|c[I]| Sontags-Evangelia
übersezt, erklärt,
und
zur Erbauung
angewandt

von
Gottfried Leß
D. und Pr. der Theol.Dritte, sehr vermehrte Auflage.Mit Röm. Kayserl. allergnädigster Freyheit.
Göttingen,
im Verlag der Witwe Vandenhöck. 1781.
|c[II]|
|c[III]| Wir Joseph der Andere von Gottes Gnaden Erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs in Germanien, und zu Jerusalem König, Mitregent, und Erbthronfolger der Königreiche Hungarn, Boeheim, Dalmatien, Croatien, und Sclavonien, Erzherzog zu Oesterreich, Herzog zu Burgund, und Lothringen, Großherzog zu Toskana , Großfürst zu Siebenbürgen, Herzog zu Mayland, und Bar, gefürsteter Graf zu Habsburg, Flandern, und Tyrol etc. etc. etc. Bekennen öffentlich mit diesem Brief, und thun kund allermänniglich, was massen Uns die Wittib Van den Höck, und Dietrich, beede Buchhändler in Göttingen, unterthänigst zu vernehmen gegeben haben, wie Sie gesonnen seyen: Doctor Leß sämtliche Predigten, in Octavo, mit behöriger Censur, im Druck herauszugeben, hierbey aber von gewinnsüchtigen Leuten einen schädlichen Nachdruck besorgten, und Uns dannenhero demüthigst bitten, Wir gnädigst geruhen möchten, Unser Kayserliches Privilegium Impressorium ihnen auf zehen Jahre über besagtes Buch allermildest zu verleihen; Wann Wir nun gnädiglich angesehen jetzt angedeutete billige Bitte, als haben Wir ihnen Van den Höck, und Dietrich, auch ihren Erben die Gnade gethan, und Freyheit gegeben, thun auch solches in Kraft dieses Briefs, also und dergestalt, daß dieselbe obbesagtes Buch unter behöriger Censur in offenen Druck ausgehen, hin – und wieder ausgeben, feil haben, und verkauffen, auch ihnen solches Niemand weder im grossen, noch kleinen Format, ohne ihren – oder ihrer Erben Consens, und Wissen, innerhalb Zehen Jahren, von Dato dieses Briefs anzurechnen, im heiligen Römischen Reich nachdrucken, und verkaufen lassen solle. Und gebieten darauf allen, und jeden Unseren – und des Reichs Unterthanen, und Getreuen, insonderheit aber allen Buchdruckern, Buchführern und Verkäuffern, bey Vermeidung FünfMarck löthigen Goldes, die ein Jeder so oft er freventlich hierwieder thäte, Uns halb in Unsere Kayserliche Kammer, und |c[IV]| den andern halben Theil mehrbemelter Wittib Van den Höck, und Dietrich oder ihren Erben unnachläßlich zu bezalen verfallen seyn sollen, hiermit ernstlich befehlend, und wollend, daß Ihr, noch einige aus euch selbst, noch jemand von eurentwegen obangezogene Predigten des Doctor Leß, innerhalb den obbestimmten Zehen Jahren nicht nachdrucket, noch auch also nachgedruckter distrahiret, feil habet, umtraget, oder verkaufet, weder das andern zu thun gestattet, in keine Weise, alles bey Vermeidung Unserer Kayserlichen Ungnade, und Verliehrung desselben neueren Drucks, den vielgemelte Wittib Van den Höck, und Dietrich, oder deren Erben, auch ihre Befehlshabere, mit Hülf und Zuthun eines jeden Orts Obrigkeit, wo sie dergleichen bey einem jeden finden werden, also gleich aus eigener Gewalt, ohne Verhinderung männiglichs, zu sich nehmen, und damit nach ihrem Gefallen handlen und thun mögen; Jedoch sollen Sie, Wittib Van den Höck, und Dietrich, schuldig- und gehalten seyn, bey Verlust dieser Unser Kayserlichen Freyheit die gewöhnlichen fünf Exemplarien von obgedachtem Buch zu Unserm Kayserlichen Reichs-Hof-Rath behörig ein zu senden, und dieses Unser Kayserliches Privilegium andern zur Warnung voran drucken zu lassen. Mit Urkund dieses Briefes, besiegelt mit Unserm Kayserlichen aufgedruckten Secret-Insiegel, der geben ist zu Wien den Achtzehenden Decembris, im Jahr Siebenzehen Hundert Acht und Siebenzig, Unsers Reichs im Funfzehenden.|c[III]| Wir Joseph der Andere von Gottes Gnaden Erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs in Germanien, und zu Jerusalem König, Mitregent, und Erbthronfolger der Königreiche Hungarn, Boeheim, Dalmatien, Croatien, und Sclavonien, Erzherzog zu Oesterreich, Herzog zu Burgund, und Lothringen, Großherzog zu Toskana , Großfürst zu Siebenbürgen, Herzog zu Mayland, und Bar, gefürsteter Graf zu Habsburg, Flandern, und Tyrol etc. etc. etc. Bekennen öffentlich mit diesem Brief, und thun kund allermänniglich, was massen Uns die Wittib Van den Höck, und Dietrich, beede Buchhändler in Göttingen, unterthänigst zu vernehmen gegeben haben, wie Sie gesonnen seyen: Doctor Leß sämtliche Predigten, in Octavo, mit behöriger Censur, im Druck herauszugeben, hierbey aber von gewinnsüchtigen Leuten einen schädlichen Nachdruck besorgten, und Uns dannenhero demüthigst bitten, Wir gnädigst geruhen möchten, Unser Kayserliches Privilegium Impressorium ihnen auf zehen Jahre über besagtes Buch allermildest zu verleihen; Wann Wir nun gnädiglich angesehen jetzt angedeutete billige Bitte, als haben Wir ihnen Van den Höck, und Dietrich, auch ihren Erben die Gnade gethan, und Freyheit gegeben, thun auch solches in Kraft dieses Briefs, also und dergestalt, daß dieselbe obbesagtes Buch unter behöriger Censur in offenen Druck ausgehen, hin – und wieder ausgeben, feil haben, und verkauffen, auch ihnen solches Niemand weder im grossen, noch kleinen Format, ohne ihren – oder ihrer Erben Consens, und Wissen, innerhalb Zehen Jahren, von Dato dieses Briefs anzurechnen, im heiligen Römischen Reich nachdrucken, und verkaufen lassen solle. Und gebieten darauf allen, und jeden Unseren – und des Reichs Unterthanen, und Getreuen, insonderheit aber allen Buchdruckern, Buchführern und Verkäuffern, bey Vermeidung FünfMarck löthigen Goldes, die ein Jeder so oft er freventlich hierwieder thäte, Uns halb in Unsere Kayserliche Kammer, und |c[IV]| den andern halben Theil mehrbemelter Wittib Van den Höck, und Dietrich oder ihren Erben unnachläßlich zu bezalen verfallen seyn sollen, hiermit ernstlich befehlend, und wollend, daß Ihr, noch einige aus euch selbst, noch jemand von eurentwegen obangezogene Predigten des Doctor Leß, innerhalb den obbestimmten Zehen Jahren nicht nachdrucket, noch auch also nachgedruckter distrahiret, feil habet, umtraget, oder verkaufet, weder das andern zu thun gestattet, in keine Weise, alles bey Vermeidung Unserer Kayserlichen Ungnade, und Verliehrung desselben neueren Drucks, den vielgemelte Wittib Van den Höck, und Dietrich, oder deren Erben, auch ihre Befehlshabere, mit Hülf und Zuthun eines jeden Orts Obrigkeit, wo sie dergleichen bey einem jeden finden werden, also gleich aus eigener Gewalt, ohne Verhinderung männiglichs, zu sich nehmen, und damit nach ihrem Gefallen handlen und thun mögen; Jedoch sollen Sie, Wittib Van den Höck, und Dietrich, schuldig- und gehalten seyn, bey Verlust dieser Unser Kayserlichen Freyheit die gewöhnlichen fünf Exemplarien von obgedachtem Buch zu Unserm Kayserlichen Reichs-Hof-Rath behörig ein zu senden, und dieses Unser Kayserliches Privilegium andern zur Warnung voran drucken zu lassen. Mit Urkund dieses Briefes, besiegelt mit Unserm Kayserlichen aufgedruckten Secret-Insiegel, der geben ist zu Wien den Achtzehenden Decembris, im Jahr Siebenzehen Hundert Acht und Siebenzig, Unsers Reichs im Funfzehenden.
I O S E P H.I O S E P H.
(L. S.)(L. S.)
Vt Rfürst ColloredoVt Rfürst Colloredo
Ad Mandatum Sacrae Caesae
Majestatis proprium.
Igdv Hoffmann.Ad Mandatum Sacrae Caesae
Majestatis proprium.
Igdv Hoffmann.
|c[V]|

V o r r e d e zur Ersten Ausgabe.

S o unbequem auch die Methode ist, alle Jahre, unaufhörlich über eben dieselben Texte zu predigen: so sind doch diese Evangelia selbst, ein Theil der Bibel; und die meisten darunter gehören zu den wichtigsten Stücken dieses Buchs, worin Gott selbst, zu uns Menschen redet. Eine richtige, Deutschen verständliche Uebersezung, genaue Auslegung, und schickliche Entwickelung derselben, ist also ein nicht geringer Dienst für das menschliche Geschlecht. S o unbequem auch die Methode ist, alle Jahre, unaufhörlich über eben dieselben Texte zu predigen: so sind doch diese Evangelia selbst, ein Theil der Bibel; und die meisten darunter gehören zu den wichtigsten Stücken dieses Buchs, worin Gott selbst, zu uns Menschen redet. Eine richtige, Deutschen verständliche Uebersezung, genaue Auslegung, und schickliche Entwickelung derselben, ist also ein nicht geringer Dienst für das menschliche Geschlecht.
D i e s e n Zweck habe ich in dem gegenwärtigen Werk, so viel ich konte, zu erreichen gesucht. Die Texte selbst, sind in ihrem ganzen Zusammenhange abgehandelt. Die darin vorkommende, uns fremde Redensarten und Ausdrücke, nach der Natur unsrer deutschen Sprache umkleiden; den Schriftsteller so reden lassen, wie er ohngefär seine Gedanken im Deutschen würde vorgetragen haben; den wahren Sinn kurz darlegen; die Dunkelheiten aufklären; die Schwierigkeiten auflösen; und den ganzen Inhalt dem Verstande klar und einleuchtend, und dem Herzen wichtig und kräftig machen: das zu leisten – habe ich mich bestrebet. Das Urtheil der Kenner, und die Empfindung der Leser wird entscheiden, wie weit es mir gelungen?D i e s e n Zweck habe ich in dem gegenwärtigen Werk, so viel ich konte, zu erreichen gesucht. Die Texte selbst, sind in ihrem ganzen Zusammenhange abgehandelt. Die darin vorkommende, uns fremde Redensarten und Ausdrücke, nach der Natur unsrer deutschen Sprache umkleiden; den Schriftsteller so reden lassen, wie er ohngefär seine Gedanken im Deutschen würde vorgetragen haben; den wahren Sinn kurz darlegen; die Dunkelheiten aufklären; die Schwierigkeiten auflösen; und den ganzen Inhalt dem Verstande klar und einleuchtend, und dem Herzen wichtig und kräftig machen: das zu leisten – habe ich mich bestrebet. Das Urtheil der Kenner, und die Empfindung der Leser wird entscheiden, wie weit es mir gelungen?
|c[VI]| M e h r m a h l s habe ich mit dem Evangelio, ein andres Stück der Bibel verbunden: wozu vornehmlich, schwere Stellen gewälet worden. Z. E. S. 60 f. Pred. Salomo 9, 10–12, * Seite 273 f. Matthäi 16, 13–19; Seite 385 f. 1 B. Mose 22; Seite 425 f. Prediger Salomo 7, 1–6. Bei der Entwickelung und Anwendung des Textes sind zuweilen vollständige Abhandlungen über wichtige Stücke der Religion gegeben: als S. 403 f. von der Kinder-Zucht; S. 431 f. vom christlichen Gebrauch der irrdischen Ergözungen; Seite 443 f. Pflichten der Herrschaften gegen ihre Dienstboten; Seite 462 f. von der Toleranz. Auch sind drei Passions-Predigten eingeschaltet. S. 548 f.|c[VI]| M e h r m a h l s habe ich mit dem Evangelio, ein andres Stück der Bibel verbunden: wozu vornehmlich, schwere Stellen gewälet worden. Z. E. S. 60 f. Pred. Salomo 9, 10–12, * Seite 273 f. Matthäi 16, 13–19; Seite 385 f. 1 B. Mose 22; Seite 425 f. Prediger Salomo 7, 1–6. Bei der Entwickelung und Anwendung des Textes sind zuweilen vollständige Abhandlungen über wichtige Stücke der Religion gegeben: als S. 403 f. von der Kinder-Zucht; S. 431 f. vom christlichen Gebrauch der irrdischen Ergözungen; Seite 443 f. Pflichten der Herrschaften gegen ihre Dienstboten; Seite 462 f. von der Toleranz. Auch sind drei Passions-Predigten eingeschaltet. S. 548 f.
* Obige Seitenzahlen sind bey dieser neuen Ausgabe folgendermassen verändert: Seite273NeueAusgabeSeite287–385–––418–425–––475 –403–––453–431–––481–443–––493–462–––512
A l l e s was die Leser hier finden, ist nach einer ernstlichen Ueberlegung geschrieben, und aus einem Herzen geflossen, dem die Bibel theurer ist als alle Güter der Welt. Kan dadurch irgend eine Seele erleuchtet, auf die Bahn der Tugend geleitet, dem Ziel der Vollkommenheit näher gefüret, und für die seelige Ewigkeit vorbereitet werden: so ist mein bester Wunsch gewäret. A l l e s was die Leser hier finden, ist nach einer ernstlichen Ueberlegung geschrieben, und aus einem Herzen geflossen, dem die Bibel theurer ist als alle Güter der Welt. Kan dadurch irgend eine Seele erleuchtet, auf die Bahn der Tugend geleitet, dem Ziel der Vollkommenheit näher gefüret, und für die seelige Ewigkeit vorbereitet werden: so ist mein bester Wunsch gewäret.
Göttingen den 26 April 1776.Göttingen den 26 April 1776.

|c[VII]| V o r b e r i c h t zur dritten Auflage.

B e i dieser d r i t t e n Ausgabe, welche auf die von 1777 folgt, habe ich nicht allein das Werk genau durchgesehen, auch hin und wieder in Sachen und Ausdruck gebessert, z. E. besonders S. 82. 87. 565 und 567: sondern auch folgende starke Zusäze gemacht, welche für die Besizer der vorigen Ausgabe, besonders gedruckt verkauft werden.B e i dieser d r i t t e n Ausgabe, welche auf die von 1777 folgt, habe ich nicht allein das Werk genau durchgesehen, auch hin und wieder in Sachen und Ausdruck gebessert, z. E. besonders S. 82. 87. 565 und 567: sondern auch folgende starke Zusäze gemacht, welche für die Besizer der vorigen Ausgabe, besonders gedruckt verkauft werden.
  • 1) Seite 171 , vom Uebergewicht der Freuden in der Welt.
  • 2) S. 399, Lebens- und Todes-Geschichte des ersten christlichen Märtyrers; über Apostel-Geschichte 6 und 7.
  • 3) S. 436, Evangelium am Sontage nach dem Neuen Jahr, auch, am Feste Epiphanias Matth. 2 und 3.
  • |c[VIII]|
  • 4) S. 580, von einer leichtern Auslegung der Versuchungs-Geschichte Jesu.
  • 5) S. 680 , über Apostel-Gesch. 1, 1–11. und die Parallel-Stellen; auch Kolosser 3, 1–4.
  • 6) S. 707, von A u s g i e s s u n g des heiligen Geistes über Apostel Gesch. 2, 1–13.
D i e drei Predigten über das Leiden Jesu, sind hier weggelassen, weil sie in meinen Passions-Predigten S. 312 stehen.D i e drei Predigten über das Leiden Jesu, sind hier weggelassen, weil sie in meinen Passions-Predigten S. 312 stehen.
Göttingen den 4. April 1781.
Göttingen den 4. April 1781.