|c[1]| Anweisung
zur
Bildung angehender Theologen.
Zweiter Theil.
|c[2]|

|c[3]| Zweiter Theil.
Von den eigentlich theologischen Wissenschaften, oder den Theilen der sogenannten systematischen, exegetischen und historischen Theologie.

1.

Unter dem Namen theologischer Kenntnisse begreift man alle die, welche die Religion betreffen. Der Unterschied, den man nach und nach unter diesen Kenntnissen machte, hat der Theologie, als Wissenschaft, als Inbegriff gewisser Sätze von einerlei Art betrachtet, einen eingeschränkteren Sinn gegeben. Es zeigt sich dieser Unterschied entweder in Rücksicht auf den Umfang von Kenntnissen, die man in einer Wissenschaft zusammenfassen will, oder auf die Art, wie oder woraus man solche Sätze, welche die Religion angehen, erkennt. Diese letztere Rücksicht hat den Unterschied zwischen natürlicher und geoffenbarter Theologie, und zwischen Religion und eigentlicher Theologie erzeugt (Th. 1. §. 3. Anm. 2.), der hier nicht in Anschlag kommt, außer daß, bei Bildung eines angehenden Theologen, nur die Frage von gelehr|c4|ter Kenntniß der Religion seyn kann. Bestimmt man aber den Begriff der Theologie nach dem weitern oder engern Umfange von Sätzen, die man unter diesem Namen begreift, so kann sie im eigentlichsten und engsten Verstande nur der zusammenhängende Inbegriff gelehrter Kenntnisse von der Religion selbst seyn, und nur Sätze in sich fassen, die Gott und das Verhältniß zwischen ihm und uns betreffen.Unter dem Namen theologischer Kenntnisse begreift man alle die, welche die Religion betreffen. Der Unterschied, den man nach und nach unter diesen Kenntnissen machte, hat der Theologie, als Wissenschaft, als Inbegriff gewisser Sätze von einerlei Art betrachtet, einen eingeschränkteren Sinn gegeben. Es zeigt sich dieser Unterschied entweder in Rücksicht auf den Umfang von Kenntnissen, die man in einer Wissenschaft zusammenfassen will, oder auf die Art, wie oder woraus man solche Sätze, welche die Religion angehen, erkennt. Diese letztere Rücksicht hat den Unterschied zwischen natürlicher und geoffenbarter Theologie, und zwischen Religion und eigentlicher Theologie erzeugt (Th. 1. §. 3. Anm. 2.), der hier nicht in Anschlag kommt, außer daß, bei Bildung eines angehenden Theologen, nur die Frage von gelehr|c4|ter Kenntniß der Religion seyn kann. Bestimmt man aber den Begriff der Theologie nach dem weitern oder engern Umfange von Sätzen, die man unter diesem Namen begreift, so kann sie im eigentlichsten und engsten Verstande nur der zusammenhängende Inbegriff gelehrter Kenntnisse von der Religion selbst seyn, und nur Sätze in sich fassen, die Gott und das Verhältniß zwischen ihm und uns betreffen.

2.

Aber eine gelehrte Kenntniß der Religion kann ohne gelehrte Kenntniß manches Anderen nicht Statt finden (Th. 1. §. 21 f.); und diese Kenntnisse lassen sich nicht wohl unter die im ersten Theil erwähnten Vorbereitungswissenschaften bringen. Wenigstens steht ein Theil der Philosophie, Philologie und Geschichtskunde mit der eigentlichen Theologie in weit näherer Verbindung, als die übrigen Theile dieser Wissenschaften; und es muß in solchen Theilen auf den ganzen Umfang der Religion eine nähere Rücksicht genommen werden; ja diese macht es, wegen des ohnehin schon großen Umfangs der gedachten Vorbereitungswissenschaften, räthlich, besondere Wissenschaften daraus zu bilden, die man, wegen jener Rücksicht auf die Religion selbst, zur Theologie rechnen kann. Daher fasset Theologie in etwas weiterm Verstande, nicht nur die Religionslehren selbst, sondern auch solche Kenntnisse in sich, auf die sich zunächst die Erweislichkeit dieser Religionslehren gründet.Aber eine gelehrte Kenntniß der Religion kann ohne gelehrte Kenntniß manches Anderen nicht Statt finden (Th. 1. §. 21 f.); und diese Kenntnisse lassen sich nicht wohl unter die im ersten Theil erwähnten Vorbereitungswissenschaften bringen. Wenigstens steht ein Theil der Philosophie, Philologie und Geschichtskunde mit der eigentlichen Theologie in weit näherer Verbindung, als die übrigen Theile dieser Wissenschaften; und es muß in solchen Theilen auf den ganzen Umfang der Religion eine nähere Rücksicht genommen werden; ja diese macht es, wegen des ohnehin schon großen Umfangs der gedachten Vorbereitungswissenschaften, räthlich, besondere Wissenschaften daraus zu bilden, die man, wegen jener Rücksicht auf die Religion selbst, zur Theologie rechnen kann. Daher fasset Theologie in etwas weiterm Verstande, nicht nur die Religionslehren selbst, sondern auch solche Kenntnisse in sich, auf die sich zunächst die Erweislichkeit dieser Religionslehren gründet.
Anm. Man weiß, daß zur Theologie auch die sogenannte natürliche Theologie, die Exegetik oder exegetische Theologie, und die Religions- und Kirchengeschichte gerechnet werde, welche eigentlich Theile der |c5| Vorbereitungswissenschaften sind. Die eigentliche Theologie, sofern sie nicht aus der Natur allein geschöpft wird, faßt, wie sich im Folgenden zeigen wird, nebst den aus der heiligen Schrift gezogenen Sätzen, auch verschiedene gelehrte Vorstellungen über diese Sätze in sich; von diesen unterrichtet uns die Dogmengeschichte. Die heilige Schrift erfordert, außer den allgemeinen Grundsätzen der Auslegung, auch eine besondere Behandlungsart, weil sie ihren eigenthümlichen Sprachgebrauch hat, und historische Kenntnisse voraussetzt, ohne welche sie nicht erklärt, und ihr Text nicht richtig beurtheilt werden kann; welches die (biblische) Exegetik nothwendig macht. Die natürliche Theologie gehört als strengere Wissenschaft freilich zur Philosophie; aber sie kann, wenigstens hypothetisch, auch von einer göttlichen nähern Offenbarung handeln, und, wenn man die natürliche Theologie von der geoffenbarten absondern will, so bedarf die Ueberzeugung von dieser letztern einiger philosophischen Vorkenntnisse, die allenfalls auch in eine besondere Wissenschaft gebracht werden könnten, welche der eigentlichen geoffenbarten Theologie zur Einleitung dienen würde. (Philosophische Dogmatik.)

3.

Zu den Geschicklichkeiten und Kenntnissen eines künftigen Lehrers der Religion, erfordert man auch eine regelmäßige Fertigkeit, die Religion zum Besten Anderer anzuwenden, sowohl im Vortrag als in dem ganzen Betragen. Deswegen werden die im ersten Theile §. 27. genannten Wissenschaften auch als Theile der Theologie betrachtet, und sonach begriffe nun die Theologie im weitesten Verstande nicht nur alle Wissenschaften, welche die Religionslehren selbst enthalten, sondern auch die, welche zunächst Anweisung geben, wie man eine gelehrte Kenntniß dieser Religionslehren und eine regelmäßige Fertigkeit, sie für Andere anzuwenden, erlangen solle.Zu den Geschicklichkeiten und Kenntnissen eines künftigen Lehrers der Religion, erfordert man auch eine regelmäßige Fertigkeit, die Religion zum Besten Anderer anzuwenden, sowohl im Vortrag als in dem ganzen Betragen. Deswegen werden die im ersten Theile §. 27. genannten Wissenschaften auch als Theile der Theologie betrachtet, und sonach begriffe nun die Theologie im weitesten Verstande nicht nur alle Wissenschaften, welche die Religionslehren selbst enthalten, sondern auch die, welche zunächst Anweisung geben, wie man eine gelehrte Kenntniß dieser Religionslehren und eine regelmäßige Fertigkeit, sie für Andere anzuwenden, erlangen solle.

|c6| 4.

In dem gegenwärtigen, den eigentlichen theologischen Wissenschaften gewidmeten Theile dieser Anweisung, wird Theologie in der zweiten oder weitern Bedeutung genommen. (§. 2. ) Es werden also hier, außer der exegetischen und historischen Theologie, diejenigen Wissenschaften in Anschlag kommen, worin die Religionslehren selbst im Zusammenhange vorgetragen werden, welche Wissenschaften man daher unter dem allgemeinen Namen der systematischen, oder, wenn man will, der Lehr-Theologie begreifen kann. Dahin gehört auch der besondere Unterricht , den man mit dem Namen der Symbolik, oder der symbolischen Theologie, belegt hat, welche theils zur historischen, theils zur systematischen Theologie gerechnet werden kann. Wirklich ist sie noch Beides; und daher ist es am rathsamsten, sie als eine besondere Wissenschaft zu betrachten. – Alle diese Wissenschaften werden am besten so geordnet, wie eine die andere voraussetzt. Da nun die systematische Theologie, außerdem, daß sie Philosophie zum Grunde legt, sich auf exegetische und historische Theologie, die historische Theologie aber zum Theil auf die exegetische, so wie die symbolische auf alle drei Arten, gründet: so wird im Folgenden
gehandelt werden.In dem gegenwärtigen, den eigentlichen theologischen Wissenschaften gewidmeten Theile dieser Anweisung, wird Theologie in der zweiten oder weitern Bedeutung genommen. (§. 2. ) Es werden also hier, außer der exegetischen und historischen Theologie, diejenigen Wissenschaften in Anschlag kommen, worin die Religionslehren selbst im Zusammenhange vorgetragen werden, welche Wissenschaften man daher unter dem allgemeinen Namen der systematischen, oder, wenn man will, der Lehr-Theologie begreifen kann. Dahin gehört auch der besondere Unterricht , den man mit dem Namen der Symbolik, oder der symbolischen Theologie, belegt hat, welche theils zur historischen, theils zur systematischen Theologie gerechnet werden kann. Wirklich ist sie noch Beides; und daher ist es am rathsamsten, sie als eine besondere Wissenschaft zu betrachten. – Alle diese Wissenschaften werden am besten so geordnet, wie eine die andere voraussetzt. Da nun die systematische Theologie, außerdem, daß sie Philosophie zum Grunde legt, sich auf exegetische und historische Theologie, die historische Theologie aber zum Theil auf die exegetische, so wie die symbolische auf alle drei Arten, gründet: so wird im Folgenden
gehandelt werden.
Anm. Gewissermaßen setzt zwar die exegetische Theologie, wegen der dabei erforderlichen historischen Kenntnisse, die historische voraus. Aber umgekehrt ist doch auch nicht verständlich, woher unter Christen die verschiedenen Vorstellungen über gewisse Lehren enstanden sind, die man in der |c7| heiligen Schrift zu finden glaubte; und noch weniger läßt sich ihre Richtigkeit und Unrichtigkeit beurtheilen, wenn man nicht die heilige Schrift zu erklären versteht. Auch ist bei der systematischen Theologie die Kenntniß der exegetischen um so nothwendiger als die der historischen, weil die Kenntniß der Religionslehren selbst wichtiger als die Kenntniß der verschiedenen Vorstellungen von diesen Lehren ist.