|b229| Evangelium am 18 Sontage nach Trinitatis.
Matthäi 22, 34–Ende.
J e s u s hatte {vers 15. f.} den scheinbahren Einwurf der Sadducäer gegen das Leben nach dem Tode so einleuchtend widerlegt, daß diese überzeugt, und alle Zuhörer erstaunt davon giengen. {vers 34. 35.} Die Pharisäer, Disputanten von Profession, und neidisch über diesen Ruhm Jesu, versamleten sich, sezten alle ihre Spizfindigkeit zusammen, und schickten einen aus ihren Mitteln ab, ihn mit der Frage aufs Schlüpfrige zu füren: – {vers 36} Herr, welches ist das vornehmste Gebot im Gesez? Dies war eine ihrer gelehrtesten Fragen, welche zu endlosen Dispüten, und fast eben so vielerlei Meinungen Stoff gab als Gebothe im Gesezbuch Mosis waren. Der eine entschied sie {Marci 12, 33.} für das Geboth von den Opfern; ein anderer für das Geboth vom Sabbath; noch ein dritter für die Beschneidung; u. f. – Schon von je her ist Streiten und Disputiren ein schlechtes Mittel gewesen, Wahrheit zu finden!J e s u s hatte {vers 15. f.} den scheinbahren Einwurf der Sadducäer gegen das Leben nach dem Tode so einleuchtend widerlegt, daß diese überzeugt, und alle Zuhörer erstaunt davon giengen. {vers 34. 35.} Die Pharisäer, Disputanten von Profession, und neidisch über diesen Ruhm Jesu, versamleten sich, sezten alle ihre Spizfindigkeit zusammen, und schickten einen aus ihren Mitteln ab, ihn mit der Frage aufs Schlüpfrige zu füren: – {vers 36} Herr, welches ist das vornehmste Gebot im Gesez? Dies war eine ihrer gelehrtesten Fragen, welche zu endlosen Dispüten, und fast eben so vielerlei Meinungen Stoff gab als Gebothe im Gesezbuch Mosis waren. Der eine entschied sie {Marci 12, 33.} für das Geboth von den Opfern; ein anderer für das Geboth vom Sabbath; noch ein dritter für die Beschneidung; u. f. – Schon von je her ist Streiten und Disputiren ein schlechtes Mittel gewesen, Wahrheit zu finden!
{vers 37–40.} A b e r Jesus sprach zu ihm, du solt lieben Gott deinen Herren, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüt. ( mit aller Anstrengung. {Marci 12, 28–31.} Es ist nur ein Einziger Gott. Darum mustu ihn, aus allen deinen Kräften, mit ganz ungetheiltem Herzen lieben.) Dies |b230| ist das vornehmste und gröste Gebot. Das andre aber – ist dem gleich; liebe deinen Nächsten (deinen Neben-Menschen. Siehe oben S. 181 f.) als dich selbst. (genauer, eben so wohl als dich selbst.[)] Gott befiehlet nicht, jeden Neben-Menschen eben so, in dem Grade, so stark zu lieben als uns selbst. Sonst müste man auch, seine Kinder und Ehegatten nicht stärker lieben als Fremde; u. s. f. Und im Fall einer Collision der Selbst- und Social-Pflichten, würde keine Entscheidung möglich seyn. „Wir sollen nicht bloß und selbst, sondern auch jeden der ein Mensch ist lieben; ihn eben so wohl aufrichtig, herzlich, beständig lieben als uns selbst.[“] Liebe deinen Neben-Menschen eben so wohl als dich selbst! – In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesez und die Propheten. (An diesen zweien Geboten hanget u. s. f. „Diese zwei Geseze machen die Summe der ganzen Religion aus.“) Dies lehrt auch der Augenschein. Alle Lehrsäze, alle Gebothe und alle Verheissungen des Christenthums, hängen mit diesen zwei Gesezen, als Mittel oder als Wirkung zusammen. In Gott, unsern Vater, und in jedem Menschen, Gott selbst lieben; dies ist der Kern der christlichen Religion!{vers 37–40.} A b e r Jesus sprach zu ihm, du solt lieben Gott deinen Herren, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüt. ( mit aller Anstrengung. {Marci 12, 28–31.} Es ist nur ein Einziger Gott. Darum mustu ihn, aus allen deinen Kräften, mit ganz ungetheiltem Herzen lieben.) Dies |b230| ist das vornehmste und gröste Gebot. Das andre aber – ist dem gleich; liebe deinen Nächsten (deinen Neben-Menschen. Siehe oben S. 181 f.) als dich selbst. (genauer, eben so wohl als dich selbst.[)] Gott befiehlet nicht, jeden Neben-Menschen eben so, in dem Grade, so stark zu lieben als uns selbst. Sonst müste man auch, seine Kinder und Ehegatten nicht stärker lieben als Fremde; u. s. f. Und im Fall einer Collision der Selbst- und Social-Pflichten, würde keine Entscheidung möglich seyn. „Wir sollen nicht bloß und selbst, sondern auch jeden der ein Mensch ist lieben; ihn eben so wohl aufrichtig, herzlich, beständig lieben als uns selbst.[“] Liebe deinen Neben-Menschen eben so wohl als dich selbst! – In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesez und die Propheten. (An diesen zweien Geboten hanget u. s. f. „Diese zwei Geseze machen die Summe der ganzen Religion aus.“) Dies lehrt auch der Augenschein. Alle Lehrsäze, alle Gebothe und alle Verheissungen des Christenthums, hängen mit diesen zwei Gesezen, als Mittel oder als Wirkung zusammen. In Gott, unsern Vater, und in jedem Menschen, Gott selbst lieben; dies ist der Kern der christlichen Religion!
{vers 41–46.} B a l d darauf, als die Pharisäer in den Tempel-Gebäuden, wo Jesus diese Unterredungen hielte, versamlet waren, legte er ihnen eine Gegen-Frage vor. Ein Versuch diese Menschen voll Eigendünkel, zur Selbsterkentniß zu füren! was meint ihr, sagt er zu ihnen, von Christo? |b231| (dem Messias?) Wessen Sohn (Nachkomme) ist er? Sie antworteten, Davids. – Wie, fuhr Jesus fort, kan ihn denn David durch den Geist (durch Eingebung des h. Geistes) einen Herren nennen, wenn er sagt {Psalm 110, 1.}der Herr spricht zu meinem Herren, seze dich zu meiner Rechten bis ich deine Feinde dir zum Fußschemel lege?[“] Da nun David ihn, Herr nennet, wie kan er denn sein Sohn seyn? – Aber niemand konte ihm Antwort geben. (weil sie nämlich, den Messias für einen blossen Menschen, einen bloß irrdischen König hielten.) Und seit dem wagte es keiner mehr, ihn durch Fragen auf die Probe zu stellen.{vers 41–46.} B a l d darauf, als die Pharisäer in den Tempel-Gebäuden, wo Jesus diese Unterredungen hielte, versamlet waren, legte er ihnen eine Gegen-Frage vor. Ein Versuch diese Menschen voll Eigendünkel, zur Selbsterkentniß zu füren! was meint ihr, sagt er zu ihnen, von Christo? |b231| (dem Messias?) Wessen Sohn (Nachkomme) ist er? Sie antworteten, Davids. – Wie, fuhr Jesus fort, kan ihn denn David durch den Geist (durch Eingebung des h. Geistes) einen Herren nennen, wenn er sagt {Psalm 110, 1.}der Herr spricht zu meinem Herren, seze dich zu meiner Rechten bis ich deine Feinde dir zum Fußschemel lege?[“] Da nun David ihn, Herr nennet, wie kan er denn sein Sohn seyn? – Aber niemand konte ihm Antwort geben. (weil sie nämlich, den Messias für einen blossen Menschen, einen bloß irrdischen König hielten.) Und seit dem wagte es keiner mehr, ihn durch Fragen auf die Probe zu stellen.
H i e r sehen wir denn das Bild eines wahren Christen! Die herrschende Neigung seiner Seele, ist innige Liebe zu Gott. Diese wirket eine herzliche Liebe zu allem was Mensch ist. Liebe zu Gott und zu Seinen Menschen erfüllet die ganze Seele. Und alle seine Reden und Thaten sind die sichtbahren Abdrücke, jener innerlich herrschenden Gesinnung.H i e r sehen wir denn das Bild eines wahren Christen! Die herrschende Neigung seiner Seele, ist innige Liebe zu Gott. Diese wirket eine herzliche Liebe zu allem was Mensch ist. Liebe zu Gott und zu Seinen Menschen erfüllet die ganze Seele. Und alle seine Reden und Thaten sind die sichtbahren Abdrücke, jener innerlich herrschenden Gesinnung.
{vers 37} G o t t lieben müssen wir – von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Anstrengung. Gott als unser einziges höchstes Gut, als denjenigen in dessen Gunst wir alles haben, ansehen, begehren und suchen; dies ist ächte Liebe zu Gott. Denn sonst lieben wir ihn, nicht als Gott. Auf diesen Probier Stein lasset uns denn das bringen, was bei uns als Liebe Gottes glänzet. 1) {Psalm 73, 23–28.} H e g e n wir die allertiefste Ehrfurcht gegen |b232| Gott? Fülen wir in unserm Innersten, die allerdemütigste Bewunderung und Anbetung Gottes? Ergießt sich diese in herzliche Danksagungen und Lob Gebete? Drückt sie sich in dem Umgange mit andern, durch das allerehrerbiethigste Betragen aus; daß wir im gemeinen Leben nie anders, als mit Ehrfurchtsvollen Stellungen, Worten und Geberden, von Gott und göttlichen Dingen sprechen? 2) {Philipper 4, 4. Röm. 5, 11.} Ist diese Ehrfurcht, verbunden mit einem Innigen Vergnügen an Gott? Macht dies unsre gröste Freude, daß ein Gott ist; daß alle unsre Handlungen und Schicksahle unter seiner Kenntniß und Herrschaft stehen; daß wir ihn erkennen, uns mit ihm beschäftigen, seine Majestät anbeten können? Und 3) {Ephes. 5, 1. vergl. v. 8–10. 1 Johannis 2, 3–6.} Ist unsre vornehmste Begierde dahin gerichtet, Ihm, durch geflissentliche Nachahmung Seines Musters und Ausübung Seiner Befehle wohlzugefallen? – Dies sind die drey leichten und untrüglichen Kenzeichen ächter Liebe Gottes.{vers 37} G o t t lieben müssen wir – von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Anstrengung. Gott als unser einziges höchstes Gut, als denjenigen in dessen Gunst wir alles haben, ansehen, begehren und suchen; dies ist ächte Liebe zu Gott. Denn sonst lieben wir ihn, nicht als Gott. Auf diesen Probier Stein lasset uns denn das bringen, was bei uns als Liebe Gottes glänzet. 1) {Psalm 73, 23–28.} H e g e n wir die allertiefste Ehrfurcht gegen |b232| Gott? Fülen wir in unserm Innersten, die allerdemütigste Bewunderung und Anbetung Gottes? Ergießt sich diese in herzliche Danksagungen und Lob Gebete? Drückt sie sich in dem Umgange mit andern, durch das allerehrerbiethigste Betragen aus; daß wir im gemeinen Leben nie anders, als mit Ehrfurchtsvollen Stellungen, Worten und Geberden, von Gott und göttlichen Dingen sprechen? 2) {Philipper 4, 4. Röm. 5, 11.} Ist diese Ehrfurcht, verbunden mit einem Innigen Vergnügen an Gott? Macht dies unsre gröste Freude, daß ein Gott ist; daß alle unsre Handlungen und Schicksahle unter seiner Kenntniß und Herrschaft stehen; daß wir ihn erkennen, uns mit ihm beschäftigen, seine Majestät anbeten können? Und 3) {Ephes. 5, 1. vergl. v. 8–10. 1 Johannis 2, 3–6.} Ist unsre vornehmste Begierde dahin gerichtet, Ihm, durch geflissentliche Nachahmung Seines Musters und Ausübung Seiner Befehle wohlzugefallen? – Dies sind die drey leichten und untrüglichen Kenzeichen ächter Liebe Gottes.
E i n eSolche Liebe Gottes, muß nun alle unsre Begierden und freie Handlungen regieren. Denn wir sollen Gott lieben, {vers 37} von ganzem Herzen und mit aller Anstrengung. Nicht als wenn der Gedanke an Gott, in der Seele beständig, lebhaft seyn müsse. Gott hat uns auch befohlen, unsre Geschäfte, Liebesdienste und hundert andre Dinge zu verrichten. Und indem wir hieran denken, können wir nicht an Gott denken. Aber dieser Gedanke muß uns so gewohnt, so geläufig seyn, daß er uns an jedem Tage, öfter, und bei jedem Anlaß einfällt, und eine jede unsrer |b233| Begierden und freien Handlungen anordnet. Wie dem Reisenden, der Ort wohin er will stets im Sinne liegt. Zwar denkt er nicht in jedem Augenblick daran; aber bei jeder neuen Anstalt die er zu machen hat, fällt er ihm ein; und alles wird so eingerichtet daß es ihn sicher und geschwind an jenes Ziel seiner Reise füret. So muß auch bei jeder Freude die wir geniessen, bei jedem Leiden das uns befällt, bei jedem Geschäfte unsers Berufs und Standes, da muß dies, was fordert hier Gott von mir? unser erste Gedanke; und dieses zu thun, unsre vornehmste Bestrebung seyn. Solchergestalt mache die ächte Liebe Gottes, unser ganzes Leben, an dem Wochen-Tage wie am Sontage, in der Einsamkeit wie im Umgange, bei unsern Arbeiten und Gesellschaften; unser ganzes öffentliches und häusliches Leben, zu einem Gottesdienst. Welch ein allerehrwürdigstes und allerseeligstes Leben? – Und das Mittel dazu? „An jedem Morgen, unsre Liebe zu Gott anfeuren, und ihm die Arbeiten, Leiden, Freuden und Handlungen des bevorstehenden Tages, weihen. In dem Laufe des Tages, uns mit diesen Gedanken öfters, in den Zwischenräumen unsrer Arbeiten, in unsern Gesellschaften u. s. f. beschäftigen. Und bei unsern Geschäften und andern guten Handlungen, ofte die Frage an uns thun: würdestu wohl diese Arbeit gethan, diesen Liebesdienst deinem Nächsten erwiesen haben, wenn auch kein irdischer Ruhm und Gewin damit verbunden; wenn nichts als Mühe, Verdruß und Undank, der Lohn dafür wäre?[“]E i n eSolche Liebe Gottes, muß nun alle unsre Begierden und freie Handlungen regieren. Denn wir sollen Gott lieben, {vers 37} von ganzem Herzen und mit aller Anstrengung. Nicht als wenn der Gedanke an Gott, in der Seele beständig, lebhaft seyn müsse. Gott hat uns auch befohlen, unsre Geschäfte, Liebesdienste und hundert andre Dinge zu verrichten. Und indem wir hieran denken, können wir nicht an Gott denken. Aber dieser Gedanke muß uns so gewohnt, so geläufig seyn, daß er uns an jedem Tage, öfter, und bei jedem Anlaß einfällt, und eine jede unsrer |b233| Begierden und freien Handlungen anordnet. Wie dem Reisenden, der Ort wohin er will stets im Sinne liegt. Zwar denkt er nicht in jedem Augenblick daran; aber bei jeder neuen Anstalt die er zu machen hat, fällt er ihm ein; und alles wird so eingerichtet daß es ihn sicher und geschwind an jenes Ziel seiner Reise füret. So muß auch bei jeder Freude die wir geniessen, bei jedem Leiden das uns befällt, bei jedem Geschäfte unsers Berufs und Standes, da muß dies, was fordert hier Gott von mir? unser erste Gedanke; und dieses zu thun, unsre vornehmste Bestrebung seyn. Solchergestalt mache die ächte Liebe Gottes, unser ganzes Leben, an dem Wochen-Tage wie am Sontage, in der Einsamkeit wie im Umgange, bei unsern Arbeiten und Gesellschaften; unser ganzes öffentliches und häusliches Leben, zu einem Gottesdienst. Welch ein allerehrwürdigstes und allerseeligstes Leben? – Und das Mittel dazu? „An jedem Morgen, unsre Liebe zu Gott anfeuren, und ihm die Arbeiten, Leiden, Freuden und Handlungen des bevorstehenden Tages, weihen. In dem Laufe des Tages, uns mit diesen Gedanken öfters, in den Zwischenräumen unsrer Arbeiten, in unsern Gesellschaften u. s. f. beschäftigen. Und bei unsern Geschäften und andern guten Handlungen, ofte die Frage an uns thun: würdestu wohl diese Arbeit gethan, diesen Liebesdienst deinem Nächsten erwiesen haben, wenn auch kein irdischer Ruhm und Gewin damit verbunden; wenn nichts als Mühe, Verdruß und Undank, der Lohn dafür wäre?[“]
|b234| D i e s e Liebe Gottes leitet Ordnung und Uebereinstimmung in alle unsre Neigungen und Handlungen. {vers 37} Da lieben wir Gott von ganzer Seele und mit allen unsern Kräften. So verrichten wir denn, das Gute aus der edlen Absicht, Gott zu gefallen. Und eben diese herrschende Begierde wird uns antreiben und stärken, in jedem Stück und zu allen Zeiten, selbst bei aller Mühe Beschwerden und Gefahren gut zu seyn. Ein Mensch ohne wahre Liebe zu Gott, ist nichts als ein Sclave seines Eigennuzes. Immer wird er nur dasjenige Gute thun, welches ihm Ruhm, Einnahme oder sonst Vortheile bringt; und zu jedem Laster bereit seyn daß seinem Eigennuz schmeichelt. Seine Tugend ist gleich der Mässigkeit eines gesättigten; oder der Sanftmuth eines gefesselten Löwen. Nur die herrschende Liebe zu Gott macht unsre Tugend Lauter, darum auch Ungetheilt, Emsig, und Unwandelbahr beständig. – Nur sie allein wirket ächte Tugend. |b234| D i e s e Liebe Gottes leitet Ordnung und Uebereinstimmung in alle unsre Neigungen und Handlungen. {vers 37} Da lieben wir Gott von ganzer Seele und mit allen unsern Kräften. So verrichten wir denn, das Gute aus der edlen Absicht, Gott zu gefallen. Und eben diese herrschende Begierde wird uns antreiben und stärken, in jedem Stück und zu allen Zeiten, selbst bei aller Mühe Beschwerden und Gefahren gut zu seyn. Ein Mensch ohne wahre Liebe zu Gott, ist nichts als ein Sclave seines Eigennuzes. Immer wird er nur dasjenige Gute thun, welches ihm Ruhm, Einnahme oder sonst Vortheile bringt; und zu jedem Laster bereit seyn daß seinem Eigennuz schmeichelt. Seine Tugend ist gleich der Mässigkeit eines gesättigten; oder der Sanftmuth eines gefesselten Löwen. Nur die herrschende Liebe zu Gott macht unsre Tugend Lauter, darum auch Ungetheilt, Emsig, und Unwandelbahr beständig. – Nur sie allein wirket ächte Tugend.
U n d vorzüglich die gröste, edelste Tugend, die Menschen-Liebe. Beide sind so unzertrennlich verbunden, daß ohne Menschen Liebe keine Liebe Gottes möglich ist. – {Jacobi 3, 9.} Jeder Mensch ist ein sichtbahres Bild Gottes. Wer nun die sichtbahren Bilder Gottes nicht liebet, wie kan der den Unsichtbahren Gott lieben? 1 Johannis 4, 20. Gott ist unsichtbahr, und allgenugsahm. Ihm selbst in Person, können wir also keine Dienste leisten. Und es bleibt keine andre Art übrig, Gott unsre Liebe zu beweisen, als in den Menschen, Seinen Geschöpfen, Unterthanen und Erlöseten. |b235| 1 Johannis 4, 12. 20 – Gott hat sich so ofte erklärt, daß er jeden uneigennüzigen, aus Liebe fliessenden Dienst irgend einem Menschen erwiesen, so aufnehmen wolle als sey er Ihm selbst erwiesen. In jedem Menschen, Christen! welcher allerkräftigste Grund! In jedem Menschen lieben wir, Gott Selbst. 1 Johannis 4, 12. 13. 21. 22. Matthäi 9, 13. – Und Liebe Gottes, ist ja nichts anders, als Liebe der vollkommensten, höchsten Güte. Denn Gott ist – die Liebe. 1 Johannis 4, 7. 8. 16. – – So verrichtet denn, alle Gebräuche des äussern öffentlichen Gottesdienstes noch so pünktlich; zerschmelzet in Thränen bei dem Andenken der Wohlthaten Gottes: vergebens ist das alles, wenn ihr noch die ausschweifende Heftigkeit, die Unbarmherzigkeit, den Neid oder sonst eine lieblose Neigung bei euch herrschen lasset! Denn, – {vers 38–40.} das andre Geboth ist dem gleich, liebe deinen Neben Menschen eben so wohl als dich selbst.U n d vorzüglich die gröste, edelste Tugend, die Menschen-Liebe. Beide sind so unzertrennlich verbunden, daß ohne Menschen Liebe keine Liebe Gottes möglich ist. – {Jacobi 3, 9.} Jeder Mensch ist ein sichtbahres Bild Gottes. Wer nun die sichtbahren Bilder Gottes nicht liebet, wie kan der den Unsichtbahren Gott lieben? 1 Johannis 4, 20. Gott ist unsichtbahr, und allgenugsahm. Ihm selbst in Person, können wir also keine Dienste leisten. Und es bleibt keine andre Art übrig, Gott unsre Liebe zu beweisen, als in den Menschen, Seinen Geschöpfen, Unterthanen und Erlöseten. |b235| 1 Johannis 4, 12. 20 – Gott hat sich so ofte erklärt, daß er jeden uneigennüzigen, aus Liebe fliessenden Dienst irgend einem Menschen erwiesen, so aufnehmen wolle als sey er Ihm selbst erwiesen. In jedem Menschen, Christen! welcher allerkräftigste Grund! In jedem Menschen lieben wir, Gott Selbst. 1 Johannis 4, 12. 13. 21. 22. Matthäi 9, 13. – Und Liebe Gottes, ist ja nichts anders, als Liebe der vollkommensten, höchsten Güte. Denn Gott ist – die Liebe. 1 Johannis 4, 7. 8. 16. – – So verrichtet denn, alle Gebräuche des äussern öffentlichen Gottesdienstes noch so pünktlich; zerschmelzet in Thränen bei dem Andenken der Wohlthaten Gottes: vergebens ist das alles, wenn ihr noch die ausschweifende Heftigkeit, die Unbarmherzigkeit, den Neid oder sonst eine lieblose Neigung bei euch herrschen lasset! Denn, – {vers 38–40.} das andre Geboth ist dem gleich, liebe deinen Neben Menschen eben so wohl als dich selbst.
L i e b e n wir Gott von ganzem Herzen, so werden wir auch gewiß jeden der ein Mensch ist, lieben. Denn jeder Mensch ist {1 Tim. 2, 1–6.} ein Geschöpf, ein Erlöseter Gottes, bestimt Sein Freund und Kind, und Erbe Seiner seeligen Ewigkeit zu seyn. – Wir werden ihn aufrichtig, von ganzem Herzen lieben. Denn wir lieben in ihm, Gott selbst. – Wir werden ihn thätig lieben; geneigt und bereit, so viel nur immer in unsern Kräften steht, lauter Freude und Glück, um uns her unter die Menschen zu verbreiten. Denn dies alles, thun wir Gott Selbst. – Unsre Liebe zu |b236| jedem Menschen wird eben darum auch, Grosmütig seyn; nicht das Werk niedrigen Eigennuzes, sondern der edleren Begierde alles zu beglücken. – Und so werden wir ihn beständig lieben; bei aller Mühe, Beschwerde, Gefahr, Verlust, und Zeit unsre Menschen Liebe unwandelbahr fest erhalten. – – So wirkt denn, wahre Liebe zu Gott, auch unausbleiblich, wahre, ächte, christliche Menschen Liebe! L i e b e n wir Gott von ganzem Herzen, so werden wir auch gewiß jeden der ein Mensch ist, lieben. Denn jeder Mensch ist {1 Tim. 2, 1–6.} ein Geschöpf, ein Erlöseter Gottes, bestimt Sein Freund und Kind, und Erbe Seiner seeligen Ewigkeit zu seyn. – Wir werden ihn aufrichtig, von ganzem Herzen lieben. Denn wir lieben in ihm, Gott selbst. – Wir werden ihn thätig lieben; geneigt und bereit, so viel nur immer in unsern Kräften steht, lauter Freude und Glück, um uns her unter die Menschen zu verbreiten. Denn dies alles, thun wir Gott Selbst. – Unsre Liebe zu |b236| jedem Menschen wird eben darum auch, Grosmütig seyn; nicht das Werk niedrigen Eigennuzes, sondern der edleren Begierde alles zu beglücken. – Und so werden wir ihn beständig lieben; bei aller Mühe, Beschwerde, Gefahr, Verlust, und Zeit unsre Menschen Liebe unwandelbahr fest erhalten. – – So wirkt denn, wahre Liebe zu Gott, auch unausbleiblich, wahre, ächte, christliche Menschen Liebe!
Und nur sie allein, ist im Stande, unsre Seele zu dieser edelsten Tugend zu erheben. Ohne wahre Liebe zu Gott, ist alles was man Menschen Liebe nent, nichts weiter als die Wirkung blinder Triebe, oder gar eines niedrigen Eigennuzes. Man wird bewegt bei dem Elende andrer, man vergießt Thränen des Mitleides, man eilet ihnen beizustehen; weil man dazu von Natur einen unwiderstehlichen Trieb fület. Oder man ist gefällig, dienstfertig gegen andre; um sie zu seinen Absichten zu brauchen; um den Ruhm eines Menschen Freundes zu erhalten. Man ist daher mitleidig, gütig gegen einen; aber rachsüchtig, spöttisch, verläumderisch gegen zehn andere. So bald es der eigene Vortheil fordert, da gestattet man sich jede Lieblosigkeit, jede schwarze That. Und alles was die Menschen Liebe noch vermag, ist daß man jener Lieblosigkeit den Anstrich einer nothwendigen Handlung giebt. – So wie keine wahre Liebe Gottes ohne Menschen Liebe seyn kan; so kan auch hinwiederum, keine ächte Menschen Liebe ohne wahre Liebe Gottes seyn. Welche Menschen-Feindschaft ist es also, das Christenthum der Welt nehmen wollen!Und nur sie allein, ist im Stande, unsre Seele zu dieser edelsten Tugend zu erheben. Ohne wahre Liebe zu Gott, ist alles was man Menschen Liebe nent, nichts weiter als die Wirkung blinder Triebe, oder gar eines niedrigen Eigennuzes. Man wird bewegt bei dem Elende andrer, man vergießt Thränen des Mitleides, man eilet ihnen beizustehen; weil man dazu von Natur einen unwiderstehlichen Trieb fület. Oder man ist gefällig, dienstfertig gegen andre; um sie zu seinen Absichten zu brauchen; um den Ruhm eines Menschen Freundes zu erhalten. Man ist daher mitleidig, gütig gegen einen; aber rachsüchtig, spöttisch, verläumderisch gegen zehn andere. So bald es der eigene Vortheil fordert, da gestattet man sich jede Lieblosigkeit, jede schwarze That. Und alles was die Menschen Liebe noch vermag, ist daß man jener Lieblosigkeit den Anstrich einer nothwendigen Handlung giebt. – So wie keine wahre Liebe Gottes ohne Menschen Liebe seyn kan; so kan auch hinwiederum, keine ächte Menschen Liebe ohne wahre Liebe Gottes seyn. Welche Menschen-Feindschaft ist es also, das Christenthum der Welt nehmen wollen!
|b237| J e z t sehen wir, warum die Bibel, dieser Tugend der Menschen Liebe einen solchen hohen Werth beilegt. D a s Geboth der Menschen Liebe, ist nach Christi Ausspruch, dem Gesez der Liebe Gottes gleich. vers 38. 39. W a h r e Menschen Liebe, und nur sie allein, macht den Menschen Gott angenehm. 1 Corinther 13, 1–3. S i e ist das Kenzeichen wahrer Christen. Johannis 13, 35. 1 Johannis 3, 10. S i e ist die Regel des künftigen, ewig-entscheidenden Gerichts. Matthäi 25, 31–Ende. – – Denn, eine Tugend, welche uns zu Wohltätern des Reiches Gottes macht; welche die Erfüllung des Ganzen Gesetzes Gottes, und eben darum auch, das einzige sichere Kenzeichen des wahren Glaubens ist; welche dort in der Ewigkeit, die seeligste Beschäftigung und das höchste Glück der Bewohner des Himmels ausmacht; und welche, wäre sie allgemein, die Welt schon hier, zu einem Vorhofe des Himmels machen würde: diese kan nicht anders als höchst werth und angenehm, dem Gott seyn, der die Liebe selbst ist. Siehe 1 Johannis 3 und 4.|b237| J e z t sehen wir, warum die Bibel, dieser Tugend der Menschen Liebe einen solchen hohen Werth beilegt. D a s Geboth der Menschen Liebe, ist nach Christi Ausspruch, dem Gesez der Liebe Gottes gleich. vers 38. 39. W a h r e Menschen Liebe, und nur sie allein, macht den Menschen Gott angenehm. 1 Corinther 13, 1–3. S i e ist das Kenzeichen wahrer Christen. Johannis 13, 35. 1 Johannis 3, 10. S i e ist die Regel des künftigen, ewig-entscheidenden Gerichts. Matthäi 25, 31–Ende. – – Denn, eine Tugend, welche uns zu Wohltätern des Reiches Gottes macht; welche die Erfüllung des Ganzen Gesetzes Gottes, und eben darum auch, das einzige sichere Kenzeichen des wahren Glaubens ist; welche dort in der Ewigkeit, die seeligste Beschäftigung und das höchste Glück der Bewohner des Himmels ausmacht; und welche, wäre sie allgemein, die Welt schon hier, zu einem Vorhofe des Himmels machen würde: diese kan nicht anders als höchst werth und angenehm, dem Gott seyn, der die Liebe selbst ist. Siehe 1 Johannis 3 und 4.
H i e r haben wir nun auch, die so sichere als leichte Regel, das Gewicht der göttlichen Geseze zu bestimmen. Sie alle kommen von Gott; und sind folglich alle von gleichem Ansehen. Aber das eine ist wichtiger als das andre; und muß daher im Fall der Collision, dem nicht so wichtigen vorgezogen werden. Denn unser Heiland bestimmt hier, welches das {vers 38–40.} vornehmste Geboth Gottes, und welches ihm gleich sey? – |b238| – Menschen Liebe nämlich, ist der Liebe Gottes gleich. Folglich zielen alle Geseze Gottes, nur auf das Wohl Seines Reichs, der menschlichen Gesellschaft. Und dasjenige ist das Wichtigste, – welches der menschlichen Gesellschaft den grösten Nutzen schaffet. Wenn wir also, entweder des Sontages die Kirche versäumen oder einen Patienten unsrer Hülfe berauben; entweder unsre Gesundheit schwächen und unser Leben aufopfern, oder die Wohlfarth ganzer Städte Preiß geben müssen: so ist in dieser Collision der Geseze Gottes, die Entscheidung leicht. Die höhere oder kleinere Wohlfarth des Reiches Gottes, bestimmet das grössere oder geringere Gewicht Seiner Geseze. Denn, {vers 38. 39.} das andere Geboth ist dem gleich, liebe deinen Nebenmenschen eben so wohl als dich selbst.H i e r haben wir nun auch, die so sichere als leichte Regel, das Gewicht der göttlichen Geseze zu bestimmen. Sie alle kommen von Gott; und sind folglich alle von gleichem Ansehen. Aber das eine ist wichtiger als das andre; und muß daher im Fall der Collision, dem nicht so wichtigen vorgezogen werden. Denn unser Heiland bestimmt hier, welches das {vers 38–40.} vornehmste Geboth Gottes, und welches ihm gleich sey? – |b238| – Menschen Liebe nämlich, ist der Liebe Gottes gleich. Folglich zielen alle Geseze Gottes, nur auf das Wohl Seines Reichs, der menschlichen Gesellschaft. Und dasjenige ist das Wichtigste, – welches der menschlichen Gesellschaft den grösten Nutzen schaffet. Wenn wir also, entweder des Sontages die Kirche versäumen oder einen Patienten unsrer Hülfe berauben; entweder unsre Gesundheit schwächen und unser Leben aufopfern, oder die Wohlfarth ganzer Städte Preiß geben müssen: so ist in dieser Collision der Geseze Gottes, die Entscheidung leicht. Die höhere oder kleinere Wohlfarth des Reiches Gottes, bestimmet das grössere oder geringere Gewicht Seiner Geseze. Denn, {vers 38. 39.} das andere Geboth ist dem gleich, liebe deinen Nebenmenschen eben so wohl als dich selbst.

|b239| 1 Corinther 13

{vers 1–3 Werth der Menschen-Liebe.} W e n n ich alle Sprachen und Beredsamkeit der Menschen und Engel besässe, hätte aber die Menschen Liebe nicht; so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könte, und wüste alle Geheimnisse, und hätte alle Weisheit, und den höchsten Wunder-Glauben so daß ich Berge versezte, hätte aber die Menschen-Liebe nicht; so wäre ich Nichts. Und wenn ich mein ganzes Vermögen den Armen gäbe, und wenn ich meinen Leib für die Religion verbrennen liesse, hätte aber die Menschen-Liebe nicht; so wäre mir das alles nichts nüze.{vers 1–3 Werth der Menschen-Liebe.} W e n n ich alle Sprachen und Beredsamkeit der Menschen und Engel besässe, hätte aber die Menschen Liebe nicht; so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könte, und wüste alle Geheimnisse, und hätte alle Weisheit, und den höchsten Wunder-Glauben so daß ich Berge versezte, hätte aber die Menschen-Liebe nicht; so wäre ich Nichts. Und wenn ich mein ganzes Vermögen den Armen gäbe, und wenn ich meinen Leib für die Religion verbrennen liesse, hätte aber die Menschen-Liebe nicht; so wäre mir das alles nichts nüze.
{vers 47 Natur der Menschen-Liebe.} D i e Menschen Liebe ist Langmütig. – Sie ist Wohltätig. – Die Menschen-Liebe ist nicht Neidisch. – Sie ist nicht Pralerisch und Aufgeblasen. – Nie beträgt sie sich Unanständig. – Sie ist nicht Eigennüzig. – Sie läßt sich nicht erbittern, und behält die Beleidigungen anderer, nie in einem rachsüchtigen Andenken. – Sie hat kein Gefallen an der Falschheit, ihre Lust aber, ist die Aufrichtigkeit. – Sie bedecket alles. – Sie hegt immer die beste Meinung, die beste Hofnung von andern. – Sie duldet alles. Nichts, keine Mühe, Verdruß, Gefahr, Undank, Zeit, nichts kan sie wankend machen. {vers 47 Natur der Menschen-Liebe.} D i e Menschen Liebe ist Langmütig. – Sie ist Wohltätig. – Die Menschen-Liebe ist nicht Neidisch. – Sie ist nicht Pralerisch und Aufgeblasen. – Nie beträgt sie sich Unanständig. – Sie ist nicht Eigennüzig. – Sie läßt sich nicht erbittern, und behält die Beleidigungen anderer, nie in einem rachsüchtigen Andenken. – Sie hat kein Gefallen an der Falschheit, ihre Lust aber, ist die Aufrichtigkeit. – Sie bedecket alles. – Sie hegt immer die beste Meinung, die beste Hofnung von andern. – Sie duldet alles. Nichts, keine Mühe, Verdruß, Gefahr, Undank, Zeit, nichts kan sie wankend machen.
|b240| {vers 8–12. Dauer der Menschen-Liebe.} D i e Menschen Liebe höret nie auf. Die Weissagungen werden aufhören. Auch die Gabe fremde Sprachen zu reden wird aufhören. Selbst die höchste Weisheit wird aufhören. D e n n, jezo ist alle unsre Kentniß Stückwerk; und alles Weissagen, Stückwerk. Wenn aber der vollkomne Zustand anfangen wird; da wird alles das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und hatte kindische Begierden und machte kindische Schlüsse. Da ich aber ein Mann ward, da legte ich das kindische ab. So sehen wir J e z o, nur durch einen Spiegel in einem dunkeln Bilde. D o r t aber, Unmittelbahr; von Angesicht zu Angesicht. J e z o ist meine Kentniß nur Stückwerk. D o r t aber werde ich Gott kennen, so wie ich mich selbst kenne. |b240| {vers 8–12. Dauer der Menschen-Liebe.} D i e Menschen Liebe höret nie auf. Die Weissagungen werden aufhören. Auch die Gabe fremde Sprachen zu reden wird aufhören. Selbst die höchste Weisheit wird aufhören. D e n n, jezo ist alle unsre Kentniß Stückwerk; und alles Weissagen, Stückwerk. Wenn aber der vollkomne Zustand anfangen wird; da wird alles das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und hatte kindische Begierden und machte kindische Schlüsse. Da ich aber ein Mann ward, da legte ich das kindische ab. So sehen wir J e z o, nur durch einen Spiegel in einem dunkeln Bilde. D o r t aber, Unmittelbahr; von Angesicht zu Angesicht. J e z o ist meine Kentniß nur Stückwerk. D o r t aber werde ich Gott kennen, so wie ich mich selbst kenne.
S o sind denn, die drey Vorzüge wahrer Christen, Glaube, Hofnung, Menschen Liebe. Aber die gröste darunter ist – die Menschen Liebe. S o sind denn, die drey Vorzüge wahrer Christen, Glaube, Hofnung, Menschen Liebe. Aber die gröste darunter ist – die Menschen Liebe.