|b596| Evangelium am Oster-Feste.
Marci 16, 1–13.
und am Ersten Sontage nach Ostern.
Johannis 20, 19–31.
* * *
V e r b i n d u n g der Nachrichten aller vier Evangelisten, von der Auferstehung Jesu, und dem vierzigtägigen Umgange mit seinen Aposteln, und Freunden.V e r b i n d u n g der Nachrichten aller vier Evangelisten, von der Auferstehung Jesu, und dem vierzigtägigen Umgange mit seinen Aposteln, und Freunden.
A n dem Tode Jesu war nicht zu zweifeln. Man durchstach ihm die Seite mit einem Spieß, ohne die geringste Empfindung bei ihm zu merken. Johannis 19, 33. 34. Das Blut im Leibe war schon geronnen, Johannis 19, 34. Der römische Landpfleger, Pilatus, ließ eine förmliche Untersuchung anstellen; und man fand, daß Jesus wirklich gestorben sey. Die Sache war also – Gerichtlich bestätigt. Marci 15, 44. 45. – Eine merkwürdige Vorsorge Gottes!A n dem Tode Jesu war nicht zu zweifeln. Man durchstach ihm die Seite mit einem Spieß, ohne die geringste Empfindung bei ihm zu merken. Johannis 19, 33. 34. Das Blut im Leibe war schon geronnen, Johannis 19, 34. Der römische Landpfleger, Pilatus, ließ eine förmliche Untersuchung anstellen; und man fand, daß Jesus wirklich gestorben sey. Die Sache war also – Gerichtlich bestätigt. Marci 15, 44. 45. – Eine merkwürdige Vorsorge Gottes!
D e r hohe Rath zu Jerusalem, diese abgesagten Feinde Jesu, {Matthäi 27, 62–Ende.} erbaten sich vom Pilatus eine römische Wache, um das Grab bis an den dritten Tag zu besezen; an welchem nämlich Jesus versprochen, lebendig aufzustehen. Ohne Zweifel wolten sie am dritten Tage, den Leichnam öffentlich zur Schau darstellen; und dergestalt, Jesum, dem ganzen Publico als einen Betrüger zeigen. Soldaten besezten also die Grab-Höle; der Ein|b597|gang war mit einem grossen Stein verschlossen, und noch dazu mit dem Siegel des hohen Rathes besiegelt. – So emsig sorgeten die Feinde Jesu, für den Beweis seiner göttlichen Sendung!D e r hohe Rath zu Jerusalem, diese abgesagten Feinde Jesu, {Matthäi 27, 62–Ende.} erbaten sich vom Pilatus eine römische Wache, um das Grab bis an den dritten Tag zu besezen; an welchem nämlich Jesus versprochen, lebendig aufzustehen. Ohne Zweifel wolten sie am dritten Tage, den Leichnam öffentlich zur Schau darstellen; und dergestalt, Jesum, dem ganzen Publico als einen Betrüger zeigen. Soldaten besezten also die Grab-Höle; der Ein|b597|gang war mit einem grossen Stein verschlossen, und noch dazu mit dem Siegel des hohen Rathes besiegelt. – So emsig sorgeten die Feinde Jesu, für den Beweis seiner göttlichen Sendung!
A m Ersten Wochen-Tage, (am Sontage) bei Aufgang der Sonne, komt ein Engel, unter einem Erdbeben, vom Himmel herab, und eröfnet das Grab. Die römische Wache erstarret vor Schrecken; fliehet in die Stadt, und erzälet das alles dem hohen Rath. Maria Magdalena nebst einigen andern, kommen eben zum Grabe, um den Leichnam einzubalsamiren, und finden jenes eröfnet. Matthäi 28, 1–4. Marci 16, 1–4. Lucä 24, 1. 2. Johannis 20, 1.A m Ersten Wochen-Tage, (am Sontage) bei Aufgang der Sonne, komt ein Engel, unter einem Erdbeben, vom Himmel herab, und eröfnet das Grab. Die römische Wache erstarret vor Schrecken; fliehet in die Stadt, und erzälet das alles dem hohen Rath. Maria Magdalena nebst einigen andern, kommen eben zum Grabe, um den Leichnam einzubalsamiren, und finden jenes eröfnet. Matthäi 28, 1–4. Marci 16, 1–4. Lucä 24, 1. 2. Johannis 20, 1.
A l s b a l d läuft Maria Magdalena und saget es Petro und Johanni. Wärender Zeit werden die übrigen Frauens-Personen, die ins Grab hineingehen, durch einen Engel berichtet, daß Jesus lebe. – Erschrocken fliehen sie in die Stadt. Johannis 20, 2. Matthäi 28, 5–8. Marci 16, 5–8. Lucä 24, 3–9.A l s b a l d läuft Maria Magdalena und saget es Petro und Johanni. Wärender Zeit werden die übrigen Frauens-Personen, die ins Grab hineingehen, durch einen Engel berichtet, daß Jesus lebe. – Erschrocken fliehen sie in die Stadt. Johannis 20, 2. Matthäi 28, 5–8. Marci 16, 5–8. Lucä 24, 3–9.
P e t r u s und Johannes kommen, finden das Grab leer, und gehen traurig davon: in der Meinung, man habe den Leichnam an einen andern Ort gebracht. Johannis 20, 3–10. P e t r u s und Johannes kommen, finden das Grab leer, und gehen traurig davon: in der Meinung, man habe den Leichnam an einen andern Ort gebracht. Johannis 20, 3–10.
M a r i a Magdalena bleibt vor dem Grabe, bekümmert stehn, und erkennet die zwei Engel nicht. Plözlich siehet sie – Jesum lebendig, und unterredet sich mit Ihm. Johannis 20, 11–17. Marci 16, 9.M a r i a Magdalena bleibt vor dem Grabe, bekümmert stehn, und erkennet die zwei Engel nicht. Plözlich siehet sie – Jesum lebendig, und unterredet sich mit Ihm. Johannis 20, 11–17. Marci 16, 9.
A u c h die übrigen Frauen, die auf dem Rückwege nach der Stadt sind, sehen ihn nun, und sprechen mit ihm. Matthäi 28, 8–10.A u c h die übrigen Frauen, die auf dem Rückwege nach der Stadt sind, sehen ihn nun, und sprechen mit ihm. Matthäi 28, 8–10.
|b598| D e r hohe Rath indessen, besticht die Wache, vorzugeben, daß der Leichnam, von den Anhängern Jesu des Nachts gestohlen worden. Matthäi 28, 11–15. |b598| D e r hohe Rath indessen, besticht die Wache, vorzugeben, daß der Leichnam, von den Anhängern Jesu des Nachts gestohlen worden. Matthäi 28, 11–15.
M a r i a Magdalena nebst ihren Gesellschaftern, bringen den Aposteln die Nachricht , daß Jesus lebe, finden aber keinen Glauben. – Beweis daß die Apostel nichts weniger als leichtgläubig waren!M a r i a Magdalena nebst ihren Gesellschaftern, bringen den Aposteln die Nachricht , daß Jesus lebe, finden aber keinen Glauben. – Beweis daß die Apostel nichts weniger als leichtgläubig waren!
J e s u s wird von einem Jünger, Nahmens Cleopas nebst seinem Gefärten, auf einem Gange nach Emmaus gesehen. Lucä 24, 13–32. Marci 16, 12.J e s u s wird von einem Jünger, Nahmens Cleopas nebst seinem Gefärten, auf einem Gange nach Emmaus gesehen. Lucä 24, 13–32. Marci 16, 12.
A u c h diesen glauben die Apostel nicht; bis endlich – P e t r u s selbst Jesum siehet. Marci 16, 13. Lucä 24, 33–35.A u c h diesen glauben die Apostel nicht; bis endlich – P e t r u s selbst Jesum siehet. Marci 16, 13. Lucä 24, 33–35.
A n eben demselben Abende (des Sontages) besuchet Jesus die versamleten Apostel; wo aber Thomas nicht zugegen war. Marci 16, 14. Lucä 24, 36–43. Johannis 20, 19–23.A n eben demselben Abende (des Sontages) besuchet Jesus die versamleten Apostel; wo aber Thomas nicht zugegen war. Marci 16, 14. Lucä 24, 36–43. Johannis 20, 19–23.
A c h t Tage hernach besucht er sie abermahls in voller Versamlung. Nun wird auch, selbst der eigensinnige Thomas überzeugt. Joh. 20, 24–31.A c h t Tage hernach besucht er sie abermahls in voller Versamlung. Nun wird auch, selbst der eigensinnige Thomas überzeugt. Joh. 20, 24–31.
Z u m drittenmahl wird Jesus, von mehrern Aposteln zugleich, gesehen; und zwar in Galiläa, am Tiberiadischen See. Johannis 21, 1–Ende.Z u m drittenmahl wird Jesus, von mehrern Aposteln zugleich, gesehen; und zwar in Galiläa, am Tiberiadischen See. Johannis 21, 1–Ende.
A u f einem Berge in Galiläa, unterredet er sich abermahls, mit der ganzen Gesellschaft der Apostel. Matthäi 28, 16. 17.A u f einem Berge in Galiläa, unterredet er sich abermahls, mit der ganzen Gesellschaft der Apostel. Matthäi 28, 16. 17.
E r bestellet sie (vermuthlich zu Jerusalem) feierlich, zu Lehrern der Welt. Matthäi 28, 18–20. Marci 16, 15–18. Lucä 24, 44–49.E r bestellet sie (vermuthlich zu Jerusalem) feierlich, zu Lehrern der Welt. Matthäi 28, 18–20. Marci 16, 15–18. Lucä 24, 44–49.
|b599| N u n füret er sie hinaus nach Bethanien; nimt Abschied, und wird vor ihrer aller Augen, in den Himmel aufgehaben, Marci 16, 19. Lucä 24, 50. 51. |b599| N u n füret er sie hinaus nach Bethanien; nimt Abschied, und wird vor ihrer aller Augen, in den Himmel aufgehaben, Marci 16, 19. Lucä 24, 50. 51.
A u s dieser Verbindung der Evangelisten ist zuerst klar, daß ihre Nachrichten sich nicht widersprechen. Sie sind verschieden in den Umständen; welche der eine ausläßt, der andre anfürt, dieser kurz berürt, und jener ausfürlich entwickelt. Das alles aber paßt, wie wir gesehen, so genau in einander; daß eben diese Verschiedenheit – (Verschiedenheit ist etwas ganz andres, als Widerspruch.) vielmehr ein neuer Beweis ihrer Glaubwürdigkeit ist. – Zweitens sehen wir hieraus, daß Jesus nicht, wie man sehr unbequem zu reden pflegt, seinen Bekandten erschienen. Erscheinungen sind, weil man nur plözlich, gleichsam vorbeirauschend gesehen, oder vielmehr nur erblickt wird, und denn alsbald wiederum verschwindet. Aber Jesus besuchet seine Bekandte förmlich, zu wiederhohlten mahlen, isset und trinkt, und unterredet sich mit ihnen. Die Apostelgeschichte sagt uns gar, {Kapitel 1, 1–3 und 10, 40–42} daß er vierzig Tage nach einander, mit seinen Aposteln und Bekandten, eben so vertraut umgegangen als vor seinem Tode. A u s dieser Verbindung der Evangelisten ist zuerst klar, daß ihre Nachrichten sich nicht widersprechen. Sie sind verschieden in den Umständen; welche der eine ausläßt, der andre anfürt, dieser kurz berürt, und jener ausfürlich entwickelt. Das alles aber paßt, wie wir gesehen, so genau in einander; daß eben diese Verschiedenheit – (Verschiedenheit ist etwas ganz andres, als Widerspruch.) vielmehr ein neuer Beweis ihrer Glaubwürdigkeit ist. – Zweitens sehen wir hieraus, daß Jesus nicht, wie man sehr unbequem zu reden pflegt, seinen Bekandten erschienen. Erscheinungen sind, weil man nur plözlich, gleichsam vorbeirauschend gesehen, oder vielmehr nur erblickt wird, und denn alsbald wiederum verschwindet. Aber Jesus besuchet seine Bekandte förmlich, zu wiederhohlten mahlen, isset und trinkt, und unterredet sich mit ihnen. Die Apostelgeschichte sagt uns gar, {Kapitel 1, 1–3 und 10, 40–42} daß er vierzig Tage nach einander, mit seinen Aposteln und Bekandten, eben so vertraut umgegangen als vor seinem Tode.

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N a c h dem martervollen Leiden und peinlichen Tode den Jesus erduldet, ward sein verstorbener Leib, gleich andern Leichnamen, ins Grab gelegt. Seine Anhänger und Freunde dachten so wenig, |b600| an ein Aufleben, daß sie vielmehr Anstalten machten den Leichnam einzubalsamiren. – Aber! schon bei seinem Tode kündigten furchtbahre Begebenheiten der Natur, die Hoheit und Majestät des am Creuze sterbenden an. Die Sonne verlohr drei Stundenlang ihren Schein. Der Vorhang im Tempel zerriß. Die Erde bebete. Felsen zersprungen. Grabhölen eröfneten sich, aus denen, einige Tage darnach, Todte lebendig aufstanden. Und am dritten Tage gieng Er, Jesus der am Creuz gestorben, unter schrecklichem Erdbeben, und majestätischer Begleitung der Engel, aus dem Grabe lebendig hervor. Erneuerte seinen freundschaftlichen Umgang mit den Aposteln. Und nachdem er ihn vierzig Tage fortgesezt, gieng er vor ihren Augen gen Himmel; {Hebr. 4, 14–16 Kap. 6, 16–20} ward zum Herren über die Welt erhaben; {Römer 8, 31–34} und herrschet nun im Himmel, und sorget mit eben der zärtlichen Liebe für seine Menschen, mit welcher er für sie am Creuz, unter Schmach und Martern sein woltätiges Leben hingab.N a c h dem martervollen Leiden und peinlichen Tode den Jesus erduldet, ward sein verstorbener Leib, gleich andern Leichnamen, ins Grab gelegt. Seine Anhänger und Freunde dachten so wenig, |b600| an ein Aufleben, daß sie vielmehr Anstalten machten den Leichnam einzubalsamiren. – Aber! schon bei seinem Tode kündigten furchtbahre Begebenheiten der Natur, die Hoheit und Majestät des am Creuze sterbenden an. Die Sonne verlohr drei Stundenlang ihren Schein. Der Vorhang im Tempel zerriß. Die Erde bebete. Felsen zersprungen. Grabhölen eröfneten sich, aus denen, einige Tage darnach, Todte lebendig aufstanden. Und am dritten Tage gieng Er, Jesus der am Creuz gestorben, unter schrecklichem Erdbeben, und majestätischer Begleitung der Engel, aus dem Grabe lebendig hervor. Erneuerte seinen freundschaftlichen Umgang mit den Aposteln. Und nachdem er ihn vierzig Tage fortgesezt, gieng er vor ihren Augen gen Himmel; {Hebr. 4, 14–16 Kap. 6, 16–20} ward zum Herren über die Welt erhaben; {Römer 8, 31–34} und herrschet nun im Himmel, und sorget mit eben der zärtlichen Liebe für seine Menschen, mit welcher er für sie am Creuz, unter Schmach und Martern sein woltätiges Leben hingab.
{Marci 16, 1–8} A l s der Sabbat geendiget war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi Mutter und Salome Gewürze, ihn einzubalsamiren. Und sehr frühe am ersten Wochen-Tage (Sontags, gleich beim Aufgange der Sonne stand Jesus auf. Matthäi 28, 1. Lucä 24, 1. Johannis 20, 1.) mit Sonnen Aufgang kamen sie zum Grabe. Sie sprachen aber unter einander, wer wird uns den Stein von der Thür des Grabes (das Grab war eine Höle im Felsen. Matthäi 27, 60) abwälzen? Und da sie hinsahen, fanden sie daß der Stein abgewälzt war; er war aber sehr groß. |b601| Nun giengen sie ins Grab hinein, und sahen einen Jüngling zur Rechten sizen, mit einem weissen Gewand bekleidet. Und sie erstaunten. Er aber sprach zu ihnen, Erstaunet nicht. Ihr suchet Jesum von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und nicht hier. Sehet da die Stelle, wohin man ihn legte! Gehet aber hin, und saget es seinen Schülern, insbesondre Petro, daß er nach Galiläa vorangehet. Daselbst werdet ihr ihn sehen, (mit ihm umgehen. Gesehen ward Jesus schon vorher von ihnen, zu Jerusalem) wie er euch gesagt hat. (Matthäi 26, 31. 32) Da gingen sie eilend aus dem Grabe; denn sie waren voller Furcht und Entsezen, und sagten niemand etwas; so sehr erschrocken waren sie.{Marci 16, 1–8} A l s der Sabbat geendiget war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi Mutter und Salome Gewürze, ihn einzubalsamiren. Und sehr frühe am ersten Wochen-Tage (Sontags, gleich beim Aufgange der Sonne stand Jesus auf. Matthäi 28, 1. Lucä 24, 1. Johannis 20, 1.) mit Sonnen Aufgang kamen sie zum Grabe. Sie sprachen aber unter einander, wer wird uns den Stein von der Thür des Grabes (das Grab war eine Höle im Felsen. Matthäi 27, 60) abwälzen? Und da sie hinsahen, fanden sie daß der Stein abgewälzt war; er war aber sehr groß. |b601| Nun giengen sie ins Grab hinein, und sahen einen Jüngling zur Rechten sizen, mit einem weissen Gewand bekleidet. Und sie erstaunten. Er aber sprach zu ihnen, Erstaunet nicht. Ihr suchet Jesum von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und nicht hier. Sehet da die Stelle, wohin man ihn legte! Gehet aber hin, und saget es seinen Schülern, insbesondre Petro, daß er nach Galiläa vorangehet. Daselbst werdet ihr ihn sehen, (mit ihm umgehen. Gesehen ward Jesus schon vorher von ihnen, zu Jerusalem) wie er euch gesagt hat. (Matthäi 26, 31. 32) Da gingen sie eilend aus dem Grabe; denn sie waren voller Furcht und Entsezen, und sagten niemand etwas; so sehr erschrocken waren sie.
{vers 9–11} F r ü h e stand Jesus auf, am ersten Wochen-Tage. Zuerst sahe ihn Maria Magdalena, die er von sieben Teufeln befreiet hatte. Diese gieng hin, und sagte es seinen Freunden, welche trostlos weineten. Diese aber, als sie höreten daß er lebe und von ihr gesehen worden, glaubten es nicht.{vers 9–11} F r ü h e stand Jesus auf, am ersten Wochen-Tage. Zuerst sahe ihn Maria Magdalena, die er von sieben Teufeln befreiet hatte. Diese gieng hin, und sagte es seinen Freunden, welche trostlos weineten. Diese aber, als sie höreten daß er lebe und von ihr gesehen worden, glaubten es nicht.
{vers 12. 13} I n der Folge zeigete er sich zweien aus ihnen auf dem Wege, die aufs Land giengen, in einer fremden Gestalt. (Oder auch, in einer ungewohnten Kleidung. Anfangs kanten sie ihn nicht; hernach aber, da sie sich von ihrer Bestürzung erhohlt, sahen sie daß es Jesus war) Auch diese berichteten es den übrigen, welche ihnen aber eben so wenig glaubten.{vers 12. 13} I n der Folge zeigete er sich zweien aus ihnen auf dem Wege, die aufs Land giengen, in einer fremden Gestalt. (Oder auch, in einer ungewohnten Kleidung. Anfangs kanten sie ihn nicht; hernach aber, da sie sich von ihrer Bestürzung erhohlt, sahen sie daß es Jesus war) Auch diese berichteten es den übrigen, welche ihnen aber eben so wenig glaubten.
|b602| {Joh. 20, 19–23.} A m Abende aber, eben desselben Ersten Wochen Tages, da die Thüren, wo die Jünger sich befanden, verschlossen waren, trat Jesus unter sie. – Hier geschahe also, wie es scheint, ein Wunder. Entweder eröfneten sich die Thüren von selbst. Oder, Jesus drang wie Luft und Schall, durch die verschlossenen Thüren – Und sprach. Seyd gegrüsset! Alsbald zeigte er ihnen seine Hände und Seite. (nämlich, die Narben darin, von der Annagelung der Hände, und Durchbohrung der Seite) Da freueten sich die Jünger, daß sie den Herren sahn. Jesus aber sprach abermahls zu ihnen; Seyd gegrüsset! Wie mich der Vater gesendet, so sende auch ich euch.K r a f t der Macht, die mein Vater mir gegeben, bestelle ich euch hiemit, zu untrüglichen Lehrern der Welt.“ Hierauf hauchte er sie an, und sprach, Empfanget den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. – Der Sin ist dunkel. Man kan es von Vergebung der Sünde verstehen. Dis konten die Apostel, weil sie in Sachen der Religion, die Gabe der Untrüglichkeit hatten. Diese haben die nachfolgenden Lehrer der Kirche nicht. Also können sie auch kein Recht haben, Sünde zu vergeben. Sünde vergeben, und Sünde behalten, das heißt aber auch, Krankheiten abnehmen, und auferlegen. Matthäi 9, 2 f. Jacobi 5, 15. Diese Macht hatten die Apostel, als Wunderthäter. Apostelgeschicht 5, 5. 13, 11. 1 Corinth. 5, 5. u. a. |b602| {Joh. 20, 19–23.} A m Abende aber, eben desselben Ersten Wochen Tages, da die Thüren, wo die Jünger sich befanden, verschlossen waren, trat Jesus unter sie. – Hier geschahe also, wie es scheint, ein Wunder. Entweder eröfneten sich die Thüren von selbst. Oder, Jesus drang wie Luft und Schall, durch die verschlossenen Thüren – Und sprach. Seyd gegrüsset! Alsbald zeigte er ihnen seine Hände und Seite. (nämlich, die Narben darin, von der Annagelung der Hände, und Durchbohrung der Seite) Da freueten sich die Jünger, daß sie den Herren sahn. Jesus aber sprach abermahls zu ihnen; Seyd gegrüsset! Wie mich der Vater gesendet, so sende auch ich euch.K r a f t der Macht, die mein Vater mir gegeben, bestelle ich euch hiemit, zu untrüglichen Lehrern der Welt.“ Hierauf hauchte er sie an, und sprach, Empfanget den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. – Der Sin ist dunkel. Man kan es von Vergebung der Sünde verstehen. Dis konten die Apostel, weil sie in Sachen der Religion, die Gabe der Untrüglichkeit hatten. Diese haben die nachfolgenden Lehrer der Kirche nicht. Also können sie auch kein Recht haben, Sünde zu vergeben. Sünde vergeben, und Sünde behalten, das heißt aber auch, Krankheiten abnehmen, und auferlegen. Matthäi 9, 2 f. Jacobi 5, 15. Diese Macht hatten die Apostel, als Wunderthäter. Apostelgeschicht 5, 5. 13, 11. 1 Corinth. 5, 5. u. a.
|b603| {vers 24. 25.} T h o m a s aber der Zwölfen (der Apostel) einer, der auf griechisch Didymus heißt, (Zwilling) war nicht bei ihnen als Jesus kam. Die andern Jünger berichteten ihm also, daß sie den Herren gesehen. Er aber antwortete ihnen, woferne ich nicht in seinen Händen die Narben der Nägel sehe, und meine Finger in diese Narben, und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich es nicht. |b603| {vers 24. 25.} T h o m a s aber der Zwölfen (der Apostel) einer, der auf griechisch Didymus heißt, (Zwilling) war nicht bei ihnen als Jesus kam. Die andern Jünger berichteten ihm also, daß sie den Herren gesehen. Er aber antwortete ihnen, woferne ich nicht in seinen Händen die Narben der Nägel sehe, und meine Finger in diese Narben, und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich es nicht.
{vers 26–29.} N a c h acht Tagen waren die Jünger abermahls beisammen, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus, und trat bei verschlossenen Thüren unter sie, und grüssete sie. Hierauf sprach er zu Thoma. Gieb her deinen Finger und füle meine Hände; und lege deine Hand in meine Seite; und sey nicht ferner Ungläubig, sondern glaube. Da antwortete Thomas, O mein Herr und mein Gott! Jesus sprach, du glaubest, weil du mich S i e h e s t. Glücklich sind die welche glauben, obgleich sie mich nicht S e h e n! – „Wenn niemand an mich glauben wolte, ohne, wie du, meinen Leib, meine Hände und Seite zu sehen, so würden nur wenige das Glück haben meine Anhänger zu seyn!“ – J e s u s fordert also keinesweges, blinden Glauben; Glauben ohne alle, oder doch zulängliche Gründe. Seine Auferstehung ist eine That Sache; und muß daher vernünftiger weise, wie jede andre Begebenheit, auf glaubwürdige Zeugnisse, auch ohne Augenschein geglaubet werden. – Vielmehr lehret er uns hier, daß ein Christ, seine Religion vernünftig prüfen muß. Nichts soll er ohne zulängli|b604|chen Beweis glauben. Denn Jesus weiset seine Apostel auf die zulänglichen Beweise seiner Auferstehung. vers 20. 27. Aber er soll auch, nichts bei zulänglichen Beweisen verwerfen; nicht immer neue, und noch stärkere Beweise verlangen, wenn die gegebene zureichen. Denn er verweiset es dem Thomas, daß er bei jenen glaubwürdigen Berichten aller seiner Mitapostel nicht glauben wollen. Bei zulänglichen Beweisen etwas verwerfen, ist eben so wohl Unvernunft, als etwas ohne zulängliche Beweise glauben!{vers 26–29.} N a c h acht Tagen waren die Jünger abermahls beisammen, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus, und trat bei verschlossenen Thüren unter sie, und grüssete sie. Hierauf sprach er zu Thoma. Gieb her deinen Finger und füle meine Hände; und lege deine Hand in meine Seite; und sey nicht ferner Ungläubig, sondern glaube. Da antwortete Thomas, O mein Herr und mein Gott! Jesus sprach, du glaubest, weil du mich S i e h e s t. Glücklich sind die welche glauben, obgleich sie mich nicht S e h e n! – „Wenn niemand an mich glauben wolte, ohne, wie du, meinen Leib, meine Hände und Seite zu sehen, so würden nur wenige das Glück haben meine Anhänger zu seyn!“ – J e s u s fordert also keinesweges, blinden Glauben; Glauben ohne alle, oder doch zulängliche Gründe. Seine Auferstehung ist eine That Sache; und muß daher vernünftiger weise, wie jede andre Begebenheit, auf glaubwürdige Zeugnisse, auch ohne Augenschein geglaubet werden. – Vielmehr lehret er uns hier, daß ein Christ, seine Religion vernünftig prüfen muß. Nichts soll er ohne zulängli|b604|chen Beweis glauben. Denn Jesus weiset seine Apostel auf die zulänglichen Beweise seiner Auferstehung. vers 20. 27. Aber er soll auch, nichts bei zulänglichen Beweisen verwerfen; nicht immer neue, und noch stärkere Beweise verlangen, wenn die gegebene zureichen. Denn er verweiset es dem Thomas, daß er bei jenen glaubwürdigen Berichten aller seiner Mitapostel nicht glauben wollen. Bei zulänglichen Beweisen etwas verwerfen, ist eben so wohl Unvernunft, als etwas ohne zulängliche Beweise glauben!
{vers 30. 31.} N o c h viele andre sichtbahre Beweise seiner Auferstehung gab Jesus den Aposteln, welche in diesem Buch nicht aufgezeichnet sind. Diese aber sind darum aufgezeichnet, damit ihr glaubet daß Jesus der Christ, der Sohn Gottes sey, und also glaubend (seine Lehre annehmend und befolgend) durch ihn glücklich werdet. – Die Auferstehung Jesu ist der Haupt-Beweis daß er der Messias, der von Gott bestellte Welt Heiland sey. Denn diese ist im A. T., als ein Haupt Kenzeichen des Messias angegeben Psalm 16, 10. vergl. Apostelgesch. 2, 22–36 Kapitel 13, 26–39. Und er selbst, hatte sie so ofte, als den Haupt-Beweis seiner Göttlichen Sendung zum voraus angekündiget. Lucä 18, 31–34. Matthäi 12, 38–40.{vers 30. 31.} N o c h viele andre sichtbahre Beweise seiner Auferstehung gab Jesus den Aposteln, welche in diesem Buch nicht aufgezeichnet sind. Diese aber sind darum aufgezeichnet, damit ihr glaubet daß Jesus der Christ, der Sohn Gottes sey, und also glaubend (seine Lehre annehmend und befolgend) durch ihn glücklich werdet. – Die Auferstehung Jesu ist der Haupt-Beweis daß er der Messias, der von Gott bestellte Welt Heiland sey. Denn diese ist im A. T., als ein Haupt Kenzeichen des Messias angegeben Psalm 16, 10. vergl. Apostelgesch. 2, 22–36 Kapitel 13, 26–39. Und er selbst, hatte sie so ofte, als den Haupt-Beweis seiner Göttlichen Sendung zum voraus angekündiget. Lucä 18, 31–34. Matthäi 12, 38–40.
J e s u s hatte zu mehrern mahlen, und bei feierlichen Gelegenheiten, die Auferstehung am dritten Tage nach seinem Tode, als den Haupt-Beweiß für die Göttlichkeit seiner Sendung und der Wahrheit seiner Lehre angegeben: und dadurch, Freunde und Feinde auf diese Begebenheit recht |b605| aufmerksahm gemacht! – Er war öffentlich vor den Augen einer Menge Volks am Creuze gestorben: jedermann, die römische Wache und seine Mörder unter den Juden, waren von der Gewisheit seines Todes völlig versichert. – Das Grab wohin man seinen Leichnam legte; ward mit einem grossen Stein verschlossen; {Matthäi 27, 63–66.} der Eingang dazu von der jüdischen Obrigkeit versiegelt; und auf ihr Verlangen mit einer Wache von römischen Soldaten besezet, – um jenen entscheidenden Zeit Punkt abzuwarten, wo Jesus versprochen hatte! lebendig wiederum aus dem Grabe hervorzugehen. Der dritte Tag erschien! – Und – siehe! – –J e s u s hatte zu mehrern mahlen, und bei feierlichen Gelegenheiten, die Auferstehung am dritten Tage nach seinem Tode, als den Haupt-Beweiß für die Göttlichkeit seiner Sendung und der Wahrheit seiner Lehre angegeben: und dadurch, Freunde und Feinde auf diese Begebenheit recht |b605| aufmerksahm gemacht! – Er war öffentlich vor den Augen einer Menge Volks am Creuze gestorben: jedermann, die römische Wache und seine Mörder unter den Juden, waren von der Gewisheit seines Todes völlig versichert. – Das Grab wohin man seinen Leichnam legte; ward mit einem grossen Stein verschlossen; {Matthäi 27, 63–66.} der Eingang dazu von der jüdischen Obrigkeit versiegelt; und auf ihr Verlangen mit einer Wache von römischen Soldaten besezet, – um jenen entscheidenden Zeit Punkt abzuwarten, wo Jesus versprochen hatte! lebendig wiederum aus dem Grabe hervorzugehen. Der dritte Tag erschien! – Und – siehe! – –
{Matthäi 28, 11 f.} D i e römische Wache komt voller Schrecken und Bestürzung in die Stadt geflohen, eilet zu den Vornehmsten des hohen Raths der Juden, berichtet ihnen, daß sich das Grab durch ein Erdbeben geöfnet, und der Leichnam Jesu nicht mehr darin vorhanden sey!{Matthäi 28, 11 f.} D i e römische Wache komt voller Schrecken und Bestürzung in die Stadt geflohen, eilet zu den Vornehmsten des hohen Raths der Juden, berichtet ihnen, daß sich das Grab durch ein Erdbeben geöfnet, und der Leichnam Jesu nicht mehr darin vorhanden sey!
D e r Hohe Rath versamlet sich, und nachdem sie die Sache in gemeinschaftliche Erwägung gezogen; bestechen sie die Soldaten, um eine Lüge, „die Jünger Jesu wären gekommen, und hätten des Nachts, im Angesicht der schlafenden Wache, den Leichnam weggestohlen“ – diese handgreifliche Lüge auszubreiten; und versprachen durch ihr Ansehen, bei dem römischen Landpfleger alle üble Folgen zu verhindern!D e r Hohe Rath versamlet sich, und nachdem sie die Sache in gemeinschaftliche Erwägung gezogen; bestechen sie die Soldaten, um eine Lüge, „die Jünger Jesu wären gekommen, und hätten des Nachts, im Angesicht der schlafenden Wache, den Leichnam weggestohlen“ – diese handgreifliche Lüge auszubreiten; und versprachen durch ihr Ansehen, bei dem römischen Landpfleger alle üble Folgen zu verhindern!
D i e erschrockene, zerstreuete, verzweifelungsvolle Apostel, welche alle ihre Hofnung schon aufgegeben, hören die Nachricht von Jesu Auferstehung, und glauben sie nicht. Bald darauf aber sehen sie Jesum; Einzeln; und in Gesellschaft; |b606| zu wiederhohlten mahlen; betrachten mit ihren Augen die Reste der Creuzigung an seinem Körper; und gehen noch vierzig Tage lang, mit ihm um, essen, trinken, unterreden sich mit ihm wie ehedem.D i e erschrockene, zerstreuete, verzweifelungsvolle Apostel, welche alle ihre Hofnung schon aufgegeben, hören die Nachricht von Jesu Auferstehung, und glauben sie nicht. Bald darauf aber sehen sie Jesum; Einzeln; und in Gesellschaft; |b606| zu wiederhohlten mahlen; betrachten mit ihren Augen die Reste der Creuzigung an seinem Körper; und gehen noch vierzig Tage lang, mit ihm um, essen, trinken, unterreden sich mit ihm wie ehedem.
{1 Cor. 15, 1 f.} W ä r e n d dieser vierzig Tage, sehen noch sehr viele andre Personen Jesum. An einem Tage wird er von mehr als fünfhundert Menschen auf einmahl gesehen.{1 Cor. 15, 1 f.} W ä r e n d dieser vierzig Tage, sehen noch sehr viele andre Personen Jesum. An einem Tage wird er von mehr als fünfhundert Menschen auf einmahl gesehen.
N a c h einigen Wochen, treten die Apostel, an eben dem Ort, wo Jesus gelebet, zu Jerusalem; nicht etwa in abgelegenen Winkeln und geschlossenen Gesellschaften, sondern vor Versamlungen von hundert und tausenden, im Tempel, selbst vor dem ganzen Hohen-Rathe auf. Predigen die Auferstehung Jesu, {Apost. Gesch. 4, 13.} mit einer Freimütigkeit, die selbst den Hohen-Rath in Erstaunen sezt. Berufen sich auf ihre eigene Sinne, das was sie mit ihren Augen gesehen, mit ihren Ohren gehöret, mit ihren Händen angegriffen, und vierzig Tage lang gesehen, gehöret, und empfunden. Und beharren bei diesem Zeugniß, unter allen Verfolgungen, Schlägen, Martern, unverändert und ganz einstimmig, bis in den Todt!N a c h einigen Wochen, treten die Apostel, an eben dem Ort, wo Jesus gelebet, zu Jerusalem; nicht etwa in abgelegenen Winkeln und geschlossenen Gesellschaften, sondern vor Versamlungen von hundert und tausenden, im Tempel, selbst vor dem ganzen Hohen-Rathe auf. Predigen die Auferstehung Jesu, {Apost. Gesch. 4, 13.} mit einer Freimütigkeit, die selbst den Hohen-Rath in Erstaunen sezt. Berufen sich auf ihre eigene Sinne, das was sie mit ihren Augen gesehen, mit ihren Ohren gehöret, mit ihren Händen angegriffen, und vierzig Tage lang gesehen, gehöret, und empfunden. Und beharren bei diesem Zeugniß, unter allen Verfolgungen, Schlägen, Martern, unverändert und ganz einstimmig, bis in den Todt!
D i e abgesagten Feinde und Mörder Jesu, der Hohe-Rath zu Jerusalem welche tausend Mittel in Händen hatten, den Betrug, wenn irgend einiger dabei war, zu entdecken und jedermann vor Augen zu legen; {Apost. Gesch. 2, f.} lassen die Apostel, an statt sie, wie Lügner und Betrüger zu strafen, diese Auferstehung Jesu, immerfort zu Jerusalem predigen. Und einer aus ihren Mitteln, {Apost. Gesch. 5, 34–Ende.} Gamaliel, erkläret gar in voller Versamlung des Raths, es für nicht unmöglich, daß die Sache wahr und von Gott sey!D i e abgesagten Feinde und Mörder Jesu, der Hohe-Rath zu Jerusalem welche tausend Mittel in Händen hatten, den Betrug, wenn irgend einiger dabei war, zu entdecken und jedermann vor Augen zu legen; {Apost. Gesch. 2, f.} lassen die Apostel, an statt sie, wie Lügner und Betrüger zu strafen, diese Auferstehung Jesu, immerfort zu Jerusalem predigen. Und einer aus ihren Mitteln, {Apost. Gesch. 5, 34–Ende.} Gamaliel, erkläret gar in voller Versamlung des Raths, es für nicht unmöglich, daß die Sache wahr und von Gott sey!
|b607| U n d diese Predigt der Apostel, findet an eben dem Orte, wo Jesus gelebet, nach wenig Tagen, da noch alles im frischem Andenken war, reissenden Beifall. Zu tausenden werden Christen. {Apost. Gesch. 6, 7.} Selbst Mitglieder des Hohen-Raths und eine Menge jüdischer Priester und Vornehmen, werden überzeugt, und bekennen sich öffentlich, zu der Religion des auferstandenen Jesu. |b607| U n d diese Predigt der Apostel, findet an eben dem Orte, wo Jesus gelebet, nach wenig Tagen, da noch alles im frischem Andenken war, reissenden Beifall. Zu tausenden werden Christen. {Apost. Gesch. 6, 7.} Selbst Mitglieder des Hohen-Raths und eine Menge jüdischer Priester und Vornehmen, werden überzeugt, und bekennen sich öffentlich, zu der Religion des auferstandenen Jesu.
Z u dieser Religion, welche seitdem, nun schon über achtzehnhundert Jahre sich weit und breit, durch alle Gegenden der Welt verbreitet; und Millionen Menschen zum Glauben an diesen gecreuzigten und auferstandenen Welt-Heiland gebracht; und über alle die Widersezungen der Mächtigen, und alle die Einwürfe und Spöttereien der Wizlinge durch ihre innere, einleuchtende, Herzrürende Vortreflichkeit, bis auf diesen Tag gesieget; und so viele tausend gute, für die Welt heilsahme, der Gottheit änliche Menschen gezogen! – – – Ist hier noch Betrug, ist diese durch so viel hundert und tausend so wichtige, Zeugnisse, und fortdaurende Denkmahle erwiesene und bestätigte Begebenheit, falsch oder zweifelhaft: so hat alle Geschichte ein Ende! So können wir nichts mehr glauben, was wir nicht mit unsern eignen Augen, Ohren, Sinnen empfinden! – So muß uns – und dieses auch nur als möglich zu denken ist schon Gotteslästerung – so muß Gott selbst, uns hintergehen und in Irrthum stürzen!Z u dieser Religion, welche seitdem, nun schon über achtzehnhundert Jahre sich weit und breit, durch alle Gegenden der Welt verbreitet; und Millionen Menschen zum Glauben an diesen gecreuzigten und auferstandenen Welt-Heiland gebracht; und über alle die Widersezungen der Mächtigen, und alle die Einwürfe und Spöttereien der Wizlinge durch ihre innere, einleuchtende, Herzrürende Vortreflichkeit, bis auf diesen Tag gesieget; und so viele tausend gute, für die Welt heilsahme, der Gottheit änliche Menschen gezogen! – – – Ist hier noch Betrug, ist diese durch so viel hundert und tausend so wichtige, Zeugnisse, und fortdaurende Denkmahle erwiesene und bestätigte Begebenheit, falsch oder zweifelhaft: so hat alle Geschichte ein Ende! So können wir nichts mehr glauben, was wir nicht mit unsern eignen Augen, Ohren, Sinnen empfinden! – So muß uns – und dieses auch nur als möglich zu denken ist schon Gotteslästerung – so muß Gott selbst, uns hintergehen und in Irrthum stürzen!
A b e r alle diese wundervolle Thaten und Liebes Proben Gottes, die ganze glorreiche Auferstehung Jesu ist für uns unnüz. Es ist für uns eben so viel, als wäre Jesus nicht auferstanden: – wo|b608|ferne wir nicht dieser grossen Lehre den gebürenden Einfluß in unser Herz und Leben gestatten. {Colosser 3, 1. 2.} Seyd ihr mit Christo auferstanden, so suchet was droben ist, wo Christus ist. – Der h i m m l i s c h e S i n n also, welcher unsre Seele über Sünde, Erde und Zeit erhebet, und uns zu himlischen, Gott und der Ewigkeit ganz gewidmeten Menschen macht: dies ist die Wirkung, welche diese grosse Lehre bei uns hervorbringen muß. Dies ist das Kennzeichen, ob wir Theil an den Früchten der Auferstehung Jesu haben!A b e r alle diese wundervolle Thaten und Liebes Proben Gottes, die ganze glorreiche Auferstehung Jesu ist für uns unnüz. Es ist für uns eben so viel, als wäre Jesus nicht auferstanden: – wo|b608|ferne wir nicht dieser grossen Lehre den gebürenden Einfluß in unser Herz und Leben gestatten. {Colosser 3, 1. 2.} Seyd ihr mit Christo auferstanden, so suchet was droben ist, wo Christus ist. – Der h i m m l i s c h e S i n n also, welcher unsre Seele über Sünde, Erde und Zeit erhebet, und uns zu himlischen, Gott und der Ewigkeit ganz gewidmeten Menschen macht: dies ist die Wirkung, welche diese grosse Lehre bei uns hervorbringen muß. Dies ist das Kennzeichen, ob wir Theil an den Früchten der Auferstehung Jesu haben!
H i m l i s c h-gesinnet muß uns denn, die Auferstehung Jesu machen. Zu Menschen machen, welche G a n z, Gott und der Ewigkeit gewidmet sind. Der ganze Zweck der Auferstehung, so wie der gesamten Erlösung Jesu, bestehet darin, uns Einen gnädigen Gott, und Ein ewig-seliges Leben im Himmel zu erwerben. Und dieses, – Gottes Gnade, und die seelige Ewigkeit, – dies muß nun auch, das grosse lezte Ziel aller christlichen Wünsche, Hofnungen und Bestrebungen seyn. Der Christ muß, Gottes Beifall und Gnade, als sein einziges Glück; den Himmel, als sein Vaterland; Jenes ewige Leben nach dem Tode dieses Leibes, als seine rechte Bestimmung, sein rechtes Leben, ansehen und begehren. Und dahin müssen alle seine Wünsche, Hofnungen und Bestrebungen gerichtet seyn; – daß er sich allenthalben, den Beifall und Gnade Gottes, und den Eingang in sein rechtes Vaterland, den Besiz jenes ewigen Glücks im Himmel versichere!H i m l i s c h-gesinnet muß uns denn, die Auferstehung Jesu machen. Zu Menschen machen, welche G a n z, Gott und der Ewigkeit gewidmet sind. Der ganze Zweck der Auferstehung, so wie der gesamten Erlösung Jesu, bestehet darin, uns Einen gnädigen Gott, und Ein ewig-seliges Leben im Himmel zu erwerben. Und dieses, – Gottes Gnade, und die seelige Ewigkeit, – dies muß nun auch, das grosse lezte Ziel aller christlichen Wünsche, Hofnungen und Bestrebungen seyn. Der Christ muß, Gottes Beifall und Gnade, als sein einziges Glück; den Himmel, als sein Vaterland; Jenes ewige Leben nach dem Tode dieses Leibes, als seine rechte Bestimmung, sein rechtes Leben, ansehen und begehren. Und dahin müssen alle seine Wünsche, Hofnungen und Bestrebungen gerichtet seyn; – daß er sich allenthalben, den Beifall und Gnade Gottes, und den Eingang in sein rechtes Vaterland, den Besiz jenes ewigen Glücks im Himmel versichere!
|b609| H a t nun eine solche Denkungs-Art und Gesinnung, den Menschen eingenommen; so wird er nun auch, seine Seele, über Sünde, Erde und Zeit erheben. {Colosser 3, [2]} „Trachtet nach dem das droben ist, und nicht nach dem das auf Erden ist!“ Und gleich darauf in dem folgenden vers 5, wird dies ferner also erkläret. So tödtet nun eure Glieder die auf Erden sind, die sündlichen Begierden die sich in euch regen, Hurerei, Unreinigkeit, Geiz und jede böse Lust. |b609| H a t nun eine solche Denkungs-Art und Gesinnung, den Menschen eingenommen; so wird er nun auch, seine Seele, über Sünde, Erde und Zeit erheben. {Colosser 3, [2]} „Trachtet nach dem das droben ist, und nicht nach dem das auf Erden ist!“ Und gleich darauf in dem folgenden vers 5, wird dies ferner also erkläret. So tödtet nun eure Glieder die auf Erden sind, die sündlichen Begierden die sich in euch regen, Hurerei, Unreinigkeit, Geiz und jede böse Lust.
G o t t e s Beifall, und der Besiz der seeligen Ewigkeit, kan nicht anders, als durch einen, Herz und Leben bessernden, heiligenden, vollendenden Glauben, durch eine ungetheilte, ernstliche bis in den Todt unverbrüchliche Tugend-Uebung erhalten werden. Darum erhebet, der himmlische Sinn, die Seele des Christen, über alle Sünde. Jede Sünde, Unmässigkeit, Unkeuschheit, Neid, Misgunst, Schadenfrohes Wesen, jede Sünde wird ihm nun verhaßt und abscheulich; wird von ihm als sein allerhöchstes Unglück mit aller Sorgfalt bekämpfet und vermieden. Darum erhebet auch der himmlische Sinn die Seele des Christen, über Erde und Zeit. Die sonst erlaubten Begierden nach den schäzbahren Gütern der Erde und Zeit, der Ehre, Macht, Geld, Ruhm, Beifall der Menschen, werden von ihrer Herrschaft herabgestossen, zum Gehorsahm gegen Gottes Willen angewönet, und jenen unendlichen Gütern, der Gnade Gottes und der seeligen Ewigkeit, schlechterdings unterwürfig gemacht.G o t t e s Beifall, und der Besiz der seeligen Ewigkeit, kan nicht anders, als durch einen, Herz und Leben bessernden, heiligenden, vollendenden Glauben, durch eine ungetheilte, ernstliche bis in den Todt unverbrüchliche Tugend-Uebung erhalten werden. Darum erhebet, der himmlische Sinn, die Seele des Christen, über alle Sünde. Jede Sünde, Unmässigkeit, Unkeuschheit, Neid, Misgunst, Schadenfrohes Wesen, jede Sünde wird ihm nun verhaßt und abscheulich; wird von ihm als sein allerhöchstes Unglück mit aller Sorgfalt bekämpfet und vermieden. Darum erhebet auch der himmlische Sinn die Seele des Christen, über Erde und Zeit. Die sonst erlaubten Begierden nach den schäzbahren Gütern der Erde und Zeit, der Ehre, Macht, Geld, Ruhm, Beifall der Menschen, werden von ihrer Herrschaft herabgestossen, zum Gehorsahm gegen Gottes Willen angewönet, und jenen unendlichen Gütern, der Gnade Gottes und der seeligen Ewigkeit, schlechterdings unterwürfig gemacht.
A b e r nicht etwa hier und dort, einige vorüberrauschende Gedanken und Wünsche nach Gott und |b610| der Ewigkeit – machen uns schon zu solchen himlisch-gesinnten Menschen. S u c h e n müssen wir, t r a c h t e n müssen wir, nach dem, was droben ist. Die Begierde nach Gottes Gnade und der seeligen Ewigkeit muß uns G a n z einnehmen und durchdringen: in unsre Seele einwurzeln; alle unsre Wünsche und Neigungen beherrschen; sich in unserm ganzen Leben ausdrücken. – Bei unserm Beruf und Stande in der Welt; bei unsern Ergözungen; bei unserm Leiden, in unsrer Einsamkeit und Gesellschaften, in unserm ganzen geheimen und öffentlichen Leben; da muß es sich zeigen, zu welcher Parthei wir gehören. Da muß jener himmlische Sinn, eine einförmige, Gott-änliche, seinem Muster und Gebothen, und unserm künftigen Vaterlande, dem Himmel, gemässe Lebens-Art hervorbringen.A b e r nicht etwa hier und dort, einige vorüberrauschende Gedanken und Wünsche nach Gott und |b610| der Ewigkeit – machen uns schon zu solchen himlisch-gesinnten Menschen. S u c h e n müssen wir, t r a c h t e n müssen wir, nach dem, was droben ist. Die Begierde nach Gottes Gnade und der seeligen Ewigkeit muß uns G a n z einnehmen und durchdringen: in unsre Seele einwurzeln; alle unsre Wünsche und Neigungen beherrschen; sich in unserm ganzen Leben ausdrücken. – Bei unserm Beruf und Stande in der Welt; bei unsern Ergözungen; bei unserm Leiden, in unsrer Einsamkeit und Gesellschaften, in unserm ganzen geheimen und öffentlichen Leben; da muß es sich zeigen, zu welcher Parthei wir gehören. Da muß jener himmlische Sinn, eine einförmige, Gott-änliche, seinem Muster und Gebothen, und unserm künftigen Vaterlande, dem Himmel, gemässe Lebens-Art hervorbringen.
B e i unserm Beruf und Stande in der Welt; da muß die herrschende, eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn – uns antreiben; mit unermüdetem Fleiß, mit uneingeschränkter Treue, mit uneigennüzigem, großmütigem Geiste, unsre Zeit in heilsahmen Geschäften, in gefliessentlichster Besorgung des gemeinen Bestens hinzubringen. Unser Daseyn der menschlichen Gesellschaft, dem Reiche Gottes, nach allem unserm Vermögen nüzlich zu machen. Und durch eine Menge frommer, menschenfreundlicher Arbeiten, {Matthäi 6, f.} uns einen ewig-bleibenden Schaz im Himmel einzusamlen!B e i unserm Beruf und Stande in der Welt; da muß die herrschende, eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn – uns antreiben; mit unermüdetem Fleiß, mit uneingeschränkter Treue, mit uneigennüzigem, großmütigem Geiste, unsre Zeit in heilsahmen Geschäften, in gefliessentlichster Besorgung des gemeinen Bestens hinzubringen. Unser Daseyn der menschlichen Gesellschaft, dem Reiche Gottes, nach allem unserm Vermögen nüzlich zu machen. Und durch eine Menge frommer, menschenfreundlicher Arbeiten, {Matthäi 6, f.} uns einen ewig-bleibenden Schaz im Himmel einzusamlen!
B e i unsern Ergözungen, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn, |b611| uns antreiben: – Sie von allen sündlichen Ausschweifungen, aller Verlezung der christlichen Arbeitsamkeit, Keuschheit, Gerechtigkeit, Wohltätigkeit, Menschenliebe zu reinigen. – Sie mit Dankbahrkeit gegen Gott, den liebreichen Geber davon, und mit öfterm Andenken an die unendlich-bessern Güter, die Er uns in unserm Vaterlande aufbehalten, zu geniessen. – Und hierdurch unser Vergnügen dabei, so wie zu erhöhen, also auch zu veredeln: – Einem Unsterblichen, für den Beifall und Gunst Gottes und eine seelige Ewigkeit bestimmtem Geiste, recht anständig und würdig zu machen.B e i unsern Ergözungen, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn, |b611| uns antreiben: – Sie von allen sündlichen Ausschweifungen, aller Verlezung der christlichen Arbeitsamkeit, Keuschheit, Gerechtigkeit, Wohltätigkeit, Menschenliebe zu reinigen. – Sie mit Dankbahrkeit gegen Gott, den liebreichen Geber davon, und mit öfterm Andenken an die unendlich-bessern Güter, die Er uns in unserm Vaterlande aufbehalten, zu geniessen. – Und hierdurch unser Vergnügen dabei, so wie zu erhöhen, also auch zu veredeln: – Einem Unsterblichen, für den Beifall und Gunst Gottes und eine seelige Ewigkeit bestimmtem Geiste, recht anständig und würdig zu machen.
B e i unsern Leiden, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn uns antreiben: – sie insgesamt, mit gehorsahmer Unterwerfung gegen Gott, mit Zufriedenheit und Dankbahrkeit zu tragen; und zu unsrer immer grösseren Reinigung, Besserung, Vorbereitung für jenes wahre, von allem Elende befreiete und ewig-glückliche Leben zu brauchen.B e i unsern Leiden, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himmlische Sinn uns antreiben: – sie insgesamt, mit gehorsahmer Unterwerfung gegen Gott, mit Zufriedenheit und Dankbahrkeit zu tragen; und zu unsrer immer grösseren Reinigung, Besserung, Vorbereitung für jenes wahre, von allem Elende befreiete und ewig-glückliche Leben zu brauchen.
I n unsrer Einsamkeit und Gesellschaften, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himlische Sinn uns antreiben: die Stunden der Andacht, dieses feierlichen Umganges mit Gott und der Ewigkeit, recht haushälterisch zu benuzen. – Und unsre Reden und gesamten Umgang mit andern; durch Aufrichtigkeit; Liebesvolle Beurtheilung unsrer Nebenmenschen, gelegentliche dankvolle Lobpreisungen Gottes, und allgemeine Gefälligkeit und Freundlichkeit, zu heiligen! So |b612| muß der Gedanke an Gott und die Ewigkeit, sich in unsrer Seele tief einwurzeln, und in unserm ganzen Leben ausdrücken. Unsre Freuden veredlen; und unsre Leiden erleichtern, versüssen, zu heilsahmen Arzeneien für die Seele machen. Unsre Einsamkeit erheitern, und unsre Gesellschaft heiligen. Und allenthalben, einen uneingeschränkten willigen Gehorsahm gegen Gott, und eine ungeheuchelte herzliche Liebe zu seinen Menschen wirksahm machen. Dies ist das Bild eines Menschen, welcher mit Christo auferstanden, und nun suchet was droben ist wo Christus ist, sizend zur Rechten Gottes: welcher nach dem trachtet das droben ist und nicht nach dem was auf Erden ist!I n unsrer Einsamkeit und Gesellschaften, da muß diese herrschende eifrige Begierde nach Gottes Beifall und der seeligen Ewigkeit, dieser himlische Sinn uns antreiben: die Stunden der Andacht, dieses feierlichen Umganges mit Gott und der Ewigkeit, recht haushälterisch zu benuzen. – Und unsre Reden und gesamten Umgang mit andern; durch Aufrichtigkeit; Liebesvolle Beurtheilung unsrer Nebenmenschen, gelegentliche dankvolle Lobpreisungen Gottes, und allgemeine Gefälligkeit und Freundlichkeit, zu heiligen! So |b612| muß der Gedanke an Gott und die Ewigkeit, sich in unsrer Seele tief einwurzeln, und in unserm ganzen Leben ausdrücken. Unsre Freuden veredlen; und unsre Leiden erleichtern, versüssen, zu heilsahmen Arzeneien für die Seele machen. Unsre Einsamkeit erheitern, und unsre Gesellschaft heiligen. Und allenthalben, einen uneingeschränkten willigen Gehorsahm gegen Gott, und eine ungeheuchelte herzliche Liebe zu seinen Menschen wirksahm machen. Dies ist das Bild eines Menschen, welcher mit Christo auferstanden, und nun suchet was droben ist wo Christus ist, sizend zur Rechten Gottes: welcher nach dem trachtet das droben ist und nicht nach dem was auf Erden ist!
Ganz unwandelbahr feste versichert, daß dieser himmlische Sinn die Haupt-Sache für jene Welt, Todt, Gericht und Ewigkeit; Versichert daß der himmlische Sinn, die einzige sichere Quelle aller Ruhe, Zufriedenheit, Freude auch auf dieser Welt ist, und daß wir, nur in dem Maasse, als dieser himmlische Sinn bei uns herrschet und wirket ruhig, zufrieden und frölich leben: füle ich das Gewicht der Ermahnung, Seyd ihr mit Christo auferstanden, so suchet was droben ist wo Christus ist.Ganz unwandelbahr feste versichert, daß dieser himmlische Sinn die Haupt-Sache für jene Welt, Todt, Gericht und Ewigkeit; Versichert daß der himmlische Sinn, die einzige sichere Quelle aller Ruhe, Zufriedenheit, Freude auch auf dieser Welt ist, und daß wir, nur in dem Maasse, als dieser himmlische Sinn bei uns herrschet und wirket ruhig, zufrieden und frölich leben: füle ich das Gewicht der Ermahnung, Seyd ihr mit Christo auferstanden, so suchet was droben ist wo Christus ist.
L a s s e t uns denn, besonders auch in diesem Feste, den Gedanken, von dem ewig seeligen Leben, welches uns Jesus der Auferstandene erworben; von dem Himmel wohin Er unser Heiland und Herr vorangegangen, um uns daselbst die ewige Wohnung zu bereiten; und von dem Gottseeligen tugendhaften Leben, worohne Niemand in den |b613| Himmel eingehen kan; diesen grossen Gedanken, lasset uns auch in diesem Feste, einige Stunden von unsrer Musse widmen. Ihnen in unsern Häusern, insgeheim oder in Gesellschaft der Unsrigen, ernstlich nachdenken. Damit unsre ganze Seele erfüllen; und sodenn die Wirkungen davon, Gott in den gehörigen Bekentnissen, Gebeten, oder Danksagungen, vorgetragen.L a s s e t uns denn, besonders auch in diesem Feste, den Gedanken, von dem ewig seeligen Leben, welches uns Jesus der Auferstandene erworben; von dem Himmel wohin Er unser Heiland und Herr vorangegangen, um uns daselbst die ewige Wohnung zu bereiten; und von dem Gottseeligen tugendhaften Leben, worohne Niemand in den |b613| Himmel eingehen kan; diesen grossen Gedanken, lasset uns auch in diesem Feste, einige Stunden von unsrer Musse widmen. Ihnen in unsern Häusern, insgeheim oder in Gesellschaft der Unsrigen, ernstlich nachdenken. Damit unsre ganze Seele erfüllen; und sodenn die Wirkungen davon, Gott in den gehörigen Bekentnissen, Gebeten, oder Danksagungen, vorgetragen.
W i r werden es bald finden, daß uns dieses, den Neigungen und Sitten der Einwohner des Himmels, änlich bilden; und dadurch schon hier zu einem innigen Vorschmack ihres Glücks füren wird! In dem Maasse, als wir unsre Begierden auf Gott und die Ewigkeit heften, und Seele und Leben dem gemäß einrichten: in dem Maasse werden auch, alle unsre irrdische Leiden, den Stachel verliehren, die Schrecken des Todes verschwinden, hingegen die Zahl unsrer Freuden wachsen. – In dem Maasse wir also, auf Jesus sehen, welcher nun auferstanden und zur Rechten Gottes im Himmel ist: in dem Maasse werden wir auch, unsern Kampf und Lauf, mit Ruhe und Zufriedenheit und Freude fortsezen! Und denn am Ende, wenn uns die Erde und alles was drauf ist, für ewig verläßt, mit der Sehnsucht eines müden Wanderers Sterben, um bei Jesu ewig zu Leben!W i r werden es bald finden, daß uns dieses, den Neigungen und Sitten der Einwohner des Himmels, änlich bilden; und dadurch schon hier zu einem innigen Vorschmack ihres Glücks füren wird! In dem Maasse, als wir unsre Begierden auf Gott und die Ewigkeit heften, und Seele und Leben dem gemäß einrichten: in dem Maasse werden auch, alle unsre irrdische Leiden, den Stachel verliehren, die Schrecken des Todes verschwinden, hingegen die Zahl unsrer Freuden wachsen. – In dem Maasse wir also, auf Jesus sehen, welcher nun auferstanden und zur Rechten Gottes im Himmel ist: in dem Maasse werden wir auch, unsern Kampf und Lauf, mit Ruhe und Zufriedenheit und Freude fortsezen! Und denn am Ende, wenn uns die Erde und alles was drauf ist, für ewig verläßt, mit der Sehnsucht eines müden Wanderers Sterben, um bei Jesu ewig zu Leben!