/z|a[205]| |b195| |c210| Evangelium am 15 Sontage nach Trinitatis.
Matthäi 6, c1 19–Ende.

G o t t e s Gnade und die Tugend für sein einziges Glück /bcachten. Vorbc\bc2 allen Dingen mit der Wahrheit des Christenthums seinen Verstand, und mit der Tugend desselben sein Herz /bczieren. Undbc\bc3 sodenn alles Irrdische, mit ganz uneingeschränkter Zuversicht dem /bcAllmächtigen überlassen:bc\bc4 belehret durch das Christenthum und versichert durch die Früchte des Glaubens, daß Gottc6 ein Vater, ein Allwissender, Allmächtiger und Unendlichbc7 Gütiger Vater jedes Tugendhaften /bcist. – Diesbc\bc8 ist das einzige Mittel, uns von allen den sclavischenc9 Sorgen fürc10 das Zeitliche, die uns so sehr beschimpfen und quälen, zu befreien. Das Mittel, alle Unruhe und Schwermuth zu verbannen, und an deren Stelle, Ruhe, Heiterkeit, Freude in die Seele zu leiten. Dies ist wahre Philosophie! Die ächte Kunst stets froh zu seyn!

W a s ist das höchste Gut, das einzige wahre Glück des Menschen? Eine Frage, von der das ganze Glück unsers Lebens abhängt, welche die sich selbst überlassene Vernunft verwirret und noch im|a206|merfort das menschliche Leben vergället: wie einleuchtend, richtig und kräftig beantwortet sie unser Heilandc11 in wenigen Zeilen?c12 {/cvers 19c\c13 } Ihr sollt euch nicht Schäzeb14 sammlen auf Erden; /cgenauer „Samletc\c15 nicht eure Schäze, auf der Erde.“ |b196| |c211| Haltetc16 nicht die Güter der Erde für euer höchstes Gut, euren Schaz, euer /cKleinod. Samlenc\c17 kan und mag der Christ auch irrdische Schäze. Aber nur keinen derselben, auch die Schäze der ganzen Welt nicht, für seinen Schaz, sein Glück achten. Denn, – sie alle sind nichtig, vergänglich.c18 wo die Motten und der Rost sie fressen, und die Diebe einbrechen und sie stehlen. – Unsterbliche Seelenc19! Welch ein dürftiges, jämmerliches Glück für euch, was niemahls, keinen einzigen Augenblick, in eurer Gewalt stehet! Was tausend und aber tausend Zufälle euch wider euren Willen rauben können! – Menschen, Herren der Welt! Welch ein schimpfliches Glück für euch, was euch zu Sclavenc20 der Sterblichen, der Würmer,c21 und des Staubes macht! Ein Glück, das euch die Würmer zernagen, der Rost zerfressen, und die Diebe stehlen können!

{versc22 20.b23 } S a m l e t aber eure Schäze i mc24 /cH i m m e l,b25 c\c26 Schäze die im Himmel aufbewahret /cwerden; –c\c27 |a207| Thaten ächter Tugend; und c28 damit verbundenerc29 Beifall Gottes vers 33. 1 Timoth. 6, 17–19. – Wo sie weder Motten noch Rost verzehren, und wo die Diebe nicht einbrechen und sie stehlen. Schäze,bc30 die keiner endlichen Macht unterworfen sind; die euch kein Feuer verbrennen, kein Ocean wegschwemmen, kein Erdbeben verschlingen, kein Orcanc32 entreissen, kein Wetterstrahl zerschmettern, keine Zeit zernichten, kein König und Kaiser,bc33 und alle Monarchen zusammen, und alle Kräfte der Erde; die euch die ganze vereinigte Macht und List der Welt nicht neh|b197||c212|men kan! Schäze, die unter Gottesc34 Schuz immer in eurer Gewalt bleiben! Die euch selbst der Todt nicht raubet! Die euch in die Ewigkeit folgen, und durch alle Ewigkeiten begleiten und beglücken!c35 /cMensch, Herr der Welt! Unsterblicher Geist!c\c36 Siehe da die einzigen Schäze die deiner werth sind! Die Lehre, o grabe sie mit Flammen-Schrift in die Seele, wovon es abhängt, ob du – ein Weiser oder ein Thor, Glücklich oder Elend bist! – Denn,

{versc37 21–23.} W o euer Schaz ist, da ist auch euer Herz.W a s ihr für euren Schaz, euer Glück achtet, dahin werden auch eure vornehmsten Wünsche und |a208| Bestrebungen gehen.“ Was das Auge für den Leib ist, das sind die Urtheile über unser Glück,bc38 für die Seele. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn nun dein Auge einfältig, (richtiger übersezt, Gesund) ist, so wird dein ganzer Leib helle seync39. Ist aber dein Auge ein Schalk, (krank) so wird dein ganzer Leib finster seync40. Wenn demnach das Licht in dir, (deine Vernunft) Finsterniß ist; (mit Unwissenheit und Irrtümern angefüllt ist) wie groß wird denn deine Finsterniß seyn? (soc41 werden alle deine Urtheile und Handlungen, verkehrt und verderblich seyn.c42) Welch ein schreckliches Elend, – blind seyn.c43 Aber noch weit, weit schrecklicher ist das Elend, Unwissend oder Irrend in Absicht des höchsten Guts seyn!

A l s o, nicht die Irrdischen Güter, sondern lediglich die Himmlischen, Gottes Gnade und |b198| |c213| Seeligkeit im Himmel, und den an allen Tugenden reichen Glauben welcher uns dazu füret, für unser höchstes Gut, unser ganzes und allerhöchstes Glück achten; hierauf unsre vornehmsten Wünsche und eifrigsten Bestrebungen richten: dies ist der {Colosserbc44 3, 1–2.} himmlische Sinn des Christen: Die Güter der Erde für ganz und gar nichts achten, sie schüchtern wegwerfen, sie als Sünde fliehen: das ist nicht himmlischer-, sondern Mönchs-Sinn! Sie für Alles, für unentbehrlich zu seinem Glück, für sein wahres Glück,b46 sein höchstes Gut achten: das ist Sclaven-Sinnc47! {/cvers /b19. 20b\b48 c\c49 } Die Irrdischen Güter bleiben uns keinen Augenblick sicher: die himmlischen dagegen kan uns |a209| keine Zeit, kein Zufall und Gewalt, kan uns Erdebc50 und Hölle nicht rauben. {/cvers 21–23b51 c\c52 } Die Anhänglichkeit an den Irrdischen Gütern stürzet uns in viele schimpfliche und allerunseeligstebc53 Irrtümer und Sünden; denn es ist keine einzige Sünde die nicht aus jener unvernünftigen Sinnlichkeit fliesset. Aber der /cächte himmlische Sinnc\c54 leitet zu lauter – Grossen, Edlen, ewig-ersprieslichen Gesinnungen und Handlungen.

A u c h die Irrdischen Güter haben ihren Werth. {1 Timoth.bc55 4, 1–6bc56 } Sie sind Geschöpfe, und Geschenke Gottesc57. {Lucac58 16, 9.} Sie sind Mittelc59 uns die Freundschaft Gottesc60 und seinec61 Seeligkeit zu verschaffen. Man kan; man soll daher auch diese begehren, suchen, besizen, geniessen. {1 Timoth.bc62 6, 17–19.b63 } Sie aber als Unentbehrlich zu unserm Glück, oder gar als unser Glück selbst suchen, das kan mit dem Dienste Gottesc64 nicht bestehen. {/cvers 24c\c65 } Niemand kan zweien Herrendienen, eigentlich, |b199| |c214| alsc66 Leibeigener, aus allen Kräften dienen.c67 Denn die Leibeigenen gehören ihren Herren ganz,bc68 mit allem was sie sind und haben. Immer wird er den einen weniger, und den andern mehr lieben; dem einen anhängen und den andern vernachlässigenc69. Ihr könnet nicht Gott, und auch dem Reichthum, aus allen Kräften dienen. Einesc70 Herren Dienst muß schlechterdings aufgegeben werden. Wollet ihr dem Reichthum, als Leibeigene, aus allen euren Kräften dienen, so müsset ihr den Dienst Gottesc71 fahren lassen. – Darum ermahne ich euch, entsaget jener sclavischenc72 Anhänglichkeit an die Güter der Erde. {versc73 25.b74 } D a r u m,c75

|a210| e r m a h n e ich euch, Sorget nicht, eigentlichc76, sorget nicht ängstlichc77, für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet: auch nicht für euren Leib,c78 womit ihr euch bekleiden werdet. Ist nicht das Leben mehr, als die Speise? Und der Leib mehr, als die Kleidung? /cDer Gottc\c79, welcher uns diesen Leib und dieses Leben, ungleich wichtigere Güter als Essen, Trinken und Kleidung, geschenket, der müste ja nicht Weise; erc80 müste auch nicht Gütig seyn,c81 sondern uns Leib und Leben zur Plage gegeben haben; wenn erc82 uns bei treuem Gebrauch der Mittel, bei treuer Vollziehung aller unsrer Pflichten, die Mittel zu ihrer Erhaltung versagen wolte.c83

{/cvers 26c\c84 } S e h e t dort die Vögel, die in der Luft umherfliegen! Sie säen nicht, sie ernten nicht und samlenc85 nicht in Scheuren. Gleich|b200||c215|wohl ernäret sie euer Allmächtiger Vater. Seyd ihr denn nicht weit besser als sie? /cNäret Gottc\c86 die unvernünftigen Thiere, deren Schöpfer er nur ist: wie vielmehr wird erc87 uns, Menschen, deren {Hebräerbc88 12, 9.} Vater erc89 auch ist und zwar ein Allmächtiger Vater, bei redlicher Ausübung aller unsrer Pflichten alles gebenc90 was von irrdischen Gütern uns nötig ist?c91

{/cvers 27c\c92 } U n d wer unter euch kan durch alle seine ängstliche Sorgen seinem Lebens-Alter nur eineb93 Elle hinzusezenb94? „Kein Mensch kan durch alle Sorgen, sein Leben auch nur um das Geringste verlängern. Gottc95 hat die Zahl unsrer /cLebens Tage bestimt,c\c96 die wir zwar auf vielerlei Art ver|a211|kürzenc97 aber auf keine Weise verlängern können. Und eben dieser Rathschluß seiner ewigen Macht und Weisheit hat auch schon die zulängliche Nahrung für jeden Tag bestimt den wir in der Welt leben sollen.“

{versc98 28–30.} U n d warum sorget ihr ängstlich für die Kleidung? Betrachtetbc99 dort die Blumen im Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, und spinnen nicht. Und ich versichere euch; Selbst Salomo, (unter seiner Regierung blühete das Israelitische Reich am stärksten; und die Juden, zu denen hier Jesus redet, kanten keinen glänzendernbc100 Hoff-Staat.) selbst Salomo in aller seiner Pracht war nicht bekleidet, wie eine einzige derselben. „Der glänzendstebc101 Hoff-Staat ist nicht so prächtig als ein Blumenbette.“ Keine Kunst kan die Schönheit der Natur errei|b201||c216|chen. Ein Weiser des Alterthums hatte den reichsten Monarchen in allem seinem Glanz auf dem Thron gesehen. Die Hofleute fragten ihn,c102 ob er je etwas /c Schöneres gesehen?b103 c\c104 „Ja! antwortete er, die Häne, Pfauen, und Fasanen!“ – Da nun Gott das Graßbc105 auf dem Felde, welches heute stehet und morgen schon in den Ofen geworfen wird, so prächtig bekleidet, wie vielmehr euch, ihr Kleingläubige?

{/cvers 31c\c106 } N i e sorget demnach ängstlich, was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns bekleiden? Denn so ängstlich sorgen die Heiden. Diesec107 kennen kein Leben nach dem Tode. Kein Wunder |a212| also, wenn sie ihr ganzes Glück im Ueberfluß der Speisen, Getränke und andrer irrdischen Güter suchen. Sie wissen nichts von der Vorsehung. Es ist also natürlich, daß jede Noth und Bedrängniß im Zeitlichen, sie in ängstliche Sorgen, Verzweifelungc108 und sclavischec109 Schrecken stürzet. Für die irrdischen Güter so ängstlich sorgen, nach ihnen mit allen seinen Wünschen und Kräften Rastlos streben, das ist – heidnisch.c110

{versc111 32–34.} D e n n, euer Allmächtiger Vater weiß, daß ihr das alles bedürfet. Trachtet aber vor allen Dingen nach der Tugend die euch das Christenthum lehret. (Die christliche Religion heisset in der Bibel, das Reich Gottes, die Herrschaft Gottesc112 über die Seelen der Menschen durch Wahrheit und Tugend Johannis 18, 36–38. Das Wort, welches hier durch Ge|b202||c217|rechtigkeit übersezt worden, bedeutet auch den Gehorsam gegen alle Gebothe /cGottes,c\c113 die Tugend, Kapitel 5, 20.) So wird das alles, was vom Irrdischen zu eurem Wohl nötig ist, euch zufallen, als eine Zugabe ertheilet werden. – Gottc114 ist nach Belehrung des Christenthums, der Vater der Menschen. Nicht bloß Schöpfer und Erhalter wie bei den Thieren. Sondern auch Vater, indem erc115 uns mit einem unsterblichen, und durch seinenc116 Sohn zu einer seeligen Ewigkeit erlöseten Geiste begabet. Ein Allmächtiger Vater,c117 der alles beherrschet. Ein Allwissender Vater, der sogar {Matth.c118 10, 30bc119 } jedes Haar auf unserm Haupte gezälet. Ein Liebreicher Vater, der uns bei einem durch Tugend wirksamen Glau|a213|ben alles Irrdische das uns wirklich heilsam ist, als eine Zugabe schenket. „Trachtet vor allen Dingen nach der Tugend die euch das Christenthum lehret.“ Glaube an Jesum und Tugend sind so unzertrenlichc120 verbunden, {S. /cz. E. Johannisb121 c\c122 3, 16bc123 verglichen mit Römer 2, 7.} daß die Bibel beides als Einerlei ansiehet, und Glaube an statt Tugend, so wie Tugend an statt Glaube sezet. – „S o d e n n wird euch das Irrdische, als eine Zugabe von Gottc124 geschenket werden!“

{/cvers 34c\c125 } S o sorget denn, nie ängstlich für den morgenden Tag. Denn der morgende Tag wird schon für sich selbst sorgen. (wirdc126 euch, ihr redlichen Freunde christlicher Tugend, das mitbringen was euch nötig istc127) Ein jeder Tag hat Beschwerde genug. Warum wollet ihr sie noch durch ängstliche Sorgen vermehren?

|b203| |c218| A l l e s irrdische das zu eurem Glück gehöretc128 wird euch als eine Zugabe, von Gott geschenket werden. Der morgende Tag wird euch mitbringen was ihr bedürft. Diese Zusagen gehören bloßbc129 für die redlich tugendhaften, für die welche vor allen Dingen nach der Tugend streben die uns das Christenthum vorschreibt. versc130 33. Nur diejenigen welche {Römer 8, 12–15c131 } ein göttlicher Geist treibet, welche nicht nach den sündlichen Begierden leben sondern nach den Vorschriften der Religion, nur diese sind Gottes Kinder, haben Theil an Seinenc132 Zusagen, Seinerc133 Vaterliebe. Kein ungebesserter, kein sicherer Sünder kan, und darf also Gott vertrauen. Was kanbc134 elender, entsezlicher seyn! |a214| Von seinem Schöpferc135 darf er kein Glück hoffen! Geräth er in Verlegenheit; er darf keinen Rath von seinem Schöpferc136 erwarten. Wird ihm Ueberfluß irrdischer Güter zu Theil; er darf sie nicht als Beweise der Gunst seines Schöpfersc137 ansehen. Ueberfällt ihn ein Leiden; kein Trost, keine Hülfe für ihn beibc138 seinem Schöpferc139! Und der Todt – O daß er keinen von uns in solchem unseeligen Zustande treffe!

I h r Freunde der Tugend aber, sehet hier das Fundament eurer Ruhe und Freude. {/cvers 25c\c140 } G o t t, euer Freund und Vater ist es, der euch täglich an jedem Morgen euren Leib und Leben giebt. Güter die weit wichtiger, als Nahrungb141 und Kleidung; die für euch das Unterpfand sind daß er euch, auch diese weit geringere geben wird! – {/cvers 26c\c142 } E rc143 näret und beglücket so gar die unvernünftigen Thiere. – |b204| |c219| {/cvers 27c\c144 } E rc145 hat jeden Tag, jeden Augenblick eures Lebens berechnet. Schon von Ewigkeit her hat erc146 das Ziel eures Lebens bestimt; und eben dadurch auch die Mittel es zu erhalten verordnet. – {versc147 28–30.} S e l b s t die leblosen Dinge kleidet erc148 mit mehr als königlicher Pracht. Wozu anders; als für euch die ihr diese Pracht bemerken, und darin Ihnc149 den Schöpfer anbeten könnet? – {/cvers 31–33b150 c\c151 } E r, der Schöpfer und Regent unsrer Welt, und der Millionen, Millionen andernbc152 Welten, Er ist euer Vater. Ein Allmächtiger! Ein Allweiser und Allwissender! Ein Allgütiger Vater.c153 – – Auf dieses Fundament lässet sich ein Vertrauen, eine Ruhe, Zufriedenheit, vernünftige Sicherheit, und Heiterkeit bauen, welche nichts, die ganze Welt |a215| nicht, erschüttern kan. {Psalm 46, 2–4} Gott ist unsre Zuflucht. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich – die Erde bebet, und der Ocean brauset, und die Berge ins Meer stürzen, und die Welt zertrümmert.

S o sey denn euer Vertrauen auf Gott, unwandelbar, unbeweglich feste. Aber es sey auch ein ächtes, ein wirklich tugendhaftes, christliches Vertrauen. 1) Erleuchtet muß das Vertrauen eines Christen seyn. Gebauet auf jenes Fundament; die vernünftige Kentniß und Ueberzeugung von Gottesc154 Eigenschaften und Vorsehung. Sonst ist es Fül- und Gedankenlosigkeit. 2) Ein Wohlgeordnetes Vertrauen. Nichts mehr von Gottc155 erwarten als erc156 uns versprochen; und dieses nur unter der von Ihmc157 gesezten Bedingung erwarten. Sonst ist es Hofnung des Thoren, |b205| |c220| nicht aber Vertrauen des Christen. 3) Ein Geschäftiges Vertrauen. Geschäftig in Ausrichtung jeder Pflicht, und im Gebrauch jedes natürlichen oder geistlichen Mittels unser Unglück zu hindern und unser Glück zu befördern. Denn diese Mittel kommen auch von /cGott. Allec\c158 unsre Sorgen auf Gott legen; aber dabei auch vorsichtig seyn und wachsam. 1 Petri 5, 7. 8. Vorsichtig handeln, als die Weisen, sich in die Zeit schicken, Epheser 5, 15. 16; dies unterscheidet das ächte christliche Vertrauen, von der Unbesonnenheit, Tollkünheit, und Versuchung Gottes. Gleich Paulo. {Apostelgeschichtebc159 23, 11–17.b160 } Als er zu Jerusalem gefangen sas, brachte man ihm die Nachricht daß die Juden eine Verschwörung gegen sein Leben ge|a216|macht. Selbst durch eine Offenbarung hatte ihm Gottc161 versprochen, sein Leben zu schüzen. Gleichwohl wartet er nicht träge auf diese Hülfe; sondern braucht die Mittel der Klugheit welche ihm Gottc162 anweiset. Er läßt dem römischen Chiliarchen jene Nachricht sagen. Und nun wird er der Gefahr entrissen, die ihm sonst wahrscheinlich das Leben gekostet hätte. – {Apostelgesch.bc163 27, /c21–Endeb164 c\c165 } Auf seiner gefärlichen See-Reise nach Rom erhielt er gleichfals eine Offenbarung Gottesc166, daß er mit allen die auf dem Schiff warenc167 solte erhalten werden. Dennoch ermahnet er seine Gefärten, Speise zu sich zu nehmen; und dringet darauf daß sie alle auf dem Schiffe bleiben und arbeiten musten. Ohne Zweifel war es Gottc168 eben so leicht, sie auch ohne Speise, und ohne Arbeit zu erhalten. Aber Seinec169 Macht wird nie, wie die Macht der Sterblichen, von Einfällen, Herrschsucht, Unverstand, oder Kurzsich|b206||c221|tigkeit, sondern von der höchsten Weisheit geleitet. 4) Ein Demütiges Vertrauen. Gottc170 nicht Zeit und Art vorschreiben, wennc171? und wie? erc172 unser Glück befördern soll. In jeder frohen Begebenheit die wohltätigebc173 Hand Gottesc174 erkennen und anbeten; stets eingedenk daß {/cJacobi 1.b175 c\c176 16. 17.} Erc177 der Vater alles Glücks, der Geber jedes Guten ist. Und selbst die dunkelsten und bittersten Fürungen als gut und heilsam verehren. Wie {Hebräerbc178 11, 8bc179 } Abraham, so bald Gottc180 winkt, Eltern und Kinder und Ehegatten und Freunde verlassen, und ausgehen, ohne zu wissen wohin? Versichert daß alle Weisheit der Menschen und erhabensten Geister gegen Gottesc181 Weisheit, nur Thorheit ist. 1 Corintherc182 3, 19. 20. 5) Ein Unwandelbar-Festes Vertrauen. Kei|a217|ne Gefahr, keine anscheinende Unwahrscheinlichkeit oder Unmöglichkeit, keinen noch so langen Verzug der Hülfe uns schrecken lassen. Ihm vertrauen, als Gott: folglich auch bei dem allerschmerzlichsten Leiden, da wo wir nichts als Finsterniß und Abgründe vor uns sehen, dennoch feste versichert bleiben daß Er alles mit uns wohl mache. So war das Vertrauen Abrahams beschaffen,c183 und dies, merkt es wohl Christen! zu einer Zeit wo die Kentnisse von Gottc184 und Religion, nur Kinderkentnisse gegen die unsrigen waren. In welche schreckliche Verwirrung stürzte ihn der Befehl Gottesc185 seinen Sohn, den geliebtesten, den einzigen zu /copfern,c\c186 mit eigener Hand zu opfern! Dies war ja gerade der Sohn durch welchen ihm Gottc187 eine zahlreiche Nachkommenschaft versprochen! Muste ihn nicht Welt und Nachwelt für einen Barbaren halten! Die Vorwürfe seines sterbenden Sohnes, |b207| |c222| wie musten sie nicht sein Vater-Herz zerreissen? Und der Todeskummer seiner Freundin! Und das Beben, das Bluten seines Vater-Herzens! War es möglich, daß ein Sterblicher auch hier nicht wankte, auch hier vertrauete? Ja! {Hebräerbc188 11, 17–19 vergl. 1 Buchbc189 Mose 22bc190 } du siegtest Vater der Gläubigen! O wir Männer in der Kentniß, wie sind wir gegen dich, Kinder im Heldenmuth! im Vertrauen!

W ä r e n wir stärker in dieser Tugend: wie würden da, alle jene Aengstliche, Rastlose, Sclavischec191 Sorgen für das Irrdische von uns weichen? Diese Sorgen die unsern Characterc192 so sehr verschlimmern; und unser Herz so sehr peinigen! Welche Ruhe und Heiterkeit würde da, aus dieser |a218| Tugend in unsre Seele, und hieraus in unser ganzes Leben fliessen? Wie würden wir da, Herren der Zukunft, der Welt, und der Ewigkeit seyn? Mit Paulo stets sagen können, {1 /cCorinther 1b193c\c194, 22.} Alles ist mein. Leben und Todt. Das Gegenwärtige und die Zukunft, alles ist Mein. Wie Groß, wie Glücklich ist die Seele, die so denkt und handelt! Sehet hier die Früchte des christlichen Vertrauens auf Gottc195!

B e m e r k t endlich, hier und im zehnten Kapitel Matthäi, die Allerhabenste Lehre Jesu von der Vorsehung Gottes! Auch für das Essen, Trinken, und c196 Kleidung jedes Menschen sorget Gottc197. Auch für die Nahrung der Vögel. Auch für den Flor der Blumen. Auch für jedes gemeinste Gräschen. Kein Sperling fällt ohne Seinenc198 Willen todt zur Erde nieder. Jedes Haar |b208| |c223| auf der Menschen Haupt ist von Ihmc199 gezälet. – Wie groß, Unendlich muß der Verstand seyn, der das Kleinste so wie das Gröste mit Einemc200 Blick übersiehet, bei dem so wenig etwas Ueber, als Unter seiner Kentniß ist! Wie Unermeslich die Güte, aus welcher so viele Millionen, Millionen Ströhme von Freude und Glück jeden Augenblick fliessen! – Welch ein Herr, der mit gleichem Auge alle Sonnen und die Haare auf der Menschen Häuptern zälet, den Held sterben und den Sperling fallen, eine Blase des spielenden Kindes bersten und eine Welt zertrümmern siehet! O einziger würdiger Gegenstand unsrer Anbetung! Ewiger hilf uns Schwachen, dirc201 so zu gehorchen als es /cdeine Majestätc\c202 verdienet!z\

c1: v. bc2: achten; vor bc3: zieren; und bc4: allmächtigen überlassen; (b); Allmachtigen überlassen; (c) c6: Gott bc7: unendlich bc8: ist: – dies c9: sklavischen c10: für c11: Heiland c12: Zeilen! c13: v. 19. b14: Schätze c15: genauer, „Sammlet c16: „Haltet c17: Kleinod.“ Sammlen c18: vergänglich c19: Seelen c20: Sklaven c21: Würmer c22: v. b23: 20 c24: im bc25: H i m m e l (b); H i m m e l „d. h. (c) c27: werden;“ – die c28: den c29: verbundenen bc30: Schäze (b); „Schäze (c) c32: Orkan bc33: Kaiser c34: Gottes c35: beglücken!“ c36: Mensch, Herr der Welt! Unsterblicher Geist! c37: v. bc38: Glück c39: sein c40: sein c41: („so c42: seyn.“ c43: seyn! bc44: Colos. (b); Kolos. (c) b46: Glück c47: Sklaven-Sinn b48: 19–20. c49: v. 19–20. bc50: Erde, b51: 21–23. c52: v. 21–23. bc53: allerunseligste c54: ächte Himmelsche-Sinn bc55: Tim. bc56: 1–6. c57: Gottes c58: Lucä c59: Mittel, c60: Gottes c61: Seine bc62: Tim. b63: 17–19 c64: Gottes c65: v. 24. c66: „als c67: dienen.“ bc68: ganz c69: vernachläßigen c70: „Eines c71: Gottes c72: sklavischen c73: v. b74: 25 c75: Darum, c76: (eigentlich c77: ängstlich) c78: Leib c79: „Der Gott c80: Er c81: seyn; c82: Er c83: wolte.“ c84: v. 26. c85: sammlen c86: „Näret Gott c87: Er bc88: Hebr. c89: Er c90: geben, c91: ist?“ c92: v. 27. b93: ein b94: hinzusetzen c95: Gott c96: Lebens-Tage bestimmt, c97: verkürzen, c98: v. bc99: betrachtet bc100: glänzenderen bc101: glänzendeste c102: ihn: b103: gesehen; c104: schöneres gesehen habe? bc105: Gras c106: v. 31. c107: „Diese c108: Verzweifelung, c109: sklavische c110: heidnisch.“ c111: v. c112: Gottes c113: Gottes, oder c114: Gott c115: Er c116: Seinen c117: Vater c118: Math. bc119: 30. c120: unzertrennlich b121: Joh. c122: z. E[.] Joh. bc123: 16. c124: Gott c125: v. 34. c126: („wird c127: ist“ c128: gehöret, bc129: blos c130: Vers c131: 12–15. c132: Seinen c133: Seiner bc134: kann c135: Schöpfer c136: Schöpfer c137: Schöpfers bc138: bey c139: Schöpfer c140: v. 25. b141: Narung c142: v. 26. c143: Er c144: v. 27. c145: Er c146: Er c147: v. c148: Er c149: Ihn b150: 31–33. c151: v. 31–33. bc152: anderer c153: Vater! c154: Gottes c155: Gott c156: Er c157: Ihm c158: Gott. Alle bc159: Apost. Gesch. b160: 11–17 c161: Gott c162: Gott bc163: Apost. Gesch. bc164: 21–Ende. (b); 21. Ende. (c) c166: Gottes c167: waren, c168: Gott c169: Seine c170: Gott c171: wann c172: Er bc173: wohlthätige c174: Gottes b175: 1, c176: Jakobi 1, c177: Er bc178: Hebr. bc179: 8. c180: Gott c181: Gottes c182: Korinther c183: beschaffen; c184: Gott c185: Gottes c186: opfern; und c187: Gott bc188: Hebr. bc189: B. bc190: 22. c191: Sklavische c192: Charakter b193: 3 c194: Kor. 3 c195: Gott c196: die c197: Gott c198: Seinen c199: Ihm c200: Einem c201: Dir c202: Deine Majestät