studium mehrerer Sprachen, und selbst origineller Schriftsteller, ganz neue Ideen erzeugt werden, oder doch schon bekannte Begriffe unter ganz neue Gestalten erscheinen können, worauf wir erst durch die fremde Sprache sind aufmerksam gemacht worden; und je mehr dies, was Einer Sprache eigen ist, in die andere übergetragen wird, und durch unsere Art zu denken und uns auszudrucken wieder eine etwas veränderte Gestalt bekommt: je mehr muß der Reichthum, und zum Theil die Bestimmtheit und Fruchtbarkeit, unsrer Begriffe und Gedanken zunehmen. Es kan also dieses Studium eine vortrefliche Uebung dem Verstande gewähren, der dadurch geschmeidiger, und für Vieles empfänglicher wird; ein Gewinn, der schwerlich durch etwas Anderes erlangt werden kan, und augenscheinlich beweiset, wie vortheilhaft das Sprachenstudium schon an sichsey. –
Was in der oben bey §. 56. angeführten allgemeinen Revisionetc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Theil 7. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
420 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
und Theil 11. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
224 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
dagegen gesagt ist, beruhet theils darauf, daß immer Stu|b75|dium der Sprache als ganz abgesondert von der Erlernung der dadurch mitgetheilten Begriffe von Sachen angenommen wird, theils auf dem Wahn, als wenn sich Sprachkenntnisse nicht ließen unterhaltend machen c√, theils auf einer anderen Einbildung, als wenn Kinder alles unerträglich fänden, und nicht leicht fassen könnten, was ihnen Zeichen darstellt, ohne zugleich die Sache selbst darzustellen, wovon doch Musik und Mathematik c√ das Gegentheil beweiset.
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
3. Daß übrigens ein solches Sprachenstudium nichts weniger als bloßes Geschäfte des Gedächtnisses, daß |c67| es sehr schwer sey, und keine gemeine Fähigkeiten und Uebungen, besonders eine sorgfältige Aufmerksamkeit selbst auf Kleinigkeiten, ein feines Gefühl, Geduld und anhaltenden Fleiß, erfordere, also auch sein großer Nutzen, Leuten, die bloß auf sinnliche und unmittelbare Vortheile ausgehen, und den Werth der Geistesnahrung wenig oder gar nicht zu schätzen wissen, nicht einleuchtend könne gemacht werden c√, bedarf wohl kaum einer Erinnerung.
65.
Und weil unsre Neigungen ganz durch unsre Vorstellungen gestimmt werden, diese Vorstellun|a59|gen aber inniglich mit der Sprache verbunden sind: so muß die Sprache selbst über das Herz große Gewalt haben. Je edler ein Ausdruck ist, je anschauender er die Sachen darstellt, je fruchtbarer er ist, das heißt, je mehr Begriffe er erregt, die |b76| Licht, Anmuth und Interesse in die Vorstellung bringen, je passender, bestimmter und schöner er ist: desto mehr wirkt er aufs Herz; so wie hingegen unedle, verworrene, kraftlose, unschikliche Ausdrücke das Herz entweder kalt laßen, oder gar gegen die beste Sache einnehmen.
c√
66.
Alle Vortheile und Unbequemlichkeiten der Sprache ergießen sich auch 2) (§. 60 ) in den Vortrag und die Mit|c68|theilung der Gedanken an Andere. – Wie viele Irrthümer, unnöthige und verworrene Untersuchungen, selbst wie viele Erbitterung und Argwohn, entstehen aus bloßem Mißverstand, der in den Wörtern liegt? der eben sowohl durch unbequeme Ausdrücke erregt, als von Andern aus ihnen geschöpft, und hinwiederum durch schicklichere Wörter oder bestimmtere Erklärungen verhütet oder gehoben werden kan. – Wie viel helfen deutliche und unzweydeutige oder von falschen Nebenbegriffen freye Wörter, bestimmte Erklärungen und Classification der Dinge, die nur durch Wörter geschehen kan, den Begriff deutlich, und Sachen kenntlich zu machen, oder zu vergegenwärtigen? – Wie viel besser drucken sich die Sachen durch bestimmte Wörter, durch bildliche Ausdrücke, durch körnigte Sentenzen, dem Gedächtniß und der Einbildungskraft ein? – Wenn der dunkle, ver|a60|wirrte, matte und weitschweifige Vortrag, der immer mit von Armuth und Ohnmacht der Sprache herrührt, den Leser |b77| oder Zuhörer ermüdet, ihnen das Denken erschwert, und selbst die vorgetragene Sachen verleidet: so unterhält die Deutlichkeit, die Fülle der Wörter und die gedrängte Kürze, die Aufmerksamkeit, und giebt den Sachen einen gewissen Reitz, der die Theilnehmung befördert. – Und wie sehr erweckt der klare, bestimmte und einleuchtende und gleichsam theilnehmende Ausdruck des Redenden, auch das Vertrauen, daß er seine Sache verstehe, von ihrer Wahrheit überzeugt, und von ihrem Werthe durchdrungen sey, ein Vertrauen, das für die Wahrheit und Treflichkeit des Gesagten den Zuhörer sehr einnehmen muß. – Wenn auch kein Andrer so viel Ursache hätte, darnach zu trachten, daß er seiner Sprache mächtig würde: so sollte es der, der Lehrer der |c69| Religion seyn will. Wäre auch der Schade so groß nicht, den der Lehrer sonst gegen seinen Willen stiften kan: so thut er zur Empfehlung der Religion bey weiten nicht so viel, als er könnte, wenn er mehr Kraft der Sprache in seiner Gewalt hätte.
67.
Sofern endlich 3) (§. 66. ) Sprachen der Canal sind, durch den uns alle Kenntnisse zugeführet werden, die wir von Andern empfangen, sofern theilt sich uns, |a61| je nachdem wir solche Sprachen genau oder obenhin verstehen, alles Gute und Nachtheilige mit, was diese Sprachen bey sich führen. Denn, da dasjenige, was in der mittheilenden Sprache liegt, in unsre eigene übergetragen wird, oder die |b78| Begriffe, welche der Andere mit seinen Wörtern verknüpft, in unsre eignen, immer an Sprache gebundne, Begriffe verwandelt werden müssen: so entgehet uns nicht nur, falls wir jener Sprache nicht recht kundig sind, das, was uns durch sie mitgetheilet werden könnte, und das Fehlerhafte jener Sprache schleicht sich mit in unsre Sprache, und so mit in unsre Erkenntniß, selbst oft in unser Herz; sondern wir selbst vermischen auch dieses Mitgetheilte, wenn es nicht schon vor sich trübe ist, mit so viel fremden Theilen aus unsern Vorstellungen, daß es unmöglich rein zu uns kommen kan. – Soll nun insbesondere ein Lehrer der Religion und des Christenthums seine Kenntnisse vornemlich aus der heiligen Schrift schöpfen; soll er die kirchliche Theologie und die verschiedenen Meinungen über gewisse Lehren verstehen, und selbst das, was von seinen Vorstellungen abweicht, richtig beurtheilen; soll er in der Geschichte und sonst die Quel|c70|len der Wahrheit gehörig benutzen: so muß er nothwendig theils die Sprache Andrer so studiert haben, daß er ihr Gutes und Fehlerhaftes genau kenne, theils seiner eignen Sprache so kundig seyn, daß er wisse, ob und wie weit sie mit jener übereinkomme, oder davon abgehe. Sonst ist Mißverstand durchaus unvermeidlich. Man bauet auf Ausdrücke der heiligen Schrift Meinungen und Theorien, an welche |a62| die heiligen Schriftsteller nie gedacht haben, und giebt menschliche Irrthümer für göttliche Wahrheit aus, sieht alles aus einem falschen Gesichtspunct an, verwickelt sich in Wortstreit, und bestreitet oft, was |b79| man dulden, oder fährt zurück vor dem, was man a√ mit Dank annehmen sollte. Man erdichtet Begebenheiten und Meinungen, die nie gewesen sind.
c√
68.
BeyErlernung der Sprachen überhaupt kommt alles an – auf genaue Sprachregeln, – auf vernünf|c71|tige Lesung guter Schriften in einer solchen Sprache – und auf eigneUebung im genauernUebersetzen, Schreiben oder Reden. – Daß die eigneUebung dem Lesen nachstehen müsse, versteht sich von selbst. – c√⌇⌇c1)In Absicht auf dieSprachregelnaber scheint es weder rathsam, sich damit allein oder weitläuftig aufzuhalten, ehe man irgend einen Anfang mit Lesen guter Schriften selbst macht:noch sie ganz auszusetzen, bis man erst eine Fertigkeit erlangt hat, Bücher in einer Sprache zu lesen, oder sich, wenigstens nothdürftig, darin auszudrücken, noch auch sie erst mit dem Lesen zu verbinden.
69.
⌇⌇c Das erste würde nicht nur, wegen Trockenheit dieser Beschäftigung, die Erlernung der Sprache sehr verleiden; es würden auch die Vortheile verlohren gehn, die aus Verbindung der Regeln mit dem Lesen entspringen, wobey man gleich die Regeln in der Anwendung, folglich auch ihren |a63|Nutzen, und die Art, wie sie anzuwenden sind, besser absieht. – Das zweyte ist noch schlimmer. Denn es ist unmöglich, recht sicher zu erklären,|b80| oder sich recht auszudrucken, wo man keine Regeln vor sich hat, nach welchen man es thut, und wonach man wieder in ähnlichen Fällen verfahren kan. Auch laßen sich angenommene Fehler viel schwerer hinterher ablegen, als gleich anfangs verhüten, und je länger man eine für die meisten wenig unterhaltende Beschäftigung aufgeschoben hat, je lästiger wird sie hinterdrein, zumahl wenn die Seele, durch fast stete Beschäftigung mit dem, was den Sinnen und der Einbildungskraft schmeichelt, verstimmt worden ist. Es ist auch nicht abzusehen, |c72| wie man bey dem Lesen um einer Sprache willen fortkommen könne, ohne das Allgemeine oder die Natur einer solchen Sprache vorläufig zu kennen, vornemlich wenn man eine Sprache vor sich selbst lernen muß. Wenigstens ists viel schwerer und unangenehmer, einzelne Beobachtungen in der Sprache zu fassen, und sie zu ordnen, wenn man noch nicht weiß wohin man sie beziehen, oder an welche allgemeine Begriffe man sie anreihen soll. Viel leichter ists auch, und man bekommt eher etwas Ganzes in der Sprache, wenn man Regeln, die in einer gewissen Beziehung und Zusammenhang unter einander stehen, in diesem Zusammenhang übersieht. Endlich wird selbst das Lesen weit angenehmer, wenn man aus den Sprachregeln gleich Grund anzugeben weiß, warum man die Wörter so oder so verstehen und verbinden müsse, und man gewöhnt sich mehr an eine philosophische Behandlung der |a64| Sprache, die dem denkenden Kopf eine gewisse Unterhaltung giebt, welche man bey der bloß mechanischen Behandlung |b81| derselben verliert. – Selbst die dritte Art, erst bey dem Lesen die Regeln sich beyläufig bekannt zu machen, ob sie gleich weit besser ist als jene beyden, hat den Nachtheil mit der zweyten gemein, daß das Lesen aus Mangel der nöthigen grammatischen Vorerkenntnisse sehr erschwert wird, und man den Vortheil der zusammenhängenden Einsicht der Regeln entbehrt. Es zerstreut aber auch zu sehr, wenn man bey dem Lesen bald auf einzelne Wörter und ihre Bedeutung in und ausser der Verbindung, bald auf ihre grammatische Bildung und Verknüpfung Acht geben muß.
Man wird hoffentlich nicht vergessen, daß hier eigentlich von der besten Art Sprachen zu lernen nicht für Kinder, son|c73|dern für Erwachsene, nicht zur Bildung künftiger Schwätzer, sondern künftiger Gelehrten, die Rede sey, sonderlich auf den Fall, wenn letztere vor sich Sprachen c√ lernen wollen. Bey solchen kann man ohnehin schon theils die Kenntniß der nothwendigsten Begriffe von Sprachen und Bekanntschaft mit Behandlung einer Sprache, theils eigenen Trieb und Lust zum Sprachstudium, voraussetzen; und dadurch fallen die Schwierigkeiten noch mehr weg, die man dem hier gesagten entgegen stellen möchte.
70.
Die Mittelstraße würde also auch hier wohl die beste seyn: wenn man erst die nothwendigsten Regeln einer besondern
Editorische Korrektur von: besonderu (a)
Sprache sich bekannt machte, sich alsdann gleich zur Lesung leichter Schriften |a65||b82| wendete, und bey dieser theils auf die Anwendung jener Regeln sähe, theils das Uebrige von den zurückgelaßenen Regeln gelegentlich nachholte. Zu diesem nothwendigsten könnte man das eigentliche Lesen und die gewöhnlichsten Beugungen und Verbindungen der Wörter, sonderlich die gewöhnlichen Abänderungen der Nenn- und Zeitwörter und die allerersten Regeln des Syntax rechnen. Nur müßte man die Regeln sich mit mehreren
Editorische Korrektur von: mehrerern (b)
Beyspielen, wodurch jene anschaulich würden, eindrücken, oder vielmehr sie aus solchen Beyspielen abziehen, und, wenn man in einer solchen Sprache Anderer Unterricht genießen könnte, sich in ähnlichen Formen nach solchen Regeln üben.
c√
|c74| 71.
Hätte man die nothwendigsten Sprachgesetze in seiner Gewalt: so wäre es Zeit, 2) (§. 68 ) gleich zur Lesung der Schriften in einer solchen Sprache fortzuschreiten a√, wodurch man das Meiste, auch in Absicht auf die Sprache, und es aufs beste, lernen kan. Das Meiste; weil man, ausser den Sachen, Wörtern mit ihren verschiednen Bedeutungen, Einschränkungen und jedesmaligen schicklichsten Gebrauch, *) weise Mannigfaltigkeit des Ausdrucks, Regeln einer Sprache, ihre Anwendung und ihre Ausnahmen, das Eigenthümliche einer Sprache mit ihrem Unterschied von andern, und die verschiedentlichen Falten und Entwickelungen des menschlichen Geistes und Herzens, welche auf den Ausdruck wirken, und durch ihn veranlaßet|b83| werden, zugleich kennen lernt. Aufsbeste;|a66| weil Beyspiele immer deutlicher, unterhaltender und eindrücklicher sind, und der Umgang mit verständigen, rechtschaffenen und gesitteten Menschen, folglich auch die Beschäftigung mit den Werken ihres Geistes, mehr zur Bildung beyträgt, als allgemeine Regeln und Kenntnisse; weil erst durch das fleißige Lesen Sprachkenntniß etwas Ganzes wird; und weil selbst Regeln, so wie einzelne Wörter und Redensarten, erst durch die Verbindung in Schriften recht deutlich werden, und die nöthige Bestimmung und Abänderung bekommen.
*) S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
dieGedanken vomVocabellernen - - von Martin Ehlers , Altona 1770
in 8.
72.
Die Frage: Wie soll man Schriften aufs nutzbarste lesen? kommt hier nur so weit in Anschlag, als durch die|c75|ses Lesen unsreSprachkenntniß gebildet, das heißt, die Geschicklichkeit erlangt werden soll, eine Sprache wohl zu verstehen, und sich darin auszudrucken. In dieser Absicht muß man zuerst auf gutgeschriebene, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
solche Schriften sehen, worin eben so viel Fleiß auf den Ausdruck als auf die Sachen gewendet worden ist, die daher in ihrer Art musterhaft oder classisch heissen können; hernach von den leichtern zu den schwerern, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
zu solchen, fortgehen, die schon mehrere und reifere Kenntniß der Sprache erfordern, in der sie geschrieben sind.
|b84|Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Ob man gleich gute Schriften auch, und meistens mehr, wegen der Sachen lieset: so gehören doch Vorschläge, wie man sie in Rücksicht auf die Sachen zu lesen habe, entweder mehr in eine Anweisung zur nützlichen Lectüreüberhaupt,oder in |a67| den Unterricht, wie Bücher zu benutzen sind, die besondre Wissenschaften betreffen.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Gutgeschriebene Bücher sind hier, im weitern Verstande genommen, nicht bloß schöngeschriebene, sondern eben sowohl solche, die mit Klarheit und Bestimmtheit in der Sache abgefaßt sind. In dieser Rücksicht kan selbst das trockenste Buch classisch seyn.
73.
Wenn sich unsre Sprache nach musterhaften Schriftstellern und Schriften bilden soll: so muß man nicht nur wissen, welche, und wie ferne sie, in Absicht auf Sprache, diesen Namen verdienen? sondern man muß auch, falls sie dafür bekannt sind, bey dem Gebrauch solcher Schriften zu dieser Absicht, voraussetzen können, daß diese und daß die darin gebrauchten Ausdrücke durchaus von dergleichen Schriftstellern herrühren. Hier liegt die Nothwendigkeit der Kritik (im engsten Verstande), die einen Theil der Philologie |c76| ausmacht. Kritik ist überhaupt die Geschicklichkeit zu urtheilen, oder das Aechte vom Unächten, dasjenige, was wirklich das ist, wofür es gehalten oder ausgegeben wird, und was nur so scheint, zu unterscheiden; oder, als Wissenschaft betrachtet, der |b85|Inbegriff der Grundsätze und Regeln, wonach sich unser Urtheil richten muß. In diesem allgemeinen Verstande erstreckt sie sich auf alles Wahre, Gute, Schöne, Schickliche u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
und bekommt besondre Namen, oder einen eingeschränkternVerstand, nach den verschiednen Gegenständen, womit sie sich beschäftigt. Daher ensteht eine logische, morali|a68|sche, ästhetische, historische, philologische Kritik; wiewohl diese verschiedne Gattungen oft in einander fließen, so fern die Gründe der Beurtheilung aus verschiednen Wissenschaften entlehnt werden müssen; und alsdann bekommt sie gemeiniglich den Namen von der Wissenschaft, die das meiste dabey thut.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Philologische Kritik müßte sich eigentlich nur auf Sprache erstrecken, also nur beurtheilen, ob der Ausdruck in der Sprache, in dem Schriftsteller, in der Schrift und in der Stelle derselben, wovon die Frage ist, ächt sey? müßte dann auch die Regeln begreifen, wonach dieses alles zu bestimmen wäre. Und wer den Namen eines philosophischen Kritikers verdienen sollte, müßte nicht nur diese Regeln kennen, sondern auch die Kenntniß der Sprache, wovon die Frage wäre, die Geschichte ihrer von Zeit zu Zeit erfolgten Veränderungen, und des Schriftstellers, nebst der gehörigen Fertigkeit besitzen, diese sämtlichen Kenntnisse auf einen vorliegenden Fall richtig anzuwenden, folglich auch zu entdecken, ob der Ausdruck in einer Stelle von Abschreibern oder angeblichen Verbesserern verdorben, und wie er wieder herzustellen sey? Hingegen, ob eine Schrift selbst|b86|ächt sey, die dem ver|c77|meinten Verfasser oder der Zeit, worein man sie setzt, in der That zukomme? dies zu entscheiden, gehörte vor dem Richterstuhl der historischen, oder, wenn man will, literarischen Kritik c√. Allein, weil man diese letztere Frage, wenn eigentliche entscheidende Zeugnisse abgehen, oder zweifelhaft sind, nach innern Umständen einer Schrift c√ beurtheilen muß, und zu diesen Umständen auch die Sprache gehört, die oft den Verfasser oder die Zeit verräth: so rechnet man diese Kritik über eine Schrift ebenfalls mit zum Gebiete der philologischen Kritik.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Man sieht hieraus: daß, weil sich dieser letztre Theil der philologischen Kritik auf den erstern gründet, Niemand recht über die Aechtheit jenerSchrift urtheilen könne, wer der Kritik des Ausdrucks, oder der eigentlichen Sprachkritik, nicht mächtig ist.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
3. Manche nennen die Kritik der Schriften, den allgemeinen, und die Kritik ihres Textes, den besondern Theil der philologischen Kritik, jene auch die höhere, diese die niedere, oder gar die Wort-Kritik. – Beyjener Abtheilung und ihrer Erklärung aber vergisset man die Kritik der Sprache überhaupt, die ich im Anfang der ersten Anmerkung erwähnte, ohne welche man weder von Aechtheit der Schriften noch ihres Textes urtheilen kan. – Die Kritik des Textes ist auch keine bloße Kritik der Worte; denn es können ja eben sowohl unrichtige Sachen, als Worte, verrathen, daß der Text verfälscht sey. – Und den Unterschied |b87| der niedern und höhern Kritik scheinen wieder Andere für einerley mit dem bloß relativen Unterschiede der gemeinen und
Editorische Korrektur von: nnd (b)
feinern Kritik zu nehmen, sie mag Aechtheit der Schriften, oder ihres Textes, oder der Sprache überhaupt, betreffen. Wenn man die Aechtheitnach vorliegenden, zumahl sehr bekannten oder leicht erkennbaren,Umständen, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
bey einer Schrift nur nach Zeugnissen gleichzeitiger |c78| Schriftsteller, auffallenden historischen oder Sprach-Fehlern, Spuren des Fehlers oder Mißverstandes in den Zügen oder Abtheilungen der Wörter, Parallellstellen u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
zu entdecken vermöchte: so würde diesgemeinere Kritik seyn; feinere aber, wo Spuren des Unächten verborgen liegen, und das Aechte oder Unächte nur durch sehr feine Beobachtung und eine Zusammenstellung mannigfaltiger kleinen Umstände entdeckt werden könnte. So möchte diese feinere Kritik mit sogenannter Conjecturalkritik, wenn sie nicht bloß räth und willkürlich verfährt, ziemlich einerley seyn.
74.
Kritik imallgemeinernVerstande ist bey unserneigenen Vorstellungen und Neigungen sowohl, als bey denenjenigen, die Andre uns mittheilen, folglich auch bey dem Gebrauch ihrer Schriften, schlechterdings nothwendig, wenn wir nicht betrogen werden, Schatten für Wahrheit ergreifen, und zu Irrthümern, Fehlern und Ausschweifungen verleitet seyn wollen. Hänget etwas vom Ansehen des Schriftstellers ab, – und dies |b88| ist der Fall, wenn wir uns müssen auf seine Einsicht und Recht|a69|schaffenheit verlaßen, ihn für Kenner, Gesetzgeber und Muster annehmen können: – so müssen wir vor allen Dingen gewiß seyn, daß eine Schrift, und daß namentlich der Theil derselben, an den wir uns halten sollen, wirklich von ihm komme. – Alsdann ist auch philologischeKritika√ schlechthin unentbehrlich, weil die in seiner angeblichen Schrift gebrauchten Ausdrücke eben dasjenige sind, wodurch wir von ihm lernen; und es ungereimt seyn würde, eine Schrift erklären, oder gar etwas daraus beweisen zu wollen, ehe man nicht wüßte, daß etwas wirklich ein Theil einer solchen Schrift, und nicht untergeschoben sey.
|c79|Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
Wie nöthig die Kritik bey dem Gebrauch der heil. Schrift sey, wird sich unten bey der exegetischen Theologie besser zeigen laßen.
75.
Aber deswegen ist es nicht nöthig gleich anfangs, bey dem Lesen einer Schrift um der Sprache willen, uns mit dieser Untersuchung zu beschäftigen. – Ausser dem daß dieses die wirkliche Benutzung einer Schrift ungemein aufhalten und verzögern würde; – ist es doch keine unwahrscheinliche Voraussetzung, daß eine Schrift, die das Zeugniß ihrer Zeitgenossen oder andrer Kenner vor sich hat, und daß deren einzelne Stellen und Ausdrücke ächt seyn, weil der Fälle weit mehr sind, wo ein so angegebner Verfasser es auch wirklich ist, |b89| als wo er es nicht ist, und weil eine Schrift selten so sehr unter Andrer Händen leidet, a√ daß nicht das Meiste übrig bleiben sollte. – Sehr oft beruht auch ihr Werth in Absicht auf Sprache nicht auf dem Ansehen ihres Verfassers, sondern auf ihrem Gehalt und ihrer Uebereinstimmung mit andern der besten Schriften in einer solchen Sprache. – Ueber dies erfordert diese Beurtheilung schon große Kenntniß einer Sprache, und wird daher besser bis auf die Uebungen in derselben aufgeschoben, die erst alsdann glücklich unternommen werden können, wenn man sich schon durch das fleißige Lesen der Schriften |a70| gebildet hat. Man setze also diese kritischen Untersuchungen lieber aus, begnüge sich mit andrer Kenner Nachrichten, und mit den reinesten Ausgaben von einer Schrift, und wende sich gleich zum Lesen c√.
c√
76.
Das nächste, worauf man bey diesem Lesen zu sehen hätte, wäre: den Ausdruck verstehen zu lernen. Denn ohne dieses könnte man weder zur Kenntniß der in einer Schrift enthaltenen Sachen gelangen, die uns nur durch den Ausdruck mitgetheilt werden können, noch würde man durch das Lesen einer Schrift in den Stand gesetzt werden, eine andre in eben derselben Sprache verstehen zu lernen, oder jemals eine solche Sprache in seine Gewalt zu bekommen. Aber der gute Schriftsteller bedient sich nicht bloß einer Sprache, er will auch das, was er darin sagt, gut, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
so |b90|ausdrucken, daß es sich dem Leser als wahr, als gut, als gefällig darstelle, wenigstens daß es sich ihm auf einer dieser Seiten empfehle; und, wie die Sprache Ausdruck der Seele ist, so ergießt sich seine gebildete Empfindung, Verstand und Gesinnung in den Vortrag, der davon seine ganze Farbe bekommt. Man muß daher gutgeschriebenen Schriften, selbst wenn man sie wegen der Sprache lieset, einleuchtende Vorstellung der Wahrheit, Empfehlung guter Gesinnungen, Annehmlichkeit des Vortrags, abzulernen, kurz, dadurch seinen Verstand, sein Herz und seinen Geschmack zu bilden suchen. Dies nennt man das kritische, so wie jenes, das auf den Verstand des Gelesenen |a71| abzielt, das philologische oder grammatische Lesen einer Schrift.
|c81| Eine solche Anweisung enthalten, ob sie sich gleich nur auf ältere griechische und römische Schriftsteller einschränken:
⌇c
Joh. Aug. Ernesti Zuschrift vor der Ausgabe der Werke des Cicero .
⌇c
J. G.SulzersGedanken über die besteArt,dieclaßischenSchriften der Alten zu lesen, Berlin 1765
in 8. a√ in dessen vermischten Schriften Theil 2. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
215 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
wieder abgedruckt.
Imm. Joh. Gerh.SchellersAnleitung,die alten Schriftsteller philologisch und kritisch zu erklären, zweyte Auflage, Halle 1783.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
c√
|b91| 77.
Bey der Absicht, eine Schrift verstehen zu lernen, möchte alles auf folgende Regeln ankommen. 1) Man bemühe sich zuerst, die bestimmte Bedeutung einzelner Wörter und Redensarten recht einzusehen, nach ihrem Umfang, auch Nebenbegriffen, Einschränkung und Unterschied von andern, die eben dasselbe zu bedeuten scheinen. Giebt der Schriftsteller die Bedeutung nicht selbst durch Erklärung, Gegensatz, gleichbedeutende Wörter, Beyspiele oder Verbindung an, und kennen wir keine andre ähnliche Stellen desselben, die ein Licht auf das, was wir suchen, werfen könnten:*) so müßte man entweder, zumal wenn die Sprache noch lebendig ist, sich bey denen erkundigen, die feine Kenner einer solchen Sprache sind, oder man müßte gute Wörterbücher, Claves, Wörterregister und Ausleger zu Hülfe nehmen, bey ihrer Wahl aber,|a72| und um sie mit Sicherheit brauchen zu können, wohl darauf acht geben, ob sie die Bedeutung be|c82|stimmt angeben, und die Richtigkeit derselben, wo sie zweifelhaft seyn kan, mit angemessenen deutlichen Stellen oder Beweisen belegen.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit V.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
11. Von dergleichen Gegensatz 2 Kor. 10, 4. Röm. 9, 18. Von gleichbedeutenden Wörtern und Redensarten, 1 Kor. 10, 24.οἰκοδομεῖν und συμφέρειν, so wie 1 Petr. 5, 8 durch παθήματαV.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
9.vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit 1 Thess. 2, 14, |b92| erklärt wird, und Röm. 9, 1. die Betheurungs-Formel: ἀλήθειαν λέγω ἐνΧριστῶbeweiset, daß ἐν Πνεύματι ἁγίω zu οὐ ψεύδομαι gezogen, und auch für eine solche Betheurung genommen werden müsse. Erklärungen durch Beyspiele sind Luc. 18, 1.vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit V.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
2f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
Kap.
Abkürzungsauflösung von "Kap.": Kapitel
15, 10.μετανοεῖν mit V.
Abkürzungsauflösung von "V.": Vers
11 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
; durch die Verbindung oder den Context Ephes. 2, wo νεκροὶV.
15πίστις αὐξανομένη. Beyspiele von Erklärungen aus ähnlichen Stellen sind bekannt genug.
78.
Man müßte 2) wohl auf die Verbindung und Ordnung der Wörter Acht geben, als worauf vornemlich das Eigenthümliche einer Sprache beruht, und sowohl die wahre Bedeutung einzelner Formeln bemerken, als in wieferne eine gewisse Verbindung oder Stellung der Wörter und Redensarten, des Sinnes wegen, oder nur den Ausdruck deutlicher oder angenehmer zu machen, gebraucht sey. Gute Sprachlehren
Editorische Korrektur von: Sprachehren (c)
und andre Bücher, wel|a73|che die Idiotismen einer |c83| Sprache erklären, oder die Gründe der Sprachregeln untersuchen, können dabeygroße Dienste thun.
79.
Es würde ferner 3) nöthig seyn, stets dahin zu sehen, daß man nicht bloß den Wörtern und |b93| Redensarten, die man verstehen lernen wollte, andre Wörter unterlegte, sondern sich auch wirklich Begriffe von dem machte, was jene ausdrucken. Leicht wäre dieses, wenn wir einen solchen Ausdruck in einen uns geläufigern, der ihm völlig entspräche, verwandeln, und so den uns schon gewohnten Begriff, der damit verbunden ist, erneuern könnten. Wäre dies aber nicht, und bekäme ein Ausdruck eine der Sprache oder dem Schriftsteller eigene Bedeutung daher, weil er sich auf besondreMeinungen, Gewohnheiten, Begebenheiten u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
bezöge: so müßte man sich vorher diese bekannt machen, oder diejenigen zu Rathe ziehen, welche dergleichen Umstände und darnach gebildete Ausdrücke aufgeklärt hätten.
Von dieser Art sind die Namen der öffenlichen Bedienungen Consul, Dictator etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
die
calumnia religionis bey Cicero epist. ad diuers. I, 1. Die Ausdrücke in seinen philosophischen Schriften, welche aus der akademischen, stoischen etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Philosophie entlehnt sind,u. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
Im N. Test.
Abkürzungsauflösung von "N. Test.": Neues Testament
die Wörter πραιτώριον (anders Matth. 27, 27, anders Phil. 1, 13,)στρατοπεδάρχης, Ἀσιάρχαι, νεωκόρος von einer Stadt gebraucht, Γραμματεῖς (anders in Asien, Apostelgesch. 19, anders zu Jerusalem,)σπένδομαι, ἅδης, δαιμονιακοὶ, ἡοἰκουμένη
Editorische Korrektur von: οἱκουμένη (a)
ἡ μέλλουσα Ebr. 2, 5.τὰ ἔθνη, ὁ
Editorische Korrektur von: ὀ (b)
κόσμος, στοιχεῖα του κόσμουu. a.
Abkürzungsauflösung von "u. a.": und andere
|a74||c84| 80.
Weil man aber sehr wohl einzelne Wörter verstehen kan, ohne deswegen den ganzen Satz zu |b94| verstehen, der aus ihnen zusammengesetzt ist *) ; auch viele Wörter **) , ja ganze Sätze ***) , neue bestimmte Bedeutungen in einer Stelle durch die Verbindung mit andern zu einem ganzen Satz bekommen; und sehr oft Ein Wort nicht geradezu mit Einem Wort aus einer andern Sprache vertauscht werden kan, sondern nur der Sinn im Ganzen ausgedruckt werden muß †) ; so wie bisweilen – und das ist der Fall der Allegorie – anstatt einer Sache, die eigentlich ausgedruckt werden sollte, eine ihr ähnliche gesetzt wird ††) , folglich die gemeinte Aehnlichkeit aufgesucht werden muß; so muß man sich auch 4) bemühen, den Sinn des ganzen Satzes, oder mehrere in Eins verbundne Sätze im Ganzen, und das in der Allegorie liegende Eigentliche, zu denken. Gute, freye, aber genaue Uebersetzungen und eben dergleichen Umschreibungen sind hier für den, der es noch selbst nicht vermag, die besten Hülfsmittel.
S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
die
zwey unschätzbaren Programmen von S. F. N.Morus a√ de discrimine sensus et significationis in interpretando, Lips. 1777.
4. und Progr. quibus caussis allegoriarum interpretatio nitatur, Lips. 1781.
4. Jenes ist das zweyte, und dieses das zwölfte in s.
Abkürzungsauflösung von "s.": sein
Diss. theolog. et philologicis, Lips. 1787.
in 8.
*) Z. B.
Abkürzungsauflösung von "Z. B.": Zum Beispiel
Luc. 21, 19.κτήσασθε
τ. ψυχὰς ὑμῶν ἐν τῇὐπομονῇ(seyd standhaft, so werdet ihr euer Leben retten);K.
Abkürzungsauflösung von "K.": Kapitel
12, 21.εἰς Θεὸν πλουτεῖν(seinen Reichthum nach Gottes Willen anwenden).
|b95| **) Als ἀποθανεῖν(aufhören zu sündigen) Röm. 6, 7.; ὡς ζῶντες ἐν Κόσμῳ, δογματιζεσθε (ihr hängt noch an |c85|willkürlichen Gesetzen, als lebtet ihr noch im Judenthum,) Kol. 2, 20. Dieses gilt besonders von den Emphasen, als 1. Kor. 9, 16. ἐυαγγελίζεσθαι,(das Christenthum lehren, und sich dafür bezahlen lassen)vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit v.
Abkürzungsauflösung von "v.": Vers
17u.
Abkürzungsauflösung von "u.": und
18[.]
***) Als Luc. 6, 34(von Ausleihen aus Gewinnsucht).
|a73[!]| †) Z. B.
Abkürzungsauflösung von "Z. B.": Zum Beispiel
1 Kor. 10, 29. ἵνα τί ἡ ἐλευθερία μουκρίνεταιu. s. w.
Abkürzungsauflösung von "u. s. w.": und so weiter
(Warum soll ich mich nicht meiner Freyheit bedienen, ohne erst zu fragen, ob ein Anderer Etwas für erlaubt hält?)vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit v.
Abkürzungsauflösung von "v.": Vers
30. zumahl wenn gewisse uneigentliche Ausdrücke in der Sprache, wohin wir sie aus einer andern übertragen müßten, ungewöhnlich sind, als Luc. 1, 69. ἤγειρεκερας σωτηρίας ἡμῖν
Editorische Korrektur von: ἠμῖν (a)
(Er hat uns einen Erretter geschenkt); Röm. 13, 14. ἐνδύσασθεu. s. w.
Abkürzungsauflösung von "u. s. w.": und so weiter
††) Als Matth. 6, 22. 23. Joh. 4, 35 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
81.
Beynahe das Schwerste würde 5) die Vergleichung der Sprache seyn, woraus, und der, worein wir übersetzen. Dennbey den vorigen Beschäftigungen, eine Schrift verstehen zu lernen, wär' es allenfalls genug, den richtigen Sinnunterzulegen, oft müßte man damit auch zufrieden seyn; hier aber müßte man eine Sprache der andern aufs möglichste anschmiegen, welches bey Idiotismen selten möglich, vornemlich aber bey|b96| Schriftstellern, die recht eigentlich in ihrer Sprache und sie rein schreiben, oder gar eine eigenthümliche Art des Ausdrucks haben, sehr schwer auszudrucken ist. Ohnehin muß man der Sprache, in die man übertragen will, und aller ihrer Feinheit und Beugsamkeit, der sie fähig ist, sehr kundig und mächtig seyn. Der vornehmste Nutzen einer so genauen Uebertragung bestünde denn wohl in der Ueberzeugung, daß man das, was jene Sprache ausdruckt, genau aufgefaßt hätte, und in der Bereicherung oder |c86|Vervollkommnung unserer Sprache durch jene. Weil es uns indessen bey dem Verstehenlernen zunächst nur um den Sinn zu thun ist: so könnte dieser schwerere Versuch wohl besser über das Lesen guter Schriften c√ hinaus verschoben werden.
|a76| 82.
Hätte man nun einen guten Schriftsteller verstanden (§. 76. ) so müßte man ihm auch den guten Ausdruck und Vortrag abzulernensuchen; und dies muß c√ die Absicht seyn, wenn man wohl geschriebene Schriften zur Bildung des Verstandes, des Geschmacks und des Herzens lieset. Zur Bildung des Verstandes geschieht dieses, – wenn man die Wahrheit dessen, was er sagt, es sey bey allgemeinen Sätzen oder bey Erzählungen, prüft, und bemerkt, worin die Stärke oder die Fehler dessen, was er zur Unterstützung einer Sache sagt, bestehn; – wenn man Acht giebt auf alles, was zur Kenntniß der Menschen und der |b97| Welt, und zur Kenntniß des Ganges dient, den die göttliche Vorsehung und den die Menschen bey ihren Handlungen nehmen, um gewisse Absichten zu erreichen: – wenn man, um jene Ueberzeugung von Wahrheit zu erlangen, auf Ursachen und Mittel, Folgen und Absichten der vorgefallenen Sachen studiert; – wenn man alles dieses, durch Anwendung und Folgerungen, zur Aufklärung der Wahrheit, zur vernünftigen Beruhigung und zur Beförderung eines klugen Betragens gebraucht. Ohne diese Rücksichten und Uebungen kan das Lesen auch der besten Bücher wenig helfen; es unterhält allenfalls auf eine kurze Zeit, bereichert das Gedächtniß, verleitet zur blinden Nachahmung, den Verstand c√ bildet es nicht.
|c87| Auch das, was in der mehrmahls angeführten
Allgemeinen Revision, Theil 11. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
84 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
wider die Geistesbildung durch das Sprachstudium überhaupt, und S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
196 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
wider die Geistesbildung zu einem Gelehrten insbesondere, gesagt wird, kan dem hier Gesagten nicht entgegengesetzt werden. Ausser dem schon oft gerügten Irrthum, als wenn Vergleichung Einer Sprache mit der Andern weiter nichts sey, als Umtauschung verschiedener Töne oder Schriftzeichen gegen andere, die gerade eben dasselbe ausdrückten, ist hier nicht die Rede vom Studium des bloßen Sprachbaues und Sprachgebrauchs, sondern von dem Nutzen, den die Lectüre guter Schriftsteller gewährt, in so ferne diese Sachen gut vortragen.
|b98| 83.
So fern indessen das Lesen zur Bildung des |a77|Ausdrucks nach guten Schriftstellern unternommen werden sollte, müßte vornehmlich darauf die Aufmerksamkeit gerichtet werden, wie ein solcher Schriftsteller das, was er gesagt, dargestellt und eingekleidet, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
in welches Licht er es gesetzt hätte, um den Leser zu überzeugen, wie c√ es angelegt, um ihn dafür einzunehmen; in jener Absicht also, wie er z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
seine Sätze bestimmt, durch Beweisgründe unterstützt, durch angegebene und hervorgezogene Umstände glaublich gemacht, in dieser aber, wie er, was er empfehlen will, eindrücklich zu machen, wovon er aber abziehen will, abschrecklich vorzustellen, oder zu verbergen, oder zu mildern gesucht habe. Alles dies kan der Schriftsteller durch deutliche oder sinnliche Vorstellung zu erreichen suchen. Das erste gehört zum Gebiete des Verstandes, daß letztre mehr zum Gebiete des Geschmacks.
Beyder Gränzen laufen aber oft so in einander, daß sich die Regeln, wie man Schriften lesen soll, den Verstand und |c88| Geschmack zu bilden, nicht wohl trennen laßen. Vieles also, was noch zu jener Absicht zu bemerken wäre, ist erst in folgender Anweisung enthalten, wo man Rücksicht auf Bildung des Geschmacks genommen hat.
84.
Wer durch Lesung guter Schriftsteller seinen Geschmack bilden wollte, müßte 1), um keine |b99| Schönheit in der Darstellung zu übersehn, und sich durch das, was leichter zu übersehen ist, an das zu gewöhnen, was schon feinere Empfindung und mehrere |a78| Fassungskraft erfordert, mit dem Einfachern anfangen, und zum Zusammengesetztern fortgehen, erst einzelne Stellen in dieser Rücksicht studieren, und alsdann immer weiter schreiten, bis er das Ganze, sowohl nach der schönen Anlage der Theile, woraus es zusammengesetzt ist, als nach der Schönheit, die ein Theil dem andern mittheilt, übersehen könnte. Er müßte 2) ein jedes, kleinere oder größere, Ganze, von aller Form entkleiden c√, um den Hauptgedanken zu finden, und zu entdecken, durch welche Einschränkungen, Erläuterungen, Beyspiele, Bilder, Gegensätze u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
und wie er dadurch einleuchtend, interessant und gefällig dargestellet worden sey. 3) Nächstdem stets darauf Achtc√ geben, wie der Schriftsteller auf die Gedanken gekommen, und woher er das geleitet habe, was er zur Ausbildung der Hauptsache gethan; wie er die gefundenen Sachen ausgedruckt; und wie er alles so gestellt habe, daß jene Absichten aufs beste erreicht werden konnten. Man müßte 4) den Gründen nachspüren, warum gerade die Ausführung, der Ausdruck und die Stellung beobachtet wäre, und was dieses alles für Wirkung auf das Ganze thäte. Man müßte endlich 5), um den großen Unterschied des Schönern |c89| und Schlechtern zu begreifen, und die Mannigfaltigkeit oder die vielerley Arten, wie man die Darstellung einer Sache abändern kan, kennen zu lernen, ähnliche Stellen oder Schriften eines sol|b100|chen Verfassers oder Andrer zusammenhalten, und bemerken, was jede nach ihrer besondern Absicht Vorzügliches in der Darstellung vor der andern gleiches Hauptinhalts habe, und worin der Grund dieses Vorzüglichen liege.
|a79| 85.
Zur Verbesserung des Herzens und unserer ganzen Gesinnung wird das Lesen guter Schriftsteller vieles beytragen, wenn man 1) nicht nur dasjenige bemerkt, was sie unmittelbar zu dieser Absicht alsdann sagen, wenn sie von Sachen reden, die Gott, Religion und Tugend betreffen, wenn sie den Werth und die guten Folgen der letztern, nebst Ehrfurcht und Liebe gegen Gott, es sey durch Gründe oder Erfahrungen oder Beyspiele, empfehlen, sondern auch 2) das, was in ihrem Vortrag liegt, und daraus gezogen werden kan, zur Kenntniß und Ueberzeugung von Gottes Vorsehung, zur Kenntniß des menschlichen Herzens und menschlicher Leidenschaften, der Mittel, diese zu lenken und jenes zu verbessern, zur Ermunterung zu allem Guten, braucht, und 3) –, welches hier bey der Sprache besonders in Anschlag kommt – wenn man auf den Ausdruck acht giebt, und den ihnen abzulernen sucht, wodurch edle und gute Empfindungen können bezeichnet, und so in uns befestigt oder erweckt oder eindrücklich gemacht, und gute Nebenbegriffe erregt werden, die das Gute, vermittelst der Einbildungskraft, auch unserm Herzen empfehlen (§. 60 und 65. ).
|b101||c90| 86.
Freylich erfordert ein so c√ ausführliches Lesen guter Schriften viele Zeit, die so sehr ins Kleine gehende Aufmerksamkeit wird von dem Ganzen abgezogen, und dem, der noch nicht weit in einer Sprache gekommen ist, muß es schwer, oft un|a80|möglich werden, so tief in das Schöne des Ausdrucks einzudringen. Aber, – ausser dem, daß der Schriftsteller nur wenige sind, die in Absicht auf Ausdruck und Sprache musterhaft heissen können, und daß anhaltende Uebung uns mit der Zeit in den Stand setzt, den guten Ausdruck schneller zu bemerken, auch Unterricht und Leitung von einem in solcher Lectüre Geübtern, die Aufmerksamkeit und das Fortschreiten hierin unendlich erleichtern kan: – so hilft wiederholtes sowohl als cursorisches Lesen eines guten Schriftstellers diesen Unbequemlichkeiten sehr ab, und befördert nicht nur die Uebersicht des Ganzen, sondern gewöhnt uns auch mehr an den ganzen Ton des Schriftstellers, und macht uns mit dem, was ihm eigen ist, macht uns mit Stellen desselben bekannt, die über Sachen und Wörter Licht ausbreiten können. *)
*) S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
Joh. Matth.Gesners Vorrede zum Livius nach Clerici Ausgabe, Leipz.1735.
in 8. und
J. A.Ernesti zur Fischerschen Ausgabe der Werke des Ovidius , Leipz. 1758.
8.
87.
Auf das Lesen guter Schriftsteller in einer Sprache müssen 3) (§. 68 und 71. ) die Uebun|b102|gen in der Sprache folgen, wobey man immer wieder vom Leichtern zum Schwerern fortgehen müßte. Diese Uebungen bestehen im Uebersetzen, Schreiben und allenfalls Reden, |c91| womit noch die Beschäftigung mit denfeinernSprachregeln und mit der Kritik im engsten Verstande (§. 74. ) könnte verbunden werden ac√. Das Uebersetzen ist unstreitig das Leichteste, weil man |a81| durch das Lesen guter Schriften schon zubereitet, und seiner Sprache, in die man übersetzt, mächtiger ist als einer fremden, also leichter fremden Wörtern seine, als seinen die Wörter einer fremden Sprache unterlegen kan, die uns weniger als die unsere geläufig ist. Bey einer solchen Uebersetzung müßte, noch mehr als bey dem Lesen, darauf gesehen werden, das, was in der fremden Sprache geschrieben ist, nicht nur aufs genaueste auszudrucken, sondern auch, so weit es die Natur unsrer Sprache erlaubt,und nicht auf Unkosten ihrer Deutlichkeit oder ihrer Vorzüge vor einer fremden, unsre der fremden anzuschmiegen.
c√
88.
Viel sichrer ist es auch, sich eher im Schreiben als Reden zu üben, weil man mehr Zeit hat bey dem Schreiben bedächtig auszufeilen, und, wenn man zumal vorher über|c92|setzt, und das Uebersetzte eine Zeitlang weggelegt hat, die Wörter und Wendungen der fremden Sprache uns leichter beyfallen. – Zwar ist die Uebung im Schreiben nicht bey jeder fremden Sprache nöthig, wenn wir sie nur |b103|verstehen lernen wollen. Aber nützlich kan sie doch immer seyn, theils, um bey der Kritik besser beurtheilen zu können, ob ein Schriftsteller wohl so oder so könne geschrieben haben, wie man es in seinem Text findet, theils, um das Eigenthümliche einer jeden Sprache und den Unterschied von der unsrigen besser einzusehen. c√ – Findet man nöthig, auch eine Sprache sprechen zu lernen, so unter|a82|nehme man es nur nicht eher, als bis man eine Fertigkeit hat, sie gut zu schreiben, weil man sich sonst zu leicht Nachläßigkeit im Ausdruck angewöhnt, und das, was unsrer Sprache eigen ist, in die fremde überträgt; wenigstens müßte man nur mit solchen sprechen, die eine genugsame feine Kenntniß der fremden Sprache besitzen, um unsre Fehler verbessern zu können. Je früher man zu sprechen anfängt, ohne durch das Lesen guter Schriftsteller genug gebildet zu seyn, je mehr werden uns die Fehler im Sprechen anhängen, und je schwerer werden sie sich ausrotten laßen.
c√
89.
Bey allen diesen Uebungen versteht sichs, daß man immer vom Leichtern zum Schwerern fortgehen, sonach auch im Lesen, Uebersetzen, Schreiben und Reden anfänglich nur auf das Gewöhnlichere und auf die Reinigkeit der Sprache, nach und nach erst auf ihre Feinheit und Zierlichkeit, auf |c93| die verborgnere Güte des Ausdrucks, und auf die Schönheit, die sich durch das Ganze ergießt, Acht geben müsse. Sind in einer Sprache Schriften vorhan|b104|den, welche die besondere Feinheit einer Sprache entwickeln, oder feine Kritiken über das Schöne musterhafter Schriftsteller enthalten: so kan das fleißige Studieren solcher Schriften, noch mehr aber der musterhaften Schriften in einer Sprache selbst, und die sorgfältige Vergleichung solcher Stellen, wo diese oder andre die nemlichen Gedanken verschiedentlich ausdrucken, nebst dem Nachdenken, warum und worin eine Art |a83| des Ausdrucks die andre übertreffe, uns in Entdeckung des Feinern in einer Sprache sehr weit bringen.
90.
Und nun erst könnte man sich an die Kritik im engsten Verstande wagen, wenn man den Beruf dazu hat. Diesen giebt nur – ein feines Gefühl – eine weitumfassende genaue und geläufige Kenntniß der Sprache – und ein reicher Vorrath von historischen Kenntnissen, welche den Verfasser, oder seine Schrift, oder die darin vorkommenden Hindeutungen auf Geschichte, Verfassung und Umstände seiner Zeit und Nation, und der erwähnten Personen und Sachen, betreffen. Hierzu muß aber nothwendig noch kommen: – Bekanntschaft mit alten Handschriften, mit ihrer Schrift, und den mannichfaltigen Ursachen der Verdorbenheit eines Textes, die darin sowohl, als in den Umständen und Absichten der Abscheiber oder Correctoren liegen; – lange und fleissige Uebung, theils im Umgang mit guten Kritikern und Beobachtung ihrer Verfahrungsart, theils durch eigene Versu|b105|che bey einem solchen Schriftsteller oder |c94| Texte, wo Fehler und die Art sie zu verbessern leicht aufzufinden sind, theils in Auffassung sichrer Regeln der Kritik, aus beyderley eben erwähnter Uebung; – endlich vertraute Bekanntschaft mit der Schrift, bey der man die Kritik üben will, und anhaltendes ins Feine gehende Studium einer solchen Schrift und andrer eben desselben Verfassers, mit dem was ihnen eigenthümlich ist.
Für den Anfänger sind solche Bücher, wie
Jo.Clerici Ars critica, Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
4. Amst. 1712
in 3 Oktavbänden, im dritten Theil.
Christoph. Aug. Heumanni Parerga critica, Jenae 1712
8.
Elémens de Critique – – par l'Abbé Morel , à Paris 1766
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
12, und vorzüglich
Gasp.Scioppi de arte critica, Amst. 1662
in 8,
c√ immer gut genug. Wer weiter gehn will, muß solche Kritiker, die in ihren vorgeschlagnen Verbesserungen vorsichtig sind, und die in dem §. bemerkten Erfordernisse besitzen, als
Nic. Heinsius ,
Joh. Friedr. Gronov , vorzüglich
Bentley ,
Hemsterhuys ,
Valkenaar ,
Markland ,
Ruhnken ,
F. W. Reitz ,
F. A. Wolf u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
nebst manchen Sammlungen kritischer Bemerkungen, als
Gruters Thesaur. crit. zum Theil,
Toup Opuscula crit., die
amsterdamische Biblioth. crit. u. s. f.
Abkürzungsauflösung von "u. s. f.": und so ferner
mit den Gründen, die |b106| sie für versuchte Aenderungen angegeben haben, und, wenn er es haben kan, alte Handschriften, neben diesen aber, oder wenn er dazu keine Gelegenheit hat, solche Werke studieren, die eine Sammlung verschiedner Schriftarten und Züge enthalten, als die
|a84| Palaeographia graeca – – opera et studio Bern. de Montfaucon , Paris. 1708.
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
De re diplomatica libri VI. – – op. et st. Joh.Mabillon , Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
2. Lut. Paris. 1709.
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
und noch mehr den
Nouveau traité de Diplomatique – – par deux ReligieuxBenedictins, (Charl. Franc. Toustain et René Prosp.|c95|Tassin ,) à Paris 1750–1765.
in 6 Bänden in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4. (übersetzt:
Neues Lehrgebäude der Diplomatik, Frankfurt 1759–69.
9 Bände ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4.)
Joh.ChristophGattereri Elementa artis diplomaticae, Vol.
Abkürzungsauflösung von "Vol.": Volumen
prius, Goetting. 1765.
in 4. und andere ähnliche.
a√
91.
Sprachen zu lernen ist nöthig, entweder weil wir sie bey unserm eignen Denken und den Fortschritten darin nicht entbehren können, oderAndern unsre Gedanken und Gesinnungen mitzutheilen, oder vermittelst der Sprachen uns Anderer Kenntnisse und Leitungen zu Nutz zu machen |b107| (§. 59 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
). Dieser dreyfache Nutzen der Sprachen und der mehrere oder mindere Einfluß einer Sprache auf die Beförderung unsrer Haupt- oder Nebenabsichten bey dem Beruf, dem wir uns widmen, muß uns stets leiten, wenn die Frage ist: welche Sprachen wir lernen, und auf welche wir uns vorzüglich legen |a85|müßen? – Hiernach, und vorausgesetzt, theils, daß hier eigentlich auf die Bildung zu einem künftigen Lehrer der Religion und zu einem Gelehrten zu sehen sey, theils, daß die christliche Religionskenntniß aus der richtig verstandnen heiligen Schrift geschöpft werden müsse, theils, daß eine Sprache um so vorzüglicher zu treiben sey, je zu mehreren der drey erwähnten Absichten sie nöthig ist: würden – die Deutsche, – die Lateinische, – die Griechische, – die Hebräische, –und, um der letzternwillen, die mit ihr verwandten Mundarten – sonst aber die Französische, – Englische – und allenfalls die Italiänische, bey dem, der sich der Theologie widmet, in Anschlag kommen müssen.
|c96| Die vier ersten – und zwar in der Ordnung, wie sie hier angegeben worden, – sind ihm unentbehrlich; die andern können, nach verschiednen weitern oder eingeschränktern Umständen und Absichten, nöthig, sonst wenigstens doch unter den übrigen Sprachen die nützlichsten seyn.
92.
Der deutschen, so wie der Muttersprache überhaupt, sollte der vorzüglichste Fleiß gewidmet |b108| werden. – Es ist schon unnatürlich, mit seiner Muttersprache, oder mit der, die, unsern Umständen nach, ihre Stelle vertritt, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
in der wir gemeiniglich denken, weniger bekannt zu seyn, und es ist Undank gegen die göttliche Vorsehung, die uns gerade mit der Nation, wozu wir gehören, in die nächste Verbindung gesetzt, uns, vornemlich zu ihrem Besten |a86| zu arbeiten, bestimmt hat. – Hängt die Bildung unsrer Seele von der Sprache ab: so erfordert unstreitig die Sprache unsre meiste Aufmerksamkeit, in der wir gewöhnlich und am meisten denken – und die wir auch bey denen, mit welchen wir am häufigsten umgehn, oder welchen wir in der Religion weiter forthelfen müssen, am meisten brauchen. – Sind wir in dieser Sprache, die für uns die unentbehrlichste ist, zurück; wer kan sich da des Verdachts erwehren, daß wir es in minder nothwendigen Kenntnissen noch mehr seyn werden? wenigstens, daß wir die Wahl zwischen dem Nöthigern und Entbehrlichern nicht zu treffen wissen?
Man kan sich von dieser vorzüglichen Nothwendigkeit auch noch mehr überzeugen, wenn man die deutsche Sprache gegen fremdeüberhaupt, und besonders gegen alteundausgestorbeneSprachen hält.
|c97|1. Durch die Muttersprache erhalten wir unsre ersten Begriffe, welche dadurch, und durch den häufigen Gebrauch, sich nicht nur am geschwindesten in der Seele darstellen, und die Schnelligkeit im Denken befördern, sondern auch anschaulicher und lebendiger werden, als durch Wörter einer fremden Spra|b109|che, die erst, vermittelst der Wörter in der Muttersprache, Begriffe erregen können. Und immer können wir Aufklärung, und was davon abhängt, allgemeiner machen, wenn wir uns der Muttersprache bedienen, die allgemeiner verständlich ist. (Eberhards Vorlesung über die Zeichen der Aufklärung einer Nation, Halle 1783.
8. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
24.f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
)
2. In ausgestorbenen Sprachen (die lateinische ausgenommen, welche, als gelehrte Sprache betrachtet, noch lebt,) denkt und spricht man fast gar nicht; es gehen ihnen also zweygroße Vortheile ab, um derer Willen|a87| die Erlernung einer Sprache nöthig ist. Ueberdies ists überhaupt, oder doch ohne Weitschweifigkeit, oder ohne Gefahr eine alte Sprache zu verstellen, unmöglich, die so häufigen neuen Begriffe darin auszudrucken. Und lebendige Sprachen, vorzüglich die deutsche, können vieles, sonderlich die Begriffe selbst, viel deutlicher darstellen, als es die alten, bey mehr dunkeln Begriffen, konnten. (
Adelungs Magazin für die deutsche Sprache,
erster Jahrgang, zweytesStück,S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
3 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) Auch in sofern gewinnt unsre eigne und Andrer Cultur durch den auf unsre Muttersprache gewendeten Fleiß.
93.
Es ist auch nicht genug, daß wir unsre Muttersprache durch Uebung nothdürftig lernen, sie verdient selbst studiert zu werden. Schon deswegen, weil sie, wie oben gezeigt worden ist, einen so großen Einfluß, selbst durch Kleinigkeiten, |b110| auf unsre Erkenntniß und Gesinnung, auf |c98| unsern Vortrag und auf die Benutzung Andrer hat. Und was man bloß durch Uebung lernt, das lernt man auch mit seinen Fehlern, und gewöhnt sich eine Nachlässigkeit an, die um so schwerer abgelegt, selbst um so weniger nur bemerkt werden kan, je mehr sie durch den steten Gebrauch zur andern Natur worden ist.
Die
Einwendungen gegen dieses Studium der Muttersprache in der Allgemeinen Revision S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
30.f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
gründen sich auf die Absonderung des Sprachbaues von dem Sprachgebrauch, oder, wie es da heißt, der Wörter und der Worte. Auch ist hier nicht die Rede von dem, was man zu Begriffen nothdürftig braucht, sondern was zur höhern Bildung des Geistes dient.
94.
Dieses Studieren der deutschen Sprache müßte sich vornemlich auf die Mundart c√ erstrecken, die gewöhnlich in Schriften, im gesittetern Umgang und im Vortrag gebraucht wird, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
auf das Hochdeutsche. Man müßte sich 1) befleißigen,gut|a88|aussprechen zu lernen, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
nicht nur verständlich und richtig, sondern auch genau den Sachen und ihrem Ausdruck gemäß;
Friedr. Gedike Gedanken über die Uebung im Lesen, wieder gedruckt in dessen gesammleten Schulschriften, Berlin 1789
in 8.
|b111| 2) einer richtigen Rechtschreibung zu folgen, wovon man die besten Grundsätze in
Pütters Bemerkungen
Editorische Korrektur von: Bermerkungen (b)
über die Richtigkeit und Rechtschreibung der deutschen Sprache, Göttingen 1780
in 8. und
J. C.Adelungs Magazin für die d. Spr. Jahrg. 1. St.
Abkürzungsauflösung von "St.": Stück
1. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
59 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
St.
Abkürzungsauflösung von "St.": Stück
3S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
3 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
noch mehr aber|c99| in dessen vollständiger Anweisung zur deutschen Orthographie, nebst einem kleinen Wörterbuche für die Ausspracheetc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Leipz. 1788
in 8., zweyte verbesserte Aufl. ebendaselbst 1790
in 8.
findet. Da das Hochdeutsche die jetzige allgemein angenommne deutsche Schriftsprache ist; so giebt der feinere Sprachgebrauch in den Gegenden, wo man Hochdeutsch spricht, billig die Regel im richtigen Sprechen und Schreiben.
Hieher gehört auch die richtige Abtheilung der Rede, die sich stets nach dem Verstande des Gesagten oder Geschriebnen richten muß. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
die Lehre von der Interpunction – – von Joh. Friedr. Heynatz , verbesserte Ausgabe, Berlin 1782
in 8.
95.
Man müßte sich 3) reinausdrucken lernen, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
so deutsch und frey von ausländischen oder nur einer besondern Mundart eignen Wörtern, Redensarten oder ihren Verbindungen, als es immer die Deutlichkeit und die Nothwendigkeit leidet, das, was man sagen will, vollständig und genau darzu|a89||b112|stellen c√; auch in Wörtern und Redensarten, ihren Bedeutungen, Beugungen und Verbindungen, dem gemäß c√, was der Sprachgebrauch der obern Classen in den, auch in Absicht auf deutsche Sprache, ausgebildetsten Provinzen mit sich bringt.
Adelungs Magazin für die d. Spr.
Jahrg. 1St.
Abkürzungsauflösung von "St.": Stück
1. Aufsatz 1 und 2, vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit Stück 2. Aufsatz 7. und Stück 4. Aufsatz 4. 5. und 7, betreffend die Gegenden, deren Sprachgebrauch billig die Regel für die Reinigkeit des Ausdrucks angiebt; und von dem Vorzug des Sprachgebrauchs vor bloßer Analogie und Regeln, ebendaselbst Stück 2. Aufs. 6.
96.
Hierzu sind gute Sprachlehren, Wörterbücher und feinere Beobachtungen über deutsche Sprache von großem Nu|c100|tzen; – schon deswegen, weil es nirgends nöthiger ist erinnert, und auf unerkannte Fehler aufmerksam gemacht zu werden, als in einer bloß durch Uebung erlernten Sprache, wo man so unvermerkt Fehler annimmt und beybehält, zumal wenn sie Ansehen für sich haben, und durch Provinzial-Eigensinn verstärkt werden. Noch mehr aber, weil dazu sonderlich wenn man mehr als rein, wenn man auch gut, im ganzen Umfang des Wortes, sich ausdrücken will, nicht nur viel feine Empfindung desjenigen, was schicklich und gut überhaupt ist, sondern auch Bekanntschaft mit dem erfordert wird, was dergleichen nach den conventionellen Begriffen der Nation und derjenigen Provinz ist, deren Ausdruck in die |b113| Schriftsprache übergegangen ist. Selbst dazu ist genaue Bekanntschaft |a90| mit classischen Schriftstellern der Nation, oder vielmehr kritisches Studium ihrer Schriften, Kenntniß der Abkunft der Wörter und Redensarten, und der Geschichte des Sprachgebrauchs, vornemlich des veredelten, und Philosophie über Sprache überhaupt, wie besonders über das Eigne der deutschen Sprache, nöthig. Wäre das nicht mit Dank anzunehmen, was hierin von Männern, die dieses in ihrer Gewalt hatten, wenigstens theilweise, geleistet worden ist?
97.
Wie fern man sich jemandes Leitung hierin anvertrauen könne, dies muß die Prüfung lehren, ob und in welchem Maaß er die erwähnten Eigenschaften besitze. Denn, weil es vielen, die sich dieses Verdienst zu erwerben gesucht haben, mehr oder weniger, an dieser oder jener Eigenschaft fehlt, ihre Grundsätze oft sehr verschieden sind, manche zu früh und zu allgemein entschieden, andre zu viel bloß vorge|c101|schlagen, und zu wenig nach Gründen festgesetzt haben, auch bey vielen der Hang zum Sonderbaren viel Gutes verdorben, oder unverständlich gemacht hat: so ist vorsichtige Auswahl sehr nöthig.
98.
Unter den bisherigen Versuchen einer deutschen Sprachlehre behaupten die dahin gehörigen Adelungischen Bücher,
|b114|Deutsche Sprachlehre, zum Gebrauch der Schulen in den Königl. Preußischen Landen, Berlin 1781
in 8.
|a91| Auszug aus der deutschen Sprachlehre für Schüler, eben das.
Abkürzungsauflösung von "das.": daselbst
1782
in 8. und
Umständliches Lehrgebäude der deutschen Sprache etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Leipzig 1781 und 1782,
in 2 Bänden in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.so wie dessen noch weiter reichendes Werk
über den deutschen Styl, Berlin 1785 und 1786
in drey Theilen in 8., und bey einer dritten vermehrten Auflage Berlin 1789
in 2 Oktavbänden,
in Hinsicht auf alle §. 96 erwähnte Eigenschaften, den vornehmsten Rang.
c√
|c102| 99.
Brauchbare Wörterbücher in Absicht auf die jetzige schon gebildete deutsche Sprache haben wir nur zwey:
Johann Leonhard Frisch deutsch-lateinisches Wörterbuch, Berlin 1741
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4., als einallgemeineres, doch mehr zur Geschichte der Sprache dienliches, und den weit vollkommnern
Versuch eines grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdeutschen Mundart,(vonJoh. ChristophAdelung ,) Leipzig 1773–1786,
in 5 Theilen ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4.
c√
100.
Unter der ziemlichen Menge solcher Bücher, die Beobachtungen über die deutsche Sprache |b115| und über einzelne Theile derselben, enthalten, sind, in verschiedner Absicht, wenige mit
S. J. E. Stosch Versuch in richtiger Bestimmung einiger gleichbedeutenden Wörter der deutschen Sprache, erster Theil, neue Auflage, Frankfurt an der Oder 1777, zweyter,das.
Abkürzungsauflösung von "das.": daselbst
1772 und dritter 1773
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
Ebendesselben kleinen Beyträgen zur nähern Kenntniß der deutschen Sprache, Berlin 1778–1782
in 3 Stücken in 8.
c√
|a92|dem|c103|
Magazin für die deutsche Sprache
von J. C. Adelung , in zwey Bänden, jedem von 4 Stücken, Leipzig1782 bis 1785 in 8., und der
deutschen Sprachlehre für Damen, in Briefen, von Carl Philipp Moritz , Berlin 1782
in 8.
zu vergleichen.
Mehrere, auch in Absicht auf die Abkunft der Wörter und die Geschichte dieser Sprache, c√ anzuführen, ist der hiesigen Absicht nicht gemäß, und um so weniger nöthig, da sie in den angeführten Werken meistens benutzt worden sind. Das erwähnte Adelungische Magazin
und J. C. C.Rüdigersneuester Zuwachs der deutschen und allgemeinen Sprachkunde, Leipzig 1782–1785
, bis jetzt in 4 Stücken in 8., geben, zumal von den neuesten, nähere Nachricht.
101.
Ausser dem reinen Ausdruck müßte man sich auch 4) gutausdrucken lernen, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
– mit unter|b116|haltender Klarheit, die sich von unverständlicher Kürze und ermüdender oder doch entbehrlicher Weitläufigkeit gleich weit entfernt hielte – in einer natürlichen und dem Eindruck, den man machen will, angemessensten Ordnung – mit möglichster Bestimmtheit, die eben so sehr der ganzen Fülle der Gedanken entspräche, als die Gelegenheit zum Mißverstande abschnitte – in steter Hinsicht auf das, was schicklich, und sowohl der Sache, über die man sich ausdrückt, als dem Zweck, worauf man arbeitet, angemessen ist – und, so weit es diese Sache und dieser Zweck erlaubt, so einleuchtend für den Verstand, so gefällig für den Geschmack, |a93| und so eindrücklich für das Herz, als es unserer gebildeten Denkungsart natürlich ist.
102.
Sehr viel und das meiste trägt hiezu der Umgang mit solchen Personen, und das Lesen, oder vielmehr das, auch in Absicht auf Ausdruck, sorgfältige Studieren solcher deutschen Schriftsteller bey, welche die vorhin (§. 94 –101. ) |c104|erwähnte Tugenden in Absicht auf guten deutschen Ausdruck vorzüglich in ihrer Gewalt haben. Denn eben durch sie lernt man die ausgebildetste Mundart; sie läutern die Sprache, heben das Bewährteste aus, und bringen es am meisten in Umlauf; sie theilen auch der Sprache etwas von ihrem Genie, wär' es auch nur durch neue Wendungen, mit, das, wenn es auch nicht üblich wäre, doch werth seyn kan, üblich zu werden, und es durch ihr Ansehen auch wird; sie |b117| bilden also in so fern die Sprache allerdings aus *) . Nur haben sie kein Recht, es willkührlich zu thun, und, um ihnen nicht blindlings oder übereilt zu folgen, ist wohl zu untersuchen, ob die, welche Neuerungen wagen, genugsame Sprachkenntniß und geläuterten Geschmack haben? ob ihre Versuche den Regeln und der Analogie der guten deutschen Sprache gemäß sind? ob sie nicht, besonders aus Nachahmung der Ausländer, den Geist der deutschen Sprache umschaffen, und ihr Kraft, Deutlichkeit und Bestimmtheit entziehen? ob sie gute Neuerungen am rechten Ort angebracht, und z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
nicht Prose und Poesie, komische und ernsthafte |a94| Schreibart, verwechselt haben? Eben diesen Unterschied müßte man bey der Nachahmung wohl vor Augen behalten.
*) Hiernach möchte das zu beurtheilen seyn, was in dem
Adelungischen Magazin
Jahrgang 1, Stück 3, Aufsatz 4, behauptet wird.
103.
Daß man sich auch, um des guten Ausdrucks in seiner Muttersprache mächtig zu werden, in schriftlichen Aufsätzen üben, dabey auf alles bisher Gesagte mit sorgfältigem Fleiß, selbst in Kleinigkeiten, sehen, ja nicht eher an das Schönschreiben denken müsse, ehe man nicht Reinigkeit und die übrigen wesentlichen Tugenden einer guten Schreibart in seiner Gewalt hat; – daß man eben so sorgfältig sich im |c105| Sprechen den guten Ausdruck angewöhnen; – sich von Kennern und |b118| strengen Beobachtern des guten deutschen Ausdrucks beurtheilen, zurecht weisen laßen, und ihnen mehr als dem Kitzel eines aufwallenden Genies, regellosen Beyspielen, oder der bloßen Mode, folgen müsse; – dieses sollte kaum einer Erinnerung bedürfen.
c√
104.
Unter den übrigen lebendigen Sprachen ist die französische,englische, und allenfalls die italiänische dem, der sich der Theologie widmet, am nützlichsten. Denn – diese Nationen sind unstreitig, neben der deutschen, auch in Absicht auf |a95| Sprache, am meisten gebildet; – ihre Sprache ist die Sprache der feinern Welt geworden, und bekommt dadurch selbst den meisten, guten und nachtheiligen, Einfluß auf feinere deutsche Sprache und Sitten; die Französische insbesondre hat sich auch in Deutschland unter allen, die gebildet heissen wollen, so sehr ausgebreitet, daß es fast Schande ist, es wenigstens nicht zu verstehen; – auch sind diese Sprachen, vor andern ausländischen, die, in welchen die besten Schriften, zur Theologie selbst, vorhanden sind. – Daß nur weder der deutsche Geist, noch das Gute der deutschen Sprache, darunter leide!
c√
|c106| 105.
Man kan gewissermaßen zu den lebenden Sprachen noch die lateinische rechnen, weil doch noch lateinisch gesprochen und geschrieben wird, und so fern ist es um vieles nothwendiger, sie, als andre|b119| alte und ausgestorbne Sprachen, zu verstehen. Unter diesen behaupten die griechische, und die nach ihr gebildete lateinische, große Vorzüge, welche verursacht haben, daß man beyden, und allen, aus Lesung der alten Schriften in beyden Sprachen geschöpften, Kenntnissen vorzüglich den Namen der (alten) Literatur und Humanität gegeben hat.
Humanität hat zwar bey den alten römischen Schriftstellern einen viel weiternUmfang, und begreift alle Arten von Wissenschaften, die zur Bildung des Menschen dienen. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
die Stelle in
Gellii noct. Att. XIII, 15. und
J.A. Ernesti prolus. de finibus humaniorum |a96| studiorum regendis, Lips. 1738
in 4. Weil aber ihre Kenntniß bey den Römern aus und durch die Lesung guter griechischen und römischen Schriftsteller eigentlich erlangt, auch in neuern Zeiten eben dadurch die gesammte Gelehrsamkeit wieder hergestellt und in Gang gebracht wurde: so ist dadurch der enge Begriff entstanden, in welchem man jetzt Humanität und Humaniora (studia) nimmt.
c√
106.
Freylich wird derjenige schwerlich diesen Namen gerecht finden, der in der Einbildung steht, – daß sie höchstens eine Beschäftigung künftiger Schullehrer seyn müsse, und, seit der
neuesten versuchten Reformation der Schulen, selbst diesen ziemlich entbehrlich sey – daß ihre Kenntniß allenfalls dem Gelehrten zur Zierde gereiche –|b120| daß man, weil grie|c107|chische und römische Werke einmüthig für die besten Quellen des guten Geschmacks gehalten werden, Schande halber mit ihnen nicht ganz unbekannt seyn dürfe – daß wir alles jetzt weit besser wüßten, als es die Alten konnten. Wer so denkt, den wird man so wenig von den Vorzügen dieser alten Literatur überzeugen können, als, von dem Werth der Gelehrsamkeit und der Bildung des Geistes, den, dessen erste Frage immer ist: ob eine Sache etwas, und ob sie vieles einbringe? Wer sie aber auf die Art studiert, die oben (§. 76 –85 ) angegeben wurde: der wird bald gewahr werden, daß sie die hohe Achtung, wonach man sie besonders in Schulen zur Bildung künftiger Gelehrten braucht, mit großem Recht verdiene.
|a97| 107.
Denn – nicht zu gedenken, daß der künftige Gelehrte, sie, zumal die lateinische Sprache, nach der jetzigen Verfassung der Gelehrsamkeit, nicht entbehren kan; und daß durch Unkunde dieser Sprachen ein großer Schatz von Begriffen, der in unsre Wissenschaften durch die aus beyden
Editorische Korrektur von: ausbeyden (a)
Sprachen entlehnten Kunstwörter übergegangen ist, verlohrengeht, oder doch unbrauchbarer wird – so ist schon die Kenntniß dieser Sprachen, als Sprachen betrachtet, ein ungemein großer Gewinn (§. 64. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. und 2), wenn man das voraussetzt, was oben (§. 59 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) von dem großen Einfluß der Sprachen auf die Bildung der Seele gesagt worden ist, und dazu nimmt, daß beyde hier in Unter|b121|suchung kommende Sprachen unter die vorzüglich ausgebildeten gehören. Daher ist der Wahn, als wenn man griechische und lateinische Schriftsteller vornemlich, oder nur, um der Sachen willen |c108| lesen müsse, und dazu eine nothdürftige Kenntniß dieser Sprachen zureichend sey, ein sicherer Beweis, daß man entweder jenen Einfluß oder die Natur beyder Sprachen nicht genugsam kenne.
108.
Dieser große Vortheil wird bey weiten nicht durch Uebersetzungen der alten klassischen Schriftsteller erhalten. Mögen sie immerhin gut genug für die seyn, die der alten Sprachen selbst unkundig, doch den Inhalt alter Schriften oder die in ihnen vorgetragnenSachen lernen und benutzen wollen; immerhin dazu helfen, einen alten Schriftsteller etwas verstehen zu lernen, und, wenn sie sehr gut sind, uns auf manche unerkannte Schönheit des Originals aufmerksamer zu machen; mögen sie selbst unsere Sprache aus den alten bereichern helfen: so machen sie uns doch das alte Original selbst durchaus nicht entbehrlich. Denn – ausserdem daß es überaus wenige Uebersetzungen giebt, die recht eigentlich genau und mit solchem Fleiß ausgefeilt wären, daß sie das Original wirklich nachgezeichnet dar|a98|stellten, und, in Absicht auf den Ausdruck wenigstens, vielleicht gar keine, die man für das Original
Editorische Korrektur von: Orginal (c)
nehmen könnte –so kan man nicht einmal den Inhalt selbst ganz ohne eigene feinere Kenntniß der Sprache des Originals |b122| verstehen. Denn selbst der Inhalt ist so voll Anspielungen auf Meinungen, Sitten und Verfassungen, setzt wenigstens so viele Kenntnisse dieser Dinge voraus, ohne die man sich in die Denkart und Lage des Schriftstellers nicht hinein denken kan, daß es unmöglich ist, ihn recht zu verstehen, ohne unsre eigne Vorstellungen ihm unter zu schieben. Und wenn |c109| auch einigen dieser Schwierigkeiten durch Anmerkungen kan abgeholfen werden: so haben sich doch die Ausdrücke eines alten Schriftstellers so sehr nach der besondern Beschaffenheit seiner Nation und Zeit, und selbst nach seinen individuellen Geistes- und äusserlichen Umständen gebildet, und dieses alles ist so in seine Sprache übergegangen, daß sie schlechterdings nur in dieser Sprache können ausgedruckt und empfunden werden. – Ueberhaupt bleibt das Eigenthümliche dieser Schriftsteller, zumal im Ausdruck, immer unübersetzbar; bey alten Schriftstellern, die auf den Ausdruck Fleiß gewendet haben, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
bey den Briefen des Cicero , kan man sich leicht durch Proben überzeugen. Ist die Uebersetzung eines solchen Schriftstellers auch im Ausdruck, auch in den Wendungen, recht genau: so ist sie gewiß jedem, der einigen Geschmack hat, wegen des Undeutschen und der so ganz fremden Gestalt, unerträglich. Läßt sie sich aber wie ein deutsch Original lesen, oder folgt man der ungereimten Regel, die Alten so reden zu laßen, wie sie geschrieben haben würden, wenn sie Deutsche gewesen wären: so müssen nothwendig gerade die eigenthümlichen Züge des Originals verwischt seyn. *) |b123| An Beybehaltung des Reitzes, der sich durch das Ganze ergießt, der vielsagenden Kürze, des harmonischen Baues der Rede, des Numerus, der besondern Uebergänge von Einem aufs Andere, die oft nur in der Sprache liegen, u. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
welches alles so sehr gefällt, und unsre Seele zum Gefühl einer gewissen Schönheit stimmt, die sich in unsrer Sprache nicht gerade eben so ausdrucken läßt, aber doch die Seele zu ähnlichen Ergießungen gewöhnt, ist bey Uebersetzungen gar nicht zu gedenken.
*)|c110|S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
(J. H. Hottingers ) Etwas über die neuesten Uebersetzerfabriken der Griechen und Römer in Deutschland, 1782
in 8, vornemlichS.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
81 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
109.
„Es ist aber doch schon vieles aus diesen alten Sprachen in manche neuere übergetragen, es haben auch diese neuere viel eigenthümliche Vollkommenheit, darin sie die Alten übertreffen, und |a99| dadurch scheint das Studium der Alten entbehrlich gemacht zu werden.“ – Entbehrlich nun wohl nicht, wenn auch an dem Gesagten mehr wäre, als nicht ist. – Man ist schon weniger aufmerksam auf das, was uns bekannter, unsrer Denkungsart, Sitten und Ausdruck gleichförmiger, als was fremd oder ungewohnter ist; schwerlich sind wir geneigt, jenes so, bis auf die feinsten Züge der Schönheit, zu studieren, als dieses. – Neuere Sprachen haben, eben deswegen, weil sie im Gange sind, und immer an ihrer Bildung gearbeitet wird, weniger bestimmte Schönheit, als die nun keiner |b124|schönen Veränderung mehr unterworfnen alten Sprachen c√. – Je mehr die Schriftsteller, wie dieses der Fall bey den alten ist, in ganz andern Umständen waren, empfanden, dachten, handelten und redeten, als die Unsrigen; je mehr lernen wir, durch den Umgang mit ihnen, die so schwere Kunst, uns in fremde Umstände versetzen, welches unentbehrlich ist, um sie recht zu verstehen, zu beurtheilen, und williger von ihnen zu lernen; eine Geschmeidigkeit, die, zumal für einen Lehrer des Christenthums, sehr vortheilhaft ist, der seine Weisheit aus den alten Büchern der heiligen Schrift schöpfen, unverwandt nach Wahrheit und Liebe trachten, und
allen Alles werden soll.
|c111| Aus diesem letzten Umstand läßt sich zum Theil die Wirkung des
Didicisse fideliter artes auf die Sitten und der schwerlich abzuläugnende Umstand erklären, daß Lehrer der Religion, welche die Alten fleißiger studieret haben, weniger unbillig und streitsüchtig zu seyn pflegen, als die, so sich dadurch nicht gebildet haben.
|a100| 110.
Ist denn aber auch schon so viel aus den alten griechischen und lateinischen Schriftstellern auf die Neuern übergetragen worden? Lassen sie sich, bey so vielerley Rücksichten, in welchen man sie studierenkan, wirklich ausstudieren? Und sinds nur einzelne Schönheiten, ists nicht eben ihr ganzer Geist, den wir uns aufs möglichste zu eigen machen sollten, und der eben noch so wenig auf uns ruht, und so wenig ins Allgemeine wirkt?
|b125| 111.
Wenn wir auch bloß auf die Sachen sehen, wie viel ist die alte Geschichte werth, die wir beynahe bloß aus ihnen schöpfen können? so viele feine Philosophie? wenigstens die Kenntniß des Fortgangs und der Entwickelung der Seelenkräfte unter den gebildetsten Völkern des Alterthums? so viel Menschen- und Weltkenntniß? so viel trefliche Sittenlehre und Klugheit? Mögen wir es in manchen Künsten, in Kenntniß der körperlichen Natur und ihrer Kräfte, in dem, was zum äusserlichen Fortkommen und Nahrung gehört, und in guten bürgerlichen Verfassungen, weiter gebracht haben als sie; in dem Uebrigen, in dem, was den Geist bildet – abgezogen was wir von ihnen mittel- oder unmittelbar gelernt haben – wie weit übertreffen wir sie denn? und wie viel haben wir ihnen noch lange nicht abgelernt?
|a101||c112| 112.
Am meisten kommt es hiebey nicht so sehr auf die Sache selbst, als auf die Art an, wie sie sie dachten und ausdruckten. In Absicht auf den Geschmack, sind sie von allen Kennern allgemein als Muster anerkannt; und sie sind es wirklich, in der weitesten Bedeutung, die man dem WortGeschmack geben kan. – Sie schöpften ihre Kenntnisse aus der ersten Quelle, aus der zwar noch nicht so entwickelten, aber auch noch nicht so verstellten Natur, und bildeten sich durch Beobachtung. Bey uns gießt man den Geist von Kindheit an in |b126|Formen, überall regiert die Mode, wir bilden uns durch Bücher, und verderben uns frühzeitig durch die Schwelgerey der Lectüre. – Sie, als gleich theilnehmende Glieder Einer zu einerley Absicht arbeitenden Gesellschaft, lernten durch Handeln, und durch Umgang mit allerley Arten von Menschen. Dies schärfte den Wahrheitssinn, leitete aufs Gemeinnützige, machte ihre Erkenntniß praktisch; dies erhielt und schärfte das Gefühl der menschlichen Würde und der natürlichen Rechte des Menschen; ihre Philosophie war Philosophie des Lebens, ihre Geschichte eigentlich pragmatisch, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
auf Bildung zu Geschäften und zu der dazu nöthigen Klugheit angelegt. Bey uns ist diese enge Verbindung der bürgerlichen Gesellschaft beynahe verschwunden; wir haben Staaten, aber wir haben, im bürgerlichen Verstande, kaum ein Vaterland. Wir handeln nach eingeflößten Grundsätzen; gewöhnen uns an hergebrachte Gewohnheiten und Formen, an druckende Einrichtungen, die oft mehr Gewalt und List, als Weisheit, welche für jeden sorgte, eingeführt, und die bloße Länge der Zeit in angebliche Rechte verwandelt hat; wir vergessen darüber unsere Kräfte, unsern Menschenwerth, unsere angebohrnen Rechte. Unsre Erziehung ist meist in den Händen solcher Leute, die durch nichts weniger als durch gereifte Erfahrung gebildet sind; unsre Gelehrte, die fast einzigen, die noch an der wahren |a102| Bildung des Geistes arbeiten, sind zu sehr ausgeschlossen von der Welt und dem Umgang mit Geschäftleuten, auch zu wenig für die Welt, wenigstens mehr auf |b127| Speculation als auf das praktische Leben bedacht; unter ihren Händen gewinnt Philosophie und Geschichte an Wahrheit und Gewißheit, selten wird sie Schule der Weisheit, gemeiniglich zieht sie, weil es ihr an Geschmack und Weltkenntniß fehlt, nicht einmal die Ungelehrten zum Lesen an. – In unsrer Welt ist Bildung des Geistes oft kaum etwas anders, als ausgeartete Cultur, die nach Ueberfluß und Vergnügungen hascht; Höfe und glänzende Gesellschaften geben den Ton an, theilen die Begierde zu glänzen, den nach Convention geformten Geschmack, Weichlichkeit und Frivolität, allen denen mit, die den Schimpf nicht haben wollen, daß sie nicht zu leben wüßten; Schriftsteller, die nichts mehr wünschen, als von der feinen Welt gelesen zu werden, stimmen ihre Schriften nach diesem Ton, und machen die Seuche allgemeiner. Diese Abgeneigtheit von ernsthaftern, nützlichen Beschäftigungen, der Eckel an nüchternen Untersuchungen, und die leidige Geniesucht vertilgt vollends die wahre Bildung des Geistes zur Weisheit und Tugend. So entsteht eine Philosophie, die von einiger Weltkenntniß oben abgeschöpft, aber durch genaue Untersuchung nicht geläutert ist, bey welcher Witz für Beweis gilt, die sich entweder dadurch empfiehlt, daß sie den Leidenschaften der Menschen schmeichelt, oder dadurch, daß sie natürlich scheint, weil sie alles, was moralisch ist, nicht nach der Natur, sondern nach ihren Ausartungen |a103||c114| in der wirklichen Welt, vorstellt; und die Geschichte hört in sofern auf, die Stelle der Erfahrung zu vertreten, und wahre |b128| Weisheit zu lehren, als darin nicht Wahrheit, sondern nur Unterhaltung und Belustigung gesucht wird. Wären nicht selbst deswegen die classischen Schriften der Griechen und Römer, – die sich so sehr durch männlichen Geschmack und bewährte Weltkenntniß auszeichnen, deren Geschichtschreiber insbesondre nicht bloß für den Gelehrten, den Staatsmann, den bloß neugierigen und Zeitvertreib suchenden Leser, sondern Weise und Rechtschaffne zu bilden, geschrieben haben – wären die nicht werth, fleißig studiert zu werden, um unserm Geschmack wieder Festigkeit, unsrer Menschen- und Weltkenntniß gesunde Nahrung, und der Weisheit und Tugend wieder Kraft und Ermunterung zu geben?
c√S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
ausser den §. 76 erwähnten Schriften:
Is.Casauboni Zuschrift seines Polybius an K.
Abkürzungsauflösung von "K.": König
Heinrich 4. (im dritten Theil der von Ernesti besorgten Wiener Ausgabe 1763
in 8.)
⌇c
Ernesti Opuscula Oratoriapag.
Abkürzungsauflösung von "pag.": pagina
3. 20. 184. 197 seq.
Abkürzungsauflösung von "seq.": sequens
⌇c
Vermischte Beyträge zu Philosophie und den schönen Wissenschaften Band 2, Stück 2, Aufs.
Abkürzungsauflösung von "Aufs.": Aufsatz
1. über die Wissenschaft der Literatur.
c√
113.
Dem, der sich der Theologie widmet, wird, ausser den bisher erwähnten großen Vortheilen, welche ihm die fleißige Lesung der alten griechischen und lateinischen Schriftsteller gewährt, die Kennt|b129|niß |a104|beyder Sprachen auch dadurch unentbehrlich, daß ohne sie weder der Verstand der heiligen |c115| Schrift, auf der doch unsre Religion beruht, noch andre Theile der Theologie überzeugend erkannt werden können. – Es ist eitler und schädlicher Wahn, daß man, um die heilige Schrift zu verstehen, beyde Sprachen deswegen nicht genau zu verstehen brauche, weil c√ eine große Menge guter Ausleger uns schon genug vorgearbeitet habe. – Die guten Ausleger laßen sich wohl zählen; und wie mag der, welcher sich durch jene Sprachen selbst nicht zum Ausleger gebildet hat, es wagen, über den Werth des einen vor dem andern zu entscheiden, oder sich der Empfehlung von andern blindlings anzuvertrauen? – wie alsdann zu entscheiden, wenn auch gute Ausleger in ihren Erklärungen uneins sind? – wie, ohne große Gefahr zu irren, alsdann entscheiden zu wollen, wenn sie gerade den Sinn für den richtigen ausgeben, der unsern Wünschen und Erwartungen gemäß ist? – Und ist schon alles erschöpft, der wahre Sinn nirgends mehr verborgen, nichts mehr zu läutern, nichts Neues mehr zur Bestätigung des wahren Verstandes zu sagen? Soll man überall, nur bey der heiligen Schrift nicht, mit eignen Augen sehen?
114.
Wie soll denn sonst eine gewissenhafte Ueberzeugung entstehen, daß die heilige Schrift wirklich etwas gesagt habe, und wie verhütet werden, daß man nicht auf schwärmerische Einbildungen von |b130| dem Verstande einzelner Aussprüche der heil.
Abkürzungsauflösung von "heil.": heilig
Schrift ver|a105|falle, oder ihr seine eigne Gedanken unterschiebe, oder auf bloßes Gerathewohl einen Sinn annehme, als dadurch, daß wir gewiß wissen, der Sprachgebrauch bringe diesen und keinen andern Sinn mit sich? welches ohne genaue Kenntniß solcher Sprachen schlechterdings unmöglich ist.
|c116| 115.
Diese erlangt man so wenig durch flüchtiges Lesen der in solchen Sprachen geschriebnen Bücher als durch Wörterbücher allein. – Jenes mag uns zur nothdürftigen Kenntniß einer Sprache verhelfen; zur genauern, zumal beyschweren Stellen, hilft es gewiß nicht, wie man leicht begreifen wird, wenn man das oben (§. 77. f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) gesagte, versteht, und in genauere Erwegung ziehen will. – Unter den Wörterbüchern sind die meisten ohne genugsame Kenntniß der Sprachen und ohne bestimmte Genauigkeit zusammengetragen; auch die bessern bedürfen noch so mancher Berichtigung, so häufiger Ergänzung von Wörtern oder Redensarten und deren Bedeutungen, sonderlich in einem bestimmten Zusammenhang, so vieler Erklärung der Begriffe selbst, die an einem Worte hängen, daß man sich geradezu nicht auf sie verlassen kan. Haben sie auch, – wie dieses zur Ueberzeugung, daß sie alles richtig angäben, nöthig wäre, – ihre Angabe mit Beweisen belegt: wie will man die prüfen, wenn es uns noch an genauer Kenntniß einer Sprache fehlt, und man sich durch sorg|b131|fältiges Studieren guter Schriftsteller |a106| noch nicht die Fertigkeit erworben hat, selbst den Sinn in einer fremden Sprache zu finden?
Wenn dieses auch nicht das allgemeine Geständniß aller eigentlichen Kenner alter Sprachen wäre: so läßt es sich schon an einem kleinen Beyspiel, an den Wörterbüchern über das N.
Abkürzungsauflösung von "N.": Neu
Testament, zeigen. Wie manche Wörter fehlen da, weil sie nicht in unserngedruckten griechischen Text stehen, deren Kenntniß doch zur Beurtheilung und Erklärung verschiedner Lesearten nöthig ist? ausser vielen sprachwidrigen Erklärungen in den meisten Wörterbüchern dieser Art; wie viele a√, sonderlich hebräische Bedeutungen der Wörterfehlen daz. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
von ἀγαλλιαν, εὐχαριστια, καυχασθαι, |c117|κενουν, λογιζεσθαι το κακον, τρεμειν τιναu. a.
Abkürzungsauflösung von "u. a.": und andere
und wie wenig sind die Begriffe von οἰκοδομη, παντοκρατωρ, πνευμα, σημειον ἀντιλεγομενον, ἑαυτω ἀρεσκεινu. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
vornemlich, wie wenig sind diejenigen bestimmt, die man Religionsbegriffe nennen könnte, obgleich die Wörter, durch die sie ausgedruckt werden, in den Wörterbüchern übersetzt sind? Dies sey bloß hingeworfen, um die aus ihrer gleichgültigen Ruhe zu wecken, die, mit dem Wörterbuch in der Hand, der Auslegung des N. T.
Abkürzungsauflösung von "N. T.": Neues Testament
gewachsen zu seyn glauben. c√
116.
Ueberhaupt wird der sehr gewinnen, der sich nicht eher an Erklärung der heiligen Schriften wagt, bis er vorher durch Lesung alter griechischer und lateinischer Schriftsteller wohl geübt ist. –|b132| Denn 1) wie es der Anfang aller exegetischen Weisheit ist, nur erst zu fühlen, ob man etwas verstehe oder nicht? so ist schon dies sehr schwer für den, der nicht aus jener Schule zur heiligen Schrift kommt, weil uns die Stellen heiliger Schrift, die wir in |a107| der Jugend gemeiniglich ohne Verstand gelesen haben, den Wörtern nach geläufig, ihre Lehren, oder was man dafür zu halten gelernt hat, bekannt sind, und man gemeiniglich mit einem Sinn zufrieden ist, der keinen offenbaren Unverstand enthält, zumal wenn er sich durch Erbaulichkeit empfiehlt. Alles dieses hindert, daß es uns oft nicht einmal in den Sinn kommt, nur zu zweifeln, ob wir auf dem rechten Wege sind. Hingegen bey andern Schriftstellern sind wir weder schon so mit ihren Begriffen bekannt, noch dafür schon so eingenommen, fürchten auch weniger c√ Vorwürfe von uns oder andern, wenn wir von hergebrachten Erklärungen abgehen, oder gestehen, daß wir etwas nicht verstünden.
117.
Ist man 2) nur mit den Umständen, Sitten und dem Sprachgebrauch neuerer Zeiten und Sprachen bekannt: so findet man in alten Schriften Schwierigkeiten, wo keine sind, man sucht sie zu heben, verwickelt sich eben durch diese Bemühung in noch mehrere Schwierigkeiten, fällt auf harte und gekünstelte Erklärungen, wodurch man auf einer Seite den Gegnern der heiligen Schrift Blößen giebt, auf der andern sich gegen |b133| natürlichere Erklärungen abhärtet,theils, weil man das für das Natürlichste hält, was unsrer Art zu denken, zu reden und zu handeln am gemäßesten ist,theils, weil man das ungern aufopfert, was uns Mühe gekostet hat, zumal wenn man durch einen vermeintlich gefundnen Sinn der heiligen Schrift neue Bestätigung seines |a108|Lehrbegriffs gefunden, oder mehr Zusammenhang in seine Vorstellungen gebracht zu haben glaubt. Wer hingegen schon mit andern alten Schriften ausser der Bibel vertraute Bekanntschaft, und gelernt hat, sich in die Lage alter Schriftsteller zu versetzen, fällt entweder auf solche eingebildete Schwierigkeiten gar nicht, oder er weiß sie leichter aus den Meinungen und Redensarten der Alten zu erklären, schiebt der heiligen Schrift weniger neuere Begriffe unter, und ist demnach fähiger von ihr zu lernen.
118.
3) Den Sprachgebrauch in todten Sprachen kan man anders nicht zuverläßig lernen, als aus den Schriften, die in einer solchen Sprache abgefaßt sind, und, wo es der|c119|gleichen nicht giebt, oder wo sie nicht zureichen, aus der Analogie andrer mit ihr verwandten Sprachen, oder aus den Erklärungen, die der Schriftsteller selbst in einer Stelle oder in ähnlichen Stellen giebt. – Selten ist dieses letzte möglich, weil es seyn kan, daß er nur Einmal von einer Sache redet, oder nur Einmal ein Wort und eine Redensart braucht. So ein trefliches Hülfsmittel also zur Einsicht des Verstan|b134|des ähnliche Stellen sind, so helfen sie doch nicht überall; sicherlich wird auch der die in der heiligen Schrift den meisten unmerkbare feinere Aehnlichkeit leichter empfinden, der dergleichen zu bemerken durch achtsames Lesen alter Schriftsteller sich gewöhnt hat; und überall folgt ein Schriftsteller, wo er nicht sehr dringende Ursachen hat, demjenigen Sprachgebrauche, der in der Sprache, worin er schreibt, herrscht, wenigstens bildet er, auch da, wo er eigne Ausdrücke wählt, seinen besondern Sprachgebrauch aufs möglichste nach dem allgemeinen. Und dieser, woraus ist der anders zu erkennen, als aus den andern Schriften in eben der Sprache? bey dem neuen Testament also, woher anders, als aus andern alten griechischen Schriftstellern, und zum Theil aus den griechischen Uebersetzern des alten Testaments?
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Je ähnlicher ein Schriftsteller in seiner besondern Art des Ausdrucks, in der Kürze, in den Wendungen, in der Zusammenziehung mehrerer Begriffe in Ein Wort oder Redensart u. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
einem andern ist, wie z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
schon von andern in Absicht auf den Apostel Paulus und den Thucydides bemerkt worden (S.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit dem diffundi und contrahi bey Cicero Lael. c.
Abkürzungsauflösung von "c.": caput, capitulum
13; Luc. 11, 13;πονηροι für Karge,vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit maligni in eben dem Sinn beym Plautus Bacch. III, 2. 17; Luc. 8, 18.vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit ex astris decidere bey Cicero a√ Att. II. ep.
Editorische Korrektur von: ep, (a)
21; Matth. 24, 29. mit dem Lat.
Abkürzungsauflösung von "Lat.": Lateinisch
cadere oder occidere, von Gestirnen gebraucht; 1 Kor. 4, 9.θεατρον|a110|
ἐγενηθ.τωκοσμῳ
κ.ἀγγελοις
κ.ἀνθρωποις, überhaupt für: der allgemeinen Verachtung bloß gestellt worden seyn, vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit
Cicero's Stellen, die Manutius bey ad divers. lib.
Abkürzungsauflösung von "lib.": liber
I. ep.
Abkürzungsauflösung von "ep.": epistula
9. gesammlet hat; Χρισμα. 1 Joh. 2, 20.vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit dem lat.
Abkürzungsauflösung von "lat.": lateinisch
imbui statt doceri u. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
119.
Und wie 4) falsche und nach Schulformen gekünstelte Zergliederungen der Bücher c√heil.
Abkürzungsauflösung von "heil.": heilig
Schrift sehr oft den wahren Gesichtspunct verrücken, woraus man die Absichten eines Schriftstellers ansehen sollte, und selbst zu erdichteten Erklärungen seiner Ausdrücke Gelegenheit geben: so ist kein besseres Mittel sich gegen diese willkührliche Spielwerke zu verwahren, als wenn man aus Lesung alter Schriftsteller die gar nicht schulgerechte, sondern natürliche Stellung ihrer Gedanken, ihre oft unscheinbare Verbindungen durch Partikeln, Participial-Con|b136|structionen u. dgl.
Abkürzungsauflösung von "u. dgl.": und dergleichen
und die ganze Einkleidung bemerkt, die von unserer oft c√ sehr abgeht.
120.
Auch ist 5) diese sorgfältige Beschäftigung mit alten Schriftstellern ein gutes Verwahrungsmittel gegen die Ver|c121|besserungssucht des Textes der heiligen Schrift, sowohl als gegen die unzeitige Aengstlichkeit bey verschiednen Lesearten. Wer jene auch kritisch studiert hat, wird sich durch noch so viele Lesearten, mit welchen gleichwohl die unverfälschte Aechtheit des Textes bestehen kan, nicht nur nicht irre machen laßen, er wird auch allein im Stande |a111|seyn den Werth derselben abzuwägen. Hat man sich bey jenen Alten an die Beobachtung des feinern Parallelismus gewöhnt; Versuche gesehen, und selbst gemacht, dunkle Stellen zu erklären, und solche, die einander oder andern Schriftstellern zu widersprechen scheinen, mit einander zu vereinigen; und hat nach und nach das Ungegründete und Gezwungne mancher gewagten Veränderungen des Textes, wie die Quellen dieses Fehlers und die verschiedne Arten eingesehen, wie verschiedne Lesearten entstehen können: so wird gewiß dadurch Bescheidenheit so sehr als geschickte Beurtheilung befördert werden. Wenigstens ist es immer sicherer, sich erst in jener Kritik zu üben, wo der Schade bey Fehltritten so beträchtlich nicht ist, als bey der heiligen Schrift, bey der ohnehin die Vorstellung von ihrer Göttlichkeit leichter verleitet,vor genauerer Untersuchung Partey zu nehmen.
|b137|
J.A. Ernesti Opusc. Orator. p.
Abkürzungsauflösung von "p.": pagina
41 sqq.
Abkürzungsauflösung von "sqq.": sequentes
Aus dem, was bisher §. 115 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
bemerkt worden ist, ergiebt sich augenscheinlich, wie verkehrt und selbst für die Einsicht des rechten Verstandes der heiligen Schrift nachtheilig es sey, die Erlernung
Editorische Korrektur von: Erlernnng (b)
des Griechischen mit dem Lesen des neuen Testaments anzufangen. Die Schwierigkeiten, welche bey dem Griechischen des N. T.
Abkürzungsauflösung von "N. T.": Neues Testament
weit größersind als bey den meisten sogenannten Profan-Schriftstellern, (s.
Abkürzungsauflösung von "s.": siehe
die
14te bis 17te Abhandl. in Ernesti's Opuscul. philol. crit. Lugd. Bat. 1764
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.) setzen es noch mehr ausser Zweifel, wie nothwendig es sey, sich nicht daran zu wagen, ehe |c122| man sich nicht schon vorher durch fleissiges Studieren alter Schriftsteller dazu vorbereitet hat.
|a112| 121.
Zur gründlichen Einsicht in andre Theile der Theologie (§. 113 ) ist die genaue Kenntniß der griechischen und lateinischen Sprache eben so nothwendig. – Die allermeisten Quellen der Kirchengeschichte sind in einer von beyden Sprachen abgefaßt, und, da selbst der Sprachgebrauch zu verschiednen Zeiten und in verschiednen Gegenden so vieler Verschiedenheit und Veränderung unterworfen war: so ist c√ um so begreiflicher, wie unzuverläßig die Kirchengeschichte seyn müsse, wenn sich ihre Kenntniß nicht auf die Kenntniß dieser Sprachen gründet. – Alles, was in der Theologie auf Geschichte beruht; die Kenntniß der Kirchentheologie oder der verschiednen Vorstellun|b138|gen von den Lehren der Religion, und der Ursachen dieser Verschiedenheit; der Kunstwörter, die aus beyden Sprachen genommen, oder doch darnach gebildet worden a√, und selbst ein symbolisches Ansehen erlangt haben; des Ursprungs der Irrthümer aus unbequemen Ausdrücken, oder des Mißverstandes derselben, wodurch man ihrer Unrichtigkeit auf die Spur kommen kan; der Folgen, die daraus für die Theologie entstanden sind – vornemlich wenn man die Richtigkeit dieser Kirchentheologie gehörig beurtheilen will, – kan dieser Sprachkenntniß nicht entbehren.
122.
Würde nicht auch unsre Katechetik und Homiletik eine bessre Gestalt bekommen, und würde man |a113| sich nicht besser zum Unterricht in der Religion bilden, wenn man den Alten, sonderlich der Sokratischen Schule und ihren guten Nachfolgern, ihre Methode in Gesprächen, und den |c123| griechischen und römischen Rednern die Kunst Eindruck zu machen und, was man vorstellen oder empfehlen will, von der wirksamsten Seite zu zeigen, so weit ablernte, als es die Natur der Sachen, die Absicht, bleibende Eindrücke hervorzubringen, und unsere Umstände erlaubten.
c√
123.
Was oben (§. 68 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) von der besten Erlernung der Sprachen überhaupt gesagt worden ist, gilt bey der lateinischen und griechischen Spra|b139|che insbesondre, und von ihnen vorzüglich, weil sie unter allen alten Sprachen am meisten gebildet sind. Nur scheinen hier noch einige besondre Anmerkungen darüber nicht unnöthig zu seyn. – Die lateinische Sprache hat das eigne Glück gehabt, die allgemeine Sprache der Gelehrten (in Europa) zu werden; daher sind die meisten gelehrten Schriften in ihr geschrieben, ihre Kenntniß ist für den Gelehrten, nächst der Kenntniß der Muttersprache, die unentbehrlichste, und sie verdient, als allgemeine Gelehrten-Sprache erhalten zu werden.
c√
124.
Zuerst eben deswegen, weil die meisten gelehrten Schriften lateinisch abgefaßt sind. Je |a114| mehr also der Eifer diese Sprache zu erlernen und ihrer mächtig zu werden, |c124| erkaltet, und je mehr sie daher ausser Gang kommt: je mehr verlieren wir die oben erwähnte Vortheile, die aus dem fleissigen Gebrauch der alten klassischen lateinischen Schriftsteller entstehen, verlieren den Zugang zu den meisten Quellen der Geschichte, und, weil uns nichts anzieht was wir nicht verstehen, sogar die Lust daraus zu schöpfen, verlieren einen unschätzbaren Vorrath von Kenntnissen und Vorarbeiten in Untersuchungen c√.
c√ Was hier und in dem Nächstfolgenden vorkommt, ist zugleich hinreichend zur Beurtheilung der Einwendungen gegen die Nothwendigkeit der Kenntniß dieser Sprache in der
allgemeinen Revisionetc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Theil II. p.
Abkürzungsauflösung von "p.": pagina
234–257, die ohnehin sehr ärmliche |b140| Begriffe vom Verstehen des Lateinischen zum Grunde haben.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Aber man hat ja schon das Gegründetere und Nutzbarere aus lateinischen Schriften in deutsche und andere übergetragen? – – Gewiß kaum mehr als das Nothdürftigste und was man für das Gemeinnützigste hielt, welches gegen die Menge des Uebrigen für Nichts zu rechnen ist. – Am meisten ists noch in der Geschichte geschehen; wie weiß man aber, daß es vollständig, richtig und aufrichtig genug geschehen sey, wenn man nicht zu den Quellen zurückgehen kan, ohne welche noch weniger Sicherheit ist, als bey allen scharfsinnigen Untersuchungen, die nicht auf die ersten Grundsätze der menschlichen Erkenntniß zurückgeführt werden. Eben die gelehrtern und genauern Untersuchungen, wodurch man neuerlich, selbst in deutschen Schriften, die Geschichte ungemein berichtigt, vervollständigt, und ihr eine ganz andere Gestalt gegeben hat, beweisen, wie viel noch Gelegenheit in den Quellen zu sehr schätzbaren
Editorische Korrektur von: schätzren (a)
Entdeckungen übrig sey. – Je mehr das Ansehen der lateinischen Sprache sinkt und je für entbehrlicher man ihre Kenntniß hält: je weniger wird sie, höchstens nur als Nebensache, getrieben werden. Aber eine seichte Kenntniß der|c125|selben ist gewiß dem Gebrauch der |a115| Quellen und der daraus zu schöpfenden Wahrheit noch nachtheiliger, als wenn man gar nicht daraus schöpft, weil man doch in dem letztern Fall weiß, daß man nur mit fremden Augen, in jenem Fall aber glaubt, daß man mit eignen Augen gesehen habe.
|b141|Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Wenn also von verständigen Männern auf die Beybehaltung der lateinischen Sprache
Editorische Korrektur von: Sprachr (b)
gedrungen und vorhergesagt wird, daß mit ihrem Fall gewiß Barbarey einreissen werde: so geschieht dieses nicht aus pedantischer Hochachtung gegen diese Sprache, oder aus der falschen Einbildung, daß sie kräftiger und vollkommner wie andre Sprachen sey. Sondern weil man vorhersieht, wie viele Kenntnisse mit dieser Sprache verloren gehen, oder wenigstens aus dem Gang kommen werden; wie sehr seichte Kenntniß statt der gründlichen und zuverläßigen überhand nehmen, wie allgemeiner der unwissende Dünkel, der beyverschlossenen Quellen nicht einmal mehr einer bessern Belehrung fähig ist, anstatt wahrer Ueberzeugung um sich greifen werde. Ohne in ältre ähnliche Zeiten zurückzugehn, mag die Erfahrung unsrer Zeit entscheiden, ob durch die Verächter dieser Sprache des Nachsprechens und Ausschreibens, oder der neuern und genauern Untersuchung mehr worden sey, die Masse der gelehrten Erkenntniß und die Achtung der Gelehrsamkeit mehr ab- oder zugenommen habe?
125.
Zweytens: Die Gelehrsamkeit verliert viel, und die Entdeckungen und Verbesserungen in derselben gehen oft gänzlich verloren; breiten sich wenigstens viel langsamer und nicht allgemein genug aus, wenn man unter den Gelehrten nicht |a116| eine allgemeine Sprache hat, wodurch man sich das Neue und Bessere mittheilen kan. – Wenn |b142| man sagt: „so dürften die Gelehrten nur mehrere Sprachen lernen, und |c126| allenfalls ersetzte auch dieses die Dienstfertigkeit der Uebersetzer:“ so hat man wohl nicht genug bedacht: daß beydes ein mühsamer Umweg ist, der völlig ersparet werden könte, wenn eine allgemeine Gelehrten-Sprache gebraucht würde; ein Umstand, den die, welche die Nothwendigkeit einer solchen, namentlich der lateinischen, Sprache bestreiten, vornehmlich beherzigen sollten, da sie eben Zeit und Mühe gespart, und auf nützlichere Dinge verwendet wissen wollen. Man hat nicht bedacht: daß Uebersetzungen großentheilsunzuverläßig sind, und daß sie ungemein viel weniger die Vorstellungen eines Schriftstellers anschaulich darstellen, als er selbst, auch sogar in einer fremden Sprache, wenn er sie nur in seiner Gewalt hat, und in der fremden Sprache nicht bloß schreibt, sondern auch denkt. Man nimmt gegen alle Erfahrung an, daß Ausländer, um unsre Entdeckungen zu benutzen, unsre Werke, in ihre Sprache übersetzt, begierig lesen oder gar deutsch lernen würden. *)
*) Aeusserst selten sind die Beyspiele von Ausländern, die, unsre Schriften zu verstehen, Deutsch, und vollends die es gut gelernt haben
Editorische Korrektur von: haden (b)
. Sehr selten sind auch Uebersetzer aus dem Deutschen bey solchen Nationen, unter welchen selbst viele denken und schreiben; und daraus, daß unter ihnen Bücher aus dem Deutschen übersetzt vorhanden sind, folgt noch lange nicht, daß sie auch Geschmack daran finden. Lesen ja noch auswärtige |a117| Gelehrte Schrif|b143|ten der Deutschen, so sind es lateinisch geschriebene, und selbst diese haben itzt darum weniger Vertrieb, weil bey Ausländern, fast alles in ihrer Muttersprache zu schreiben, eben so gewöhnlich wird als bey uns, die Kenntniß des Lateinischen immer mehr abnimmt, und sie daher auch unsre lateinische Schriften gar nicht oder c√ viel seltner als sonst lesen. Weit häufiger unterhielten sich sonst Gelehrte verschiedner|c127| Nationen unter einander, als die lateinische Sprache noch geläufiger war als jetzt, und wo jenes noch jetzt geschieht, da geschiehts meistens in lateinischer Sprache.
126.
Ist nun aber eine allgemeine Sprache für die Gelehrsamkeit, deren Erhaltung und weitre oder allgemeinere Ausbreitung, sehr nöthig: so müßte man c√entweder die, welche es bisher gewesen, nehmlich die lateinische, beybehalten, oder eine der neuern Sprachen dazu wählen, oder
eine ganz neue zu diesem Zweck erfinden. – Dieses letzte würde, wie so viele verunglückte Versuche beweisen, große Schwierigkeiten haben; schwerlich würde man ihr, zumahl allgemeinen Eingang verschaffen können; und wozu eine neue erfinden, da wir schon eine unter den Gelehrten überall angenommne haben? – Diese lateinische ist nicht nur einmahl im Besitz, und, wenn es eben sowohl Pflicht ist, gute Gelehrte als gute Bürger zu ziehen, wenn es uns wahrer Ernst ist, Aufklärung, mithin auch Gelehrsamkeit, möglichst weit auszu|b144|breiten: so müssen wir diese Sprache zu erhalten, und ihre Kenntniß bey allen, die Gelehrte seyn wollen, |a118| zu befördern suchen, weil sie gerade die bekannteste bey allen Nationen ist, wo eigentliche Gelehrsamkeit blüht. Sie ist auch, eben durch den langen Gebrauch, den bereits erfolgten Erweiterungen und Aufklärungen in den Wissenschaften, mehr als eine andre, wenigstens ältere Sprache, und, umgekehrt, es sind diese aufgeklärtern Begriffe dieser Sprache so angeschmieget worden, sie hat auch so sehr alle eigentliche Wissenschaften, namentlich die gelehrten Vorstellungen in der Religion, so durchdrungen, und in allen Wissenschaften ist der Sprachgebrauch so an sie gebunden, daß |c128| wir ihre Kenntniß, ohne eine gänzliche Umschmelzung der Wissenschaften, nicht einbüßen können. – Sollte sie auch, wie nicht zu leugnen ist, von manchen neuern Sprachen übertroffen werden: so würde es nicht nur schwer, ja, nach der jetzigen Verfassung der Welt, unmöglich seyn, einer neuern Sprache eben die ausgebreitete Herrschaft zu verschaffen; es würde sogar eben darum nicht rathsam seyn, weil und so lange sie eine lebende Sprache ist. Denn eine solche ist beständigen Veränderungen unterworfen, und nach einiger Zeit, wo nicht den meisten unverständlich, doch wenigstens nicht mehr so reitzend; es gehen zu viele Mängel, einer auch vom gemeinenVolk gebrauchten Sprache, Nebenbegriffe, die den Wörtern anhängen u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
in die Wissenschaften über, daß diese darüber ihre Bestimmtheit verlieren; oder man muß diesem Schaden immer so durch |b145| neue Bestimmungen entgegenarbeiten, daß die gelehrte Sprache bald wieder eine von der Volkssprache ganz verschiedne wird. |a119| Eine todte Sprache hingegen, die noch dazu schon für unsre Wissenschaften bearbeitet ist, hat ihre völlig festgesetzte Gestalt, und es bedarf, bey neuentstandnen Begriffen, weiter nichts, als diese, auf eine der Natur dieser Sprache gemäße Art, zu bezeichnen, wie man das Beyspiel davon an der Naturlehre, der Botanicku. s. f.
Abkürzungsauflösung von "u. s. f.": und so ferner
hat.
c√ Man wird einwenden:
„es liesse sich vieles nicht lateinisch, wenigstens nicht mit Einem Wort, ausdrucken, da der neuen Entdeckungen, Bestimmungen und Einrichtungen immer mehr würden, für welche die lateinische Sprache noch keine Ausdrücke habe.“Diesen Mangel kan man dadurch abhelfen, daß man entweder Wörter, die man nicht entbehren kan, in die zu unserm Gebrauch bestimmte lateinische Sprache aufnimmt, oder den schon vorhandenen lateinischen Ausdruck jenem neuen Begriff an|c129|schmiegt. – – „Aber so wird das Latein barbarisch werden, wie man an dem Beyspiel der Scholastiker und ihres gleichen sieht“ – Diese Besorgniß wird sehr übertrieben. Denn die Scholastiker druckten sich auch da schlecht lateinisch aus, wo man sich weit besser ausdruckenkonnte; sie verderbten also das Latein, weil es ihnen theils an Geschmack, theils an Kenntniß des Reichthums und der Schönheit dieser Sprache fehlte, und sie des guten Lateins nicht mächtig waren. Wie viel sich hier, ohne besorgliche Barbarey, thun ließe, |b146| zeigenc√ Cicero's und einiger andern treflichen lateinischen Schriftsteller Beyspiele. – Auch ist noch erst die Frage: was den Namen des Barbarischen, als eines Fehlers in einer Sprache, verdiene? Gewiß das nicht, wofür sonst gar kein Ausdruck in einer
beniemten Sprache vorhanden ist, und was durch den öftern Gebrauch ohnehin seine fremde Gestalt verliert. – Endlich sollte |a120| man nicht vergessen, daß hier von einer gemeinsamen Sprache der Gelehrten die Rede sey; die man also immerhin da nicht brauchen möchte, wo man sich nicht über gelehrte Sachen oder nicht bloß für Gelehrte erklären wollte.
127.
Drittens (§. 125 ) wäre es allerdings für die Wissenschaften und für die Menschen selbst sehr heilsam, wenn für eigentlich gelehrte Sachen eine den Gelehrten eigenthümliche Sprache, dergleichen die bisher in dieser Absicht aufgenommne lateinische ist, gebraucht würde. – Für die Wissenschaften;zuerst schon deswegen, weil in einer der Gelehrsamkeit besonders gewidmeten Sprache die Wörter bestimmter, folglich zur genauern Kenntniß brauchbarer sind, als in einer solchen, die eben sowohl vom Volk gebraucht wird, wo daher Mißverstand und Uebergang schwankender Begriffe in die Sprache viel leichter ist. Noch|c130|mehr aber, weil für die eigentlichen Wissenschaften nichts nachtheiliger ist, als die Verwirrung, die durch Halbkenner angerichtet wird, welche auch |b147| mitsprechen wollen, ohne die dazu unentbehrlichen Vorerkenntnisse, die nöthige Einsicht in die Beschaffenheit und den Werth scharfsinniger Bestimmungen oder Einschränkungen, und die erforderliche Uebung in gelehrten und ihnen nicht geläufigen Untersuchungen zu haben; wozu sie um so eher versucht werden, je mehr sie sich einbilden die Sache zu verstehen, weil ihnen die Sprache bekannt ist, in der diese ausgedruckt sind.
|a121| 128.
Eben so nützlich wäre es für solche Menschen selbst, welche gelehrte Untersuchungen nichts angehen, wenn ihnen der Zugang dazu durch den Gebrauch einer gelehrten Sprache erschwert würde. So erführen sie vieles nicht einmal, was ihre Neugier reitzt, sie zu unnöthigen Speculationen verleitet, von nützlichern Untersuchungen oder Beschäftigungen abzieht, und sie in schädliche Zweifel oder Irrthürmer stürzt, welchen sie aus den vorhin genannten Ursachen nicht gewachsen sind. Wie viel Zeitverderb und Verwirrung des Volks würde verhütet werden, wenn Gelehrte gleichsam hinter dem Vorhang einer nur ihnen verständlichen Sprache, ohne vom Volk gehört oder gelesen zu werden, erst unter sich, nach reifer Untersuchung ausmachen könnten, was wahr und was gemein zu machen heilsam wäre, und alsdenn nur das Ausgesuchte, Sichere und Gemeinnützige zur Kenntniß der Ungelehrten brächten.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Der große Schade, den nicht nur höhere Wissenschaften, wozu viele gar nicht gemeine Kennt|b148|niß und, c√ das dahin gehörige genau zu beurtheilen, etwas mehr als schlich|c131|ter Menschenverstand erfordert wird, sondern auch gemeinverständlichere und gemeinnützigereWissenschaften, selbst Religion und Moral, selbst Gewissen und Gemüthsruhe, öffentliche und Privatglückseligkeit, dadurch leiden, daß alles, worüber sich nur reden und schreiben läßt, dem verständigen und unverständigen Publicum in der Muttersprache oder in einer sehr gemeinbekannten vorgelegt wird – dieser Schade ist jedem unbefangenen Beobach|a122|ter so unverkennbar, daß der Vorwurf von Mißgunst, der bisweilen dem Gebrauch einer nur den Gelehrten bekannten Sprache, beygelehrten Sachen oder einer scharfsinnigern Behandlung auch sonst gemeinnütziger Sachen, gemacht worden, eben so ungereimt ist, als wenn man den Pädagogen Mißgunst vorwerfen wollte, wenn sie Kinder verhindern, nicht alles durch einander zu lesen, und es bedauren, daß Kinder Gelegenheit haben,allerley zu hören und zu lesen, wodurch sie Zweifel, Leichtsinn und Laster frühzeitiger kennen lernen, als sie dagegen bewafnetsind, und überkluge Schwätzer werden, an welchen man seine Schande zieht. Aufklärung ist unschätzbar, und kan nicht genug befördert werden, aber doch nur dann und bey dem, wo sie nicht ein Scheermesser in der Hand eines Kindes ist.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Wo sie dieses sey? dieses erfordert allerdings eine weit bedächtigere und reifere Ueberlegung, als der große Haufe der Eiferer für oder wider Aufklärung anzustellen oder nur zu begreifen |b149| fähig ist. Es bloß im Allgemeinen zu bestimmen, kan wenig Nutzen haben; die Umstände derer, die aufklären wollen, müssen dabey eben so sehr in Anschlag genommen werden, als die Umstände dererjenigen, die c√ aufgeklärt werden sollen. Und eben um so nöthiger wäre beyeinzelnen wichtigen oder für wichtiggehaltenen Gegenständen, daß die, so am meisten aufzuklären fähig sind, vorher, ungehört von denen, die der Aufklärung zu bedürfen scheinen, unter sich ausmachen möchten, ob und wie weit, den Umständen nach, eine gewisse Aufklärung nöthig |c132| und nützlich sey. – Hier liegt die weitere Entwickelung dieser Sache zu sehr ausser dem Wege.
c√
129.
Wer eine gründliche Kenntniß der lateinischen|a123| und griechischen Sprache erlangen wollte, zumahl wenn er sie vor sich und durch eignen Fleiß lernen müßte, würde das stets, mit allen Einschränkungen und Bestimmungen, vor Augen behalten müssen, was oben (§. 68 –90 ) von Erlernung der Sprachen überhaupt gesagt worden ist. – In Absicht auf c√Sprachlehrewürde man wohl thun, wenn man sich an eine, die beste welche man finden könnte, gewöhnte; – im Lateinischenz. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
vorzüglich an J. J. G. Schellers ausführliche lateinische Sprachlehre, dritte vermehrte Auflage, Leipz. 1790
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. oder, für den Anfang, an Desselben kurzgefaßte lateinische Sprachlehre, dritte vermehrte Auflage,Leipz. 1785
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. und besonders um der sorgfältig gesammleten Beyspiele|b150| willen, aus welchen man lernen kan, selbst sich die Regeln abzuziehn, an J. H. L.Meierotto lateinische Grammatik in Beyspielen, Berlin 1785
in 2 Theilen in 8; oder an die practische Grammatik der lateinischen Sprache von C. G. Bröder , Leipz. 1787
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8, verbunden mit dem kurzgefaßten practischen Syntax von C. B. Lehmus , Leipz. 1789
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.– im Griechischen etwa an die bekannte
Wellerische oder Märkische Grammatik, oder, unter den neuesten, vorzüglich an⌇cJ. G. Trendelenburg's Anfangsgründe der griechischen Sprache, dritte verbesserte Aufl. 1790
in 8.c√
130.
Die feinere Kenntniß der lateinischen Sprache, ihres innern Baues und der Gründe, worauf er beruht, könnte man sich hernach durch die sorgfältige Beobachtung bey Lesung der lateinischen Schriftsteller, und durch solche Bücher bekannt c√ machen, welche das Eigne dieser Sprache, oft auch dessen Gründe, erklären, oder auf gewöhnliche Fehler unsre Aufmerksamkeit lenken. |c135|Hieher gehören Christoph.Cellarii Orthographia latina - - obss. Longolii ,Heumanni ,Heusingeri ,Schurtzfleischii suisque auxit et Cortii disputationes de usu orthographiae cum orthographia Norisiana typis repetendas curavit Theoph.ChristophHarles , Tom[.]
Abkürzungsauflösung von "Tom": Tomus
I. |a124| et II. Altenburgi 1768
8. –⌇cLaurentii Vallensis libri elegantiarum sex, öfters aufgelegt z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Colon. 1522
4. und in seinen Operibus. ⌇cThom. Linacri de emendata structura latini sermonis libri |b151| VI. oft aufgelegtz. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Lips. 1556
in 8. und einige andre Schriften, die in Rich. Ketelii de elegantiori latinitate comparanda Scriptoribus selectis, Amst. 1713
in 4. gesammlet sind.c√⌇cHorat. Tursellini de particulis lat. orationis libellus post curas Jac.Thomasii et Jo.Conr. Schwartzii denuo recognitus et auctus, Lips. 1769.
8. und⌇cChrist.Gottf.Schütz (noch nicht fortgesetzte) Doctrina particularum lat. linguae, Dessav. 1784
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.; auch die⌇cAbhandlung über die lateinischen Ellipsen von Joh. GottliebLindnern , Frankfurt 1780
in 8. –⌇cGasp. Scioppii Grammatica philosophica, nach J. C.Herzogs Ausgabe August. Vindel. 1712
in 8, und⌇cFranc. Sanctii Minerua s. de caussis lat. linguae liber, cui inserta sunt – quae addidit Gasp. Scioppius et subjectae notae Jac.Perizonii , Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
4. Amstel. 1714
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. –a√⌇cJo.Frid. Noltenii Lexicon latinae linguae antibarbarum, der vermehrten Ausgabe Helmst. 1744 ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., Tomus poster.
Abkürzungsauflösung von "poster.": posterior
Lips. 1768
, (zusammen wieder unter der Jahrzahl 1780
);wiewohl man die meisten zuerst angegebnen entbehren kan, wenn man entweder ein so vollständiges Buch hat, wie die vorhin erwähnte Schellerischeausführliche lateinischeSprachlehre ist, oder wenn man sich nicht vorzüglich auf das Lateinische legen will.
|c136| 131.
Eben so werden bey der griechischenSprache der⌇cLibellus animaduersionum quibus Jac.Velleri Grammatica graeca emendatur, suppletur, illu|b152|stratur, auctore Joh.Frider. Fischero , Lips. 1750–52
in 3 Abtheilungen in 8.;⌇cFranc. Vigeri de praecipuis graecae dictionis idiotismis liber, cum animaduerss.Henr. Hoogeveeni , qui|a125|bus et suas adiunxitJo.Carol. Zeunius , neueste verbesserte Ausgabe Leipz. 1789
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. –⌇cHenr. Hoogeveen doctrina particularum graecarum recens. breuiauit et auxit Christ. Godofr. Schütz , Dessav. 1782
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. –⌇cLamb. Bos Ellipses graecae, öfters aufgelegt, sonderlich mit mehrerer Gelehrten Anmerkungen in Jo.Nic.Schwebelii Ausgabe Norib. 1763
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. –⌇cGraecae linguae dialecti - - recognitae opera Mich. Maittaire , nach Jo.Frider.Reitzii Ausgabe Hag. Com. 1738
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. oder in dessen Ermanglung das
Compendium dialectorum graecarum, concinnauit J. J.Facius , Norib. 1782.
8. von großem Nutzen seyn.
132.
Zur Kenntniß des lateinischen Sprachgebrauchs übertrift unter den größern Wörterbüchern der Nouus
Editorische Korrektur von: Nonus (b)
linguae et eruditionis Romanae thesaurus post Ro.Stephani et aliorum curas - - locupletatus a Jo.MatthiaGesnero , Lips. 1749
in 4 Tomis in fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
und unter den kleinern Schellers Ausführliches lateinisches Lexicon, lateinisch-teutscher Theil, zweyte Aufl.
Abkürzungsauflösung von "Aufl.": Auflage
Leipz. 1788
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., die übrigen bey weiten; womit Ausonii Popmae de differentiis verborum itemque de vsu antiquae lectionis libri retractati ab Jo.Christ. Messerschmid , Dresdae 1769
in 8. und Jo.Frid. Reitzius de |b153| ambiguis, mediis et contrariis, Traj. ad Rhen. 1736
in 8. nützlich verbunden werden könnten. ⌇⌇cUeber die Latinität der mitlern Zeiten ist für den, der
Dufresne und Carpentier großeGlossarien |a126| nicht brauchen kan oder mag,
(Jo.ChristophAdelungs ) Glossarium manuale ad scriptores mediae et infimae latinitatis, Halae 1771–84
in 6 Tomis in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. hinlänglich.c√
|c138| 133.
Unter den größern Wörterbüchern über die griechische Sprache ist der⌇cThesaurus graecae linguae ab Henr. Stephano constructus, 1572
in 4 Tomisfol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
nebst einem besondern Band, der den Appendix enthält, noch immer das Hauptwerk, so wie unter den kleinern das ⌇cGraecum Lexicon manuale - - a Beni.Hedericoinstitutum - - locupletatum et - emendatum cura Jo.Aug. Ernesti , neue verbesserte Aufl. von
C. Chr.Wendler Leipz. 1788
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. bis jetzt das einzige recht brauchbare ist.
134.
Was diesen abgeht, kan man ergänzen, und überhaupt die Kenntniß des griechischen und lateinischen Sprachgebrauchs sehr erweitern –entweder aus denen, die das besondern Dialekten Eigne erläutert haben, dergleichen das schätzbare Dictionarium Doricum
und das Dictionarium Jonicum
Autorschaftliche Korrektur von: Donicum (a)
, beyde von Aemil. Porto , Francf. 1603 in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. gedruckt, und Ebendesselben Lexicon Pindaricum, Hanoviae 1606
in 8. ist –oder aus |b154| den sogenannten
Auctoribus linguae latinae und den verschiedenen lateinischen und griechischen Scholiasten, Glossariis und Lexicis, –oder aus den Anmerkungen gelehrter Männer zu gedachten äl|a127|tern Wörterbüchern, den
Hesychius ,
Pollux ,
Ammonius ,
Harpokration ,
Timäus ,
Thomas Magister ,
Moeris und andern, oder ihren Anmerkungen und erklärenden Indicibus, die den besten Hand- und |c139| andern Ausgaben angehängt sind,–oder aus den gelehrten Erläuterungen einzelner Stellen alter Schriftsteller, wovon unter andern der
Catalogus Bibliothecae Bunavianae Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
I. p.
Abkürzungsauflösung von "p.": pagina
1873 sq.
Abkürzungsauflösung von "sq.": sequens
ein zahlreiches obgleich noch vieler Ergänzungen bedürftiges Verzeichniß enthält –⌇cCarol. du Fresne Glossarium ad Scriptores med. et infimae Graecitatis, Lugd. 1688
in 2 Folianten, ist zur Kenntniß des spätern Griechischen unentbehrlich.
135.
Wie die alten Schriftsteller, und mit welcher Rücksicht, sie gelesen werden müssen? dies kan schon aus den obigen allgemeinen Erinnerungen (§. 72 –86 ) abgenommen werden. Hier noch einige allgemeine Vorschläge, die diese griechische und lateinische Schriftsteller insbesondre angehen. – –Zuerst müßte man sich eine vorläufige Kenntniß von ihnen und ihren Schriften, von den brauchbarsten Ausgaben, und von den Sachen erwerben, auf die sie sich beziehen, ohne welche man wenigstens bey ihrer Lesung gar nicht fortkommen kan. – Ueber diese Schriftsteller selbst, |b155| ihre Umstände und Schriften hat man bis jetzt noch kein ausführlicheres Werk als Jo.Alb. FabriciiBibliothecam latinam, Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
5. Hamburgi 1721 und 22
in dreyOctavbänden, und, zwar etwas |a128| verkürzt, aber besser geordnet und vermehrt von Joh. Aug. Ernesti , Leipz. 1773 und 74
in dreyTomm.
Abkürzungsauflösung von "Tomm.": Tomi
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., nebst Fabricii Bibliotheca graeca, Hamb. 1705–28
in 14 Quartbänden, wovon seit 1790
eine 4te ungemein vermehrte Ausgabe durch Gottlieb Christoph Harles Veranstaltung in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4 erscheint. Doch sind⌇cTheoph.Christoph.Harles(noch nicht vollendete)Introductio in notitiam litteraturae Romanae inprimis Scriptorum latinorum, Nori|c140|berg. 1781
in zwey Theilen ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., dessen Breuior notitia litteraturae Romanae etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Lips. 1789
in 8., so wie⌇c
Ebendesselben Introductio in historiam linguae graecae, c√ Altenburg. 1778.
8., besser angelegt, mit besserer Wahl gemacht, zweckmäßig vollständiger, und überhaupt die besten Handbücher, die wir bis jetzt darüber haben.
136.
Aus diesen Büchern kan man auch einigermaßen die besten Ausgaben solcher alten Schriften kennen lernen. Der wahre Werth dieser Ausgaben hängt, entweder von der Lauterkeit und Richtigkeit des Textes, oder von der Zweckmäßigkeit der Anmerkungen, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
davon ab, ob sie gerade so viel enthalten, als nöthig ist, den Autor durchaus zu verstehen. Denn, wer die Absicht hat einen alten Schriftsteller zu lesen: der muß ihn, und er muß|b156| ihn verstehen lernen wollen; er muß also wünschen durch den, der ihn dabey leiten will, zur Erreichung seiner Absicht, unterhalten, und nicht zerstreuet zu werden; er wird selbst deswegen wünschen, so viel selbst zu thun, als er ohne Anderer Hülfe thun kan. Folglich sind, zu seiner Absicht, alle Erläuterungen von Wörtern und Sachen unnütz, unzulänglich, oder gar hinderlich, die seinen |a129|Schriftsteller oder die Stellen, die er lieset, nicht angehen; die c√der Zweck der Herausgeber sind, so wie der alte Schriftsteller c√ nur c√Mittel, jene gelegentlich und mit mehrern Anstand unter die Leute zu bringen; die wenigstens die Aufmerksamkeit zu lange auf andere Sachen, als auf den Sinn des Schriftstellers, ziehen; die gemeinbekannte Sachen enthalten, welche der, wer einen gewissen Autor |c141| lieset, schon weiß, oder billig wissen muß; die nur einige Schwierigkeiten auflösen, welche gerade der Commentator wegzuräumen vermochte; und die, anstatt bloß Winke zu geben, um dem Leser auf die Spur zu helfen, durch Anmerkungen zu Bildung des Verstandes, des Geschmacks und Herzens, den Autor selbst dem Leser aus dem Gesicht rücken. Mögen alle solche Commentare inandrerAbsicht noch so nützlich seyn: so scheinen zu der hier gemeinten diejenigen Handausgaben die besten, welche einen genau geläuterten Text und so viele, auch nur so weit ausgeführte, Anmerkungen enthalten, als die Aufklärung des Sinnes, in Absicht auf Wörter und Sachen, nothwendig erfordert, ohngefährso, wie wir sie, mehr oder minder, c√ von einigen neuern Deutschen, |b157| einem
Gesner ,
Ernesti ,
Fischer ,
Heyne ,
Morus ,
Wolf und einigen wenigen Andern c√ haben.
137.
Die Sachen, auf welche sich die alten griechischen und römischen Schriftsteller beziehen, und von welchen man wenigstens einige vorläufige Kenntniß haben muß, wenn man nicht alle Augenblicke anstoßen, oder jene Schriftsteller nur halb verstehen, oder sich zur Unzeit bey ihrer Lesung selbst zerstreuen will, sind in der Geschichte, der alten Erdbeschreibung, der Mythologie, den griechischen und römischen Alterthümern zu suchen. c√ Zur ersten Grundlage für einen Theil dieser Kenntnisse ist das –⌇cHandbuch der klassischen Literatur, enthaltend Archäologie, Notiz der Klaßiker, Mythologie, griechische Alterthümer, römische Alterthümer, von Joh. Joach. Eschenburg , Berlin 1783
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. –⌇cüberaus brauchbar.
|c142| 138.
Die eigentlich hieher gehörige Geschichtebetrift entweder die bürgerlichen Veränderungen in den alten griechischen und römischen Staaten, oder den Zustand und die Schicksale ihrer Literatur und Künste, besonders der Philosophie unter Griechen und Römern. So sehr es uns noch an Büchern fehlt, welche, mit Absonderung aller in andrer Absicht sehr nützlichen Kenntnisse und Untersuchungen, recht eigentlich dazu eingerichtet wären, die, welche diese alten Schriftsteller in ihren Be|b158|ziehungen und Anspielungen auf gedachte Gegenstände verstehen wollen, dazu, mit Zusammenfassung der erwähnten Kenntnisse, vorzubereiten: so kann man sich doch schon vor der Hand, – in Absicht auf alte griechische Geschichte, mit⌇c
Stanyans , unter dem Titel: Histoire de Grece, traduite de l'Anglois de Mr. Temple Stanyan , Amst. 1744
in 8. in 3 Tomes nachgedruckten, und aus den Quellen selbst geschöpften, Geschichte Griechenlandes bis auf |a131| den Tod K.
Abkürzungsauflösung von "K.": König
Philippsin Macedonien; oder mit dem⌇c
Handbuch der griechischen Alterthümer in Rücksichtauf,Genealogie, Geographie, Mythologie, Kunst und Geschichte, zum Gebrauch für die JugendbeymLesen der Alten, behelfen, Leipzig 1789
in 8. c√ Wichtiger ist freylich⌇c
John Gillies Geschichte von Altgriechenland, von dessen Uebersetzung
Editorische Korrektur von: Uebersetznng (c)
aus dem Englischen bereits zwey Theile, Leipzig 1787
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. erschienen sind; c√⌇cund die vortrefliche⌇cVoyage du jeune Anacharsis en Grèce (vom Abbé Barthelemy ) mit einem Recueil des Cartes, à Paris 1788
in 4 Tomes ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4, und mehrmals nachgedruckt, ob es gleich bey weitem c√ mehr als bloße Geschichte enthält.
c√ Beziehen sich die Werke eines alten Schriftstellers, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Cicero's Briefe, sehr auf die Geschichte ihrer Zeit: so sollte man eher solche Schriften nicht c√ lesen, c√ bis man sich diese besondere Geschichte, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
die in Cicero's Schriften zum Grunde liegende, aus
Seb. Corradi Quaestura, wieder aufgelegt Lips. 1752
in8.;
The history of the life of M. T. Cicero , by Conyer Middleton , öfters aufge|b159|legt, als London 1767
in 3 Voll.
Abkürzungsauflösung von "Voll.": Volumina
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. (auch ins Französische und ins Deutsche übersetzt,) oder aus Ciceronis vita (quam) ex ipsius scriptis excerpsit et ad Consulum seriem digessit J.C. L. Meierotto , Berol. 1783.
8. bekannt gemacht hätte.
|a132| 139.
Woran es uns noch unter den zur griechischen und römischen Geschichte gehörigen Schriften fehlt, eben dieses vermißt man auch bey Schriften, welche den Zustand der Künste und Wissenschaften, namentlich der Philosophie, bey beyden Völkern betreffen. c√⌇c
M. Tullii Ciceronis historia philosophiae antiquae, collecta, illustrata et amplificata a F. Gedike , Berol. 1781
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. ist die einzige, die hier empfohlen werden könnte. Die mit großem Fleiß ausgearbeitete⌇cGeschichte des Ursprungs, Fortgangs und Verfalls der Wissenschaften in Griechenland und Rom, von C. Meiners , wovon zu Lemgo 1781 und 1782
erst zwey Bände ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. erschienen sind, gehört schon für Leser einer höhern Classe.
140.
Auch bey der alten Erdbeschreibungwird man vermuthlich noch lange auf ein Buch warten müssen, das, bey der möglichsten Vollständigkeit, nach eigner sorgfältigen Untersuchung und mit Benutzung der wirklich sichern und brauchbaren Entdeckungen einiger wenigen eigentlichen Kenner, auch mit möglichster |c144| Vergleichung der ältern und |b160| neuern Topographie, zwischen der weitläufigern c√a√⌇cNotitia orbis antiqui von Christoph. Cellario mit Jo.Conr. Schwartzii Anmerkungen, Leipzig1731 und 1732
in zwey Quartbänden, und zwischen der zu magern⌇cGeographie ancienne abregée par Mr. d'Anville , c√ à Paris 1768
in drey Bändengr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
12., oder dem⌇cHandbuch der altenErdbeschreibungzum Gebrauch der eilf größern Danvillischen Landcharten (von Hummel ,c√Stroth ,Bruns und Dittmar ,) Nürnb. 1785 und 1786
in zwey Bänden ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. (auch
lat.
Abkürzungsauflösung von "lat.": lateinisch
Compendium Geographiae antiquae etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
) das Mittel hielte. Dergleichen ist ohngefehr die sehr schätzbare Geographie der Griechen und Römer - - von Konrad Mannert , wovon aber bis jetzt nur Ein Theil, Nürnberg 1788
und des Zweyten Theils erstes Heft 1789
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. erschienen ist. –⌇⌇cDie einzig guten Charten zur alten Geographie von d'Anville , welche unter dem Titel: Atlas antiquus Danvillianus zu Nürnberg 1784
nachgestochen worden, sind wenigstens unentbehrlich; sonst muß man sich bloß mit den noch sehr unvollkommenen Charten in Cellarii Werk oder
Jo.Dav. Koeleri Descriptione orbis antiqui in XLIV.tabulis
von Weigel in Nürnberg gestochen, begnügen.
141.
Zu der bey Lesung der Alten so nothwendigen Kenntniß der Mythologie, – welche sowohl die Begriffe alter |c145| Völker
Editorische Korrektur von: ker (c)
in ihrem noch rohen Zustande enthält, die sie sich von übermenschlichen |b161| Wesen und Naturbegebenheiten machten, als auch die Sagen von den unter ihnen vorgefallenen Ereignissen, –könnte man die⌇c
Einleitung in die Götter- und Fabelgeschichte der ältesten griechischen und römischen Welt, durch Christ. Tob. Damm , 4teAuflage, Berlin 1775
in 8., oder⌇c
Dav. ChristophSeybolds Einleitung in die griechische und römische Mythologie der alten Schriftsteller, 2te Auflage, Leipzig 1784.
8. zum Grunde legen; noch besser in Rücksicht auf Dichter und Kunstwerke Karl Wilh. Ramlers kurzgefaßte Mythologie, Berlin 1790
in 2 Theilen in 8. Wollteman, doch nur im Allgemeinen, mehr davon wissen: so könnte⌇cAnton Banier's Erläuterung der Götterlehre und Fabeln aus der Geschichte, mit Joh. Adolf und Joh.AugustSchlegels auch Joh. Matthias Schröckh's Anmerkungen, Leipzig 1754–1766
in fünf groß Octavbänden, auch, als einen Nothhelfer,Benj. Hede|a134|richs mythologisches Lexicon, verbessert von Joh. Joach. Schwaben , Leipzig 1770
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. zu Hülfe genommen werden.⌇⌇cEin weit genaueres und sehr nutzbares Handbuch zur allgemeinern Uebersicht sind⌇cChristoph. Saxi Tabulae genealogicae, s. Stemmata deorum, regum, principum - - qui per tempus - - mythicum vixisse - - creduntur, Ultraject. 1783
in Folio, ob es gleich einen weitern Umfang hat als bloße Mythologie.Hernach würde man, wenn man zumal die alten Dichter recht anschaulich verstehen lernen wollte, die Dactyliothek von Phil. Dan. Lippert , Erstes und Zweytes Tausend, Leipzig 1767
in zwey |b162| Bänden in 4. und das Supplement dazu 1776
in 4. nebst den dazu gehörigen Abdrücken geschnittener Steine, mit ungemeinen Nutzen zu Rathe ziehen, oder, weil dieser Schatz wegen seiner Kostbarkeit nicht überall zu haben ist, an dessen Stelle den Versuch einer mythologischen Dactyliothek für Schulen - - von Anton Ernst Klausing , Leipzig1781
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. (wovon noch ein zweyter Theil erwartet wird) ebenfalls mit den Abdrücken, brauchen können. ⌇⌇cUeber den Geist dieser Mythologie, oder ihren Sinn, nebst ihrer verschiednen Gestalt und Veränderungen zu verschiednen Zeiten und bey verschiednen Schriftstellern geben die
Heynischen und Hermannischen Schriften, welche man §. 313 der dritten Auflage meiner Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie
angezeigt findet, die besten Aufschlüsse.
142.
Diese bisher §. 137 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
erwähnten Schriften und Werke enthalten selbst einiges, das zur bessern Kenntniß der, wenigstens gottesdienstlichen, griechischen und römischenAlterthümer dient. c√ In Absicht der griechischen, wo es uns noch so sehr an einem guten und hinlänglichen Handbuch fehlt, ist unter den mehr systematischen Büchern, Johann Potters griechische Archäologie oder Alterthümer Griechenlandes mit Anmerkungen und Zusätzen von Joh. Jac. Rambach , Halle 1775–1778
in drey Theilen in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. a√ in seiner Art das einzige. –|b163|⌇⌇cWenn man sich bey den römischen Alterthümern erst ein kürzeres Lehrbuch bekannt gemacht hat, unter welchen ChristophCellarii Compendium antiquitatum ro|a135|mana|c147|rum c. adnott. J. E. J. Walchii Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
3. Halae 1774.
8.
Ge.Henr.Nieupoort rituum, qui olim apud Romanos obtinuerunt, succincta explicatio, Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
13. Berol. 1767
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. auch Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
6. (Ultrajectina) curant. Guil. Ottone et Jo.Freder.Reitzio 1774
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., und
Jo.Frid. Gruneri introductio in antiquitates Romanas, Jenae 1748.
8. die besten sind: so kan man hernachGeorg Christian Maternus von Cilano ausführliche Abhandlung der römischen Alterthümer, in Ordnung gebracht von Georg Christ. Adler , Altona 1775 und 1776
in vier Theilen in 8. (die ein Commentar über den Nieupoort , aber von viel weiterm Umfange ist) dazu nehmen, und damit G. C.Adlers ausführliche Beschreibung der Stadt Rom, Altona 1781
in 4.; die Schrift: Ueber Sitten und Lebensart der Römer in verschiedenen Zeiten der Republik, von J. H. L. Meierotto , Berlin 1776
in zwey Theilen in 8.; und C. Meiners Geschichte des Verfalls der Sitten und der Staatsverfassung der Römer, Leipzig 1782.
8. verbinden. c√
Wegen des großen Einflusses der Kenntniß des römischen Kriegswesens auf die rechte Einsicht des Verstandes vieler Stellen bey römischen Schriftstellern sind die RömischenKriegsalterthümer (vonRösch und Nast ) Halle 1782
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. sehr zu empfehlen.
|b164| 143.
Hätte man sich durch die bisher (§. 135 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) erwähnte Kenntnisse zum Lesen griechischer und |a136| lateinischer Schriftstel|c148|ler vorbereitet: so möchtenferner folgende Vorschläge bey dem Lesen nicht undienlich seyn. 1) Weil der, welcher diese Schriftsteller vor sich lesen will, gemeiniglich schon vorher einen Unterricht in alten Sprachen und, nach unsern Einrichtungen, weit mehr in der lateinischen als in der griechischen, in letzterer oft so viel als gar nicht, bekommen hat; und weil man bey Lesung der römischen Schriftsteller gemeiniglich auch mit die Absicht hat, sich eine Fertigkeit im lateinischen Ausdruck zu erwerben; ja, weil selbst die Hülfsmittel zur Erlernung des Griechischen und die erklärende Anmerkungen in den Ausgaben griechischer Schriftsteller fast durchgehends in lateinischer Sprache abgefaßt sind: so ist es rathsam, lateinische Schriftsteller eher als griechische zu lesen. Wäre man nicht in diesen Fällen: so wäre es viel nützlicher und vernünftiger, mit den griechischen anzufangen. Denn die römischen Schriftsteller haben die griechischen nachgeahmt und copirt, können also weit besser verstanden werden, wenn man diese schon voraus kennt; und man würde auf diese Art die fortschreitende Cultur des menschlichen Verstandes und Herzens, auch der davon abhängenden Begriffe, Grundsätze und Sitten, weit besser wahrnehmen.
c√
|c149| 144.
So nützlich 2) Chrestomathien oder Excerpte |b165| aus mehrern alten Schriftstellern, für den seyn mögen, der keine ganze Schriftsteller
Editorische Korrektur von: Schrifsteller (b)
c√ haben kan, |a137| oder für den Anfänger, der vorerst den nothdürftigsten Sprachgebrauch lernen, oder einen allgemeinen Vorschmack von mehrern Schriftstellern und ihremUnterschied erlangen will: so viel besser ist es doch, ganze Schriftsteller in eins fort zu lesen, ehe man zu andern fortschreitet. Denn – ausserdem daß es unnatürlich ist und zur Unbeständigkeit gewöhnt, etwas aufzugeben was man angefangen, und was uns gefallen hat – wird man durch das anhaltende Lesen eines guten Schriftstellers besser mit seinen Sachen, so wie mit seiner eigenthümlichen Denk- und Schreibart, bekannt, lernt ihn daher, und wenn man einmal im Gange ist, besser verstehen, und gewöhnt sich leichter, wenn man gar die Absicht hat seinen Ausdruck nach einem solchen Schriftsteller zu bilden, an eine gewisse Gleichheit und Reinigkeit des Ausdrucks.
145.
Wollte man – wie hier immer vorausgesetzt wird – alle Schriftsteller vor sichlesen, und wäre im Griechischen oder Lateinischen noch sehr zurück: so wäre 3) zu rathen, daß man – da ein Anfänger zunächst erst des Sprachgebrauchs mächtig werden muß – ganz leichte Schriftsteller läse, und sich dabey solcher Ausgaben bediente, wo in Anmerkungen oder Registern die Bedeutungen der Wörter und Redensarten, auch wohl schwerere Formen, erklärt werden, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
die Fabulas Aeso|b166|picas nach Joh. Mich. Heusingers Ausgabe, vermehrt Eisenach 1771.
8.; Paeanii Metaphras. |a138| in Eutropium , nach F. S. Kaltwassers , Gotha 1780.
8.; Palaephatum de incredibilibus, nach Joh.Fridr.Fischers Ausgabe, Leipzig 1761.
8. Ist man etwas weiter: so sind solche Glossarien, wo nur das schwere und dem Schriftsteller eigenthümliche mit we|c150|nig Worten erkläret wird, wie die
Ernestischen bey Xenophons memorabil. Socratis und bey dem Polybius , zu dieserAbsicht, vollkommen zureichend.
146.
Und weil es vernünftig ist, vom Leichtern zum Schwerern fort zu gehen: so ist es 4) auch rathsamer, eher prosaische Schriftsteller, wenigstens leichtere, als Dichter zu lesen; selbst deswegen, weil der Geschmack leichter durch die Lesung der letztern verwöhnt, und zu sehr an das Hervorstechende gewöhnt wird; zumahl wenn man durch Lesung der Alten selbst seine Denk- und Schreibart bilden will. – Aus eben diesem Hauptgrunde würde man auf Schriften, welche gemeinbekannte Sachen enthalten, erst Geschichtschreiber, und auf diese erst philosophische Werke folgen laßen müssen; wenn nicht der schwerere Vortrag eines Schriftstellers in jenen erfordert, sie bis nach diesen zu verschieben; im Griechischen würde man auch wohl thun, Schriftsteller von einerley Dialekt zusammen zu nehmen, wenn hier jene angegebene Ursachen nicht wieder eine Ausnahme erforderten.
|b167|Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Besondere Vorschläge von der bequemsten Ordnung, in der man alle Schriftsteller nach ein|a139|ander lesen möchte, laßen sich nicht allgemein geben, da die Absichten, warum man diese Schriftsteller lieset, sehr verschieden sind, und die gemeldeten Regeln oft einander in den Weg kommen. – Im Lateinischen würde man sehr wohl den
Phäder ,
Nepos und
Terenz – den
Cäsar und
Sallust –
Cicero's Lälius und Cato, seine Briefe, seine philosophischen, seine rhetorischen Werke und seine Reden, mit
Quinctilians Instit. orat. – den
Livius ,
Suetonius und Tacitus – den
Plautus , und so die übrigen nach Befinden, auf einander folgen lassen können. Nach den leichtesten unter diesen Prosaikern |c151| könnten schon
Ovid und
Virgil , sodann, nach den etwas schwerern,
Horaz und andere gelesen werden.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Im Griechischen könnte man, nach der §. 145 angegebenen Vorbereitung, mit
Aelians vermischten Geschichten und mit
Epiktets Enchiridion sowohl als Arrians Commentarien den Anfang machen – hernach vorzüglich den
Xenophon , und überhaupt die besten Attischen Prosaisten, sowohl Philosophen, vornemlich
Platon's und
Aeschines Dialogen, und
Theophrasts Charaktere, sodann, nach
Aristoteles Rhetorik, den
Isokrates nebst den in der
Reiskischen Sammlung enthaltnenRednern, lesen. Nun könnten, und, wenn man gerade nicht Attische Schriftsteller gleich zusammen nehmen wollte, auch schon gleich nach dem Xenophon , die Geschichtschreiber, hauptsächlich
Herodot , Thuky|b168|dides ,
Polybius ,
Plutarch , auch
Josephus , und von spätern
Arrian ,
Appian und
Herodian , eintreten. Die Dichter könnten sehr wohl mit den andern abwechseln
Editorische Korrektur von: abwechsetn (b)
.
Homer müßte billig allen vorgehen, und
Hesiod könnte ihm folgen. Vom
Anakreon ,
Theokrit , Moschus und Bion könnte man zu den Attischen Tragikern und Komikern fortschreiten, und alsdenn den
Pindar und
Kallimachus hinzufügen. Gut |a140| wäre es doch,
Aristoteles Poetik mit diesen Dichtern zu verbinden. ⌇⌇cAndere, sonderlich spätere oder unbeträchtlichere Schriftsteller zu erwähnen, erlaubt die hier nöthige Kürze und eingeschränkte Absicht nicht, die eigentlich auf die Muster des griechischen und lateinischen Vortrages geht. c√
147.
Bey einer solchen
Editorische Korrektur von: solche (b)
Menge von griechischen und römischen Schriftstellern versteht sichs von selbst, 5) daß viele, zumahl|c152| wenn man sich nicht ganz eigen diesem Studium widmet, nur cursorisch gelesen werden müssen. Je leichter ein Schriftsteller, und vornehmlich je weniger er classisch ist (§. 72 ), je weniger braucht man sich bey ihm aufzuhalten. – Endlich müßte man sich 6) c√ hüten, daß der Aufhalt nicht durch Vergleichung gelehrter Commentatoren noch verlängert würde. Billig sollte man sie nur da befragen, wo man nicht selbst fortkommen könnte. Verlieren sie sich zumahl in weitläufige und gelehrte Erläuterungen, die nicht bloß den zu erläuternden Autor angehen: so ist es weit besser, eine andre Zeit auszusetzen, um diese zu |b169|studieren, als sich zu sehr von dem Autor selbst ablenken zu lassen.
148.
Uebungen im guten Ausdruck brauchen sich bey den bisher erwähnten zwey Sprachen eigentlich nur auf die lateinische einzuschränken. – Wenn das Studium der alten Griechen und Römer einen |a141|großen Werth hat (§. 107 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
), und wenn der sie weit besser versteht, wer sogar seinen Ausdruck in ihrer Sprache mit Fleiß nach ihnen gebildet hat; wenn, nach den oben (§. 123 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) angeführten Gründen, die lateinische Sprache, als allgemeine gelehrte Sprache, unter den Gelehrten erhalten zu werden verdient *) ; wenn dieses vornehmlich durch Beyspiele dererjenigen geschehen muß, die junge Gelehrte bilden oder sie prüfen sollen, und die durch ihr Beyspiel und Ansehen hauptsächlich dem Strom einreissender der Gelehrsamkeit nachtheiligen Gewohnheiten entgegen arbeiten müssen: so sollten wenigstens alle, die gelehrte Schriftsteller seyn, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
über Sachen, die zur eigentlichen Gelehrsamkeit gehören, schreiben wollten, und es sollten vorzüglich Lehrer auf Schulen und Universitäten, nebst solchen, die auch Schullehrer zu prüfen und zu leiten haben, eine Fertigkeit besitzen, sich, wo nicht eigentlich schön, doch wenigstens rein und verständlich in der lateinischen Sprache, es sey im Reden oder Schreiben, ausdrücken zu können, und diese Fertigkeit nicht immer mehr aussterben laßen.
|b170|c√ *) S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
Vertheidigung des Lateinschreibens - - von Friedr.Gedike , Berlin 1783
, gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. auch in dessen gesammleten Schulschriften
S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
289 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
, verglichen mit den Einwendungen dagegen in der Berlinischen Monatsschrift von Gedike und Biester , 1783
, October c√S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
346 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
, und in der Allgemeinen Revision des Schul- und Erziehungswesens
Theil 11. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
258 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
auf welche Scheingründe schon oben (§. 124 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) Rücksicht genommen worden ist.
|a142| 149.
Wer nach einer solchen Fertigkeit sich lateinisch auszudrucken trachtete, würde ausser den §. 76 und 129 angeführten Schellerischen Büchern, J. J.G. Schelleri praecepta stili bene latini, nach der zweyten vermehrten Ausgabe, Lips. 1784
in 2 Tomis ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. mit großem Nutzen brauchen können, um feste Regeln zu haben, woran er sich zu halten hätte, und seine Aufmerksamkeit bey wirklicher Lesung der Alten auch in dieser Absicht zu leiten. Denn dieses Lesen und die genaue Aufmerksamkeit auf ihren Ausdruck und das Eigenthümliche ihrer Sprache in seinem ganzen Umfange,ist freylich die beste und sicherste Uebung. *) Ausserdem würde es sehr vortheilhaft seyn, solche neuere Schriftsteller fleißig zu lesen, die den guten lateinischen Ausdruck in ihrer Gewalt haben, und zum Theil Muster seyn können, als, unter theologischen Schriftstellern,
Erasmus ,
Phil. Melanchthon ,
Joach. Camerarius ,
Joh. Calvin ,
Joh. |b171| Sturm ,
Melch. Canus ,
Hier. Osorius ,
Jak. Sadoletus ,
Andr. Hyperius ,
Joh. Aug. Ernesti , S. F. N. Morus, und einige wenige Andre; weil man sich dadurch mehr gewöhnt den guten lateinischen Ausdruck unserer Art zu denken, unsern Kenntnissen und Bedürfnissen anzuschmiegen.
*) Ja es ist auch der einzige Weg, wie man eigentliches, altes, römisches Latein, und überhaupt wirklich in einer fremden Sprache, kan schreiben lernen. Denn dazu gehört, daß man in derselben Sprache denken könne; und in jeder Sprache denkt man anders. Wer dies nicht kan, mag wohl aus einer Sprache in die andere übersetzen, und in der fremden Sprache sich so ausdrucken können, daß man sieht, was er sagen wolle, aber mit der Sprache, z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
rein, ächt Lateinisch, wird er nicht zu schreiben vermögen.
Andere Vorschläge und Regeln sind schon oben §. 87 –89. berührt worden.
150.
Ausser den bisher erwähnten Sprachen ist für den, der sich der Theologie widmet, die Kenntniß |a143| der hebräischenSprache am nothwendigsten, nicht nur wegen der Bücher des alten Testaments,
die meistens in dieser Sprache abgefaßt sind, sondern weil auch in den Büchern des neuen c√ der Vortrag fast durchaus nach der
hebräischen Denk- und Sprachart gebildet ist, und sie nicht richtig verstanden werden können, wenn man jene nicht aus dem alten Testament kennen gelernt hat.
|b172| 151.
So leicht die hebräische Sprache zu seyn scheint, weil nur Ein Werk in ihr geschrieben ist, und so viele Erleichterungs|c155|mittel es auch giebt, wodurch man sie dem bald beybringen kan, der sich unter den morgenländischen Sprachen nur auf sie einschränkenwill, und mit der nothwendigsten Kenntniß derselben zufrieden ist: so große Schwierigkeiten hat sie, wenn man sie wirklich verstehen, und eine sichere und gründliche Kenntniß derselben erlangen will, man mag auf die Sprachregeln oder auf den noch weit schwerer zu bestimmenden Sprachgebrauch sehen. Ein Beweis davon sind schon die ehemaligen ungereimten Methoden, die Richtigkeit von jenen und diesem zu entdecken, und es bleibt bey dieser ausgestorbnen Sprache, die noch dazu nur in Einem Werke übrig ist, kein andres sichres Mittel übrig, sie gründlich und mit eigner Ueberzeugung zu lernen, als die Kenntniß der mit ihr zunächst verwandten Sprachen, besonders der chaldäischen, syrischen und arabischen.
|a144|c√ Origines hebraeae, s. hebr. linguae antiquissima natura et indoles ex Arabiae penetralibus reuocata ab Alb. Schultens . Ed.
Abkürzungsauflösung von "Ed.": Editio
altera, cui adiectum opusculum de defectibus hodiernis ling. hebr. Lugd. Bat. 1761
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4.
Joh. Dav. Michaelis Beurtheilung der Mittel, welche man anwendet, die ausgestorbene hebr. Sprache zu verstehen, Göttingen 1757
in 8.
|b173| 152.
Es wäre daher allerdings rathsam, eher das in Absicht auf Grammatik und Sprachgebrauch leichtere Syrische als das Hebräische zu lernen, alsdann sich das Chaldäische bekannt zu machen, welches mit dem Syrischen fast einerley Sprache, und in wenigeren, auch nicht einmal orginellen, Schriften vorhanden ist, hierauf das Hebräische folgen zu laßen, und zuletzt das wegen seiner |c156| Weitläufigkeit und seines Reichthums schwerere Arabische zu treiben. So würde die Beschäftigung mit der einen die mit der andern erleichtern und unterstützen. Lernte man hiebey auf den Unterschied und die Uebereinstimmung dieser Sprachen unter einander, in Sprachregeln und Bedeutungen der Wörter, merken: so würde der Mißbrauch der Erläuterung einer aus der andern auch leicht verhütet werden können.
c√J. D. Michaelis Abhandlung von der syrischen Sprache und ihrem Gebrauch, zweyte Aufl.
Abkürzungsauflösung von "Aufl.": Auflage
Göttingen 1786.
8.
Jos. Friedr.Schellings Abhandlung von dem Gebrauch der arabischen Sprache zu einer gründlichern Einsicht in die hebräische, Stuttgard 1771.
8.
|a145|
Alb. Schultens Clavis dialectorum beyErpenii Rudimentis linguae Arabicae, Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
altera, Lugd. Batav. 1770.
4.
153.
Hätte man c√ keine Gelegenheit gehabt diesen Weg in Erlernung des Hebräischen zu betreten, |b174| und dieses letztere schon nothdürftig gelernt: so wäre doch, wenn man anders im Hebräischenselbst sehen lernen wollte, rathsam, jene Sprachen, in der angegebenen Ordnung, nachzuholen, oder sie mit jenem zu verbinden. Wem es aber dazu an Neigung, Fähigkeit, Muße oder Hülfsmitteln fehlen sollte: dem bleibt weiter nichts übrig, als bloß Andern zu folgen, und sich mit dem zu behelfen, was Andre entweder in den auf gedachte verwandte Sprachen gebaueten Sprachlehren, oder in Erläuterungen des Alten Testaments mit Hülfe dieser morgenländischen Sprachen, vorgearbeitet haben.
|c157| 154.
Wer jenen sichern Weg zur Erlernung des Hebräischen folgen könnte und wollte, würde am besten bey dem Syrischen sich erst dienothwendigsten Kenntnisse c√ aus der Brevis linguae Syriacae institutio, auctore J.G. C. Adler , Alton. 1784
in 8. verschaffen; alsdann damitden Syriasmus i. e. Grammatica ling. Syriacae, auct.Christ. Bened. Michaelis , Halae 1741
in 4., oder vielmehr die Umarbeitung dieser Sprachlehre in
J. D. Michaelis Grammatica Syriaca, Hal. 1785
in 4. c√ verbinden. Wenner sich das Nothwendigste daraus bekannt gemacht hätte, könnte er gleich zur Lesung der
syrischen Chrestomathie fortgehen, die der Michaelischen Abhandlung (§. 152. Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
) angehängt ist, wofern er der Anweisung von einem Andern dabey geniessen könnte. Müßte er aber vor sich diese Sprache |a146| lernen, so wäre|b175| ihm die Chrestomathia Syriaca von Georg. Guil. Kirsch , Hofae 1789
in 8, besonders auch wegen des beygefügten Lexicons, und das Psalterium syriacum nach der Dathischen Ausgabe (latine vertit Thomas Erpenius , notas - - addidit Jo.Aug. Dathe , Halae 1768.
8.) zu empfehlen. Alsdann könnten der Pentateuchus Syriace, edidit Ge. G. Kirsch , Lips. 1787
in 4,die Syrischen Stücke in Jos. Sim. Assemani Bibliotheca Orientali, nebst der
doppelten Syrischen Uebersetzung des N. Test.
Abkürzungsauflösung von "N. Test.": Neues Testament
sowohl der älteren, welche zuletzt CarlSchaaf Lugd. Bat. 1709
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4. mit einem Syrischen Wörterbuch, als der neueren Philoxenianischen, die Joseph White Oxonii 1778
in 2 Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
in 4. über die Evangelien herausgegeben hat, und, wenn er weiter gekommen wäre, Barhebraei Chronicon Syriacum von P.J.Bruns und G. G. Kirsch herausgegeben, Lips. 1789
in 4.,die Acta sanctorum martyrum Orientalium et Occidentalium - -Steph. Evod. Assemanus recensuit etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Romae 1748
in 2 Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
und die drey Syrischen Theile von Ephraemi Syri Werken Romae 1737–43
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
folgen. ⌇⌇cDas beste Syrische Wörterbuch ist das von Edmundo Castello in seinem Lexico hebtaglotto, Londini 1669
, so zur Londonschen Polyglotte gehört, und welches J. D. Michaelis mit seinen eigenen Anmerkungen, Göttingen 1788
in 4. besonders herausgegeben hat.
155.
Auf diese Art müßte hernach die Erlernung des Chaldäischen sehr leicht werden, wenn man |b176| sich zuvörderst aus
Jac. Altingii Synopsi Institutionum Chaldaearum et Aramaearum (Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
V. s.
Abkürzungsauflösung von "s.": sein
Opp.
Abkürzungsauflösung von "Opp.": Opera
Amst. 1687
) und noch mehr aus J. D. Michaelis Grammatica chaldaica, Götting. 1771.
8. die Uebereinstimmung und den Unterschied des Chaldäischen und Syrischen bekannt machte, und darauf mit Hülfe mancher hebräischen Wörterbücher, die auch auf das Chaldäische gehen,oder
Joh. Buxtorfii Lexici Chaldaici etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Basil. 1640
fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
die chaldäischen|a147| Paraphrasen läse, die in der Anweisung zur Kenntniß der besten allgemeinern Bücher in der Theologie §. 49.genennt worden sind.
c√
156.
Bey Erlernung des Arabischen hat man weit mehrere Hülfsmittel.⌇cThomae Erpenii Grammatica Arabica, die schon Jac. Golius , unter dem Titel: Arabicae linguae tyrocinium mit einigen angehängten arabischen Stücken Lugd. Bat. 1656
in 4. wieder herausgegeben hatte,
Alb. Schultens aber, ausser den schon vorhin dabey befindlichen Lokmannischen Fabeln, mit Weglassung der andern Stücke, vermehrt durch Auszüge aus der Hamasa des Abi Temmam , ebendaselbst 1748.
4., c√ ist ein Muster in ihrer Art, die Quelle aller folgenden guten arabischen Grammatiken, und selbst durch diese noch nicht entbehrlich gemacht. Nebst den §. 152. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
erwähnten Rudimentis Erpenii sind unter denjenigen, die aus ihr geflossen sind, die besten: Jo. Frid.Hirtii Institutiones Arabicae linguae, Jenae|b177| 1770.
8.;⌇c
Erpenii arabische Grammatik, abgekürzt, vollständiger und leichter gemacht von Joh. Dav. Michaelis , Göttingen 1771
Bey allen diesen finden sich theils prosaische, theils poetische arabische Anthologien, die, und vornehmlich J. F. Hirtii Anthologia arabica, Jenae |a148| 1774.
8. so lange zur |c160| Uebung im Lesen arabischer Schriften dienen können, bis man Gelegenheit und Fertigkeit genug bekommt, den Koran, die arabischen Uebersetzungen des alten und neuenTest. und andre, ganz oder stückweise von
Erpenius ,
Edw. Pocock ,
Joh. Gagnier ,
Albert und Heinr. Alb. Schultens ,
Joh. Jac. Reiske ,
J. D. Michaelis ,
Eberh. Scheid ,
Joh. Bernh. Köhler ,
H. C. G. Paulus und andern herausgegebne arabische Schriftsteller zu lesen.
c√
158.
Von gedruckten Wörterbüchern hat man zwar⌇cAntonii Giggei thesaurum linguae arabicae, Mediolani 1632
, in 4 Folianten, Jac.Golii Lexicon arabico-latinum, Lugd. Bat. 1653
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
und seit
1780 hat man auch in Wien angefangen Francisci a Mesgnien Meninsky Lexicon arabico-persico-turcicum
sehr verbessert und vermehrt |b178| wieder herauszugeben. |c161|Aber alle diese Werke, das mittelste doch am wenigsten, sind sehr selten und kostbar, so wie das von Castello in dem Lexico-heptaglotto (§. 154. ) zu eingeschränkt ist. Für den ersten Anfang und zum Verstande der vorhin erwähnten Anthologien ist doch Jac.Scheidii Glossarium arabico-latinum manuale, Edit.
Abkürzungsauflösung von "Edit.": Editio
altera, Lugd. Bat. 1787
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4. schon eine gute Hülfe; eine noch weit reichendere das⌇cLexicon linguae Arabicae in Coranum, Haririum et vitam Timuri , auct. Jo.Willmet , Roterd. 1784
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
4.
Da hier nur die Frage von dem Nutzen oder vielmehr von der Nothwendigkeit ist, die mit dem Hebräischen zunächst verwandte Sprachen oder Dialecte zu brauchen, um das Hebräische sicher aufzuklären; und andre morgenländische Sprachen ausser den genannten, entweder nur in einer sehr entfernten Verwandtschaft mit der |a149| hebräischen stehen, oder der Hülfsmittel noch gar zu wenig vorhanden sind, die uns, sie zuverläßig zu lernen, in den Stand setzten, oder der Schluß von dem, was in ihnen üblich ist, auf das, was man im Hebräischen annehmen könne, sehr unsicher ist: so sind sie hier nicht mit berührt worden, ohne daß deswegen ihr anderweitiger Nutzen verkennt oder geleugnet wird.
159.
Bey Erlernung des Hebräischenselbst, – man mag unmittelbar dazu kommen oder sich auf jene mühsamere aber viel sicherere Art, durch den |b179| auf das Syrische und Chaldäische gewendeten Fleiß dazu vorbereitet haben, – ist zuerst, wie bey allen Sprachen, nöthig, sich einen allgemeinen Begriff von der Natur und dem Eignen der hebräischen Sprache, in Absicht auf Bestandtheile und Veränderung der Wörter, zu erwerben, und deswegen eine Grammatik zum Grunde zu legen, die, frey, nicht nur von willkührlichen Beweisen der Regeln, sondern auch von angeblichen Ausnahmen und unregelmäßigen Formen der Wörter, bloß das wirklich Gegründete in der größten Kürze enthält, und auf die Uebereinstimmung mit den verwandten Dialek|c162|ten gebaut ist; dergleichen a√ die hebräische Grammatik von Aug. Friedr. Pfeiffer nach der zweyten Aufl.
Abkürzungsauflösung von "Aufl.": Auflage
Erlangen 1790
in 8., und die Anfangsgründe der hebräischen Sprache von
H. E. Güte , zweyte umgearbeitete und vermehrte Ausgabe, Halle 1791
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. sind. Wenn man hernach weiter im Lesen und Verstehen leichterer Bücher der Bibel gekommen ist, so kan man das übrige Seltnere und Ungewöhnlichere, das besonders zur nähern Kenntniß |a150| des Syntaxes Gehörige, und die auf dem wahren noch in den verwandten Sprachen vorhandnen Sprachgebrauch beruhende Gründe der Regeln, noch immer nachholen, wozu, ausser Georg Joh. Lud. Vogels Anfangsgründen der hebräischen Sprache, Halle 1769.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., vornemlich die Institutiones ad fundamenta linguae hebraeae von Nic. Guil.Schröder , Groening. 1766
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. nachgedruckt Frft. et Lips. 1778
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8; die Institutiones ad fundamenta linguae hebraeae von A.Schultens, Lugd. Bat. 1756.
4;|b180| in ihrer Art
(s.
Abkürzungsauflösung von "s.": siehe
Hallische gel. Zeitungen 1778. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
282 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
) W. F. Hezels ausführliche hebräische Sprachlehre, Halle 1778
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.; und die
hebräische Sprachlehre nach den leichtesten Grundsätzen von Joh. Gottfr. Hasse , Jena 1786
in 8. empfohlen zu werden verdienen. Zu dieser Absicht und selbst zur bessern Kenntniß des hebräischen Sprachgebrauchs sind auch Joh. Simonis Arcanum formarum nominum hebraeae linguae, Halae 1735
in 4. und vorzüglich⌇cGottlob Christ. Storr Obseruationes ad analogiam et syntaxin hebraicam pertinentes, Tubingae 1779
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. sehr brauchbar.
Schon bey der bessern Einrichtung erwähnter Sprachlehren, und hauptsächlich bey der Kenntniß der verwandten Dialekte, fallen die meisten Schwierigkeiten weg, die sich in einigen Formen der Wörter finden; und dieses, nebst fleißiger Uebung in Analyse der Wörter, macht solche Bücher, wie J. F. Hirtii Biblia hebraea analytica, die vermehrter Jena 1769.
8. gedruckt sind, und wovon desselben Bibliorum analyt. pars Chaldaica, Jenae 1757
8. eine Fortsetzung ist, entbehrlich, die übrigens dem Anfänger nützlich seyn können, wenn er sie nur da, wo er sich |a151| gar nicht selbst zu helfen weiß, nachschlägt, und zumal an die
Danzischen Grundsätze gewöhnt ist.
160.
So bald man fertig Hebräischlesen kan, die Bestandtheile der Wörter kennt, und die Paradig|b181|mata in seiner Gewalt hat, thut man wohl, wenn man sich gleich zum Lesen der Bücher, von leichtern historischen zu den übrigen,|c163| wendet, c√ ohne sich im Anfang, wo es nur bloß um Sprache zu thun seyn muß, bey solchen Stellen aufzuhalten, die mehr wegen der Sachen, als wegen der Wörter dunkel sind. Für den Anfänger ist ein Buch, wie ⌇cChrist. Reineccii Janua hebr. linguae - - emendauit, auxit Jo[.]Friedr.Rehkopf , Lips. 1769.
8. selbst um das Nachschlagen zu ersparen, ⌇cund noch weit mehr ⌇c
Joh. Georg Friedr. Leun's Handbuch zur cursorischen Lektüre der Bibel A. B., Lemgo 1788–90
in 4 Theilen in 8. immer gut genug. Am besten wäre ein solches, wie der ⌇c
Philologische Clavis über das Alte Testament von H. E. G. Paulus , Jena 1791
in 8., ob er gleich vorjetzt nur über die Psalmen geht, wofür er aber auch noch Mehreres zum Verstande dieser Psalmen enthält als nur Spracherklärung, und selbst von Sprachforschern und Auslegern studiert zu werden verdient. Sonstaber sind bis jetzt die besten Hand-Wörterbucher:Joh. Simonis Lexicon manuale hebraicum et chaldaicum, Halae 1756
ingr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. und ⌇cLexicon et commertarius sermonis hebraici et chaldaici, post Joh.Cocceium et Joh.Henr.Maium - - correctius et emendatius edidit Jo.Christ. Frid. Schulz , Lips. 1777
in 2 Bänden in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8; so wie unter den größern, wenn man dieses eben zuletzt genannte nicht haben kan, das
ältere von Cocceius , und
Edmundi Castelli Lexic. hebraicum - - annotatis in margine vocum numeris exJ.D. MichaelisSupplementis ad lexica hebraica,|b182|(bisher erst) Pars prima Goetting. 1790
in 4., welche Michaelischen Supplementa ad L. H. seit 1784
bis jetzt in 5 Partt.
Abkürzungsauflösung von "Partt.": Partes
in 4. herausgekommen sind.
161.
Da es indessen bey der Kenntniß des hebräischen Sprachgebrauchs nicht bloß auf die Bedeutungen einzelner Wörter, sondern eben so sehr auf |a152| den Verstand ganzer Redearten und Formeln ankommt, und es noch an einem Wörterbuch fehlt, welches diese zuverläßig genug, d. i.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist
aus den verwandten Dialekten und den alten Uebersetzungen, erklärte: so kan man zur Noth Matthiae Flacii Clavem scripturae sacrae, Hafniae 1695
Fol.
Abkürzungsauflösung von "Fol.": Folio
noch mehr
Franc. Vatabli Anmerkungen über das alte Testament, die am Ende des §. 159 berührten Bücher, nebst
Glassii Philologia sacra nach der Dathischen Ausgabe, Lips. 1776
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. und einige von den in der
Anweisung zur Kenntniß theologischer Bücher §. 95 erwähnten über die Hebraismen, am meisten aber diejenigen neuern Ausleger des alten Testaments zu Rathe ziehn, welche aus den eben genannten zwey Quellen dieses Eigne der hebräischen Sprache erklärt haben, und aus welchen z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Jo. Christ. Frid. Schulzii noch nicht vollendete Scholia in V. Test. Norimb. 1783
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. manches auszugsweise enthalten.
162.
Freylich hängt man hierbey nur von den Kenntnissen und Sagen Andrer ab, und wer recht |b183| gewiß seyn will, ob und c√ wie fern sie den Sprachgebrauch richtig angegeben haben, noch mehr, wer selbst die Gränzen dieser Kenntnisse erweitern helfen will, der muß nothwendig aus jenen Quellen selbst, muß aus den verwandten Sprachen und den alten Uebersetzungen des alten Testaments schöpfen, und sie daher genau kennen gelernt haben. Diese letztern, sonderlich die griechischen in den
Hexaplen des |a153| Origenes , und namentlich die Alexandrinische, nebst den darnach gemachten, sind nicht nur für die Kritik des Textes, sondern auch für die |c165| Entdeckung des wahren hebräischen Sprachgebrauchs, folglich nicht bloß zum Verstande des alten Testaments, sondern auch selbst des
neuen, dessen Griechisches durchaus hebräischartig ist, ungemein wichtig *) , und dieser Nutzen wird durch die Concordanzen oder Wörterbücher über diese griechische Uebersetzungen keinesweges entbehrlich gemacht, weil sie alle voll Fehler sind, so sehr sonst dergleichen Werke auch den Gebrauch derselben, und ihre Anwendung auf den Verstand des A. und N. Testaments erleichtern.
*) S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
die in der
Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie §. 46 angeführten Schriften.
163.
Wegen des zuletzt berührten Nutzens wäre sogar aus den §. 116 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
angegebnen ähnlichen Ursachen, zu rathen, daß man erst die alten griechischen Uebersetzungen des A. Test., wenigstens die |b184|
Alexandrinische, selbst die sogenannten
apokryphischen Bücher des A. Test. studierte, ehe man das neue Testament verstehen lernen wollte. – Aber diese Uebersetzungen wirklich zu den gemeldeten Absichten sicher zu benutzen, muß man sie gehörig zu studieren und anzuwenden wissen. Man muß die Geschichte und Beschaffenheit ihres sehr verdorbnen Textes, – den verschiednen Werth einzelner Uebersetzungen, – selbst von einzelnen Büchern, – und die besondre|a154| Uebersetzungsart, der sie folgen, genau kennen; – man muß sie nicht hie und da bloß nachschlagen, sondern sie im Zusammenhang lesen, auf die Art, wie sie einzelne Wörter und Redensarten geben, merken, und sich diese aus oder bey den Concordanzen und Wörterbüchern über diese Uebersetzungen zum künftigen Gebrauch beyzeichnen; – man muß sie nicht aus den oft schlechten |c166| neuern Uebersetzungen verstehen lernen wollen, sondern vorher schon der griechischen Sprache und der verwandten morgenländischen kundig seyn, um zu wissen, wie sie zu mancher sonderbar scheinenden Uebersetzung gekommen sind, und ob man sich auf die Richtigkeit des griechischen Textes verlaßen könne.
Dieses lernt man, wenigstens wird man auf das, was hiebey in Betrachtung kommt, aufmerksam gemacht durch die in der Anweisungzur theologischen Bücherkenntniß §. 46 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
und §. 31 erwähnten Bücher, womit man J. D. Michaelis critisches Collegium über die drey wichtigsten Psalmen von Christo , Frankfurt 1759
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. verbinden kan.
|b185| 164.
Zwar beweisen diese Erfordernisse, daß ein solch nützliches Studium dieser Uebersetzungen nicht die Sache des Anfängers sey; aber sie beweisen doch auch nur, daß man für den Anfang, seinen Absichten dabey, nicht diesen ganzen Umfang geben, sondern sie auf das Leichtere einschränken müsse. Vorausgesetzt also, daß jemand die Alexandrinische Uebersetzung vor sich lesen wollte oder müßte: so |a155| müßte er es 1) nicht eher thun, als bis er sich aus den so eben angezeigten Büchern die Beschaffenheit und Uebersetzungsart dieser alten Uebersetzungen im Allgemeinen bekannt gemacht, und 2) wenigstens leichtere, griechische Schriftsteller, im Hebräischen aber diejenigen Bücher schon fleißig gelesen und gut verstehen gelernt hätte, die er nun in der Uebersetzung lesen will. 3) Er müßte mit solchen Büchern anfangen, die als vorzüglich treu und gut übersetzt bekannt sind, vornehmlich mit dem Pentatevchus. 4) Wo ihm irgend etwas, das ihm nicht ganz leicht wäre, in Wörtern aufstieße, müßte er gleich im hebräischen Text nachsehen, worauf es sich bezöge, ob und was es für eine hebräische Bedeutung hätte; und 5) wüßte er es damit nicht zu reimen, so könnten|c167| ihm vielleicht
Jo.Christ. Biel novus thesaurus philologicus, Hag. Com. 1779 und 1780
in dreygr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
Octavbänden, oder die
Kircherschen und Trommischen Concordanzen Auskunft geben, für welches hebräische Wort oder Redensart sonst dieses nehmlichegriechische, oder welches hebräische anstatt des nehm|b186|lichen griechischen gebraucht würde, und erkönnte daraus entweder auf eine falsche Leseart oder darauf schließen, daß das Griechische hier nur am unrechten Ort gebraucht wäre. Zeigte sich dieses nicht bald: so müßte dieses Schwierige überschlagen, und auf zukünftige weitere Untersuchung ausgesetzt werden. – Eben so könnte man hernach die
Hexapla durchgehen; wenn man vorher, so bald man an das Hebräisch-griechische gewöhnt wäre, die apokryphischen Bücher des A. T. gelesen hätte. – Wäre |a156| man indessen mit dem N. Test. näher bekannt worden: so würde man sich bald an manche bey Lesung jener Bücher und Uebersetzungen gelernte Hebraismen erinnern, und bey einer zweyten fleißigern Durchsicht würde man Gelegenheit genug finden, sich noch mehrere auszuheben.
165.
Mit der
Accentuation der hebräischen Bibel braucht man sich nicht lange aufzuhalten, da es ein erweislich späteres Kunststück ist, das bey dem Verstande der Bibel nur wenige Vortheile gewährt, und oft der richtigen Auslegung hinderlich fällt. Joh. Dav.MichaelisAnfangsgründe der hebräischen Accentuation, Halle 1741.
8. und eine kleine Uebung, können in sehr kurzer Zeit alles Brauchbare lehren, was man davon zu wissen nöthig hat.
c√
Aesthetik der Neuern
Gemeint ist v.a. Alexander Gottlieb Baumgarten (vgl. I § 177).
Quinctilianus de instit. oratoria im ersten und zweyten Buch
Im ersten und zweiten Buch seiner Institutio oratoria behandelt Quintilian die Grundlagen des Rhetorikunterrichts, d.h. das Verhältnis der Rhetorik zu angrenzenden Disziplinen (v.a. zur Grammatik), und inwieweit diese als Voraussetzung für den Rhetorikunterricht anzusehen sind.
neuerlich, seit den lebhaften Versuchen, eine gänzliche pädagogische Revolution hervor zu bringen
Vgl. I § 106.
beyden Trappischen Aufsätzen: über das Studium […] den 11ten Theil des gedachten Werks
Der in der Allgemeine[n] Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens 7 (1787), 309–553 abgedruckte Aufsatz von Ernst Christian Trapp (1745–1818) trägt den Titel Ueber das Studium der alten classischen Schriftsteller und ihre Sprachen, in pädagogischer Hinsicht; zum elften Band der Allgemeine[n] Revision vgl. I § 33 c.
Rehbergschen Aufsätze in der Berlinischen Monatsschrift, im Februar 1788 S. 105 f., im März S. 253 f. und im Januar 1789 S. 20 f.
Gemeint sind August Wilhelm Rehbergs (1757–1836) in zwei Teilen abgedruckter Aufsatz Sollen die alten Sprachen dem allgemeinen Unterricht der Jugend in den höhern Ständen zum Grunde gelegt, oder den eigentlichen Gelehrten allein überlassen werden?, in: Berlinische Monatsschrift 11 (1788), 105–131 bzw. 253–275 sowie dessen Verfolg der Untersuchung über die Allgemeinheit des Unterrichts in den alten Sprachen, in: aaO 13 (1789), 20–56 (vgl. I § 64).
Heynens Vorrede zu Hermans Mythologie
Gemeint ist Christian Gottlob Heynes Vorrede zu dem dreibändigen Handbuch der Mythologie (1787–1795) seines sonst nicht weiter hervorgetretenen Schülers Martin Gottfried Herrmann (1754–1822) (vgl. I § 141).
J. M. Geßner verm. kleine Schulschriften, S. 356 f.
Hier handelt es sich um Johann Matthias Gesners Kleine Deutsche Schriften (1756). In den Bedenken wie ein Gymnasium in einer Fürstlichen Residenzstatt einzurichten (aaO 352–372) wird die Jugend in drei Gruppen eingeteilt, die zunächst gleich unterrichtet werden sollen. Während dieser Zeit spielt die lateinische Sprache nur eine untergeordnete Rolle (vgl. aaO 356–359).
Niethammers Streit des Humanismus und Philanthropismus. Jena, 1808
Der genaue Titel von Friedrich Immanuel Niethammers (1766–1848) Schrift lautet Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus in der Theorie des Erziehungs-Unterrichts unsrer Zeit.
De l'influence des opinions sur le langage et du langage sur les opinions, par Mr. Michaelis, à Breme 1762
Hier handelt es sich um eine Übersetzung von Johann David Michaelis' Preisschrift Beantwortung der Frage von dem Einfluß der Meinungen in die Sprache und der Sprache in die Meinungen; welche den, von der Königlichen Academie der Wissenschaften für das Jahr 1759, gesetzten Preis erhalten hat (1760).
Joh. George Sulzers vermischte philosophische Schriften, Leipzig 1773 in gr. 8. Theil 1. S. 166 fgg.
Johann Georg Sulzers (1720–1779) Vermischte philosophische Schriften bestehen aus zwei Bänden (1773/1781). Verwiesen wird auf die im ersten Band befindlichen Anmerkungen über den gegenseitigen Einfluß der Vernunft in die Sprache, und der Sprache in die Vernunft (aaO 166–198).
Gedanken von dem Nutzen richtig getriebner Philologie […] Berlin 1784 in gr. 8. Band 2. Stück 1. S. 113 f.
Der hier angeführte Wiederabdruck von Gottfried Benedikt Funks (1734–1814) in fünf Programmen vorgetragenen Gedanken von dem Nutzen richtig getriebener Philologie in den Schulen (1774–1777) findet sich in Berlinsches Magazin der Wissenschaften und Künste 2 (1784), 113–145. Funk und seine Gedanken wurden von Autoritäten wie Friedrich August Wolf hoch geschätzt.
Thukydides
Der aus Athen stammende Historiker Thukydides (geb. ca. 460 v. Chr.) ist der Verfasser einer acht Bücher umfassenden, im Jahr 411 v. Chr. abbrechenden Geschichte des Peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.), an dem er selbst bis zu seiner Verbannung als Stratege teilgenommen hat. Auch wenn Thukydides in der Antike nicht so breit rezipiert wurde wie Herodot, blieb er durch die Jahrhunderte immer präsent und erlebte seit der Renaissance einen beachtenswerten Aufschwung (Thukydidismus).
Cicero
Der Politiker, Redner und Schriftsteller Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der römischen Antike, von keinem nicht-christlichen lateinischen Autor ist mehr überliefert. Eine besondere Bedeutung besteht darin, dass seine Sprache bereits in der Antike (besonders einflussreich von Quintilian) als stilbildend betrachtet (Ciceronianismus) und in dieser Eigenschaft auch von Nösselt hoch geschätzt wurde (vgl. Vorrede Hg. c X). Ciceros Werk wird gemeinhin in Reden, philosophische Schriften, rhetorische Schriften (vgl. I § 284) und Briefe untergliedert (vgl. die Einteilung in I § 146).
Tacitus
Das ab etwa 98 entstandene und v.a. auf Moralität abhebende Werk (Agricola, Germania, Dialogus de oratoribus, Historiae, Annales) des römischen Senators und Geschichtsschreibers (Publius) Cornelius Tacitus (ca. 55–120) wurde bereits in der Antike und nach seiner Wiederentdeckung in der Renaissance auch im 16. und 17. Jh. stark rezipiert (Tacitismus).
Apostels Paulus
Paulus von Tarsus (gest. um 64) zählt zu den mit Abstand bedeutendsten Gestalten des Christentums. Nach seiner Bekehrung (vgl. Apg 9,1–18) war er missionarisch tätig (Missionsreisen). Heute wird er vielfach als der eigentliche Gründer des Christentums betrachtet.
Beleidigung und Versöhnung Gottes
Angespielt ist auf die oft als zu juridisch kritisierte Satisfaktionslehre (vgl. II § 83) Anselms von Canterbury (ca. 1033–1109). In Cur Deus homo entfaltet Anselm die Vorstellung, der Mensch habe durch die Beleidigung der Ehre Gottes eine unendliche Sündenlast auf sich geladen, die er selbst nicht tilgen könne, da die Genugtuung entsprechend der Sündenlast ebenfalls unendlich sein müsse. Daher müsse Gott selbst im Gekreuzigten für Genugtuung sorgen. Dieses Verständnis hat sich unter dem Begriff stellvertretende Genugtuung sowohl in der katholischen als auch in der protestantischen Theologie weitgehend durchgesetzt. Die altprotestantische Orthodoxie entwickelte im Anschluss an Luther eine am Strafleiden Christi orientierte Satisfaktionslehre. Christus erbringt am Kreuz nicht alleine eine Ausgleichsleistung, sondern trägt stellvertretend die den Menschen zugedachte Strafe.
τ.
D.i. τοῦ.
So drückt Person, als Suppositum intelligens erklärt, in der Lehre von der Trinität, und Natur, dem Erlöser der Menschen beygelegt […] in der Metaphysik
Zum trinitätstheologischen bzw. christologischen Hintergrund vgl. II § 83. Die schon in der Scholastik gebräuchliche Definition der trinitarischen Person als suppositum intellegens findet sich etwa bei Hollaz, Buddeus und Siegmund Jacob Baumgarten.
Arianischen, Nestorianischen und Monophysitischen Streitigkeiten über die Wörter ὁμοούσιος, Θεοτόκος und φῦσις
Aufgezählt sind die großen christologischen Auseinandersetzungen der Alten Kirche (vgl. auch II § 83). Der auf Arius von Alexandrien (gest. ca. 336) zurückgehende Arianismus lehrte, dass Vater und Sohn nicht wesensgleich (ὁμοούσιος), sondern nur wesensähnlich (ὁμοιούσιος) seien, und kann als radikaler Subordinatianismus verstanden werden. Diese Auffassung wurde auf dem Konzil von Nicäa 325 zugunsten der Zwei-Naturen-Lehre verworfen, zudem wurde hier die von Arius abgelehnte Lehre von der Präexistenz Christi bestätigt, nach der der Sohn vom Vater gezeugt und nicht geschaffen ist. Beigelegt wurde der arianische Streit jedoch erst auf dem Konzil von Konstantinopel 381. Der nach Nestorius von Konstantinopel (gest. ca. 451) benannte Nestorianismus vertrat zwar eine Zwei-Naturen-Lehre, lehrte jedoch, dass die göttliche und die menschliche Natur in Jesus Christus geteilt und unvermischt seien. Daher könne Maria zwar als Christusgebärerin, nicht aber als Gottesgebärerin (Θεοτόκος) bezeichnet werden (vgl. II § 114). Diese Position wurde auf dem Konzil von Ephesus (431) verworfen. Der Monophysitismus vertrat schließlich eine Christologie, nach der der inkarnierte Christus nur eine einzige, nämlich göttliche Natur (φύσις) besitzt (vgl. II § 113), und stand damit der bereits in Nicäa bestätigten Zwei-Naturen-Lehre entgegen. Auf dem Konzil von Chalcedon (451) wurden die Positionen der Monophysiten, aber auch die der Arianer und Nestorianer verworfen und eine Zwei-Naturen-Lehre, nach der göttliche und menschliche Natur Christi (wahrer Mensch und wahrer Gott) unvermischt und ungetrennt nebeneinander stehen, angenommen.
Rehberg in der Berlinischen Monatsschrift 1788, Februar, S. 125 f. und 1789, Januar, S. 53 f.
Vgl. I § 56.
Was in der oben bey §. 56. angeführten allgemeinen Revision etc. Theil 7. S. 420 f. und Theil 11. S. 224 f. dagegen gesagt ist
Vgl. I § 56.
Niemeyer's Grundsätzen der Erziehung und des Unterrichts, 2ter Th. S. 86
Niemeyers Grundsätze sind bereits zuvor nach der sechsten Auflage (1810) angeführt worden (vgl. I § 64 c). Hier ist jedoch § 86 im siebenten Kapitel des dritten, die Didaktik beinhaltenden Hauptabschnitts des zweiten Teils gemeint. Das siebente Kapitel (vgl. aaO 496–547) behandelt den fremdsprachlichen Unterricht, der betreffende Paragraph trägt den Titel Erlernen der Sprachen entweder durch Gebrauch oder nach Regeln (vgl. aaO 499–502).
Joh. Aug. Ernesti Zuschrift vor der Ausgabe der Werke des Cicero
Gemeint ist die methodisch aufschlussreiche Zuschrift (Dedicatio) an den Leipziger Bürgermeister Christian Ludwig Stieglitz (1677–1758), die Johann August Ernestis Cicero-Ausgabe (Leipzig 1737–1739; 21756/1757; 31774–1777) vorangestellt ist. Auf Empfehlung Johann Matthias Gesners wurde Ernesti Hauslehrer bei Stieglitz, der ihm als Vorstand der Thomasschule zum Konrektorat und nach Gesners Abgang nach Göttingen 1734 auch zum Rektorat verhalf.
J. G. Sulzers Gedanken über die beste Art, die claßischen Schriften der Alten zu lesen, Berlin 1765 in 8. in dessen vermischten Schriften Theil 2. S. 215 f. wieder abgedruckt
Der Titel lautet Gedanken über die beste Art die claßische Schriften der Alten mit der Jugend zu lesen (vgl. auch die Vermischte[n] Schriften II (1781), 215–237).
Bergk's Kunst zu lesen, Leipzig 1803
Die erste Auflage von Johann Adam Bergks (1769–1834) Die Kunst, Bücher zu lesen. Nebst Bemerkungen über Schriften und Schriftsteller ist 1799 in Jena erschienen (vgl. III § 159 c), 1802 folgte in Leipzig Die Kunst zu denken. Ein Seitenstück zur Kunst, Bücher zu lesen.
Schelle über die Lesung der klassischen Autoren, 2 Theile, Leipzig 1803
Gemeint ist Karl Gottlob Schelles (geb. 1777) zweibändiges Werk Welche alte klassische Autoren, wie, in welcher Folge und Verbindung mit andern Studien soll man sie auf Schulen lesen? aus dem Jahr 1804.
τ.
Röm 8,33 liest τὸν.
calumnia religionis bey Cicero epist. ad diuers. I, 1
In dem ersten, an Prokonsul P. Lentulus gerichteten Brief der Epistulae ad familiares (= Epistulae ad diversos) heißt es Cic. fam. I 1: „Der Senat verschanzt sich hinter dem Kniff mit den religiösen Bedenken, nicht aus religiösen Bedenken, sondern aus Übelwollen und Empörung über die königliche Freigebigkeit (senatus religionis calumniam non religione, sed malevolentia et illius regiae largitionis invidia comprobat)“ (Text und Übers. nach Tusculum [Ed. Kasten], München/Zürich 41989, 6.7). Bei der calumnia religionis handelt es sich um eine vermutlich erfundene sibyllinische Weissagung, die vor dem Senat gegen Lentulus vorgebracht wurde.
zwey unschätzbaren Programmen von S. F. N. Morus […] Jenes ist das zweyte, und dieses das zwölfte in s. Diss. theolog. et philologicis, Lips. 1787
Die betreffenden Programme finden sich im ersten Band der Dissertationes theologicae et philologicae (1787), 61–98 (II.) bzw. 370–393 (XII.).
τ.
Lk 21,19 liest τὰς.
Allgemeinen Revision, Theil 11
Vgl. I § 33 c.
Joh. Matth. Gesners Vorrede zum Livius nach Clerici Ausgabe, Leipz. 1735
Johann Matthias Gesners zwanzigseitige Praefatio ist dem ersten von insgesamt drei Bänden (1735) unpaginiert vorangestellt.
J. A. Ernesti zur Fischerschen Ausgabe der Werke des Ovidius, Leipz. 1758
Johann August Ernestis Vorrede (Lectori bonarum litterarum studioso) findet sich im ersten Band der von Johann Friedrich Fischer besorgten Opera Omnia (1758), III–XXVIII.
Luther in seinem Büchlein „Vom Dollmetschen“
D.i. Martin Luthers (1483–1546) Sendbrief vom Dolmetschen aus dem Jahr 1530 (vgl. WA XXX,2 [1909], [627] 632–646).
Uebersetzung dem Originale – wie einst ein Kunstkenner von einem Portrait sagte – zum Erschrecken ähnlich zu machen
Dieser Vergleich ist nach dem Erscheinen der dritten Auflage der Anweisung durchaus verbreitet, die genaue Herkunft dieser Wendung lässt sich jedoch nicht ermitteln. Im Hintergrund dürfte die zeitgenössische kunsttheoretische Debatte um das Portrait stehen, wie sie in der Kritik Johann Joachim Winckelmanns (1717–1768) oder Johann Heinrich Füßlis (1741–1825) an Balthasar Denner (1685–1749) zum Ausdruck kommt, dessen mikroskopisch-naturalistische Portraits alter Menschen als Porendenner bezeichnet wurden.
Caput rei est, quod minime facimus, quum plurimum scribere. Cic.
Dieses Zitat stammt aus Ciceros De oratore, einem bedeutenden, in Dialogform verfassten Referenzwerk der antiken Rhetorik. Gemäß moderner Textgestalt heißt es in Cic. de orat. I 150 (33): „Die Hauptsache aber ist, was wir, um die Wahrheit zu sagen, am wenigsten tun – es macht nämlich große Mühe und diese scheuen wir größtenteils – so viel wie möglich zu schreiben (Caput autem est, quod, ut vere dicam, minime facimus – est enim magni laboris, quem plerique fugimus – quam plurimum scribere)“ (Text und Übers. nach Tusculum [Ed. Nüßlein], Düsseldorf 2007, 68.69).
Nic. Heinsius
Nach dem häuslichen Unterricht bei seinem Vater Daniel Heinsius – ebenfalls ein berühmter niederländischer Philologe und Gelehrter – unternahm Nicolaas Heinsius (1620–1681) zunächst ausgedehnte Bibliotheksreisen, eine ihm in Italien angetragene Professur in Bologna lehnte er ab. 1650 trat er in die Dienste der schwedischen Königin Christina (1626–1689). Diese Stellung brachte ihn letztlich in große finanzielle Schwierigkeiten und holte ihn in Gestalt einer Vaterschafts- und Eheklage auch auf der nach seiner Rückkehr in die Heimat angetretenen Stelle als Stadtschreiber in Amsterdam ein. 1661 kam er als niederländischer Gesandter erneut nach Schweden, wo er mit Unterbrechungen bis 1671 blieb. Seinen Lebensabend verbrachte er zurückgezogen, von Prozessen und körperlichen Leiden geplagt, in den Niederlanden. Ein unehelicher Sohn gleichen Namens wurde Arzt und Schriftsteller. Trotz seines unruhigen Lebens ist Heinsius als hervorragender Latinist und Textkritiker sowie als neulateinischer Dichter (sospitator poetarum latinorum) hervorgetreten.
Joh. Friedr. Gronov
Nach dem Studium, einer Hauslehrerstelle und einer umfangreichen Reisetätigkeit erwarb Johann Friedrich Gronovius (1611–1671) 1640 den juristischen Doktorgrad, 1643 wurde er zunächst Professor für Geschichte und Eloquenz am Gymnasium Illustre in Deventer und 1658 schließlich Professor für Griechisch an der Universität Leiden. Hier bekleidete er mehrfach das Amt des Rektors und wurde 1665 zudem Bibliothekar. Rufe nach Heidelberg (1661) und Amsterdam (1669) lehnte er ab. Gronov zählt zu den namhaftesten Latinisten des 17. Jh.s, besonders bedeutend sind seine zahlreichen kommentierten Textausgaben (v.a. Livius).
Bentley
Richard Bentley (1662–1742) gehört zu den bedeutendsten klassischen Philologen überhaupt, sein Einfluss auf Zeitgenossen und nachfolgende Generationen ist immens. Nach dem Studium am St John's College (Cambridge) und einer Anstellung als Schulrektor kam Bentley 1689 als Hauslehrer nach Oxford. Hier entstand seine berühmte Epistola ad Millium, die Bentleys Ruf als außerordentlicher Textkritiker begründete. 1690 zum Diakon geweiht wurde Bentley kurz darauf Boyle-Lecturer, Prebendary von Worcester, königlicher Bibliothekar und Kaplan, Mitglied der Royal Society und erhielt 1696 den Grad eines Doctor of Divinity (D.D.). In diese Zeit fällt auch die berühmte Auseinandersetzung mit Charles Boyle über die Echtheit der Briefe des Phalaris. 1700 wurde Bentley schließlich Master of Trinity College (Cambridge), ein Amt, das er trotz andauernder massiver Streitigkeiten mit den Fellows (1718–1724 wurde Bentley gar abgesetzt) über vier Jahrzehnte innehatte, 1717 wurde Bentley zudem Regius Professor of Divinity. Neben zahlreichen maßgeblichen Arbeiten zu klassischen Autoren nahm er mit Unterstützung Johann Jakob Wettsteins auch eine Edition des Neuen Testaments in Angriff (vgl. II § 35).
Hemsterhuys
Der niederländische Philologe Tiberius Hemsterhuis (1685–1766) wurde nach Studien in seiner Heimatstadt Groningen und Leiden im Dezember 1704 zunächst Professor für Philosophie und Mathematik am Amsterdamer Athenaeum Illustre (den Magistergrad erwarb er einen Monat später an der Universität Harderwijk), 1717 wurde er auf eine Griechischprofessur in Franeker berufen, trat diese jedoch erst 1720 an. Nachdem er hier auch Professor für niederländische Geschichte und mehrfach Rektor geworden war, wechselte er 1740 auf die Griechischprofessur in Leiden. Hier wirkte er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1765. Hemsterhuis gilt als hervorragendster Gräzist seit Scaliger und Casaubon und ist der Begründer einer bedeutenden Philologenschule, aus der als wichtigste Schüler Valckenaer und Ruhnken hervorgegangen sind.
Valkenaar
Lodewijk Caspar Valckenaer (1715–1785) studierte ab 1731 Theologie im friesischen Franeker und wandte sich unter dem zu dieser Zeit noch dort lehrenden Tiberius Hemsterhuis v.a. den klassischen Sprachen zu. Ab 1737 setzte er seine Studien in Leiden (v.a. bei Schultens) fort, kehrte dann nach Friesland zurück und wurde 1740 Konrektor der Lateinschule in Kampen. Bereits ein Jahr später folgte Valckenaer dem nach Leiden abgewanderten Hemsterhuis auf der Griechischprofessur in Franeker nach und übernahm 1765 auch dessen Lehrstuhl in Leiden. Gemeinsam mit dem ebenfalls in Leiden lehrenden Ruhnken ist Valckenaer der bedeutendste Schüler Hemsterhuis' und zählt zu den hervorragendsten Gräzisten nicht nur des 18. Jh.s.
Markland
Nach dem 1717 abgeschlossenen Studium am Peterhouse (Cambridge) wurde Jeremiah Markland (1693–1776) ebenda Fellow, eine geistliche Laufbahn traute er sich ebenso wie die ihm gleich zweimal angetragene Griechischprofessur aus gesundheitlichen Gründen nicht zu. 1728 verließ er Cambridge als Privatlehrer, bereiste in dieser Eigenschaft Frankreich und die Niederlande und unterrichtete ab 1744 auch den Sohn seines ehemaligen Schülers. Schließlich zog er sich nach Milton Court (Surrey) zurück, wo er, zunehmend gesundheitlich angegriffen, bis zu seinem Tod lebte. Neben einer Reihe vielbeachteter eigener Veröffentlichungen hat Markland auch zu den Arbeiten anderer Gelehrter beigetragen. Im Urteil Friedrich August Wolfs kommen seine philologischen Fähigkeiten an die Bentleys heran.
Ruhnken
David Ruhnken (1723–1798) stammte ursprünglich aus Hinterpommern und besuchte zunächst das Collegium Fridericianum in Königsberg. Da sich die deutsche Gräzistik in dieser Zeit auf vergleichsweise niedrigem Niveau befand und zumeist nur in theologischer Absicht betrieben wurde, wechselte Ruhnken nach zwei Studienjahren von Wittenberg nach Leiden, um seine Griechischkenntnisse unter Tiberius Hemsterhuis (s.o.) weiter zu vertiefen. Als Assistent des alternden Hemsterhuis hielt Ruhnken ab 1757 Griechischvorlesungen und wurde 1761 als Nachfolger Frans van Oudendorps (1696–1761) ordentlicher Professor für Latein, später auch Universitätsbibliothekar und -rektor. Neben Valckenaer ist der von Friedrich August Wolf als princeps criticorum bezeichnete Ruhnken der wichtigste Vertreter der von Hemsterhuis' begründeten Philologenschule und auch über das 18. Jh. hinaus einer der bedeutendsten klassischen Philologen.
F. W. Reitz
Der im fränkischen Windsheim geborene Pfarrerssohn Friedrich Wolfgang Reiz (1733–1790) studierte ab 1753 in Leipzig (u.a. bei Ernesti) v.a. klassische Philologie. Nach dem Magisterexamen war Reiz zunächst als Hauslehrer sowie als Korrektor für den Breitkopf-Verlag tätig, bevor er nach der 1766 erfolgten Habilitation 1772 außerordentlicher Professor in Leipzig wurde. 1782 übernahm Reiz als Nachfolger Morus' das Ordinariat für Latein und Griechisch und wenige Jahre später als Nachfolger Clodius' die Professur für Dichtkunst und Beredsamkeit. Daneben war er lange Jahre als Universitätsbibliothekar tätig. Auch wenn Reiz nur vergleichsweise wenige Arbeiten veröffentlicht hat (v.a. zu Grammatik, Metrik und Textkritik), gehört er im Urteil von Zeitgenossen wie Wolf doch zu den gelehrtesten Philologen seiner Zeit.
F. A. Wolf
Friedrich August Wolf (1759–1824) trat nach dem Studium in Göttingen (Immatrikulation als studiosus philologiae, ohne dass ein solcher Studiengang vorhanden gewesen wäre) auf Empfehlung Heynes zunächst in den Schuldienst ein, wurde 1783 Professor der Philosophie und Pädagogik, ab 1784 auch der Eloquenz in Halle und gründete 1787 das dortige philologische Seminar, wodurch die Trennung von Altphilologie und Theologie an der Fridericiana offiziell vollzogen war. Nach der Schließung der Universität durch Napoleon siedelte Wolf nach Berlin über, wurde 1807 Mitglied (1812 Ehrenmitglied) der Akademie der Wissenschaften und 1810 Professor für klassische Philologie. Wolf, dessen Hauptinteresse Homer galt, hat ein umfangreiches Werk hinterlassen (vgl. I § 136) und den Altertumswissenschaften insgesamt zu neuer Blüte verholfen. Oft wird er aufgrund seiner systematischen Darlegung des griechisch-römischen Altertums (vgl. I § 105 c) als eigentlicher Neubegründer besagter Wissenschaften angesprochen. Es fällt auf, dass Nösselt seinen Universitätskollegen Wolf in der zweiten Auflage der Anweisung bereits früh in eine Reihe mit Größen wie Bentley u.a. stellt.
Gruters Thesaur. crit.
Gemeint ist Jan Gruters (1560–1627) Lampas, sive fax artium liberalium (7 Bde. Frankfurt/M. 1602–1623 bzw. 4 Bde. Florenz 1737–1751 [Bd. 1+2]; Lucca 1747 [Bd. 3]; Neapel 1751 [Bd. 4]). Dieses Werk wird im Untertitel auch als Thesaurus criticus bezeichnet.
Toup Opuscula crit.
Gemeint sind die von Friedrich Heinrich Starcke (1760–1833) herausgegebenen Opuscula critica I (21780) + II (11781) des englischen Geistlichen und Philologen Jonathan Toup (1713–1785). Diese umfassen die zuvor einzeln erschienenen Emendationes in Suidam I–III (1760–1766), die Curae novissimae sive Appendicula notarum et emendationum in Suidam (1775) sowie die an William Warburton (1698–1779) gerichtete Epistola critica (1767) und wurden später erneut und vermehrt herausgegeben (1790).
amsterdamische Biblioth. crit.
Gemeint ist die u.a. von Daniel Albert Wyttenbach (1746–1820) in zwölf Teilen herausgegebene und in Amsterdam erschienene Bibliotheca critica (1777–1808), als Fortsetzung ist die von Wyttenbach allein in drei Teilen herausgegebene Φιλομαθίαsive miscellanea doctrina (1809–1817) anzusehen. Später erschien eine von den Leidener Philologen John Bake (1787–1864), Petrus Hofman Peerlkamp (1786–1865) u.a. besorgte fünfteilige Bibliotheca critica nova (1825–1831).
Neues Lehrgebäude der Diplomatik, Frankfurt 1759–69. 9 Bände
Die ersten drei Bände wurden von Johann Christoph Adelung (1734–1806) übersetzt, als Übersetzer der restlichen Bände lässt sich Anton Rudolph (1712–1791) ermitteln.
Adelungs Magazin für die deutsche Sprache, erster Jahrgang, zweytes Stück, S. 3 f.
In Johann Christoph Adelungs (1734–1806) Magazin für die Deutsche Sprache 1,2 (1782), 3–28 findet sich der Beweis der fortschreitenden Cultur des menschlichen Geistes aus der Vergleichung der ältern Sprachen mit den neuern.
Einwendungen gegen dieses Studium der Muttersprache in der Allgemeinen Revision S. 30. f. […] der Wörter und der Worte
Gemeint ist erneut der elfte Band der Allgemeine[n] Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens (vgl. I § 33 c). Der Bandverantwortliche Ernst Christian Trapp (1745–1818) formuliert hier: „Aber ist zur Bildung des Geistes das Studium der Muttersprache so nöthig, als ihre Erlernung? Ist das Studium ihrer Wörter so unentbehrlich, als das Studium ihrer Worte, der in ihr und durch sie dargestellten Gedanken und Empfindungen? Ich zweifle. Den Sinn für das Gute, Wahre und Schöne bekommt man wol nicht durch die Grammatik“ (aaO 30).
Friedr. Gedike Gedanken über die Uebung im Lesen, wieder gedruckt in dessen gesammleten Schulschriften, Berlin 1789
Friedrich Gedikes (1754–1803) Einige Gedanken über die Uebung im Lesen finden sich in dessen Gesammlete[n] Schulschriften I (1789), 368–380. Ursprünglich ist diese Schrift 1785 als Einladung zur öffentlichen Prüfung am Friedrichswerderschen und Friedrichsstädtischen Gymnasium am 19. April desselben Jahres in Berlin erschienen.
J. C. Adelungs Magazin für die d. Spr. Jahrg. 1. St. 1. S. 59 f. St. 3 S. 3 f.
Gemeint sind die Beiträge Grundgesetz der Deutschen Orthographie bzw. Von der Orthographie fremder Nahmen und Wörter in dem von Johann Christoph Adelung (1734–1806) verantworteten Magazin für die Deutsche Sprache 1,1 (1782), 59–83 bzw. aaO 1,3 (1782), 3–17.
Adelungs Magazin für die d. Spr. Jahrg. 1 St. 1. Aufsatz 1 und 2, vergl. mit Stück 2. Aufsatz 7. und Stück 4. Aufsatz 4. 5. und 7 […] ebendaselbst Stück 2. Aufs. 6
In Johann Christoph Adelungs (1734–1806) Magazin für die Deutsche Sprache sind folgende Beiträge gemeint: Was ist Hochdeutsch?, in: aaO 1,1 (1782), 1–31 (Aufs. 1); Von der Nieder-Hochdeutschen Mundart, und von Obersächsischen Sprachfehlern, in: aaO 1,1 (1782), 32–40 (Aufs. 2); Zusatz zur ersten und fünften Abhandlung des vorigen Stückes, in: aaO 1,2 (1782), 104–108 (Aufs. 7); Über die Frage: Was ist Hochdeutsch? Gegen den Deutschen Merkur, in: aaO 1,4 (1783), 79–111 (Aufs. 4); Über die schöne Litteratur der Deutschen; auch gegen den Deutschen Merkur, in: aaO 1,4 (1783), 112–126 (Aufs. 5); Noch etwas über Deutsche Sprache und Litteratur, auf Veranlassung der Berlinischen Monathsschrift, in: aaO 1,4 (1783), 134–159 (Aufs. 7); Der Sprachgebrauch gilt mehr, als Analogie und Regeln, in: aaO 1,2 (1782), 83–103 (Aufs. 6).
Umständliches Lehrgebäude der deutschen Sprache etc. Leipzig 1781 und 1782, in 2 Bänden
Beide Bände sind 1782 erschienen.
über den deutschen Styl, Berlin 1785 und 1786 in drey Theilen in 8., und bey einer dritten vermehrten Auflage Berlin 1789 in 2 Oktavbänden
Alle drei Teile der ersten Auflage sind 1785 in zwei Bänden erschienen, die beiden Bände der dritten Auflage 1789 und 1790.
Th. Heinsius deutsches, oder vollständiges Lehrbuch des gesammten deutschen Sprachunterrichts, 1ster bis 4ter Theil. Berlin 1807
Hier handelt es sich um Theodor Heinsius' (1770–1849) fünfteiliges Teut oder theoretisch-praktisches Lehrbuch des gesammten Deutschen Sprachunterrichts (1807–1812), dessen erste vier Teile 1807–1811 erschienen sind. Als sechster Teil dieses mehrfach aufgelegten Werkes fungiert das vorab erschienene Lehrbuch des deutschen Geschäftstyls (1806).
grammatischen Arbeiten von Heynatz
Johann Friedrich Heynatz (1744–1809) wurde 1775 Rektor des Lyzeums zu Frankfurt/Oder und 1791 gleichzeitig auch außerordentlicher Professor der Beredsamkeit und der schönen Wissenschaften an der dortigen Universität. Aus seinem umfangreichen Werk zur deutschen Sprache sei an dieser Stelle auf die Deutsche Sprachlehre zum Gebrauche der Schulen (1770; 51803), die Anweisung zur Deutschen Sprache. Zum Gebrauch beim Unterricht der ersten Anfänger (1785), die in sechs Heften erschienenen Briefe, die deutsche Sprache betreffend (1771–1775) mit einer dazugehörigen Beilage (1775–1776) sowie den Versuch eines Deutschen Antibarbarus (1796–97) in zwei Bänden verwiesen.
Stutz
Der vergleichsweise unbekannte Johann Ernst Stutz (1733–1795) war Pastor in Bone bei Zerbst und hat sich gegen Ende seines Lebens v.a. um die deutsche Sprache verdient gemacht. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang sein Kleiner Beitrag zur Beförderung Deutscher Sprachrichtigkeit (1789), die Deutsche Sprachlehre (1790) sowie die Kleinere deutsche Sprachlehre zum Schulgebrauche (1793). Nach dem Tod von Karl Philipp Moritz (1756–1793) hat Stutz zudem den zweiten Band des Grammatische[n] Wörterbuch[es] der deutschen Sprache (1794) vollendet.
Pölitz
Karl Heinrich Ludwig Pölitz (1772–1838), 1794 Privatdozent in Leipzig, 1795 Professor für Moral und Geschichte an der Dresdner Ritterakademie und 1803 außerordentlicher Professor für Philosophie in Leipzig, übernahm ein Jahr später eine Professur für Natur- und Völkerrecht in Wittenberg, bevor er 1815 als Professor für sächsische Geschichte und Statistik nach Leipzig zurückkehrte und 1820 auf den Lehrstuhl für Staatswissenschaften wechselte. Aus seinem vielseitigen Werk ist im Hinblick auf die deutsche Sprache v.a. der vierteilige Versuch eines Systems des teutschen Styls (1800/1801) sowie die Allgemeine teutsche Sprachkunde (1804) zu nennen.
Versuch eines grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdeutschen Mundart, (von Joh. Christoph Adelung,) Leipzig 1773–1786, in 5 Theilen
Bei dem Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der hochdeutschen Mundart handelt es sich um die erste Auflage von Johann Christoph Adelungs (1734–1806) bedeutendem vierbändigen Grammatisch-kritische[n] Wörterbuch der hochdeutschen Mundart (21793–1801), 1818 erschien der erste Teil eines Supplementbandes. Der fünfteilige Versuch erschien zwischen 1774 und 1786.
Auszug daraus, 4 Theile, Leipzig 1793–1802
Parallel zum Grammatisch-kritische[n] Wörterbuch der hochdeutschen Mundart (21793–1801) erschien Johann Christoph Adelungs (1734–1806) Auszug aus dem grammatisch-kritischen Wörterbuche der Hochdeutschen Mundart (1793–1802).
E. H. Campe Wörterbuch der deutschen Sprache, 5 Theile, Braunschweig 1807–1810
Joachim Heinrich Campes (1746–1818) fünfbändiges Wörterbuch der deutschen Sprache erschien zwischen 1807 und 1811.
Voigtel Handwörterbuch, 3 Theile, Halle 1793–95
Gemeint ist der dreibändige Versuch eines hochdeutschen Handwörterbuches für die Aussprache, Orthographie, Biegung, Ableitung, Bedeutung und Verbindung (1793–1795) von Traugott Gotthold Voigtel (1766–1843).
S. J. E. Stosch Versuch in richtiger Bestimmung einiger gleichbedeutenden Wörter der deutschen Sprache, 4 Theile, Frankfurt an der Oder 1779–1785
Samuel Johann Ernst Stoschs (1714–1796) Versuch in richtiger Bestimmung erschien zuerst in drei Teilen (1770–1773) in Frankfurt/Oder, der erste Teil wurde 1777 ebenda erneut aufgelegt. Als vierter Teil wurden Stoschs Kritische Anmerkungen über die Gleichbedeutenden Wörter der Deutschen Sprache (1775) gezählt. 1780 erschien in Berlin eine neue vierbändige Auflage, wenige Jahre später in Wien eine dreibändige Ausgabe (1785–1786). Eine Edition mit den in der dritten Auflage der Anweisung angeführten Erscheinungsjahren ist nicht zu ermitteln.
J. A. Eberhard's Versuch einer allgemeinen Synonymik, 6 Theile, Halle 1795–1800., und der Auszug: Synonymisches Handwörterbuch, Halle 1806
Der sechste Teil von Johann August Eberhards Versuch einer allgemeinen deutschen Synonymik stammt aus dem Jahr 1802, sein Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache ist 1806 in zweiter Auflage erschienen.
Magazin für die deutsche Sprache von J. C. Adelung, in zwey Bänden, jedem von 4 Stücken, Leipzig 1782 bis 1785
Das vierte und letzte Stück des zweiten Bandes erschien 1784.
Adelungischen Magazin Jahrgang 1, Stück 3, Aufsatz 4
Gemeint ist die Abhandlung Sind es Schriftsteller, welche die Sprachen bilden und ausbilden? in dem von Johann Christoph Adelung (1734–1806) verantworteten Magazin für die Deutsche Sprache 1,3 (1782), 45–57.
Gellii noct. Att. XIII, 15
In Noctes Atticae XIII 17 (16) bemerkt Aulus Gellius (2. Jh.), dass der Begriff humanitas nicht, wie allgemein angenommen, das griechische φιλανθρωπία (Menschenfreundlichkeit) wiedergebe. Vielmehr meine humanitas in seiner ursprünglichen Bedeutung „ohngefähr das, was die Griechen durch παιδεία (Erziehung) ausdrücken, wir also Unterrichtung (Anweisung) und Einführung in Kunst und Wissenschaft nennen“ (Übers. nach Aulus Gellius, Die Attischen Nächte [Ed. Weiss], Bd. II (IX.−XX. Buch) Darmstadt 1992 [= Leipzig 1876], 193).
J. A. Ernesti prolus. de finibus humaniorum studiorum regendis, Lips. 1738
Statt regendis heißt es im Titel regundis, grammatisch sind beide Formen korrekt.
Wolf's Alterthumswissenschaft in dessen Musäum, 1ster Theil
Im ersten Band (1807) (vgl. I § 112) der von Friedrich August Wolf und Philipp Karl Buttmann (1764–1829) herausgegebenen Zeitschrift Museum der Alterthums-Wissenschaft findet sich eine Darstellung der Alterthums-Wissenschaft nach Begriff, Umfang, Zweck und Werth (aaO [1–9] 10–145), in der die Altertumswissenschaft in 24 Teilbereiche zergliedert wird (vgl. aaO 143–145). Am Beginn dieser berühmten Konzeption geht Wolf in einer längeren Anmerkung u.a. auf die Begriffe Humanität und Humaniora ein (vgl. aaO 11–13).
neuesten versuchten Reformation der Schulen
Hier dürfte die durch Johann Bernhard Basedow und die Gründung des Dessauer Philanthropinums angestoßene Reformbewegung (vgl. I § 33 c) gemeint sein (vgl. auch I § 56).
allen Alles werden
Vgl. 1Kor 9,22.
Didicisse fideliter artes
Diese an der Wende zum 19. Jh. vielzitierte Wendung stammt aus Ovids (43 v.–17 n. Chr.) während seiner Verbannung am Schwarzen Meer verfassten Epistulae ex Ponto. In Ov. Pont. II 9,47f. heißt es: „mit redlichem Sinne die edleren Künste erlernen sänftigt die Sitten und nimmt ihnen das Grausame weg (ingenuas didicisse fideliter artes emollit mores nec sinit esse feros)“ (Text und Übers. nach Tusculum [Ed. Willige/Luck], Stuttgart/Zürich 1963, 404.405).
Is. Casauboni Zuschrift seines Polybius an K. Heinrich 4. (im dritten Theil der von Ernesti besorgten Wiener Ausgabe 1763 in 8.)
Gemeint ist Isaak Casaubons Dedicatio an den französischen König Heinrich IV. (1553–1610) in der von Johann August Ernesti veranstalteten dreibändigen Ausgabe Polybii Historiarum quae supersunt III,2 (1763), 603–665. Diese Ausgabe (vgl. I § 225) hat sich nachweislich in Nösselts Besitz befunden (vgl. Bibl. Nöss. 398 Nr. 203–205).
Bis zur ersten Auflage der Anweisung sind Johann August Ernestis Opuscula oratoria in zwei Auflagen erschienen (1762 bzw. 21767). Gemeint sind die folgenden Beiträge in der zweiten Auflage: Oratio professionis humaniorum literarum extraordinariae adeundae causa recitata (aaO 3–19); Oratio professionis rhetoricae adeundae causa dicta (aaO 20–37); Prolusio III. Formula indicendae petitionis honorum philosophicorum Vice Cancellarii (aaO 184–188); Prolusio V. De philosophia vitae (aaO 197–207).
Vermischte Beyträge zu Philosophie und den schönen Wissenschaften Band 2, Stück 2, Aufs. 1. über die Wissenschaft der Literatur
Gemeint ist der Versuch über die Wissenschaft der Litteratur in den Vermischte[n] Beyträge[n] zur Philosophie und den schönen Wissenschaften 2,2 (1764), 194–275. Es handelt sich um eine Übersetzung einer ursprünglich französischsprachigen, jedoch von einem englischen Autor verfassten und 1762 in London erschienenen Abhandlung, hinter der sich Edward Gibbons (1737–1794) Essai sur l'étude de la littérature verbirgt. Der Übersetzer ist Samuel Benjamin Klose (1730–1798).
Wolfsche Museum der Alterthumswissenschaft, Berlin 1810
Die von Friedrich August Wolf und Philipp Karl Buttmann (1764–1829) in Berlin herausgegebene Zeitschrift Museum der Alterthums-Wissenschaft ist in zwei Bänden (1807 bzw. 1808/1810) erschienen (vgl. I § 105 c). Aufgrund des Inhalts ist jedoch zu fragen, ob an dieser Stelle tatsächlich nur auf den zweiten Band oder auf die Zeitschrift als Ganzes verwiesen sein soll.
ἐγενηθ.
1Kor 4,9 liest ἐγενήθημεν.
κ.
1Kor 4,9 liest καὶ.
κ.
1Kor 4,9 liest καὶ.
Cicero's Stellen, die Manutius […] gesammlet hat
Gemeint ist der Drucker und Verleger Paolo Manuzio (Paulus Manutius) (1512–1574), der als Nachfolger seines Vaters Aldo Pio Manuzio (Aldus Manutius) (ca. 1450–1515) in der familieneigenen venezianischen Offizin, Leiter der Druckerei der neu gegründeten Academia Veneta und später auch der päpstlichen Buchdruckerei im Vatikan zu den führenden Typographen und Gelehrten seiner Zeit gehörte und sich v.a. durch seine kommentierten Cicero-Ausgaben bleibenden Ruhm erworben hat.
J. A. Ernesti Opusc. Orator. p. 41 sqq.
Im Blick ist die in beiden in Frage kommenden Auflagen der Opuscula oratoria (vgl. I § 112) seitenkonkordante Oratio de institutis criticorum in studiis Theologiae imitandis dicta professionis Theologicae adeundae causa (aaO 38–56).
14te bis 17te Abhandl. in Ernesti's Opuscul. philol. crit. Lugd. Bat. 1764
Die in Johann August Ernestis Opuscula philologica critica. Multis locis emendata et aucta (Leiden 1764) abgedruckten Abhandlungen tragen die Titel De difficultatibus Novi Testamenti recte interpretandi (aaO 198–218 [XIV.]), Pro grammatica interpretatione librorum inprimis sacrorum (aaO 219–232 [XV.]), De vanitate philosophantium in interpretatione librorum SS. (aaO 233–251 [XVI.]) und De difficultate interpretationis grammaticae Novi Testamenti (aaO 252–287 [XVII.]). In der ersten Auflage der Anweisung sind für den späteren Nachtrag der Seitenzahl(en) Spatien eingefügt worden (vgl. III § 77; III § 105).
Sokratischen Methode
Vgl. II § 174.
allgemeinen Revision etc. Theil II. p. 234–257
Hier ist nicht, wie auch in der dritten Auflage der Anweisung angenommen, auf den zweiten, sondern erneut auf den elften Band der Allgemeine[n] Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens (vgl. I § 33 c) verwiesen. Der zweite Abschnitt dieses Bandes handelt von dem Zweck, dem Nutzen und Schaden des Lernens fremder Sprachen überhaupt (aaO 215–257), auf den in der Anweisung angeführten Seiten 234–257 (vgl. [525f.]) wird speziell das Lateinische abgehandelt.
eine ganz neue zu diesem Zweck erfinden
Zu denken ist hier etwa an George Dalgarnos (1626–1687) Ars signorum (1661) oder John Wilkins' (1614–1672) Essay towards a Real Character, and a Philosophical Language (1668), an die Polygraphia nova et universalis (1663) des Jesuiten und Universalgelehrten Athanasius Kircher (1602–1680) sowie Gottfried Wilhelm Leibniz' seit der Dissertatio de arte combinatoria (1666) immer wieder angestellten Überlegungen zu einer lingua universalis.
„es liesse sich vieles […] noch keine Ausdrücke habe.“ […] „Aber so wird das Latein barbarisch werden, wie man an dem Beyspiel der Scholastiker und ihres gleichen sieht“
Als direktes Zitat sind beide Sätze nicht nachzuweisen, vielmehr werden auch hier (vgl. I § 11–14.125) weit verbreitete Allgemeinplätze aufgegriffen.
beniemten Sprache
D.i. in einer benannten, d.h. bestimmten, Sprache (vgl. III § 67).
Thomasius
Der zunächst in Leipzig und nach einem Vorlesungs- und Veröffentlichungsverbot ab 1690 im preußischen Halle wirkende Christian Thomasius (1655–1728) gehört als Philosoph und Doktor beider Rechte zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Frühaufklärung, bleibenden Verdienst hat er sich v.a. durch sein Eintreten für die Abschaffung von Hexenprozessen und der Folter erworben. Unter den mehr als 300 hinterlassenen Werken fällt die große Zahl deutschsprachiger Veröffentlichungen auf. Hervorgehoben seien an dieser Stelle etwa das Lehrbuch des Naturrechtes (1687), die Einleitung zur Hoff-Philosophie (1688), die Außübung der Vernunfft-Lehre (1691), der Versuch von Wesen des Geistes (1699) sowie die Monats-Gespräche (1688–1690). Daneben hat Thomasius als einer der ersten akademischen Lehrer auch deutschsprachige Vorlesungen angeboten. Durch die Abkehr von der lateinischen und die Hinwendung zur deutschen Sprache – in Leipzig neben anderen Begebenheiten noch als massive Provokation empfunden – gehört Thomasius zu den Wegbereitern der National- als Wissenschaftssprachen.
Wolf
Auch Christian Wolffs Werk zeichnet sich durch die vergleichsweise große Zahl der deutschsprachigen Veröffentlichungen aus. Hervorgehoben seien neben den Anfangs-Gründe[n] Aller Mathematischen Wissenschafften (1710) v.a. die unterschiedlichen Vernünfftige[n] Gedancken. Die Natürliche Gottesgelahrheit nach beweisender Lehrart abgefasset (vgl. I § 201 c) wie auch die Grundsätze des Natur- und Völckerrechts (1754) stammen in ihrer deutschen Fassung dagegen nicht von Wolff.
Voß
Gemeint ist der bedeutende niederländische Humanist und Theologe Gerardus Joannes Vossius (1577–1649), der nach dem Studium in Leiden zunächst Rektor an der Dordrechter Lateinschule wurde. Ab 1615 leitete er auf Empfehlung seines Freundes Hugo Grotius das sog. Staatencollegium, eine Bildungsanstalt für zukünftige Theologen, musste, als Remonstrant verdächtigt, im Zuge der Synode von Dordrecht jedoch zurücktreten. Den kurz darauf erfolgten Abendmahlsausschluss konnte er 1624 durch ein offizielles Bekenntnis zu den Dordrechter Beschlüssen rückgängig machen, theologische Ämter blieben ihm weiterhin versagt. Bereits 1622 hatte Vossius jedoch eine Professur für Eloquenz und Geschichte in Leiden erhalten und später auch den Griechisch-Lehrstuhl übernommen, 1632 wurde er schließlich Professor für Geschichte am Amsterdamer Athenaeum. Zu Vossius' zahlreichen Veröffentlichungen zählen auch Werke zur griechischen und lateinischen Grammatik, die nicht nur in den Niederlanden als Schulbücher Verwendung fanden.
Wenk's lateinische Sprachlehre, besonders nach der neuen Bearbeitung von Grotenfend. 1816
Gemeint ist die ursprünglich von Helfrich Bernhard Wenck (1739–1803) verfasste zweibändige Lateinische Sprachlehre oder Grammatik für Schulen (1791), die in der siebenten Auflage (1814/1816) von Georg Friedrich Grotefend (1775–1853), dem Entzifferer der Keilschrift, umgearbeitet wurde.
Praktische Grammatik der lateinischen Sprache von C. G. Bröder, 7te Ausg. Leipzig 1808, gr. 8., so wie die größere, 1812
Christian Gottlob Bröder (1745–1819) ist der Verfasser zweier häufig aufgelegter lateinischer Schulgrammatiken, die in der ersten Hälfte des 19. Jh.s weit verbreitet waren. Welches Werk hier gemeint sein könnte, ist nicht eindeutig zu klären. Da Bröder keine Große oder Größere Grammatik verfasst hat, kommen entweder die neunte Auflage (1813) der zuvor genannten Practische[n] Grammatik, die sich im Umfang jedoch nur unwesentlich von der siebenten Auflage unterscheidet, oder aber, mit dem Erscheinungsjahr, aber gegen den Titel, die zehnte Auflage der Kleine[n] lateinische[n] Grammatik mit leichten Lectionen für Anfänger (1812) in Frage. Dass ein größeres Format gemeint sein könnte, ist unwahrscheinlich.
Wellerische oder Märkische Grammatik
Die sog. Wellerische Grammatik geht auf den Wittenberger Professor für orientalische Sprachen und späteren sächsischen Oberhofprediger Jakob Weller von Molsdorf (1602–1664) zurück und ist seit ihrem ersten Erscheinen als Grammatica graeca nova (1635) immer wieder bearbeitet worden. Die von Johann Friedrich Fischer besorgte Ausgabe (1756; 21781) wurde durch den Libellus animadversionum (1750–1752) vorbereitet (vgl. I § 131). Im Hinblick auf die als Gemeinschaftswerk Berliner Schulmänner herausgegebene, ebenfalls mehrfach aufgelegte Vollständigere Griechische Grammatik. Nach der Lehr-Ordnung der Lateinischen Märkischen Grammatik eingerichtet (1730), kurz Märkische Grammatik genannt und auch in der zweiten Auflage 1737 von Johann Leonhard Frisch (1666–1743) besorgt, wird in der dritten Auflage der Anweisung gesondert auf die von August Ferdinand Bernhardi (1769–1820) veranstaltete Bearbeitung Neue Märkische Griechische Grammatik (1797) verwiesen. Diese hat Heinrich Christoph Friedrich Hülsemann (1771–1835) mit seiner Vollständige[n] griechische[n] Sprachlehre (1802) kurz darauf berichtigt und vermehrt.
Buttmann's oft gedruckte größere und kleinere griechische Grammatik
Für Philipp Karl Buttmanns (1764–1829) im deutschen (und durch Übersetzung auch im englischen) Sprachraum weit verbreitetes grammatisches Standardwerk lassen sich folgende Entwicklungsstufen festhalten: Die zunächst auf Wunsch der Myliusschen Buchhandlung als Begleitung zu Gedikes Griechische[m] Lesebuch erarbeitete, jedoch unabhängig edierte Kurzgefaßte griechische Grammatik (1792) ist ab der zweiten Auflage vermehrt und umgearbeitet unter dem Titel Griechische Grammatik (1799) erschienen. Aus dieser entwickelte sich dann Buttmanns später als mittlere Grammatik bezeichnete griechische Stammgrammatik, die insgesamt 22 Auflagen erlebte. Auf Grundlage der sechsten Auflage der Stammgrammatik (1811) erschien als Auszug die Griechische Schul-Grammatik (1812), die ihrerseits insgesamt 17 Auflagen erlebte. Buttmanns grammatische Arbeit gipfelte schließlich in der zweibändigen Ausführliche[n] griechische[n] Sprachlehre (1819/1825.1827; 21830/1839), die die Stamm- zur mittleren Grammatik werden lässt. In der dritten Auflage der Anweisung dürfte die Stammgrammatik jedoch noch als größere und ihr Vorläufer als kleinere Grammatik betrachtet worden sein, allerdings lag als Auszug der Stammgrammatik auch die Schul-Grammatik bis zum Erscheinen der dritten Auflage der Anweisung bereits in vier Auflagen vor.
A. Matthiä griechische Grammatik, 1808., nebst dem Auszug, 1809
Hier dürfte es sich um fehlerhafte Jahreszahlen handeln. In der Vorrede seiner Griechische[n] Grammatik zum Schulgebrauch (1808) bezeichnet August Matthiae (1769–1835) diese als Auszug aus seiner ein Jahr zuvor erschienenen Ausführliche[n] griechische[n] Grammatik (1807). In der Vorrede hatte Matthiae hier einen Auszug für den Schulgebrauch angekündigt.
E. Hermann de emendanda ratione graecae grammaticae, 1801
Der Name des Autors lautet Gottfried Hermann (1772–1848).
Compendium dialectorum graecarum, concinnauit J. J. Facius
Der Name des Autors lautet Johann Friedrich Facius (1751–1825).
Immanuel Johann Gerhard Schellers (1735–1803) Ausführliches und möglichst vollständiges lateinisch-deutsches Lexicon umfasst in der dritten Auflage (1804) nur fünf Bände.
Dufresne und Carpentier große Glossarien
Gemeint ist Charles du Fresne du Canges (1610–1688) dreibändiges Glossarium ad scriptores mediae et infimae latinitatis (1678) (später nur noch Glossarium mediae et infimae latinitatis), das in ständiger Erweiterung als Standardnachschlagewerk noch heute unentbehrlich ist. Von diesem Werk besorgte der später säkularisierte Benediktiner Pierre Carpentier (1697–1767) gemeinsam mit anderen Gelehrten seines Ordens eine sechsbändige Neuausgabe (1733–1736), der er mit dem Glossarium novum (1766) vier Supplementbände folgen ließ. Erwähnt sei, dass du Cange zudem auch das zweibändige Glossarium ad scriptores mediae et infimae graecitatis (1688) verfasst hat (vgl. I § 134).
(Jo. Christoph Adelungs) Glossarium manuale ad scriptores mediae et infimae latinitatis, Halae 1771–84
Wie in der ersten Auflage der Anweisung richtig bibliographiert, ist der erste Band 1772 erschienen.
G. Matthiae nov. locupl. Lexicon lat.-germ. e. g. lat., Halae 1775
Gemeint ist die vierte Auflage des von dem Mediziner und Bibliothekar Georg Matthiae (1708–1773) besorgten Novum locupletissimum manuale Lexicon Latino-Germanicum et Germanico-Latinum (1775).
J. C. Scheller's Handlexicon, nach dem Auszuge von G. H. Lünemann, 3 Bände, 1807
Gemeint ist Immanuel Johann Gerhard Schellers (1735–1803) zweiteiliges Lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Handlexicon vornehmlich für Schulen, das in der hier bibliographierten vierten und nach neuer Zählung ersten Auflage (1807) von Georg Heinrich Lünemann (1780–1830) bearbeitet wurde. Da der erste Teil in zwei Bände zerfällt, wird hier von insgesamt drei Bänden gesprochen.
L. C. Bauer's deutsch-lateinisches Lexicon, 3te Auflage, 1806
Bei dem Autor dieses Werks handelt es sich um den Ernesti-Schüler Karl (Carl) Ludwig Bauer (1730–1799). Die nach Bauers Tod erschienene dritte Auflage dieses lange Zeit unübertroffenen Lexikons ist ein unveränderter Abdruck der zweiten Auflage (1798).
Gardin Dumesnils Versuch einer allgemeinen lateinischen Synonymik, aus dem Französischen; bearbeitet von J. C. H. Ernesti, 3 Theile, Leipzig 1799–1800
Der Bearbeiter und Übersetzer von Jean-Baptiste Gardin du Mesnils (1720–1802) mehrfach aufgelegtem Standardwerk Synonymes latins (1777) ist Johann Christian Gottlieb Ernesti (1756–1802).
itzt in England eine neue Ausgabe veranstaltet wird
Gemeint ist die gegenüber dem vierbändigen Original erweiterte editio nova auctior et emendatior (London 1816–1828). Aufgrund von elementaren Mängeln wurde der Thesaurus graecae linguae kurz darauf jedoch in Frankreich erneut aufgelegt (Paris 1831–1865).
J. G. Schneider's kritisch griechisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, Jena und Leipzig 1805
Die erste Auflage von Johann Gottlob Schneiders (1750–1822) bedeutendem zweibändigen Wörterbuch trägt den Titel Kritisches griechisch-deutsches Handwörterbuch (1797/1798), die zweite Auflage ist unter dem Titel Kritisches griechisch-deutsches Wörterbuch (1805/1806) erschienen.
F. M. Riemer's griechisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, ebendaselbst 1815. 16
Es handelt sich hier um die zweite, neu bearbeitete und sehr vermehrte Auflage des zweibändigen Kleine[n] Griechisch-Deutsche[n] Hand-Wörterbuch[es]. Zum Besten der Anfänger ausgearbeitet (1815/1816) von Friedrich Wilhelm Riemer (1774–1845), das als Auszug aus dem zuvor genannten Kritische[n] Wörterbuch Johann Gottlob Schneiders abgefasst ist.
J. F. J. Reichenbach's allgemeines griechisch-deutsches Handwörterbuch zum Schulgebrauch, 2 Bände, Leipzig 1801
Dem in zwei Bände (1801/1802) zerfallenden griechisch-deutschen Teil seines Allgemeine[n] Griechisch-Deutsche[n] und Deutsch-Griechische[n] Handwörterbuch[es] zum Schulgebrauche ließ Johann Friedrich Jacob Reichenbach (1760–1839) erst 1818 einen deutsch-griechischen Teil folgen.
C. Chr. Wendler
Hier handelt es sich um den ansonsten nicht weiter hervorgetretenen Carl Christian Wendler (1741–1804), der sich als Ernesti-Schüler insbesondere auf die klassische Philologie verlegte. Nach dem Studium war er als Mitarbeiter des beliebten Leipziger Geistlichen Johann Adolph Scharf (1724–1791) und als Hauslehrer tätig. Obwohl Wendler nie ein öffentliches Amt bekleidete, genoss er unter Gelehrten hohes Ansehen und war als Bearbeiter des Graecum Lexicon Manuale durchaus bekannt.
Auctoribus linguae latinae
Gemeint ist die von dem französischen Juristen Denis Godefroy (Dionysius Gothofredus) (1549–1622) besorgte, mehrfach aufgelegte Sammlung Auctores Latinae Linguae in unum redacti corpus (1585), in der mit Varro, Marcus Verrius Flaccus, seinem Bearbeiter Sextus Pompeius Festus u.a. für die lateinische Sprache bedeutende Grammatiker zusammengestellt sind. Von vergleichbarer Anlage, aber um einiges reicher sind die Grammaticae Latinae auctores antiqui (1605) des früh verstorbenen Scaliger-Schülers Helias Putschen (1580–1606).
Hesychius
Hinter diesem Namen verbirgt sich das (noch vor der Suda) umfangreichste erhaltene Lexikon der byzantinischen Zeit. Sein spätantiker Verfasser Hesychius von Alexandrien betont, er habe auf bereits vorliegendes Material (v.a. die Περιεργοπένητες des Diogenianos) zurückgegriffen und dieses um eigene Beiträge ergänzt. Das Lexikon besteht überwiegend aus knappen Glossen, die gelegentlich mit Zitaten aus antiken Autoren, der Bibel und den Kirchenvätern angereichert sind, auffällig ist der vergleichsweise hohe Grad an alphabetischer Ordnung.
Pollux
Der auch unter seinem lateinischen Namen Julius Pollux bekannte, aus dem ägyptischen Naukratis stammende Julios Polydeukes (2./3. Jh.) ist der Verfasser des sog. Onomastikons. Dieses nach Sachgruppen gegliederte Werk wird, da es neben der Philologie im engeren Sinne auch weitreichende kulturgeschichtliche Informationen bereithält, als Mischlexikon sui generis bezeichnet.
Ammonius
Unter diesem erst im 15. Jh. auftretenden Namen ist das bekannteste Synonymenlexikon der byzantinischen Zeit, Περὶ ὁμοίων καὶ διαφόρων λέξεων (De adfinium vocabulorum differentia), überliefert. Enthalten sind über 500, nach den ersten beiden Buchstaben alphabetisierte Bedeutungsunterscheidungen gleich oder ähnlich klingender Wörter, die in großer Zahl auch literarisch, aber nicht rein attisch belegt werden (v.a. Homer). Die vormals angenommene Identifizierung seines Autors mit dem als Lehrer des Kirchenhistorikers Sokrates bekannten Grammatiker Ammonius (4. Jh.) wird heute abgelehnt, der Ursprung des Werkes auf den ebenfalls als Verfasser eines Synonymenlexikons hervorgetretenen Grammatiker Herennios Philon (1./2. Jh.) zurückgeführt.
Harpokration
Mit dem Namen des alexandrinischen Grammatikers Valerius Harpokration (wohl 2. Jh.) verbindet sich (neben der nicht erhaltenen Sammlung „blühender“ Ausdrücke [Ἀνθηρῶν συναγωγή]) das in zwei Bearbeitungen überlieferte Lexikon zu den zehn Rednern (Λέξεις τῶν δέκα ῥητόρων), das in vergleichsweise strenger alphabetischer Ordnung die Glossen der zehn attischen Redner nebst ausführlichen Erklärungen und Belegen aus anderen Autoren bietet. Erwähnt sei, dass die Antike zudem einen platonischen Philosophen mit Namen Harpokration kennt, der als Platon-Kommentator und Verfasser eines Platon-Lexikons hervorgetreten ist. Ein weiterer, mit Astrologie, Magie u.Ä. befasster Autor desselben Namens ist an dieser Stelle auszuschließen.
Timäus
Der den Beinamen der Sophist tragende Timaeus ist der biographisch kaum greifbare Verfasser eines in nur einer Handschrift überlieferten, stark interpolierten Speziallexikons zu Platon (Datierung zwischen dem 1. und 4. Jh.), das von späteren Scholiasten benutzt und in verschiedenen byzantinischen Lexika verarbeitet wurde. Die erste vollständige Ausgabe (Leiden 1754; 21789) dieses lange verschollen geglaubten Lexikons stammt von dem berühmten Leidener Philologen David Ruhnken.
Thomas Magister
Der aus Thessalonike stammende, auch unter seinem Mönchsnamen Theodulos bekannte Thomas Magister (ca. 1275–1350) gehört zu den bedeutendsten Philologen der Palaiologenzeit. Hier ist an sein Hauptwerk, die Ἐκλογὴ ὀνομάτων καὶ ῥημάτων ἀττικῶν, gedacht. In der Ausarbeitung dieses von nachfolgenden byzantinischen Gelehrtengenerationen vielbenutzten, nach dem ersten Buchstaben alphabetisierten attizistischen Lexikons greift Thomas häufig auf philologisch-lexikographische Vorarbeiten zurück, hinzu kommen jedoch auch zahlreiche Glossen aus eigener Klassikerlektüre.
Moeris
Das über 900 Glossen umfassende, alphabetisch geordnete Lexikon des griechischen Grammatikers und Lexikographen Moeris (Moiris) (2./3. Jh.) diente vornehmlich als Hilfsmittel für den korrekten Gebrauch des Attischen. Auch wenn dieses Schema nicht völlig durchgehalten wird, sind hier attische Begriffe (v.a. aus Platon, Thukydides, Xenophon, Aristophanes und den zehn Rednern) nichtattischen Begriffen (v.a. aus Phrynichos, Pausanias und Ailios Dionysios) gegenübergestellt.
Catalogus Bibliothecae Bunavianae Tom. I. p. 1873 sq.
Der dreiteilige bzw. siebenbändige, infolge des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) unvollendet gebliebene Catalogus Bibliothecae Bunavianae (1750–1756) ist die Hauptleistung Johann Michael Franckes (1717–1775), der ab 1740 die Privatbibliothek Heinrich Graf von Bünaus (1697–1762) leitete und erfasste. Dabei wurden die Fakultätswissenschaften kleinstteilig untergliedert und auch in Zeitschriften und Sammelwerken veröffentlichte Aufsätze aufgenommen, anonyme und pseudonyme Verfasser ermittelt, auf Übersetzungen und Kommentare verwiesen und anzuschaffende Titel vermerkt. Aufgrund der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Angaben galt Franckes Katalog, wie auch die Bünau'sche Bibliothek selbst, als musterhaft. Nachdem die 42.000 Bände umfassende Sammlung 1764 für die kurfürstliche Bibliothek in Dresden angekauft worden war, legte Francke sie hier mit anderen Bibliotheksbeständen zusammen und machte Dresden zu einem der bedeutendsten Bibliotheksstandorte Europas. Die hier angegebenen Seiten befinden sich im dritten Band des ersten Teils (1752).
Ebendesselben Introductio in historiam linguae graecae, Altenburg. 1778
Bei der in der dritten Auflage der Anweisung nachgetragenen Ausgabe (1792–1795) handelt es sich um die zweite Auflage (editio altera emendatior et auctior).
Gesner
Der Philologe, Pädagoge und Bibliothekar Johann Matthias Gesner (1691–1761) übernahm nach dem Studium in Jena (v.a. bei Buddeus) und Anstellungen im Schuldienst in Weimar, Ansbach und schließlich als Rektor der Thomasschule in Leipzig im Rahmen der Universitätsgründung 1734 eine Professur für Poesie und Rhetorik in Göttingen und wurde zugleich Direktor der dortigen Universitätsbibliothek. Ein besonderes Anliegen Gesners bestand in der Verbesserung des altsprachlichen Unterrichts, das etwa in der Gründung des philologischen Seminars, nicht zuletzt aber auch in den von ihm besorgten Textausgaben zum Ausdruck kam. Im Hinblick auf die an dieser Stelle anvisierten Handausgaben sind v.a. die Scriptores rei rusticae (1735), Quintilian (1738), Plinius d. J. (1739) und Claudian (1759) zu nennen, bei der bereits zuvor angeführten Ausgabe des Livius (1735) (vgl. I § 86) handelt es sich um einen Abdruck der Ausgabe Le Clercs.
Ernesti
Der in Leipzig wie Gesner zunächst als Rektor der Thomasschule wirkende Johann August Ernesti (1707–1781) gehört zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Aufklärungstheologie und hat ein umfangreiches theologisches (vgl. v.a. II § 51) und philologisches (v.a. Klassikereditionen) Gesamtwerk hinterlassen. Unter den Lateinern sind v.a. Cicero (1737–1739) mit dem dazugehörigen Clavis Ciceroniana (1739) sowie Sueton (1748) und Tacitus (1752) und unter den Griechen Xenophon (1737), Aristophanes (1753), Homer (1759–1764), Kallimachus (1761) und Polybius (1764) (vgl. I § 145) zu nennen. Zudem hat Johann August Ernesti auch Vorreden zu Textausgaben (vgl. etwa I § 86) verfasst. Nicht auszuschließen sind an dieser Stelle jedoch zwei weitere Personen: 1.) Johann Christian Gottlieb Ernesti (1756–1802), seit 1782 außerordentlicher Professor in Leipzig und wenige Monate vor seinem Tod ebenda auf eine ordentliche Professur für Eloquenz berufen, ist nach dem Studium bei seinem berühmten Onkel Johann August Ernesti vor allem als Philologe hervorgetreten und hat u.a. Aesop (1781) sowie nach dem Erscheinen der Erstauflage der Anweisung auch Silius Italicus (1791/1792) herausgegeben. Es folgte eine Übersetzung ausgewählter Briefe Ciceros mit Anmerkungen, sein eigentliches Interesse galt jedoch der griechischen Lexikographie und v.a. der antiken Rhetorik. Daneben ist 2.) August Wilhelm Ernesti (1733–1801), ebenfalls ein Neffe Johann August Ernestis und dessen Nachfolger sowie Vorgänger Johann Christian Gottlieb Ernestis als Professor der Eloquenz in Leipzig, zu nennen. Dieser hat neben den Historikern Livius (1769) und Ammianus Marcellinus (1773) auch einen nach Johann Matthias Gesners Handexemplar verbesserten Plinius d. J. (1770) herausgegeben.
Fischer
Johann Friedrich Fischer (1726–1799) wurde nach dem Studium in Leipzig ebenda Universitätsdozent, 1751 Konrektor der Thomasschule und ab 1762 außerordentlicher Universitätsprofessor für alte Literatur. Zuvor bei der Besetzung dieser Stelle übergangen, wurde Fischer 1767 schließlich Rektor der Thomasschule. Neben seinem Wirken als Lehrer ist Fischer v.a. als Philologe hervorgetreten, auch wenn das Urteil über seine hinterlassenen Arbeiten nicht ungeteilt positiv ausfällt. Unter den Griechen sind neben unterschiedlichen Platon-Texten (1759 u.a.m.) Aeschines von Sphettos (1753), Anakreon (1754), Moeris (1756), Palaephatus (1761) sowie Theophrast (1763) und unter den Lateinern v.a. Ovid (1758) (vgl. I § 86) zu nennen, weitere Ausgaben wie etwa Cornelius Nepos (1759) sind von geringem philologischen Wert.
Heyne
Christian Gottlob Heyne (1729–1812) war nach dem Studium in Leipzig zunächst als Hauslehrer in Wittenberg und als Kopist in Dresden tätig, bevor er 1763 auf Empfehlung David Ruhnkens und als Nachfolger Johann Matthias Gesners eine Rhetorik-Professur an der Universität Göttingen antrat, die er bis zu seinem Tod innehatte. Gleichzeitig wirkte er u.a. als äußerst effizienter Universitätsbibliothekar und produktiver Rezensent für die von ihm als Sekretär der Königlichen Societät der Wissenschaften herausgegebenen Göttingische[n] Gelehrte[n] Anzeigen. Nach und nach etablierte sich Heyne als Gelehrter von europäischem Rang, dem etwa 1789 die Reform des gesamten dänischen Bildungswesens angetragen wurde, und muss neben Winckelmann und Wolf als herausragender Wegbereiter der neueren Altertumswissenschaft gelten. Noch aus Dresdner Zeit stammen Tibull (1755) und Epiktet (1756), später folgten Vergil (1767–1775), Pindar (1773) und Apollodor (1782/1787) sowie die gegenüber der Ausgabe Wolfs abfallende mehrbändige Ausgabe der Ilias (1802), die 1804 als zweibändige Handausgabe erschienen ist.
Morus
Samuel Friedrich Nathanael Morus (1736–1792) war zunächst Extraordinarius für Philosophie, dann Ordinarius für Latein und Griechisch in Leipzig, bevor er 1782 ebenda als Nachfolger seines Lehrers Ernesti auf einen theologischen Lehrstuhl berufen wurde. Morus vertrat einen biblischen Supranaturalismus und galt als so orthodox, dass seine immerhin wesentliche Teile der Christologie in den Anhang verweisende Dogmatik dennoch von Johann Christoph von Woellner (1732–1800) empfohlen werden konnte. Unter seinen theologischen Werken sind die Hermeneutik (vgl. II § 56 c) und die Epitome Theologiae Christianae (vgl. II § 190) zu nennen, hervorgetreten ist Morus jedoch v.a. als Philologe. Zu den von Morus besorgten Ausgaben zählen Isokrates' Panegyricus (1766), (Pseudo-)Longinus' De sublimitate (1769) mit einem zusätzlichen Anmerkungsband (1773), Mark Aurel (1775), Xenophons Kyropädie (1774), Anabasis (1775) und Hellenika (1778) sowie Julius Caesar (1780). Begonnen hat Morus zudem eine Ausgabe des Euripides (1778), für den Schulgebrauch hat er einzelne Texte von Lukian (1764), Sophokles (1781) und Philo von Alexandrien (1781) abdrucken lassen.
Wolf
Gemeint ist der in der ersten Auflage der Anweisung noch nicht genannte Friedrich August Wolf. Bis zum Erscheinen der zweiten Auflage der Anweisung lagen Platons Symposion (1782), Hesiods Theogonie (1783), Homers Odyssee (1784) und Ilias (1785) sowie die Aischylos, Sophokles, Euripides und Aristophanes umfassende Tetralogia dramatum Graecorum (1787) vor, später folgten Ausgaben von Ciceros Reden (1801 bzw. 1802) und den Opera Suetons (1802).
Stanyans, unter dem Titel: Histoire de Grece […] Geschichte Griechenlandes bis auf den Tod K. Philipps in Macedonien
Temple Stanyans (1675–1752) The Grecian History (1707/1739) besteht aus zwei Bänden: Der erste Band endet mit dem Peloponnesischen Krieg (431–404 v. Chr.), der zweite reicht bis zum Tod Philipps II. von Makedonien (ca. 382–336), des Vaters Alexanders des Großen (356–323).
Handbuch der griechischen Alterthümer in Rücksicht auf, Genealogie, Geographie, Mythologie, Kunst und Geschichte […] Leipzig 1789
Der Autor ist Christian Gottlieb Traphage (1769–1793).
John Gillies Geschichte von Altgriechenland, von dessen Uebersetzung aus dem Englischen bereits zwey Theile, Leipzig 1787 in gr. 8. erschienen sind
Die ersten beiden Bände der Geschichte von Altgriechenland sind 1787 erschienen, die in der dritten Auflage der Anweisung nachgetragenen letzten beiden Bände stammen aus dem Jahr 1797. Die Übersetzung stammt von Christian Friedrich von Blankenburg (1744–1796) und wurde nach nach dessen Tod von Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818) vollendet.
Seb. Corradi Quaestura, wieder aufgelegt Lips. 1752
Nachzuweisen ist lediglich die von Johann August Ernesti besorgte Leipziger Ausgabe aus dem Jahr 1754, in der Sekundärliteratur wird gelegentlich auch auf eine Ausgabe Ernestis aus dem Jahr 1753 verwiesen, doch geht dies vermutlich auf die Datierung der Praefatio zurück.
The history of the life of M. T. Cicero, by Conyer Middleton, öfters aufgelegt, als London 1767 in 3 Voll.
Der Name des Autors lautet Conyers Middleton (1683–1750), die Namensvariante Conyer findet sich jedoch auf dem Titelblatt der dreibändigen deutschen Übersetzung (1757–1759). Aus dem Jahr 1767 stammt die achte Auflage.
M. Tullii Ciceronis historia philosophiae antiquae, collecta, illustrata et amplificata a F. Gedike, Berol. 1781
Obgleich sich in der Sekundärliteratur auch das Erscheinungsjahr 1781 (vgl. das Datum der praefatio) findet, lässt sich dieses Werk erst für 1782 nachweisen.
lat. Compendium Geographiae antiquae
Gemeint ist die lateinische Übersetzung Compendium geographiae antiquae mappis Danvillianis XI. maioribus accomodatum ex optimis fontibus elaboratum (1785).
J. F. A. Nitsch kurzer Entwurf der alten Geographie, auf's neue herausg. von L. Mannert, 6te Aufl. 1810
Der Name des Autors lautet Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794), der Herausgeber ist Konrad (bzw. Conrad) Mannert (1756–1834).
H. Schlichtegroll's Handbuch der alten Erdbeschreibung, Bremen 1794
Das Handbuch der alten Erdbeschreibung stammt von Hermann Schlichthorst (1766–1820), der in der dritten Auflage der Anweisung vermutlich mit dem v.a. für seine umfangreichen Sammlungen von Nekrologen bekannten Friedrich Schlichtegroll (1765–1822) verwechselt wurde.
B. F. J. F. Schmieder's Handbuch der alten Erdbeschreibung zum Atlas von 12 Karten, Berlin 1802
Dieses Werk hat zwei Herausgeber: Benjamin Friedrich Schmieder (1736–1813) und dessen Sohn Friedrich Gotthelf Benjamin Schmieder (1770–1838).
Jo. Dav. Koeleri Descriptione orbis antiqui in XLIV. tabulis von Weigel in Nürnberg gestochen
Dieses Werk ist ohne Jahresangabe erschienen, dürfte jedoch um 1720 zu datieren sein. Neben Christoph Weigel d. Ä. (1654–1725) wirkte auch dessen Bruder Johann Christoph Weigel d. J. (1661–1726) als Kupferstecher und Verleger in Nürnberg.
Einleitung in die Götter- und Fabelgeschichte der ältesten griechischen und römischen Welt, durch Christ. Tob. Damm, 4te Auflage, Berlin 1775
Die in der dritten Auflage der Anweisung nachgetragene sechste Auflage von Christian Tobias Damms (1699–1778) Einleitung in die Götter-Lehre und Fabel-Geschichte ist posthum im Jahre 1783 erschienen. Bei den folgenden Auflagen handelt es sich um Umarbeitungen von Friedrich Schulz (1762–1798) bzw. Konrad Levezow (1770–1835).
Dav. Christoph Seybolds Einleitung in die griechische und römische Mythologie der alten Schriftsteller, 2te Auflage, Leipzig 1784
Die Einleitung ist in der zweiten Auflage bereits 1783 erschienen.
J. A. Kanne Mythologie der Griechen, Leipzig 1808
Von diesem Werk ist nur der erste Teil (Leipzig 1805) erschienen. Aus dem hier genannten Jahr stammt Johann Arnold Kannes (1773–1824) zweibändiges Werk Erste Urkunden der Geschichte oder allgemeine Mythologie (Bayreuth 1808).
Heynischen und Hermannischen Schriften, welche man §. 313 der dritten Auflage meiner Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie angezeigt findet
Gemeint sind Christian Gottlob Heynes (1729–1812) in § 312 der Bücherkenntniß (31790) genannte Abhandlungen De caussis fabularum seu mythorum veterum physicis (1764), in: Opuscula academica I (1785), 184–206 (VII.); De origine et caussis fabularum Homericarum, in: Novi commentarii Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis VIII (1778), 34–58 (Commentationes historicae et philologicae classis); De theogonia ab Hesiodo condita. Ad Herodoti Lib. II. c. 52. commentatio, in: Commentationes Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis II (1780), 125–154 (Commentationes historicae et philologicae); Ad Apollodori Atheniensis bibliothecam notae I–III (1783), v.a. der dem dritten Teil vorangestellte Beitrag De Apollodori Bibliotheca novaque eius recensione simulque universe de litteratura mythica (aaO III 903–972); Temporum mythicorum memoria a corruptelis nonnullis vindicata, in: Commentationes Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis recentiores VIII (1787), 3–19 (Commentationes antiquiores) sowie das mit einer Vorrede Heynes versehene Handbuch der Mythologie aus Homer und Hesiod, als Grundlage zu einer richtigern Fabellehre des Alterthums mit erläuternden Anmerkungen begleitet von Martin Gottfried Hermann (1787) (Bd. 2 [1790] enthaltend die Mythen aus den Lyrischen Dichtern der Griechen; Bd. 3 [1795] enthaltend die astronomischen Mythen der Griechen) (vgl. I § 56 c).
J. F. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen, gottesdienstlichen etc. Zustandes der Griechen; fortgesetzt von Höpfner und Köpke, 4 Bände, Erfurt 1791–1806
Der Autor ist Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794), die Fortsetzung wurde von Johann Georg Christian Höpfner (1765–1827) und Georg Gustav Samuel Köpke (1773–1837) besorgt.
Ge. Henr. Nieupoort rituum, qui olim apud Romanos obtinuerunt, succincta explicatio, Edit. 13. Berol. 1767
Als ursprünglicher Autor dieses Werkes wird Willem Hendrik (lat. Guilelmus Henricus) Nieupoort (1674–1730) geführt.
Jo. Frid. Gruneri introductio in antiquitates Romanas, Jenae 1748
Für Johann Friedrich Gruners (1723–1778) Introductio in antiquitates Romanas ist einzig das Erscheinungsjahr 1746 nachzuweisen.
E. Meiner's Geschichte des Verfalls der Sitten und der Staatsverfassung der Römer, Leipzig 1782
Der Name des Autors lautet Christoph Meiners (1747–1810).
P. E. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen etc. Zustandes der Römer, 2 Bände, Erfurt 1790
Der Autor ist erneut Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794). Der erste Band ist bereits 1788 erschienen.
Ernestischen bey Xenophons memorabil. Socratis und bey dem Polybius
Gemeint sind Johann August Ernestis mehrfach aufgelegte Xenophontis memorabilium Socratis dictorum libri IV (1737; 51772) sowie dessen dreibändiger, mit Anmerkungen versehener Polybius (1763/64).
Phäder
Der in augusteischer Zeit freigelassene Sklave Phaedrus (gest. Mitte 1. Jh. n. Chr.) zählt trotz einer komplizierten Überlieferungslage bis heute zu den wichtigsten Fabeldichtern (v.a. Tierfabeln).
Nepos
Der mit Cicero befreundete Cornelius Nepos (1. Jh. v. Chr.) ist v.a. durch sein Hauptwerk De viris illustribus bekannt.
Terenz
Publius Terentius Afer (2. Jh. v. Chr.) ist einer der berühmtesten Komödiendichter der lateinischen Antike. Für Herder war Terenz aufgrund des engeren Anschlusses an die griechischen Vorbilder sogar wichtiger als Plautus.
Cäsar
Literarisch ist Gaius Julius Caesar (100–44 v. Chr.), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Antike und 39/38 v. Chr. offiziell unter die Staatsgötter erhoben, v.a. mit seinen commentarii zum gallischen Krieg (De bello Gallico) und zum Bürgerkrieg (De bello civili) verbunden.
Sallust
Aus dem Werk des römischen Politikers und Geschichtsschreibers Gaius Sallustius Crispus (1. Jh. v. Chr.) sind v.a. die Darstellung der catilinarischen Verschwörung (De coniuratione Catilinae oder auch Bellum Catilinae) und die Beschreibung des Krieges gegen Jugurtha (Bellum Iugurthinum) von Bedeutung.
Cicero's Lälius und Cato, seine Briefe, seine philosophischen, seine rhetorischen Werke und seine Reden
Aus dem umfangreichen und vielschichtigen Werk Ciceros (vgl. I § 60) hebt Nösselt Laelius de amicitia, ein in Dialogform verfasstes Werk über die Freundschaft, und Cato maior de senectute hervor, in dem Cicero den greisen Cato d. Ä. über das Alter nachdenken lässt.
mit Quinctilians Instit. orat.
In seiner Institutio oratoria betrachtet Quintilian Cicero als den bedeutendsten lateinischen Redner überhaupt. Hier liegt einer der Hauptgründe für Ciceros herausragende Stellung innerhalb der lateinischen Rhetorik.
Livius
Titus Livius (59 v.–17 n. Chr.) ist der Verfasser eines bis in das erste vorchristliche Jahrzehnt reichenden Geschichtswerkes (Ab urbe condita) in 142 Büchern, von denen jedoch nur 35 erhalten sind. Allerdings lässt sich der Inhalt der verlorenen Bücher über Auszüge, v.a. die sog. Periochae, erschließen.
Suetonius
Der sprachlich Quintilian verpflichtete römische Biograph und Antiquar Gaius Suetonius Tranquillus (geb. um 70 n. Chr.) ist v.a. durch seine zwölf (Caesar bis Domitian) Kaiserviten (De vita Caesarum) bekannt.
Plautus
Besonders aufgrund seiner sprachschöpferischen Fähigkeiten und seines Wortwitzes gilt Titus Maccius Plautus (geb. um 250 v. Chr.) als der bedeutendste römische Komödiendichter. Zusammen mit Terenz hat er auch die neuzeitliche Komödie maßgeblich beeinflusst.
Ovid
Aus dem umfangreichen und bis weit in die Neuzeit hinein von höchstem Einfluss gebliebenen literarischen Werk des von Augustus exilierten Dichters Publius Ovidius Naso (43 v.–17 n. Chr.) können neben Liebeselegien und dem Lehrgedicht Ars amatoria die Metamorphosen und der Festkalender (Fasti) als Hauptwerke gelten. Zudem hat Ovid mit den Tristia und den Epistulae ex Ponto auch seine Exilierung literarisch verarbeitet.
Virgil
Mit seiner laut Statius „göttlichen“ Aeneis, aber auch den Eclogae (Bucolica) und Georgica war Publius Vergilius Maro (70–19 v. Chr.) – für Quintilian der größte Dichter nach Homer, im 16. Jh. etwa von Scaliger über Homer gestellt – bis weit in die Neuzeit hinein einer der einflussreichsten antiken Autoren überhaupt. Die Namensvariante Virgilius ist erst seit dem 5. Jh. belegt.
Horaz
Der wie Vergil zum Maecenas-Kreis gehörende Dichter Quintus Horatius Flaccus (63–8 v. Chr.) ist als Autor von Satiren, Oden, Epoden und Episteln (v.a. der auch als Ars Poetica bekannten Ep. II 3) und des als Auftragsarbeit verfassten Carmen Saeculare bereits in der Antike zum Schulautor avanciert.
Aelians vermischten Geschichten
Gemeint ist die 14 Bücher umfassende, auch als Bunte Geschichten bekannte Ποικίλη ἱστορία (Varia historia) des Claudius Aelianus (2./3. Jh. n. Chr.), die bis in das dritte Buch vollständig und danach in Exzerpten erhalten ist. Daneben hat Aelian die sog. Tiergeschichten (De natura animalium) verfasst, die Autorschaft der Bauernbriefe ist heute umstritten.
Epiktets Enchiridion sowohl als Arrians Commentarien
Der einflussreiche stoische Philosoph Epiktet (50–125 n. Chr.) hat selbst keine Schriften hinterlassen, doch ist seine Lehre durch die als Lehrgespräche (Διατριβαί) veröffentlichte Mitschrift des Historikers Flavius Arrianus (geb. zwischen 85–90 n. Chr.) erhalten. Das Enchiridion (Ἐγχειρίδιον), von Nösselt Epiktet zugeschrieben, ist ein Exzerpt dieser Lehrgespräche. Zudem hat Arrian historische Werke verfasst (s.u.).
Xenophon
Der bedeutende Geschichtsschreiber Xenophon (ca. 430–354 v. Chr.) wurde auch als einer der wichtigsten Vertreter des attischen Griechisch durch die Jahrhunderte hindurch als Schulautor geschätzt. Neben den Geschichtswerken Anabasis und Hellenika wird Nösselt hier jedoch auch politisch-didaktische (etwa die Kyropädie) sowie philosophische Schriften (v.a. die Memorabilia Socratis) im Blick gehabt haben.
Platon's […] Dialogen
In der bis in das 19. Jh. hinein maßgeblichen Stephanus-Ausgabe (Genf 1578), nach deren Paginierung bis heute zitiert wird, werden für den athenischen Philosophen Platon (428/27–348/47 v. Chr.) neben der Apologie des Sokrates und einer Sammlung von 13 Briefen über 30 Dialoge (am bekanntesten wohl der Staat [Πολιτεία]) überliefert. Heute besteht im Wesentlichen Konsens darüber, dass die meisten Briefe und manche Dialoge nicht auf Platon zurückgehen.
Aeschines Dialogen
Insgesamt hat der Sokrates-Schüler Aeschines von Sphettos (gest. nach 376/75 v. Chr.) sieben Dialoge verfasst, die alle verloren sind, jedoch teilweise rekonstruiert werden können. Das 18. Jh. kennt Aeschines-Ausgaben, in denen zumindest drei Dialoge geboten werden.
Theophrasts Charaktere
Neben zwei bedeutenden botanischen Abhandlungen zählen die Charaktere (Ἠθικοὶ χαρακτῆρες) zu den wichtigsten Werken des Peripatetikers und Aristoteles-Schülers Theophrast (371/70–287/86 v. Chr.). Im 17. Jh. wurden die Charaktere Vorbild für die literarische Gattung der Charakterstudie.
Aristoteles Rhetorik
Der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) gehört, wie sein Lehrer Platon, zu den einflussreichsten Denkern der abendländischen Tradition (Aristotelismus) und hat, auch wenn nur ein Teil seiner Schriften erhalten ist, ein umfangreiches Werk hinterlassen. Die drei Bücher umfassende Rhetorica beschreibt zunächst die unterschiedlichen Redearten, ihre Gegenstände sowie die damit zusammenhängenden Emotionen, das dritte Buch befasst sich mit Stilfragen.
Isokrates
Isokrates (436–338 v. Chr.) gilt neben dem in der Reiskischen Sammlung (s.u.) enthaltenen Demosthenes als größter Redner der griechischen Antike. Waren im ersten vorchristlichen Jahrhundert 60 Reden unter dem Namen des Isokrates bekannt, von denen jedoch bereits damals nur etwa die Hälfte für echt gehalten wurde, umfasst sein Werk nach heutigem Stand und an nur wenigen Stellen unter Zweifeln 21 Reden und neun Briefe.
Reiskischen Sammlung
Gemeint sind Johann Jacob Reiskes zwölfbändige Oratores Graeci (1770–1775).
Herodot
Der von Cicero als pater historiae bezeichnete, mit Blick auf die antike Historiographie höchst einflussreiche Herodot von Halikarnass (5. Jh. v. Chr.) hat ein neun Bücher umfassendes, vollständig erhaltenes Geschichtswerk (Historien) hinterlassen, in dem eine Vielzahl von unterschiedlichen (z.B. geographischen und ethnographischen) Materialien verarbeitet ist. Dieser große inhaltliche Reichtum spiegelt sich auch in seiner bereits in der Antike wegen ihrer großen Buntheit gerühmten Sprache wider.
Polybius
Die Historien, das Hauptwerk des griechischen Geschichtsschreibers Polybius (gest. um 120 v. Chr.), sind eine bis in die Mitte des 2. Jh.s v. Chr. reichende Geschichte der Expansion Roms in 40 Büchern (erhalten ist etwa ein Drittel), deren besondere Bedeutung nicht zuletzt in ihrem methodischen Konzept, der sog. pragmatischen Geschichtsschreibung (vgl. I § 225), liegt. Obwohl das antike Urteil über Polybius' Stil eher negativ ausfällt, wurde er früh ausgiebig rezipiert und stieg nach seiner Wiederentdeckung im 15. Jh. bis zum Ende des 18. Jh.s v.a. in politischer Perspektive (Verfassungsfragen) zu einem der einflussreichsten antiken Historiker auf.
Plutarch
Das umfangreiche Werk (die Antike kannte rund 260 Schriften) des römischen Schriftstellers Plutarch von Chaironeia (gest. vor 125 n. Chr.) zerfällt grob in philosophische und historisch-biographische Schriften. Obwohl auch die philosophischen Moralia (vgl. I § 208 c) mit Gewinn zu lesen wären, geht es Nösselt an dieser Stelle v.a. um die Cäsarenviten und die Parallelbiographien (paarweise Gegenüberstellungen großer Griechen und Römer, die bis auf wenige Ausnahmen mit einem vergleichenden Epilog enden). Als wichtigster Vertreter des Mittelplatonismus (mit eigener Akademie in Chaironeia) und des Attizismus war Plutarch von beträchtlichem Einfluss und wurde auch in christlichem Kontext sehr geschätzt.
Josephus
Der jüdisch-hellenistische Historiker Flavius Josephus (1. Jh. n. Chr.) hat neben einer Autobiographie (Vita Iosephi) und der apologetischen Schrift Contra Apionem zwei Geschichtswerke verfasst: den bis zur Belagerung Massadas (73/74 n. Chr.) reichenden Jüdischen Krieg (Bellum Iudaicum) und die von der Weltschöpfung bis zum jüdischen Krieg reichenden Jüdischen Altertümer (Antiquitates Iudaicae). Im Judentum ist Josephus kaum rezipiert worden, für Eusebius von Caesarea (260–339 n. Chr.) ist er der wichtigste Gewährsmann für die Zeit Jesu.
Arrian
Zu den historischen Schriften Arrians (zur Epiktet-Überlieferung s.o.) zählen der Alexanderzug (Ἀλεξάνδρου Ἀνάβασις) und eine Schrift über Indien (Ἰνδική), fragmentarisch erhalten sind eine Diadochen- und eine Parthergeschichte (zu den philosophischen Schriften s.o.). Weitere Schriften sind ein vollständig überlieferter Periplus des Schwarzen Meeres und eine Abhandlung über die Jagd (Κυνηγετικός) sowie mehrere kleinere, ebenfalls nur fragmentarisch erhaltene Werke.
Appian
Der ursprünglich aus Alexandrien stammende, später jedoch nach Rom übergesiedelte Historiker Appian (gest. 160 n. Chr.) ist der Verfasser einer teils verlorenen, teils nur fragmentarisch erhaltenen Römischen Geschichte (Ῥωμαϊκά) mit ethnographischem Gliederungsschema. Von besonderer Bedeutung ist die insgesamt fünf Bücher umfassende Beschreibung der Bürgerkriege (Ἐμφύλια).
Herodian
Der Historiker Herodian (geb. 178/180 n. Chr.) ist der Autor eines in griechischer Sprache und in acht Bänden verfassten, bis zum Herrschaftsbeginn Gordians III. im Jahr 238 n. Chr. reichenden Geschichtswerkes (Ab excessu divi Marci) und nicht mit dem zeitgleich lebenden griechischen Grammatiker Aelius Herodianus zu verwechseln.
Homer
Mit dem Namen Homers verbinden sich die beiden großen Epen Ilias und Odyssee, die wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 8. Jh.s v. Chr. stammen und mit ihren insgesamt rund 28.000 Versen den Beginn der europäischen Dichtung markieren. Bereits in der Antike wurden Homer weitere Werke (etwa die Homerischen Hymnen) zugeschrieben, doch gelten nur die Ilias und die Odyssee als echt. Seit jeher wird diskutiert, ob Homer überhaupt existiert hat oder sein Name eine Kollektivbezeichnung für mehrere Autoren darstellt (Homerische Frage).
Hesiod
Neben Homer stellen die Werke seines Zeitgenossen Hesiod die frühesten Zeugen der griechischen Literatur dar und sind wichtiger Orientierungspunkt für die gesamte antike Dichtung. Zu nennen sind v.a. die für das Wissen um die griechische Mythologie bedeutende Theogonie sowie das in weiten Teilen auch das Alltagsleben (v.a. die Landarbeit) thematisierende Lehrgedicht Werke und Tage (Ἔργα καὶ ἡμέραι).
Anakreon
Hauptthemen der wenigen, nur fragmentarisch erhaltenen Gedichte des griechischen Lyrikers Anakreon d. Ä. (geb. ca. 575 v. Chr.) sind der Wein, die (erotische) Liebe und der Tod, die in teils deutlichen Bildern bearbeitet werden. Im Gegensatz dazu schlägt die unter dem Titel Anacreontea bekannte Sammlung von 60 anonymen, Anakreon nachahmenden Gedichten aus verschiedenen Epochen der Antike einen weit milderen Ton an. Diese erstmals 1554 von Stephanus herausgegebene und in der Folge in mehrere Sprachen übersetzte Sammlung war gerade im ausgehenden 18. Jh. von erheblichem Einfluss (Anakreontik).
Theokrit, Moschus und Bion
Bei Theokrit (3. Jh. v. Chr.), Moschus (wohl 2. Jh. v. Chr.) und Bion (Lebensdaten unbek.) handelt es sich um die bedeutendsten Vertreter der griechischen Bukolik („Hirtendichtung“), die dann die lateinische (v.a. Vergil) und ab dem 4. Jh. auch die christliche Bukolik geprägt hat. Seit byzantinischer Zeit (Suda) scheinen diese drei Autoren als feste Trias zusammenzugehören.
Pindar
Aus dem Werk des Chorlyrikers Pindar (geb. vermutl. 522 oder 518 v. Chr.) sind nur die Epinikia oder Siegeslieder (Oden auf Sieger der olympischen, pythischen, nemëischen und isthmischen Spiele) erhalten. Als dichterisches Vorbild war Pindar bereits in der Antike (Horaz) und später auch in der deutschen Romantik hoch geschätzt.
Kallimachus
Das Werk des von Quintilian als elegiae princeps bezeichneten, äußerst produktiven Dichters und Grammatikers Kallimachus von Kyrene (geb. zwischen 320 und 303 v. Chr.) ist größtenteils verloren. Nösselt hat hier die komplett erhaltenen Hymnen sowie die etwas mehr als 60 Epigramme im Blick. Fragmentarisch erhalten (durch neuere Funde jedoch vergleichsweise gut rekonstruierbar) sind die Ursprünge (Αἴτια), die Jamben und das Gedicht Hekale.
Aristoteles Poetik
Das erste der ursprünglich zwei Bücher umfassenden Poetik des Aristoteles behandelt v.a. die Tragödie (das nicht erhaltene zweite Buch die Komödie) und hat diese (Regeldrama, doctrine classique) sowie die Theorie der Dichtkunst (Scaliger, Opitz, Gottsched) seit seiner Wiederentdeckung in der Renaissance nachhaltig geprägt.
Vertheidigung des Lateinschreibens […] Theil 11. S. 258 f.
Friedrich Gedikes (1754–1803) Vertheidigung des Lateinschreibens und der Schulübungen darin findet sich in dessen zweibändigen Gesammlete[n] Schulschriften I (1789), 289–321. Bei den in der von Gedike und Johann Erich Biester (1749–1816) herausgegebenen Berlinische[n] Monatsschrift 2 (1783) abgedruckten Einwendungen handelt es sich um Johann Stuves (1752–1793) Wider das Lateinschreiben. An den Herrn Direktor Gedike (aaO 338–357). Im elften Band der Allgemeine[n] Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens (vgl. I § 33 c) findet sich die Abwägung der Gründe für und wider das Lateinschreiben, als eine allgemeine Uebung für alle und jede Studirende (aaO 258–337).
Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste 1783, 41tes Stück
Gedikes Vertheidigung des Lateinschreibens findet sich im Berlinsche[n] Magazin der Wissenschaften und Künste 1 (1783), 4. St., 30–55.
Erasmus
Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466/1469–1536), der wohl bedeutendste Humanist seiner Zeit („Humanistenfürst“), hat eine umfangreiche literarische Tätigkeit (inkl. Korrespondenz) entfaltet. In theologischer Perspektive ist v.a. seine Edition des Neuen Testaments (Anfänge des textus receptus) sowie seine Auseinandersetzung mit Martin Luther und sein Einfluss auf die Reformation zu nennen. Sein Werk umfasst in der Ausgabe Jean Le Clercs (Leiden 1703–1706) zehn Foliobände.
Phil. Melanchthon
Philipp Melanchthon (eigentl. Schwartzerdt) (1497–1560) gehört als Weggefährte Martin Luthers zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation und wurde aufgrund seiner pädagogischen Verdienste auch als praeceptor Germaniae bezeichnet. Als Humanist war Melanchthon vielseitig interessiert und hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. Hervorgehoben seien die Loci communes (1521) und die unter maßgeblichem Einfluss Melanchthons entstandene Confessio Augustana invariata (1530) bzw. variata (1540).
Joach. Camerarius
Der Humanist Joachim Camerarius (Kammermeister) d. Ä. (1500–1574) studierte in Leipzig, Erfurt und Wittenberg und war zuletzt Professor in Leipzig. Neben einer umfangreichen philologischen und editorischen Tätigkeit ist der eng mit Melanchthon befreundete Camerarius auch kirchenpolitisch (u.a. Teilnahme an verschiedenen Religionsgesprächen) hervorgetreten.
Joh. Calvin
Der in Genf wirkende Theologe Johannes (Jean) Calvin (1509–1564) ist die wichtigste Gründungspersönlichkeit des reformierten Christentums und mit seinem Hauptwerk, der 1559 (im selben Jahr gründete Calvin die von Theodor Beza geleitete Genfer Akademie) in endgültiger lateinischer Fassung vorliegenden Institutio Christianae religionis, einer der bedeutendsten Reformatoren überhaupt (Calvinismus). Sein Werk umfasst weit über 100 Schriften, die erhaltene Korrespondenz mehrere tausend Briefe.
Joh. Sturm
Der humanistisch gebildete Johannes Sturm (1507–1589) lehrte ab 1537 in Straßburg und wirkte hier v.a. als Gründer und ständiger Rektor des Gymnasiums, das 1566 in den Rang einer Akademie erhoben wurde. Neben seinem Melanchthon verpflichteten pädagogischen Wirken trat der tendenziell reformierter Theologie (Calvin, Bucer) zuneigende Sturm als Vermittler zwischen den Konfessionen hervor, wurde jedoch selbst in jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit der Straßburger Kirchenführung und der Akademie um die eigene theologische Position aufgerieben.
Melch. Canus
Der antireformatorische Dominikaner Melchior Cano (1509–1560) war als bedeutender Vertreter der Schule von Salamanca Berater Karls V. sowie dessen Sohnes Philipp II. und ein Verfechter der Inquisition. Zugleich gilt er aufgrund seines posthum veröffentlichten Hauptwerkes De locis theologicis (1563), das bis 1890 mehr als 30 Auflagen erlebte und zum Standardwerk der katholischen Erkenntnis- und Methodenlehre avancierte, als Begründer der Fundamentaltheologie.
Hier. Osorius
Der portugiesische Humanist und Bischof Hieronymus Osorius (Jerónimo Osório) (1506–1580) galt aufgrund seiner theologischen und historiographischen Schriften als Gelehrter von europäischem Rang und wurde wegen seines stilvollendeten Lateins als Cicero Lusitanus bezeichnet (zeitweise wurde Osorius sogar verdächtigt, für seine Abhandlung De gloria Ciceros verlorenes Werk gleichen Namens verwendet und unterschlagen zu haben).
Jak. Sadoletus
Der als Reformer aufgetretene italienische Kardinal und Humanist Jacobus Sadoletus (Jacopo Sadoleto) (1477–1547) gehört zu den Vorbereitern des Trienter Konzils (1545–1563) und hat in mehreren Schriften (an Melanchthon, die Genfer und gegen Johannes Sturm) versucht, für die Einheit der römisch-katholischen Kirche zu wirken. Als Hauptwerk gilt sein bisweilen auch von altgläubiger Seite als semipelagianisch kritisierter Römerbrief-Kommentar (1535). Wegen seines ciceronianischen Stils galt er als einer der besten Latinisten seiner Zeit.
Andr. Hyperius
Der durch Johannes Sturm zum Humanismus und zur reformatorischen Theologie (v.a. Calvin und Bucer) gekommene Andreas Gerhard gen. Hyperius (von Ypern) (1511–1564) bekleidete ab 1542 eine theologische Professur in Marburg und hat sich, mit großem Einfluss auf die lutherische Orthodoxie, v.a. um die Predigtlehre verdient gemacht.
Ruhnkenius, Wyttenbach
In der dritten Auflage der Anweisung ist die Aufzählung um den bedeutenden Leidener Philologen und princeps criticorum David Ruhnken und dessen Schüler, Nachfolger und Biographen Daniel Albert Wyttenbach (1746–1820) erweitert. Die Zusammenstellung mit Ruhnken lässt es unwahrscheinlich erscheinen, dass an dieser Stelle Wyttenbachs Vater, der Marburger Theologieprofessor David Samuel Daniel Wyttenbach (1706–1779), gemeint ist.
Joh. Aug. Ernesti
Wegen seines hervorragenden lateinischen Stils wurde Johann August Ernesti auch als Germanorum Cicero bzw. in den Worten David Ruhnkens als Ciceronis sospitator bezeichnet.
die meistens in dieser Sprache abgefaßt sind
Neben hebräischen enthält das Alte Testament auch aramäische Passagen (v.a. Dan 2,4–7,28 und Esr 4,8–6,18; 7,12–26).
hebräischen Denk- und Sprachart
Vgl. I § 162.
Alb. Schultens Clavis dialectorum bey Erpenii Rudimentis linguae Arabicae, Edit. altera, Lugd. Batav. 1770
Albert Schultens' Clavis dialectorum findet sich aaO 185–374.
J. D. Michaelis Grammatica Syriaca, Hal. 1785
Johann David Michaelis' Grammatica Syriaca ist bereits 1784 in Halle erschienen.
S. Vater's syrische Grammatik
Da für den hervorragenden und in seinem Werk äußerst vielseitigen Sprachforscher Johann Severin Vater (1771–1826), der ab 1799 eine ordentliche Professur der Theologie und orientalischen Sprachen in Halle innehatte, 1809 aufgrund der unsicheren politischen Verhältnisse jedoch nach Königsberg wechselte, keine eigenständige Grammatik des Syrischen ermittelt werden kann, wird hier der betreffende Abschnitt im Handbuch der Hebräischen, Syrischen, Chaldäischen und Arabischen Grammatik (1802; 21817) gemeint sein (vgl. I § 155 c; I § 156 c).
syrischen Chrestomathie fortgehen, die der Michaelischen Abhandlung (§. 152. Anmerk.) angehängt ist
Bei der der zweiten Auflage der Abhandlung beigebundenen Syrische[n] Chrestomathie. Erster Theil handelt es sich um die zweite Auflage aus dem Jahr 1783, der ersten Auflage der Abhandlung ist die Erstauflage der Chrestomathie aus dem Jahr 1768 angehängt.
doppelten Syrischen Uebersetzung des N. Test. sowohl der älteren, welche zuletzt Carl Schaaf Lugd. Bat. 1709 […] herausgegeben hat
Laut Titelblatt wurde das Novum Domini Nostri Jesu Christi Testamentum Syriacum (1709) von Karl Schaaf (1646–1729) und dem berühmten Utrechter Theologen und Hebraisten Johannes Leusden (1624–1699) besorgt.
Jac. Altingii Synopsi Institutionum Chaldaearum et Aramaearum (Tom. V. s. Opp. Amst. 1687)
Der fünfte und letzte Band der von Balthasar Bekker (1634–1698) verantworteten Opera omnia Jakob Altings (1618–1679) beinhaltet unterschiedliche theologische und philologische Arbeiten, die jeweils eigene Seitenzählungen aufweisen. Die 32 Seiten umfassende Synopsis institutionum Chaldaearum et Aramaearum ist als letztes Stück des Bandes eingebunden.
Joh. Buxtorfii Lexici Chaldaici etc. Basil. 1640
Das Lexicon Chaldaicum, Talmudicum et Rabbinicum kann als Hauptwerk des berühmten Basler Theologen Johann Buxtorf d. Ä. (1564–1629) bezeichnet werden. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Buxtorf d. J. (1599–1664) die Fertigstellung (1639 bzw. der hier angeführte Nachdruck 1640).
W. E. Hetzel's Anweisung zum Chaldäischen bei Ermangelung alles mündlichen Unterrichts, Lemgo 1787
Der Name des Autors lautet Wilhelm Friedrich Hezel (1754–1824).
§. 159. genannte Vatersche Handbuch
Entsprechend zum Syrischen und Arabischen (vgl. I § 154 c bzw. I § 156 c) dürfte in diesem Paragraphen der Abschnitt zum Chaldäischen in Johann Severin Vaters (1771–1826) Handbuch der Hebräischen, Syrischen, Chaldäischen und Arabischen Grammatik (1802; 21817) gemeint sein. Allerdings ist in § 159 der dritten Auflage der Anweisung nicht auf dieses Handbuch, sondern auf Vaters hebräische Sprachlehren verwiesen.
Alb. Schultens aber, ausser den schon vorhin dabey befindlichen Lokmannischen Fabeln […] vermehrt durch Auszüge aus der Hamasa des Abi Temmam, ebendaselbst 1748
Gemeint ist Albert Schultens' Ausgabe der zuvor in der Bearbeitung des Jacobus Golius (1596–1667) genannten Grammatica Arabica des Thomas Erpenius. In dieser finden sich die Fabeln des sagenumwobenen arabischen Weisen Luqmān (Lôkman), die ebenfalls Bestandteil der von Golius besorgten Ausgabe waren. Bei der Hamasa (arab. Tapferkeit) handelt es sich um eine von Abū-Tammām Ḥabīb Ibn-Aus aṭ-Ṭāʾī (ca. 806–846) zusammengestellte Anthologie arabischer Gedichte in zehn Büchern.
Erpenii arabische Grammatik, abgekürzt, vollständiger und leichter gemacht von Joh. Dav. Michaelis, Göttingen 1771 in 8, verändert 1783
Johann David Michaelis hat seiner Bearbeitung der Arabische[n] Grammatik des Thomas Erpenius nebst einem aus Albert Schultens' Bearbeitung (s.o.) entnommenen Anfang einer arabischen Chrestomathie (1771) eine zweite Auflage folgen lassen (1781), die laut Vorrede derart umgearbeitet ist, dass Michaelis nun von „seiner“ Grammatik spricht. Eine Ausgabe aus dem Jahr 1783 lässt sich nicht nachweisen.
J. S. Vaters Handbuch etc.
Da für Johann Severin Vater (1771–1826) ebenfalls keine eigenständige Grammatik des Arabischen ermittelt werden kann, wird auch hier der betreffende Abschnitt im Handbuch der Hebräischen, Syrischen, Chaldäischen und Arabischen Grammatik (1802; 21817) gemeint sein (vgl. I § 154 c; I § 155 c).
Erpenius
Der bedeutende Arabist Thomas Erpenius (1584–1624) studierte zunächst Philosophie, erlangte 1608 den Doktorgrad und verlegte sich dann durch den Einfluss Scaligers sowie aus religionspolitischen Gründen nicht wie geplant auf die Theologie, sondern wandte sich den orientalischen Sprachen zu. Nach einer Bibliotheksreise wurde er Professor für orientalische Sprachen (später auch für Hebräisch) in Leiden, richtete hier eine auf orientalische Sprachen spezialisierte Druckerei ein und fungierte überdies auch als Dolmetscher für die Vereinigten Niederlande. In der Anweisung bereits erwähnt sind Golius', Schultens' und Michaelis' Bearbeitungen (vgl. I § 156) seiner mehrfach nachgedruckten Grammatica Arabica (1613) sowie die ebenfalls mehrfach aufgelegten Rudimenta Linguae Arabicae (1620) (vgl. I § 152), neben zahlreichen anderen philologischen Werken sind außerdem die von Scaliger angefangenen Proverbia Arabica (1614), die Locmani Sapientis Fabulae (1615), das Novum D. N. Jesu Christi Testamentum Arabice (1616), der Pentateuchus Mosis Arabice (1622) und die Historia Saracenica (1625) hervorzuheben.
Edw. Pocock
Der Theologe und Orientalist Edward Pococke (1604–1691), nach dem Studium in Oxford zunächst Kaplan in Aleppo, wurde 1636 auf die erste Professur für Arabisch (Laudian Professor of Arabic) an seiner alten Alma Mater berufen. Kurz darauf reiste er für einige Jahre nach Konstantinopel, übernahm nach seiner Rückkehr eine Pfarrstelle und gegen Ende des Bürgerkrieges 1648 eine Professur für Hebräisch. Pococke übersetzte 1660 Grotius' De veritate religionis Christianae sowie 1674 das Book of Common Prayer zu Missionszwecken ins Arabische und war zudem Mitarbeiter an der sog. Londoner Polyglotte. Aus seinem arabistischen Werk, dessen Bedeutung nicht zuletzt auf die zahlreichen im Orient gesammelten Handschriften zurückzuführen ist, sind v.a. das aufgrund seiner umfangreichen Anmerkungen bedeutende Specimen historiae Arabum (1650) zu nennen, hinzu kommen die zweibändige Contextio Gemmarum, sive Eutychii Patriarchae Alexandrini Annales (1654/1656) und die dreibändige Historia compendiosa dynastiarum (1663), seine Maimonides-Übersetzung Porta Mosis (1655) bietet arabischen Text in hebräischen Buchstaben. Ob hier nicht auch sein ebenfalls als Orientalist hervorgetretener Sohn Edward Pococke (1648–1727) gemeint sein könnte, muss offen bleiben. Dieser hatte unter dem Titel Philosophus Autodidactus sive Epistola Abi Jaafar, Ebn Tophail de Hai Ebn Yokdhan (1671) eine arabisch-lateinische Ausgabe des Inselromans Ḥayy ibn Yaqẓān (Der Lebendige, Sohn des Wachenden) des im 12. Jh. lebenden islamischen Gelehrten Ibn Tufail besorgt, zu der der ältere Pococke ein Vorwort verfasst hat. Dieser Roman erlangte v.a. durch die von Pococke besorgte Ausgabe einige Bekanntheit und soll später Defoes Robinson Crusoe beeinflusst haben.
Joh. Gagnier
Jean Gagnier (ca. 1670–1740) war nach dem v.a. den orientalischen Sprachen gewidmeten Studium am Pariser Collège de Navarre zunächst Kanoniker der Abtei St Geneviève du Mont, siedelte dann jedoch nach England über und wurde Geistlicher der anglikanischen Kirche (vgl. das wütende Werk L'Eglise Romaine Convaincue de Dépravation, d'Idolatrie et d'Antichristianisme aus dem Jahr 1706). Nachdem ihm auf königliche Anordnung 1703 der Magistergrad in Cambridge verliehen wurde, kam er durch die Vermittlung von Bischof William Lloyd (1627–1717), der ihn außerdem zu seinem persönlichen Kaplan bestellte, nach Oxford. Hier unterrichtete Gagnier ab 1709 Hebräisch, ab 1715 als Vertreter von Regius Professor Robert Clavering, später in Vertretung für Laudian Professor John Wallis auch Arabisch. 1724 übertrug ihm die Universität Oxford schließlich die Lord Almoner's Professorship für Arabisch. Aus Gagniers arabistischem Werk ist v.a. De vita et rebus gestis Mohamedis (1723), eine arabisch-lateinische Ausgabe der Mohammed-Biographie Abu-'l-Fidās (1273–1331), hervorzuheben, die zur Grundlage seiner eigenen zwei- (1732) bzw. dreibändigen (1748) französischsprachigen Mohammed-Biographie La Vie de Mahomet wurde. Diese zeichnet sich v.a. durch ihre neutrale Darstellung aus und wurde später auch ins Deutsche übersetzt (1802–1804). Bereits zuvor war Gagniers aus dem Griechischen ins Arabische übersetztes Liber dictus Petra Scandali (1721) publiziert worden, eine unvollendet gebliebene Übersetzung von Abu Al-Fidas Arabischer Geographie, von der 1727 ein Specimen veröffentlicht wurde, erschien in Gagniers Todesjahr unter dem Titel Descriptio peninsulae Arabum.
Albert und Heinr. Alb. Schultens
Gemeint sind Albert Schultens (1686–1750) und sein Enkel Henrik Albert Schultens (1749–1793), die beide – wie auch Albert Schultens' Sohn und Henrik Albert Schultens' Vater Jan Jacob Schultens (1716–1778) – als Orientalisten an der Universität Leiden hervorgetreten sind. Albert Schultens wurde nach dem u.a. in Leiden absolvierten Studium 1709 in Groningen zum Doktor der Theologie promoviert, begab sich dann wieder nach Leiden und folgte 1713 einem Ruf als Hebräischprofessor nach Franecker. 1729 wechselte er an das Leidener Staatenkolleg und wurde hier 1732 zudem Professor für orientalische Sprachen sowie 1740 für hebräische Altertümer. Schultens gehört zu den bedeutendsten niederländischen Orientalisten des 18. Jh.s, wirkte schuldbildend und hat sich, wie die Abhandlung De utilitate linguae Arabicae in interpretantia Sacra Scriptura (1706) zeigt, bereits früh auch dem Arabischen zugewandt. V.a. in seinen zweibändigen Origines Hebraeae (vgl. I § 151) hat er die Verwandtschaft mit der hebräischen Sprache hervorgehoben, die nach orthodoxer Überzeugung als göttliche Ursprache mit keiner anderen Sprache verwandt sein könne. Arabistisch bedeutsam ist Schultens' Bearbeitung von Erpenius' Grammatica Arabica (1748) (vgl. I § 156) sowie von dessen Rudimenta Linguae Arabicae (1733) (s. o.), zudem hat Schultens die arabisch-lateinische Vita et res gestae Sultani Saladini (1733), die Monumenta vetustiora Arabiae (1740) und die ersten sechs Consessus des Hariri (1731 bzw. zusammen mit den Monumenta 1740) besorgt. Henrik Albert Schultens unternahm nach dem Studium in Leiden und Haderwijk 1772 eine Bibliotheksreise nach England, bearbeitete in Oxford den Nachlass Edward Pocockes und erhielt ein Jahr später ebenda ehrenhalber einen philosophischen Magistertitel. Noch im selben Jahr wurde er Professor für orientalische Sprachen und jüdische Altertümer am Amsterdamer Athenaeum Illustre, 1778 übernahm er den Lehrstuhl seines Vaters in Leiden. Zu nennen sind an dieser Stelle Henrik Albert Schultens' Anthologia Sententiarum Arabicarum (1772), das Specimen proverbiorum Meidani e versione Pocockiana (1773) und Pars versionis Arabicae libri Colailah wa Dimnah, sive fabularum Bidpai, Philosophi Indi (1786).
Joh. Jac. Reiske
Nach dem Besuch des Gymnasiums der Franckeschen Stiftungen in Halle immatrikulierte sich Johann Jacob Reiske (1716–1774) 1733 für ein Theologiestudium in Leipzig und beschäftigte sich daneben als Autodidakt mit dem Arabischen. 1738 kam er durch die Vermittlung Albert Schultens' nach Leiden. Hier hörte er u.a. Tiberius Hemsterhuis, der Reiskes Interesse für die griechische Literatur weckte. 1746 wurde er aufgrund von Differenzen mit den Leidener Philologen zum Doktor der Medizin promoviert und kehrte im selben Jahr nach Leipzig zurück. Hier übernahm Reiske v.a. philologische Gelegenheitsarbeiten und wurde 1748 zum außerordentlichen Professor für Arabisch ernannt. Auf Universitätsebene verhinderten einflussreiche Gegenspieler wie Ernesti und Michaelis ein weiteres Vorankommen, doch wurde Reiske 1758 Rektor der Leipziger Nikolaischule. 1771 besuchte er auf Wunsch Lessings Wolfenbüttel und ordnete hier die orientalischen Handschriften. Heute gilt Reiske als Begründer der arabischen Philologie (inkl. Numismatik und Epigraphik), von besonderer Bedeutung ist seine posthum von Jacob Georg Christian Adler (1756–1834) herausgegebene Textausgabe und Übersetzung des Geschichtswerks Abu-'l-Fidās (1789–1795). Daneben ist die auf Grundlage des arabischen Philologen Maidānī entstandene Sammlung einiger arabischen Sprüchwörter die von den Stecken oder Stäben hergenommen sind (1758) zu nennen, außerdem hat Reiske im Rahmen seiner Edition des Zeremonienbuches des byzantinischen Kaisers Konstantinos VII. Porphyrogennetos, De ceremoniis aulae Byzantinae (1751–1754), zur Kommentierung auch arabische Quellen herangezogen.
J. D. Michaelis
Als Theologe und Orientalist gehört Johann David Michaelis (1717–1791) zu den einflussreichsten Gelehrten des 18. Jh.s. Nach dem Schulbesuch in den Franckeschen Stiftungen und dem u.a. bei seinem Vater Christian Benedikt Michaelis (1680–1764) und Siegmund Jacob Baumgarten absolvierten Studium der Theologie und orientalischen Sprachen in Halle wurde Michaelis 1739 mit einer hebraistischen Arbeit promoviert. Nach seiner Rückkehr von einer Studienreise wurde er 1745 nach Göttingen berufen und ein Jahr später außerordentlicher Professor. 1750 auf eine ordentliche Professur befördert, wirkte er bei der Gründung der Göttingischen Akademie der Wissenschaften mit und wurde später auch deren Direktor. Zu Michaelis' arabistischen Arbeiten zählt neben der Bearbeitung von Erpenius' arabischer Grammatik (vgl. I § 156) auch die Vorarbeit Vom arabischen Geschmack (1771; 21781), die im Vorwort der Grammatik referiert wird. Einen besonderen Aspekt der orientalistischen Bemühungen Michaelis' stellt die von ihm initiierte Arabienreise dar, die als erste wissenschaftliche Expedition in den nahöstlichen Raum Antworten auf einen zuvor interdisziplinär ausgearbeiteten Fragebogen liefern sollte. Von dieser 1761 von Kopenhagen aus gestarteten Expedition kehrte sechs Jahre später einzig der Mathematiker und Kartograph Carsten Niebuhr (1733–1815) zurück, der unter dem Titel Beschreibung von Arabien. Aus eigenen Beobachtungen und im Lande selbst gesammleten Nachrichten abgefasset (1772) einen ersten Bericht veröffentlichte und wenig später die dreibändige Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern (1774/1778 bzw. posthum 1837) folgen ließ.
Eberh. Scheid
Everard Scheid (1742–1794) wurde nach dem Theologiestudium in Groningen und Leiden 1765 promoviert und ein Jahr später als außerordentlicher Professor für orientalische Sprachen an die Universität Harderwijk berufen. Ein weiteres Jahr später auf eine ordentliche Professur aufgerückt, übernahm Scheid 1769 das Universitätsrektorat und zugleich den Lehrstuhl für Altes Testament. Später kam die Professur für Neues Testament und als Interim auch die für Griechisch hinzu. Nach dem Tod Henrik Albert Schultens' (s.o.) wechselte Scheid 1793 schließlich als dessen Nachfolger an die Universität Leiden. Aus seinem bedeutenden arabistischen Werk seien Abu Nasri Ismaëlis Ebn Hammad Al-Gieuharii Farabiensis purioris sermonis Arabici Thesaurus sive Lexicon Arabicum (1774–1776), Selecta quaedam ex sententiis proverbiisque Arabicis a viro summo Thoma Erpenio olim editis (1775), Primae lineae institutionum ad fundamenta dialecti Arabicae (1779) sowie Abu Becri Muhammedis Ebn Hoseini Ebn Doreidi Azdiensis Katsijda 'L Mektsoura sive Idyllium Arabicum (1786), dessen arabischen Text Scheid bereits 1768 besorgt hatte, genannt.
Joh. Bernh. Köhler
Johann Bernhard Koehler (1742–1802), Doktor der Philosophie und der Rechte, war ab 1766 außerordentlicher Professor für orientalische Sprachen in Kiel und ab 1770 ordentlicher Professor in Göttingen. 1773 legte er die Professur jedoch nieder und kehrte als Privatgelehrter in seine Heimatstadt Lübeck zurück. 1781 übernahm er eine Professur für Griechisch und morgenländische Sprachen in Königsberg, von der er sich 1786 abermals nach Lübeck zurückzog und schließlich in Basel als Korrektor für orientalische Sprachen beim Verlagshaus Thurneysen starb. An dieser Stelle ist v.a. die mit Unterstützung von seinem Lehrer Reiske veranstaltete arabisch-lateinische Ausgabe Abulfedae Tabula Syriae (1766; 21786) zu nennen, von der auf Koehlers Wunsch eine vollständigere und verbesserte Auflage in Oxford erscheinen sollte. Allerdings ist dieses Vorhaben nicht über ein Handexemplar hinausgekommen.
H. C. G. Paulus
Der stark an Kant orientierte Heinrich Eberhard Gottlob Paulus (1761–1851) zählt zu den führenden theologischen Rationalisten und entwickelte bereits während des Studiums im Tübinger Stift (nicht zuletzt in Absetzung von seinem pietistischen, Geisterseherei betreibenden Vater) Grundzüge einer „vernünftigen“ Exegese. 1789 wurde Paulus als Nachfolger Johann Gottfried Eichhorns (1752–1827) zunächst ordentlicher Professor für orientalische Sprachen in Jena, 1793 wechselte er als Nachfolger Johann Christoph Doederleins auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Exegese. Versuche, ihn aufgrund seiner kritischen Bibelauslegung, v.a. seiner Wundererklärung, zu entfernen, scheiterten. 1803 folgte Paulus einem Ruf nach Würzburg (von hier aus weiteres Wirken als Schulreformer in Franken), 1811 wechselte er schließlich nach Heidelberg. Paulus hat ein äußerst umfangreiches und vielfältiges theologisches Werk hinterlassen, sich jedoch auch zu aktuellen politischen Themen geäußert. Für seine Beschäftigung mit dem Arabischen ist v.a. das Compendium grammaticae Arabicae (1790) zu nennen, darüber hinaus findet sich ein arabistischer Einschlag auch in den alttestamentlich-exegetischen Arbeiten sowie dem von Paulus herausgegebenen Neue[n] Repertorium für Biblische und Morgenländische Litteratur I–III (1790–1791).
F. Wilken
Während des Studiums in Göttingen von Johann Gottfried Eichhorn (1752–1827) in die orientalischen Sprachen eingeführt, hatte Friedrich Wilken (1777–1840) von 1805 bis 1817 zunächst eine außerordentliche, dann eine ordentliche Professur für Geschichte in Heidelberg (auch erwarb er sich hier durch die Wiederbeschaffung bedeutender Teile des nach der Eroberung Heidelbergs durch Tilly abhandengekommenen Bibliotheksbestandes bleibende Verdienste), danach für Geschichte und Orientalistik in Berlin inne. Sein mit Abstand wichtigstes Werk ist die sieben Teile in acht Büchern umfassende Geschichte der Kreuzzüge nach morgenländischen und abendländischen Berichten (1807–1832), für die er als erster deutscher Historiker auch orientalische Quellen in Originalsprache heranzog. Hier finden sich einzelne arabische Stücke (vgl. aaO II Beilage I), zudem hat Wilken auch andernorts arabische bzw. persische Texte abgedruckt (vgl. Institutiones ad fundamenta linguae persicae cum Chrestomathia [1805]).
I. F. Hirt Anthologia arabica. Jena 1771
Die Anthologia arabica ist, wie von der ersten und zweiten Auflage korrekt bibliographiert, erst 1774 erschienen.
B. J. L. Rosenmüller's […] Leipzig 1799
Gemeint ist der Orientalist Ernst Friedrich Karl (Carl) Rosenmüller (1768–1835), dem ein Jahr vor dem Erscheinen der dritten Auflage der Anweisung die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Halle verliehen worden war.
Lexicon darüber, Wien 1802
Gemeint ist Johann Jahns Lexicon arabico-latinum chrestomathiae arabicae (1802).
S. J. G. Wahl's neue arabische Anthologie, Leipzig 1790
Samuel Friedrich Günther Wahls (1760–1834) Neue arabische Anthologie ist 1791 erschienen.
1780 hat man auch in Wien angefangen Francisci a Mesgnien Meninsky Lexicon arabico-persico-turcicum sehr verbessert und vermehrt wieder herauszugeben
Bei dem Lexicon Arabico-Persico-Turcicum (1780) handelt es sich um die Überarbeitung des bedeutenden vierbändigen Thesaurus linguarum orientalium Turcicae, Arabicae, Persicae (1680), zu dem sein Autor Franciszek a Mesgnien Meniński (1628–1698) mit dem Complementum Thesauri linguarum orientalium, seu Onomasticum Latino-Turcico-Arabico-Persicum (1687) einige Jahre später einen weiteren Band folgen ließ.
H. E. Güte
Heinrich Ernst Güte (1754–1805) kann zu Nösselts Schülern gerechnet werden und war später bei diesem Hauslehrer. Nach einer Stellung als Lehrer an der Domschule zu Halberstadt kehrte Güte als Diakon (1778) und Archidiakon (1779) nach Halle zurück. Hier erwarb er 1780 die Magisterwürde und unterrichtete ab 1791 als außerplanmäßiger Professor v.a. alttestamentliche Exegese und Hebräisch.
(s. Hallische gel. Zeitungen 1778. S. 282 f.) W. F. Hezels ausführliche hebräische Sprachlehre, Halle 1778
In Hallische Gelehrte Zeitungen 13 (1778), 282–285 findet sich eine Rezension zu Wilhelm Friedrich Hezels in Halle erschienener Ausführliche[r] Hebräische[r] Sprachlehre, jedoch ohne dass ein Erscheinungsjahr genannt ist. Dieses Werk stammt, wie in der dritten Auflage der Anweisung richtiggestellt, aus dem Jahr 1777.
hebräische Sprachlehre nach den leichtesten Grundsätzen von Joh. Gottfr. Hasse, Jena 1786
Hier handelt es sich um den ersten Band der von Johann Gottfried Hasse (1759–1806) besorgten Reihe Praktischer Unterricht über die gesammten orientalischen Sprachen I–IV (1786–1793). Die ersten beiden Bände behandeln das Hebräische, der dritte das Aramäische oder Syrisch-Chaldäisch-Samaritanische und der vierte das Arabische und Äthiopische.
Sprachlehren von J. D. Michaelis
Gemeint ist Johann David Michaelis' Hebräische Grammatik nebst einem Anhange von gründlicher Erkentniß derselben (1745; 21768; 31778).
J. S. Vater's größere (1797.), kleinere (1807.) und kleinste (1807.) hebräische Sprachlehre
Bei der größeren Sprachlehre Johann Severin Vaters (1771–1826) handelt es sich um die Hebräische Sprachlehre. Nebst einer Kritik der Danzischen und Meinerischen Methode in der Vorrede (1797; 21814), bei der kleineren um die Kleinere Hebräische Sprachlehre. Ein Auszug aus dem größeren Werke (1798). Als kleinste Sprachlehre dürfte die zweite Auflage der Grammatik der Hebräischen Sprache für den ersten Anfang ihrer Erlernung (1801; 21807; 31816) angesprochen sein.
W. Gesenius hebräische Grammatik, 3te Auflage, Halle 1817
Die Erstauflage von Wilhelm Gesenius' (1786–1842) Grammatik stammt aus dem Jahr 1813 und avancierte schnell zu einem häufig aufgelegten Standardwerk, das in Neubearbeitung noch heute verwendet wird. Die hier bibliographierte dritte Auflage datiert aus dem Jahr 1818.
Danzischen Grundsätze
Gemeint ist Johann Andreas Danz (1654–1727), der als ausgezeichneter Kenner und Professor der orientalischen Sprachen in Jena v.a. durch seine Arbeiten zur Grammatik des Hebräischen hervorgetreten ist. Genannt sei das in zweiter Auflage unter dem Titel מדקדק sive Literator Ebraeo-Chaldaeus (1696) erschienene Nucifrangibulum (1686). Seinem Versuch, das Hebräische schulgerecht zu systematisieren, eignet ein teilweise übertriebener Schematismus, doch war Danz besonders in Deutschland von großem Einfluss.
Hebräische Chrestomathieen haben noch außer Schwabe und Weckherlin
Gemeint sein dürften Friedrich Wilhelm Schwabes (1743–1825) Kleine Hebräische Bibel. Mit einer neuen deutschen Uebersetzung und grammatischen Erläuterung für Anfänger (1787) sowie Carl Christian Ferdinand Weckherlins (1764–1836) Hebräisches Lesebuch für Anfänger (1797; 21806; 31818).
W. Gesenius im hebräischen Lesebuch, Halle 1817
Bei dem Hebräische[n] Lesebuch (21817) handelt es sich um den zweiten Teil des Hebräische[n] Elementarbuch[es], der erste Teil besteht aus Gesenius' berühmter Hebräische[r] Grammatik (21816).
Joh. Georg Friedr. Leun's Handbuch zur cursorischen Lektüre der Bibel A. B., Lemgo 1788–90 in 4 Theilen
Der vierte Band des Handbuch[s] zur kursorischen Lektüre der Bibel A. B. [d.i. Alten Bundes] für Anfänger auf Schulen und Universitäten zerfällt in zwei Teilbände. Der zweite Teilband ist 1791 erschienen.
I. I. Meiners nova V. T. clavis, P. 1. 2., Lips. 1800
Dieses Werk stammt von Johann Heinrich Meisner (1755–1813), der hier wohl mit Christoph Meiners (1747–1810) verwechselt wurde.
Philologische Clavis über das Alte Testament von H. E. G. Paulus, Jena 1791 in 8., ob er gleich vorjetzt nur über die Psalmen geht
Heinrich Eberhard Gottlob Paulus' Philologischer Clavis über das Alte Testament für Schulen und Akademien ist in zwei Bänden erschienen. Der erste, hier bibliographierte Band behandelt die Psalmen (1791; 21815), der zweite den Propheten Jesaja (1793).
ältere von Cocceius
Gemeint ist das Lexicon et Commentarius sermonis Hebraici et Chaldaici Veteris Testamenti (1669) des in den Niederlanden wirkenden Föderaltheologen Johannes Coccejus (1603–1669), das später von Johann Heinrich May d. Ä. (1653–1719) bzw. in der in der Anweisung zuvor genannten Bearbeitung von Johann Christoph Friedrich Schulz (1747–1806) neu aufgelegt wurde.
Edmundi Castelli Lexic. hebraicum - - annotatis in margine vocum numeris ex J. D. Michaelis Supplementis ad lexica hebraica, (bisher erst) Pars prima Goetting. 1790
Hier handelt es sich um eine Neuausgabe des noch in der ersten Auflage der Anweisung angeführten hebräischen Parts von Edmund Castells (1606–1685) Lexicon Heptaglotton Hebraicum, Chaldaicum, Syriacum, Samaritanum, Aethiopicum, Arabicum, et Persicum (1669), die von dem sonst unbekannten Johann Friedrich Ludolf Trier herausgegeben wurde. Der zweite Teil ist 1792 in Helmstedt erschienen.
W. Gesenius hebräisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, Leipzig 1810. 1811
Der zweite Band stammt aus dem Jahr 1812.
Franc. Vatabli Anmerkungen über das alte Testament
Die Adnotationes oder Scholia des französischen Hebraisten Franciscus Vatablus (1493–1547), der selbst keine eigenständigen Arbeiten veröffentlicht hat, haben über Vorlesungsnachschriften Eingang in die lateinische Bibelausgabe des Robert Stephanus (Paris 1545) gefunden. Unklar ist, inwieweit Stephanus fremdes Material hinzugefügt hat (in späteren Ausgaben und dann auch in den Critici Sacri sind diese Anmerkungen in jedem Fall massiv interpoliert). Aufgrund angeblich lutherischer Tendenzen kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Stephanus und Theologen der Sorbonne, in der Letztere eine Unterdrückung der Anmerkungen forderten.
Glassii Philologia sacra nach der Dathischen Ausgabe, Lips. 1776
Salomon Glaß' (1593–1656) bedeutende fünfbändige Philologia sacra (I+II [1623] Philologia; III+IV [1634] Grammatica; V [1636] Rhetorica) ist, von Johann Gottfried Olearius (1635–1711) um eine aus Glaß' Handschriften erarbeitete Logica sacra ergänzt, mehrfach aufgelegt worden. Die letzte Ausgabe ist die hier angeführte Philologia sacra his temporibus accomodata (1776–1797) von Johann August Dathe und Georg Lorenz Bauer. Bauer hatte nach Dathes Tod die weitere Edition übernommen und zu eigenständigen Werken umgearbeitet (vgl. II § 35 c; II § 56 c).
Anweisung zur Kenntniß theologischer Bücher §. 95
Vgl. I § 43.
Jo. Christ. Frid. Schulzii noch nicht vollendete Scholia in V. Test. Norimb. 1783
Johann Christoph Friedrich Schulz' (1747–1806) Scholia in Vetus Testamentum sind in insgesamt zehn Bänden (1783–1797) erschienen und ab dem vierten Band von Georg Lorenz Bauer fortgesetzt worden.
L. F. C. Rosenmülleri Scholia in N. T., Tom[.] I.–VI. 1792–1810
Hier dürften Ernst Friedrich Karl (Carl) Rosenmüllers (1768–1835) berühmte Scholia in Vetus Testamentum (1788–1835) gemeint sein, die später auch in gekürzter Fassung erschienen sind. Ernst Friedrich Karl Rosenmüller hat ab dem zweiten Band auch die sechste Auflage (1815–1831) der Scholia in Novum Testamentum (1777–1782) seines Vaters Johann Georg Rosenmüller (1736–1815) (vgl. II § 62) herausgegeben, die in einer früheren Auflage an dieser Stelle ebenfalls nicht auszuschließen sind.
Hexaplen des Origenes
Die Hexapla („Sechsfache“) ist eine um 240 von Origenes besorgte sechsspaltige Synopse des Alten Testaments, in der der hebräische Konsonantentext, eine griechische Umschrift, die griechische Übersetzungen Aquilas und Symmachus', Origenes' eigene LXX-Rezension (auch Origenische oder Hexaplarische Rezension) und schließlich die griechische Übersetzung des Theodotion nebeneinandergestellt sind.
neuen, dessen Griechisches durchaus hebräischartig ist
Diese Auffassung wird in der Anweisung mehrfach vertreten. Im Hintergrund steht die Auseinandersetzung um den Stil des neutestamentlichen Griechisch zwischen den sog. Puristen und den Hebraisten. V.a. Sebastian Pfochen (1608–1635) hatte in seiner Diatribe de linguae graecae Novi Testamenti puritate (1629) die Meinung vertreten, die Sprache des Neuen Testaments sei nicht nach dem Hebräischen gebildet, sondern klassisches Griechisch, und damit eine Vielzahl von Gegenschriften, v.a. Thomas Gatakers (1574–1654) Dissertatio de stylo Novi Testamenti (1648), provoziert und eine Jahrzehnte andauernde philologische Debatte ausgelöst.
Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie §. 46
Vgl. I § 43.
Alexandrinische
D.i. die Septuaginta (LXX). Diese ist der im sog. Aristeasbrief überlieferten Legende nach eine von sechs Gelehrten aus jedem der zwölf Stämme Israels innerhalb von 72 Tagen in Alexandrien angefertigte Übersetzung der Tora ins Griechische. Später wurde der Begriff auf alle griechischen Versionen des Alten Testaments angewendet und umfasst die Schriften der hebräischen Bibel sowie apokryphe bzw. deuterokanonische Texte.
apokryphischen Bücher des A. Test.
Apokryphen sind Schriften, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, wobei jedoch konfessionelle Unterschiede festzustellen sind. Im Hinblick auf das Alte Testament gelten nach reformatorischer Tradition solche Schriften als apokryph, die zwar in der Septuaginta, nicht aber in der hebräischen Bibel, enthalten und mit Martin Luther dennoch gut und nützlich zu lesen sind (Jud, Weish, Tob, Sir, Bar, 1Makk, 2 Makk, ZusEst, ZusDan, GebMan). Mit Ausnahme von GebMan gelten diese Schriften nach katholischer Tradition dagegen als kanonisch bzw. deuterokanonisch, andere, zwar in der Septuaginta, nicht aber in der Vulgata (vgl. II § 83) enthaltene Bücher werden auch hier als apokryph eingestuft (GebMan, 3Makk, 4Makk u.a.).
Jo. Christ. Biel novus thesaurus philologicus, Hag. Com. 1779 und 1780 in drey gr. Octavbänden
Johann Christian Biels (1687–1745) Novus Thesaurus Philologicus sive Lexicon in LXX et Alios Interpretes et Scriptores Apocryphos Veteris Testamenti wurde nach seinem Tod von Esdras Heinrich Mutzenbecher (1744–1801) herausgegeben.
Kircherschen und Trommischen Concordanzen
Gemeint ist der biographisch schwer zu fassende Conrad Kircher (geb. Ende d. 16. Jh.s) und sein zweibändiges Hauptwerk Concordantiae Veteris Testamenti Graecae, Ebraeis vocibus respondentes (1607) sowie Abraham Tromms (1633–1719) ebenfalls zweibändiger Nachfolger Concordantiae Graecae versionis vulgo dictae LXX interpretum (1718). Anders als Kircher, der sein Material nach dem Hebräischen angeordnet hatte, hat Tromm das Griechische zugrunde gelegt und Kircher an vielen Stellen korrigiert. Obgleich Tromm v.a. von Jean Gagnier (vgl. I § 157) in seinen Vindiciae Kircherianae (1718) heftig kritisiert wurde und sich zur Epistola apologetica ad Gagnerium (1718) herausgefordert sah, wirkte er etwa auf den zuvor genannten Johann Christian Biel durchaus befruchtend.
Hexapla
Vgl. I § 162.
Accentuation […] ein erweislich späteres Kunststück ist
Für den ursprünglich unvokalisierten hebräischen Text des Alten Testaments hatte sich etwa um das Jahr 70 ein autoritativer Konsonantentext etabliert, der erst in den folgenden Jahrhunderten mit diakritischen Zeichen (Vokal- und Betonungszeichen) versehen wurde. Abgeschlossen war diese von den sog. Masoreten (v.a. Ben Ascher) durchgeführte „Accentuation“ (tiberische Vokalisation) erst im 10. Jh. Der älteste, vollständig erhaltene masoretische Text (Codex Leningradensis) datiert aus dem Jahr 1008. Noch im 17. Jh. – etwa zwischen Louis Cappel (1585–1658) und Johann Buxtorf d. J. (1599–1664) – hatte die Frage nach dem Alter der Vokalisation zu Auseinandersetzungen geführt (vgl. II § 33).
c:
begreift,
c:
Sinne, worin
c:
nimmt,
c:
dabei
a:
anwenden,
c:
sowohl
c:
ø
c:
sofern
c:
Letztere
c:
bei
c:
Literatur
c:
d. i.,
a:
ø
a:
Rhetorik
c:
von
c:
getrennt ward
c:
andern
a:
ø
c:
zweiten
a:
ø
a:
Theilung
c:
Wissenschaften,
c:
Philosophie
a:
Sprache
c:
wenigstens des deutlichen
a:
Rhetorik
c:
dabei
c:
auserlesnern
c:
die besonderen
ac:
überlassen
a:
Producte
c:
wiederum
a:
Kunst
c:
eigenen
a:
Producte
a:
veredlen
c:
veredeln,
c:
seyn
c:
erinnern
a:
wie unumgänglich nothwendig die gründliche Bekanntschaft mit Sprachen
c:
sei
c:
entgegenstünden
a:
entgegenstünden.
c:
bei
c:
Vielen
c:
verschieden
a:
nehmliche
c:
nämliche
c:
kann
c:
bei
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sei
c:
hervorzubringen
c:
beiden
c:
„Ueber
c:
Sprachen,“
c:
„über
c:
Sprachen,“
c:
hierdurch
c:
ø
c:
beigefügten
c:
trefflichen
c:
1788.
c:
1789.
c:
f., desgl.
Abkürzungsauflösung von "desgl.": desgleichen
Heynens Vorrede zu Hermans Mythologie,
c:
unparteiischen
c:
beiderseitiger
c:
106.
c:
vorgebaut,
c:
Gesichtspunkt
c:
sei
c:
bei
c:
kann
c:
gegebenen
c:
betrifft
c:
sofern
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sei Folgendes, vornehmlich
c:
ihren Gebrauch selbst
c:
bei
c:
als ob
c:
ø
c:
Ideen
c:
sofern
c:
Begriff stattfindet
c:
sofern
c:
kann
c:
Methoden
c:
ø
c:
können
c:
Erwähnten
c:
widerfahren
c:
bei
c:
Sprachen
c:
Alten
c:
wissen (man sehe
J. M. Geßner verm. kleine Schulschriften, S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
356 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
); sondern
c:
nur 6)
c:
überein,
c:
55.
c:
Allen
c:
feineren
c:
sei.
c:
sei
c:
sei,
c:
{Man vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche
Niethammers Streit des Humanismus und Philanthropismus. Jena, 1808.
}
a:
ø
c:
bei Kleinigkeiten verweile,
a:
Grössern,
c:
Größern;
a:
entblössete
c:
Kurzsichtigkeit
c:
unsrer
a:
eignes
a:
ø
a:
Reiz
a:
grosse
c:
einer
c:
freilich
c:
dieser
c:
uns
c:
kommen
c:
um
a:
grösseres
c:
Gewinn ist
c:
ward
c:
kann
c:
unverdrossenen
a:
ø
a:
Geduld
c:
bei
c:
lassen
c:
anfangs
c:
Sie
a:
und sie
c:
aber
c:
Rathe
c:
vor Allem
ac:
Vergnügen
c:
solcher
c:
Verstand
c:
sich
a:
Gesinnungen
c:
sei
a:
andern
a:
mitzutheilen; und
a:
Unterscheid
a:
stummgebohrnen
c:
stummgeborenen
c:
solche
c:
bei
c:
kennt
c:
kann
a:
nehmlichen
c:
nämlichen
c:
vernünftiger
c:
wirksamer
c:
Andre
a:
andrer
c:
wenn
c:
ihm
c:
fehlte; ja
a:
verabsäumete
a:
Sprache,
a:
Hauptursach
c:
Andern
c:
forthelfen,
c:
kann
c:
Zuerst schon
c:
eigenen
c:
ø
a:
Durch
a:
können wir
a:
verworrne auseinandersetzen
c:
weiteren
c:
ø
a:
Begrif
c:
dar. *) – Wer ferner
c:
zusammenzudrängen
c:
kann
a:
machen. **)
c:
machen. **)
c:
Anm.
a:
Mr.
c:
1762.
c:
1764,
c:
Bänden,
a:
8.,
c:
1773,
c:
betriebener
c:
1784,
c:
St.
a:
ø
a:
Jerusalem
c:
Anm. 2. *)
c:
Beispiel
c:
kann
c:
sämmtlichen
a:
Begrif
c:
**)
c:
bei
c:
Thucydides
a:
ø
a:
ø
a:
7 in χαρις vergl.
a:
29
c:
14.
c:
1.
c:
14.
a:
K.
Abkürzungsauflösung von "K.": Kapitel
4, 14.
c:
Lehre;
a:
21.
c:
12
a:
ø
c:
erläuternde
c:
aber auch
c:
bekommen
a:
nehmen
c:
derer
c:
neuerfundene
a:
grossen
c:
dabei
c:
allerlei
a:
sogar
ac:
vornehmlich
c:
Alles
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
a:
Diese
a:
zuvörderst
c:
verschiedener
a:
Sprachen,
c:
bei
c:
einen
c:
Beispiele
c:
eingerichteten
c:
9.
c:
27.
c:
29.
c:
8.
a:
verglichen
c:
ungebührlich
a:
ungebührlich hätte
a:
sollen
a:
σκανδυλίξειν
c:
14.
a:
[(]nicht:
c:
Andern
c:
desselben
a:
seyn
c:
Urheber des Bösen
c:
29.
c:
18.
a:
unbestimmten
a:
werden
c:
Beispiel
a:
dienten
c:
45.
a:
werden,
a:
ἀπιστια, welches
c:
heiligen
a:
Schrift
a:
die
a:
Ausserdem
c:
Außerdem giebt's
c:
mehreren
a:
besondre
c:
geworden
c:
die Mängel
c:
das
a:
gewissermassen
c:
Hierdurch
c:
kann
c:
werden,
c:
kirchlichen
c:
beigelegt
a:
Begrif
c:
5.
a:
Begrif
c:
freien
a:
Handlung
c:
selbst
a:
Begrif
c:
Beides
c:
φύσις
c:
3.
ac:
entgegensetzt
c:
zwei Beispiele
c:
φύσις
c:
zweiten
c:
wenn aber auch
c:
unsrer
c:
unsrer
c:
abhängen,
a:
ø
c:
Mißverstande
c:
kann
c:
genießen
a:
ø
c:
kann
c:
andere
a:
ø
c:
entdecken
c:
verbessern; *)
a:
verbessern;
a:
Daß ein solches Sprachstudium nichts weniger als blosses Geschäfte des Gedächtnisses, daß es sehr schwer sey, und daß es keine gemeine Fähigkeiten erfordre, erhellet eben daraus.
c:
Anmerk.
c:
Gesagten
c:
angegebenen
c:
sei
c:
Niemeyer's Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts, 6te Ausgabe
, 2ter Theil, S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
35 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
84. 85 f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
c:
früheren
c:
kann
c:
welchen
c:
vermag;
c:
gesteuert
c:
bei
c:
gewöhnt
c:
kann
c:
bei
c:
eher
c:
bei
c:
lassen
c:
Anmerk.
c:
zwei
c:
drei
c:
studieren
c:
andere
c:
einerlei
c:
einerlei
c:
dabei
c:
und
c:
ihnen
c:
Andere
c:
Seltnere
c:
verschiedenen
c:
verschiedenen
c:
Gegenstände
c:
bei
c:
verschiedenen
c:
verschiedenen
c:
mehreren
c:
wenigeren
c:
feineren
c:
neuen
c:
dieß
c:
auszudrücken,
c:
desto
c:
Fruchtbarkeit unserer
c:
kann
c:
vortreffliche
c:
wird:
c:
kann
c:
sei
c:
bei
c:
ø
c:
ließen
c:
Alles
c:
und die tägliche Erfahrung selbst in Schulen, wo nur der Sprachunterricht recht lebendig getrieben wird,
c:
Anmerk.
c:
Geschäft
c:
sei
c:
Fleiß
c:
ø
c:
könne
a:
ø
c:
unsere
c:
unsere
c:
innig
a:
grosse
c:
es
ac:
unschickliche
ac:
lassen
c:
⌇⌇c Kann doch die Fülle der Empfindungen, der Reichthum der Ideen selbst schaffend und bildend auf die Sprache wirken und das Herz auch ohne Antheil der Kunst beredt machen. Aber daß gleichwohl oft Menschen von einem reichen Gemüth, was in ihnen ist gar nicht, oder nur höchst unbeholfen und verworren von sich geben können, hat doch eben seinen Grund in der Dürftigkeit ihrer Sprachkenntniß. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
a:
ergiessen
a:
ø
a:
Mittheilung der Gedanken an Andere
a:
verworrne
c:
liegt!
a:
blossen Mißverstand?
a:
erregt
a:
doch
c:
wiederum
c:
kann
c:
unzweideutige
c:
freie
a:
Claßification
c:
Klassifikationen
c:
kann
a:
Begrif
a:
drücken
a:
körnichte
c:
ein!
a:
ø
a:
ø
ac:
vorgetragenen
a:
Reiz
a:
bestimmte,
c:
Redenden
c:
sei
a:
daß
c:
Trefflichkeit
a:
andrer
c:
Anderer
c:
kann,
c:
bei weitem
a:
ø
c:
Kanal
c:
zugeführt
c:
Anderen
c:
bei
c:
unsere
c:
unsere eigenen
c:
gebundenen
c:
entgeht
c:
unsere
c:
unsere
c:
für
c:
vielen
c:
unseren
a:
kann.
c:
kann. *)
c:
vornehmlich
c:
Anderer
c:
eigenen
c:
Alles
c:
Gesichtspunkt
a:
ø
a:
dulden, oder
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
*) Wenn die patriotischen Römer darüber klagen, daß Alles gräcisire, daß eine gewisse Gräcomanie selbst in der Sprache, das Nationale verdränge, so dachten sie dabei gewiß auch auf den Einfluß der Sprache, auf die Begriffe und auf die Sitten. Und wer mag läugnen, daß wir uns lange Zeit in den demselben Fall mit der französischen Sprache befunden haben? Indem das moralisch Schlechte mit schönklingenden Namen in jener Sprache bezeichnet ward (z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
Falschheit savoir faire, Unzucht galanterie genannt wurde), verlor es zugleich bei Vielen seine Verächtlichkeit. Dieß haben mehrere kräftige Schriftsteller unserer Zeit ausführlich erörtert und klar gemacht. Wenn sie nur nicht in das Extrem gefallen wären, die Sprache selbst zu verachten und zu hassen, die ja an sich ihren Mißbrauch nicht verschuldet hat. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
c:
Bei
a:
Erlernung der Sprachen
c:
Alles an:
a:
Sprachregeln
c:
ø
a:
Lesung guter Schriften
c:
Sprache,
c:
eigene
a:
eigne Uebung
c:
genaueren
a:
Uebersetzen, Schreiben
a:
Reden
c:
ø
c:
eigene
c:
⌇⌇c69.
a:
ø
c:
Die
c:
betreffend, so
c:
weitläufig
a:
macht;
c:
macht,
a:
auszusetzen
a:
einige
c:
ø
c:
verloren gehen
c:
wobei
a:
Nutzen
c:
zweite
c:
schlimmer; denn
a:
erklären
ac:
auszudrücken
c:
kann
c:
lassen
a:
kan; auch lassen
c:
Meisten
c:
zumal
c:
bei
c:
vornehmlich
c:
durch
a:
einzle
c:
weiß,
a:
auch
a:
müsse
c:
Kopfe
c:
bei
c:
bei
c:
beiläufig
c:
beiden
c:
zweiten
c:
bei
a:
einzle
c:
außer
a:
acht haben
a:
ø
c:
Art,
ac:
lernen,
c:
sei
c:
die letzteren
c:
durch eigenen Fleiß
c:
Bei
c:
Sprachstudium
c:
Gesagten entgegenstellen
a:
Mittelstrasse
a:
seyn;
a:
alsdenn
c:
bei
ac:
zurückgelassenen
c:
Nothwendigsten
c:
der Syntaxe
c:
Beispielen
c:
Beispielen
a:
geniessen
c:
⌇⌇c Ueber die Frage, ob der Sprachunterricht von der Sprachlehre ausgehen müsse, vergleiche man, was darüber in
Niemeyer's Grundsätzen der Erziehung und des Unterrichts, 2ter Th.
Abkürzungsauflösung von "Th.": Theil
S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
86 gesagt ist, nebst den daselbst angeführten Schriften und Urtheilen älterer und neuerer Philologen.
c:
Hat
c:
Gewalt,
c:
ist
c:
68.
a:
ø
a:
(§. 68 )
c:
dies
c:
kann
c:
Meiste:
c:
außer
a:
Wörter
c:
die Wörter
c:
verschiedenen
c:
jedesmaligem schicklichstem
c:
verschiedenen
ac:
wirken
a:
veranlasset
c:
veranlaßt
c:
beste:
c:
Beispiele
a:
ø
c:
beiträgt
a:
einzle
a:
werden
a:
ø
c:
Vocabellernen,
c:
1770.
c:
hier
c:
unsere
a:
verstehen
ac:
auszudrücken
c:
klassisch heißen
c:
leichteren
c:
schwereren
c:
solchen
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
c:
lieset,
c:
entweder
c:
Lektüre
a:
überhaupt
a:
Unterricht
c:
besondere
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
a:
hier
c:
weiteren
a:
Sprache
c:
kann
c:
klassisch
a:
ø
c:
soll,
a:
welche Schriftsteller,
c:
welche
c:
fern
c:
verdienen,
c:
bei
a:
ihrer
a:
ihnen
c:
namentlich
c:
Echte
c:
Unechten
a:
ist
a:
Inbegrif
c:
allgemeineren Sinne
a:
u. d. g.
Abkürzungsauflösung von "u. d. g.": und dergleichen
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
,
c:
besondere
a:
eingeschränkten
c:
eingeschränkteren Sinn
ac:
verschiedenen
c:
verschiedenen
a:
fliessen
c:
sofern
c:
verschiedenen
a:
alsdenn bekömmt
a:
Nahmen
c:
Meiste dabei
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
c:
echt sei;
c:
Wer daher
c:
sämmtlichen
c:
sei
c:
echt sei
c:
Verfasser,
c:
dieß
c:
würde mehr
c:
den
c:
gehören
c:
inneren, aus der
c:
selbst geschöpften Gründen
c:
wozu allerdings
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
c:
hieraus,
c:
letztere
c:
ersteren
c:
niemand
c:
Echtheit einer
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
c:
Schriften
c:
Textes
c:
besonderen
c:
Wortkritik. – Bei
c:
vergißt
c:
Echtheit
c:
kann
c:
Sachen
c:
Worte
c:
sei
c:
niederen
c:
höheren
c:
einerlei
c:
der feineren
c:
Echtheit
c:
überhaupt
c:
Echtheit
c:
erkennbaren
c:
bei
c:
Sprachfehlern
c:
Parallelstellen u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
c:
vermöchte,
c:
dieß
c:
Unechten
c:
Echte
c:
Unechte
c:
kleiner
c:
willkührlich einem Errathen gleicht
c:
einerlei
a:
⌇⌇a So muß die Frage: ob eine angebliche Stelle oder Ausdruck einer Schrift von dem Verfasser der Schrift herrühre, zwar oft, wenigstens mit, nach philosophischen Gründen, verglichen mit dem, was uns sonst von des Verfassers Denkungsart, Gesinnung und Geschmack bekannt ist, entschieden werden, aber hauptsächlich nach seiner uns bekannten Sprache. Und eben so muß die Frage: ob eine Schrift die seinige ist, zwar auch nach Nachrichten, also nach historischer Kritik, bestimmt werden; aber, da ihn selbst die Sprache verräth, so kömmt in so fern die Entscheidung auch der Philologie zu. Dies ist die Ursach, warum man die in Anfang des §. erwehnte Kritik zur Philologie rechnet, und sie Kritik im engsten Verstande nennt.
c:
allgemeineren
c:
bei unseren
a:
eignen
c:
bei
c:
Andere
c:
bei
c:
Hängt
c:
ø
a:
verlassen
c:
verlassen müssen, um
c:
als
a:
können –:
c:
anzuerkennen: –
a:
Alsdenn
a:
ø
a:
im engsten Verstande
c:
sei
a:
ø
c:
Anmerk.
c:
bei
c:
heiligen
c:
sei
c:
bei
c:
lassen
a:
ø
c:
nöthig,
c:
Anfangs, bei
c:
Außer dem,
a:
Ausserdem
a:
ø
c:
würde,
a:
wahrscheinlich
c:
anderer
c:
für
a:
ø
a:
einzle
a:
sind
c:
echt seyen
a:
sind
c:
angegebener
a:
der angegebne
a:
andrer
c:
Anderer
a:
als
a:
ø
c:
anderen
c:
Ueberdies
a:
Ueberdies
a:
grosse
a:
alsdenn
c:
anderer
a:
Nachrichten
c:
reinsten
c:
derselben
c:
Anmerk.
Abkürzungsauflösung von "Anmerk.": Anmerkung
Möchten dieß auch so viele junge und selbst ältere Lehrer in Gelehrtenschulen beherzigen, die, statt die Elemente der Sprachen oder der Schriftsteller vor allen Din|c80|gen grammatisch verstehen und übersetzen zu lehren, ihre kritische, oft sehr unkritische Weisheit, oft ein bloßes Nachsagen dessen, was sie eben in den akademischen Vorlesungen gehört haben, nicht früh genug auskramen können, und dadurch die Ungeübten mehr verwirren und aufhalten, als in der Sprachkenntniß weiter fördern. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
c:
Nächste
c:
bei
a:
hiebey
a:
ø
c:
andere
a:
einer solchen
a:
mächtig
a:
werden
c:
Sprache;
ac:
ausdrücken
c:
wahr
c:
von
c:
bilden
c:
einschränken, ⌇caußer
c:
Cicero,
c:
Sulzer's
a:
Art
c:
classischen
c:
1765.
a:
und
c:
Vermischten Schriften,
a:
ø
c:
Scheller's
a:
Anleitung
c:
zweite
c:
⌇⌇cAuch kann in mancher Hinsicht verglichen werden:
Bergk's Kunst zu lesen, Leipzig 1803.
und
Schelle über die Lesung der klassischen Autoren, 2 Theile, Leipzig 1803.
c:
Bei
c:
Alles
c:
ankommen:
a:
einzler
c:
anderen
c:
Beispiele
c:
andere
c:
könnten;
c:
bei
c:
bei
a:
aber
c:
Acht
c:
kann
c:
Beispiele
c:
1.
c:
10.
a:
23
c:
8.
a:
9
c:
14.
a:
1
c:
Betheurungsformel
c:
Χριστῷ
a:
beweiset
c:
Beispiele
a:
1
c:
2.
a:
10
a:
3
c:
heißen
a:
33
c:
6.
c:
15.
c:
Beispiele
a:
acht
ac:
vernehmlich
a:
einzler
ac:
wiefern
a:
ist
c:
sei
c:
andere
c:
dabei
a:
grosse
c:
wird
c:
will, andere
c:
unterlegt
c:
macht
ac:
ausdrücken
c:
ist
c:
geläufigeren
c:
entspricht
a:
könten
c:
können
c:
dieß
a:
eigne
c:
daher
c:
besondere
a:
Meinungen
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
c:
haben
c:
Bedienungen:
c:
etc.,
c:
bei
c:
divers.
a:
Schriften
a:
sind
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
c:
πραιτὼριον
c:
27.
c:
13.),
c:
19.
c:
Jerusalem),
a:
5,
a:
einzle
c:
kann
c:
ist; *)
c:
Wörter, **)
a:
***)
c:
Sätze, ***)
c:
bekommen,
c:
anderen
c:
kann
ac:
ausgedrückt
c:
muß, †)
ac:
ausgedrückt
c:
wird, ††)
c:
verbundene
c:
freie
a:
genaue,
c:
zwei
a:
Sam. Frid. Nath.
a:
Programma
c:
zweite
c:
ø
a:
ø
a:
19
c:
(seid
a:
ὐπομονῇ,
a:
21
a:
ø
a:
ø
c:
δογματίζεσθε
c:
willkührlichen
c:
Judenthum),
a:
δογματίζεσθε.
ac:
1
c:
ἐυαγγελίζεσθαι
c:
lassen),
a:
ø
a:
17.
c:
V. 17.
ac:
18.
c:
34.
a:
ø
a:
κρινεται
c:
Freiheit
a:
ø
c:
V. 30.,
ac:
κέρας
c:
(er
a:
ø
a:
ἐνδυσασθε
c:
Beinahe
c:
bleibt
a:
seyn;
c:
Sprache,
c:
derjenigen, in welche
a:
übersetzen; denn
c:
bei
c:
ist
c:
unterzulegen;
c:
muß
c:
soll
c:
Genaueste
c:
bei
ac:
vernehmlich
c:
bei
c:
diese rein
c:
auszudrücken
a:
auszudrücken ist; ohnehin
c:
deren
c:
besteht
ac:
ausdrückt
c:
habe
c:
Vervollkommung unsrer
c:
bei
c:
ist,
c:
mag
c:
lieber
c:
selbst
c:
Hat
c:
76. ),
a:
verstanden:
c:
muß
a:
suchen (§. 76 ),
c:
suchen. Dies
c:
vorzüglich da
c:
wo
c:
wohlgeschriebene
c:
sei bei
c:
bei
c:
bestehen
a:
acht
c:
Alles
a:
ø
a:
ø
a:
Fürsehung
c:
bei
a:
erreichen, dient;
c:
erreichen;
a:
ø
c:
kann
c:
helfen:
ac:
Nachahmung;
c:
aber
c:
mehrmals
c:
kann
c:
Außer
c:
einer
c:
andern
c:
sei
c:
sofern
a:
ø
ac:
Sofern
c:
soll, ist
c:
zu richten
c:
d. i.,
c:
hat
c:
überzeugen;
c:
er
c:
jener
c:
abschreckend
c:
kann
a:
erstre
c:
Erstere
a:
das
c:
das Letztere
c:
Beider
ac:
lassen
c:
in jenem Betracht hierüber könnte bemerkt werden
c:
der nächstfolgenden Anweisung, welche
c:
nimmt, enthalten
a:
1)
c:
will, muß 1)
ac:
übersehen
a:
einzle
a:
alsdenn
a:
könte
c:
Wenn er
a:
grössre
c:
größere Ganze zuerst
c:
will
c:
so wird er
c:
Beispiele
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
,
c:
erleuchtend
c:
dargestellt
c:
sei. Dann hat er
c:
ø
a:
acht
c:
zu
c:
wo
c:
hergeleitet
ac:
ausgedrückt
c:
Alles
a:
konten
c:
Er muß
c:
ist
c:
thut. Auch
ac:
5)
a:
grossen
c:
vielerlei
c:
kann
c:
Anderer
c:
Gesinnung,
c:
beitragen
a:
ø
c:
betreffen;
c:
sei
c:
Beispiele
c:
Vortrage
c:
kann
a:
Fürsehung
c:
3) – was
c:
bei
c:
Acht
c:
empfehlen.
c:
60.
c:
65. )
c:
Freilich
c:
sorgfältiges und genaues
c:
Zeit. Die
c:
außer
a:
ausserdem
a:
wenig
c:
heißen
c:
Lektüre Geübtern
c:
kann
a:
ø
a:
ø
c:
Gesner's
c:
Leipzig
a:
1735
c:
ø
c:
Ernesti's
c:
Leipzig
c:
68.
a:
ø
a:
Uebungen
c:
wobei
a:
Uebersetzen, Schreiben
a:
Reden
c:
feineren
a:
Beschäftigung mit den feinern Sprachregeln
a:
Kritik im engsten Verstande
c:
ø
a:
74 )
a:
könte
c:
kann
c:
kann
a:
mit der man
c:
unsere
a:
mit der seinen bekannt
c:
Bei
c:
ist
c:
bei
c:
zu sehen
ac:
auszudrücken
c:
unserer
a:
erlaubt
c:
jedoch nie
c:
die unsrige
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Unstreitig ist dieß die wahre Theorie des Uebersetzens, in welche schon
Luther in seinem Büchlein „Vom Dollmetschen“ die richtigste Einsicht hatte. Sie stimmt freilich nicht mit dem überein, was in unseren Zeiten manche berühmte Uebersetzer der Alten versucht haben, die
Uebersetzung dem Originale – wie einst ein Kunstkenner von einem Portrait sagte – zum Erschrecken ähnlich zu machen, und die Eigenthümlichkeit unserer Sprache dabei gänzlich aufzuopfern. Aber wirklich erschrickt man auch vor mancher Dollmetschung dieser Art, und sucht das Original zu bekommen, um die Uebersetzung verstehen zu können. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
c:
sicherer
c:
hat, bei
a:
übersetzt
c:
Zeit lang
c:
beifallen
a:
ø
c:
bei
c:
kann
a:
theils
c:
theils
c:
bei
a:
theils
c:
theils
c:
*)
a:
hat
c:
Nachlässigkeit
c:
genugsam
a:
anhängen
ac:
lassen
c:
*)
Caput rei est, quod minime facimus, quum plurimum scribere. Cic.
c:
Bei
c:
sich's
c:
Leichteren
c:
Schwereren
a:
Reden,
c:
verborgenere
a:
Schönheit
c:
kann
a:
Studiren
c:
andere
a:
nehmlichen
c:
nämlichen
ac:
ausdrücken
c:
andere
c:
Feineren
c:
mag
c:
Kritik
c:
ø
c:
Gefühl,
c:
Sprache,
c:
Nation
c:
ø
c:
Schrift
c:
mannigfaltigen
c:
ø
c:
fleißige
c:
Umgange
c:
bei
c:
verbessern,
c:
sicherer
c:
beiderlei
c:
ø
c:
bei
c:
gehendes
c:
anderer
a:
wozu, wenn sie nicht mißrathen soll, innige Bekanntschaft mit der Sprache und besonders mit einem Schriftsteller und dem was ihm eigen ist, so nothwendig erfordert wird als Kenntniß der Handschriften, ihrer Züge, der leichtern Verwechslungen die mit Buchstaben und Zügen vorgegangen sind, und überhaupt der Umstände, die Veränderungen bey Abschriften der Bücher verursacht haben.
a:
Anfang
a:
Bücher
ac:
Io.
c:
1712.
c:
1712.
c:
Critique,
c:
1766.
c:
12.
a:
12.
c:
Scioppius
c:
1662. 8.
a:
ø
c:
noch
c:
sehr brauchbar
c:
gehen
c:
vorgeschlagenen
a:
fürsichtig sind
a:
bemerkte
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
,
c:
Gruter's
c:
criticus
c:
amsterdamsche
c:
u. s. f.,
a:
ø
a:
Gründen zu versuchten
a:
ø
c:
kann
a:
studiren
c:
verschiedener
c:
graeca,
c:
Paris
c:
fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
c:
VI., opera
c:
studio Io.
c:
fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
,
c:
Diplomatique,
c:
Benedictins
a:
Tassin.)
c:
Tassin),
c:
Bände.
a:
Christoph.
c:
Io. Christoph.
c:
Gotting.
c:
ø
a:
ø
a:
⌇a Clavis diplomatica – – st. et op. Dan. Eberh. Baringii , Hanover. 1737.
folgen. Da das Hochdeutsche die jetzige allgemein angenommene deutsche Schriftsprache ist, so giebt der feinere Sprachgebrauch in den Gegenden, wo man Hochdeutsch spricht, billig die Regel im richtigen Sprechen und Schreiben.
c:
⌇⌇cPütter's
c:
ø
c:
1780.
a:
ø
c:
Adelung's
c:
deutsche Sprache.
Jahrgang
ac:
3.
c:
f.,
a:
auch
c:
Leipzig 1788.
c:
zweite
c:
Auflage,
c:
1790.
a:
desselben Grundsätzen der deutschen Orthographie, Leipz. 1782.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
a:
ist:
c:
ø
c:
Hierher
c:
Geschriebenen
c:
Interpunction,
c:
1782.
c:
muß
a:
ausdrücken
c:
rein ausdrücken
c:
frei
c:
eigenen
c:
lernen
c:
reden
c:
kultivirten Stände
a:
Provinzien
c:
Adelung's
a:
1.
c:
deutsche Sprache. Jahrgang 1.
c:
1.
c:
2.
a:
5
c:
7.
c:
Aufsatz
a:
grossem
a:
erinnert
c:
ist, erinnert
c:
beibehält
ac:
dazu,
a:
Schicklich
a:
Gut
a:
claßischen
c:
klassischen
a:
Nation
ac:
vornehmlich
a:
überhaupt und
c:
Eigene
c:
Oder wäre
a:
theilweise
c:
dieß
c:
Vielen
c:
weniger
c:
Manche
c:
Andere
c:
bei Vielen
a:
verderbet
c:
verdorben
c:
hat;
a:
fürsichtige
a:
Sprachlehre,
c:
Adelungschen Schriften, in Hinsicht auf alle §. 96. erwähnte Eigenschaften den vornehmsten Rang, und sind daher auch von sehr vielen Schriftstellern und Sprachforschern als Auctoritäten angenommen.
c:
Adelung's deutsche Sprachlehre. 5te Auflage. 1806.
8.
a:
deutsch. Spr. L.
a:
1782.
c:
ebendas.
Abkürzungsauflösung von "ebendas.": ebendaselbst
3te Auflage. 1800.
c:
1781.
c:
1782.
c:
8.,
c:
1785.
c:
1786.,
c:
drei Theilen, 8.
c:
bei
c:
Auflage,
c:
1789.,
c:
Oktavbänden.
a:
ø
c:
ø
c:
⌇⌇c {Daß gleichwohl Adelung bei seinem großen Verdienst um die Sprache, so wie früherhin der von dieser Seite nicht zu vergessende Gottsched , auch oft vorsätzlich nur einem gewissen Dialect den Vorzug gab, und namentlich gegen den oberdeutschen, so wie gegen die Bereicherung der Sprache durch so viele klassische Prosaisten und Dichter, ungerecht war, ist itzt wohl eben so allgemein anerkannt.
Daher sind mit Adelung noch zu verbinden:
Th. Heinsius deutsches, oder vollständiges Lehrbuch des gesammten deutschen Sprachunterrichts, 1ster bis 4ter Theil. Berlin 1807.
Nicht minder die verdienstvollen
grammatischen Arbeiten von Heynatz ,
Stutz ,
Pölitz u. a.
Abkürzungsauflösung von "u. a.": und andere
}
c:
Auch Wörterbücher sind dem, der die Muttersprache gründlich lernen will, unentbehrlich. Er wird sehr oft bei der Lektüre und beim Schreiben ihren Rath und ihre Bemerkungen über Etymologie und Sprachgebrauch suchen müssen. Auch hieran ist unsere Literatur nicht arm.
a:
teutsch-lateinisches
a:
1741.
c:
1741.
c:
4. Ein
a:
allgemeineres
c:
dienliches Werk.
a:
grammatischkritischen
a:
Mundart
c:
von
a:
Adelung)
c:
Adelung,
a:
1773–1780, bis jetzt in 4
c:
1793–1805.
, in 4 Theilen, neue Auflage.
c:
Auszug daraus, 4 Theile, Leipzig 1793–1802.
E. H. Campe Wörterbuch der deutschen Sprache, 5 Theile, Braunschweig 1807–1810.
Voigtel Handwörterbuch, 3 Theile, Halle 1793–95.
a:
einzle
c:
derselben
c:
und besonders die Gleichsinnigkeit der Wörter erörtern, zeichnen sich ebenfalls einige durch innern Werth aus, und geben dem philosophischen Forscher eben so vielen Stoff, als dem, welcher die Sprache richtig sprechen zu lernen strebt.
a:
Aufl.
c:
4 Theile,
a:
zweyter
a:
1773.
c:
1779–1785.
a:
Kleinen
c:
kleine Beiträge
a:
1778.
c:
1778–1782.
c:
Stücken.
a:
ø
c:
J. A. Eberhard's Versuch einer allgemeinen Synonymik, 6 Theile, Halle 1795–1800.,
und der Auszug:
Synonymisches Handwörterbuch, Halle 1806.
c:
ø
c:
Sprache,
c:
zwei
c:
jeder
a:
bis jetzt erster Jahrgang in
a:
Leipz.
a:
und 83 in 8
c:
1782–1785. 8.
a:
Deutschen
a:
1782.
c:
ø
c:
ø
c:
hier
c:
ø
a:
gemäß
c:
Adelungsche
c:
Rüdiger's
a:
Neuester
a:
deutschen-
a:
1782 und 83
c:
1782–1785.
a:
2
a:
8,
c:
ø
a:
zumahl
c:
Außer
a:
ausdrücken
c:
d. i.,
c:
hielte;
c:
natürlichen,
c:
Ordnung;
a:
entspreche
a:
abschneide
c:
abschnitte;
a:
das
a:
schicklich
c:
ist;
a:
soweit
c:
Herz
c:
Meiste
c:
Umgang,
a:
Personen
a:
Lesen
a:
Studiren
c:
bei
a:
94 –101
c:
erwähnten
a:
aus
a:
wär
c:
wäre
a:
kan
c:
kann,
a:
werden
c:
insofern
c:
ø
c:
haben;
c:
ø
c:
sind;
c:
entziehen;
a:
angebracht
c:
Prosa
ac:
haben.
c:
bei
a:
Adelungschen
a:
1.
a:
3.
a:
4
c:
ø
c:
dabei
a:
gesagte
c:
ø
c:
ø
a:
zurechtweisen lassen
c:
zurechtweisen lassen,
a:
Beyspielen
c:
Beispielen,
c:
müsse:
c:
dies
c:
⌇⌇c {Heynatz Handbuch zur richtigen Verfertigung und Beurtheilung aller Arten von schriftlichen Aufsätzen. 6te Auflage, Berlin 1800.
}
c:
lebenden
a:
englische
a:
italienische
c:
italiänische,
c:
ø
a:
Deutschen
c:
ø
c:
feineren
a:
geworden
c:
nachtheiligen
c:
französische insbesondere
a:
allen
c:
heißen
c:
ø
c:
ø
c:
⌇⌇c Die vornehmsten Hülfsmittel, namentlich Sprachlehren und Wörterbücher, sehe man in Niemeyer's Grundsätzen der Erziehung und des Unterrichts, 2ter Theil, S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
516, nach der 6ten Ausgabe
.
c:
kann
a:
Sprachen,
c:
andere
c:
ausgestorbene
a:
beyden
c:
beiden,
c:
allen
a:
Schriftsteller
c:
beiden
c:
geschöpften Kenntnissen,
a:
Nahmen
c:
(alter
c:
bei
c:
weiteren
a:
Umfang
a:
15
c:
I.
c:
1738.
c:
bei
c:
griechischer
c:
römischer
a:
wiederhergestellt
c:
wurde;
a:
engre Bergif
c:
⌇⌇c Man sehe
Wolf's Alterthumswissenschaft in dessen Musäum,
1ster Theil.
c:
Freilich
a:
Nahmen
c:
ø
a:
und
a:
diesem
c:
sei;
c:
gereiche;
c:
dürfe;
c:
Alles
c:
vermochten
c:
als
c:
Geistes
a:
studirt
c:
76 –85.
c:
wurde,
c:
gebraucht
a:
grossem
c:
kann
a:
grosser
c:
verloren
a:
geht
c:
wird;
a:
grosser
c:
2.
a:
ø
a:
grossen
c:
beide
a:
lateinsche
a:
vornehmlich
c:
vornehmlich,
a:
nur
c:
sei
a:
sichrer
c:
beider
a:
grosse
c:
bei weitem
a:
Uebersetzungen
a:
classischen
c:
Inhalt
c:
vorgetragenen
a:
ø
c:
außer dem,
a:
keine
c:
könnte;
c:
kann
c:
hineindenken kann
c:
unsere eigene
c:
unterzuschieben
c:
kann
c:
werden,
c:
äußerlichen
c:
gebildet:
a:
ø
c:
bei
c:
bei
c:
kann
c:
Wendungen
c:
genau,
c:
deutsches
ac:
lassen
c:
wären;
c:
vermischt
a:
ø
c:
Beibehaltung
c:
liegen u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
,
a:
Numerus u. dgl. das
ac:
gefällt
c:
unsere
c:
unserer
ac:
ausdrücken
a:
Ergiessungen
c:
wenigstens bei den meisten
c:
ø
c:
J. H. Hottinger's
c:
1782.
c:
8., vornehmlich
a:
ø
c:
übergetragen;
c:
neueren
c:
alten übertreffen;
a:
wäre
c:
wirklich
a:
das
c:
unserer
a:
studiren
a:
deswegen
a:
sind
c:
ø
c:
unterworfenen
c:
des Alterthums
c:
bei
c:
unsrigen, desto
a:
ist
c:
ø
a:
beurtheilen
c:
lernen –
a:
die
c:
Allen
c:
letzteren Umstande
c:
die
c:
Erscheinung
a:
studiret
c:
studiert
c:
neuern
c:
bei
c:
vielerlei
a:
studiren
c:
kann
a:
ausstudiren
c:
und
a:
einzle
a:
ruht
c:
Sachen sehen:
c:
beinahe
c:
von
c:
Menschen
c:
treffliche
a:
dem
c:
äußerlichen
c:
Verfassungen
c:
sie:
a:
Ihnen
c:
Ueberdieß
a:
hiebey,
c:
hierbei
a:
Sachen
c:
dieselbe
c:
ausdrückten
c:
Geschmack
a:
Bedeutung
c:
Worte
c:
kann
a:
entwickelten
c:
Bei
c:
Formen;
c:
Mode;
c:
Schwelgerei
c:
Lektüre.
c:
einerlei
c:
Handeln
c:
allerlei
a:
Menschen; dies
c:
dieß
a:
ø
c:
Bei
c:
beinahe verschwunden:
a:
Vaterland; wir
c:
drückende
c:
ange|c113|borenen
a:
unsre
a:
Leute
c:
Gelehrten
a:
einzigen
a:
sind,
c:
Geschäftsleuten
c:
Weisheit;
a:
anders
c:
Kultur
a:
wollen
a:
wünschen
a:
Ton
a:
ernsthaftern
c:
ernsthaften,
c:
Ekel
a:
Untersuchungen
a:
obenabgeschöpft
c:
bei
a:
empfiehlt
a:
dadurch
a:
alles
c:
Alles,
ac:
vertreten
c:
klassischen
c:
Römer
c:
insbesondere
a:
Neugierigen
c:
Rechtschaffene
a:
werth
c:
unsrem
c:
⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1.
c:
außer
c:
76.
c:
Causoboni
a:
(in
c:
Ernesti
c:
Ausgabe,
c:
8.) –
c:
oratoria,
c:
seq. –
a:
zur
c:
Beiträge zur
c:
Wissenschaften,
c:
Literatur, und das
Wolfsche Museum der Alterthumswissenschaft,
Berlin 1810
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Das aufgestellte Gemählde scheint doch zu dunkel gefallen. Es war, als die Classiker schrieben, nicht besser. Sie führen über ihr Zeitalter dieselben Klagen. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
a:
Theologie
c:
außer
a:
grossen Vortheilen
a:
lateinschen
c:
beider
a:
ø
c:
andere
c:
beide
c:
durch
a:
grosse
c:
sei
ac:
lassen
c:
Andern
a:
alsdenn
c:
wie
a:
grosse
a:
ø
ac:
und
c:
Alles
a:
soll
c:
bei
c:
eigenen
a:
einzler
c:
eigenen
a:
blosses
c:
geschriebenen Bücher,
c:
ø
c:
bei
a:
schwerern
a:
versteht
c:
Gesagte versteht
ac:
Erwägung
c:
ø
a:
zusammen getragen; –
a:
selbst
c:
kann
c:
ø
a:
Ueberzeugung
c:
Alles
c:
ø
a:
fehlt
a:
Studiren
c:
wäre,
c:
Beispiel
c:
unserm
c:
Texte
c:
verschiedener
a:
Ausser
c:
Außer
c:
Art:
a:
fehlen
c:
Wörter,
c:
da,
a:
ø
c:
u. a.;
a:
οικοδομη
a:
vornehmlich
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
, vornehmlich,
a:
bestimmt
c:
Religionsbegriffe
c:
sei
c:
{Unstreitig ist durch mehrere neue exegetische Schriften und vollständiger gewordenen Lexica manchen Mängeln, die hier gerügt sind, abgeholfen.}
c:
ø
a:
fühlen
c:
nicht:
c:
dieses
c:
Sinne
a:
ist
a:
zumahl
a:
hindert
a:
einmahl
a:
kommt
c:
bei
c:
eigne Zweifel oder
c:
An|c118|dern
a:
abgehen
a:
gestehen
c:
bekannt,
a:
Schwierigkeiten
c:
sind;
c:
abhärtet:
a:
theils
a:
natürlichste
c:
ist;
a:
theils
a:
aufopfert
a:
zumahl
c:
gefundenen
a:
Lehrbegrifs gefunden
c:
außer
a:
Bekanntschaft
a:
hat
a:
nicht
a:
Redearten
c:
fähiger,
c:
Des Sprachgebrauchs
ac:
kann
a:
lernen
c:
gewiß werden,
a:
giebt
c:
giebt;
c:
anderer
c:
Sprachen;
a:
Erklärungen
c:
ø
c:
Letztere
ac:
kann
a:
einmahl
a:
redet
a:
einmahl
c:
gebraucht
c:
treffliches
c:
derjenige
c:
Meisten
c:
Sprachgebrauch
a:
dem Sprach|a109|gebrauch
c:
herrscht;
c:
eigene
c:
er
a:
erkennen
c:
Bei
a:
Schriftstellern
ac:
Anm.
a:
u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
ac:
1753.
a:
1773 8
c:
1773. 8.), desto
a:
es
a:
letztern
a:
studiren
a:
erstern
ac:
Anm.
c:
Bei
a:
(S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
a:
1758.),
c:
1758.)
c:
bei
c:
viel
a:
darreicht
a:
29
a:
συνεσταλμενος
c:
bei
c:
13.
a:
13
a:
Karge
c:
beim
a:
17.
a:
18
c:
18.,
c:
bei
a:
ad
c:
21.
a:
29
c:
lat.
Abkürzungsauflösung von "lat.": lateinisch
c:
occidere
a:
9
c:
τῳ
a:
Stellen
c:
bei den Epist.
a:
Χρισμα
a:
20
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
c:
der
a:
h.
Abkürzungsauflösung von "h.": heilig
c:
Gesichtspunkt
c:
Mittel,
a:
willkürliche
c:
willkührlichen
a:
schulgerechte
c:
unscheinbaren
a:
u. d. gl.
Abkürzungsauflösung von "u. d. gl.": und dergleichen
c:
Participial-Construktionen u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
a:
ø
c:
der unsrigen
c:
so
a:
abgeht, bemerkt
c:
abweicht
c:
Schrift sowohl,
c:
bei verschiedenen
a:
studirt
c:
Echtheit
ac:
kann
a:
lassen,
c:
lassen:
c:
seyn,
c:
bei
c:
alten
c:
feineren
c:
gewöhnt,
a:
gesehen
a:
gemacht
a:
erklären
c:
Gezwungene
c:
verschiedenen
a:
eingesehen
c:
verschiedene
a:
sicherer
c:
bei
c:
bei
c:
bei
a:
wo
a:
verleitet
c:
nach genauer
a:
Parthey
c:
schon Partei für oder wider eine Leseart
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
I.
c:
verkehrt,
c:
nachtheilig,
c:
sei
c:
bei
a:
grösser
c:
sind,
c:
bei
c:
Profan-Schriftstellern
c:
Abhandlung
c:
1764.
a:
Profan-Schriftstellern. (S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Siehe
Ernesti's Abhandlungen in den Opuscul. philol. crit. pag.
Abkürzungsauflösung von "pag.": pagina
)
c:
außer
a:
sey
c:
sei,
c:
fleißiges
a:
fleißiges Studiren
c:
113.
a:
ø
c:
griechischen
c:
lateinischen Sprache
c:
ø
c:
Kirchengeschichte
c:
beiden
a:
abgefaßt
c:
abgefaßt; und
c:
verschiedenen
c:
verschiedenen
c:
war,
c:
es
c:
unzuverlässig
c:
ø
c:
beruht:
c:
verschiedenen
c:
Religion
c:
beiden
a:
genommen
c:
danach
a:
sind
c:
haben:
a:
Ausdrücken
c:
kann
a:
Folgen
ac:
vornehmlich
c:
kann
c:
Katechetik
c:
Homiletik
c:
bessere
c:
Kunst,
c:
machen,
a:
Absicht
c:
erlauben?
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Unstreitig läßt sich von der
Sokratischen Methode Manches für den Katecheten lernen. Doch hat man in neuern Zeiten das Sokratisiren sehr übertrieben, und dadurch der rechten Methode des Unterrichts der Anfänger geschadet. D. H.
Abkürzungsauflösung von "D. H.": Der Herausgeber
c:
bei
c:
insbesondere
c:
besondere
c:
eigene
c:
werden: *)
c:
geschrieben;
c:
Gelehrten-Sprache,
c:
*) Sie hatte es, weil Rom zweimal die Welt beherrschte – politisch und kirchlich. So wurde durch die römische die vollkommnere griechische Sprache verdrängt. D. H.
Abkürzungsauflösung von "D. H.": Der Herausgeber
c:
lateinisch
c:
Eifer,
c:
außer
c:
desto
c:
erwähnten
c:
fleißigen
a:
klaßischen
c:
anzieht,
c:
ø
c:
aller Art
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1.
c:
des Erziehungswesens etc.
c:
2. S.
Abkürzungsauflösung von "S.": Seite
a:
ø
a:
Anm.
c:
⌇⌇c Aber, sagt man, ist denn nicht
c:
Beste
c:
Nutzbarste
c:
die neuern Sprachen
c:
ø
a:
übrigen
c:
Geschichte
c:
sei
c:
kann
c:
bei
c:
werden?
a:
vervollständigt
c:
sei
c:
sinkt,
c:
für je
a:
hält;
c:
hält, desto
c:
eigenen
ac:
Anm.
c:
Beibehaltung
c:
gedrungen,
c:
Barbarei einreißen
c:
dieß
c:
vollkommener
c:
andere
c:
sei; sondern
a:
verlohren
c:
Gange
c:
zuverlässigen
c:
bei
a:
verschloßnen
c:
ältere
c:
zurückzugehen
c:
geworden sei, und
c:
Zweitens
c:
verloren,
c:
kann.
c:
bedacht,
c:
Beides
c:
erspart
c:
könnte
c:
würde:
a:
gespart
c:
bedacht,
a:
grossentheils
c:
unzuverlässig
ac:
ø
a:
ø
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Aeußerst
c:
Beispiele
c:
vollends,
c:
bei
c:
ø
c:
bei
c:
Alles
c:
wird,
c:
bei
c:
lateinischen
c:
nicht,
c:
doch
c:
sonst,
c:
verschiedener
c:
jetzt. Wo es
c:
auch gewöhnlich
c:
allgemeine Sprache
c:
immer weitere Ausbreitung
c:
muß
c:
doch
c:
nämlich
c:
beibehalten
c:
ø
c:
Letztere
a:
grosse
c:
zumal allgemeinen,
c:
angenommene
c:
einmal
c:
ziehen;
a:
weit möglichst auszubreiten,
a:
erhalten
c:
bei
c:
bei
c:
andere
c:
und
c:
angeschmiegt worden;
a:
durchdrungen
a:
einbüssen
c:
ø
c:
läugnen
c:
Welt
c:
verschaffen:
c:
nicht wo
c:
Mängel
a:
ø
c:
Volke
c:
u. dergl.
Abkürzungsauflösung von "u. dergl.": und dergleichen
,
c:
verschiedene
c:
bei neuentstandenen
a:
gemässe
c:
Beispiel
c:
Botanik
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
c:
ließe
a:
ausdrücken
a:
habe.
c:
Diesem
ac:
kann
c:
kann
c:
ø
a:
anschmiegt. – –“
c:
Beispiel
a:
sieht.
c:
Gleichen sieht!“
ac:
übertrieben; denn
a:
drückten
a:
ausdrücken
c:
konnte:
c:
Barbarei
a:
liesse, zeigt
c:
die Beispiele
c:
trefflichen
c:
ø
c:
Frage,
c:
ø
c:
sei,
c:
gebrauchen mag
c:
ø
c:
Sachen,
c:
reden oder schreiben will
c:
125.
c:
aufgenommene
c:
Wissenschaften:
a:
sind
c:
Volke
c:
Vorkenntnisse
c:
einbilden,
ac:
ausgedrückt
c:
Spekulationen
c:
Zeitvertreib
c:
Vorhange
c:
Volke
c:
alsdann
a:
brächten!
ac:
Anm.
a:
grosse Schaden
c:
Unverkennbar ist der Schade
c:
gar viele Kenntniß,
c:
um
c:
Gehörige
c:
gemeinnützlichere
a:
ø
c:
Alles
c:
ø
c:
wird.
c:
Dieß muß
c:
einleuchten
c:
Gebrauche
c:
bei
a:
verhindern
c:
Alles
c:
bedauern
a:
haben
c:
allerlei
c:
bewaffnet
a:
sind
a:
unschätzbar
ac:
kann
c:
werden;
a:
denn
c:
bei
ac:
Anm.
c:
sei
a:
grosse
c:
kann
c:
dabei
c:
derer
c:
durch sie
c:
bei
a:
einzelen
c:
wichtig gehaltenen
c:
die
c:
sei
c:
außer
c:
⌇⌇c {Gegen das, was in dem vorstehenden Abschnitt über die Wünschenswürdigkeit einer allgemeinen Beibehaltung der lateinischen Sprache gesagt ist, dürften sich allerdings manche erhebliche Einwürfe machen lassen. Der Hauptvortheil des Lateinschreibens bleibt unstreitig die dadurch beförderte Verbreitung gewisser Ideen und Kenntnisse in fremden Ländern. Wir Deutschen werden immer davon den geringsten Vortheil ziehen, da wir fleißig und gutmüthig genug sind, fast alle Sprachen zu lernen, so daß uns schwerlich irgend etwas Bedeutendes, was im Auslande geschrieben wird, fremd bleibt, indem theils Uebersetzungen, theils literarische Journale dafür sorgen, es uns mitzutheilen. So machen wir in allen Ländern Europens wissenschaftliche Eroberungen, und erfahren oft gleichzeitig, was in ihnen Neues entdeckt oder geschrieben ist.
Daß aber die Kultur und allgemeine Aufklärung einer Nation in eben dem Grade gewinnt, in welchem ihre eigne Sprache ausgebildet, und eben sowohl auf wissenschaftliche als auf andere Gegenstände angewendet wird, ist durch die Geschichte aller Nationen bewiesen. Darum ehren wir ja auch Männer, die, so fähig sie waren, Latein zu schreiben, und es auch wirklich häufig thaten, dennoch, wie
Thomasius und
Wolf , auch über wissenschafliche Gegenstände deutsch schrieben, und dadurch der Sprache einen so großen Dienst leisteten.
Der Nachtheil, der aus dem Popularisiren gewisser Untersuchungen, welche mit den heiligsten Angelegenheiten der heil.
Abkürzungsauflösung von "heil.": heilig
Schrift zusammenhängen, entstehen kann, ist wohl schwerlich darauf zu schieben, daß man weniger lateinisch schrieb, sondern mehr auf den Ton, worin man es schreibt. Noch weit mehr aber, weil so vielen die Gewandtheit oder die Schonung fehlt, zu überlegen, ob die freiern Untersuchungen, die sie – gleichviel ob in deutschen, oder lateinischen, oder |c133| französischen Büchern gelesen haben, jedermann, auch den Laien und Ungelehrten, ohne alle Vorbereitung mitgetheilt werden sollten.
Endlich dürfte auch nicht zu übersehen seyn, daß bei dem großen Fortschritt in den Wissenschaften, die lateinische, als eine todte Sprache, nicht mehr genügt, um Alles in ihr zu sagen, wenn man recht verstanden seyn will; daß dagegen unsre Sprache auf einer Höhe steht, die mit dem, was sie war, als die Gelehrten fast noch alle Latein schrieben, nicht zu vergleichen ist; daß endlich manche vortreffliche Schriftsteller, selbst große Humanisten – wie
Voß u. A.
Abkürzungsauflösung von "u. A.": und Andere
– gerade dieser Fertigkeit entbehren.
Hiermit soll jedoch keineswegs gesagt werden, daß man nachlassen solle, wo möglich alle Studierende zu üben und anzutreiben, sich auch durch Fertigkeit nicht bloß im Lateinlesen, sondern auch im lateinischen Styl zu empfehlen, da diese Uebungen an sich schon mit der Sprache selbst vertrauter machen, wenn auch in späteren Jahren von ihnen selbst gar kein Gebrauch gemacht werden sollte. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
[}]
c:
lateinischen
c:
griechischen
c:
will, zumal
c:
vorzüglich
c:
eigenen
a:
müßte:
c:
muß, wird nun ebenfalls alles
c:
ø
c:
68. –90.
c:
ø
c:
die
c:
wird er
c:
er
c:
kann, zu gewöhnen sucht. ⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Unter den lateinischen Sprachlehren zeichnen sich aus: ⌇cJ. J. Scheller's
a:
zweyte
a:
1782
a:
noch mehr vor dem
a:
desselben
c:
Leipzig 1790. gr. 8., oder für den Anfang: |c134|⌇cDesselben
a:
ø
a:
1780
c:
Leipzig 1785.
c:
⌇⌇c Um
c:
gesammelten Beispiele
c:
kann, sich selbst
c:
abzuziehen: ⌇cJ. H. L.
c:
Beispielen
c:
1785. 2 Theile, 8. E. J. A. Seyfert's auf Geschichte und Kritik gegründete lateinische Sprachlehre, 1798–1802.
, auch abgekürzt 1810.
Ganz vorzüglich
Wenk's lateinische Sprachlehre, besonders nach der neuen Bearbeitung von Grotenfend . 1816.
Praktische
c:
7te Ausg.
Abkürzungsauflösung von "Ausg.": Ausgabe
Leipzig 1808
,
c:
8., so wie die größere, 1812.
a:
ø
a:
ø
c:
⌇⌇c Unter den griechischen zeichneten sich außer der bekannten Wellerischen oder Märkischen Grammatik, nach Bernhardi's Bearbeitung, neuerlich aus:
Buttmann's oft gedruckte größere und kleinere griechische Grammatik, und
A. Matthiä griechische Grammatik, 1808.
, nebst dem Auszug, 1809.
Auch vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche, verglichen
mit
E. Hermann de emendanda ratione graecae grammaticae, 1801.
c:
hat
c:
sodann
c:
bei
c:
zu
c:
Eigene
c:
erklären;
c:
unsere
a:
aufmerksam machen
c:
⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Dahin
a:
Christoph
c:
latina –
c:
repetendas,
c:
Christoph.
ac:
Tom.
c:
1768.
ac:
ø
c:
1522.
c:
aufgelegt,
c:
1556.
c:
andere
c:
scriptoribus
c:
1713.
a:
ø
c:
Ferner:
c:
libellus,
c:
Iac.
c:
Io.
c:
ø
c:
Godofr.
c:
1784.
c:
ø
a:
ø
c:
Ellipsen,
c:
Lindner
c:
1780.
c:
ø
c:
Herzog's Ausgabe,
c:
1712. 8.
a:
ø
c:
Minerva
c:
subiectae
a:
Jac[.]
c:
Iac.
c:
1714.
c:
ø
a:
und
c:
Io.
c:
Ausgabe,
c:
1744.
c:
1768., zusammen
c:
1780.
a:
1768;
c:
⌇⌇c Doch kann
c:
angegebenen
a:
kann
c:
ø
c:
besitzt
c:
Schellersche
c:
Sprachlehre, und dessen Praecepta stili bene latini, 2 Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
1797.
, oder wenn tieferes Studium des Lateinischen nicht Hauptzweck ist
a:
wird
c:
Bei
c:
Sprache, wenn man ihren eigenthümlichen Geist und ihre Feinheiten auffassen will, bedarf es ebenfalls, neben der eignen Beobachtung, des Gebrauchs der schon vorhandenen Hülfsmittel. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Zu diesen gehören:
c:
animadversionum
c:
Iac.
c:
Ioh.
c:
1750–52.
c:
Abtheilungen, 8.
c:
animadverss.
a:
adiunxit et suas
c:
Io.
c:
Ausgabe, Leipzig 1789. gr. 8.
a:
Lips. 1777.
in 8. –
c:
breviavit
c:
1782.
c:
⌇cM. Devarii liber de graecae linguae particulis, ed. Reusman 1793.
8.
a:
Nic[.]
c:
G. H. Schäfer Ausgabe, Lips. 1808.
8. ⌇cBenj. Weiske Pleonasmi graeci. 1807.
8.
c:
dialecti –
c:
post Io.
c:
Reitzium, ed. W. Sturz , 1807.
c:
Ermangelung,
c:
concinnavit I. I.
a:
grossen
c:
ø
a:
grössern
c:
Die vollständigste Kenntniß der lateinischen Sprache und des Sprachgebrauches läßt sich von den großen lexicographischen Arbeiten erwarten, welche dem eigentlichen Philologen ganz unentbehrlich sind, indeß dem Anfänger, und für den |c137| gewöhnlichen Gebrauch, allerdings auch die kleineren genügen, und welche bei dem fortgehenden Fleiß der Humanisten noch immer an Gehalt und Zuverlässigkeit gewinnen. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Zu den größeren Wörterbüchern gehören: Novus
c:
thesaurus,
c:
Rob.
c:
curas –
c:
Io.
a:
Gesnero.
c:
1749.
a:
ausführliches
c:
Tomi, fol. ⌇cForcellini Lexicon totius latinitatis. T.
Abkürzungsauflösung von "T.": Tomus
I–IV. Patav. 1771.
⌇c
Scheller's ausführliches
a:
ø
a:
1783
c:
7 Bände, 3te Aufl., Leipzig 1804.
8.,
c:
usu
c:
Io.
c:
1769.
c:
Io.
c:
1736.
a:
könten
c:
mittlern
a:
dem
c:
lieferte
a:
grosse
c:
Glossarien. ⌇⌇cEin Auszug davon ist: ⌇c(Joh.
c:
Adelung's
a:
1772–84
c:
1771–84. 6 Tomi, 8.
c:
⌇⌇cZu den kleineren Wörterbüchern gehören:
G. Matthiae nov. locupl. Lexicon lat.-germ. e. g. lat., Halae 1775.
8.
J. C. Scheller's Handlexicon, nach dem Auszuge von G. H. Lünemann , 3 Bände, 1807.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
L. C. Bauer's deutsch-lateinisches Lexicon, 3te Auflage, 1806.
8.
Hiermit sind auch die Schriftsteller zu vergleichen, welche die lateinische Synonymik bearbeitet haben, namentlich:
Gardin Dumesnils Versuch einer allgemeinen lateinischen Synonymik, aus dem Französischen; bearbeitet von J. C. H. Ernesti , 3 Theile, Leipzig 1799–1800.
8.
a:
grössern
c:
Was von den lateinischen Wörterbüchern (130. ) gesagt ist, gilt ebenfalls von den griechischen. Auch hier fehlt es eben so wenig an vortrefflichen Vorarbeiten. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Unter ihnen bleibt bei weitem das wichtigste:
c:
1572. 4 Tomi,
c:
und von dem
itzt in England eine neue Ausgabe veranstaltet wird. ⌇⌇cUnter
c:
kleineren
c:
manuale –
c:
Benj.
c:
institutum –
c:
et –
c:
Io.
c:
Auflage,
c:
Wendler, Leipzig 1788.
a:
Lips. 1767
in
c:
⌇c
J. G. Schneider's kritisch griechisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, Jena und Leipzig 1805.
4.
F. M. Riemer's griechisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, ebendaselbst 1815.
16. gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
J. F. J. Reichenbach's allgemeines griechisch-deutsches Handwörterbuch zum Schulgebrauch, 2 Bände, Leipzig 1801.
2.
c:
kann
a:
ergänzen
c:
erweitern:
a:
eigne
c:
Eigene
c:
ø
c:
ø
c:
dem Hesychius, Pollux, Ammonius, Harpokration, Timäus, Thomas Magister, Moeris
a:
sind
c:
ø
a:
einzler
a:
bibliothecae
c:
Schriftsteller. ⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Ein zahlreiches,
a:
enthält.
c:
Verzeichniß, enthält der Catalogus Bibliothecae Bunavianae, Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
I. p.
Abkürzungsauflösung von "p.": pagina
1873. sq.
Abkürzungsauflösung von "sq.": sequens
c:
1688.
c:
spätern Griechischen
c:
müssen:
c:
kann
c:
72. –86.
c:
welche
c:
griechischen
c:
lateinischen
c:
insbesondere
c:
ø
c:
bei
c:
kann. ⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
c:
Werk,
c:
Io.
a:
bibliothecam
c:
5.,
c:
1721.
c:
22.
c:
drei
a:
Octavbänden
c:
Leipzig 1773.
c:
74.
c:
drei
a:
bibliotheca
c:
1705–28.
c:
1790–1809
c:
4. erschienen ist. ⌇⌇cZu den besten Handbüchern gehören:
a:
Quartbänden. Doch ist
a:
Christoph
c:
ø
a:
introductio
c:
scriptorum
c:
1781.
c:
zwei Theilen,
c:
Brevior
c:
etc.,
c:
1789. 8.
a:
8. und Desselben introductio
c:
Ed.
Abkürzungsauflösung von "Ed.": Editio
4.
a:
vollständiger
a:
das beste doppelte Handbuch, das
a:
ø
c:
1792–95.
2 Vol.
Abkürzungsauflösung von "Vol.": Volumen
8. W. v. Fuhrmann's Handbuch der classischen Literatur, oder Anleitung zur Kenntniß der griechischen und römischen Schriftsteller der besten Ausgaben, 4 Bände, Rudolstadt 1804–10.
c:
literarischen Schriften kann
a:
einigermassen
c:
der klassischen Schriftsteller
c:
derselben hängt
c:
Denn
c:
hat,
c:
lesen,
c:
ø
c:
verstehen
c:
wünschen,
c:
dabei
a:
unterhalten
c:
kann
a:
unzulänglich
c:
Schriftsteller,
c:
bloß
a:
Zwecke
c:
dagegen
c:
selbst
c:
das
a:
Mittel
c:
mehrerm
c:
jeder, der
a:
weiß
a:
ergründen
c:
welchen
c:
anderer
c:
seyn,
a:
dieser
c:
ungefähr
a:
so
c:
namentlich
c:
mehreren ausgezeichneten deutschen Philologen
a:
ø
c:
erhalten
a:
beziehen
a:
an|a130|stossen
a:
verstehen
c:
bei
c:
⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
c:
ø
a:
klaßischen
c:
Klassiker
c:
1783.
c:
ø
c:
hierher
c:
betrifft
c:
anderer
c:
ø
a:
Hand –
c:
die vorhandenen mit Nutzen gebrauchen. ⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. In Absicht auf die alte griechische Geschichte:
a:
Titel Historie
a:
Grece
c:
Grèce,
c:
1744.
c:
ø
a:
nachgedruckten
c:
Tomes, nachgedruckte,
c:
geschöpfte
c:
Griechenlands
a:
Philipp
c:
von
c:
das
c:
auf
c:
beim
c:
ø
c:
1789.
c:
⌇c genügen.
c:
jedoch
c:
vier
c:
1787.
c:
desgl.
Abkürzungsauflösung von "desgl.": desgleichen
⌇cMitford's Geschichte Altgriechenlands, aus dem Englischen, 1ster–6ter Theil, Leipzig 1802
f.
Abkürzungsauflösung von "f.": folgend
c:
vortreffliche
c:
Barthèlémy
c:
1788.
c:
Tomes,
c:
4. |c143|⌇c welche
c:
auch ins Deutsche übersetzt ist, und bei
c:
noch
a:
mit Goldsmith's Geschichte der Griechen von den frühesten Zeiten bis auf den Tod Alexanders des Grossen , aus dem Engl.
Abkürzungsauflösung von "Engl.": Englisch
übersetzt, Leipzig 1777
in zwey Octavbänden; Wilh. Robertsons Geschichte von Altgriechenland (die noch weiter, bis auf die Verwandlung Griechenlandes in eine römische Provinz geht, und selbst die ältere Geschichte von Großgriechenland, auch etwas von der Erdbeschreibung, der bürgerlichen Verfassung und der Geschichte der Wissenschaften mitnimmt,) aus dem Engl.
Abkürzungsauflösung von "Engl.": Englisch
übersetzt Leipzig 1779
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. – und mit Goldsmith's Geschichte der Römer - - bis auf den Untergang des abendländischen Kaiserthums, aus dem Engl.
Abkürzungsauflösung von "Engl.": Englisch
Leipz. 1774
in zwey Octavbänden – behelfen, oder Karl Denina Staats- und Gelehrtengeschichte Griechenlands zu Hülfe nehmen, wovon der erste Theil aus dem Ital. übersetzt, Flensburg 1783
in gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. herausgekommen ist.
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2.
c:
Zeit,
c:
ø
c:
eher
c:
als
c:
1752.
a:
8
c:
1767.
a:
Französ.
a:
übersetzt)
c:
übersetzt),
c:
I.
c:
dies
c:
bei
c:
bei beiden
c:
⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Doch verdienen empfohlen zu werden:
c:
1781.
a:
fast unübertreffbare
c:
ø
c:
ø
c:
1781.
a:
82
c:
1782. 2 Bände,
c:
ø
c:
Bei
c:
hat es lange an einem Werke gefehlt
c:
bei
c:
eigener
c:
Sprache die Mitte hielte. Doch ist besonders durch Mannert und einiger Andere diesem Bedürfniß abgeholfen. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Zu den weitläufigern Werken gehören:
a:
fast einzig brauchbaren
c:
Io.
a:
Leipz.
c:
1731.
a:
32
c:
1732. 4.
c:
3 Tomes,
c:
1768.
a:
12
a:
den beyden |a133| kleinern: Orbis antiqui monumentis suis illustrati primae lineae, duxit Jer. Jac. Oberlinus , Argent. 1776.
8. und dem noch nicht vollendeten
c:
ø
c:
Erdbeschreibung,
c:
Landcharten,
c:
Hieron. Paulus ,
c:
Bruns, Dittmar.) Nürnberg 1800
, 2 Bände,
a:
Handbuch der alten Erdbeschreibung nach Anleitung der d'Anvillischen Landcharten, Nürnberg 1781
in
a:
ø
c:
⌇cGeographie der Griechen und Römer, von Konrad Mannert , 1ster–6ter Band, Nürnberg 1788–1812.
Zu den kürzern Handbüchern:
J. F. A. Nitsch kurzer Entwurf der alten Geographie, auf's neue herausg.
Abkürzungsauflösung von "herausg.": herausgegeben
von L. Mannert , 6te Aufl.
Abkürzungsauflösung von "Aufl.": Auflage
1810.
H. Schlichtegroll's Handbuch der alten Erdbeschreibung, Bremen 1794.
B. F. J. F. Schmieder's Handbuch der alten Erdbeschreibung zum Atlas von 12 Karten, Berlin 1802.
c:
1784.
a:
seit letztgedachtem Jahre zu Nürnberg nachgestochen werden
a:
unentbehrlich,
c:
Io.
a:
XLIV
c:
tabulis,
c:
bei
c:
ø
c:
ø
a:
ø
c:
sind für den Anfänger die kürzeren Darstellungen der Götter- und Fabelgeschichte am brauchbarsten. Weiterhin mögen auch die mannigfaltigen Versuche, die Mythologie philosophisch zu behandeln, prüfend verglichen werden. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Zu den ersten gehören:
a:
Fabel-Geschichte
c:
6te
a:
Aufl.
c:
1807.
8.
c:
Seybold's
a:
2te Aufl. Leipz. 1784. 8. zum Grunde legen, und, wenn
c:
3te Auflage, Leipzig 1797.
8. Karl Wilh. Ramler's kurzgefaßte Mythologie, 2 Theile, Berlin 1790. 8. M. G. Herrmann's Mythologie der Griechen, 2 Bände, Berlin 1811.
8. Zu der zweiten Klasse:
a:
wissen wollte,
c:
ø
a:
Aug.
c:
Schlegel's,
a:
Leipz. 1754–66
a:
und
a:
Leipz.
a:
nehmen
c:
5 Bände, Leipzig 1754–1766. gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
J. A. Kanne Mythologie der Griechen, Leipzig 1808.
C. E. Creuzer Symbolik und Mythologie der alten Völker, 2 Bände, Darmstadt 1811.
c:
ø
c:
sind:
c:
regum, – principum –
c:
tempus –
c:
vixisse –
c:
1783.
a:
ø
a:
zumahl
c:
⌇⌇c Wollte man besonders
c:
lernen, so müßte man
c:
Daktyliothek
c:
Zweites
a:
Leipz.
c:
in 2 Bänden, |c146| Leipzig 1767. 4.,
c:
1776.
c:
ø
c:
Schulen –
a:
Leipz.
c:
1781. gr. 8.,
c:
benutzen
c:
verschiedenen
c:
verschiedenen
c:
bei verschiedenen Schriftstellern,
c:
313.
a:
ø
a:
ø
c:
Einiges
c:
Die Kenntniß derselben ist selbst zur Erklärung vieler Stellen des alten und neuen Testaments nothwendig, und kann bei der Lesung der Classiker gar nicht entbehrt werden. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
a:
griechischen macht,
c:
griechischen Alterthümer, bemerke man
c:
vorzüglich: ⌇cJohann Potter's
a:
die übrigen sehr entbehrlich, und kan
a:
einzig heissen.
c:
3 Bände, Halle 1775–1778. gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. Desgleichen
J. F. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen, gottesdienstlichen etc. Zustandes der Griechen; fortgesetzt von Höpfner und Köpke , 4 Bände, Erfurt 1791–1806.
8.
c:
bei
c:
Christoph.
c:
I. E. I. Walchii,
c:
Hen.
a:
Nieupoort,
c:
1767.
c:
8.,
a:
(Vltrajectina
c:
(Ultraiectina
c:
Io.
c:
Reitzio, gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. 1774.
c:
Io.
c:
kann
a:
ø
c:
1775.
a:
76
c:
1776.,
c:
Theilen,
a:
zu Hülfe nehmen
a:
Adler
c:
Adler's
c:
1781.
a:
ø
c:
1776.
a:
8.
c:
zwei Theilen, 8.,
c:
E. Meiner's
a:
Leipz.
c:
⌇⌇cBrauchbare Handbücher sind auch:
P. E. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen etc. Zustandes der Römer, 2 Bände, Erfurt 1790.
8.
Adam's Handbuch der römischen Alterthümer. Aus dem Engl.
Abkürzungsauflösung von "Engl.": Englisch
von Meyer , 2 Bände, Erlangen 1806.
J. L. Meyer's Lehrbuch der römischen Alterthümer, Erlangen 1806.
c:
⌇⌇c Hinsichts
a:
grossen
c:
bei
a:
römischen
c:
Kriegsalterthümer, von
c:
Nast,
c:
1782.
c:
Hat
c:
erwähnten
c:
vorbereitet,
c:
werden
c:
bei
c:
für
c:
bei
c:
erklärenden
c:
lateinische
c:
griechische
c:
dieß alles nicht der Fall,
c:
Kultur
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Es gehört zu den neueren Erscheinungen, daß man in Schulen angefangen hat, dem Griechischen mit dem Lateinischen gleichen Rang anzuweisen; ja, es fast noch eifriger zu treiben, und selbst darin schreiben zu lassen. Dieß ist an sich, wegen des hohen Werthes der griechischen Literatur, erfreulich. Nun traten auch hie und da Uebertreibungen ein: das, wenn man mit den allgemeinern und vielfachern Gebrauch sieht, doch unentbehrlichere Latein wurde fast vernachlässigt, und man hat sogar schon von Seiten der obern Behörden für nöthig gefunden, vor diesem letzteren Fehler zu warnen. M. s.
Abkürzungsauflösung von "M. s.": Man siehe
§. 123. A. d. H.
Abkürzungsauflösung von "A. d. H.": Anmerkung des Herausgebers
c:
Chrestomathien
c:
Schriftstellern
c:
die ganzen
c:
nicht
c:
kann
a:
lernen
c:
mehreren
a:
ihren
c:
Unterschiede
c:
bleibt es doch viel besser
c:
außer dem,
c:
aufzugeben,
a:
angefangen
c:
hat,
c:
seinem Inhalt
a:
daher
c:
hat,
a:
einen
c:
alte
c:
für
a:
lesen
c:
zurück,
a:
läse
c:
dabei
a:
Frid.
c:
werden.
c:
weiter,
c:
Schwere
c:
Eigenthümliche
c:
erklärt
c:
oft sogar recht vollständige Indices
c:
Absicht
c:
fortzugehen,
c:
Dichter, den Homer etwa ausgenommen, mit dem ja auch die Römer anfingen,
a:
verwöhnt
c:
wird, zumal
a:
lassen
c:
lassen müssen,
c:
verschieben. Im
c:
einerlei
c:
angegebenen
ac:
Anm.
c:
alte
ac:
lassen
c:
ihre Werke
c:
Phädrus, Nepos
c:
Terenz,
c:
Cäsar
c:
Sallust, Cicero's
c:
Quinctilian's
c:
orat.,
c:
Livius, Suetonius
c:
Tacitus
a:
Plautus
c:
Plautus,
c:
Befinden
c:
Ovid
c:
Virgil
a:
sodenn
c:
Horaz
ac:
Anm.
c:
145.
c:
Aelian's
c:
Epiktet's
c:
sowohl, als mit Arrians
c:
machen;
a:
vorzöglich
c:
Xenophon
c:
attischen
a:
vornehmlich
c:
vornehmlich Platon's
c:
Aeschines
c:
Theophrast's
a:
sodenn
c:
Aristoteles
c:
Isokrates,
c:
enthaltenen
a:
Rednern
c:
attische
c:
Xenophon
c:
Herodot, Thukydides, Polybius, Plutarch
c:
Josephus
c:
Arrian, Appian
c:
Herodian
c:
können
c:
Homer muß
c:
Hesiod kann
c:
Anakreon, Theokrit, Moschus
c:
Bion mag
c:
attischen Tragikern
c:
Komikern
c:
alsdann
c:
Pindar
c:
Kallimachus
c:
Aristoteles
a:
eingeschränckte
c:
Man vergl.
Abkürzungsauflösung von "vergl.": vergleiche
K. G. Schelle , welche alte classische Auctoren, wie, in welcher Folge und Verbindung soll man sie auf Schulen lesen? 2 Bände, Leipzig 1804.
8.
c:
Bei
c:
zumal
a:
Schriftsteller
a:
claßisch
c:
klassisch
c:
72. ), desto
c:
bei
c:
hat
c:
zu
c:
man
c:
weitläuftiger
c:
länger aufgehalten werde
c:
kann
c:
zumal
c:
angehen,
c:
andere
a:
studiren
c:
Ausdruck, brauchten
c:
bei
c:
zwei
a:
grossen
a:
f.)
a:
ø
c:
der
c:
wenn
ac:
Gründen
c:
verdient; *)
c:
Beispiele
c:
Beispiel
c:
einreißender,
c:
nachtheiliger
c:
na|c153|mentlich alle
a:
Universitäten
a:
solchen
c:
sei
a:
zu lassen
c:
lassen
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
a:
ø
c:
Lateinschreibens,
c:
Fr.
c:
1783.
c:
8.;
c:
gesammelten Schulschriften,
a:
im
Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste 1783
mag, findet zuvörderst für das Syrische sehr schätzbare Vorarbeiten und Hülfsmittel, die bei großem und beharrlichem Fleiß allenfalls einen besondern Unterricht entbehrlich machen können. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Die ersten
c:
kann man sich
c:
syriacae
c:
I.
c:
Altonae 1784.
a:
ø
a:
linguae syriacae, auctore
a:
ø
c:
ø
c:
ø
c:
1785.
c:
und
S. Vater's syrische Grammatik
c:
ø
a:
zum Grunde legen; wenn
c:
⌇⌇c Wer
a:
ø
c:
hat, kann sodann
c:
ø
c:
J. D. Michaelis
a:
könnte; müßte
c:
dabei genießen kann. ⌇⌇cMuß er für
c:
ist
c:
syriaca
c:
1789. 8.
c:
beigefügten
a:
ø
c:
notas –
c:
Io.
c:
kann
c:
1787. 4.
a:
gebrauchen, alsdenn
a:
Orientali
c:
ø
a:
N. T.
Abkürzungsauflösung von "N. T.": Neues Testament
c:
Schaaf,
c:
1709.
c:
syrischen Wörterbuche
c:
1778.
a:
Tomm.
Abkürzungsauflösung von "Tomm.": Tomi
c:
ø
c:
ist
c:
syriacum
c:
I.
c:
1789.
a:
ø
c:
ø
c:
orientalium
c:
occidentalium –
c:
1748.
a:
Tomm.
Abkürzungsauflösung von "Tomm.": Tomi
c:
fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
c:
drei |c158| syrischen
c:
Werken,
c:
1737.–43. fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
a:
lesen
c:
syrische
c:
1669.
c:
1788.
a:
ø
c:
wird
c:
ø
c:
macht
a:
ebräischen
a:
gehen
c:
ø
a:
Chaldäischen
c:
liest
a:
allgemeinen
a:
49
c:
genannt
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Hülfsmittel dazu sind:
Iac. Altingii Synopsis Institutionum chaldaearum et aramaearum (Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
V. s.
Abkürzungsauflösung von "s.": sein
Opp.
Abkürzungsauflösung von "Opp.": Opera
Amst. 1687.) und noch mehr I. D. Michaelis Grammatica chaldaica, Götting. 1771. 8.
Ioh. Buxtorfii Lexici chaldaici etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
Basil. 1640. fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
W. E. Hetzel's Anweisung zum Chaldäischen bei Ermangelung alles mündlichen Unterrichts, Lemgo 1787.
J. Jahn's chaldäische Chrestomathie, Wien 1800.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8.
G. E. Bauer Chrestomathia e paraphrasi chald. et Talmude delecta, Norimb. 1792.
8. desgl.
Abkürzungsauflösung von "desgl.": desgleichen
das
§. 159. genannte
Vatersche Handbuch. 8.
c:
Die arabische Sprache ist unter den semitischen bei weitem die reichste, und verdient nicht nur wegen ihrer ge|c159|nauen Verwandtschaft mit der hebräischen, die von Manchen bis zur Uebertreibung zur Erklärung hebräischer Wortbedeutungen angewendet ist, sondern auch wegen so vieler andern Werke, welche in ihr benutzt und unbenutzt zu den Schätzen großer Bibliotheken gehören, von denen, welche die orientalischen Studien überhaupt zu cultiviren Neigung, Muße und Gelegenheit haben, ganz vorzüglich studiert zu werden. Zunächst führt dazu der Gebrauch der Sprachlehren. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Dahin gehören:
c:
arabica
c:
tyrocinium,
c:
Stücken,
c:
1656,
c:
außer
c:
dabei
c:
ø
c:
eben daselbst
a:
4
c:
vermehrt habe. Diese
c:
⌇⌇c Nächst denen
a:
152
c:
erwähnten: ⌇cIoann. Frider.
c:
arabicae
c:
Ienae
a:
8;
c:
8.
a:
8.
c:
1771. 8.,
c:
ø
c:
Hetzel's
a:
8
c:
⌇cJahn's arabische Sprachlehre, Wien 1796.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., und
J. S. Vaters Handbuch etc.
Abkürzungsauflösung von "etc.": et cetera
c:
Bei den vielen Sprachlehren
c:
Anthologieen
c:
ø
a:
A.
a:
N.
c:
Testaments,
c:
andere
c:
H. C. G. Paulus,
F. Wilken
a:
ø
c:
Andern herausgegebene
c:
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Zum ersten Anfang dienen:
I. F. Hirt Anthologia arabica. Jena 1771.
B. J. L. Rosenmüller's arabisches Elementar- und Lesebuch. Leipzig 1799.
J. Jahn's arabische Chrestomathie
, nebst
Lexicon darüber, Wien 1802.
c:
Die vorhandenen großen Wörterbücher der arabischen Sprache sind theils selten, theils kostbar. Doch fehlt es auch an solchen nicht, die wenigstens für den ersten Anfang und zum Verstehen der (§. 157. ) angeführten Anthologieen hinreichen können. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1. Zu der ersten Klasse gehören:
c:
thesaurus
c:
1632., 4 Tom.
Abkürzungsauflösung von "Tom.": Tomus
fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
⌇c
S. J. G. Wahl's neue arabische Anthologie, Leipzig 1790.
⌇cIac.
a:
lexicon
c:
1653. fol.
Abkürzungsauflösung von "fol.": folio
⌇⌇cSeit
a:
154
c:
⌇⌇cAnm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Zu der zweiten Klasse gehören: ⌇cIac.
a:
ø
a:
1769
c:
1787.
c:
⌇cnoch vorzüglicher aber:
c:
arabicae
c:
Io.
c:
1784.
a:
eine gute Hülfe.
a:
Ebräischen
c:
Hebräischen
c:
verwandten
c:
Dialekte
c:
gebrauchen
a:
Ebräische
c:
andere
c:
außer
c:
zuverlässig
a:
dem
a:
ist
a:
Ebräischen
c:
verkannt
c:
geläugnet
c:
Bei
a:
Ebräischen
c:
selbst
c:
mühsamere,
c:
sichrere
c:
Syrische
c:
Chaldäische
c:
haben
c:
bei
c:
Eigenen
a:
ebräische Sprache
a:
Wörter
c:
frei
a:
z. B.
Abkürzungsauflösung von "z. B.": zum Beispiel
a:
ebräische
a:
J. C. W. Diederichs , Lemgo 1778.
8. und noch mehr
a:
ø
a:
1782
c:
ø
c:
kann
c:
vorhandenen
c:
beruhenden
a:
8, vornehmlich
a:
Schroeder
a:
Frf.
a:
8.
a:
Schultens
a:
4. und
a:
ø
a:
Ebräischen
c:
nachholen. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Unter den hebräischen Sprachlehren aus früherer Zeit, zeichnen sich die gelehrten Arbeiten von N. G. Schröder (Gröningen 1766.), (neue Aufl.
Abkürzungsauflösung von "Aufl.": Auflage
1778.) von Schultens (Lugd. Bat. 1756.) aus. Auch haben die
Sprachlehren von J. D. Michaelis , F. W. Hezel (1777.) A. F. Pfeiffer (1790.) u. A.
Abkürzungsauflösung von "u. A.": und Andere
ihr Verdienst gehabt. Zu den neuesten schätzbarsten, und zum Theil auch durch viele neue Ansichten und verbesserte Methoden empfehlungswerthesten, gehören:
J. S. Vater's größere (1797.), kleinere (1807.) und kleinste (1807.) hebräische Sprachlehre, desgleichen
W. Gesenius hebräische Grammatik, 3te Auflage, Halle 1817.
, und
Desselben ausführliches grammatisch-kritisches Lehrgebäude der hebräischen Sprache, mit durchgängiger Vergleichung der verwandten Dialekte, 2 Bände, gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8. 1817.
Hiermit sind auch zu vergleichen:
c:
Observationes
c:
1779.
c:
ø
a:
1757.
a:
ist[.]
c:
ø
c:
Sobald
a:
Ebräisch
c:
lesen kann
c:
übrigen
c:
oder sich dazu der Chrestomathieen bedient,
c:
bei
c:
Man kann sich dabei theils solcher Hülfsschriften, welche den Text Schritt vor Schritt begleiten und die Worte einzeln erklären, bedienen, oder sich auch, was bei einiger Uebung vorzüglich seyn dürfte, bald an den Gebrauch guter Wörterbücher gewöhnen. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
1.
Hebräische Chrestomathieen haben noch außer Schwabe und Weckherlin geliefert:
J. S. Vater im hebräischen Lesebuch, mit einem Wortregister, Leipzig 1809.
, und
W. Gesenius im hebräischen Lesebuch, Halle 1817.
Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
2. Zu der ersten Klasse der Hülfsmittel gehören Werke,
c:
– emendavit
c:
Io.
a:
Jo. Frid.
c:
1788.
8.
c:
kursorischen
c:
1788–90. 4 Theile, 8. ⌇c
I. I. Meiners nova V. T. clavis, P.
Abkürzungsauflösung von "P.": Pars
1. 2., Lips. 1800.
8. ⌇cund
c:
die Psalmen
c:
1791. 8.
a:
immer gut genug; sonst
a:
ø
a:
Hand-Wörterbucher
c:
⌇⌇cUnter den Wörterbüchern aber zeichnen sich aus: ⌇cIo. Simonis
c:
chaldaicum.
c:
1756.
c:
8.,
c:
Io.
c:
Ioh.
c:
Maium –
c:
Io.
a:
8.
a:
grössern
a:
Cocceius
a:
das von Castellus in dem Lexico heptaglotto.
c:
2 Bände, Lips. 1777. gr. 8.
c:
⌇cI.
c:
Supplementa
c:
1784–1792., 6 Partt. 4. |c164| und ganz vorzüglich zum Handgebrauch
W. Gesenius hebräisch-deutsches Handwörterbuch, 2 Bände, Leipzig 1810. 1811.
gr.
Abkürzungsauflösung von "gr.": groß
8., und
Desselben neues hebräisch-deutsches Handwörterbuch. Ein Auszug für Schulen, Leipzig 1815.
a:
ø
c:
bei
a:
Ebräischen
a:
einzler
c:
zuverlässig
c:
erklärte;
c:
wird
a:
Ebraismen
a:
neulich angefangne
a:
1783.
c:
mit Nutzen die Vorarbeiten vergleichen, welche aus den besten Quellen das Eigenthümliche des hebräischen Sprachgebrauchs erläutert haben. Anm.
Abkürzungsauflösung von "Anm.": Anmerkung
Vorzüglich empfehlenswerth sind hierzu:
L. F. C. Rosenmülleri Scholia in N. T., Tom[.]
Abkürzungsauflösung von "Tom": Tomus
I.–VI. 1792–1810.
c:
Freilich
c:
hierbei
c:
Anderer ab;
c:
in
c:
haben;
a:
angeben,
a:
schöpfen
c:
gebildeten
a:
Ebräischen
a:
ebräischartig
c:
wichtig, *)
c:
griechischen
c:
voller
c:
alten
c:
neuen
c:
Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie
c:
46.
a:
so gar
c:
angegebenen
c:
Ursachen
c:
griechischen Uebersetzungen
c:
alten Testaments
c:
Alexandrinische
c:
apokryphischen
a:
T.
c:
alten Testaments
c:
verdorbenen
c:
ø
c:
verschiedenen
a:
einzler
c:
ø
a:
einzlen
c:
ø
c:
besondere
c:
ø
c:
Zusammenhange
a:
einzle
c:
bei
c:
bezeichnen;
c:
Sprache,
a:
wissen
ac:
verlassen
c:
hiebei
c:
gemacht,
c:
zur theologischen Bücherkenntniß
c:
31.
c:
ø
c:
dabei
c:
für
c:
müßte,
c:
leichtere
a:
Ebräischen
c:
Pentateuchus
a:
aufstiesse
a:
ebräischen
a:
ebräische
a:
könten
c:
Io.
c:
1779.
c:
1780.
c:
drei
c:
Kircherschen
c:
Trommischen Concordanzen
a:
ebräische
c:
nämliche
a:
griechische gebraucht
a:
ebräische
c:
nämlichen
c:
würde. – Er
a:
könte
a:
Lesart
a:
schliessen
c:
bald,
a:
überschlagen
c:
durchgehen,
c:
sobald
a:
ebräisch-griechische
c:
alten Testaments
c:
neuen Testament
c:
geworden,
c:
bei
a:
Ebraismen
c:
dann bei
c:
zweiten
c:
ø
a:
finden
c:
Accentuation
a:
ebräischen
c:
bei
c:
sogar
c:
J. D.
c:
Anleitung dazu *)
c:
*) Anfangsgründe der hebräischen Accentuation, Halle 1741.
Abkürzungsauflösung von "d. i.": das ist