|b251| Evangelium am 20 Sontage nach Trinitatis. * [1]
Matthäi 22, 1–14. verbunden mit Matthäi 16, 13–19.
*[1] S. oben Seite 16 folg.
{Matthäi 21} S c h o n hatte Jesus seinen feierlichen Einzug zu Jerusalem, den Einzug zu seinem Leiden und Tode gehalten. Diese lezten Tage seines Lebens brachte er noch, mitten unter seinen boshaftesten Feinden, mit Wohlthätigen Lehren und Werken zu. Zwei Tage vor seinem Tode am Kreuz, hielte er im Tempel alle die Reden, die uns Matthäus im 21–25 Kapit. aufgezeichnet; Reden voll von Eifer für das Wohl seiner Feinde und der Welt. Noch macht er den lezten Versuch diese hartnäckige Feinde seiner Person und Lehre zu gewinnen, welche um das Sonnen Licht der Wahrheit nicht zu sehen, vorsäzlich ihre Augen verschlossen. Er weissaget ihnen in {Matthäi 21, 28. 22, 14. verglichen mit Marci 12, 1–12. Lucä 20, 9–19.} dreyen Gleichnis-Reden ihren beharrlichen Unglauben; und die traurigen Schicksale der Nation, als die Folgen davon.{Matthäi 21} S c h o n hatte Jesus seinen feierlichen Einzug zu Jerusalem, den Einzug zu seinem Leiden und Tode gehalten. Diese lezten Tage seines Lebens brachte er noch, mitten unter seinen boshaftesten Feinden, mit Wohlthätigen Lehren und Werken zu. Zwei Tage vor seinem Tode am Kreuz, hielte er im Tempel alle die Reden, die uns Matthäus im 21–25 Kapit. aufgezeichnet; Reden voll von Eifer für das Wohl seiner Feinde und der Welt. Noch macht er den lezten Versuch diese hartnäckige Feinde seiner Person und Lehre zu gewinnen, welche um das Sonnen Licht der Wahrheit nicht zu sehen, vorsäzlich ihre Augen verschlossen. Er weissaget ihnen in {Matthäi 21, 28. 22, 14. verglichen mit Marci 12, 1–12. Lucä 20, 9–19.} dreyen Gleichnis-Reden ihren beharrlichen Unglauben; und die traurigen Schicksale der Nation, als die Folgen davon.
D i e{Matthäi 21, 28–32.} Erste dieser Lehr-Erzälungen, von zweien Söhnen, mahlet ihnen die bittere Wahrheit vor Augen; daß die von ihnen so sehr verachtete Zöllner, die göttliche Religion williger aufnehmen würden als sie, die Heuchler. (vers 31. 32) Die {Matthäi 21, 33–46.} zweite kündiget |b252| ihnen gar die Verstossung ihrer Nation, und die Aufnahme der Heiden zu Gottes Volk an. Die Juden, dies ist der Inhalt der Erzälung von den Weingärtnern, werden Gottes Bothen, selbst seinen Sohn tödten. Darum wird Gott sie verstossen, und an ihrer Statt, die Heiden zu seinem Volk machen. (vers 43–Ende) Die lezte endlich, von dem königlichen Gastmahl, gehet noch weiter, und saget ihnen den gänzlichen Untergang ihres Staats vorher. Alles dieses {Matthäi 23, 37.} in der gütigen Absicht, sie von ihrer Verblendung zu befreien, dem Abgrunde des Elendes zu entreissen, ihren Staat blühend, und sie alle für Zeit und Ewigkeit glücklich zu machen.D i e{Matthäi 21, 28–32.} Erste dieser Lehr-Erzälungen, von zweien Söhnen, mahlet ihnen die bittere Wahrheit vor Augen; daß die von ihnen so sehr verachtete Zöllner, die göttliche Religion williger aufnehmen würden als sie, die Heuchler. (vers 31. 32) Die {Matthäi 21, 33–46.} zweite kündiget |b252| ihnen gar die Verstossung ihrer Nation, und die Aufnahme der Heiden zu Gottes Volk an. Die Juden, dies ist der Inhalt der Erzälung von den Weingärtnern, werden Gottes Bothen, selbst seinen Sohn tödten. Darum wird Gott sie verstossen, und an ihrer Statt, die Heiden zu seinem Volk machen. (vers 43–Ende) Die lezte endlich, von dem königlichen Gastmahl, gehet noch weiter, und saget ihnen den gänzlichen Untergang ihres Staats vorher. Alles dieses {Matthäi 23, 37.} in der gütigen Absicht, sie von ihrer Verblendung zu befreien, dem Abgrunde des Elendes zu entreissen, ihren Staat blühend, und sie alle für Zeit und Ewigkeit glücklich zu machen.
{vers 1. 2.} D a s Himmelreich „die Religion, die ich vom Himmel zu den Menschen gebracht“, (Siehe Seite 82 .) ist gleich einem Könige. „Folgende Geschichte von einem Könige der seinem Sohn zu Ehren ein grosses Gastmahl anstellete, wird euch die Schicksahle meiner Religion bei eurem Volke lehren.“ Einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Dies Wort bedeutet auch sonst, ein grosses Gastmahl. Der König nahm seinen Prinzen zum Mit-Regenten an, und bei dieser Feierlichkeit richtete er ein grosses Gastmahl aus. So wird es vers 4 erklärt. Und dies passet weit besser zu dem ganzen Inhalt des Textes, als das Bild von einer Hochzeit. – Wenn die Bibel dieses Bild gebraucht, so verstehet sie darunter immer die Bestellung Jesu zum Könige der Welt. Wie wir noch jezo, ganze Reiche unter dem Bilde eines Frauenzimmers, den |b253| König als ihrem Ehemann, und die Thronbesteigung des Königes, als die Vermälung mit ihr vorstellen: so beschreibet auch die Bibel {Psalm 45. 2 Cor. 11, 2.} die Thronbezeigung Jesu, unter dem Bilde der Vermälung mit ganzen Staaten, mit allen Reichen der Welt. Nie redet sie von Vermälung Jesu mit einzelnen Menschen, nie nennet sie eine einzelne Seele, die Braut, und Jesum ihren Bräutigam: so wenig als wir von einem Könige sagen daß er sich mit jedem einzelnen Unterthan vermäle. Ein Misverstand ist es also, wenn man dieses Bild vom Ehestande und der ehelichen Liebe, auf jeden Frommen anwendet. Ein Misverstand, welcher seit jenen unwissenden Schwärmern die ihn zuerst gemein gemacht, bis auf unsre Zeiten, sehr unseelige, oder vielmehr entsezliche Folgen gehabt! Denn kan etwas entsezlicher seyn, als die Religion und ihre theureste Lehre von Glauben und Tugend, in Tändeleien, Romane, wo nicht gar in Unzucht verwandeln?{vers 1. 2.} D a s Himmelreich „die Religion, die ich vom Himmel zu den Menschen gebracht“, (Siehe Seite 82 .) ist gleich einem Könige. „Folgende Geschichte von einem Könige der seinem Sohn zu Ehren ein grosses Gastmahl anstellete, wird euch die Schicksahle meiner Religion bei eurem Volke lehren.“ Einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Dies Wort bedeutet auch sonst, ein grosses Gastmahl. Der König nahm seinen Prinzen zum Mit-Regenten an, und bei dieser Feierlichkeit richtete er ein grosses Gastmahl aus. So wird es vers 4 erklärt. Und dies passet weit besser zu dem ganzen Inhalt des Textes, als das Bild von einer Hochzeit. – Wenn die Bibel dieses Bild gebraucht, so verstehet sie darunter immer die Bestellung Jesu zum Könige der Welt. Wie wir noch jezo, ganze Reiche unter dem Bilde eines Frauenzimmers, den |b253| König als ihrem Ehemann, und die Thronbesteigung des Königes, als die Vermälung mit ihr vorstellen: so beschreibet auch die Bibel {Psalm 45. 2 Cor. 11, 2.} die Thronbezeigung Jesu, unter dem Bilde der Vermälung mit ganzen Staaten, mit allen Reichen der Welt. Nie redet sie von Vermälung Jesu mit einzelnen Menschen, nie nennet sie eine einzelne Seele, die Braut, und Jesum ihren Bräutigam: so wenig als wir von einem Könige sagen daß er sich mit jedem einzelnen Unterthan vermäle. Ein Misverstand ist es also, wenn man dieses Bild vom Ehestande und der ehelichen Liebe, auf jeden Frommen anwendet. Ein Misverstand, welcher seit jenen unwissenden Schwärmern die ihn zuerst gemein gemacht, bis auf unsre Zeiten, sehr unseelige, oder vielmehr entsezliche Folgen gehabt! Denn kan etwas entsezlicher seyn, als die Religion und ihre theureste Lehre von Glauben und Tugend, in Tändeleien, Romane, wo nicht gar in Unzucht verwandeln?
{vers 3–7} D e r König nun, sandte seine Knechte aus, die Eingeladenen zum Gastmahl zu ruffen. Sie aber wolten nicht kommen. Abermahls sandte er andre Knechte aus mit dem Befehl, saget den Eingeladenen, meine Mahlzeit ist bereit, die gemästeten Rinder sind geschlachtet, und alles bereit, kommet zum Gastmahl. Aber sie kehreten sich daran nicht, sondern giengen, der eine auf sein Landgut, der andre zu seinem Gewerbe. Die übrigen griffen gar seine Knechte, verhöneten, und tödteten sie. Da das der Kö|b254|nig hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und verbrante ihre Stadt. Dies war in der That das Schicksahl der Juden. Siehe oben Seite 133 folg.{vers 3–7} D e r König nun, sandte seine Knechte aus, die Eingeladenen zum Gastmahl zu ruffen. Sie aber wolten nicht kommen. Abermahls sandte er andre Knechte aus mit dem Befehl, saget den Eingeladenen, meine Mahlzeit ist bereit, die gemästeten Rinder sind geschlachtet, und alles bereit, kommet zum Gastmahl. Aber sie kehreten sich daran nicht, sondern giengen, der eine auf sein Landgut, der andre zu seinem Gewerbe. Die übrigen griffen gar seine Knechte, verhöneten, und tödteten sie. Da das der Kö|b254|nig hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und verbrante ihre Stadt. Dies war in der That das Schicksahl der Juden. Siehe oben Seite 133 folg.
{vers 8–10.} H i e r a u f sagte er zu seinen Knechten, die Mahlzeit ist zwar bereit; aber die Eingeladenen warens nicht werth. Gehet also z u r S t a d t h i n a u s, – die Einwohner der Stadt, waren die Juden; die Menschen ausser der Stadt, sind also die HeidenUnd wen ihr da findet, den rufet zum Gastmahl. Die Knechte giengen aus auf die Landstrassen, und hohleten zusammen alle die sie antraffen. Und der Saal ward voll von Gästen. So geschahe es auch. Eine Menge, eine grosse Menge von Heiden nahm die Lehre Jesu begierig an. Apostelgeschicht 10 folg.{vers 8–10.} H i e r a u f sagte er zu seinen Knechten, die Mahlzeit ist zwar bereit; aber die Eingeladenen warens nicht werth. Gehet also z u r S t a d t h i n a u s, – die Einwohner der Stadt, waren die Juden; die Menschen ausser der Stadt, sind also die HeidenUnd wen ihr da findet, den rufet zum Gastmahl. Die Knechte giengen aus auf die Landstrassen, und hohleten zusammen alle die sie antraffen. Und der Saal ward voll von Gästen. So geschahe es auch. Eine Menge, eine grosse Menge von Heiden nahm die Lehre Jesu begierig an. Apostelgeschicht 10 folg.
{vers 11–13.} D e r König aber gieng hinein die Gäste zu sehen; und fand einen Menschen der kein Fest-Kleid anhatte. Wie? mein Freund, sprach er zu ihm, du bist hieher gekommen ohne ein Fest-Kleid? – Er aber verstummete. Da befahl der König den Bedienten, bindet ihm Hände und Füsse, und werft ihn hinaus in die Finsterniß. Da mag er wehklagen und mit den Zänen klappen. (Das Gastmahl ward in einem wohl erleuchteten Saal, und in der kalten Jahreszeit gehalten. Draussen also war es kalt und finster.) – Diese Menge von Gästen ward von der Landstrasse aufgenom|b255|men, (vers 10) gleichwohl waren sie alle bis auf Einen einzigen mit Feierkleidern angethan. Und über diesen, der wie die übrigen arm war, und so gleich von der Strasse in den Pallast gefüret worden, ward der König entrüstet und ließ ihn aus dem Saal stossen, weil er kein festliches Kleid an hatte. Das scheint nach unsern Sitten seltsam. Aber man muß wissen, daß der König den Gästen allen, dergleichen Kleider hatte geben lassen. Zwar finden wir nicht, daß dieses bei den Morgenländern gebräuchlich war. Aber ein sehr starker Vorrath von Kleider-Anzügen, (die nach morgenländischer Art nicht wie die unsrigen an den Leib passen, sondern lange weite Talare sind) eine Samlung von tausenden solcher Anzüge war bei ihnen ein Hauptstück des Reichthums und der Pracht. Hiob 27, 16. Jacobi 5, 2. Und bei gewissen feierlichen Gelegenheiten pflegte man, Geschenke von Kleidern zu machen; wie so Joseph bei einem Gastmahl, jedem seiner Brüder ein Kleid, und dem Benjamin fünfe geben ließ. 1 Buch Mose 45, 22. Eben dieses war auch hier wahrscheinlich geschehen, bei einer so grossen Feierlichkeit wo der Regent seinen Prinzen zum Mit-Regenten aufnahm. Mit Recht ward also jener mit seinem schmuzigen Kleide von dem Gastmahl ausgeschlossen.{vers 11–13.} D e r König aber gieng hinein die Gäste zu sehen; und fand einen Menschen der kein Fest-Kleid anhatte. Wie? mein Freund, sprach er zu ihm, du bist hieher gekommen ohne ein Fest-Kleid? – Er aber verstummete. Da befahl der König den Bedienten, bindet ihm Hände und Füsse, und werft ihn hinaus in die Finsterniß. Da mag er wehklagen und mit den Zänen klappen. (Das Gastmahl ward in einem wohl erleuchteten Saal, und in der kalten Jahreszeit gehalten. Draussen also war es kalt und finster.) – Diese Menge von Gästen ward von der Landstrasse aufgenom|b255|men, (vers 10) gleichwohl waren sie alle bis auf Einen einzigen mit Feierkleidern angethan. Und über diesen, der wie die übrigen arm war, und so gleich von der Strasse in den Pallast gefüret worden, ward der König entrüstet und ließ ihn aus dem Saal stossen, weil er kein festliches Kleid an hatte. Das scheint nach unsern Sitten seltsam. Aber man muß wissen, daß der König den Gästen allen, dergleichen Kleider hatte geben lassen. Zwar finden wir nicht, daß dieses bei den Morgenländern gebräuchlich war. Aber ein sehr starker Vorrath von Kleider-Anzügen, (die nach morgenländischer Art nicht wie die unsrigen an den Leib passen, sondern lange weite Talare sind) eine Samlung von tausenden solcher Anzüge war bei ihnen ein Hauptstück des Reichthums und der Pracht. Hiob 27, 16. Jacobi 5, 2. Und bei gewissen feierlichen Gelegenheiten pflegte man, Geschenke von Kleidern zu machen; wie so Joseph bei einem Gastmahl, jedem seiner Brüder ein Kleid, und dem Benjamin fünfe geben ließ. 1 Buch Mose 45, 22. Eben dieses war auch hier wahrscheinlich geschehen, bei einer so grossen Feierlichkeit wo der Regent seinen Prinzen zum Mit-Regenten aufnahm. Mit Recht ward also jener mit seinem schmuzigen Kleide von dem Gastmahl ausgeschlossen.
U n d die Lehre dieser Erzälung? – Jesus giebt sie uns selbst an, vers 14, viele werden eingeladen, aber nur wenige gelangen zum Gastmahl. Die vielen, von denen hier Jesus redet, sind die Juden seiner Zeit. Selbst der |b256| Evangelist erinnert, daß die Zuhörer es gar recht also gedeutet. (Matthäi 21, 45) Der ganze Inhalt dieser, so wie der zwei vorigen Erzälungen, lehret es auch. Und die Geschichte sezt es ausser allen Zweifel.U n d die Lehre dieser Erzälung? – Jesus giebt sie uns selbst an, vers 14, viele werden eingeladen, aber nur wenige gelangen zum Gastmahl. Die vielen, von denen hier Jesus redet, sind die Juden seiner Zeit. Selbst der |b256| Evangelist erinnert, daß die Zuhörer es gar recht also gedeutet. (Matthäi 21, 45) Der ganze Inhalt dieser, so wie der zwei vorigen Erzälungen, lehret es auch. Und die Geschichte sezt es ausser allen Zweifel.
V e r g e b e n s suchet man also hier, einen Unterricht von der Ordnung des Heils, oder sonst andern Stücken der Religion. Vergebens untersucht man, was durch die zweimahlige Einladung, die gemästete Rinder, das Landgut, das Gewerbe, was durch die Finsterniß draussen, verstanden werde? Das alles sind bloß Zierathen der Erzälung, Umstände die nach damahligen Landes-Sitten, oder willkürlich gewälet worden um der Geschichte, Zusammenhang, Wahrscheinlichkeit und Anmuth zu geben. Nichts weiter lehret hier Jesus, als – die Schicksale seiner Religion unter den damahligen Juden. Diese hüllet er in die Decke jener unterhaltenden Erzählung ein. Er saget damit vorher 1) dem grösten Theil der jüdischen Nation werde das Christenthum geprediget werden. „Viele werden berufen.“ Und die Apostel, Petrus besonders und Paulus, predigten wirklich auch, zu allererst den Juden. Apostelgeschichte 2–9. Kapitel 13. 17. 2) Die meisten aber würden die Religion verachten. „Wenige aber gelangen zum Gastmahl.“ In der That fanden auch die Apostel nur wenig Eingang bei diesem Volk. (Siehe die angezogene Stellen) 3) {vers 4.} Einige würden so gar die Lehrer des Christenthums verhönen, und tödten. Petrus, Johannes |b257| und Paulus wurden von den Juden zu Jerusalem und an andern Orten, auf das grausamste verfolgt und behandelt. Den Jacobus und Stephanus ermordeten sie. Und überhaupt hatte das Christenthum im Anfange keine heftigere, und wirklich wütende Feinde als die Juden. S. z. E. Apostelgeschichte 5, 17 – Kapitel 7 imgleichen Kap. 12. 13. 14. – 4) {vers 11. 12.} Andre würden zwar die Religion annehmen, aber ihr nicht gemäß leben, oder sie bald wiederum verlassen. Die grösten Feinde Pauli waren, wie wir besonders aus seinen Briefen an die Corinther, Galater, Philipper und Colosser sehen, die aus den Juden Bekehrte; Menschen voll von Neid, Zanksucht, Aberglauben und barbarischen Verfolgungs Geist. 5) Indessen werde die Religion, auch unter ihnen einige, obgleich wenige, Anhänger finden. vers 14 „wenige kommen zum Gastmahl.“ So ward auch die erste christliche Kirche aus Juden und Samaritern gesamlet. Apostel-Geschichte 2 – 9. {Apost. Gesch. 2, 37–47} Und die Mutter aller christlichen Gemeinden war die zu Jerusalem. 6) Desto stärkere Aufnahme werde seine Lehre unter den Heiden finden. (vers 8. 10). {Apost. Gesch. 13, 46.}Euch[“], so redet Paulus zu den Juden nach so vielen fruchtlosen Versuchen sie zum Glück des Christenthums zu füren, „Euch muste die göttliche Religion zuerst geprediget werden. Da ihr sie aber von euch stosset und euch dadurch unwerth des ewigen Glücks beweiset das sie euch anbiethet: siehe! so wenden wir uns zu den Heiden.“ Und in wenig Jahren sahe man zahlreiche Christen-Gemeinden zu Rom, Corinth, |b258| Athen, Thessalonich, und in allen heidnischen Ländern von Europa, Asia, und Africa, den drey damahls bekandten Welt-Theilen. – 7) D i e Juden würden wegen ihrer Frevelthaten, mit dem gänzlichen Untergange ihres ganzen Staats und Gottesdienstes bestrafet werden. vers 7. Und vierzig Jahre nachher, war Jerusalem, der Tempel, und der ganze Staat und Gottesdienst nicht mehr. Auf die fürchterlichste Art ward das alles durch die Römer zu Grunde gerichtet. (Siehe oben Seite 138 f[.])V e r g e b e n s suchet man also hier, einen Unterricht von der Ordnung des Heils, oder sonst andern Stücken der Religion. Vergebens untersucht man, was durch die zweimahlige Einladung, die gemästete Rinder, das Landgut, das Gewerbe, was durch die Finsterniß draussen, verstanden werde? Das alles sind bloß Zierathen der Erzälung, Umstände die nach damahligen Landes-Sitten, oder willkürlich gewälet worden um der Geschichte, Zusammenhang, Wahrscheinlichkeit und Anmuth zu geben. Nichts weiter lehret hier Jesus, als – die Schicksale seiner Religion unter den damahligen Juden. Diese hüllet er in die Decke jener unterhaltenden Erzählung ein. Er saget damit vorher 1) dem grösten Theil der jüdischen Nation werde das Christenthum geprediget werden. „Viele werden berufen.“ Und die Apostel, Petrus besonders und Paulus, predigten wirklich auch, zu allererst den Juden. Apostelgeschichte 2–9. Kapitel 13. 17. 2) Die meisten aber würden die Religion verachten. „Wenige aber gelangen zum Gastmahl.“ In der That fanden auch die Apostel nur wenig Eingang bei diesem Volk. (Siehe die angezogene Stellen) 3) {vers 4.} Einige würden so gar die Lehrer des Christenthums verhönen, und tödten. Petrus, Johannes |b257| und Paulus wurden von den Juden zu Jerusalem und an andern Orten, auf das grausamste verfolgt und behandelt. Den Jacobus und Stephanus ermordeten sie. Und überhaupt hatte das Christenthum im Anfange keine heftigere, und wirklich wütende Feinde als die Juden. S. z. E. Apostelgeschichte 5, 17 – Kapitel 7 imgleichen Kap. 12. 13. 14. – 4) {vers 11. 12.} Andre würden zwar die Religion annehmen, aber ihr nicht gemäß leben, oder sie bald wiederum verlassen. Die grösten Feinde Pauli waren, wie wir besonders aus seinen Briefen an die Corinther, Galater, Philipper und Colosser sehen, die aus den Juden Bekehrte; Menschen voll von Neid, Zanksucht, Aberglauben und barbarischen Verfolgungs Geist. 5) Indessen werde die Religion, auch unter ihnen einige, obgleich wenige, Anhänger finden. vers 14 „wenige kommen zum Gastmahl.“ So ward auch die erste christliche Kirche aus Juden und Samaritern gesamlet. Apostel-Geschichte 2 – 9. {Apost. Gesch. 2, 37–47} Und die Mutter aller christlichen Gemeinden war die zu Jerusalem. 6) Desto stärkere Aufnahme werde seine Lehre unter den Heiden finden. (vers 8. 10). {Apost. Gesch. 13, 46.}Euch[“], so redet Paulus zu den Juden nach so vielen fruchtlosen Versuchen sie zum Glück des Christenthums zu füren, „Euch muste die göttliche Religion zuerst geprediget werden. Da ihr sie aber von euch stosset und euch dadurch unwerth des ewigen Glücks beweiset das sie euch anbiethet: siehe! so wenden wir uns zu den Heiden.“ Und in wenig Jahren sahe man zahlreiche Christen-Gemeinden zu Rom, Corinth, |b258| Athen, Thessalonich, und in allen heidnischen Ländern von Europa, Asia, und Africa, den drey damahls bekandten Welt-Theilen. – 7) D i e Juden würden wegen ihrer Frevelthaten, mit dem gänzlichen Untergange ihres ganzen Staats und Gottesdienstes bestrafet werden. vers 7. Und vierzig Jahre nachher, war Jerusalem, der Tempel, und der ganze Staat und Gottesdienst nicht mehr. Auf die fürchterlichste Art ward das alles durch die Römer zu Grunde gerichtet. (Siehe oben Seite 138 f[.])
S o genau, so pünktlich sagte Jesus die Schicksahle seiner Religion vorher. Ein neuer Beweis seiner göttlichen Sendung! Und ein neuer Grund unsers Vertrauens auf seine Zusagen! Er saget es aber auch vorher, daß diese seine Religion gegen alle Verfolgungen, und Wuth ihrer Feinde, gegen alle Gewalt der Welt bestehen; bis ans Ende der Welt bestehen werde, daß selbst alle Mächte der Hölle sie nicht überwältigen werden.S o genau, so pünktlich sagte Jesus die Schicksahle seiner Religion vorher. Ein neuer Beweis seiner göttlichen Sendung! Und ein neuer Grund unsers Vertrauens auf seine Zusagen! Er saget es aber auch vorher, daß diese seine Religion gegen alle Verfolgungen, und Wuth ihrer Feinde, gegen alle Gewalt der Welt bestehen; bis ans Ende der Welt bestehen werde, daß selbst alle Mächte der Hölle sie nicht überwältigen werden.
{Matthäi 16, 13. 14.} I n der Gegend der Stadt Cäsarea Philippi fragte Jesus seine Jünger, wer sagen die Leute daß des Menschen Sohn sey? Nach einer genauern Uebersezung „Für wen halten die Menschen, mich, den Niedrigen Menschen?“ Des Menschen Sohn, ein Niedriger Mensch, diesen Nahmen leget sich Jesus sehr ofte bey, darum weil er von niedrigem Herkommen war, und von den Menschen seiner Zeit für nichts als einen blossen, schlechten, niedrigen Menschen gehalten ward. – Die Apostel antworteten |b259| Einige für Johannem den Täufer. (sie glaubten, er sey nach seiner Hinrichtung von Herode, wiederum auferstanden) Andre, für Eliam. Noch andre für Jeremiam; oder sonst einen der alten Propheten. (Denn die Juden standen in dem Aberglauben, vor der Zukunft des Messias, werde Elias, und alle die grossen Propheten des A. Test., nach der Reihe aus dem Grabe aufstehen, um unter den Juden die Zukunft des Messias zu verkündigen.[)]{Matthäi 16, 13. 14.} I n der Gegend der Stadt Cäsarea Philippi fragte Jesus seine Jünger, wer sagen die Leute daß des Menschen Sohn sey? Nach einer genauern Uebersezung „Für wen halten die Menschen, mich, den Niedrigen Menschen?“ Des Menschen Sohn, ein Niedriger Mensch, diesen Nahmen leget sich Jesus sehr ofte bey, darum weil er von niedrigem Herkommen war, und von den Menschen seiner Zeit für nichts als einen blossen, schlechten, niedrigen Menschen gehalten ward. – Die Apostel antworteten |b259| Einige für Johannem den Täufer. (sie glaubten, er sey nach seiner Hinrichtung von Herode, wiederum auferstanden) Andre, für Eliam. Noch andre für Jeremiam; oder sonst einen der alten Propheten. (Denn die Juden standen in dem Aberglauben, vor der Zukunft des Messias, werde Elias, und alle die grossen Propheten des A. Test., nach der Reihe aus dem Grabe aufstehen, um unter den Juden die Zukunft des Messias zu verkündigen.[)]
{vers 15 18.} I h r aber, fuhr Jesus fort, für wen haltet Ihr mich? Da antwortete Simon Petrus, du bist Christus (der Messias, der von Gott versprochene König der Welt) der Sohn des wahren Gottes. (oder nach Lucä 9, 20., du bist der Christ Gottes, der von Gott gesandte König der Welt.){vers 15 18.} I h r aber, fuhr Jesus fort, für wen haltet Ihr mich? Da antwortete Simon Petrus, du bist Christus (der Messias, der von Gott versprochene König der Welt) der Sohn des wahren Gottes. (oder nach Lucä 9, 20., du bist der Christ Gottes, der von Gott gesandte König der Welt.)
{vers 17 18.} H i e r a u f sprach Jesus zu ihm, glücklich bist du Simon Jonas Sohn. Denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbaret. (Kein Mensch hat dich dies gelehret) Sondern mein allmächtiger Vater. Hinwiederum sage ich dir, du heißt Petrus. (dies griechische Wort bedeutet, einen Felß) Und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen; so daß selbst die Pforten der Hölle (genauer übersezt, die Mächte der Hölle, alle höllische Mächte oder Reiche) sie nie zerstören werden. {vers 1} D i r aber werde ich die Schlüssel des Himmelreichs geben. – Jesus unterscheidet hier im 19 vers, Petrum, von jenem Felsen vers 18 wor|b260|auf er seine Gemeinde bauen will. Es ist also klar, daß durch diesen Felsen, nicht Petrus zu verstehen sey, sondern jene Wahrheit, (vers 16) daß Jesus der von Gott gesandte Welt-Heiland ist. Auf diese Wahrheit, von einem Armen, Unansehnlichen, Gekreuzigten Heiland der Welt will er eine Religion Gründen, die gegen alle Mächte der Hölle ewig bestehen soll! Siehe 1 Corinther 1, 17 – 2, 5. – Und gesezt, Jesus habe hier Petrum gemeint; so würde ihm dadurch keine Herrschaft, ja überall kein Vorzug für den übrigen Aposteln gegeben; noch weniger eine Herrschaft über die Welt und sichtbahre Stadthalterschaft Jesu aufgetragen. Denn was hier Jesus ihm sagt, das dänet er Matthäi 18, 18 und Johannis 20, 23 auf alle andre Apostel aus. Und mehr als einmahl erkläret er, auf das nachdrücklichste erkläret er, daß in seinem Reich an kein herrschen zu denken sey. Das Evangelium predigen, dafür verfolget werden, das niedrigste verachteste Leben füren, ein Diener aller Menschen seyn, das sey der Character, der Vorzug seines Apostels. Matthäi 20, 20–23 und vers 24–28.{vers 17 18.} H i e r a u f sprach Jesus zu ihm, glücklich bist du Simon Jonas Sohn. Denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbaret. (Kein Mensch hat dich dies gelehret) Sondern mein allmächtiger Vater. Hinwiederum sage ich dir, du heißt Petrus. (dies griechische Wort bedeutet, einen Felß) Und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen; so daß selbst die Pforten der Hölle (genauer übersezt, die Mächte der Hölle, alle höllische Mächte oder Reiche) sie nie zerstören werden. {vers 1} D i r aber werde ich die Schlüssel des Himmelreichs geben. – Jesus unterscheidet hier im 19 vers, Petrum, von jenem Felsen vers 18 wor|b260|auf er seine Gemeinde bauen will. Es ist also klar, daß durch diesen Felsen, nicht Petrus zu verstehen sey, sondern jene Wahrheit, (vers 16) daß Jesus der von Gott gesandte Welt-Heiland ist. Auf diese Wahrheit, von einem Armen, Unansehnlichen, Gekreuzigten Heiland der Welt will er eine Religion Gründen, die gegen alle Mächte der Hölle ewig bestehen soll! Siehe 1 Corinther 1, 17 – 2, 5. – Und gesezt, Jesus habe hier Petrum gemeint; so würde ihm dadurch keine Herrschaft, ja überall kein Vorzug für den übrigen Aposteln gegeben; noch weniger eine Herrschaft über die Welt und sichtbahre Stadthalterschaft Jesu aufgetragen. Denn was hier Jesus ihm sagt, das dänet er Matthäi 18, 18 und Johannis 20, 23 auf alle andre Apostel aus. Und mehr als einmahl erkläret er, auf das nachdrücklichste erkläret er, daß in seinem Reich an kein herrschen zu denken sey. Das Evangelium predigen, dafür verfolget werden, das niedrigste verachteste Leben füren, ein Diener aller Menschen seyn, das sey der Character, der Vorzug seines Apostels. Matthäi 20, 20–23 und vers 24–28.
{vers 19} D i r aber (so sezet er seine Rede an Petrum fort) werde ich die Schlüssel zum Himmelreich (der christlichen Kirche) geben. Die Kirche Jesu, wird hier unter dem Bilde eines Pallastes, oder einer Stadt vorgestellet. Die Schlüssel dazu, den Auftrag also, sie zu eröfnen, giebt hier Jesus dem Petrus. Der Sin ist folglich; „du solst zu allererst meine Kirche gründen; die erste christliche Gemeinde sammlen.“ – Dies |b261| beweiset, und bestätiget auch die Geschichte. Petrus war am Tage der Ausgiessung des heil. Geistes, der {Apost. Gesch. 2, 14–Ende} erste Prediger des Christenthums. Und auf diese Predigt bekandten sich drey tausend Juden zur Lehre Jesu. Dies war die Allererste christliche Gemeinde. Oder in dem Bilde unsers Textes zu reden, Nun war das Himmelreich durch Petrum aufgeschlossen.{vers 19} D i r aber (so sezet er seine Rede an Petrum fort) werde ich die Schlüssel zum Himmelreich (der christlichen Kirche) geben. Die Kirche Jesu, wird hier unter dem Bilde eines Pallastes, oder einer Stadt vorgestellet. Die Schlüssel dazu, den Auftrag also, sie zu eröfnen, giebt hier Jesus dem Petrus. Der Sin ist folglich; „du solst zu allererst meine Kirche gründen; die erste christliche Gemeinde sammlen.“ – Dies |b261| beweiset, und bestätiget auch die Geschichte. Petrus war am Tage der Ausgiessung des heil. Geistes, der {Apost. Gesch. 2, 14–Ende} erste Prediger des Christenthums. Und auf diese Predigt bekandten sich drey tausend Juden zur Lehre Jesu. Dies war die Allererste christliche Gemeinde. Oder in dem Bilde unsers Textes zu reden, Nun war das Himmelreich durch Petrum aufgeschlossen.
U n d alles was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden seyn. Alles aber was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöset seyn. Es ist schon für sich klar, daß dieses gar nicht mit jenen Schlüsseln des Himmelreichs zusammenhängt. Denn mit Schlüsseln bindet und löset man nicht. Binden, und Lösen aber, bedeutet in der Bibel, etwas für Unrecht, Sünde; oder für Recht, erlaubt erklären. Der Sin ist folglich „Du solst ein Untrüglicher Lehrer der Welt seyn.“ (vergleiche Johannis 16, 13) Ein Vorzug, den Jesus nicht bloß Petro, sondern auch jedem Apostel ertheilet. Matthäi 18, 18. Johannis 20, 23.U n d alles was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden seyn. Alles aber was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöset seyn. Es ist schon für sich klar, daß dieses gar nicht mit jenen Schlüsseln des Himmelreichs zusammenhängt. Denn mit Schlüsseln bindet und löset man nicht. Binden, und Lösen aber, bedeutet in der Bibel, etwas für Unrecht, Sünde; oder für Recht, erlaubt erklären. Der Sin ist folglich „Du solst ein Untrüglicher Lehrer der Welt seyn.“ (vergleiche Johannis 16, 13) Ein Vorzug, den Jesus nicht bloß Petro, sondern auch jedem Apostel ertheilet. Matthäi 18, 18. Johannis 20, 23.
A b e r m a h l s neue Beweise daß Jesus, Herr der Zukunft ist. Er saget hier vorher; 1) Petrus werde die allererste christliche Gemeinde samlen. Und er war es auch wirklich, der nicht allein unter den Juden (Apostelgesch. 2 – 9.) sondern auch unter den Unbeschnittenen Proselyten (Apostel-Gesch. 10) die christliche Kirche gründete. – 2) Diese Kirche, diese |b262| Religion solle auf die Wahrheit gegründet werden, daß Jesus, des Menschen Sohn, der Niedrige, der Gekreuzigte, der Messias, der Welt-Heiland, ist. Was kan unwahrscheinlicher seyn? Wer solte es glauben, daß eine Religion, welche das ganze Glück des Menschen auf einen am Kreuze gestorbenen gründet, auch nur zehn Anhänger finden werde? Gleichwohl sind schon über siebzehn hundert Jahre verflossen, in welchen diese Religion sich in der Welt erhalten; und nicht allein erhalten, sondern auch von einem sehr ansehnlichen und gesittesten Theile der Welt als ihr Kleinod geehret worden. Und noch sehen wir in allen vier Welttheilen, ganze Nationen, die aufgeklärtesten und gesittesten Nationen, Jesum den Gekreuzigten als ihren Herren, und Erlöser verehren. Wir sehen also mit unsern Augen, die Wahrheit der Lehre Jesu!A b e r m a h l s neue Beweise daß Jesus, Herr der Zukunft ist. Er saget hier vorher; 1) Petrus werde die allererste christliche Gemeinde samlen. Und er war es auch wirklich, der nicht allein unter den Juden (Apostelgesch. 2 – 9.) sondern auch unter den Unbeschnittenen Proselyten (Apostel-Gesch. 10) die christliche Kirche gründete. – 2) Diese Kirche, diese |b262| Religion solle auf die Wahrheit gegründet werden, daß Jesus, des Menschen Sohn, der Niedrige, der Gekreuzigte, der Messias, der Welt-Heiland, ist. Was kan unwahrscheinlicher seyn? Wer solte es glauben, daß eine Religion, welche das ganze Glück des Menschen auf einen am Kreuze gestorbenen gründet, auch nur zehn Anhänger finden werde? Gleichwohl sind schon über siebzehn hundert Jahre verflossen, in welchen diese Religion sich in der Welt erhalten; und nicht allein erhalten, sondern auch von einem sehr ansehnlichen und gesittesten Theile der Welt als ihr Kleinod geehret worden. Und noch sehen wir in allen vier Welttheilen, ganze Nationen, die aufgeklärtesten und gesittesten Nationen, Jesum den Gekreuzigten als ihren Herren, und Erlöser verehren. Wir sehen also mit unsern Augen, die Wahrheit der Lehre Jesu!
So weit hat es die Geschichte schon bestätiget. Und dies ist uns Bürge dafür, daß auch das Uebrige dieser Weissagung gewiß erfüllet werde. Die Zusage nämlich, Selbst die Mächte der Hölle werden sie nie zerstören!So weit hat es die Geschichte schon bestätiget. Und dies ist uns Bürge dafür, daß auch das Uebrige dieser Weissagung gewiß erfüllet werde. Die Zusage nämlich, Selbst die Mächte der Hölle werden sie nie zerstören!
F ü r wen ist diese Rede Jesu tröstlicher; wen muß sie mehr zum Dank anfeuren? als uns, meine Leser, die wir von heidnischen Vorfahren abstammen? Noch immer würden wir wie sie, Gözen anbeten, in dem Schlam des Aberglaubens stecken, jedem Betrüger Preiß stehen, tausendfachen Vergnügens beraubet, und von tausend Schrecken gepeiniget werden; wenn nicht der König des |b263| Himmels, auf die Landstrassen gesendet um Gäste herbeizuhohlen; wenn nicht Jesus, auch uns, durch {Apost. Gesch. 9, 15.} Paulum das Himmelreich eröfnen lassen!F ü r wen ist diese Rede Jesu tröstlicher; wen muß sie mehr zum Dank anfeuren? als uns, meine Leser, die wir von heidnischen Vorfahren abstammen? Noch immer würden wir wie sie, Gözen anbeten, in dem Schlam des Aberglaubens stecken, jedem Betrüger Preiß stehen, tausendfachen Vergnügens beraubet, und von tausend Schrecken gepeiniget werden; wenn nicht der König des |b263| Himmels, auf die Landstrassen gesendet um Gäste herbeizuhohlen; wenn nicht Jesus, auch uns, durch {Apost. Gesch. 9, 15.} Paulum das Himmelreich eröfnen lassen!
E r sey denn auch uns, Christus des wahren Gottes Sohn! Seine Lehre sey der Felß unsers Glaubens; und Sein Muster die Regel unsers Lebens. Die Dankbarkeit, unsre eigene Ehre, unser Glück in Zeit und Ewigkeit verpflichtet uns dazu, uns auf diese Art, {Apost. Gesch. 13, 46.} Werth des ewigen Glücks zu beweisen, welches uns seine Religion anbiethet. Und alsdenn, laß der Unglaube, Schwärmerei, und Irthum, laß die ganze Welt gegen dieses unser Kleinod aufstehen. Nichts kan es uns rauben, denn die Zusage unsers Herren ist da, – Selbst die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen!E r sey denn auch uns, Christus des wahren Gottes Sohn! Seine Lehre sey der Felß unsers Glaubens; und Sein Muster die Regel unsers Lebens. Die Dankbarkeit, unsre eigene Ehre, unser Glück in Zeit und Ewigkeit verpflichtet uns dazu, uns auf diese Art, {Apost. Gesch. 13, 46.} Werth des ewigen Glücks zu beweisen, welches uns seine Religion anbiethet. Und alsdenn, laß der Unglaube, Schwärmerei, und Irthum, laß die ganze Welt gegen dieses unser Kleinod aufstehen. Nichts kan es uns rauben, denn die Zusage unsers Herren ist da, – Selbst die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen!